» »

Liebe ist nicht genug - Leben mit Krankheit und Sterbewunsch

H4i>mmelgxrün


Nein, das war schon früher so.

Wir feiern nun eben an anderen Tagen andere Dinge.

Momentan gelingt es uns ganz gut, den Alltag schön zu gestalten. Wir kochen spezielle Gerichte, sind regelmässig draussen und haben es einfach gut zusammen.

HOim|me:lgrün


Und was hast du denn heute noch vor? @CoteSauvage

CFoteSDauvage


Wir kochen spezielle Gerichte, sind regelmässig draussen und haben es einfach gut zusammen.

Klingt gut :)^

Und was hast du denn heute noch vor?

Ich schiebe schon seit Monaten/ Wochen/ Tagen/ Stunden eine eklige Aufräumarbeit vor mir her - Rechnungen (bezahlte natürlich) sortieren, Krankenkassenerstattungen beantragen und sonstigen Zettelkram (Kotzmiley fehlt hier leider). JETZT mach ich das aber!

H8immel+grüxn


:-@

Ich dachte, der da übergibt sich gerade.. oder ist das eine Kaugummiblase? Ach nein, ein Schnuller sollte es sein. Naja. ]:D

Ich wünsch dir viel Durchhaltevermögen bei der ungeliebten Arbeit. Jeden Tag eine Portion davon und dann wird das.

CtoteSeapuvYage


Ein kleines und ein etwas größeres Häppchen hab ich schon :)= (muss mich mal selbst beklatschen)

Euch wünsch ich einen schönen Kuschelabend!

L'ichtAomHo"rizxont


Wünsche ich auch!

Und ich werde um Mitternacht an Euch denken, egal ob Ihr schlaft oder nicht. ;-)

SFi,l|kPe5arl


Ich fürchte mich regelrecht davor, dass sich – wenn es dann wirklich konkret wird – irgendwelche Überlebenstriebe melden, die mich "zwingen" weiterzumachen. Die ganze Sache überfordert mich. Meine Strategie ist zwar "einfach mal weiterlaufen lassen", aber das gelingt nicht jeden Tag. Immer wieder Gedankenkarussell.

Du wirst Dich aber mit Sicherheit bis dahin weiterentwickeln, so dass Du heute einfach nicht wissen kannst, wie es dann für Dich ist. Noch ist es wirklich "nur" das Denken, vor allem das Vorausdenken, dass es Dir so besonders schwer macht. Auf sich zukommen lassen" beinhaltet Veränderung ungeahnter Art. Wer weiß, vielleicht ist dann, wenn es ansteht, ja alles für Dich klar?

pcelz-t+ierx86


Es geht darum, dass du noch nicht einmal den Versuch unternehmen wirst mit dieser neuen Lebensrealität zurechtzukommen und sogar bereits im Vorhinein, in einem jetzt noch verhältnismäßig guten Zustand entscheidest, dass du nicht einmal mehr über einen Versuch nachdenken wirst, sollte sich der Zeitpunkt der maschinellen Abhängigkeit nähern. Auch den von Comran erwähnten Mittelweg lehnt du also von Vorneherein ab. Und ich finde, dass diese Einstellung in gewisser Weise mangelnder Respekt gegenüber dem Leben und der Liebe der Partnerin ist. Das ist eben meine persönliche Meinung dazu.

Ich bezweifle zudem, dass eine Entscheidung gegen dieses Leben, die im Vorhinein getroffen wurde, wirklich selbstbestimmt ist. Für mich bedeutet Selbstbestimmung, dass man sich nicht von Vorstellungen oder gar Angst leiten lässt. Du hast bis jetzt nur eine Vorstellung darüber, was dann sein wird. Mehr nicht. Die Realität kennst du nicht, und die lässt sich aus deiner momentanen Situationen, in der du bis vor kurzem noch arbeitsfähig gewesen zu sein scheinst, noch nicht einmal erahnen. Und es ist etwas völlig anderes sich in Gedankenspielen in der Situation zu sehen oder andere Patienten mit der Erkrankung in der Situation zu erleben.

Ferner bin ich der Ansicht, dass es schon einen Unterschied macht, von welchem Gerät man abhängig ist. Vielleicht bin ich da ein wenig altmodisch, aber ich finde, dass man bis zu einem gewissen Grad auch einen suboptimalen Zustand ertragen können und sich das "zumuten" sollte. Natürlich hat man das Recht das abzulehnen, aber diese Entscheidung ist dann in meinem Augen egoistisch (und hier meine ich nicht das für dich positiv konnotierte egoistisch) und ohne Respekt vor dem Leben und dem Umfeld.

Und bzgl. des Punktes, dass man sich nicht in deine Situation versetzen könne: Ich bin jetzt mal so frei und sage, dass ich das zumindest ansatzweise besser kann als die meisten anderen User hier, trotz meines jungen Alters.

Ich bin seit vielen Jahren schwer chronisch krank, und habe in dieser Zeit auch schon einige extreme Perioden erlebt, die Situationen beinhalteten, die über die Grenze des Aushaltbaren gingen. In diesen Situationen dachte ich natürlich daran, den Dingen ihren Lauf zu lassen, und viel hätte es dazu nicht gebraucht, weil ich nur gewisse Dinge, auf die angewiesen war, hätte weglassen müssen, wie z.b. künstliche Ernährung. Zum Teil war das Überleben selbst mit größmöglicher Anstrengung alles andere als sicher. Auch aktuell (bzw. seit 3 Jahren) denke ich intensiv über dieses Thema nach, und ich schließe es für mich nicht aus, dass ich den Dingen ihren Lauf lassen werde oder aber sogar bei extremen Leiden und völliger Erschöpfung den (aktiven) Freitod wähle.

Und ja, ich hatte Perioden, da war ich schon halb auf diesem Weg vorangeschritten. Aber gerade aufgrund dieser Erfahrungen habe ich hier genau das geschrieben, was ich geschrieben habe. Weil ich bereits dort gewesen bin, wo du noch nie warst und eine solche Situation eben nicht durch bloßes "Hineindenken" auch nur ansatzweise nachempfinden und bewerten kannst.

p9elzJtViexr86


Überhaupt verstehe ich den Fadentitel auch nicht ganz. Was wäre denn genug? Bzw. welche Umstände müssten anders sein? Ist es wirklich allein der Fakt auf eine Maschine angewiesen zu sein, oder sind es auch noch die damit verbundenen Begleitumstände (z.b. Schmerzen, Unfähigkeit dir wichtige Dinge zu tun), die dir diesen Gedanken unerträglich machen?

Ich denke, dass einer Person, die einen liebt und alles für einen tun würde, sehr schwer zu vermitteln ist, dass ihre Liebe noch nicht einmal für einen Versuch ausreicht. Auch wenn man es nicht auf ihre Liebe, sondern auf die Liebe im Allgemeinen bezieht, wird diese Person wohl immer denken, dass ihre Liebe, ihre Person nicht ausreichend ist.

Und ja, ich finde schon, dass man es sich zu einfach macht, wenn man noch nicht einmal den Versuch wagt. Und für mich hat das wie bereits erwähnt auch nichts mit Selbstbestimmung zu tun, sondern vielmehr mit der Flucht nach vorne vor (zum Teil tatsächlichen, zum Teil vermeintlichen) Kontrollverlust und Unsicherheit. Der Tod macht dann weniger Angst als die unsichere Zukunft eines Lebens mit Abhängigkeit von einer Maschine. Und ich schreibe hier bewusst nicht: "eines Überlebens". Denn die Abhängigkeit von einer Maschine schließt per se kein Leben aus.

pqelztKier8b6


Den Kontrollverlust schiebst du ja in deinem Szenario deiner Partnerin zu, während du die Kontrolle behalten kannst.

Dduma(l


Himmelgrün

Ich wünsche ein Frohes Neues!

Ich würde gerade gerne mehr schreiben, kann es aber nicht. Wünsche für das neue Jahr wollte ich dir und deiner Frau aber schon einmal da lassen.

H[immel*grüxn


@ Pelztier86

Danke für deine Beiträge von gestern Abend. Ich finde es wichtig, mir dazu Gedanken zu machen und Stellung zu beziehen. Aus meinem Umfeld kommen ja kaum solche Reaktionen, was vielleicht schade ist. Für den Fall, dass es mir meine Freundinnen und Freunde zu leicht machen, gibt es hier nun Stimmen wie deine.

Du schreibst:

Überhaupt verstehe ich den Fadentitel auch nicht ganz.

Die Erklärung des Titels findet sich in meinem ersten Beitrag:

Die Liebe zu den Menschen, die mir nahe stehen, hilft mir offenbar nicht dabei, leben zu wollen, sie macht nur die Entscheidung zu sterben viel schmerzhafter.

Es geht also um meine Liebe, mein Gefühl anderen gegenüber. Es gibt Tage, da denke ich, wenn ich stärker lieben würde, dann würde ich leben wollen. An anderen Tagen finde ich diese Überlegung unsinnig. Weil es eben komplexer ist.

Ich schreibe jetzt einfach mal drauflos, meine Überlegungen zu deinen Gedanken..

Sich in andere hineinversetzen

Auch eine, die ebenfalls krank ist, steckt nicht in meiner Haut. Sie weiss zwar, wie SIE sich mit ihren Beschwerden fühlt, aber nicht, wie es für mich oder jemand drittes ist. Nicht nur die Umstände sind ja für unsere Gefühle massgebend, sondern in hohem Masse das, was wir sind, wie wir denken, was vorher war. Ich bin eine ganz andere Persönlichkeit als jeder andere Mensch. Sogar jemand mit ähnlicher Vergangenheit kann ganz anders auf eine Situation reagieren. Ich glaube, auch die berühmten 1000 Schritte in den Mokassins vom anderen befähigen mich nicht, zu wissen, wie die sich an den Füssen des ursprünglichen Trägers angefühlt haben.

Deinen Satz

Weil ich bereits dort gewesen bin, wo du noch nie warst und eine solche Situation eben nicht durch bloßes "Hineindenken" auch nur ansatzweise nachempfinden und bewerten kannst.

verstehe ich so, dass es einen Ort gibt, den du kennst und ich nicht, den ich aber meine, mir vorstellen zu können. Ist das richtig? Falls ja, gehe ich nicht mit dir einig. Du bist an deinen eigenen Orten gewesen, in deiner Welt. Ich bewege mich aber in meiner Welt, die kennst du nicht. Eben weil mein Wesen ein anderes ist, meine Erfahrungen und Prägungen anders sind. .

In meiner Vergangenheit (Kindheit) habe ich Abhängigkeit und Ausgeliefertsein über Jahre hinweg als zutiefst erniedrigend erlebt. Diese Erfahrung prägte mich stark und sie ist sicher massgeblich daran beteiligt, dass ich eine so kompromisslose Haltung entwickelt habe. Das ist meine eigene, ganz persönliche Geschichte. Für mich - nur für mich - gilt: Nie wieder!

Meine Vorstellungen

Mir ist völlig klar, dass meine Vorstellung von einer Sache (oder von meinem Leben mit Krankheit) "nur" eine Vorstellung ist und (noch) keine Realität. Ein Gedankenspiel, wie du es nennst. Trotzdem richte ich meine Handlungen danach aus. Warum? Weil ich in der Vergangenheit keine schlechten Erfahrungen gemacht habe mit dieser Taktik. Ich denke, dass ich mich selber recht gut kenne. Manche Dinge weiss ich einfach. Da sehe ich keinen Grund, auszuprobieren, wie es wäre, wenn ich entgegen meiner Vorstellung (oder meines tiefen inneren Wissens?) agiere.

Beispiele: wenn ich "weiss", dass ich keinen Kinderwunsch habe, werde ich kein Kind bekommen, nur weil die Möglichkeit besteht, dass ich es dann trotzdem liebe. Wenn ich "weiss", dass ich nicht gern mit Menschen arbeite, wähle ich als Beruf nicht Sozialarbeiterin, sondern Buchhalterin. Wenn etwas unappetitlich aussieht, muss ich es nicht kosten, nur weil mir jemand sagt, dass es nicht so übel schmeckt. Man kann das nicht vergleichen? Ich schon.

Es mag sein, dass ich mit dieser Art, meine Entscheidungen zu treffen, bestimmte bereichernde Erfahrungen nicht gemacht habe. Aber ich habe ganz bestimmt auch viele frustrierende Erfahrungen vermieden. Und ich glaube, dass mein Leben später so geglückt ist, gerade weil ich mich nach meinen Vorstellungen gerichtet habe. Wenn das der verpönte Egoismus ist, konnte und kann ich gut damit leben.

Was ist zumutbar?

Für die einen offenbar sehr viel mehr als für die anderen. Du, Pelztier, bist wohl sehr tapfer und du mutest dir viel zu. Ich mute mir selber (wie es aussieht) wenig zu und meiner Frau viel. Das ist nicht schön und nicht ideal. Aber verwerflich finde ich es nicht. Und sie auch nicht. Jede hält so viel aus, wie sie kann. Und wer weiss sicher, dass ich nicht lebend die grössere Zumutung für sie wäre? Das glaube ich nämlich, weil ich mich kenne. Was soll meine Frau mit einer Partnerin, die mit sich hadert und vielleicht depressiv wird? Also ich würde mich nicht wollen.

Flucht,

Ja natürlich! Warum auch nicht? Die einen flüchten, die anderen kämpfen in der Not. Beides ist doch legitim und das eine nicht besser als das andere.

Kontrolle

Ich behalte (vermeintlich) die Kontrolle und verliere dabei mein Leben. Meine Frau verliert die Kontrolle (die sie ja in Wirklichkeit nie hatte), kann aber weiterleben. So sieht es aus. Wir beide verlieren. Leider.

Mangelnder Respekt

Mit dem Wort Respekt habe ich Mühe, kann ich es durch Achtung oder Wertschätzung ersetzen? Achte ich mein Leben nicht genug, schätze ich die Liebe meiner Frau nicht wert genug? - Ich finde keine Antwort darauf. Bin nicht sicher, ob die Fragen so gestellt werden sollen. Lässt sich sowas überhaupt messen? Mit welchem Massstab? Ist es sinnvoll? Dem Leben selber ist es wohl egal, ob ich es "respektiere" und meine Frau weiss, dass ich sie so tief liebe und so weit schätze, wie ich dazu fähig bin.

Selbstbestimmung

Für mich ist es nicht relevant, ob meine Entscheidung völlig selbstbestimmt ist oder nicht. Oder anders gesagt, ich untersuche sie nicht darauf, ob sie irgendwelchen Kriterien, die Selbstbestimmung definieren, genügt.

H3immRelg/rxün


an alle

Ich wünsche euch einen schönen ersten Januar und viel Gutes für dieses neue Jahr.

Und danke an die, die mir auch liebe Wünsche gesandt haben @:) .

H]ifmmKelg(xn


@ SilkPearl

Wer weiß, vielleicht ist dann, wenn es ansteht, ja alles für Dich klar?

Ja, wer weiss? Ich hoffe sehr, dass alles klar sein wird. Für mich und für die, die mich lieben.

R#helyixa


Zunächst einmal wünsche ich dir ein frohes neues Jahr.

Deine Beiträge haben mich gestern sehr beschäftigt.

Ich verstehe deinen Wunsch nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit.

Aber ganz ehrlich, wäre ich an der Stelle deiner Frau, würde ich dich verlassen, noch heute.

Nicht weil du krank bist, sondern weil du kein Stück bereit bist, für eine gemeinsame Zukunft zu kämpfen.

Natürlich würde ich dir kein Leben unter starken Schmerzen und ohne Lebensqualität zumuten wollen.

Wobei man, wie schon diskutiert wurde, die Lebensqualität anderer nicht beurteilen kann. Und ich weiss nicht genau, um welche Abhängigkeit es bei dir geht.

Nachvollziehen könnte ich eine Ablehnung der permanenten Beatmung verbunden mit einer zwangsläufigen Immobilität. Und somit nicht nur die Abhängigkeit von der Maschine, sondern auch von anderen Menschen.

Absolut nicht nachvollziehen könnte ich z.B. Dialyse oder PEG -Ernährung. Mit beiden kann man trotzdem gut Leben. Und sollte ich von diesen Dingen abhängig werden, würde ich es nicht ablehnen diese für mich zu beanspruchen.

Und ja, ich würde es auch von dir erwarten. Ansonsten würde ich glauben, unsere gemeinsame Zukunft und ich als Mensch bin es dir nicht wert. Also würde ich mich jetzt und auf der Stelle trennen. Der Schmerz bliebe der gleiche, nur müsste ich nicht dabei zusehen, wie du bis zum Ende leidest. Zumal es Alternativen gibt.

Du hast eine Entscheidung für dich getroffen, die einerseits bewundernswert, aber auch egoistisch ist und für dich offensichtlich feststeht. Aber auch deine Frau finde ich bewundernswert, da sie es offensichtlich mitträgt und das bis zum Schluss. Mit dem Wissen, das es so nicht enden müsste.

Würdest du anders entscheiden, wenn du Kinder hättest?

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH