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Liebe ist nicht genug - Leben mit Krankheit und Sterbewunsch

N]ozi-reLouvTe


Ich wünsche dir und deiner Frau viele schöne Tage im neuen Jahr.

Ich denke nicht, dass man automatisch zu wenig liebt (das Leben oder Personen), wenn man sich, in Situationen wie deinen, bewusst gegen das Leben entscheidet. Und trotzdem könnte ich deine Frau gut verstehen, wenn sie genau diese Gedanken hätte, dass du sie nicht genug liebst. Ich hoffe einfach, dass ihr da sehr offen zueinander seid.

Du schreibst, dass du nicht weißt, ob du deiner Frau vielleicht mehr zumutest, wenn du weiter kämpfst, als wenn du frühzeitig gehen würdest. Hast du Sorge, dass du dann nicht immer noch entscheiden kannst, nicht mehr zu kämpfen. Warum es nicht auf einen Versuch ankommen lassen - diesmal bist du nicht von den gleichen Personen abhängig wie in deiner Kindheit! Geht es dir auch um das Bild, dass du hinterlässt, wenn du so "unzumutbar" bei deiner Frau geblieben bist? Vielleicht, dass sie dich dann weniger liebt?! Ich bin gar nicht sicher, wie ich in einer solchen Situation denken oder gar entscheiden würde, aber ich habe beim Nachdenken über deine Situation spontan an den Beppo den Straßenkehrer aus Momo gedacht. Sein Motto war "Schritt für Schritt". Ich würde dir wünschen, dass du dir Schritt für Schritt deine Situation anschaust und immer wieder neu entscheidest - dich nur für die kleinen Schritte festlegst und nicht für das noch zu weit entfernte.

Am Anfang hast du geschrieben, dass du dir nicht mehr treu wärest, wenn du in die Abhängigkeit gehen würdest. Diese Einstellung fand ich viel zu streng. Manchmal muss man seine Ideale / Vorstellungen über Bord werfen, um sich überhaupt treu zu bleiben. Triff die Entscheidung nicht auf dieser Grundlage.

Ich wünsche dir und deiner Frau ganz viel Kraft und Zuversicht!

CioteScauvagxe


Beispiele: wenn ich "weiss", dass ich keinen Kinderwunsch habe, werde ich kein Kind bekommen, nur weil die Möglichkeit besteht, dass ich es dann trotzdem liebe. Wenn ich "weiss", dass ich nicht gern mit Menschen arbeite, wähle ich als Beruf nicht Sozialarbeiterin, sondern Buchhalterin.

Das sind aber Entscheidungen, die entweder unumkehrbar sind (Kind) oder nur bedingt korrigierbar (Beruf). Wie wäre es aber, wenn du dich entscheiden würdest, es erst mal mit Maschine zu probieren, und wenn das dann so ist wie du aus heutiger Sicht vermutest (auch ich denke man kann nicht WISSEN, wie man sich in einer Situation fühlen wird, die noch nicht da ist), könntest du dich immer noch dagegen entscheiden, weiter zu machen? (Oder wäre die Entscheidung pro Maschine auch unumkehrbar in dem Sinne, dass du ohne Maschine sozusagen friedlich und gelassen abtreten könntest, mit Maschine aber nach nur ein paar Monaten mehr abgekämpft und unzufrieden?)

H<immeljgrüxn


@ CoteSauvage

Im Laufe des letzten Jahres habe ich immer wieder über dieses "es mal versuchen" nachgedacht. Wann immer etwas besonders schön war, ein Erlebnis, die Natur, Dinge, die ich besitze und hege oder Zeit mit lieben Menschen, dachte ich: "Ach Mensch, das müsste doch gehen, das kannst du doch schaffen." Kurz darauf kamen dann aber wieder die ganzen panischen Gefühle. Es ist mir nie gelungen, einen Schritt Abstand zu gewinnen und diese unterschiedlichen Seiten von mir irgendwie neutral nebeneinander zu sehen. Ich war entweder hier oder dort. Meistens aber hier, weil dort ist ganz ganz schlimm. So schlimm, dass ich nicht mal richtig dran denken kann ohne völlig zu entgleisen.

Diese Ambivalenz war natürlich ungemein anstrengend und aufreibend. Nicht nur für mich, sondern vor allem auch für meine Frau. Auch wenn sie versuchte, nicht jede Stimmung von mir mitzumachen, hat es sie viel zu viel Energie gekostet. Schliesslich sagte sie, dass es für sie leichter wäre, sich mit meinem Sterbewunsch abzufinden, als dieses Hin- und Her. Sie möchte heute auch nicht mehr darüber reden, sie findet, ich habe schon alles gesagt und drehe mich nur im Kreis.

Was sie sich wünscht, ist, dass ich möglichst ausgeglichen bin und dass wir es einfach schön haben zusammen. Das gelingt gerade recht gut. Ich denke zwar ständig, dass dies oder jenes das letzte Mal ist, aber ich sag es ihr nicht mehr, wenn ich an sowas denke. Früher sagte ich auch, dass sich ja alles noch ändern könnte, aber das vermeide ich heute. Es schürte Hoffnungen bei ihr, die ich dann wieder zerschlagen habe. Unzumutbares Verhalten, ja, aber ich konnte offenbar nicht anders.

So bleibe ich heute klar auf der einen Seite, weil es für mich leichter ist und für sie auch. Und weil das "den Versuch zulassen" nicht funktioniert hat. Ich sehe keine andere Möglichkeit, das Hin und Her zu beenden, als durch das Sterben. Es ist mir einfach nicht möglich, zu glauben, dass ich – wenn ich es denn versuche – nicht weiterhin zerrissen wäre. Es gäbe gute und schlechte Tage und der ganze Zirkus ginge endlos weiter. Das glaubt übrigens auch meine Frau, ich habe sie gefragt.

H*imJmelkgrxün


...dass du ohne Maschine sozusagen friedlich und gelassen abtreten könntest, mit Maschine aber nach nur ein paar Monaten mehr abgekämpft und unzufrieden?

Das glaube ich jedenfalls (also mit Maschine abgekämpfter und unglücklicher). Mich auf eine Behandlung einlassen bedeutet schon, dass ich "was mit meinem Körper machen lasse", was mir sehr unangenehm ist. Medikamente nehmen geht noch, aber weiter möchte ich lieber nicht gehen. Ich möchte "unversehrt" bleiben.

HRimmeUlgrxün


Ich würde dir wünschen, dass du dir Schritt für Schritt deine Situation anschaust und immer wieder neu entscheidest - dich nur für die kleinen Schritte festlegst und nicht für das noch zu weit entfernte.

Das ist ein schöner Wunsch, danke. Niemand, nicht mal ich, gibt sein Leben "einfach so" auf. Ich glaube, dass ich meine Entscheidung jeden Tag wieder treffe. In dem Sinne mache ich wohl diese kleinen Schritte.

C1oteS&auvzage


Dann habt ihr beide ja offenbar einen guten gemeinsamen Weg gefunden.

Hqimmeilgrüxn


Aber ganz ehrlich, wäre ich an der Stelle deiner Frau, würde ich dich verlassen, noch heute.

Es gab eine Zeit, da habe ich genau das meiner Frau vorgeschlagen. Ich überlegte, aus unserem Haus auszuziehen, damit sie sich auf ihr Leben mit Zukunft konzentrieren könnte, während ich ja in eine ganz andere Richtung guckte.

Sie fand die Idee blödsinnig.

Hkim+me6lg_rün


Würdest du anders entscheiden, wenn du Kinder hättest?

Einer der Gründe (nicht der einzige) warum ich keine Kinder habe, ist der, dass ich sicherstellen wollte, dass ich mich nicht mit solchen Fragen auseinander setzten muss.

Kinder bedeuten (nicht nur, aber auch) Verantwortung und Abhängigkeit. Und ich will keine Verantwortung für andere Menschen übernehmen und nicht abhängig sein.

CLarawmal-a x2


Die Liebe anderer, das kann ich ganz gut nachvollziehen, kann für einen selbst tatsächlich zu wenig sein, um weiterleben zu können.

Ich würde mir die Frage stellen, ob die Liebe zum eigenen Leben ausreichen könnte, unabhängig von anderen. Und wie soll dass dann aussehen? Voraussetzung für dich Himmelgrün, ist vollkommene Gesundheit und keine halben Sachen. Das kann ich verstehen. Wobei fast ganz gesund, auch schon nicht schlecht ist. Die wenigsten Menschen sind ganz gesund.

Dann wäre die Frage, kann man überhaupt seine Gesundheit wieder erlangen, je nachdem welche Krankheit man hat und vor allem wie. Schulmedizinisch, Alternativ oder gar spirituell. Mir sind in allen Kategorien Menschen bekannt, die ihre Gesundheit ganz oder zum großen Teil wiedererlangt haben. Was einem mehr liegt oder auch nicht, auch das ist eine Frage, die man sich stellen kann.

Spirituell ist mir jemand bekannt, der seine Gesundheit zum großen Teil wiedererlangt hat, der, was natürlich für Außenstehende nicht beweisbar ist, seine Lebensenergie, also das, was ihn lebendig macht, inzwischen fühlen kann. Ausschlag hat für ihn ein Buch gegeben, es zu versuchen.

Genauso kenne ich eine Frau, die schulmedizinisch versucht hat, ihre Krankheit zu heilen, was auch funktioniert hat. Aber manches ist natürlich auch hier nicht heilbar.

Eine andere hat es mit Alternativmedizin, Schulmedizin und mit Spirituellem versucht. Auch das hat funktioniert.

Ich kenne aber auch einige Fälle, bei denen nichts geholfen hat. Worin die Unterschiede liegen und wobei man für sich ein gutes Gefühl entwickeln kann, auch wenn man sich für das Sterben entscheidet, das kann man nur selbst herausfinden, denke ich.

CAotReSauvxage


Ausschlag hat für ihn ein Buch gegeben, es zu versuchen.

Kannst du sagen, was das für ein Buch war?

SUilktPeaxrl


Himmelgrün, auch von mir: Gutes neues Jahr!

Es ist immer problematisch, wenn man mit dem gegenwärtigen Entwicklungsstand versucht, etwaige Probleme von morgen zu lösen - das habe ich früher auch versucht und mit damit erst richtig in die Bredoulle gebracht. Hat lange gebraucht, das zu verstehen.

Damals z. B., nach meiner Scheidung, hielt ich mich für eine hässliche Person und war überzeugt, nie wieder jemanden abzubekommen. Am liebsten hätte ich mich in ein Mauseloch verkrochen, für immer. Was für ein Blödsinn war das! Ich bin ganz und gar nicht hässlich und habe längt wieder jemanden "abbekommen". Mein damaliger Geisteszustand hat sich seitdem komplett verändert, man wird in 10 Jahren "jemand anders" vom Denken und Fühlen her.

Warte getrost ab. Ich kann Dir garantieren, dass Du die Welt zu der Zeit, die Du Dir so schrecklich denkst, anders sehen wirst.

CLaram0al-a 2


Das Buch hieß: Leben und Lehren der Meister im fernen Osten. Damit sind keine Gurus oder sonstige Weisheitslehren gemeint. Es ist ein Reisebericht von Baird Spalding. Man muss dazu sagen, dass Spalding das Buch erst nach seinem Tode zur Veröffentlichung freigegeben hat und das er es unter einem Pseudonym geschrieben hat. Ich habe es selbst gelesen, sowie ich auch andere Bücher gelesen habe, die in die Richtung gehen. Ob wahr oder nicht wahr, dass ist immer die Frage. Man kann im Grunde daraus evt. erkennen wie sogenannte Placeboeffekte spirituell erklärbar sein könnten. Die mystische Kabbala, die z.B. ein zusammengetragenes Werk mehrerer bisher bekannten spirituellen Bücher ist, erklärt anhand des Lichtes wie aus dem vollkommenen Leben auch anderes hervorgehen kann. Stellt das auch bildlich interessant dar. Und darin ist sie mit Spaldings Buch deckungsgleich. Aber ich glaube hier nicht alles, vor allem wenn es um östliche Gurulehren geht, die in der Kabbala zum Teil mit enthalten sind, wie z.B. dem Hinduismus. Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Ich denke, es steckt alles noch in einer Entwicklung, die viel Spielraum offen lässt. Von Beweisen, außer selbstgemachten, ganz zu schweigen. Manch einem kann es aber ein Anstoß sein, wobei ich nicht weiß, ob gerade das Buch von Spalding hilfreich ist, deshalb habe ich keinen Namen genannt. Es gibt andere über Placeboeffekte, die von Ärzten beobachtet worden sind, die je nach eigenen Vorstellungen, vielleicht hilfreicher sein können. Leider habe ich davon nur einmal in einem Forum gelesen, habe aber die Seite mit den näheren Angaben nicht mehr gefunden.

C-arama6la 2


Oh sorry.

Habe das Zitat vergessen:

Kannst du sagen, was das für ein Buch war?

y(ukxumu


Ich habe jetzt alle beiträge gelesen. Was kann ich noch sagen, wo doch so viel schon gesagt wurde?

Zwei Punkte scheinen mir wichtig.

Doch bevor ich sie erwähne, möchte ich auf etwas hinweisen, das zwar selbstverständlich ist, mir aber wichtig, es zu betonen: Es sind meine Eindrücke, meine Meinungen, In ihnen wiederspiegelt sich also auch meine eigene, presönliche Lebenserfahrung und da ich noch nicht ganz 1.000 Jahre alt bin, will ich nicht ganz ausschließen, dass ich mich irren kann.

Und noch eines: Ich spreche hier von "meinen Eindrücken" und von "meinen Meinungen".

Das ist eigentich nicht richtig: Es handelt sich eher um einen Verdacht.

Gut, nach dieser Einleitung, jetzt zu dem, was ich sagen will.

Mir scheint, bei der anstehenden Entscheidung bist du "gefangen" und nicht so frei, wie du dir vielleicht vormachst oder annimmst.

Gefangen in einem Konflikt, der deinen Schilderungen nach mit den Erfahrungen in deiner Kindheit zu tun hat: Ein Konflikt zwischen Autonomie und Abhängigkeit.

Zeit deines erwachsenen Lebens scheinst du nach dem Motto verbracht zu haben "Nie wieder so abhängig sein. Nie!".

Die anstehende, gelinde gesagt lebenswichtige Entscheidung, wird im Lichte dieses Konfliktes und zugunsten einer "Lösung" entschieden, die dir anscheinend (??) - hier mutmaße ich!!! -

das ermöglichen soll, was du eben jahrzehntelang erfolgreich vermieden hast: Nie wieder das Gefühl der Abhängigkeit!

Über allem steht diese "Strategie", sich nie wieder abhängig zu fühlen.

Das ist es auch, was dich zu Recht sagen lässt, dass niemand in deiner Haut steckt.

Es war anscheinend jahrzehntelang deine "Erfolgsstrategie" im Leben, dich davon leiten zu lassen.

Es wurde hier von den Maschinen geredet, die Abhängigkeit eines Lebens von Maschinen und das Andere es vielleicht nicht verstehen würden usw.

Darum geht es aber nicht.

Der zentrale Konflikt ist, dass es anscheinend in deinem Leben eine Überlebensstrategie war, dich nicht abhängig fühlen zu müssen.

Da liegt der Kern.

Das das, was dir offenbar ein Leben lang gelungen ist, jetzt an Grenzen stößt, weil es in einer extremen Situation Folgen für Menschen hat, die dir Nahe stehen, ist tragisch.

Ich finde also, in diesem Punkt gäbe es noch Potential.

Wenn es dir - z.B. mit einer Psychotherapie - gelingen könnte, diesen Aspekt deiner Vergangenheit aufzuarbeiten, dann würden sich vielleicht Türen öfnnen, die jetzt zu sind.

Ob dafür unbedingt eine Psychotherapuie notwendig ist, kann ich natürlich nicht wissen.

Es gibt vielleicht auch andere Wege.

Ich denke, es würde darum gehen, sich - noch einmal - mit den anscheinend jahrzehntelang gemiedenen, sehr schmerzhaften Gefühlen aus deiner Kindheit zu konfrontieren.

Dann erst wärst du frei. Jetzt bist du es nicht. Du verwechselst vielleich nur Freiheit mit dem Handeln, was dich nicht in Abhängigkeit bringt. Das ist für mich Zwang und nicht Freiheit.

Der Zwang besteht darin, in einer bestimmten Art und Weise handeln zu müssen, um sich sehr qualvollen Gefühlen (die aus der Kindheit) nicht aussetzen zu müssen.

Die Vermeidung einer Konfrontation mit diesen Gefühlen zwingt dich dazu, zu glauben, so handeln zu müssen, wie du es hier beschreibst.

Dass du dies mit Freiheit gleichsetzt, verschleiert nur, dass es sich eigentlch um eine Strategie der Vermeidung handelt und trägt dazu bei, dass du nicht erkennst, dass du unter Zwang handelst.

Deswegen glaube ich auch, dass sämtliche Überlegungen, die um das Wort Egoismus kreisen, in diesem Zusammenhang, voll daneben sind, viel zu kurz greifen.

Wer von dir erwartet, dass du ein Leben in Abhängigkeit akzeptierst, verlangt von dir - ohne es zu wissen -, dass du dich jahrzehntelang gemiedenen, sehr, äußerst schmerzhaften Gefühlen aussetzt.

Der zweite Punkt hat mit der Wahrheit zu tun und ist nicht von dem ersten zu trennen.

Es gibt eine Wahrheit in dir und es gibt eine in deiner Freundin.

Je mehr Klarheit darüber besteht, umso besser.

Das setzt aber - auch - voraus, dass beide sich selbst gegenüber sehr ehrlich, offen UND mutig sind.

Und, wie hier schon gesagt wurde, Gespräche miteinander, um sich auch Stück für Stück einander, d.h. der jeẃeiligen Wahrheit des Anderen zu nähern.

Sich selbst verstehen, dann sich öffnen, auch wenn dies manchmal noch verwundbarer machen kann und so Stück für Stück beide Wahrheiten einander angleichen.

Klar. Das ist nicht erreichbar (die Angleichung beider Wahrheiten). Deine Wahrheit und die deiner Freundin werden sich niemals angleichen. Aber es gilt, euŕe beider Wahrheiten einander zu offenbaren und noch mehr "Überschneidungen" entstehen zu lassen, zu ermöglichen - dann wäre fast alles gesagt (außer der Worte der Liebe).

Jetzt, da du noch in diesem Autonomie-Abhängigkeit-Konflikt gefangen bist, klafft eine Art Abgrund zwischen eurer beider Wahrheiten.

So bleibt ein Konflikt womöglich für immer ungelöst - zu Lasten beider Beteiligten.

HQi`mmelZgrün


@ yukumu

Was du schreibst, entspricht dem, was ich in den letzten 1,5 Jahren mit professioneller Begleitung auch erkannt habe. Nach der Diagnose therapeutische Hilfe zu suchen war mir selbstverständlich. So ist es also nichts Neues für mich, dass ich die Vergangenheit aufarbeiten müsste, wenn ich denn weiterhin lebensfähig sein möchte.

Ich gebe aber zu, dass mir dazu einfach der Mut fehlt und auch die Energie. Vielleicht bin ich auch gar nicht in der Lage dazu, weil mein Körper schon genug mit der Krankheit zu tun hat. Auch meine Therapeutin sieht Potenzial, ich leider nicht. Ich hatte einen Weg gefunden, gut zu leben - trotz den Erfahrungen in der Kindheit. Die letzten 25 Jahre waren ausgefüllt und glücklich. Ich wollte die Früchte geniessen von all dem Schönen, was ich erreicht hatte. Dann kam aber diese Diagnose und damit wieder eine riesige Herausforderung. Bei mir ist nun irgendwie die Luft raus. Ich mag mich keinen Herausforderungen mehr stellen, ich möchte einfach nur noch meine Dinge ordnen und diese letzten Monate zufrieden sein. Allerdings bezahle ich einen hohen Preis, das weiss ich schon.

Und wie schon früher erwähnt, es ist für mich nicht wirklich relevant, ob ich "frei" entscheide oder nicht. Habe ich mich irgendwo missverständlich ausgedrückt, so dass der Eindruck entsteht, ich empfinde meine Entscheidung als selbstbestimmt oder ohne irgendwelche Zwänge getroffen?

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