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arbeitsloser Freund macht mich wütend

m$cfun_daxe


Feles, gibt es denn irgendetwas, womit du ihn unterstützen könntest? Ich denke, er wird leichter zurückfallen, wenn er dabei nicht deine Unterstützung erfährt, sondern sich vor dir beweisen muss.

Für den ersten Schritt ist ein kleiner Tritt vllt hilfreich, aber langfristig denke ich nicht. Super jedenfalls, dass er versucht, in die Gänge zu kommen. Ich finde es übrigens nicht schlimm, wenn er das für dich macht, es ist nämlich nichts schlechtes für ihn und wenn ihn sonst nichts motiviert.. besser als wenn er weiter nur daddelt.

Ich bin selbst gerade arbeitssuchend und habe mich gestern online etwas schlau gemacht. Dabei bin ich auf ein Buch gestoßen, das wohl von Arbeitsagenturen usw empfohlen wird und das wohl ganz toll sein soll. Es heißt ''Durchstarten zum Traumjob: Das ultimative Handbuch für Ein-, Um- und Aufsteiger" von Richard Nelson Bolles und Madeleine Leitner.

Wenn du magst, kann ich dir per PM den Link schicken, wo ich das entdeckt hab?!? Dort stehen einige Infos zum Buch. Ich habe es selbst nicht gelesen, aber je nachdem, wie lange ich arbeitslos bleibe, ist es definitiv eine Option und bestimmt auch einfachso interessant zu lesen. Vllt kann euch das ja auch helfen. Liebe Grüße *:)

L@ouisirana


WM,

wenn das alles so ist wie Du schreibst, dann lass dem H4-Empfänger einfach seinen TV und sein Handy, weil das wahrscheinlich häufig die einzige Freunde ist, die ihm in unserer konsumorientierten Welt bleibt, dann kommt auch keiner mehr auf die Idee, dass Du den Ärmsten was neidest (was ja nicht nur mir aufgefallen ist). Es ist desweiteren nicht fair zu schreiben, dass Geringverdiener keinen Anspruch darauf haben, Kinder zu haben oder ein Auto oder auch mal in den Urlaub fahren zu können. Warum nicht? Soll der einfach nur brav und unterbezahlt malochen und kurz vor der Rente ins Gras beissen? Wer in Vollzeit arbeitet und Steuern zahlt, sollte sich Kinder, zumindest ein kleines Auto und damit Mobilität sowie auch zumindest einen bescheidenen Urlaub leisten können! Denn nur dann lohnt sich Arbeit auch wirklich, das ist aber leider nicht der Fall, und auch das sehen die meisten Leute so. Jeder bekommt Arbeit ist nicht dasselbe wie jeder, der will, bekommt Arbeit, von der er leben kann.Ich kenne sehr liebe, anständige Leute, die von unserem System systematisch ausgenutzt werden, sie sind einfach gestrickt, aber sehr hilfsbereit und arbeitsam, und trotzdem müssen sie aller paar Jahre in eine billigere Wohnung umziehen, weil ihre Kohle, die sie zu unsäglichen Konditionen verdienen, einfach nicht reicht, wenn die Miete steigt. Diese Leute haben drei Kinder aufgezogen, die über die Runden kommen und dem Staat nicht auf der Tasche liegen. Trotzdem sind sie, glaube ich, nur zweimal im Leben verreist, ein Auto haben sie noch nie gehabt und auch einen Plasma-TV habe ich noch keinen in ihrer Wohnung gesehen. Inzwischen haben beide den Rücken kaputt. Menschlich standen sie mir näher als mancher Akademiker, der seine Nase hoch im Wind trägt und auf die kleinen Leute runterschaut. Ich finde Dünkelhaftigkeit unmöglich.

TE,

Praktika sind auf jeden Fall eine Chance, im Berufsleben Fuß zu fassen. Allerdings da auch aufpassen, dass man nicht zum Dauerpraktikanten wird, viele Firmen nutzen das gerne aus um jemanden unbezahlt für sich arbeiten zu lassen. Es gibt auch bezahlte Praktika, vielleicht hat er ja Glück. Auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, mal in die jeweilige Branche reinzuschauen. Bei meinem Mann auf Arbeit gibt es immer wieder mal Praktikanten in verschiedenen Altersstufen, um mal zu schauen, was man dort alles tut. Auch bei einer früheren Arbeitsstelle bei mir hatte ich eine Studentin als Praktikantin bei der Hand, ich glaube, die wurde auch bezahlt und war sehr zufrieden. Im Lebenslauf sieht das auf jeden Fall besser aus als wenn da nichts steht. Ein Praktikum würde ich auf jeden Fall eher empfehlen als ein Ehrenamt in seiner jetzigen Situation.

Wenn Du ihm gewissermaßen ein Ultimatum gesetzt hast, ist das zwar recht hart, aber zumindest weiß er dann, woran er ist. Es wäre auf jeden Fall schön, wenn Du auch seine Bemühungen anerkennen könntest, auch wenn es nicht sofort funktioniert.

BerfiPgie


Ich bleibe gerade an der Formulierung hängen:

sehr liebe, anständige Leute, die von unserem System systematisch ausgenutzt werden

Werden die beschriebenen Menschen wirklich "vom System ausgenutzt", also zu dessen Nutzen von diesem verbraten, oder fallen sie, gemessen an der vergleichsweisen Wohlhabenheit der zufriedeneren Bürger, nicht einfach nur durchs Raster?

Tihis T*wiligh~t Gar dexn


Nun ja... einerseits verständlich, dass du jemanden an deiner Seite haben willst, der sein Geld verdient... andererseits scheint die Liebe dann ja nicht soooo groß zu sein, wenn das der einzige Trennungsgrund ist... es ist aber gut, dass du klar für dich weißt, was du willst :)^


Was sagt dein Freund dazu? Weiß er, dass du nur mit ihm zusammenbleibst, wenn er estwas, deiner Ansicht nach, sinnvolles im Alltag tut (bestenfalls arbeitet)? Fühlt er sich nicht gegängelt/bevormundet von dir?

e`s9ta1


Werden die beschriebenen Menschen wirklich "vom System ausgenutzt", also zu dessen Nutzen von diesem verbraten, oder fallen sie, gemessen an der vergleichsweisen Wohlhabenheit der zufriedeneren Bürger, nicht einfach nur durchs Raster?

Ich habe schon öfters mal den Eindruck das in unserem System Menschen die bescheiden, nett und ehrlich sind ausgenutzt werden. Oder andersherum wer auf den Putz haut und bescheißt hat mehr Vorteile.

Schon allein wenn man mal sieht wer so in Chef-Positionen landet, soziale Kompetenz ist da manchmal nicht gerade stark ausgeprägt.

LZodujivsiaPn/a


Werden die beschriebenen Menschen wirklich "vom System ausgenutzt", also zu dessen Nutzen von diesem verbraten, oder fallen sie, gemessen an der vergleichsweisen Wohlhabenheit der zufriedeneren Bürger, nicht einfach nur durchs Raster?

Ja, sie werden schlicht und ergreifend aktiv ausgebeutet. Sie waren viele Jahre lang unsere Nachbarn, daher kenne ich sie ganz gut. Ehe sie aufs Amt gehen würden, machen sie lieber jeden Job, egal zu welch unsäglichen Konditionen, das fängt bei der Bezahlung an und geht über eine total unmögliche Arbeitszeit. Ob sie bezahlten Urlaub bekommt, weiß ich gar nicht. E

Ansonsten kenne ich noch jemanden, ein angehender Familienvater, der über Zeitarbeit irgendwo als Dreher angestellt war (war der froh, überhaupt in seiner Region einen Job gefunden zu haben). Er bekam nicht nur deutlich weniger Lohn als sein fest angestellter Kollege, es war so wenig, dass er bei Vollzeit und ständigen Überstunden (!) aufstocken musste.

Wenn Leute bei Vollzeitbeschäftigung noch ausstocken müssen um über die Runden zu kommen, ist das ne riesen Sauerei. Und das hat mit mangelnder Zufriedenheit oder gar Anspruchsdenken nichts zu tun.

Ich habe schon öfters mal den Eindruck das in unserem System Menschen die bescheiden, nett und ehrlich sind ausgenutzt werden.

So ist es, und dieses nunmehr schon etwas ältere Ehepaar, das ich hier beschreibe, fällt definitiv darunter. Mich packt jedes Mal der Zorn, wenn ich sie treffe. Aber sie jammert nicht, sie resigniert und ist froh über die paar Kröten, die sie kriegt. Ich gebe ihr noch 10 Jahre, dann ist sie körperlich völlig hinüber und darf sich auf eine Rente freuen, mit der sie wahrscheinlich nur dann über die Runden kommt, wenn sie noch irgendwohin auf allen Vieren zum Putzen kriecht.

mXcfunxdae


Louisiana, wo wohnst du, wenn ich fragen darf? Also in welchem Teil von Deutschland? Großstadt, Kleinstadt usw.? Ich habe da einen etwas anderen Eindruck und ich kann mir vorstellen, dass das evtl. stark regionenabhängig ist?

LPouJisiaxna


Ich wohne nicht mehr dort, komme aber gelegentlich zu Besuch, es ist eine Kleinstadt im sächsischen Raum.

CNinFnwam_onx4


Es ist schon regionenabhängig - das merkt man sogar innerhalb von Berlin. Es ist sehr ungerecht, dass ausgerechnet in strukturschwachen Gegenden oder hier Bezirken besonders viel Druck auf Arbeitssuchende ausgeübt wird. Dabei regiert hier die Linke, da bin ich schon stark enttäuscht. Das nennt man dann wohl Realpolitik. Das Problem ist meines Wissens auch einfach, dass nicht gemeinsam gewirtschaftet wird. Wenn das stimmt, würde mich zumindest nix mehr wundern. Steglitz hat die paar Kröten für die wenigen Arbeitslosen im Bezirk einfach übrig, weil es so viele Steuerzahler gibt. In Marzahn ist es wohl genau umgekehrt. Und ähnlich ist es wohl auch in Teilen gon Sachsen im Vergleich zu BaWü, z.B. Da florieren auch noch die mittelständigen und Kleinunternehmen.

WVM 2|0x14


Oder andersherum wer auf den Putz haut und bescheißt hat mehr Vorteile.

Das liegt aber nicht am System bzw. dem Staat. Wer bescheißt hat keine "Vorteile", sondern begeht eine Straftat.

Ehe sie aufs Amt gehen würden, machen sie lieber jeden Job, egal zu welch unsäglichen Konditionen, das fängt bei der Bezahlung an und geht über eine total unmögliche Arbeitszeit.

Ist doch auch nichts verwerfliches dran, wenn sie sich zu stolz sind, sich vom Amt den Lebensunterhalt zahlen zu lassen und lieber selbst (wenn auch auf beschwerliche Weise) ihr eigenes Geld verdienen. Wobei man noch sagen muss, dass wir hier in Deutschland im internationalen Vergleich wohl noch sehr gute Arbeitsbedingungen haben.

W[M 2W014


:-X Ach man, ich wollte dazu doch nix mehr schreiben... :=o

BLrigNie


Wobei man noch sagen muss, dass wir hier in Deutschland im internationalen Vergleich wohl noch sehr gute Arbeitsbedingungen haben.

Und auch unser vielgeschmähtes Sozialsystem muss sich im Weltvergleich nicht verstecken. Geht bei all den Makeln und dem Mäkeln schnell unter.

mRcfunxdae


:-X Ach man, ich wollte dazu doch nix mehr schreiben... :=o

;-D

ezs(ta1


Unser Sozialsystem ist im Vergleich wirklich super.

Wobei man noch sagen muss, dass wir hier in Deutschland im internationalen Vergleich wohl noch sehr gute Arbeitsbedingungen haben.

Ich glaube langsam da fehlt es Dir an Erfahrung und es würde mich interessieren was Du arbeitest? Ich kenne Menschen den Ihr Arbeitsalltag erinnert mich an moderne Sklaverei z.B. Spülküche oder Altenpflege da sind die Menschen nach paar Jahren alle am Limit, wenn es nicht die Psyche ist, ist es die Bandscheibe. Und nein das sind nicht immer ungelernte, sondern auch mal Menschen deren Beruf ausgestorben ist und die mit 40 nicht mehr umschulen dürfen. Ich denke aber auch das es regional verschieden ist. in Süddeutschland kennt man sowas vermutlich nicht.

Lgouis$ianxa


:-X Ach man, ich wollte dazu doch nix mehr schreiben... :=o

Und ich hab gerade ne Wette gewonnen ]:D :-p

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