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arbeitsloser Freund macht mich wütend

CainnBamoxn4


Und ich denke auch, dass Deutschland im Vergleich immer recht gut wegkommt. Die Frage ist halt: Geht es uns wirklich so gut oder geht es den anderen nicht einfach noch viel schlechter?

W2M 2;0-14


Ich glaube langsam da fehlt es Dir an Erfahrung und es würde mich interessieren was Du arbeitest?

Ich arbeite im IT-Bereich in einer Großstadt im Ruhrgebiet (also nix mit Süddeutschland), wenn dir das hilft.

Ich habe mit 16 angefangen neben der Schule und bis zum Ende des dualen Studiums in diversen unterschiedlichen Bereichen zu arbeiten: Transport, Lager, Lieferantentätigkeit, Promotion, Verkauf/ Einzelhandel, Büro. Ich denke, da hab ich doch schon was über das Arbeitsleben (Arbeitsbedingungen, etc) mitbekommen und darf mir ein Urteil darüber erlauben.

eNst+ax1


Geht es uns wirklich so gut oder geht es den anderen nicht einfach noch viel schlechter?

Tja das ist die Frage. Ich habe mal in England gearbeitet, das war anders, aber nicht schlechter oder besser. Ich finde in Deutschland ist das Problem der Ungerechtigkeit, man sieht halt wie einerseits Politiker nur paar Monate arbeiten müssen und dann ihre Rente sicher haben. Oder die Beamten die nicht mal selbst Rente zahlen. Oder Banker oder VW-Manager die erst Scheiße bauen und dann noch Boni kassieren. Und im Gegenzug die Verkäuferin die entlassen wird, weil sie den Flaschenbon von 1,30 Euro nicht abgerechnet hat. Findest Du das den fair, WM2014?

Ich denke, da hab ich doch schon was über das Arbeitsleben (Arbeitsbedingungen, etc) mitbekommen und darf mir ein Urteil darüber erlauben.

Da wundert mich aber Deine strenge Meinung.

WhM 20x14


Oder die Beamten die nicht mal selbst Rente zahlen.

Dieses Argument finde ich persönlich auch sehr zweifelhaft. So gut geht es den Beamten nämlich auch nicht, wie der Volksmund sagt. Ja, die zahlen keine Rentenversicherung, weil sie Pension vom Dienstherren bekommen. Und ja, sie zahlen keine Arbeitslosenversicherung (Wozu auch bei Unkündbarkeit?!).

Aber: Dafür verdienen sie im Schnitt weniger als gleichqualifizierte Leute in der freien Wirtschaft.

Oder Banker oder VW-Manager die erst Scheiße bauen und dann noch Boni kassieren. Und im Gegenzug die Verkäuferin die entlassen wird, weil sie den Flaschenbon von 1,30 Euro nicht abgerechnet hat.

Mit Firmenbossen, die sich die Taschen vollpacken und dann noch so nen Mist bauen - keine Frage - das gehört bestraft.

Die Verkäuferin, die den Bon nicht abgerechnet hat ist ein schwieriges Thema. Im Kleinen eine Bagatelle vielleicht; aber wer das 1 x tut, der tut es oftmals auch öfter. Und so kann man sich theoretisch auch schnell mal das Gehalt etwas aufbessern, wenn man das "mit System macht". Aber wie gesagt, rechtlich ein ganz schwieriges Thema.

Da wundert mich aber Deine strenge Meinung.

Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass wenn man Engagement zeigt, zuverlässig ist, und fleißig ist, dies auch entsprechend honoriert wird. So zumindest meine persönliche Erfahrung.

Könnte da diverse Beispiele für nennen, würde aber den Rahmen sprengen.

Außerdem war es so, dass ich (selbst als ich noch Schüler war) innerhalb von 1-2 Tagen einen Nebenjob gefunden habe, wenn ich auf eine Tätigkeit mehr keine Lust hatte und gekündigt habe. Und ich war mir nicht zu schade auch "blöde Arbeit" zu machen (z.B. als Inventur-Helfer im Baumarkt für damals 8 DM pro Stunde). Spaß macht das nicht, 10 Stunden Schrauben zu zählen und in 100er-Säckchen zusammenzupacken. Aber das waren mal eben 160 DM für ein Wochenende (Samstag/ Sonntag). Nur viele Jugendliche haben heutzutage auch keine Motivation, so etwas mal zu machen. Die müssen ja von der anstrengenden Schulwoche ausruhen und chillen. Wenn damals eine Tante/ Nachbarin/ etc. gefragt hat, ob man für sie zum Getränkemarkt geht, und man darf dafür das Pfandgeld behalten konnte, dann hat man das gemacht. Oder für 2 Mark Laub oder Schnee fegen für die Nachbarn. Sowas macht heute doch kaum noch jemand.

Und ja, vielleicht sehe ich durch meinen eigenen Fleiß das alles etwas strenger.

i>stdocthMistsxowas


Die Verkäuferin, die den Bon nicht abgerechnet hat ist ein schwieriges Thema. Im Kleinen eine Bagatelle vielleicht; aber wer das 1 x tut, der tut es oftmals auch öfter. Und so kann man sich theoretisch auch schnell mal das Gehalt etwas aufbessern, wenn man das "mit System macht". Aber wie gesagt, rechtlich ein ganz schwieriges Thema.

Das Problem ist doch, dass ein Angestelltenverhältnis auch immer ein Vertrauensverhältnis ist, da der Arbeitgeber unmöglich alles kontrollieren kann. Selbst so eine Bagatelle kann das Vertrauensverhältnis zerstören und damit dem Arbeitsverhältnis eine wichtige Basis entziehen. Ja das ist hart, vielleicht sogar überhart aber absolut nachvollziehbar.

Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass wenn man Engagement zeigt, zuverlässig ist, und fleißig ist, dies auch entsprechend honoriert wird. So zumindest meine persönliche Erfahrung.

Dabei muss einem aber auch klar sein, dass sowas wie die Reise nach Jerusalem funktioniert. Es gibt nicht unbegrenzt Aufstiegschancen. Du bist ja auch nur erfolgreicher als Andere, weil du mehr machst als diese. Du zehrst davon das andere weniger machen. Wenn sie engagierter wären, würdest du auf der Strecke bleiben. So ist es auch bei der Jobsuche, ein paar werden Zwangsweise nichts finden. Es hängt dabei auch viel von den eigenen Möglichkeiten ab. Diese sind zwar global gesellschaftlich gesehen zwar erstmal für alle gleich, aber detailliert betrachtet gibt es halt doch biologische (Intelligenz, Körperbau) und gesellschaftliche (Milieu) Unterschiede, die manchen Leuten bestimmte Chancen verwehren. Wenn du bloß 1,60 bist kannst du engagiert sein wie du willst, du wirst kein Topbasketballer. Wenn du nur einen IQ von 90 hast wirst du kein Mathematikprofessor.

Es ist daher schwierig hier eine gerechte Wertung zu finden.

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