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Die Beziehung zwischen meinen Eltern und mir

o"nodiQsexp


Hallo Mini! Wenn es Dir gut tut, dann schreibe hier ruhig. Und stell bitte eine konkrete Frage, damit man Dir schneller helfen kann.

Meine Frau hat mit ihrer Mutter auch täglich um die halbe Stunde telefoniert und es tat wohl beiden gut. Dieses Jahr kam ihre Mutter von jetzt auf gleich ins Pflegeheim und schlagartig gab es keine Telefonate mehr. Ich konnte nicht glauben, dass sie ohne Telefonate leben könnten, aber es geht gut.

es gab "was auf'n Popo" oder der Kochlöffel wurde rausgeholt

Das ist natürlich ein Unding, besonders "der Kochlöffel" muss ja erst geholt werden und ist deshalb niemals ein spontaner Reflex, sondern überlegt. So dürfen sich unter gar keinen Umständen Eltern verhalten, auch nicht vor 60 Jahren! Auch wenn Du ihnen das verzeihen solltest, wäre es doch angebracht, dass sie sich dafür - auch heute noch - ausdrücklich entschuldigen. Deswegen würde ich jetzt auch keinen Stereit mehr vom Zaun brechen, aber sie doch drauf aufmerksam machen und bis zu ihrer eindeutigen Einsicht den Kontakt merklich abkühlen lassen. Das wäre meine persönliche Empfehlung zu einem Punkt, der doch stark aus deinem Post rausgestochen hat.

mWin>i_7x89


@ LovHus

Wie gesagt erwartet ja meine Mama, dass ich sie regelmäßig anrufe und so hat sie es auch an diesem Tag getan. Normalerweise ruft sie dann immer an wenn ich mich nicht melde und um dem zu entgehen und um nicht beim Essen gestört zu werden, habe ich ihr nur gesagt, dass ich mich später melde, nicht dass sie denkt ich hätte sie vergessen. Ich würde nicht sagen, dass ich von den beiden noch abhängig bin. Ich lebe in einer eigenen Wohnung, verdiene mein eigenes Geld und treffe meine eigenen Entscheidungen. Diesbezüglich bin ich also nicht mehr abhängig oder wie meintest du das mit der Abhängigkeit?

@ mond+sterne

Im Nachhinein überlege ich mir jetzt, ob mein Leben anders verlaufen wäre, wenn meine Eltern mich mehr gefördert/gefordert hätten. Aus mir wäre vielleicht ein selbstbewussterer Mensch geworden?! Aber wahrscheinlich lohnt es sich nicht daran einen Gedanken zu verschwenden, da man die Vergangenheit nicht ändern kann und nur versuchen kann im hier und jetzt das Beste draus zu machen...?! ???

@ onodisep

Ich frage mich einfach, ob ich mich in die Situation jetzt zu sehr reinsteigere und die Tatsachen aus der Vergangenheit einfach als gegeben hinnehmen sollte oder ob es richtig ist, sich damit nochmal auseinander zu setzen um letztendlich damit abschließen zu können. Wobei ich nicht weiß, wie dieses abschließen aussehen soll. Muss ich mich einfach damit abfinden, dass meine Eltern mich so erzogen haben wie sie es getan haben, meine Lehren daraus ziehen und es bei meinen Kindern anders machen?

L<ov9Hu(s


oder wie meintest du das mit der Abhängigkeit?

Ja, genau so. Es kann dir also nichts passieren, wenn du kreativ die mütterlichen Erwartungen unterläufst.

Ein guter Gradmesser sind dabei deine Gefühle. Gewohnheitsmäßig reagierst du mit einer Mischung aus Genervtheit, Ärger und gleichzeitig schlechtem Gewissen. Achte darauf, wie viel Humor und Spaß du in die im Grunde absurde Unendlichschleife hinein bringen kannst.

Das erste Ziel ist, dass du genießen lernst, wie witzig die Situation ist. Also je mehr Weißglut auf Seiten deiner Mutter, desto glucksiger das Gefühl in deinem Bauch. Das zweite Ziel ist, dass deine Mutter auch anfängt zu lachen. Dann seid ihr frei. Aber vorher wird deine Mutter all ihre Bockigkeit auffahren. Nimm's halt nicht persönlich.

mPond+$sterxne


Im Nachhinein überlege ich mir jetzt, ob mein Leben anders verlaufen wäre, wenn meine Eltern mich mehr gefördert/gefordert hätten. Aus mir wäre vielleicht ein selbstbewussterer Mensch geworden?! Aber wahrscheinlich lohnt es sich nicht daran einen Gedanken zu verschwenden, da man die Vergangenheit nicht ändern kann und nur versuchen kann im hier und jetzt das Beste draus zu machen...?! ???

Ich habe mir viele solche Gedanken gemacht. Objektiv richtig ist das sicherlich nicht, aus den Gründen, die Du und einige andere User auch schon genannt haben.

Wer die Vergangenheit einfach Vergangenheit sein lassen kann und damit glücklich ist, hat es sicherlich besser als wir.

Aber ich persönlich kann das nunmal nicht, und deshalb war es für mich wichtig, mir solche Gedanken zu machen.

Wie sind meine Eltern? Warum sind sie so? Was haben sie gemacht? Warum haben sie es gemacht?

Mir hilft es, Antworten auf solche Fragen zu finden. Wer es nicht braucht, umso besser.

Was brauchst Du?

oZnodiAsep


Nein, aus meiner Sicht steigerst nicht Du Dich, sondern Deine Eltern werden mit zunehmendem Alter immer schwieriger, weil sie immer länger mit ihrer schon damals nicht mehr zeitgemäßen, "altbackenen" Haltung Erfolg bei Dir haben. Ich glaube nicht, dass es zuviel Einsicht verlangt, dass Deine Eltern sich z.B. von Schlägen als Mittel der Erziehung distanzieren und ihren Fehler bekennen, denn sie haben Dir damit bis heute geschadet.

oRnod[isxep


Aus mir unbekannten Gründen sind streng erzogene Kinder häufig besonders dankbar ihren Eltern gegenüber. Du sollst mit ihnen ja keinen Streit anfangen, aber wenn Du nicht mal Deinen Mund aufmachst, planen die Dich vermutlich gleich für spätere Zeiten schon als ihre Altenpflegerin ein. Frei erzogene Kinder wären dann schon hunderte von Kilometern weit weg bei der eigenen Familie.

EJhemOal\iger~ N4utzer (,#52x8611)


Außerdem haben meine Eltern nie das mit mir gemacht, was Eltern eben so mit ihren Kinder machen, zum Spielplatz gehen oder ins Schwimmbad, ihnen "die Welt zeigen". Kinder müssen sich doch auch mal dreckig machen dürfen und Erfahrungen machen. Meine Mama hat mir stattdessen (sicher nicht absichtlich) immer nur Angst vor Dingen gemacht.

Ah. Könnte meine Mutter sein. Bis auf den letzten Satz. Meine hat das nie interessiert, warum ich "kaputt" war (also zb Knie aufgeschlagen hatte).

Als Kind hatte ich zu funktionieren. Ich sollte ruhig in meinem Zimmer spielen, keinen Lärm machen, keine Ansprüche stellen.

Meine Mutter ist Jahrgang 1962. Ich 1984. Also am Alter liegt es nicht wenn man dich so behandelt. Die Tatsache, dass viele dachten, dass Kinder quasi ein leeres Blatt sind welches man beschreiben könnte wie man will um sie zu formen, die hält sich in einigen Köpfen bis heute.

Leider war es wohl immer ein Theater mich abends ins Bett zu bringen, aber dann kam eben der Papa und es gab "was auf'n Popo" oder der Kochlöffel wurde rausgeholt.

Das tut mir leid für dich. :�_

Ich hab auch viel kloppe bekommen.

Jetzt, mit 32 und schwanger, und nach 2 Jahren Psychotherapie, weiß ich auch:sie konnten nicht anders.

Deinen, wie meinen Eltern, wurde nie gezeigt, wie es ohne Schläge und mot mehr Liebe geht.

Irgendwie nimmt mir das nicht viel von dem Schmerz, aber ein bisschen.

Es tut immernoch weh daran zu denken. Weinen kann ich deswegen bis heute...

Im Nachhinein überlege ich mir jetzt, ob mein Leben anders verlaufen wäre, wenn meine Eltern mich mehr gefördert/gefordert hätten. Aus mir wäre vielleicht ein selbstbewussterer Mensch geworden?!

:�_

Ich fühle mit dir. Erst gestern hatte ich wieder mit meinem Freund so ein Gespräch genau über dieses Thema, weil meine Mutter mich und meinen Freund nicht zum grillen eingeladen hat zum Mittag, sondern nur meine Schwester, deren Freund und MEINEN (!) besten Freund!

So geht das, seitdem mein Vater tot ist. Kommentar dazu war mal, "dass ich mir VERDIENEN müsste dort eingeladen zu sein und was zu essen".

Egal welchen Typ ich da mit hin genommen habe, aber die hatten IMMER was zu essen im Haus. Jetzt bin ich wieklich glücklich und habe einen guten Mann gefunden, und es wird in einer Tour sabotiert.

:-(

Ich schreibe dieses Beispiel damit du weißt, dass du nicht alleine bist mit solcher Art Mutter. Also ich verstehe dich gut und ich denke, dass du Vieleicht mal über eine Gesprächstherapie nachdenken solltest, da es dich anscheinend immernoch belastet.

Meine Mutter ist sehr manipulativ.

Ich denke sie weiß am Besten, wie sie mich mit Worten allein lenken und manipulieren kann...

Denkst du, dass deine Mutter sich jemals mit sich und dir innerlich auseinandergesetzt hat?

Meinst du, sie KÖNNTE sich ändern und will es nicht?

Oder fehlt ihr die Einsicht in eigene Fehler?

Ich finde es traurig, dass du ernsthaft überlegst, ob du dich zu sehr als Opfer siehst.

Du bist ein Opfer. Warum sollte diese Sicht falsch sein?

Du lebst doch trotzdem dein Leben und machst hoffentlich nicht 24/7 deine Eltern verantwortlich dafür, wenn bei dir was mal nicht läuft so wie es soll?!

Natürlich kann man ein Kind besser aufs Leben vorbereiten als deine Eltern es getan haben.

Aber ich finde es zB gut, wenn man hinterher sagt: "Mein Kind wird niemals Schläge bekommen!" oder sowas wie "meinem Kind gebe ich auch mal mehr Liebe!".

Immerhin hat es irgendwas gebracht, dass deine Eltern ausgerechnet SO zu dir waren.

Auch wenn s kacke war das Verhalten.

alleine ein Kind ins Bett zu prügeln, dieser Gedanke widert mich an. Sorry, ist aber so. Da wird mir körperlich schlecht

Ich denke, du bist achtsam mit dir selbst. Du setzt dich mit dir auseinander und versuchst. Zu verstehen.

Alleine da bist du bestimmt 100 mal reflektierter als deine Eltern zusammen. ;-)

Also war es doch zu was gut, oder?

EyhemdalAiger sNutzeEr (#x15)


Hallo mini,

ich picke mir mal Deine Aussage an onodisep heraus, da ich die darin enthaltenen Fragen/Reflexionen Deinerseits äußerst wichtig finde.

Ich frage mich einfach, ob ich mich in die Situation jetzt zu sehr reinsteigere und die Tatsachen aus der Vergangenheit einfach als gegeben hinnehmen sollte oder ob es richtig ist, sich damit nochmal auseinander zu setzen um letztendlich damit abschließen zu können. Wobei ich nicht weiß, wie dieses abschließen aussehen soll. Muss ich mich einfach damit abfinden, dass meine Eltern mich so erzogen haben wie sie es getan haben, meine Lehren daraus ziehen und es bei meinen Kindern anders machen?

In meinen Zwanzigern habe ich mich auch mit meiner Kindheit, mit meinen Eltern, auseinandergesetzt. Ich denke mal, das ist auch gar nicht so ungewöhnlich. Man hat sich in gewissem Maße abgenabelt (i.d.R. erste eigene Wohnung, man wird selbstständig), hat also einen bestimmten Abstand, der solche Fragen wie Du sie Dir stellst zulässt.

Man sieht die Eltern nicht mehr "nur" als Eltern, nicht mehr nur in dieser Funktion, ihre als Kind erlebte "Unfehlbarkeit" wird schwächer - man beginnt sie als (individuelle) Menschen zu sehen. Vor allem deswegen, weil man selbst ja in dem Alter ist, bzw. dahinkommt zu wissen was eigenverantwortliches Leben überhaupt bedeutet. Das ist ein Prozess und kein (wie Viele ja meinen ;-)) Automatismus der mit 18 einsetzt nur weil man vom Gesetz her "erwachsen" ist.

Es gilt in dieser Phase (wenn man es so nennen kann) den Mittelweg zwischen "Relativierung" und "Dramatisierung" (bzw. zu große Konzentration auf einzelne Begebenheiten, siehe LovHus) zu finden. Das ist nicht leicht, aber gut ist die Erkenntnis, dass es an Einem selber liegt wie man damit umgeht - an Niemandem sonst, vor allem nicht an den Eltern.

Was Dein (ich drücke es mal so aus) "Genervtsein" bezüglich Deiner Mutter angeht im Moment, bzw. in diesem Prozess: Das kenne ich von damals auch ;-). Man legt viel, viel mehr Gewicht auf das momentante Verhalten der Eltern als es normalerweise nötig wäre. Weil man eben damit noch nicht durch ist, mit der Einordnung für sich selbst.

Lasse Dir Zeit in diesem Prozess, gestehe ihn Dir zu, gestehe Dir die Gefühle zu - das ist wichtig. Aber verliere Dich selbst, Deine "Rolle", Deinen Entwicklungsstand, dabei nicht aus den Augen. Es gehört noch immer zur Abnabelung, bzw. dazu Deine nun neue Position zu finden - auch wenn Du "schon fast 27 bist" ;-) @:)

mjivni_7I8x9


Nach einem extrem anstrengenden Arbeitstag komme ich nun endlich dazu hier eure Kommentare zu lesen und es hat mir echt gut getan, wie Balsam für die Seele @:)

@ mond + sterne

Mir hilft es auch mir diese Fragen zu stellen: Wieso haben meine Eltern so gehandelt wie sie gehandelt haben? Wieso ist es nicht anders gelaufen? Was würde ich anders machen? Und ich finde auch viele Antworten auf diese Fragen. Das hilft schon ungemein, aber versucht man dann nicht auch wieder seine Eltern ein bisschen in Schutz zu nehmen? Wenn ich mir beispielsweise die Frage stelle: Wieso sind meine Eltern so wie sie sind, dann finde ich als Antwort: Sie sind typische Nachkriegskinder, die Eltern hatten keine Zeit für sie, sie wurden selbst geschlagen, haben kaum Liebe erfahren... etc etc und somit entschuldige ich doch auch ein bisschen ihr Verhalten oder?? ??? ???

@ onodisep

Jaaaa auch ich war meinen Eltern sehr lange sehr dankbar, bis ich mir bewusst gemacht habe, dass ich gar keinen Grund habe "zu Kreuze zu kriechen", weil nicht die beiden das aus mir gemacht haben was ich heute bin, sondern mein Umfeld (Freunde, Lehrer, Kollegen). Wenn ich diese ganzen tollen Leute um mich herum nicht gehabt hätte, wäre ich jetzt vielleicht ein sozialer Pflegefall. Gute Vorbilder waren sie jedenfalls nicht, zumindest nicht immer %-| Natürlich könnte ich noch selbstbewusster in manchen Dingen werden, aber alles in allem hätte ich nicht gedacht, dass ich mal so werde wie ich jetzt bin, vorallem wenn man meine Eltern kennt, hätte man das sicher nicht gedacht ;-D

@ Benutzerin005

In dem was du geschrieben hast habe ich mich so zu 100% wieder gefunden. Wir könnten Schwestern sein ;-D ;-D Früher hatte ich auch immer das Gefühl, dass ich mir gewisse Sachen verdienen muss oder es mir schlecht geht weil ich es nicht anders verdient habe. Heute ist das zum Glück anders ;-D Meine Eltern haben uns allerdings nie nicht zum Essen eingeladen, weil wir es nicht verdient hätten, die machen einem anders ein schlechtes Gewissen... >:( Leider fällt mir grad kein gutes Beispiel ein, da muss ich nochmal drüber nachdenken :-D

Meine Mutter hat sie nie mit sich und erst recht nicht mit mir und unserer Beziehung auseinandergesetzt. Ihrer Meinung nach hat sie ja nicht falsch gemacht, denn aus mir ist ja was anständiges geworden (Abi, fundierte Ausbildung, fester Job, geregeltes Einkommen...). Leider hat sie nur bedingt Anteil daran, heimst sich jetzt aber überall die Lorbeeren ein :-/

Hat dir die Therapie was gebracht?

@ Isabell

Ich bin froh, dass es dir genauso ging wie mir jetzt. Vielleicht ist es wirklich eine Phase meines Lebens in der jeder mehr oder weniger mal drin steckt. Dazu würde ich gerne mal ein Buch lesen, weißt du ob es darüber irgendwas gibt?

L@ovHuxs


Dazu würde ich gerne mal ein Buch lesen

Ich habe jetzt kein konkretes Buch in Kopf (dass mir das mal passieren würde... ;-D ), aber google mal nach dem Stichwort "Resilienz". Das ist die Fähigkeit schlimme Situationen gesund zu überstehen. Da du kein "sozialer Pflegefall" geworden bist, hast du wohl eine ganze Menge davon schon in dir. Trotzdem könnte es interessant für dich sein, dich da einzulesen.

EFhemaMli&ger Nutwzer (#5r28611)


Hat dir die Therapie was gebracht?

Ja. Und zwar habe ich angefangen, Grenzen zu ziehen.

Ich bin dieses jahr Februar weggezogen. Mot meinem Freund zusammen. Nur 20 km weiter, aber für meine Mutter unerreichbar weit weg.

Ich rufe auch nicht mehr an ais Pflichtgefühl. Sie hat mich die ersten 2 Jahre NUR auflaufen lassen.

Egal wann ich versuchte, sie zu erreichen und ob auf AB oder Mobilbox gesprochen, ob sms oder was weiß ich: sie ging NIE ran.

Wenn ich sie spontan mal besucht habe, wurde ich behandelt wie eine Aussätzige. Wenn sie keinen Bock mehr hat, dreht sie sich einfach weg und redet nicht mehr mit mir.

Ich hab es iwann sein lassen um mir meine Kraft für mich aufzusparen.

Ich bin wichtig und gut. Und mich kann man lieben und mögen so wie ich bin. Und wenn ihr nicht gefällt, was ich bin: ich bin nicht so geboren.

Ich habe mich immer so schuldig gefühlt. Ich dachte oft, ich wäre adoptiert. Früher heiß es jahrelang, dass sie mich "beim Rübenziehen auf dem Acker" gefunden hätten.

Deshalb dachte ich immer ich sei adoptiert. So bis zum 10. Lj. Dann habe ich gesehen, dass ich meinem Vater ähnlich sehe. Was es noch schlimmer gemacht hat du bist wie dein Vater hat sie immer gesagt

Naja jedenfalls konnte ich meine Schuldgefühle halbwegs in den Griff kriegen. ;-)

Ich bin weitaus stabiler jetzt und es nimmt mich Alles nicht mehr so mit.

Meine Mutter hatte eine grausame Kindheit. Ich meine WIRKLICH grausam. Schläge bis zur Bewusstlosigkeit. Alkoholkranke eltern zb

Woher soll sie wissen, wie man liebt?

Sie ist getrieben davon, sich Liebe und Achtung zu verdienen durch das, was sie FÜR ANDERE tut.

Das hat sie auf mich und meine Schwester übertragen.

Das ist keine Entschuldigung, nur eine Erklärung.

WAS ich ihr allerdings vorwerfen ist, dass sie sich nicht reflektiert. Das alles so richtig ist wie sie es macht. Und NUR SO wie sie es macht.

Deshalb bin ich da raus. ich, der Ballast. Das schwarze Schaf. Ich, ihr emotionales Spiegelbild, die ganz so kaputt ist im Kopf wie sie. Ich, die böse, sture. Die mot dem Gesicht des Mannes, an den sie 35 Jahre verschenkt hatte bis zu seinem Tod. Ich, die peinliche Schande. Die Hure. Das Stück Scheiße. Das Stück Dreck... So hat sie mich genannt

Sie kann garnicht anders. Das ist traurig, aber NICHT mehr mein Problem. Ich muss mich um mich kümmern. Ich habe nur EIN Leben und eine Seele.

L6ov:Hu-s


Danke, Benutzerin, für die anschauliche Beschreibung dessen, was ich knappest

Aber vorher wird deine Mutter all ihre Bockigkeit auffahren

genannt habe. Das folgende: "Nimm's halt nicht persönlich." war Sinn und Effekt deiner Therapie. Wie schön, dass du die Chance ergriffen hast und für dich nutzen konntest.

Ich sehe auch das zweite Ziel, gemeinsam zu lachen noch möglich (vielleicht nicht wahrscheinlich, aber möglich und auf jeden Fall für dich verfolgenswert). Als Schlüssel sehe ich:

WAS ich ihr allerdings vorwerfe ist, dass sie sich nicht reflektiert. Dass alles so richtig ist wie sie es macht. Und NUR SO wie sie es macht.

Den Vorwurf kannst du dir sparen, er bringt so wenig wie ihre Vorwürfe an dich. Aber du kannst sie mit mit einem stetigen Strom von Reflexionsmöglichkeiten versorgen. Die Ideen dazu sollen natürlich mit Humor und aus Liebe kommen, auf keinen Fall aus Rache, Zorn etc.

Efhemaaligery Nut]zer (^#x15)


"Nimm's halt nicht persönlich."

Wenn auch knapp ;-) - so denke ich, dass das ziemlich gut den Punkt trifft in dem gesamten Prozess über den ich oben schon schrieb.

Man hat im allgemeinen eine so nahe Beziehung zu den Eltern (Elternteilen), ja, eben auch Abhängigkeitsbeziehung, dass es etwas länger dauert bis man versteht, dass ihr Verhalten eben nicht durch das Eigene (die eigene Person) gesteuert ist, keine direkte Wechselwirkung beinhaltet, sondern durch die Persönlichkeit selbst entsteht.

Das beinhaltet keine Wertung, die muß man nicht abgeben - es zeigt nur einen weiteren Schritt in der Abnabelung (bezgl. Abhängigkeit), die Ebene ändert sich.

Bei Vielen ist das (leider) nicht der Fall, sie bleiben ihr Leben lang oder sehr lange noch in dieser Abhängigkeit, machen das Verhalten der Eltern zu ihrem Lebensmittelpunkt, machen weiterhin das eigene Wohlbefinden davon abhängig. :-/

rSoswitzha84


Hallo mini_789, ich lese gerade das Buch "Das Kind in dir muss Heimat finden" von Stefanie Stahl.

Ich glaube das würde sehr gut zu deiner Problemstellung passen.

@:)

EphemalMiger Nu!tzeqr 3(#15x)


Ach so, die Buchfrage - nein, leider habe ich da nichts. Das "Thema" (der Prozess) war damals eher auch einer der Schwerpunkte (m)einer Therapie die ich wegen meiner Angststörung machte.

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