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Die Beziehung zwischen meinen Eltern und mir

S-chgwiBmmherixn


Natürlich kann ich meine Vergangenheit nicht ändern, aber es gibt sicher Menschen die machen einen Haken dran, grade das kann ich aber nicht. Es schlummert irgendwie in mir und ich muss mich ständig damit innerlich auseinander setzen.

Vielleicht hilft es dir ein bisschen, zu erkennen, dass manches in unserem Leben einfach "Schicksal" (oder wie immer man es nennen will) ist. Im Moment bist du in einer Gedankenschleife, die dir suggeriert, wenn deine Eltern anders gewesen wären, wäre dein Leben besser. Das ist allerdings eine Gleichung mit zu vielen Ungekannten.

Ich versuche mal zu erklären, was ich meine:

Du schreibst z. B., dass du dir gewünscht hättest, dass deine Eltern dich mehr gefordert und gefördert hätten. Stell' dir mal vor, deine Eltern hätten dich gefördert, indem sie dich zu Sportkursen "geschickt" hätten und du hättest dich im Rahmen der Ausübung dieses Sports so verletzt, dass du seitdem im Rollstuhl sitzen müsstest. Dann würdest du dir heute vielleicht wünschen, deine Eltern hätten dich ein bisschen mehr behütet...

Ist an diesem Beispiel klar geworden, was ich meine? Dein Leben ist, so wie du es beschreibst, doch völlig ok. Du hast manches, was andere Menschen nie haben werden. Und ob dein Leben besser wäre, wenn deine Eltern anders wären - wer weiß das schon?

Ich glaube, es wird dich befreien, mit Nachsicht auf das zu sehen, was deine Eltern in deinen Augen falsch gemacht haben. Und warum solltest du nicht Entschuldigungen für sie suchen? Das ist doch nichts Schlimmes. Nachsicht und Güte - und eine wohlverstandene Abgrenzung, wo es für dich nötig ist - werden dich innerlich ruhiger werden lassen. @:)

S chw`immexrin


Tausche "g" gegen "b"... |-o

aY.fisxh


Ich denke, viele Menschen setzen sich irgendwann mit dem Verhältnis zu ihren Eltern und der Vergangenheit auseinander. Und je nach persönlicher Neigung und Erlebten kann das ein längerer oder kürzerer, heftigerer oder versöhnlicher, schmerzlicher oder undramatischer Prozess sein. Irgendwann mag man zu dem Punkt kommen, an dem man sagt: Es ist vorbei und lässt sich nicht ändern, aber da muss man ja erst einmal hin.

Abgesehen davon denke ich, dass sich die Vergangenheit sehr wohl "ändern" lässt, schließlich ist unser einziger Zugang zur Vergangenheit unser Blick darauf und unsere Bewertungen und die kann man ändern. Aber vermutlich selten auf Wunsch und Knopfdruck.

Mini, ich denke, wenn es Dich so beschäftigt, dann ist das jetzt bei Dir einfach gerade dran und Zeit dafür. Nimm Dir die Zeit. Beweg das in Deinem Kopf und Deinem Herzen und klar, tausch Dich hier aus, wenn es Dir hilft, Du siehst ja, dass es viele Leute anspricht. :-)

Diese Überlegungen - was wäre geworden, wenn - die kenne ich auch. Ich finde es gar nicht so einfach, zu Versöhnung und Nachsicht zu finden, auch wenn das Verhältnis zu meiner Mutter nun wirklich nicht schlecht ist. Am Ende bleibt einem vermutlich einfach nichts anderes übrig als zu verzeihen? Man muss ja irgendwie damit abschließen. Oder vielleicht muss man es nicht, vielleicht kann manch einer es nicht, ich weiß noch nicht, ob ich es kann oder ob mich das immer weiter beschäftigen und ab und zu traurig und ab und zu wütend machen wird.

Eigentlich finde ich es nämlich sehr unfair, dass Eltern Fehler machen dürfen, die ihre Kinder lebenslang begleiten, und der allseits empfohlene Umgang damit ist, das zu verzeihen und großzügig darüber hinwegzusehen. Aber praktisch kann man wohl tatsächlich einfach nichts anderes tun. Befriedigend finde ich das auch nicht, da kann ich Dich verstehen. :-/

S#asa2x0


Ich könnte immer die Krise kriegen, wie viel und oft grundsätzlich herum gemeckert wird.

Warum sehen Menschen immer nur das, was sie nicht hatten?

Hast du vor Krieg oder einem gewalttätigen Elternteil fliehen müssen? Liest sich nicht so.

Hast du Hunger oder Durst erfahren müssen oder am Existenzminimum gelebt? Liest sich nicht so.

Hattest du ein Dach über dem Kopf? Liest sich so.

Es gibt nicht die perfekte Erziehung. Genauso wenig wie es kein Elternteil gibt, dass fehlerfrei ist.

Geh mal deinen Freundeskreis durch und wie die aufgewachsen sind.

Du denkst vielleicht allen ging es besser als dir.

Aber letztendlich wird genauso jeder was zu meckern haben.

Der eine ist ohne beide Eltern aufgewachsen und ist unzufrieden. Der nächste hatte beide Eltern und ist nie in den Urlaub gefahren. Der Übernächste wurde nur bei den Großeltern abgeparkt. Der Über-Übernächste hatte zu viele Geschwister.

Der Mensch ist nie zufrieden.

Aber: (sei dir sicher) Es gibt Menschen, denen geht es schlechter als dir.

Hast du mal in deinem Umfeld einen Tag auf kleine Kinder aufgepasst?

Hat deine Mutter gearbeitet?

Ich möchte keinen Tag mit meinen Eltern tauschen. Die haben beide gearbeitet und 3 Kinder gehabt. Wie sie das auf die Reihe bekommen haben alles zu whuppen ist mir bis heute ein Rätsel.

Mein Stiefvater ist nicht mein richtiger Vater und meine Schwester und ich sind als wir klein waren oft bei den Großeltern gewesen, weil unsere Mama gearbeitet hat.

Ich würde das alles nicht zu sehr dramatisieren an deiner Stelle.

Und mit dem anrufen und der Symbiose in der du anscheinend mit deiner Mutter lebst: Es gibt immer 2. Die, die klettet und die, die reagiert.

In den 80er und 90er Jahren war es eben so, dass den Eltern oft mal die Hand ausgerutscht ist. Heute wird eben immer gleich alles überdramatisiert (wobei Schläge natürlich Schläge sind.) Auch wenn die Behörden zwischen Klaps und Schlägen unterscheiden.

S/a,sIa2x0


Frag hier mal rum, wer in diesem Forum noch nie einen Klaps bekommen hat im ganzen Leben.

Da wirst du überrascht sein. :=o

SBasYa20


Sei dir sicher. Wenn du eigene Kinder bekommst, wirst du noch einmal einen anderen Blick auf die Dinge haben.

Ich dachte auch immer:Wenn ich mal Kinder habe, mache ich alles besser.

Dann habe ich nach 8 1/2 Stunden Arbeit und Haushalt erstmals auf 2 kleine Kinder aufgepasst, als sich meine älteste Schwester das Bein gebrochen hat.

Ich hatte die Kinder 4 Wochen und hatte danach einen extremen Respekt vor der Leistung meiner Eltern 3 Kinder groß gezogen zu haben.

fMisHcher%6K96x9


Hallo mini_789

ich hab jetzt nicht alle Beiträge gelesen, möchte auch nur auf deinen Einstiegsfaden etwas schreiben, der hoffentlich nicht falsch verstanden wird.

Ich habe selbst 2 Kinder, die ein bißchen älter sind als du und habe auch keinen Kochlöffel für die Erziehung gebraucht.

Von meiner Jugend kann ich kurz sagen, ich bin in einer ländlichen Gegend aufgewachsen, habe keinen Kindergarten gesehen, da die Eltern kein Fahrzeug hatten und Schulbus gab es nicht.

In der Schule haben wir noch Ohrfeigen von den Lehrern bekommen, wenn wir nicht brav waren.

Aber es gab noch Kammeradschaft, man hatte Freunde, mit denen man spielte, da es keine Handy's, I-Phone und Computer gab.

Mir hat nichts gefehlt, [...]

Ich bin heute Selbstständig und denke auch, meine Kindheit und Jugend war mit allen Marotten in Ordnung, es ist aus mir was geworden.

Die heutige Zeit ist in eine Richtung gelaufen, wo und unsere Enkel- und Urenkel noch verdammen werden, wenn die Menschheit dann noch besteht.

Durch die oben erwähnten technischen Geräte ist jeder 4 Österreicher nach der Pflichtschule Analphabet, weil er nicht mehr weis, um was es im Leben geht.

Er liest ein Buch und weis den Sinn nicht, kann nicht 2+2 zusammenzählen, will aber ein Studium, damit er "dazugehört".

Warum haben wir in Österreich keine Facharbeiter, weil keiner mehr ein Handwerk lernen will und genau da liegt das Problem.

Die Kinder müßen im Kindergarten nicht mehr grüßen, wo soll da ein Respekt vor älteren Personen entstehen.

Und da fängt das Problem in unserer heutigen Gesellschaft an.

Jetzt habe ich mir meine Gedanken von der Seele geschrieben, ich weis nicht, ob du Kinder hast, wenn ja, dann erzähle ich dir nichts Neues, wenn nicht, dann denke darüber nach, solltest du einmal Nachwuchs bekommen.

Bitte versteht mich nicht falsch, aber als Großvater aus einem ländlichen Gebiet war nicht immer alles Gold, was glänzte.

E_hemaglige-r gNutzerx (#15)


a.fish

:)^

Sasa20

:|N

Du vergleichst und wertest. Sonst nichts. Das ist weit weg von einer konstruktiven Auseinandersetzung.

Es ist völlig irrelevant was "Andere" durchmachen müssen/mußten. Es geht um das, was man selbst fühlt.

Und:

In den 80er und 90er Jahren war es eben so, dass den Eltern oft mal die Hand ausgerutscht ist.

Es war nicht nur Jahrhunderte, sondern Jahrtausende lang üblich, Kinder körperlich zu "züchtigen".

Und im Gegenteil, in den 80er und 90 Jahren (eigentlich schon 20 Jahre vorher), begann die Zeit indem der Prozess, dieses Verhalten, diese Erziehungsmaßnahme, massiv hinterfragt wurde.

E"hemallig<er Nu;tzer8 (#1x5)


sasa20

Frag hier mal rum, wer in diesem Forum noch nie einen Klaps bekommen hat im ganzen Leben.

Da wirst du überrascht sein.

Und das heißt genau was?

Dass es zu akzeptieren ist? Dass man nicht damit hadern darf, es hinnehmen muss, weil Andere das auch erlebt haben? Dass man sich nicht damit auseinandersetzen darf, nicht so fühlen darf wie man fühlt, weil es ja "so vielen" Anderen auch widerfahren ist?

E<hema`liger yNqutzer (x#15)


fischer

Was Dein Beitrag thematisch hier zu suchen hat verstehe ich ehrlich gesagt noch weniger als den von Sasa20. ":/

E,hemaQligerL Nutze8r (#528x611)


Man vegleicht nicht Leid mit Leid und Schmerz mit Schmerz.

Pfui. :|N

S}asaV2x0


und denke auch, meine Kindheit und Jugend war mit allen Marotten in Ordnung, es ist aus mir was geworden.

Ich frage mich gerade ob eine glückliche Kindheit eine Garantie für ein tolles Erwachsenenleben ist.

Ich sehe das z.B. nicht so und kenne genug Menschen, die eine glückliche Kindheit hatten und dann später im Erwachsenenleben abgerutscht sind.

S0chwi$m{merixn


a.fish

Eigentlich finde ich es nämlich sehr unfair, dass Eltern Fehler machen dürfen, die ihre Kinder lebenslang begleiten, und der allseits empfohlene Umgang damit ist, das zu verzeihen und großzügig darüber hinwegzusehen.

Das mag man manchmal ja als unfair empfinden - es ist aber doch nichts weniger als menschlich, oder? Alle Menschen machen Fehler, und Großzügigkeit macht einem selbst das Leben manchmal leichter... Wären perfekte Eltern für unperfekte Kinder nicht eine große Last?

Ich weiß auch nicht... einerseits gibt es sicher Verletzungen, die nicht so leicht zu heilen sind... andererseits ist das Leben halt nicht perfekt... in jedem Leben gibt es schöne Dinge und doofe Dinge... und manchmal hilft es sehr, sich mehr auf die schönen zu konzentrieren...

fWischerx6969


ja, Sasa20, da hast du sicher recht, aber ab einem gewissen Alter (heute oft schon ab 13 Jahren) kannst du die Kinder zu Hause nicht anketten, und wer in schlechte Gesellschaft gerät, ist halt leider meist durch den Rost gefallen.

Es ist ein Riesenunterschied, ob man in einer Großstadt aufwächst oder auf dem Land.

Zu Isabell ihren Kommentar möchte ich sagen, daß sich die Zeiten geändert haben und das Verhältnis zu den Eltern einfach in den allermeisten Fällen nicht mehr innig ist, da beide Elternteile arbeiten gehen und wo es möglich ist, die Kinder schon mit 1 Jahr in eine Krabbelstube gegeben werden, ich weis, wovon ich rede.

Ich bin Österreicher und überzeugt, daß es in meinem Nachbarland nicht viel anders ist, lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

Ich hoffe auch, mit meiner Meinung niemand zu Nahe getreten zu sein, es ist halt meine Meinung.

msond+sptxerne


@ mini_789

Nach einem extrem anstrengenden Arbeitstag komme ich nun endlich dazu hier eure Kommentare zu lesen und es hat mir echt gut getan, wie Balsam für die Seele @:)

@:)

Mir hilft es auch mir diese Fragen zu stellen: Wieso haben meine Eltern so gehandelt wie sie gehandelt haben? Wieso ist es nicht anders gelaufen? Was würde ich anders machen? Und ich finde auch viele Antworten auf diese Fragen. Das hilft schon ungemein, aber versucht man dann nicht auch wieder seine Eltern ein bisschen in Schutz zu nehmen? Wenn ich mir beispielsweise die Frage stelle: Wieso sind meine Eltern so wie sie sind, dann finde ich als Antwort: Sie sind typische Nachkriegskinder, die Eltern hatten keine Zeit für sie, sie wurden selbst geschlagen, haben kaum Liebe erfahren... etc etc und somit entschuldige ich doch auch ein bisschen ihr Verhalten oder?? ??? ???

Verstehen heißt nicht gut finden und auch nicht automatisch entschuldigen oder verzeihen. Ich betrachte es deshalb als eine Falle, in die ich immer wieder hineintappe, wenn ich etwas einfach so hinnehme, nur weil ich es verstehe.

Ich gehe jetzt also gedanklich zurück aus der Falle des Entschuldigens: Ja, ich verstehe es. Und nein, ich finde es nicht gut.

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