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Die Beziehung zwischen meinen Eltern und mir

L$icghtAFmHWorizoxnt


@ fischer6969

Für die Qualität einer Beziehung zwischen Eltern und Kind kommt es nicht so sehr auf die Dauer des täglichen Zusammenseins an. Was nützen dem Kind 24 Stunden täglich, wenn es schlecht behandelt wird? Dann lieber nur 4 Stunden, in denen es wirklich geliebt wird.

Shasax20


10.05.16 19:00

ja, Sasa20, da hast du sicher recht, aber ab einem gewissen Alter (heute oft schon ab 13 Jahren) kannst du die Kinder zu Hause nicht anketten, und wer in schlechte Gesellschaft gerät, ist halt leider meist durch den Rost gefallen.??

Es ist ein Riesenunterschied, ob man in einer Großstadt aufwächst oder auf dem Land.

Das würde ich so nicht sagen. Ich bin auf dem Land groß geworden und die Drogenproblematik ist hier über die Jahre massiv angestiegen.

Gerade die ländliche Idylle kann da täuschen.

muondx+s4ternxe


Bei Vielen ist das (leider) nicht der Fall, sie bleiben ihr Leben lang oder sehr lange noch in dieser Abhängigkeit, machen das Verhalten der Eltern zu ihrem Lebensmittelpunkt, machen weiterhin das eigene Wohlbefinden davon abhängig. :-/

(Isabell)

Das könnte zum Negativszenario für die TE werden.

Sie setzt sich gerade mit dem Verhalten ihrer Eltern auseinander. Im Augenblick ist es das Thema, der Mittelpunkt dieser Diskussion.

Sie könnte daraus auch ein Lebensthema machen. Sie könnte immer wieder andere auf dieses Thema ansprechen, die sich dann natürlich irgendwann nur noch augenrollend von ihr abwenden.

Sie leidet dann nicht nur unter ihrer Erinnerung an eine schlechte Kindheit (die nicht unbedingt wirklich schlecht gewesen sein muss), sondern auch unter ihren Mitmenschen, die abwehrend, ablehnend und genervt reagieren.

Ihr Wohlbefinden macht sie damit davon abhängig, dass ihre Eltern endlich etwas an ihrem Verhalten ändern, unter dem sie so leidet. Wenn diese Verhaltensänderung schon von Anfang an nicht realistisch war, wird sie irgendwann zur Illusion.

Tragisch. Was könnte die TE vor diesem tragischen Schicksal bewahren?

a .f.ixsh


@ Schwimmerin

Das mag man manchmal ja als unfair empfinden - es ist aber doch nichts weniger als menschlich, oder?

Ja, das ist sicherlich richtig. Ich habe ja auch gar keine Vorstellung von einer "Lösung" oder so, ich arbeite mich an dem Thema vermutlich einfach im Moment noch persönlich ab.

Alle Menschen machen Fehler, und Großzügigkeit macht einem selbst das Leben manchmal leichter... Wären perfekte Eltern für unperfekte Kinder nicht eine große Last?

Also, wenn man es im Wortsinne nimmt, wären perfekte Eltern natürlich keine Last, denn sie wären ja perfekt. :-)

Ich weiß auch nicht... einerseits gibt es sicher Verletzungen, die nicht so leicht zu heilen sind... andererseits ist das Leben halt nicht perfekt... in jedem Leben gibt es schöne Dinge und doofe Dinge... und manchmal hilft es sehr, sich mehr auf die schönen zu konzentrieren...

Ja, ich denke auch, man tut sich selber keinen Gefallen damit, irgendetwas nachzutragen oder negative Gefühle zu kultivieren. Ich find's aber trotzdem einfach ... unfair.

Sv. _wall@isii


Ja, ich denke auch, man tut sich selber keinen Gefallen damit, irgendetwas nachzutragen oder negative Gefühle zu kultivieren.

Wenn man da so einiges vor sich selbst verleugnet hat, irgendwie Co war (nicht zwangsläufig im klassischen Suchtsinne) oder was weiß ich in der Richtung, kann das meiner Meinung nach zeitweise doch gesund sein, auf Dauer (worauf "kultivieren" wohl abziehlt?) ist es allerdings immer ein Schnitt ins eigene Fleisch.

LqolvaX5


Ja, ich denke auch, man tut sich selber keinen Gefallen damit, irgendetwas nachzutragen oder negative Gefühle zu kultivieren. Ich find's aber trotzdem einfach ... unfair.

Wenn die Eltern nicht ein Totalausfall waren, kann man m.E. gut einen Sowohl-Als-Auch-Ansatz verfolgen: Also Nachtragen, was man schlimm fand, und anerkennen, was die Eltern auch so alles gut gemacht haben.

Wobei es natürlich sehr hilft, wenn man reflektierte und selbstkritische Eltern hat, die einem "das Nachtragen erlauben" und Fehler einräumen ohne abzuwiegeln oder sich zu verteidigen. :)=

LEovHxus


Wobei es natürlich sehr hilft, wenn man reflektierte und selbstkritische Eltern hat, die einem "das Nachtragen erlauben" und Fehler einräumen ohne abzuwiegeln oder sich zu verteidigen.

Das dürfte das Nachtragen auf die Dauer sehr erschweren ;-D .

LMolaxX5


das Nachtragen auf die Dauer sehr erschweren ;-D .

Nein. Wenn etwas falsch war, dann ändert sich das auch in 50 Jahren nicht. Aber das Thema ist eben zum größten Teil erledigt, wenn bei den Eltern die Bereitschaft da ist, den/die Fehler als solche einzuräumen.

Schwierig machen es erst Eltern, die sich für unfehlbar halten und nicht in der Lage sind, eigene Fehler einzuräumen. Und da verstehe ich, wenn man nicht mit "Schwamm drüber" reagiert, wenn sie es noch nichteinmal eingesehen haben, was das Problem war.

LHouisxiana


I.d.R. räumen Eltern ihre (groben) Fehler nicht ein bzw versuchen sie plattzubügeln: Ich hab das beste getan, was ich konnte. Das ging damals nicht anders. Ich habe das getan, was ich für richtig hielt. - Da kann man nicht mehr viel dazu sagen.

Das mag wohl daran liegen, dass es für Eltern enorm wichtig ist, gute Eltern gewesen zu sein, also wird auch alles dafür getan, damit dieses Image erhalten bleibt. Würde man auf grobe Fehler hinweisen, wäre das ungefähr so, als ob man einen tragenden Stein aus einem Gebäude ziehen wollte, der wird mit Klauen und Zähnen verteidigt.

Ich glaube, viele erwachsene Kinder kämen besser zurecht, wenn Eltern Fehler, die einen Einfluß auf das nunmehr erwachsene Kind haben, einräumen und bedauern würden. Ich glaube auch, dass viele Kinder das dann verzeihen würden. Aber i.d.R. wird es eben meistens abgestritten, und damit eigentlich der Fehler von damals noch mal bekräftigt. Von daher ist es halt wichtig an den Punkt zu kommen, dieses Eingeständnis nicht zu erwarten bzw darauf bauen zu wollen.

aS.[fi sh


Ich glaube, viele erwachsene Kinder kämen besser zurecht, wenn Eltern Fehler, die einen Einfluß auf das nunmehr erwachsene Kind haben, einräumen und bedauern würden.

Ja, das glaube ich auch. Dann stünde man ja wieder ein bisschen mehr auf einer Seite und zudem würde die Wahrnehmung des Kindes validiert. Dass es eben schlecht war und vielleicht auch eindeutig falsch. Meine Erfahrung ist aber auch, dass eher relativiert wird.

Wenn man da so einiges vor sich selbst verleugnet hat, irgendwie Co war (nicht zwangsläufig im klassischen Suchtsinne) oder was weiß ich in der Richtung, kann das meiner Meinung nach zeitweise doch gesund sein, auf Dauer (worauf "kultivieren" wohl abziehlt?) ist es allerdings immer ein Schnitt ins eigene Fleisch.

S. wallisii

Ja, genau, ich denke eben auch, man muss sich doch von der Wahrnehmung der Eltern lösen dürfen und hat ein Recht darauf, dass das eigene Erleben auch anerkannt wird - gerade, wenn die Beziehung auf ungute Art von den Eltern dominiert und einem vielleicht irgendetwas eingeredet wird. Aber wenn man darüber bitter wird, hat man dann etwas gewonnen - aber andererseits wieder, will man das gewinnen, was man vielleicht nur dadurch bekommt, etwas zu verzeihen, was man eigentlich unberzeihlich findet... %:|

L!ouisixana


Ja, das glaube ich auch. Dann stünde man ja wieder ein bisschen mehr auf einer Seite und zudem würde die Wahrnehmung des Kindes validiert. Dass es eben schlecht war und vielleicht auch eindeutig falsch. Meine Erfahrung ist aber auch, dass eher relativiert wird.

Das ist der Punkt. Aber abzustreiten oder auch nur zu relativieren stellt das Kind entweder als Mimose (sei nicht so empfindlich), Spinner (das bildest du dir nur ein) oder gar Lügner hin.

Meine Mutter ist ganz groß im Verdrängen. Die kann schon einen Augenblick später etwas (Heftiges) gar nicht gesagt haben. Und nach einer Woche sieht das Ganze noch mal ganz anders aus. Was nicht passt, wird passend gemacht.

LWouisjianxa


*schlecht zitiert, sorry

L/ovHYus


Lola

Wenn etwas falsch war, dann ändert sich das auch in 50 Jahren nicht.

"Nicht nachtragen" heißt nicht, aus "falsch" "richtig" zu machen. Sondern aufhören, den Eltern hinterherzulaufen, damit sie endlich zuhören, verstehen und zugeben, was sie falsch gemacht haben. Klar, WENN sie das tun, ist es leicht, das Paket abzulegen:

Aber das Thema ist eben zum größten Teil erledigt, wenn bei den Eltern die Bereitschaft da ist, den/die Fehler als solche einzuräumen.

Aber wenn sie es nicht tun, kann man das Paket trotzdem ablegen. Man braucht keine elterliche Erlaubnis, um zurückzulassen, was sie einem aufgehalst haben.

Schwierig machen es erst Eltern, die sich für unfehlbar halten und nicht in der Lage sind, eigene Fehler einzuräumen. Und da verstehe ich, wenn man nicht mit "Schwamm drüber" reagiert, wenn sie es noch nichteinmal eingesehen haben, was das Problem war.

Verstehen tue ich es auch. Aber richtig wird es dadurch genauso wenig, wie das ursprüngliche Verhalten der Eltern. Auch in 50 Jahren nicht ;-) . Sinnvoller, als sich damit zu beschäftigen, die Eltern dazu zu bringen, einzusehen, was das Problem war, ist allemal, selber einzusehen, dass dieses Nachtragen gerade das Problem ist. Eines, welche ohne die Hilfe der Eltern zu lösen, einen einen Schritt näher ans Erwachsensein bringt.

L]ouisi3anxa


Aber wenn sie es nicht tun, kann man das Paket trotzdem ablegen. Man braucht keine elterliche Erlaubnis, um zurückzulassen, was sie einem aufgehalst haben.

So einfach ist das leider nicht. Es geht nicht um die elterliche Erlaubnis sondern darum, dass sich bestimmte Dinge eingebrannt haben. Selbst wenn der Kopf etwas anderes sagt, Emotionen sind immer schneller als die Ratio. D.h. man muß permanent gegen einen Teil von sich selbst kämpfen, den die Eltern schlichtweg zerstört haben. Und wenn diese dann den Fehler nicht einräumen können sondern noch mal auf die Narben prügeln, dann ist es doppelt schwer zu sagen: Ist schon okay, ich steh da drüber.

LGovQHus


So einfach ist das leider nicht

Es ist nur so einfach. Oder unmöglich. Alles, was schwierig oder kompliziert ist, hält einen nur in der zur Gewohnheit gewordenen Schleife fest.

Ist schon okay, ich steh da drüber.

Ganz falscher Ansatz. Richtig - und einfach - ist:

Nichts ist ok. Und deshalb wende ich mich anderen Dingen im Leben zu.

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