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Die Beziehung zwischen meinen Eltern und mir

LpoeuisiiaKna


Es ist nur so einfach. Oder unmöglich. Alles, was schwierig oder kompliziert ist, hält einen nur in der zur Gewohnheit gewordenen Schleife fest.

Gewohnheiten haben aber normalerweise ihren Sinn.

Ganz falscher Ansatz. Richtig - und einfach - ist:

Nichts ist ok. Und deshalb wende ich mich anderen Dingen im Leben zu.

Blöd nur, wenn die "anderen Dinge" im Leben dadurch beeinflußt werden. Es ist ja nicht so, dass die Leute aus lauter Langeweile sich immer wieder daran erinnern. Es ist vielmehr so, dass sie dadurch Einschränkungen in vielen, wichtigen Bereichen des Lebens erfahren, dadurch an Lebensqualität einbüßen, und das macht sie wütend.

ac.qfisxh


Da frage ich mich immer, wenn jemand selber shcon Kinder hat: Spricht da auch der Elternteil, der auf gnägige Urteile seiner eigenen Kinder hofft?

ar.fi'sxh


Also, wenn jemand sagt: ach, das ist doch alles ganz einfach und natürlich so und man muss da keinen Hermann draus machen.

L>ovHuxs


Blöd nur, wenn die "anderen Dinge" im Leben dadurch beeinflußt werden.

Das ist halb so wild, weil es im Leben noch anderes gibt, als "dadurch". Das war meine Unterscheidung zwischen Relativierung und Dramatisierung anfangs in diesem Faden. Wenn alles nur noch durch "dadurch" gesehen wird, dann hat die wahrgenommene Welt einen "Farbstich". Ich nehme an, darauf beziehst du dich. In der Tat ist es blöd, wenn die Welt so einen Farbstich hat. Aber der geht natürlich nicht davon weg, dass man nun alles in dieser speziellen Farbe anstreicht. Also so, wie das Schlechte nicht plötzlich gut sein soll, darf man das Schöne im Leben nicht hässlich machen, nur weil es Hässliches in der Vergangenheit (und gelegentlich auch in der Gegenwart) gibt.

L8ou.isixana


Das ist halb so wild, weil es im Leben noch anderes gibt, als "dadurch".

Eigentlich ist das eine Zumutung. Wenn Menschen aufgrund von Mißbrauch keinen normalen Sex haben können, wenn sie aufgrund einer grausamen Erziehung unfähig sind, normale Beziehungen zu führen, wenn sie psychisch so angeknackst sind, dass sie nicht arbeiten gehen können bzw nach ein paar Jahren die Luft raus ist..... das nennst Du halb so wild? Das finde ich ziemlich gewagt. Sexualität, Partnerschaft, Arbeitsleben.... das sind elementare um nicht zu sagen existentielle Dinge, die dadurch tangiert oder zerstört wurden. Das nennst Du "halb so wild"? Oder liegt a.fish doch nicht ganz daneben?

L'ozvHuxs


Spricht da auch der Elternteil

Bestimmt.

der auf gnädige Urteile seiner eigenen Kinder hofft?

Bestimmt nicht. Man gibt ja als Eltern Päckchen (Pakete) an seine Kinder weiter. Mehr oder weniger bewusst. Diese Pakete sind nicht verhandelbar. Was Eltern gelöst haben, brauchen die Kinder nicht mehr zu tragen, klar. Was Kinder mitbekommen haben, können entweder sie lösen oder es wiederum an ihre Kinder weitergeben. Eine Rückdelegation ist ausgeschlossen. Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen.

ach, das ist doch alles ganz einfach und natürlich so und man muss da keinen Hermann draus machen.

;-D . Ich meinte "einfach" im Sinne von "klar", "da braucht man nicht lange drumherum reden". Dass es leicht sei, habe ich nicht gesagt und die damit verbundenen Schmerzen können ganz erheblich sein. Ein Pendeln zwischen dramatisieren und relativieren kann schon mal helfen, ohne dass ein Elternteil dabei sein müsste.

Was übrigens sehr schön, geradezu Wunder-bar ist, ist, wie sich Eltern verändern können, wenn ein Kind sein mitbekommenes Paket tatsächlich löst. Das entspannt das ganze Familiensystem.

L[ouisi!ana


Was übrigens sehr schön, geradezu Wunder-bar ist, ist, wie sich Eltern verändern können, wenn ein Kind sein mitbekommenes Paket tatsächlich löst. Das entspannt das ganze Familiensystem.

Ach.... jetzt sind die Eltern die Opfer, und endlich kommt wieder Frieden, wenn das Gör endlich mal klar kommt mit dem, was man ihm angetan hat? >:(

Es sind die Eltern, die Kinder prägen, nicht umgedreht.

>:( :-X

LZola!X5


Eltern, die Kinder prägen, nicht umgedreht.

Also ich würde schon für mich in Anspruch nehmen, dass auch ich meine Eltern geprägt habe. Aber ich habe auch unkomplizierte, verständnisvolle Eltern, die sich weiterentwickeln (wollen) und Einfluss zulassen.

L9ovHxus


Das nennst Du "halb so wild"?

Halb ist relativ zu ganz. Ganz heißt: Es gibt nichts anderes. Halb heißt: Es gibt auch anderes.

Ich fände es gut, in diesem Faden beim Beispiel zu bleiben, das mini und ihre Erfahrungen bilden.

Mein Eindruck war, dass sie über erhebliche Resilienz verfügt und eine Traumatherapie nicht zwingend geboten ist.

LsolxaX5


I.d.R. räumen Eltern ihre (groben) Fehler nicht ein bzw versuchen sie plattzubügeln: Ich hab das beste getan, was ich konnte. Das ging damals nicht anders. Ich habe das getan, was ich für richtig hielt. - Da kann man nicht mehr viel dazu sagen.

Ich finde, dass das Aussagen sind, die nicht im Widerspruch zum Einräumen der Fehler stehen (müssen). Die Eltern könnten z.B. einräumen, dass sie es mit dem Wissen von heute JETZT anders machen würden.

Insofern würde ich solche Aussagen nicht sofort als "plattbügeln" interpretieren. Sie können wahr sein und die Eltern müssten "nur" zusätzlich noch anerkennen, dass sie etwas falsch/schlecht gemacht haben.

"Das mag wohl daran liegen, dass es für Eltern enorm wichtig ist, gute Eltern gewesen zu sein, also wird auch alles dafür getan, damit dieses Image erhalten bleibt. Würde man auf grobe Fehler hinweisen, wäre das ungefähr so, als ob man einen tragenden Stein aus einem Gebäude ziehen wollte, der wird mit Klauen und Zähnen verteidigt." Gerade Eltern die wirklich gute Eltern sein wollen, MÜSSEN Fehler einräumen können.

Ich glaube, viele erwachsene Kinder kämen besser zurecht, wenn Eltern Fehler, die einen Einfluß auf das nunmehr erwachsene Kind haben, einräumen und bedauern würden. Ich glaube auch, dass viele Kinder das dann verzeihen würden.

Zustimmung.

Aber i.d.R. wird es eben meistens abgestritten, und damit eigentlich der Fehler von damals noch mal bekräftigt. Von daher ist es halt wichtig an den Punkt zu kommen, dieses Eingeständnis nicht zu erwarten bzw darauf bauen zu wollen.

Ja, wenn die Eltern zu eingefahren sind, bleibt nur das. Kleiner Trost: Eltern bezahlen ihre Fehler oft mit einem schlechteren Verhältnis zu ihrem Kind. Insofern hat man auch die Möglichkeit, dem Eltern die Quittung für ihre Fehler auszustellen. ]:D

LNovHJuxs


Es sind die Eltern, die Kinder prägen

Ich schrieb:

Man gibt ja als Eltern Päckchen (Pakete) an seine Kinder weiter.

Ich sehe da jetzt keinen Widerspruch.

Das Wunder, von dem ich schrieb, habe ich beobachtet. Das gibt es tatsächlich. Es ist wie ein Erwachen der Eltern aus einer schrecklichen Hypnose. DANACH können die Eltern sehen, was sie angerichtet haben. Und was davor an ihnen angerichtet wurde. Ist ja eine Kette, die oft weit in die Vergangenheit reicht. Und evtl. in die Zukunft an die kommenden Generationen weitergegeben wird.

L&olxaX5


Korrektur Zitatfehler:

Das mag wohl daran liegen, dass es für Eltern enorm wichtig ist, gute Eltern gewesen zu sein, also wird auch alles dafür getan, damit dieses Image erhalten bleibt. Würde man auf grobe Fehler hinweisen, wäre das ungefähr so, als ob man einen tragenden Stein aus einem Gebäude ziehen wollte, der wird mit Klauen und Zähnen verteidigt."

Gerade Eltern die wirklich gute Eltern sein wollen, MÜSSEN Fehler einräumen können.

L,oui<s?ianxa


Lola, ich denke Kinder beeinflussen ihre Eltern. Aber Prägung ist noch mal was anderes. Eltern sind schon erwachsen wenn sie ihr Kind bekommen. Sie haben ganz andere Möglichkeiten, können auf Erfahrungen zurückgreifen oder andere Meinungen einholen. Kinder in der Prägungsphase sind total abhängig und übernehmen Dinge unreflektiert. Von daher wieken Eltern massiver auf Kinder ein als umgedreht.

Kaleio


mini_789

um beides

Aufarbeitung: Was konkret gibt es für Dich aufzuarbeiten?

Umgang damit hier und heute: Wie möchtest Du damit umgehen und wie gehst Du heute damit um?

KClexio


LovHus

Aber wenn sie es nicht tun, kann man das Paket trotzdem ablegen. Man braucht keine elterliche Erlaubnis, um zurückzulassen, was sie einem aufgehalst haben.

Sehe ich ähnlich bzw. sehe ich jetzt auch nicht unbedingt den Zusammenhang in der An- bzw. Einsicht der Eltern. Meine Mutter z. B. hatte Einsichten, was sie hätte anders machen sollen. Mein Vater nicht. Aus meiner Sicht haben sie beide ihr Bestes gegeben und was mehr kann jemand geben? Nichts. Aber zurück zu den Ein- und Ansichten. Ich fand eher die Ansicht meiner Mutter, sich nun anzufangen vorzuwerfen, was sie hätte anders machen sollen überflüssig, denn es war vergangen und mir gab und gibt es nichts, wenn sie jetzt der Meinung ist, sie hätte anders handeln sollen. Die Vergangenheit kann sie nicht ändern. Es ist einfach auch nicht realistisch, denn es liegt doch auf der Hand, dass sie heute aufgrund ihres Wissens anders handeln würde als mit 25 damals, oder mit 30, etc. Damals konnte sie schlichtweg nicht anders handeln als sie es tat. Ihre Einsicht dass sie anders hätte handelns sollen und die Einsicht meines Vater, der diese Einsicht nicht hatte, hatte letztlich überhaupt nichts mit meiner eigenen Einsicht und Erkenntnis zu tun, dass alles so gekommen ist, wie es hat kommen müssen/sollen, weil sie nun einmal so sind, wie sie sind. Für mich war das Thema mit 20-25 durch und meine Mutter hadert noch immer {:( . Sie kann sich nicht verzeihen. Finde ich extrem schade, denn meiner Ansicht nach z. B. kreidet sie sich Dinge an, die ich durchaus als richtig ansehe als Kind überhaupt nicht. Umgekehrt sieht sie nach wie vor Dinge richtig, die ich auch heute als nicht richtig für mich sehe und sich nichts vorzuwerfen hätte. Das zeigt schlichtweg auch, dass mein innerer Frieden oder auch der innere Frieden meiner Mutter oder Vaters überhaupt nichts mit dem jeweiligen Gegenüber zu tun hat, sondern nur mit der eigenen Einstellung und/oder Ansicht. Ansonsten verbleibe ich in einer Abhängigkeit, wenn ich also darauf warte, dass ich mir erst dann erlaube zufrieden zu sein, wenn die Eltern die "richtige" Einsicht zeigen.

Verstehen tue ich es auch. Aber richtig wird es dadurch genauso wenig, wie das ursprüngliche Verhalten der Eltern. Auch in 50 Jahren nicht . Sinnvoller, als sich damit zu beschäftigen, die Eltern dazu zu bringen, einzusehen, was das Problem war, ist allemal, selber einzusehen, dass dieses Nachtragen gerade das Problem ist. Eines, welche ohne die Hilfe der Eltern zu lösen, einen einen Schritt näher ans Erwachsensein bringt.

Brauchen Eltern eine "Entschuldigung"? Brauchen sie eine "Anklage"? Klar, das ist ja bei vielen Usus und viele klagen ihre Eltern an, weil sie sind, wie sie sind, weil sie getan oder nicht getan haben, was sie hätten tun sollen, und dieses etwas, was sie hätten tun sollen, wäre das gewesen, was man sich als Kind gewünscht hätte oder man als Erwachsene als das Richtige sieht. Die Frage ist, worum geht es? Geht es um ein Verstehen wollen, wie es dazu kam, wie es kam oder geht es darum, Gründe zu finden, Eltern zu beschuldigen? Dieses nicht-Akzeptieren zeigt sich entweder darin den Eltern etwas vorzuwerfen oder mich sich selbst zu hadern, zu ärgern oder sich in solche Gedankenspiralen hineinzusteigern. Einen Nutzen sehe ich nicht: Das Elternteil, das selbst darüber nachdenkt, dem brauche ich es nicht vorzuwerfen, das Elternteil, das kein "Einssehen" zeigt, mit dem entsteht ein Kampf und mich darüber zu ärgern, dass sie Einsicht zeigen oder keine Einsicht zeigen, schadet mir selbst, genauso wie mich darin hineinzusteigern, wie arm ich doch bin, dass ich so eine Erziehung hatte. Vor allem wäre es dasselbe respektlose Verhalten, das ich an den Tag legen würde, wie das, das ich bei ihnen kritisiere oder ihnen vorwerfe. ]:D Alles völlig kontraproduktiv, wenn ich vorhabe innere Ruhe und Frieden zu haben. Meiner Ansicht nach werde ich nur dann selbständig, wenn ich mich und andere - auch meine Eltern - annehme, wie sie sind und ich meine Zufriedenheit in mir finde.

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