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Die Beziehung zwischen meinen Eltern und mir

Sz. =walltisixi


Für manche (ich schätze sogar einige) hilfreich für dieses ganze und ähnliche Themen ist das Model des [[https://de.wikipedia.org/wiki/Inneres_Kind inneren Kindes]], da gibt's auch jede Menge Literatur drüber.

"Nicht nachtragen" heißt nicht, aus "falsch" "richtig" zu machen. Sondern aufhören, den Eltern hinterherzulaufen, damit sie endlich zuhören, verstehen und zugeben, was sie falsch gemacht haben.

Das (vorwürfige, zugeständnis/einsichtsuchende Hinterlaufen) ist zum Teil (mit steigendem Zeitraum vermutlich immer mehr) halt der verzweifelte Versuch einen Knoten aufzulösen den man bisher nicht selbst lösen konnte. Es würde selbst bei noch so viel Einsicht vermutlich ja nicht mal funktionieren (es vielleicht etwas leichter (leicht aber wohl kaum) machen wie ihr festgestellt habt), die nötige Verarbeitung bleibt bei einem selbst - verständlich bleibt der Versuch trotzdem, ein Ausdruck von Hilflosigkeit und ungeheilter Verletztheit.

Zu einem anderen Teil ist das Vorwerfen/Nachtragen zeitweise (auch wenn nur innerlich, äußerlich bringt es mindestens beim Elter(n), wie ebenfalls schon festgestellt, meistens absolut nichts (für einen selbst kann aber auch das u.U. eine wichtige Handlung sein)) durchaus ein normaler und gesunder Prozess. Was "zeitweise" heißt ist schwer zu sagen, da muss man wohl der Intuition vertrauen.

Wenn ich es bei mir ordne, lief/läuft (verschiedene Themen) es (nach einiger Bagatellisierung) wohl so ab, Erkenntnis dass es (bzw was) nicht gut war, zulassen von Wut+Vorwurf/Anklage/Nachtragen (vermutlich Vorraussetzung für:) Verarbeitung der Gefühle und Verletzungen die unter der Wut liegen (ziemlich sicher Vorraussetzung für:) Loslassen und Verblassen der Wut (dabei hatte ich dann auch das deutliche Gefühl dass ein Festhalten daran sehr sehr verbittern würde), und dann kam (ein Thema (sonst sind leider alle noch offen) Gleichgültigkeit, andere Verzeihen zu dem Zeitpunkt vielleicht, und ich glaub dass man es schon spüren kann ob es möglich/nötig/heilend wäre. Für mich ist es ((potentiell nur) das eine Thema betreffend) regelrecht irrelevant - weder ich noch der für den das Verzeihen die Krönung der Verarbeitung war sollte daraus ne allgemeingültige Regel draus machen damit tut man zwangsläufig denen für die es anders ist unrecht.

andererseits wieder, will man das gewinnen, was man vielleicht nur dadurch bekommt, etwas zu verzeihen, was man eigentlich unberzeihlich findet... %:|

Spontan (auch wenn ich net ganz sicher bin ob ich den Absatz aus dem das Zitat stammt verstehe^^): Vllt kann man da definitorisch rumtricksen um da einer Festgefahrenheit der Psyche zu entgehen?..weiß nicht, aber was ist Unverzeihlichkeit und warum ist es wichtig es so zu deklarieren? (also die Formulierung riecht halt irgendwie nach Festhalten, vllt nach "es war schlimm, und/aber die Einordnung hilft mir die Verletzung nicht in Gänze aus-/(nach)erleben zu müssen") .. (kann auch totaler Schmarrn sein ;-D ;-))

Wenn die Eltern nicht ein Totalausfall waren, kann man m.E. gut einen Sowohl-Als-Auch-Ansatz verfolgen: Also Nachtragen, was man schlimm fand, und anerkennen, was die Eltern auch so alles gut gemacht haben.

Ja, ist natürlich eigentlich vernüftig, versuch ich auch immer wieder. Aber das ist phasenweise (akute Wut oder das Aufbrechen von vergrabenen Verletzungen) nicht wirklich praktizierbar und es kann leider auch Ausdruck von Relativierung/Bagatellisierung sein. Gerade wenn man da ordentlich Brocken verarbeiten will mag das vllt hinderlich sein - ich bin mir jedenfalls recht sicher dass mir sowas oft grad dann einfällt wenn's darum geht was zu durchdenken was schädigend war :-D Psyche und ihre Kompliziertheiten halt...

LKoEvHus


Relativierung/Bagatellisierung

Eigentlich schon auf dem Sprung - eine Woche Urlaub :-D . Wollte aber noch kurz einwerfen, dass diese beiden Begriffe durch den Schrägstrich in eine Nähe zueinander geraten, die ich zumindest nicht meine. Relativierung heißt für mich: In einen ganzheitlichen Kontext stellen, aber ohne das Relativierte zu verändern. Bagatellisieren will ja seinen Gegenstand irgendwie klein, unwichtig haben. Das sind also zwei ganz verschiedene Dinge.

S . wallTisixi


Für mich bedeutet beides nix gutes, beides Kleinhaltung, die Bagatellsierung ist sozusagen nur die Steigerung an Kleinhaltung. Guten Urlaub :-D

L[ich8tAmHo^rizoxnt


Ansonsten verbleibe ich in einer Abhängigkeit, wenn ich also darauf warte, dass ich mir erst dann erlaube zufrieden zu sein, wenn die Eltern die "richtige" Einsicht zeigen.

(Kleio)

Das unterschreibe ich jetzt einfach mal.

m0ondW+stHernxe


Für mich bedeutet beides nix gutes, beides Kleinhaltung, die Bagatellsierung ist sozusagen nur die Steigerung an Kleinhaltung.

Ja, für mich auch. Stellt sich nur die Frage, was ist eine gute Alternative?

Ich würde Fokussierung vorschlagen. Was meinst Du?

Sr. w4alli,sxii


Gestern noch etwas über elterliche Einsicht nachgedacht und gedanklich dann zur Rechtfertigung/Erklärung gekommen, was manchmal vllt son Zwischending sein mag das zwischen dem Wissen liegt dass was falsch war (wie z.B. schlagen) und der Verantwortungsabschiebung (z.B. auf die eigenen Eltern) und weil hier ja eventuell Eltern mitlesen ist's mir folgendes noch ein Anliegen:

Einen Vorwurfsmoment des Kindes vllt lieber erstmal nicht für Erklärungen zu nutzen, so naheliegend und menschlich ein solcher Impuls sein mag, später ist ein besserer Moment. Ich glaube sowas kann destruktiver für das Kind sein als gänzliche Nichteinsicht.

Und an die die was konfrontierend vorwerfen wollen, reflexhafte Erklärungen mögen (und sollen vllt auch) dem Vorwurf an Emotion nehmen, das ist aber nicht richtig so(!), mit genug Bewusstheit mag man's evtl hinkriegen beides nebeneinander existieren zu lassen, wenn das nicht geht ist die eigene Emotion erstmal wichtiger! (keine Ahnung ob das jetzt auch nur im geringsten verständlich ist aber war mir halt wichtig *schiefgrins*^^ Könnt's vermutlich auch wortreicher erklären aber will nicht gar so extrem abschweifen)

@ mond+sterne

Naja, eben nicht kleinzuhalten wär, wenn es was zu verarbeiten gibt, net schlecht - wie auch immer man das dann nennt. Fokussierung, Dramatisierung, egal, wichtig ist dass es säubert und das richtige Maß davon individuell daran (am säubern) gemessen wird und dass man auf seine Intuition hört damit man sich nicht in der Vorwürfigkeit verrennt und damit sich selbst und die Verantwortung für sich selbst aus den Augen verliert.

D'i?eKrruemxi


Heute ist es so, dass ich leider die einzige Bezugsperson für meine Mutter bin. Sie geht außer zum Einkaufen oder zum Friseur nicht vor die Tür und hat keinerlei soziale Kontakte

Außerdem haben meine Eltern nie das mit mir gemacht, was Eltern eben so mit ihren Kinder machen, zum Spielplatz gehen oder ins Schwimmbad, ihnen "die Welt zeigen"

Wenn ich krank war zum Beispiel, wurde ich zu Oma & Opa gebracht (die nebenan wohnten). Meine Mama war meistens mit der Situation überfordert

Vielleicht hatte und hat deine Mutter einige Phobien? Ich habe hier mal viel Kritik geerntet, als ich hinterfragt habe, wieso Menschen mit lebensbeeinträchtigenden Phobien ( Angst vor großen Plätzen, vielen Menschen, Angst, raus zu gehen, Angst vor Erbrechen etc) Kinder bekommen und somit das Leben ihrer Kinder mit ihren Begrenzenden Phobien einschränken. Die Schläge waren falsch und verwerflich, keine Frage, aber ggf konnte deine Mutter in vielen Dingen nicht anders. Dennoch tut es mir sehr leid für dich!

m_onhd+ste/rne


Naja, eben nicht kleinzuhalten wär, wenn es was zu verarbeiten gibt, net schlecht - wie auch immer man das dann nennt. Fokussierung, Dramatisierung, egal,

S. wallisii

Mir geht es nicht darum, wie man es nennt, sondern was man macht. Man kann es relativieren, so wie LovHus es vorgeschlagen hat: Alles nicht so schlimm. Man kann etwas dramatisieren, so wie es der TE vorgeworfen wurde.

Etwas zu dramatisieren ist Blödsinn. Sich mit etwas auseinanderzusetzen, was gar nicht so schlimm ist, ist überflüssig.

Aber auf ein Thema zu fokussieren, das einen belastet, das finde ich sinnvoll. Das nur noch mal zur Erklärung, weil wir uns offensichtlich missverstanden haben. Wenn ich das Missverständnis hiermit nicht ausräumen konnte, erkläre ich die Kommunikation für gescheitert.

Wenn die Eltern nicht ein Totalausfall waren, kann man m.E. gut einen Sowohl-Als-Auch-Ansatz verfolgen: Also Nachtragen, was man schlimm fand, und anerkennen, was die Eltern auch so alles gut gemacht haben.

Ich betrachte Eltern als einen Totalausfall. Damit meine ich nicht meine leiblichen Eltern, sondern Eltern allgemein. Eine sinnvolle Diskussion halte ich nur für möglich ohne Beteiligung von Eltern, weil Eltern nunmal alles abtun, rechtfertigen, relativieren oder bagatellisieren. So kommt niemals eine inhaltliche Diskussion zustande.

S'. waWl4lisii


Etwas zu dramatisieren ist Blödsinn. Sich mit etwas auseinanderzusetzen, was gar nicht so schlimm ist, ist überflüssig.

Was schlimm ist können wir nicht für andere entscheiden. So kommt man aber dazu etwas als Dramatisierung zu empfinden. Ich wurde ein paar mal geprügelt, 4 Mal oder so und das hat meiner Psyche bestimmt nicht gut getan, jemand der seine ganze Kindheit geprügelt wurde und meint das gut weggesteckt zu haben empfindet das vllt als dramatisiert *schulterzuck* Da kann ich mich dann auch "fokussieren" und der Elephantenhautträger empfindets trotzdem als Drama. Wort hin oder her, es geht doch um's individuelle Maß. Auch Fokussieren kann in seiner Sinnhaftigkeit zeitlich begrenzt sein.

m.o7n]d+stexrne


@ S. wallisii

Ok, den letzten Beitrag hätte ich mir sparen können. Ich betrachte unsere Kommunikation als gescheitert.

S4. wall`i]sii


och sei nicht beleidigt :-x

m ond+bs*terne


@ S. wallisii

Bin nicht beleidigt, nur enttäuscht, weil ich gehofft hatte, mit meinem Beitrag von heute morgen könnten wir in eine sinnvolle Diskussion kommen.

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