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Habe einen Freund und Gefühle für einen Anderen

Avka!ne hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

es tut mir schon mal leid, dass ich mich einfach nicht kurz fassen kann, aber ich gebe wirklich mein Bestes.

Die Situation ist folgende:

Ich bin jetzt seit einem guten Jahr mit meinem Freund zusammen, den Großteil der Zeit allerdings haben wir an getrennten Orten verbracht: Seit September haben wir uns wenig gesehen, da zuerst ich 4 Monate im Ausland war und danach er. Er kommt nun Ende des Monats zurück.

Ich hatte erwartet, dass wir das Ganze schon gut überstehen, allerdings haben relativ schnell die Probleme angefangen: Ich habe schon lange Depressionen und mir ging es im Ausland sehr schlecht, was ich ihm auch immer erzählt habe. Bereits im November wurde es ihm dann zu viel und er wollte sehr plötzlich beim Skypen mit mir Schluss machen, weil er mit der ganzen Situation überfordert war.

Ich habe dann auf ihn eingeredet und wir wollten es nochmal probieren… allerdings fehlt mir seitdem immer mehr das Vertrauen in ihn, auch, da er nie sehr bemüht darum schien, es zurück zu gewinnen. Auch habe ich nicht vergessen, dass er in diesem Moment meinte, er liebe mich nicht mehr – was er kurz danach zurückgenommen hatte und meinte, das war nur momentabhängig, weil all die Probleme das "überlagert" hätten. Das ist schwer für mich nachzuvollziehen und so klingt seitdem auch jedes "Ich liebe dich" von ihm sehr hohl.

Ich habe danach eine Weile versucht, mich und meine Probleme zurückzunehmen, habe dann aber schnell gemerkt, dass mich das Verstellen nur unglücklicher macht. Er scheint mit weiterhin nicht sonderlich interessiert an meinen Problemen und fragt nie nach – wenn ich ihn damit konfrontiere, tut er das ab und meint, dass ihn das "selbstverständlich interessiere". Auch stört mich, dass ich meistens den Großteil der Unterhaltungen übernehme und ich ihm dann seine Meinung aus der Nase ziehen muss. Auch den Anfang bei ernsten Gesprächen muss ich machen – er behauptet dann nachher, dass er mir die Entscheidung lassen wollte, wann wir darüber reden.

Wenn ich ihm von meinen Problemen erzählt habe, kam nichts zurück, sondern er hat dann mehr oder weniger stumm zugehört.

Zudem meldete er sich seltener, so dass er auch schwer zu erreichen wurde, was mich zusätzlich zu stören begann.

Ich habe daraufhin immer mehr damit aufgehört, ihm von mir, meinen Sorgen und dem, was ich zurzeit tue, zu erzählen und habe ihm das auch offen gesagt. Seine Reaktion war ein "Schade, aber ich kann’s dir nicht übel nehmen". Er hat sich nur immer weiter zurückgezogen und schreibt mir, dass er immer niedergeschlagener wird, weil unsere Beziehung so schlecht läuft – was getan, damit sich das ändert, hat er in den letzten Monaten aber nicht. Er sagt, er wisse nicht, was oder verschiebt es auf die Zeit, in der auch er wieder hier ist. Dass er sich so in dieser Niedergeschlagenheit eingerichtet hat regt mich zusätzlich auf. Ich habe aufgehört, mich ihm anzuvertrauen und mich auf ich zu verlassen.

Er weiß, dass ich unsere Beziehung deswegen auf der Kippe sehe, möchte aber seiner Aussage nach auf keinen Fall Schluss machen und die Probleme angehen, sobald er wieder hier ist.

Ich habe in den letzten Monaten und Wochen damit angefangen, mehr mit Freunden zu unternehmen, um mich von alldem abzulenken und habe mich dabei immer mehr mit einem Kumpel, der zum selben Freundeskreis wie mein Freund und ich gehört, angefreundet. Ich mochte ihn bereits sehr, bevor ich ins Ausland ging, er war jedoch noch nicht lange im Freundeskreis und ich hatte nicht allzu viel mit ihm zu tun. Damals hatte ich bereits festgestellt, wie vernünftig und einfühlsam er ist und ihn dafür bewundert, hätte aber an nichts gedacht, was über eine Freundschaft hinausgeht, weil es mit meinem Freund sehr gut lief. Jetzt haben wir festgestellt, dass wir unheimlich gut miteinander reden können und haben uns u.A. über Alles unterhalten, was wir in der Vergangenheit durchmachen mussten – was mit den anderen Freunden so nicht passiert. Ich hatte auch mit ihm über meine derzeitige Beziehungsproblematik geredet.

Er hört mir einfach so gut zu wie niemand sonst, fragt kritisch nach und hat immer gute Ratschläge. Er ist der beste Zuhörer, den ich mir wünschen kann, und ich hab das Gefühl, dass er mich besser versteht als sonst irgendjemand.

Ich fand ihn schon seit einer Weile toll, es war für mich aber einfach eine "harmlose Schwärmerei". Vor kurzem habe ich dann bemerkt, dass es etwas mehr geworden ist, und nachdem wir letzte Woche mit unseren Freunden weg waren, uns aber ziemlich schnell von den anderen abgesetzt hatten und uns wieder nur zu zweit unterhalten hatten, wurde es sehr kuschlig und er hat mir zwei Tage später gesagt, dass es von seiner Seite aus mehr als ein freundschaftliches Beieinandersein war, und ob das bei mir auch so war - was ich bestätigt hab.

Er weiß wie gesagt, wie meine Beziehung derzeit aussieht und dass mein Freund bald zurückkommt. Er sagte, er wolle mir da gar nicht reinreden, und er weiß, dass die Lage gerade schwierig ist, aber dass er mehr von mir will. Falls ich aber bei meinem Freund bleiben würde, akzeptiert er das und wir bleiben Freunde.

Er weiß von all meinen Problemen – und während mein Freund damit permanent überfordert scheint, scheint er kein Problem damit zu haben (was sich natürlich in Zukunft auch noch ändern könnte…).

All das, was ich also in den letzten Monaten bei meinem Freund vermisst habe, hat er mir gegeben.

Beide sind mir unheimlich wichtig, und auch meinem Freund habe ich anfangs alles erzählt – die Resonanz war aber oft etwas unzufriedenstellend. Er hat dann zwar zugehört, aber sich nicht dazu geäußert. Allerdings hatte ich immer Spaß mit meinem Freund und obwohl mich andere Menschen sehr schnell nerven, wenn man sich zu sehr auf die Pelle rückt, wie in einem Urlaub, hatte ich dieses Gefühl mit meinem Freund nie. Immer sehr geschätzt habe ich, dass ich mit ihm so verrückt sein konnte, wie ich wollte, und er oft genauso verrückt war, was ich von anderen Menschen so auch nicht kenne.

Ich dachte, wenn er zurück ist, probieren mein Freund und ich es noch einmal – doch nun haben mir meine Gefühle für den Anderen da etwas einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Ich habe aufgehört, meinen Freund wirklich zu vermissen, dachte aber, alles könne sich wieder einrenken, wenn er da ist. Und nun ist da der Andere, der einfach so einfühlsam und verständnisvoll ist wie sonst niemand.

Auch habe ich mich in letzter Zeit gefragt, ob mein Freund und ich eigentlich viel gemeinsam haben – oder ob der Andere und ich uns nicht viel ähnlicher sind.

Ich möchte keinen von beiden verletzen und möchte den Anderen auf keinen Fall als guten Freund verlieren, da er mir in den letzten Monaten wirklich eine große Stütze war. Ich frage mich allerdings, wie sehr das alles nur damit zusammenhängt, dass mein Freund – meines Gefühls nach - nicht für mich da war .

Ich dachte anfangs wirklich, mein Freund sei der Richtige, aber die letzten Monate haben mir mein Vertrauen in ihn genommen und mir gefällt es ganz und gar nicht, das Gefühl zu haben "anstrengend" zu sein, da es die Beziehung für mich nur schwieriger macht.

Ich weiß aber nicht, wie sehr das alles damit zusammenhängt, dass mein Freund die letzten Monate nicht hier war und frage mich, ob es sonst anders gekommen wäre.

Auch habe ich Zweifel, wie sich das alles entwickelt, da wir alle zum selben Freundeskreis gehören und zusammen studieren, was das alles etwas verkompliziert…

Was meint ihr dazu?

Woher weiß man, für wen man sich entscheiden sollte? Wie verhält man sich in so einer Situation?

Wart ihr schon einmal in einer ähnlichen Lage?

Für jede Hilfe bin ich dankbar.

Liebe Grüße

Akana

Antworten
D[ie JSeherixn


ehrlich? bei all dem, was du über dich und deinen freund schreibst, erschließt sich mir nicht, warum ihr beide versucht eine beziehung aufrecht zu halten, die nie wirklich eine war. ich lese nichts von liebe, nähe, füreinander da sein, zugewandtheit...

lege die karten offen auf den tisch, denn ich habe das gefühl, dass dein (noch)freund schon weiter von dir weg ist, als er selber ahnt und ihr euch beide nicht länger mit dem ganzen quälen solltet :)_

AVkQanxe


oO Wer sagt denn, dass sie niemals eine war?

Im letzten halben Jahr gab es wohl nicht viel von "liebe, nähe, füreinander da sein, zugewandtheit...", aber ich habe eben hauptsächlich von dieser Zeit gesprochen - und natürlich ist es was anderes, wenn man sich nicht sieht und nur miteinander skypen und einander Nachrichten schreiben kann.

Es wurde eben alles sehr schwer, nachdem er Schluss gemacht hatte.

Aber wir hatten vor meinem Auslandsaufenthalt eine sehr schöne Zeit miteinander und uns super verstanden - es fällt schwer, sowas einfach wegzuwerfen. Was mich angeht: Ich habe ihn definitiv geliebt - im Moment bin ich mir nicht mehr sicher, was ich fühle.

Ich weiß nicht, ob es so werden kann wie vorher, aber die Chance einfach wegwerfen? Ich weiß nicht, ob ich mich nicht immer fragen würde, ob es doch wieder so gut funktioniert hätte wie vorher...

DSien Seh*e}rin


glaubst du denn, dass du dich offenen und freien herzens auf eine option einlassen kannst, wenn du innerlich schon viel näher bei dem anderen mann bist?

pheac4enmixna


Es gibt da so einen Spruch: "Wenn du zwei Menschen liebst, dann entscheide dich für den Zweiten. Denn hättest du den Ersten wirklich geliebt, dann hättest du dich nicht in den Zweiten verliebt."

Ich weiss, dass so eine Situation total schwierig ist und kann dich da voll nachvollziehen. Aber wenn du sagst, dass dein Freund mit deinen Problemen wie überfordert ist, weiss ich nicht, ob das noch etwas werden kann.... In meinen Augen scheint es auch so, als ob dein Freund sich gar nicht für deine Probleme interessiert hat, geschweige denn, dir versucht zu helfen. Was ja bei deinem Kumpel ganz anders aussieht.

Es ist zwar traurig, ist aber leider so: Du wirst sehr wenige Entscheidungen im Leben treffen können, ohne irgendjemanden zu verletzen... Du musst jetzt einfach auf deine Gefühle und vor allem auf dein Herz hören, denn nur die können dir sagen was richtig ist und was nicht. Aber es ist ja besser, wenn du ihnen die Wahrheit sagst und sie damit leben müssen oder ob du sie einfach anlügst, um niemanden zu verletzen, obwohl das im Endeffekt ja viel schlimmer ist und es sowieso irgendwann rauskommen wird und es dann noch 10 mal schmerzhafter ist.

Ich wünsche dir ganz viel Glück und bin mir sicher, dass du die richtige Entscheidung triffst, wenn du auf dein Herz hörst!:)

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