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Vertrackte Urlaubsplanung

D#orfnxixe hat die Diskussion gestartet


Liebe Leute,

vielleicht hat jemand von euch eine Idee, wie mein aktuelles Dilemma gelöst oder wenigstens gelockert werden könnte.

Es geht um die Urlaubsplanung für diesen Sommer für meine Familie (mein Mann, unsere 4jaehrige Tochter und ich). Wir hätten wie jedes Jahr die Möglichkeit, zur Tante meines Mannes nach Polen zu fahren. 3mal waren wir schon dort (2mal ohne und 1mal mit Kind).

Wir sind zurzeit finanziell knapp dran, weil ich eine Weiterbildung mache, in der ich nichts verdiene. De facto ist es so, dass ein Polen-Aufenthalt billiger ist als zuhause zu bleiben, weil wir dort komplett durch gefüttert werden und kostenlos wohnen würden. Dummerweise ist aber meine Schwiegermutter den ganzen Sommer auch dort, und im letzten Urlaub 2014 gab es einige unschöne Situationen zwischen mir und ihr, sodass die Zeit dort für mich nicht immer entspannt war. Das habe ich meinem Mann natürlich erzählt, er sieht aber irgendwie darüber hinweg - ob aus echter Gelassenheit oder Konfliktscheue vermag ich leider nicht richtig einzuschätzen. Außerdem spreche ich kaum Polnisch und dort kaum jemand Englisch, sodass die Zeit für mich dort eher langweilig ist (dass mein Mann nicht simultan komplette Gespräche dolmetschen kann, sehe ich absolut ein, halte mich dann also eher raus, wenn wir dort sind).

Bereits nach dem 2. Polen-Urlaub hatte ich gesagt, dass mein nächster Urlaub irgendwo anders hingehen soll - ohne jegliche Aussage darüber, wann und wohin stattdessen. Danach waren wir aber trotzdem nochmal da, aus Mangel an (finanziell machbaren) Alternativen. Jeder von uns hat seitdem schon mal zurück gesteckt - ich indem ich nach meiner Ansage nochmal mit gefahren bin, und er indem wir letzten Sommer gar nicht weg waren, obwohl für ihn Polen eine entspannende Urlaubsmöglichkeit ist, die er gern nutzen würde (zumindest, solange finanziell kaum etwas anderes machbar ist).

Jetzt planen wir gerade für diesen Sommer, und mein Mann schlug vor, 2 Wochen alleine mit unserer Tochter nach Polen zu fahren. Abgesehen davon, dass noch voellig unklar ist, was unsere Tochter davon haelt, finde ich daran 2 Dinge doof: 1. dass wir uns dann von 3 arbeitsfreien Wochen nur 1 sehen würden (und da wir zurzeit sowieso ein Problem in der Nähe-Distanz-Thematik haben und ein Teil von mir es interpretieren würde, dass er auch einen "Urlaub von mir" genießen würde), und 2. dass es meinem Verständnis von Ehe und Beziehung irgendwie widerspricht, getrennt Urlaub zu machen. Ich habe also in den Raum gestellt, nach irgendeiner anderen günstigen Urlaubsmöglichkeit Ausschau zu halten, die wir z.B. von unseren Ersparnissen bezahlen könnten. Er meinte, Erspartes sei für den Notfall und nicht fürs Vergnügen. Sehe ich auch ein, aber um einen echten Notfall stemmen zu können, (neues Auto o.ä.) reichen die Ersparnisse sowieso nicht, und meiner Meinung nach kommt es da auf 1000€ mehr oder weniger nicht unbedingt an.

Okay, damit dachte ich, seine Position sei klar; Polen oder nichts. Später sagte er dann aber, ich solle ihm doch einen konkreten Vorschlag machen, wohin man stattdessen fahren könnte, statt nur wischiwaschi drumherum zu reden. Um dann im selben Atemzug klar zu stellen, dass solche Vorschläge ja aber nur dann tragfähig sind, wenn ich sie "von selber" mache, wenn er also nicht den Impuls dazu gibt. Hätte ich ja auch total gern gemacht, aber er war doch derjenige, der die ganze Idee von vornherein abgebuegelt hat, weil Erspartes halt nicht fürs Vergnügen genutzt werden soll.

Ich hab dann noch vorgeschlagen, meinen Lohn aus dem 450€-Job für den Urlaub zu investieren (3 Monatsloehne, also 1350€), davon würden wir doch bestimmt z.B. einen kleinen Nordsee-Trip hinbekommen. Seine Antwort: "Nordsee ist scheiße" - und damit war die Diskussion beendet.

Ich steh jetzt völlig auf dem Schlauch - ist er bereit, anderswohin als nach Polen zu fahren oder nicht, und wenn ja, dann aber nur, wenn er sich nicht drum kümmern muss, oder ist mein drum-kuemmern nur etwas wert, wenn ich ihm den komplett durchgeplanten und durchfinanzierten Urlaub fertig präsentiere, dann aber bitte bloß nicht zur Nordsee, oder ist unser Problem vielleicht ein ganz anderes, und das Urlaubsthema ist nur der mehr oder weniger zufällige Schauplatz dafür...

Mir ist klar, dass ihr mir diese Fragen nicht beantworten könnt und ich sie meinem Mann stellen müsste. Aber nach dem heutigen Gespräch sind die Antworten ja theoretisch schon klar. Er würde schon woanders hin fahren, aber der Zug ist jetzt abgefahren, weil es ja jetzt nicht mehr auf meine alleinige Initiative hin wäre. Also alles, was ich jetzt noch vorschlage, ist nutzlos, weil es entweder nicht konkret genug ist oder erst nach seiner Aufforderung ("Mach nicht wischiwaschi, schlag was konkretes vor!") kommt.

Mir kommt's vor, als würden wir hier zwischenmenschliches Beziehungs-Schach spielen, wo es eher um Taktieren und sich-in-guenstige-Positionen-bringen geht als um den Inhalt... dabei möchte ich doch einfach nur Urlaub mit meiner Familie machen, der aber möglichst nicht in Polen stattfinden soll. Kann es denn wirklich sein, dass 2 Menschen sich im Grunde genommen einig sind, und es aber letztlich daran scheitert, dass ich bei der Planung anders vorgehe als er (ich: erstmal die grundsätzliche Bereitschaft ausloten, dann das Budget festlegen, dann konkret planen, er: sich auf alternative Ideen erst einlassen, wenn ein konkreter Plan schon steht)?

Vielleicht sehe ich auch gerade den Wald vor lauter Bäumen nicht und wäre daher dankbar für die eine oder andere Einschätzung von außen. Falls sich die ganze Story für euch total konfus liest: ich finde die Situation schwierig darzustellen, ohne völlig auszuschweifen, hab versucht, es einigermaßen abgekürzt darzustellen und hoffe, keine wichtigen Infos unterschlagen zu haben. Falls doch, fragt gerne nach.

Antworten
K@le)ixo


Dorfnixe

Naja, Dein Mann würde gerne 2 Wochen nach Polen fahren, Du willst nicht hin, weil Du Dich dort langweilst und fürchtest wieder mit Deiner Schwiegermutter zusammenzukrachen. Auch gibt es in der Beziehung ein Nähe-Distanz-Problem habt.

Mir stellt sich die Frage - Was ist das Problem für Dich die zwei Wochen getrennt Urlaub zu machen? Ist es nur aus Prinzip, weil Paare keine Urlaube getrennt machen oder dass Dein Mann auch ohne Dich eine schöne Zeit verbringen könnte? Würdest Du ihm das nicht gönnen? Hat er dort Verwandschaft und wie oft sieht er sie sonst? Oder, würdest Du keine zwei schöne Wochen verbringen können? Geht es Dir also nur darum, Deinen Willen durchzusetzen? Ich habe den Eindruck, dass Du mit jedem Mittel verhindern möchtest, dass Dein Mann zwei Wochen in Polen ist. Täusche ich mich?

Was ist das Nähe-Distanz-Problem, das ihr habt?

MTirs[anxmir


Ich kenne das Problem von früher, wir hatten kein Geld und machten mit den Kindern "Urlaub" bei den Schwiegereltern. Das war teilweise Nervenstress pur für mich, aber ich habe einfach die Vorteile gesehen, morgens lange schlafen, weil wir die Kinder ganz schnell zu den Schwiegereltern schickten, warme und gute Mahlzeiten, kaum Geldverbrauch und wir haben dann einfach Ausflüge in die Umgebung gemacht und die Zeit alleine genossen.

Ich würde dir raten, fahre heuer noch einmal mit, deck dich mit Büchern ein, geh viel spazieren, leg dich in den Garten in ein schönes Eckchen, erhole dich und überlass Mann und Kind der Verwandtschaft. Macht ein paar kleine Ausflüge, nur ihr drei, an einen Badesee oder in eine Stadt zum Bummeln und Eisessen, die gemeinsamen Mahlzeiten stehst du durch, wenn dir jemand blöd kommt, lächelst du und sagst, Entschuldigung, ich verstehe nichts,... (Das Sprachproblem würde ich hier durchaus als Vorteil sehen)

Nächstes Jahr machst du eine frühzeitige Planung und legst sie deinem Mann vor. Dann kannst du auch sagen, wir sind letztes Jahr nach deinem Kopf gefahren, heuer fahren wir zur Abwechslung mal nach meinem.

Wenn man kleine Kinder und kaum Geld hat, ist man eben eingeschränkt, für nächstes Jahr plane gut, es gibt ganz günstige Flugreisen, manchmal kommt das billiger als eine Woche an der Nordsee.

T'ee!lieb:ling


Wie wäre es denn, wenn ihr eine Woche bei den Verwandten Urlaub macht und euch für eine Woche eine schöne Ferienwohnung sucht. Am besten zwischen zu Hause und der Verwandtschaft, dann fallen nicht einmal mehr spritkosten an.

CWotenSauvxage


da wir zurzeit sowieso ein Problem in der Nähe-Distanz-Thematik haben und ein Teil von mir es interpretieren würde, dass er auch einen "Urlaub von mir" genießen würde

Was wäre eigentlich so schlimm daran für dich, das aufzugreifen? Vielleicht täte euch das besser als ein erstrittener oder verstrittener gemeinsamer Urlaub?

Du fühlst dich in Polen total unwohl, wirst deinem Mann jetzt aber keinen anderen Urlaub aufdrücken können. Und nächstes Jahr (?) wirst du mit der Weiterbildung fertig sein und eure finanzielle Situation wird wieder besser sein, so dass ihr dann gemeinsam woandershin fahren könntet (wobei ich mal davon ausgehe, dass es dann wieder einen Polenstreit geben wird, wie auch immer der dann ausgeht).

Den Vorschlag von Mirsanmir fand ich aber auch gut, und der passt vielleicht besser zu dir als meiner ;-)

hqannahH_x31


Ich würde dir raten, fahre heuer noch einmal mit, deck dich mit Büchern ein, geh viel spazieren, leg dich in den Garten in ein schönes Eckchen, erhole dich und überlass Mann und Kind der Verwandtschaft. Macht ein paar kleine Ausflüge, nur ihr drei, an einen Badesee oder in eine Stadt zum Bummeln und Eisessen, die gemeinsamen Mahlzeiten stehst du durch, wenn dir jemand blöd kommt, lächelst du und sagst, Entschuldigung, ich verstehe nichts,... (Das Sprachproblem würde ich hier durchaus als Vorteil sehen)

Nächstes Jahr machst du eine frühzeitige Planung und legst sie deinem Mann vor. Dann kannst du auch sagen, wir sind letztes Jahr nach deinem Kopf gefahren, heuer fahren wir zur Abwechslung mal nach meinem.

Wenn man kleine Kinder und kaum Geld hat, ist man eben eingeschränkt, für nächstes Jahr plane gut, es gibt ganz günstige Flugreisen, manchmal kommt das billiger als eine Woche an der Nordsee.

Ja, ich denke auch so. Der Riesenvorteil den du in Polen hast, ist dass du das Kind auch mal abgeben kannst und vielleicht dann doch viel mehr entspannen kannst, als wenn du dich jetzt total ins Zeug legst und versuchst eine Urlaubsreise durchzuprügeln und dann ist das alles doch teurer als gedacht und stresst euch beide nur. Ich sehe darin auch einen Punkt.

Ich persönlich finde es für Reiseplanung im Sommer auch schon ein bisschen spät. Man kann natürlich immer günstige Last_Minute Angebote finden. So etwas gibt es schon noch, aber das ist dann wieder schwerer planbar.

Ich finde es einen guten Vorschlag, nächstes Jahr früher zu planen und nochmal nach Polen zu fahren - dieses Mal aber total auf die positiven Seiten zu achten und es dir so richtig gut gehen zu lassen. Und wer weiss, vielleicht klappt es ja mit der Schwiegermutter doch?

AAndrexjka


Also wir machen auch jährlich "Urlaub" bei meinem Vater, da er im Ausland wohnt. Es sind definitiv keine entspannten Ferien, da stimme ich Dir zu. Ich persönlich würde das Angebot Deines Mannes annehmen und zwei entspannte Wochen allein daheim verbringen. Ohne Kind, mit Freundinnen treffen usw. Danach wäre Eure Beziehung vielleicht auch wieder frischer. Alternativ: Auto oder Flugreise raussuchen, die Eurem Budget entspricht. Und da gibt es viele. Alles ausdrucken und Deinem Mann hinlegen. Wenn Du immer nur von vielleicht und ob und evtl. sprichst, kann er nichts damit anfangen. Liefer ihm Fakten und dann sprecht darüber.

d2ie_n(aseweixse


Ich würde nach einem echten Kompromiss suchen, z.B. eine Woche fährt dein Mann alleine mit Kind nach Polen, dann kommst du für eine Woche hinterher und dann sucht ihr euch noch für eine Woche einen schönen Campingplatz oder eine Ferienwohnung, z.B. in Polen an der Ostsee oder einer sonstigen schönen Gegend. Vielleicht könnt ihr auch das Kind für ein paar Tage bei der Oma lassen und zu zweit etwas in der Gegend machen. Möglichkeiten gibt es viele, man muss nur von diesen starren Fronten, von dem entweder oder runterkommen.

D(o.rfniexe


Danke für eure Beiträge. Ich werde später näher darauf eingehen und bin für weiteren Input durchaus zu haben.

M'onikxa65


Mein erster Gedanke war, lass ihn allein mit eurem Kind hinfahren. Ich habe Urlaub von Mann und Kind soo genossen, als meine Kinder noch klein waren. :-)

Aber für dich passt das wohl nicht. Wobei ich wie Cote finde, dass es vielleicht für eure Beziehung insgesamt besser wäre, er könnte ohne deine Anwesenheit dort mit seiner Familie Urlaub machen. Ohne dass er immer daran denken muss, wie langweilig alles für dich ist, weil du die Sprache nicht verstehst. (Polnisch lernen??)

Was aber deine eigentliche Fragestellung anbelang, da blicke ich nicht durch.

(ich: erstmal die grundsätzliche Bereitschaft ausloten, dann das Budget festlegen, dann konkret planen, er: sich auf alternative Ideen erst einlassen, wenn ein konkreter Plan schon steht)?

Die grundsätzliche Bereitschaft hat er doch schon kund getan. Budget wären deine drei Minijobgehälter (nicht das Ersparte) und dann schauen, was kann man damit machen. Wobei ich überhaupt nicht verstehe warum du nicht einfach fragst, was für eine Region er sich vorstellen könnte, sonst kann man ja überhaupt nicht konkret planen. Also erstmal einigen wohin, das ist doch das was man zuerst macht.

Möglich wäre auch, dass er allein mit Kind nach Polen fahrt und ihr dann noch eine Woche als Familie, dann ist das Budget weniger belastet. Aber ich verstehe nicht, was du für ein Problem damit hast, ihn zu fragen wo es hin gehen könnte.

gTatxo


Mir ist klar, dass ihr mir diese Fragen nicht beantworten könnt und ich sie meinem Mann stellen müsste. Aber nach dem heutigen Gespräch sind die Antworten ja theoretisch schon klar.

Wieso sind die Antworten klar? Finde ich gar nicht. Du solltest vielleicht mal anfangen, die richtigen Fragen zu stellen.

Du soltest erstmal herausfinden, was dein Mann gerne möchte, bevor du ihm Vorschläge machst. Will er Zeit bei seiner Familie oder mit euch verbringen, wo liegt seine Zahlungsbereitschaft, wie weit ist er bereit zu fahren/fliegen/gehen, Meer oder Berge, Erholung oder Action, usw. Erst dann machen doch konkrete Vorschläge überhaupt Sinn.

Ich habe den Eindruck, dass ihr beide gar nicht wisst, was was der andere überhaupt will. Klärt das erstmal, bevor du hier ein Problem schaffst, wo vielleicht gar keins ist.

D)orfnVi&xe


So, jetzt komm ich endlich mal zum Antworten...

@ Kleio:

Was ist das Problem für Dich die zwei Wochen getrennt Urlaub zu machen? Ist es nur aus Prinzip, weil Paare keine Urlaube getrennt machen oder dass Dein Mann auch ohne Dich eine schöne Zeit verbringen könnte? Würdest Du ihm das nicht gönnen?

Doch, ich gönne ihm eine schöne Zeit. Aber ich kann es nicht besser ausdrücken, irgendwie widerspricht das meinem Beziehungsverständnis. Ich hab mir vorher nie Gedanken darüber gemacht, ob und wie und warum es dazu kommen kann, dass Paare getrennt urlauben. Aber ich find's halt irgendwie seltsam.

Hat er dort Verwandschaft und wie oft sieht er sie sonst?

Er hat dort seine Tante und in der nächsten großen Stadt 2 Cousinen, eine davon hat noch einen Mann. Und die Familie meiner Schwägerin (Frau seines Bruders) lebt auch noch dort in der Nähe. Er sieht sie quasi nie, bzw. eben nur, wenn wir dort hinfahren. 3mal in den letzten 6 Jahren. Aber er scheint sie auch nicht besonders zu vermissen, denn sie telefonieren so gut wie nie miteinander. Eigentlich nur zur Urlaubsplanung, wenn ansteht, dass er dort hinfährt. Ist also offenbar nicht so, dass da ein besonderer Familienkontakt gewünscht ist (von beiden Seiten), sondern eher eine unkomplizierte (wenn man von der Anreise absieht) Urlaubsmöglichkeit.

Oder, würdest Du keine zwei schöne Wochen verbringen können?

Doch, würde ich bestimmt. Hab ich noch nie drüber nachgedacht, wie gesagt.

Geht es Dir also nur darum, Deinen Willen durchzusetzen?

Nein. Wie kommst du darauf?

Ich habe den Eindruck, dass Du mit jedem Mittel verhindern möchtest, dass Dein Mann zwei Wochen in Polen ist. Täusche ich mich?

Ja.

Was ist das Nähe-Distanz-Problem, das ihr habt?

Ich brauche mehr Nähe als er, ganz simpel eigentlich. Ich schätze, dass mein Nähebedürfnis überdurchschnittlich hoch ist (sofern es sinnvoll ist, davon auszugehen, dass ein Durchschnitt existiert), seines eher niedrig. Aus meiner Sicht außergewöhnlich niedrig, aber das kann ich nur schwer beurteilen, weil ich ja durch meine eigene nähebedürftige Brille hindurch gucke und da nur wenige Vergleiche habe.

@ mirsanmir

Ich würde dir raten, fahre heuer noch einmal mit, deck dich mit Büchern ein, geh viel spazieren, leg dich in den Garten in ein schönes Eckchen, erhole dich und überlass Mann und Kind der Verwandtschaft.

Hab ich auch schon überlegt. Aber bei dem Gedanken daran dreht sich mir alles um. Und zwar noch mehr als bei dem Gedanken daran, dass er alleine fährt. ":/

(Das Sprachproblem würde ich hier durchaus als Vorteil sehen)

Ne, ist es nicht (für mich). Ich quastsche gern und viel und dieser kommunikative Teil von mir verhungert da.

Nächstes Jahr machst du eine frühzeitige Planung und legst sie deinem Mann vor. Dann kannst du auch sagen, wir sind letztes Jahr nach deinem Kopf gefahren, heuer fahren wir zur Abwechslung mal nach meinem.

Darauf wird's wohl hinauslaufen. Ich plane total ungern, vor allem wenn es weit im Voraus ist. Aber ich sehe, dass mir das kaum jemand abnehmen wird, schon gar nicht mein Mann. Also muss ich es machen, wenn ich woanders hin möchte.

@ Teeliebling

Wie wäre es denn, wenn ihr eine Woche bei den Verwandten Urlaub macht und euch für eine Woche eine schöne Ferienwohnung sucht. Am besten zwischen zu Hause und der Verwandtschaft, dann fallen nicht einmal mehr spritkosten an.

An sich eine prima Idee. Aber erstens meit mein Mann, weniger als 2 Wochen würde sich nicht lohnen, zweitens kostet eine Ferienwohnung ja auch wieder Geld, das wir nicht haben, und drittens wissen wir noch gar nicht, wie wir/er nach Polen kommen würden. Aber mit Sicherheit nicht mit dem eigenen Auto, das macht die alte Karre nicht mehr mit.

CoteSauvage

Was wäre eigentlich so schlimm daran für dich, das aufzugreifen? Vielleicht täte euch das besser als ein erstrittener oder verstrittener gemeinsamer Urlaub?

Darüber habe ich in den letzten Tagen auch viel nachgedacht. Und wahrscheinlich ist es genau so: wir haben unterschiedliche Bedürfnisse, was Nähe angeht. Wenn jetzt jeder in seiner eigenen Komfortzone bleibt, ändert sich da auch nix dran. Wenn ich also mitfahre, habe ich zwar meine Nähe, aber er sucht dann weiter seine Distanz. Wenn ich ihn belabere und er hierbleibt, passiert dasselbe. Wenn er alleine fährt, gibt es aber vielleicht eine Chance, dass die Dynamik in diesem Thema sich irgendwie verändert.

Und nächstes Jahr (?) wirst du mit der Weiterbildung fertig sein und eure finanzielle Situation wird wieder besser sein, so dass ihr dann gemeinsam woandershin fahren könntet

Weiß ich leider noch nicht. Es hängt nicht allein von mir ab, wie schnell ich meine geforderten Stunden zusammenkriege. Mit viel Glück bin ich nächstes Frühjahr durch.

(wobei ich mal davon ausgehe, dass es dann wieder einen Polenstreit geben wird, wie auch immer der dann ausgeht).

Hm, damit rechne ich irgendwie auch. Nur dass dann meine "Verhandlungsposition" eine andere ist (wegen Geld und so).

@ hannah

Der Riesenvorteil den du in Polen hast, ist dass du das Kind auch mal abgeben kannst und vielleicht dann doch viel mehr entspannen kannst

Kind abgeben ist nicht der Punkt, das kann ich hier auch. Was ich mir viel mehr wünsche, ist ein "richtiger" Familienurlaub. Nur eben woanders...

Ich finde es einen guten Vorschlag, nächstes Jahr früher zu planen und nochmal nach Polen zu fahren - dieses Mal aber total auf die positiven Seiten zu achten und es dir so richtig gut gehen zu lassen. Und wer weiss, vielleicht klappt es ja mit der Schwiegermutter doch?

Ich habe mich noch nicht endgültig entschieden, tendiere aber eher dazu, nicht (mit) zu fahren.

@ Andrejka

Alternativ: Auto oder Flugreise raussuchen, die Eurem Budget entspricht. Und da gibt es viele. Alles ausdrucken und Deinem Mann hinlegen. Wenn Du immer nur von vielleicht und ob und evtl. sprichst, kann er nichts damit anfangen. Liefer ihm Fakten und dann sprecht darüber.

Auf klarere Kommunikation muss ich wahrscheinlich wirklich achten. Nur hat er ja bereits gesagt, dass ich ihm diese Fakten bitte ohne seinen Impuls liefern soll, und dazu ist es ja jetzt zu spät. Und momentan sieht es eher danach aus, als wolle er überhaupt nicht (mehr) drüber sprechen. Wenn ich nur das Wort "Urlaub" sage, fangen seine Augen an zu rollen. Doof, das.

@ naseweise

Ich würde nach einem echten Kompromiss suchen, z.B. eine Woche fährt dein Mann alleine mit Kind nach Polen, dann kommst du für eine Woche hinterher und dann sucht ihr euch noch für eine Woche einen schönen Campingplatz oder eine Ferienwohnung, z.B. in Polen an der Ostsee oder einer sonstigen schönen Gegend.

Die Idee, die Polen-Wochen halbe-halbe zu machen, finde ich super. Das könnte ich mir vorstellen. Müssten wir schauen, ob und wie das organisatorisch geht. Anschließend (oder davor) noch eine Woche anderswo find ich aber nicht so gut, da ich nicht den kompletten Urlaub weg sein will. Eine Woche oder so möchte ich schon hier zuhause verbringen. Abgesehen davon, dass da ja dann auch schon wieder diese bekackte Geld-Frage gelöst werden müsste.

Möglichkeiten gibt es viele, man muss nur von diesen starren Fronten, von dem entweder oder runterkommen.

Da hast du bestimmt sehr recht. Danke!

Dporifni!xe


So, weiter geht's mit dem Rest:

@ Monika

(Polnisch lernen??)

Hab ich mal gemacht, ein Jahr lang. Aber die Sprache ist echt kackschwer (offiziell wohl die siebtschwerste Sprache der Welt). Ich kann auch ein paar Brocken, und mit Übung würde sich da auch bestimmt irgendwas draus machen lassen. Nur tu ich mich total schwer, das wenige, was ich kann, auch anzuwenden. Ich hab da den (irrationalen) Anspruch, korrekt sprechen zu wollen. Bin kein Typ für "Hände-und-Füße"-Kommunikation. Also Klartext: ich trau mich nicht zu sprechen. Außerdem haben mir die Schwiegerleute die Sprache auch irgendwie verhagelt, manchmal mag ich sie gar nicht hören. Ist übertrieben, ich weiß. Aber die Aussicht auf einen Urlaub dort ist es mir (noch?) nicht wert, mich damit näher zu beschäftigen oder was dagegen zu unternehmen. Das mag albern sein, aber zurzeit ist es bei mir so und darf auch so sein. Dass mich das hier nicht weiterbringt oder gar blockiert, ist mir bewusst und nehme ich in Kauf.

Wobei ich überhaupt nicht verstehe warum du nicht einfach fragst, was für eine Region er sich vorstellen könnte, sonst kann man ja überhaupt nicht konkret planen. Also erstmal einigen wohin, das ist doch das was man zuerst macht.

Ich denke, das macht vielleicht jeder etwas anders. Ich würde es andersrum machen: Budget klären, dann schauen, wo man damit wie lange hinfahren könnte und dann aus den Möglichkeiten wählen.

Mein Mann hat mal gesagt, er mag die Berge gern. Ich würde das Meer bevorzugen, aber Berge wäre auch völlig ok. Nur ist Polen halt so viel einfacher, und mein Mann ist da einfach sehr bequem, was planen, sich kümmern, organisieren angeht.

Wenn absehbar ist, wann sich die finanzielle Lage bessert, werde ich planen (müssen). Und dann wohl auch deutlich früher, auch wenn ich das selber nicht besonders mag.

@ gato

Du soltest erstmal herausfinden, was dein Mann gerne möchte, bevor du ihm Vorschläge machst. Will er Zeit bei seiner Familie oder mit euch verbringen, wo liegt seine Zahlungsbereitschaft, wie weit ist er bereit zu fahren/fliegen/gehen, Meer oder Berge, Erholung oder Action, usw. Erst dann machen doch konkrete Vorschläge überhaupt Sinn.

Naja, die Antworten darauf kenne ich ja im Grunde (hatte nur nich alles in den ersten Beitrag reingepinnt, weil der sowieso schon so lang war): Er will in erster Linie Zeit woanders verbringen. Also nicht zuhause. Irgendwo, wo es möglichst still ist. Seine Zahlungsbereitschaft geht gegen 0 - jeder andere Urlaub müsste ja gegen Polen anstinken, und finanziell ist das schlicht unmöglich. Dort ist es für uns wie gesagt billiger, als zuhause zu bleiben. Prinzipiell ist ihm die Strecke egal, nur fliegen tut er ungern. Meer wäre ok wenn es eine Schönwettergarantie gäbe (also weiter weg = teurer = kommt nicht in Frage), ansonsten lieber Berge. Definitiv lieber Erholung.

In den meisten dieser Punkte sind wir uns auch ganz schön einig: ich finde auch, woanders ist immer gut. Zuhause bin ja oft genug. Meine Zahlungsbereitschaft ist prinzipiell vorhanden, derzeit fehlt aber ja die Zahlungsfähigkeit, die Frage stellt sich also (fast) nicht zurzeit. Strecke ist mir auch egal, ich fliege aber super-gerne. Meer mit Schönwettergarantie fände ich bombe (wer nicht?), Meer ohne Schönwettergarantie fände ich auch in Ordnung. Berge kenn ich noch gar nicht so richtig (bin nur als Kind mal drüber- bzw. drunter durch gefahren oder im Winter zum Skifahren), würd ich mir ansehen. Und auch ich suche eher die Erholung. Gerne mit Ausflügen zwischendrin, aber schon mit sehr deutlichem Schwerpunkt auf Erholung, Nichtstun, in den Tag hinein leben.

MUonikxa65


Ich empfehle Korsika, dort gibt es das alles und noch anderes..

Allerdings birgt die Voraussetzung, dass alles erstmal gegen den billigen Polenurlaub "anstinken" müsste, wo auch immer ihr hinfahrt, die denkbar ungünstigste Bedingung für einen harmonischen Familienurlaub. Wenn irgendwas mal nicht so toll ist, bist du womöglich in seinen Augen verantwortlich.

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