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Fremdschwärmen

Alias 724417


Stattdessen solltest du die Baustelle angehen, warum dein Mann wenig Zeit hat und was sich dagegen tun lässt. :)z

Da lässt sich momentan nicht viel dran ändern. Wir bzw. mein Mann baut gerade ein Haus für uns.

grins über dich selber, übertreibe das flirtige geplänkel, erzähl deinem mann grinsend, dass eure blödelei den arbeitsalltag verschönt... was auch immer!

Danke für den Tipp. Ich muss auch oft über mich grinsen. Aber meinem Mann kann ich davon nicht erzählen. Der sieht bei jedem Mann rot und bei ihm besonders.

Eine mögliche Ursache ist, man gibt sich selbst zuwenig Zuwendung und Aufmerksamkeit, man ist den eigenen Bedürfnissen gegenüber eher nachlässig.

Ich fürchte, wenn ich meinen Bedürfnissen nachgehen würde, dann wäre mein Leben eine Katastrophe. Man muss eben seine Bedürfnisse oftmals unterdrücken. Sonst hätte ich sicher nicht so eine tolle Familie.

Cromrxan


Stattdessen solltest du die Baustelle angehen, warum dein Mann wenig Zeit hat und was sich dagegen tun lässt. :)z

Da lässt sich momentan nicht viel dran ändern. Wir bzw. mein Mann baut gerade ein Haus für uns.

Das ist aber nun wirklich kein Grund, sich vernachlässigt zu fühlen und auch nicht besonders fair, sich zu anbiedernden und bettelnden Männern hingezogen zu fühlen.

Wir haben auch mal gebaut - das ist halt eine Zeit im Ausnahmezustand. Mehrere Monate war ich fast jeden Tag nach der Arbeit auf der Baustelle, während sich meine Frau um unser "Altleben" kümmerte.

Als du schriebst, dass dein Mann kaum Zeit hätte, dachte ich erst an den typischen Partnerfrust. Z.B. dass ihm irgendwelche beruflichen Geschäfte wichtiger sind, dass er mit den Kumpels abends um die Häuser zieht, dass er einem exorbitanten Hobby nachgeht oder so was. Aber doch nicht daran, dass er in eure Zukunft investiert. ":/

Ein bisschen tut er mir jetzt leid - ich habe das im Kollegenkreis nämlich genau so schon erlebt. Paar baut Haus, Mann kniet sich rein und investiert viel Eigenleistung, um Geld zu sparen. Frau ist währenddessen langweilig, trifft sich mit anderem und geht schlussendlich fremd. Die beiden sind getrennt, das Haus wurde fertig und wurde sofort wieder verkauft.

Wie gefährdet siehst du deine Position? Du hast damals nichts mit ihm angefangen, weil er gebunden war. Wenn du diese Werte vertrittst (die ich durchaus gut finde), dann müsste dich doch sein Verhalten ankotzen, dass er dir in eurer beider Lage anbietet, in die Kiste zu steigen. Was macht es heute so problematisch für dich, Abstand zu gewinnen, wenn es damals ganz einfach war?

Alias 724417


Wie gefährdet siehst du deine Position? Du hast damals nichts mit ihm angefangen, weil er gebunden war. Wenn du diese Werte vertrittst (die ich durchaus gut finde), dann müsste dich doch sein Verhalten ankotzen, dass er dir in eurer beider Lage anbietet, in die Kiste zu steigen. Was macht es heute so problematisch für dich, Abstand zu gewinnen, wenn es damals ganz einfach war?

Ich glaube ich muss hier mal was klarstellen! Dieses sexuelle "Anbieten" von meinem Kollegen hat nachgelassen, nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich meinem Mann nicht fremdgehen würde. Ich glaube sogar, dass er das eigentlich gut fand. Ich finde ihn halt nur nach wie vor sehr anziehend.

Ich sehe unsere Situation überhaupt nicht gefährdet. Mache meinem Mann ja auch niemals einen Vorwurf, dass er so viel für das Haus macht. Bin halt nur genervt, wenn er dann an freien Tagen lieber um die Häuser zieht, als bei seiner Familie zu bleiben. Ich weiß selber, dass das nicht ganz fair ist.

Bkas(il7x5


Ich finde ihn halt nur nach wie vor sehr anziehend.

Ich sehe unsere Situation überhaupt nicht gefährdet.

Und wo ist dann das Problem?

Ich weiß nicht, warum manche einen riesen Terz machen, wenn eine Frau (oder ein Mann), die sich vor Jahren für einen bestimmten Mann entschieden hat, in einer bestimmten Lebensphase einen anderen Mann interessant findet?

Warum ist man denn dann gezwungen, den anderen mit Krampf zu vergessen und diese schönen Gefühle zu unterdrücken?

Und wieso hat die TE ein schlechtes Gewissen? Es muss nichts mit ihrem Mann zu tun haben.

Mich erschrecken diese vielen Beiträge, in denen es als unmoralisch betrachtet wird, jemand anderen interessant zu finden. Es ist unlogisch und ich denke es ist darin begründet, dass das Problem ein Eigenes ist - ist da plötzlich jemand, der interessant für meinen Partner sein könnte, dann kratzt es sehr am Selbstwertgefühl und man stellt sich selbst in die Eigenkritik weil man meint, dass der andere etwas hat, dass man selbst nicht hat. Oft ist es ja auch so. Aber davon muss man sich distanzieren! Kein Mensch hat alles um die Bedürfnisse des Partners in allen Facetten zu bedienen.

Liebe TE, mach nicht dir die Gedanken, suche dir das Schöne an diesem Gefühl und sei glücklich. Setze deine Grenzen und ihm auch und steh zu ihnen.

Alias 724417


Vermutlich habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich es sicher auch nicht so toll finden würde, wenn mein Mann so Anwandlungen hätte... Aber wie hat mein Mann mal gesagt, wenn du meinst irgendwas machen zu müssen, dann mach es heimlich, so dass ich es nie rausbekomme. |-o

Crom|ran


Ich finde ihn halt nur nach wie vor sehr anziehend.

Das für sich allein betrachtet ist ja nicht schlimm. Ich finde auch manche Frauen anziehend, sehe darin kein Problem. Ich habe meine Grenzen und vor allem stört mich dieses Gefühl nicht. Stattdessen sind anziehende Menschen eine Bereicherung, ich erfreue mich am Anblick und deren Gegenwart.

Es gibt aber Unterschiede zu dir: ich betrachte meine Beziehung als nahezu perfekt (nichts ist ganz perfekt!), vor allem als erfüllend - du erwähnst zwischen den Zeilen, dass du ein wenig unter Kompromissen leidest und dein Leben an Kompromissen ausrichtest, weil es sonst nicht funktionieren würde. Weiterhin habe ich die Freiheit, meiner Frau gegenüber offen über meine Bewunderung anderer Frauen zu reden, weil das Vertrauen da ist. Mit deinem Mann kannst du das nicht, d.h. dieses Ventil der "Entschärfung" und gemeinsamen Reflexion fehlt dir. Du musst mit der Schwärmerei allein klarkommen und das erzeugt offenbar in dir Druck.

Bin halt nur genervt, wenn er dann an freien Tagen lieber um die Häuser zieht, als bei seiner Familie zu bleiben.

Ich hatte dir geraten, mit deinem Mann zu klären, wie ihr mehr Zeit gewinnen könnt. Daraufhin hast du gesagt, das geht nicht, weil ihr in der Bauphase seid ;-) . Das oben ist aber ein Punkt, über den man sehr wohl reden kann. Du hast ein Bedürfnis, welches er nicht ausreichend erfüllt. Darüber muss selbstverständlich gesprochen werden und du solltest dich darauf konzentrieren, zwischen Kompromissen (gut) und ignorierten Bedürfnissen (schlecht) zu unterscheiden. Dein Mann hinterlässt ja durch sein Handeln irgendwo ein Vakuum, weswegen dich die Gedanken über den anderen Kollegen so irritieren, aber immer wieder präsent sind. Aktuell wohl wieder mehr. Irgendwo ist es ja doch verlockend. Du schreibst zwar, dass du eure Situation als überhaupt nicht gefährdet siehst, aber dennoch hast du dieses Thema eröffnet. Du leidest unter dieser Sehnsucht und möchtest sie abstellen. D.h. irgendwo geht es schon über eine distanzierte Schwärmerei hinaus, denn eine Schwärmerei zusätzlich zur eigenen Beziehung ist allenfalls ein Spiel und nicht ein Problem.

Wie viele schon geschrieben haben (und ich auch): schwärme ruhig für ihn, aber steck diese Gefühle in die richtige Ecke. Stattdessen gehe in dich und überlege dir, warum es zum Problem für dich wird und was diese Gefühle über deine eigene Beziehung aussagen. Welche Lücken diese lässt und wie sich diese Lücken abstellen lassen. Da musst du dir selbst gegenüber offen werden, aber auch gegenüber deinem Mann. Sonst kann es passieren, dass dieses Problem irgendwann ein großes wird, wenn du deine ganze Energie dafür aufwenden musst, dem anderen zu widerstehen. In einem solchen Zustand wird eine Beziehung auch kaum noch stolperfrei funktionieren können.

Alias 724417


Danke für die offenen Worte. Du hast mit so ziemlich allem Recht. Aber leider, leider habe ich vor Jahren einen großen Fehler begangen. Ich habe mich von meinem Mann (damals noch Freund) getrennt, weil ich mich ständig alleine gefühlt habe und das auch mehrfach angesprochen hatte, er aber nichts geändert hatte. Das an sich war kein Fehler. Der Fehler war, ich bin direkt zu meinem Ex gegangen. Hauptsächlich weil ich nicht wusste wohin. Würde mir nie wieder passieren. Ich schäme mich echt dafür. Habe dadurch mehr Menschen verletzt, als mir lieb ist. Das trägt mir mein Mann halt heute noch nach und hat auch so gut wie kein Vertrauen mehr zu mir. Kann ich ja alles irgendwo nachvollziehen. Daher gehe ich die ganzen Kompromisse ein. Habe auch Angst, dass es irgendwann mal so richtig knallt. Wie du schon erwähnt hast.

Wir reden auch oft darüber, es ist nicht so, als würden wir nie über das sprechen was uns stört. Daran liegt es nicht.

Ckaram9ala x2


Ich fürchte, wenn ich meinen Bedürfnissen nachgehen würde, dann wäre mein Leben eine Katastrophe. Man muss eben seine Bedürfnisse oftmals unterdrücken. Sonst hätte ich sicher nicht so eine tolle Familie.

Das glaube ich dir gerne, wenn du darunter verstehst, dass du deine Bedürfnisse über andere befriedigen willst.

Du schreibst, dass du dich alleine in dir fühlst, schon vor der Ehe. Das tun ja viele Menschen. Kenne auch einige, die sich und andere ins Unglück reißen, um dem zu entkommen. Fremdgehen, Spielsucht, Alkoholsucht ect. Die Beziehung, die man zu sich selbst aufbauen kann und wie man mit sich selbst glücklich wird, das lernt man in dieser Gesellschaft kaum. Es näher zu erklären, führt aber an dieser Stelle auch zu weit. Für mich ist es unter anderem auch ein spirituelles Thema, was ich aber nicht mit Religionen, Traditionen oder irgendwelchen Gurus verbinde, die genau diese Schwäche im Menschen für sich ausnutzen.

Bras.il7x5


Der Fehler war, ich bin direkt zu meinem Ex gegangen. Hauptsächlich weil ich nicht wusste wohin. Würde mir nie wieder passieren. Ich schäme mich echt dafür. Habe dadurch mehr Menschen verletzt, als mir lieb ist. Das trägt mir mein Mann halt heute noch nach und hat auch so gut wie kein Vertrauen mehr zu mir.

Du hast gesagt, es war vor Jahren!

Warum schämst du dich noch dafür? Jeder Mensch macht Fehler. Und es schein heute ein Fehler gewesen zu sein, doch damals war es doch die Reaktion auf irgendetwas, oder? Wieso ist es nicht vergessen? Ihr seid so eng zusammen, dass ihr ein Haus baut (das Symbol dafür, dass man zusammen bleiben will) und trotzdem hällt er dir diese alte Entscheidung noch vor bzw. trägt es dir nach?

Ich denke, das ist ein Problem - du versuchst ALLES, einschließlich der Unterdrückung deiner Gefühle, um deinem Mann Beruhigung zu geben. Deswegen ist das Unterdrücken deiner Schwärmerei auch so Kräfte zehrend. Es ist nicht das Unterdrücken, dass dir es dir so schwer macht - es ist dein Mann bzw. die Tatsache, dass er dir deinen damaligen Entschluss noch immer nachträgt und es nicht abhaken kann.

Das solltet ihr bitte aussprechen und abklären - weil so hat er dich natürlich emotional unter Kontrolle, meine Liebe.

Alias 724417


Kenne auch einige, die sich und andere ins Unglück reißen, um dem zu entkommen. Fremdgehen, Spielsucht, Alkoholsucht ect.

Ich denke so ein Typ ist mein Kollege. Er hat damals mit Sicherheit seine Frau ins Unglück gestürzt. Ein Kind hat er ja auch.

Ich denke, das ist ein Problem - du versuchst ALLES, einschließlich der Unterdrückung deiner Gefühle, um deinem Mann Beruhigung zu geben.

Ich finde es ja auch nicht gerecht, dass er mir das immer noch nachhält. Aber er sagt, er hat noch immer darunter zu leiden...

Manchmal weiß ich auch nicht, was wäre, wenn wir kein Kind hätten und nicht ein Haus zusammen hätten. Es sind immer wieder so Phasen, da würde ich am Liebsten davonlaufen.

CBomraxn


Das trägt mir mein Mann halt heute noch nach und hat auch so gut wie kein Vertrauen mehr zu mir. Kann ich ja alles irgendwo nachvollziehen. Daher gehe ich die ganzen Kompromisse ein. Habe auch Angst, dass es irgendwann mal so richtig knallt. Wie du schon erwähnt hast.

Wieviele Jahre ist das denn her?

Ich finde es ja auch nicht gerecht, dass er mir das immer noch nachhält.

Ich glaube, dass er darunter leidet (je nachdem, wie lange du beim Ex warst und was da alles gelaufen ist). Du hast ihn schließlich verletzt.

Aber das ist ja eigentlich ein Grund mehr, sich im Vertrauen wieder zu probieren. Du sagst, du wärst felsenfest überzeugt, dass deine Ehe nicht gefährdet ist. Klingst aber anders. Als würdest du dir mit diesen Worten selbst Mut machen wollen. Ich glaube, dieses Schema müsst ihr durchbrechen, notfalls mit einem Coaching. Es geht in Wirklichkeit gar nicht um den anderen - ich glaube sogar, dass du in einer stabileren Beziehung auch merken würdest, dass sich der Kollege wie ein Vollhonk aufgeführt hat. Es geht hier um dich und deinen Mann. Dass dein Mann eifersüchtig ist, verstehe ich nach dieser Geschichte (ein bisschen - es sollte aber nicht 5 Jahre anhalten). Aber dass er ausgerechnet bei diesem Kollegen rot sieht, hat ja Gründe.

Wie durchbricht man das? Nur durch Kommunikation und Offenheit. Einerseits ist dir die Ehe wichtig - das ist ja ein Signal, welches deinem Mann genügend Vertrauen geben sollte, sich auf diesen Dialog einzulassen und sich zu probieren. Andererseits versteckst du so viel vor ihm, dass man Angst haben muss, dass ein erster Dialog eskaliert, weil vermutlich zu viel aus dir rauskommt, was lange aufgestaut war. Man muss nur diesen Faden lesen, um eine ungefähre Ahnung davon zu bekommen:

"Wir lieben uns und verstehen uns blind. Er ist auch echt mein bester Freund. Ihn würde ich jetzt nie eintauschen wollen."

...

"Es sind immer wieder so Phasen, da würde ich am Liebsten davonlaufen."

So, wie ihr handelt, wird das irgendwann explodieren, da bin ich mir recht sicher. Du solltest daher die Eskalation riskieren, wohlwissend, wie behutsam du bei ihm vorgehen musst, damit er alles richtig einsortiert, aber dennoch ehrlich. Aus diesem Teufelskreis musst du raus.

Du hast ihn damals verletzt, aber auch er hat die Gründe, weswegen du das getan hast, nicht ernstgenommen. Da müsst ihr wieder zusammenkommen und die Gespräche deutlich verbindlicher und offener führen als bisher. Du musst ihm ja dabei nicht auf's Brot schmieren, wie du vom Kollegen schwärmst, aber seine Reaktion auf diesen Namen sollte auf jeden Fall ebenfalls thematisiert werden und auch seine häufige Abwesenheit. Auf der anderen Seite solltest du ihn ermuntern, dir zu sagen, was du zum Vertrauen beitragen kannst, und dies auch leben.

Alias 724417


Es ist über 4 Jahre her. Ich war 6 Wochen bei meinem Ex. Das lief wie ne "normale" Beziehung.

Mein Mann würde mich ja am Liebsten komplett einsperren. Jedes Mal wenn ich denn mal aus war, haben wir im Anschluss Streit. War dann deswegen eine ganze Zeit lang wirklich nur noch zu Hause, um dem Streit und dem leidigen Thema aus dem Weg zu gehen.

Du hast ihn damals verletzt, aber auch er hat die Gründe, weswegen du das getan hast, nicht ernstgenommen. Da müsst ihr wieder zusammenkommen und die Gespräche deutlich verbindlicher und offener führen als bisher.

Glaube mir, das haben wir mehr als einmal.

Wir sind momentan noch in einer Extremsituation mit dem Bau und dann wohnen wir extrem beengt, was alles an den Nerven zerrt. Uns bewundern schon alle Menschen rundum, wie wir das aushalten. Daher denke ich auch, dass unsere Ehe durchaus stabil ist. Aber wenn die Situation sich entspannt und mein Mann wieder in sein altes Schema fällt, dann sind wieder Gespräche fällig. Ich lasse mich nicht mehr so zu Hause einsperren.

R9alp3h_HxH


Aber leider, leider habe ich vor Jahren einen großen Fehler begangen. Ich habe mich von meinem Mann (damals noch Freund) getrennt, weil ich mich ständig alleine gefühlt habe und das auch mehrfach angesprochen hatte, er aber nichts geändert hatte. Das an sich war kein Fehler. Der Fehler war, ich bin direkt zu meinem Ex gegangen. Hauptsächlich weil ich nicht wusste wohin. Würde mir nie wieder passieren. Ich schäme mich echt dafür. Habe dadurch mehr Menschen verletzt, als mir lieb ist. Das trägt mir mein Mann halt heute noch nach und hat auch so gut wie kein Vertrauen mehr zu mir.

Eine Beziehung beenden, weil etwas nicht in Ordnung ist, ist doch ok. Und getrennt als Single kannst Du machen, was Du willst. Das ist kein Vertrauensbruch. Du begibst Dich da in eine ungünstige Position, wenn Du Deinem Mann zugestehst, Dich als die allein schuldige zu sehen und ihm zu glauben, er habe kein Vertrauen mehr.

Wichtig wäre mal die Aufarbeitung gewesen, bevor ihr wieder zusammen kommt. Warum hast Du Dich getrennt, warum hast Du Dich ständig alleine gefühlt? Das sind Dinge, wo er mit Sicherheit auch seinen großen Anteil hat, den er ändern oder lösen muss. Wenn er die Schuld nur bei Dir sieht, wird er sich nie ändern und damit wird das Drama bei Euch immer so bestehen bleiben.

iFndiv@iduewlleMxeinung


Vier Jahre sind nun noch keine so extrem lange Zeit, in der Mann/Frau so eine tiefe Verletzung überwunden hat. Das Problem daran ist, dass erste Ur-Vertrauen, die Unschuld der Beziehung (so lange keine Grenzen überschritten sind), bleibt meist nur in den Anfängen. Jeder Bruch führt zu einer neuen Qualität der Beziehung. Diese kann durchaus positiv sein, wenn man einen Schlusstrich ziehen kann, weil die Vergangenheit nicht änderbar ist.

Aber eben auch unbefriedigend teilgelöst, wie es bei euch gerade der Fall ist. Ein gewisses Vertrauen muss bei Deinem Mann vorhanden sein, sonst würde er sich nicht in die Anstrengung eines Hausbau's begeben haben. Er muss euch als stabil genug empfinden, sonst hätte er es vermutlich gelassen.

Ich denke, dass dieses Fremdschwärmen auch ein Teil Deines inneren Widerspruchs ist, weil Dir diese "alte Geschichte" im Denken/Verhalten Deines Mannes immer noch nachhängt. Es hat etwas von dem "drohenden Zeigefinger" der Eltern, wenn sie nicht wollen, dass ihr Kind etwas tut, was gegen ihre Rahmenbedingungen verstößt.

Ich denke es verletzt Dich sein fehlendes Vertrauen nach jedem kulturellem Event zu erleben, obwohl es nicht Sinn der Sache sein kann, dass Du dauerhaft das "Büßerinnenhemd" weiter trägst. Das ist als Geste an Dich ungesund für eure Beziehungsstruktur.

Veranlasst dann einer noch ein Ventil zu suchen, so gesehen steht dieser Arbeitskollege nicht als eigenständige Ursache, sondern eher als Symptom eurer ungeklärten Vertrauensprobleme. Könntest Du das ähnlich für Dich sehen oder liege ich damit völlig daneben?

C_ariama^la 2


Ich glaube es ist ein Widerspruch in sich:

Ich finde ihn halt nur nach wie vor sehr anziehend.

Wenn das so ist und auf der anderen Seite will man das jemand einem vertraut.

Aber wie hat mein Mann mal gesagt, wenn du meinst irgendwas machen zu müssen, dann mach es heimlich, so dass ich es nie rausbekomme.

Wie soll denn das funktionieren, gefühlsmäßig und auch mental. Vertrauen baut sich darauf auf, dass man mit dem leben kann, was der andere macht. In einer offenen Beziehung, weiß man z.B., dass der andere auch außerhalb sexuelle Kontakte haben kann, ohne dass es die eigene Beziehung gefährdet. Es sei einmal dahingestellt, ob das wirklich bei allen funktioniert, die diese Form der Zweisamkeit gewählt haben, aber bei manchen ist das wirklich machbar.

Wenn bei deinem Mann zum Vertrauen körperliche und emotionale Treue dazugehören, dann kann mit den obigen Zitaten, kein Vertrauen möglich sein. Und das nagt dann auch an ihm und es wird zur Eifersucht. Ich glaube er hat, wenn ich das richtig interpretiere, ein ähnliches Problem wie du. Er kann und will nicht alleine sein, weder körperlich noch seelisch, weil er das als großen Verlust empfinden würde. Du sagst von dir, dass du dich innerlich alleine fühlst öfters. Aber wenn beide die gleiche Schwäche haben, dann stößt sich das eher gegenseitig ab, als dass man sich hier eine Stütze ist. Und aus solchen Konstellationen entstehen dann auch gegenseitige Forderungen. Du willst dein Alleinsein über die Aufmerksamkeit anderer ausgleichen und er seine über dich. Das wäre jetzt meine Interpretation. :-)

Ich denke, da könnte man mal genauer hinsehen.

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