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Vertrauen in der Beziehung neu aufbauen

E-ineGu`teFlrBalge hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

ich lese schon so lange hier immer wieder mit, dass ich mich jetzt mit meinem aktuellen Problem einfach mal an euch wenden möchte.

Gleich vorab, es wird einiges geben was ich hier nieder schreibe, wofür ich durchaus verbale Ohrfeigen verdient habe. Ihr müsst mit eurer Meinung nicht hinter dem Berg halten, ich bin auch nicht auf alles stolz was gelaufen ist, daher ruhig raus mit ehrlicher, auch harter Kritik.

Mein Freund und ich sind seit 17 Jahren zusammen, wir sind 32 und 34 Jahre alt, entsprechend haben wir unsere gesamte Jugend zusammen verbracht und sind quasi zusammen erwachsen geworden. Wir leben auch schon 16,5 Jahre zusammen, haben ein sehr enges Verhältnis und wissen quasi alles vom jeweils anderen.

Eine wirklich "einfache" Beziehung hatten wir nie, dafür haben wir beide in der Jugend zu viele Probleme gehabt und sind zwei zu eigensinnige Charaktere, aber wir haben auch nie ernsthaft in Erwägung gezogen uns zu trennen. Ich jedenfalls nicht und ich hoffe, dass es bei meinem Partner auch so ist.

2003 habe ich meinen Freund das erstemal betrogen, ich hatte eine Affäre mit einem Ex-Arbeitskollegen, von der er auch wusste (also mein Freund). Meiner Meinung nach ist die Affäre dadurch entstanden, dass mein Partner mich komplett vernachlässigt hat. Wir haben weder miteinander geschlafen, noch haben wir irgendwas gemeinsam unternommen etc. Er hat fast seine gesamte Zeit eingeigelt in der Wohnung verbracht, wenn wir mal verabredet waren (z.B. wollte er mich von der Arbeit abholen), dann hat er mich versetzt. Küsschen, kuscheln, streicheln, zusammen Arm in Arm TV schauen, all das war niemals vorhanden und das Werben des anderen hat mich dann einfach magisch in den Bann gezogen und ich habe mich in ihn verliebt. Er war auch vergeben, aber wir haben 3 Monate zusammen gehabt, die zwar im Nachhinein ziemlich überflüssig waren, mir aber zum damaligen Zeitpunkt gut getan haben.

Während meiner Affäre hat mein Freund plötzlich eine ganz andere Seite von sich gezeigt. Er war wieder der liebevolle, aufmerksame Mensch den ich so sehr liebe. Er hat mir gezeigt, dass er mich wirklich liebt und begehrt, wir hatten wunderschönen Sex, aber auch absolute Dramen zu Hause. Es ging von Drohungen, über verbale Amokläufe, Rausschmisse (er mich) bis hin zur Suiziddrohung von beiden Seiten. Schließlich hat er die Partnerin meiner Affäre über alles informiert und in Folge dessen ist die Affäre zerbrochen und ich hatte mit ihm nie wieder Kontakt.

Mein Freund und ich haben uns nach und nach wieder zusammengerauft und ein halbes Jahr lang war auch alles in der Beziehung wieder so, dass es richtig schön war.

Nun ist es so, dass wir beide sehr isoliert leben, eigentlich keine Kontakte (außer familiär) haben und uns mehr oder weniger nur auf uns selbst konzentrieren. Etwa ein halbes Jahr nach meiner ersten Affäre lief alles wieder in den Sand, er hat mich kaum mehr beachtet, die normalen Beziehungsdinge haben nachgelassen und unser Leben verlief mehr oder weniger "parallel" ohne besondere Vorkommnisse. Gab es Situationen in denen einer von uns beiden wirklich in Not war (ich hatte z.B. eine massive Angststörung), war der andere IMMER da, ich weiß dass ich mich in den Punkten immer auf meinen Partner verlassen kann. Er würde mich, wenn es brenzlig wird, nie im Stich lassen, aber auch umgekehrt weiß er das von mir.

Das nächste Mal habe ich ihn 2010 betrogen. Diesmal war es eine Internetbekanntschaft. Ich hatte ein Paar kennengelernt, mit dem ich mich ausnehmend gut verstanden habe. Am Anfang habe ich nur bisschen "prickelnder" mit dem Mann geflirtet im Chat, dann hat sich das aber schnell ins Austauschen von Aktbildern etc. gewandelt. Es kam wie es kommen musste, wir hatten Sex. Allerdings muss ich hier dazu sagen, dass der Sex mir weder was gebracht hat, noch ich ihn in irgendeiner Form überhaupt begehrt habe. Er war 20 Jahre älter, null mein Typ und im Bett eine absolute Niete. Sex gibt mir sowieso nichts, ich nutze Sex einfach nur dazu, um Leute an mich zu binden. Männer sind viel treuere Freunde, wenn sie scharf auf eine Frau sind. Ich setze den Sex also dazu ein, um mein fast unstillbares Bedürfnis nach sozialen Kontakten zu stillen.

Auch diesmal kam mein Partner wieder dahinter, auch diesmal gab es ein riesiges Drama und in Folge dessen auch den Kontaktabbruch zu dem befreundeten Paar. Auch die Frau meines "One-Night-Stands" wusste vom Sex mit ihm, anders als mein Partner hatte sie aber kein Problem damit. Parallel zu diesem Mann gab es noch einen anderen, auch den hatte ich im Netz kennengelernt. Wir hatten ein Date, einmal Sex, auch dann brach der Kontakt ab, nachdem ich zu Hause alles gestanden hatte.

Auch dieses Mal rauften wir uns wieder zusammen, bis jetzt, seit Anfang des Jahres, neue Dramen die Beziehung überschatten.

Ich habe im Februar damit begonnen online zu spielen und auch eine Gruppe von Leuten gefunden, mit denen ich mich oft im Teamspeak traf und gequatscht habe. Es waren viele Typen darunter und es wurde geflirtet an jeder Ecke. Ich bin ein Mensch der sehr viel Aufmerksamkeit braucht und so habe ich natürlich mitgeflirtet. 3 von ihnen haben sich in mich verliebt und allen dreien habe ich vorgespielt, dass es mir genauso geht. Ich wollte und lechzte nach dieser Aufmerksamkeit, es hat mir gut getan zu lesen, dass Menschen mich lieben, mich in die Fantasie zu flüchten wenn sie beschrieben haben, wie toll sie mich behandeln würden, wenn ich mit ihnen real zusammen wäre. Alle 3 sind aber (so vernünftig bin ich) keine Typen die irgendwas von dem was sie faseln auch im Reallife umsetzen würden. Träume sind Schäume, aber für mich steckte auch hinter den Nummern kein Gefühl.

Dennoch ging es mir seit Februar deutlich besser als z.B. im letzten Jahr, denn zwischen meinem Partner und mir war wieder einmal ein "geschwisterliches" Verhältnis eingekehrt. Wir haben einmal im Monat Sex, wenn ich ihn nachts umarmen möchte boxt er mich im Schlaf, damit ich ihn bloß nicht berühre, wir küssen uns nie und unsere Zeit haben wir damit verbracht, dass er am PC sitzt und zockt und ich allein im Wohnzimmer saß und mich gelangweilt habe. Seine Aufmerksamkeit kehrte schlagartig zurück, als ich anfing jeden Abend über Teamspeak zu kommunizieren.

Es gab monatelang harte Streits, vor allem wegen einem Kerl, mit dem lustigerweise aber nie irgendsoetwas lief. Mit dem verstehe ich mich tatsächlich gut was daran liegt, dass er auf nem anderen Niveau agiert und nicht so "dödelgesteuert" ist, wie die anderen 3, die mir schon nach einer Woche des Kennenlernens ihren Penis gezeigt haben. Der andere ist einfach nett, allerdings haben wir uns virtuelle Gegenstände geschenkt, die mit Namen versehen waren. Nehmen wir an ich heiße Sabine und der andere Paul. Dann hat er mir z.B. einen Gegenstand fürs Spiel geschenkt auf dem "S & P <3 stand. Allerdings hat er dabei keine Hintergedanken, er hegt ein genauso inniges Verhältnis zu seiner Schwester wie zu mir. Er ist auch absolut kein Typ den ich mit solchen Flirtspielchen verarschen wollen würde, denn er ist eher die Gattung "naiv", ist deutlich jünger als ich und hat es m.M. nach auch gar nicht verdient, für solche Spiele benutzt zu werden.

Dieser Typ war aber meinem Partner ein massiver Dorn im Auge, so dass wir hier richtig viele Dramen hatten in den letzten Monaten. Erster Hauptauslöser war die Änderung meines Spielnamens. Auch hier ein Beispiel: Nehmen wir an, dass mein Name vorher "Sabinchen" war und seiner "Paulchen". Dann habe ich mich nach einer Weile in "Paulinchen" umbenannt, so dass wir künftig Paulchen und Paulinchen waren. Das hat meinem Partner aber überhaupt nicht gepasst und dass ich ihm sagte, dass dort nichts, aber auch gar nichts hinter steckt, hat er mir nicht geglaubt.

Jeden Tag gab es fast Streit hier. Am einen Tag hat mein Partner mich als Hure beschimpft, am nächsten hat er geweint und mir versichert er liebe mich und es verletze ihn so sehr, wenn ich mit Paulchen und Paulinchen unterwegs bin. Er hat mir stundenlange Moralpredigten gehalten, dass fremdgehen bereits im Kopf beginne und dass es nicht normal sei, wenn sich eine Frau die einen Partner hat, nach einem anderen Mann benennt und sei es auch nur im Spiel. Er hat besonders diesen einen Typen mit Worten beschimpft (also nur vor mir), ihm den Tod gewünscht, mir grausige Fantasien geschildert, was er mit ihm gern machen würde und generell in seinen Beschimpfungstiraden immer wieder Sätze geäußert wie: "Jeder Psychologe würde mir Recht geben, so wie Du verhält man sich nicht, Du bist eine Nutte, solchen Leuten wie Dir gehört die Fo.... weggeschnitten, wer fremdgeht sollte gefoltert werden etc". Ich kenn solche Äußerungen von meinem Partner, es ist in Wut umgewandeltes Gefühl was er da rauslässt. Dennoch weiß er, wie sehr ich es hasse, wenn er so vulgär und gewalttätig wird, doch ich glaube, er provoziert mich gern damit ein wenig.

Das es die anderen 3 waren, mit denen nebenher eine kleine (von mir völlig gefühllose) virtuelle Liebelei lief

Antworten
E<in`eGu`teF8ragxe


das hat er nicht begriffen. Klar, im Teamspeak habe ich mich auch nie so verhalten, die Flirts und Liebesbekundungen fanden ausschließlich per Whatsapp oder Textchat statt. Etwas dahinter oder je die Idee zu einem realen Treffen bestand aber nie. Für mich war das auch nicht ernst gemeint, ich wollte eben die Nr. 1 bei diesen Jungs sein und so habe ich sie an mich gebunden. Ich weiß, dass das nicht nur meinem Partner gegenüber, sondern auch den Typen gegenüber ziemlich asozial ist, dessen bin ich mir bewusst.

Rausgekommen ist das alles im übrigen, weil mein Freund das Passwort meines Handys geknackt hat. Er spioniert mir häufiger nach, weil er nach eigener Aussage keinerlei Vertrauen in mich hat. Dass ich mich dagegen wehre und wütend werde kann er nicht verstehen, denn sein Misstrauen ist ja, wie er sagt, nicht unbegründet und das stimmt natürlich. Er versteht nicht, warum ich überhaupt einen Passwortschutz im Handy habe und das ist ja schon eigentlich wahr. Ich habe den Schutz drin, weil ich nicht wollte das er etwas davon mitbekommt.

Für mich waren diese Spielchen einfach eine bequeme Methode meine eigenen Probleme zu verdrängen, ein wenig aus der Isolation rauszukommen und Kontakte aufzubauen, auch wenn die Kontakte eigentlich für den Hintern waren.

Noch bevor das rauskam, dass es mit den 3 Typen lief, gab es permanente Streitereien wegen dem Typ, mit dem überhaupt nichts lief. Die Eifersucht meines Freundes wurde immer größer. Wenn er wusste, dass ich mit ihm im Teamspeak war, hat er öfters einfach mal die Türen knallen lassen, hat mich kaum beachtet oder mich beschimpft und dann ist er 2 x sogar mitten in der Nacht einfach abgehauen.

Ein Tag ist mir besonders in Erinnerung geblieben. An dem Tag hat er etwa die Hälfte seiner persönlichen Gegenstände zerstört, darunter alle Dinge die ich ihm geschenkt habe. Er hat sie nicht einfach nur in die Ecke gepfeffert, sondern komplett zerschnitten, zerissen und zerstört. Kurz davor sagte er zu mir, dass er sogar darüber nachgedacht habe, vom Hochhaus zu springen. Ich ging wie immer ins Teamspeak (nachdem wir uns wieder gestritten hatten) und gegen Spätabend verließ mein Partner ohne Worte das Haus. Er nahm kein Handy mit, war nicht erreichbar und ich hatte ein ganz mieses Gefühl.

Ich rief die Polizei, die eine Fahndung einleiteten und nach 3 Stunden stand er plötzlich wieder zu Hause, tat völlig überrascht warum ich die Polizei gerufen habe und hat mich dann aber insoweit bei der Polizei Nicht in Verruf gebracht, indem er bestätigt hat, dass er die Suiziddrohung wirklich gesagt hatte. Das ganze ging glimpflich aus und ich sagte meinem Partner, dass ich unbedingt einmal für 1, 2 Nächte weg müsse, einfach allein sein, nur noch nachdenken. Dass das in der Situation total beschissen ist und eigentlich erst Recht für ihn aussehen muss das ich fremdgehe hat mich aber so irritiert, dass ich letztlich doch nicht gefahren bin.

Am nächsten Tag (einen Tag nach der Polizeiaktion) wollte ich eigentlich weg, bin aber auf halbem Weg umgekehrt und zurück gegangen. Mein Freund ist weinend zusammen gebrochen, hat mir gestanden, dass er am Vortag schon auf der Autobahnbrücke stand, dass er nicht mehr könne und wolle und dass er mich über alles liebe und es ihm so weh tut was dort passiert.

Ich habe dann meinen Namen auf der Spieleseite geändert, um ihm zu zeigen, dass mit der Person, auf die er sich so sehr eingeschossen hatte, wirklich nichts lief. Wir haben nie geflirtet, nie irgendwas miteinander geshakert oder sonstwas, einfach nur gespielt.

Wir erlebten 2 Tage voller Glück, mein Freund war wieder so zärtlich und liebevoll zu mir, dass ich vor Glück hätte weinen können. Seine Tränen haben mir auch richtig weh getan, ich wollte ihm nie weh tun, alles was ich wollte war, mich selbst ein wenig aus der Triste meines Alltags reißen, wenn auch mit falschen Mitteln.

Jetzt vor 2 Tagen gab es den nächsten Eklat, denn mein Freund hat wiedermal mein Handy geknackt und die Whatsappnachrichten von einem der drei Typen gefunden in denen er mir sagt, dass er mich liebt und ich da erwidere.

Diesmal war der Streit zwar nicht ganz so groß und ich habe auch jegliche Kontakte mit den Typen sofort abgebrochen, doch das Vertrauen von meinem Freund zu mir ist vollkommen weg. Auch ich komme mir total scheiße vor, denn ich kann kaum mehr das Haus verlassen ohne mir Gedanken darüber zu machen dass er denken könnte, dass ich ihm fremdgehe, mit anderen telefoniere etc.

Dabei wäre es genau das was ich brauche. Ab und an ein wenig Zeit mit mir verbringen um mir darüber klar zu werden, was eigentlich in meinem Leben echt schief läuft. Doch ohne Vertrauen seinerseits, was er logischerweise nicht mehr hat, ist das alles unglaublich schwer.

Naja, all diejenigen, die diese Story bis zum Ende gelesen haben und jetzt nicht gedanklich schon bei der Zwangseinweisung stehen würde ich gern die Frage stellen: Wie kann ich es anstellen, dass mein Freund mir wieder vertraut? Er hat mir gesagt er liebt mich, ich brauche keine anderen, auch nicht virtuell, er ist für mich da wenn ich ihn brauche. Körperliche Nähe lehnt er aber (mit Bezug auf das, was er nun rausfand) wieder ab, ist abweisend und verletzt mich damit erneut. Ein Teufelskreislauf.

Ich glaube ihm das er mich liebt, auch ich liebe ihn, mehr als alles andere auf der Welt, aber ich habe unglaubliche Angst, dass wir das nicht mehr gekittet kriegen. Ich würde diesen Menschen nie verlassen, außer der ersten Affäre gab es niemanden, wo ich auch nur im Ansatz ein Gefühl gehabt hätte. Die ganzen Typen, ob real oder virtuell waren mir IMMER scheißegal und der Sex war für mich einfach nur ein Mittel zum Zweck, um die Kontakte fester an mich zu binden, weil ich es genieße, wenn man mich umschwärmt und bereit ist "in die Bresche" zu springen für mich.

FZe.


Wie kann ich es anstellen, dass mein Freund mir wieder vertraut?

Spontane Antwort: Gar nicht.

Dein Freund müsste ja schon ziemlich bescheuert sein, wenn er dir wieder trauen sollte.

Vielleicht kann er dir wieder vertrauen, wenn du es schaffst, ein neuer Mensch zu werden? Wenn du zu einem grundehrlichen Menschen wirst, der nie mit den Gefühlen anderer spielen würde? Ja, das wäre sicher eine gute Idee, dich so zu verwandeln. Aber ob das deine Beziehung nach kitten kann, ist die Frage.

Wenn dein Freund die Geschichte hier erzählen würde, könnte ich ihm nur raten, sich von dir zu trennen.


Kürzen wir das mal ab. Bist du bereit, dich vollkommen zu ändern und dich zukünftig so zu verhalten, dass du nicht mehr anderen unnötig weh tust, nicht mehr mit ihren Gefühlen spielst, niemanden mehr betrügst?

Wenn du das willst, ist das eine wahrlich große Aufgabe, bei der dir das Forum vielleicht mit Rat zur Seite stehen kann.

Willst du das nicht, willst du so weitermachen wie bisher, dann ist dir nicht zu helfen. Dann kann hier allenfalls deinen Opfern geholfen werden.

E/ineGu3teFragxe


Das ist mein fester Wunsch, ja.

Ich möchte keinen Menschen mehr weh tun, ich möchte nicht mehr mit den Gefühlen anderer Leute spielen und Menschen verletzen, die ich eigentlich wirklich liebe.

Ich habe meinem Freund auch versprochen eine Therapie zu beginnen, um die Ursachen für meine Probleme herauszufinden.

Mir ist klar, dass ihm die meisten Menschen sagen würden, er solle sich von mir entfernen und abhauen. Vermutlich wäre es IHM gegenüber auch die einzig faire Lösung. Aber ich liebe ihn ehrlich und möchte ihn nicht verlieren.

M;elpomOenxe


Wenn dein Freund die Geschichte hier erzählen würde, könnte ich ihm nur raten, sich von dir zu trennen.

Wenn der Freund hier erzählen würde, dann wüssten wir aber vielleicht auch, warum er sie links liegen lässt, wenn sie nicht gerade fremdgeht.

Wir haben es hier mit zwei sehr verschiedenen Menschen zu tun.

Er ist jemand, der offenbar keine Nähe oder Kontakt wünscht, der ein Einzelgänger ist und seine Freundin eigentlich nur "nebenher" hat. Er liebt sie schon, sonst wäre er nicht immer für sie da, wenn sie Probleme hat oder wenn sie ihm zu entgleiten droht, aber im Alltag hat er keinen Bock auf irgendwelche Paaraktivitäten (und wenns nur zusammen einen Film schauen ist).

Sie hingegen braucht Nähe, Bestätigung, Aufmerksamkeiten, um glücklich zu sein. Gleichzeitig ist sie aber anscheinend auch eine Einzelgängerin, die halt nicht gerne rausgeht, sonst würde sie sich schlicht irgendwo im Verein anmelden und ein paar Freunde finden, die ihr zuhören und mit denen sie weggehen und quatschen kann und so ihre Aufmerksamkeit bekommt. Stattdessen hat sie nur ihn und verhungert emotional. So, wie sie ihn beschreibt, würden auch Menschen mit einem geringeren Aufmerksamkeitsbedürfnis da früher oder später verhungern.

Und so hat sich da diese Situation eingeschlichen, denn eigentlich schlägt sie doch zwei Fliegen mit einer Klappe, wenn sie ihren Freund betrügt: Verlassen tut er sie offenbar eh nicht, das hat sie schon sehr, sehr früh gemerkt, als er sie wegen einer echten Affäre nicht verlassen hat. Von daher hat sie keine Pistole auf der Brust. Wenn sie ihn jetzt betrügt - sei es real oder virtuell - dann bekommt sie zweierlei: Die Bestätigung von ihren Verehrern und Affären und gleichzeitig die Aufmerksamkeit von ihrem Freund. Das, was sie eigentlich am meisten will, denn sie macht ja klar, dass die Affären ihr nichts bedeuten.

Wenn diese Beziehung dieser zwei sehr unterschiedlichen Menschen sich ändern soll (ich sage jetzt nicht "zu retten ist", anscheinend hat ja keiner der beiden vor, sich zu trennen, egal wie sie beide leiden), dann müssen beide daran arbeiten. Sie kann definitiv nicht von ihm verlangen, ihr zu vertrauen. Dafür hat sie zu viel Mist gebaut und das viel zu oft. Aber im Grunde, so bitter es klingt: Wenn er sie 99% der Zeit links liegen lässt und sie sich im Grunde fühlt, als wäre sie Single, dann darf er sich irgendwann auch nicht wundern, wenn sie sich verhält, als wäre sie es. Hier liegen ja Jahre zwischen den Vorkommnissen, das darf man nicht vergessen. Sie hat sich scheiße verhalten und das extrem, aber im Grunde hat er sich über Jahre ihr gegenüber nicht besser verhalten, indem er sie im Alltag behandelt wie seine Schwester oder gar eine Fremde.

Normalerweise würde ich bei so einer verfahrenen Situation auch eher zur Trennung raten, aber da die beiden anscheinend so masochistisch sind, aneinander zu kleben, obwohl sie einander offenbar nicht guttun, bleibt da nicht viel anderes als zu raten, dass SIE sich entweder wirklich Kontakte im realen Leben außerhalb sucht oder, wenn sie das nicht will/kann (was ich verstehe, weil das auch nicht so mein Ding ist), dass sie sich mit ihm zusammensetzt und ihm klar macht, was ihre Grundbedürfnisse in der Beziehung sind und was sie braucht, um... naja, "treu zu sein". (Normalerweise würde ich jetzt "bei ihm zu bleiben" schreiben... was sie aber eh will...) Und wenn das heißt, einen Terminplan zu machen, wann man zusammen Fernsehen schaut, dann heißt es das. Und wenn er sich damit dann so unwohl fühlt und ihm das zu nah ist, dann muss man sich wieder zusammensetzen und reden und nochmal neu feststellen, ob man wirklich ein Paar sein will, obwohl einer in der Beziehung immer unglücklich sein wird.

M0elpMomxene


Und das Forum fraß meinen letzten Absatz. %:| Also nochmal:

Ich glaube im Moment nicht, dass sie dauerhaft treu sein kann, weil sie aus den Affären nur Vorteile hat. Solange sie durch die Affären bekommt, was sie will (nämlich die Liebe und Aufmerksamkeit ihres Freundes) glaube ich nicht, dass eine dauerhafte Veränderung möglich ist. Zeitweise hat sie sich ja immer Jahre zusammengerissen, aber irgendwann geht das eben nicht mehr.

Ich denke, dass sie sich nur wirklich ändern kann, wenn die Affären negative Konsequenzen haben, die wirklich spürbar sind. Solange sie an negativen Dingen ein bisschen Streit und Kontrolle bekommt, wird das nicht reichen, um den positiven Effekt der Aufmerksamkeit von Fremden und vor allem ihrem Freund aufzuwiegen. Die braucht sie ja wie der Verdurstende das Wasser. Wenn man dann erstmal getrunken hat, dann ist es erstmal okay und man will sich bessern, aber der nächste Durst kommt bestimmt, wenn sich an der Wasserknappheit (= Dem Verhalten des Freundes im Alltag) nichts ändert.

E%ineGmuteeFrage


Danke Melpomene für Deinen Beitrag.

Ich will noch kurz was dazu sagen, warum ich mir keine "realen" Freunde suche. Ich weiß nicht mal selbst woran das liegt, ich bin eigentlich ein geselliger Mensch. Ich bin immer neidisch wenn meine Nachbarn hinterm Haus sitzen, quatschen und lachen und ich doofe Kuh allein in der Wohnung ohne Kontakte.

Ich bin total unselbstbewusst, halte nicht so viel von mir selbst und geh daher auch nie raus. Würde ich Abends mal auf die Idee kommen "wegzugehen", würde mein Partner vermutlich gar nicht begeistert davon sein. Klar, habe ich ja auch jahrelang nicht gemacht. Hätte ich umgekehrt sicher auch dran zu knabbern, das muss ich fairerweise dazu sagen.

Ich muss noch dazu sagen, dass es durchaus schon vorkam, dass wir "gemeinsame" Freunde hatten. Ich hatte eine Arbeitskollegin, die meinen Freund "supertoll" fand. Naja, auch da habe ich Spielchen gespielt, diesmal aber in der umgekehrten Hinsicht. Ich habe die beiden quasi "scharf" aufeinander gemacht und er hat sich drauf eingelassen. Es kam zwar nie zum äußersten, aber geknutscht, hart gefummelt und sich "ich liebe dich" ins Ohr geflüstert haben sie auch und das vor meinen Augen. Ich weiß selbst nicht, warum ich diese Spielchen so brauche. Mich hat das bis ins Mark verletzt, ich habe Rotz und Wasser geheult, aber gleichzeitig war es auch so ein "Kick" für die Beziehung, die Eifersucht zu spüren und wieder zu wissen "JA den Mann liebe ich".

Er (und auch ich) sehen das allerdings nicht als fremdgehen an, weil er selbst sagt, ich hätte ihn dazu genötigt das zu tun. Er sagt, er hatte Schiss das ich sauer werde, wenn er dem Mädel sagt, dass er eigentlich gar nichts von ihr möchte, sondern das nur mir zu liebe macht, weil ich solchen Spaß an sowas habe und sauer werde, wenn er mich in ein blödes Licht rückt.

Die Tussi war am Anfang ziemlich doof zu mir auf der Arbeit, hat mich gemobbt und erst als sie meinen Freund kennengelernt hat, war sie ganz anders. Total aufmerksam und ich habe halt gehört, wie sie einer Kollegin gesagt hat, dass sie alles dran setzen wird ihn mir auszuspannen. So kam ich auf die Idee, sie selbst noch in die Richtung zu schubsen. Wir haben eine "Trennung" vorgegeben (die nicht stattfand) und sie hat sich dann um ihn gekümmert. Nebenbei hat sie aber auch mit mir bisschen rumgeknutscht (Flaschendrehen), da waren wir aber noch deutlich jünger als heute.

Mein Freund bezeichnet sich selbst als Moralapostel und wirft mir heute noch vor, ihn damals dazu gebracht zu haben. War auch nicht die einzige Frau, es gab noch eine, ganz am Anfang unserer Beziehung. Damals hatte ich nur den Verdacht, dass sie scharf auf ihn ist und habe ihn gebeten, nur mal vorsichtig in die Richtung zu stupsen was da los ist.

Das Ende vom Lied war, dass er sie heimlich Abends (ich habe bei einer Freundin übernachtet) in unsere gemeinsame Wohnung geholt hat, die Tür von innen abgesperrt war und als ich nach Hause kam, hat sie hastig ihr Oberteil zurecht gerückt. Beide behaupteten aber es wäre nichts gewesen. Später hat er mir erzählt, dass sie sich öfters Abends getroffen und auch geküsst haben.

Dennoch vertraue ich meinem Freund blind, ich würde ihm seine Traumfrau nackt auf den Bauch binden und wüsste, dass mit seinem heutigen Denken da nichts mehr passieren würde.

Und nochmal zu den realen Freunden. Es gab schon Fälle, da habe ich (wenn auch übers Netz) sogar das ein oder andere nette Mädel kennengelernt. Die eine hat z.B. ein Kind bekommen und mich zu sich eingeladen übers Wochenende, um den kleinen Erdenbürger zu begrüßen. Sie hat meinen Freund mit eingeladen, aber er will sowas eben nicht. Gleicherzeit sagt er aber auch, dass man in einer Partnerschaft nicht einfach mal übers Wochenende zu wildfremden Leuten fährt.

Reale Kontakte sind daher so eine Sache. Gemeinsame Freunde sind schwierig, weil mein Freund den Drang dazu hat immer vorzugeben wer anders zu sein als er ist. Wir leben bescheiden, in einer drei Zimmerwohnung, die nicht gerade die perfekten Möbel hat. Bei uns ist es nicht immer perfekt steril, mein Freund ist aber Perfektionist und würde z.B. niemals jemanden in die Wohnung einladen, weil es ihm peinlich wäre, wie wir leben. Nach außen ist er der perfekte Gentleman, er sieht überdurchschnittlich gut aus, hat perfekte Manieren, gibt vor ein seriöser, berufstätiger Mensch zu sein. Die Wahrheit ist aber eben die Wohnung im Mittelstandsviertel, die Arbeitslosigkeit und die "relative Normalität".

Wie sollte ich potentiellen Freunden denn erklären, dass ich in einer Beziehung lebe, aber niemals meine Freunde mal mit heim bringen kann? Wie soll ich potentiellen Freunden denn erklären, warum ich nicht abends mal mit einer Clique aus Männern und Jungs weggehen kann? Weil ich eine Betrügerin bin und mein Freund zu Recht glaubt, ich vögel ihm wieder fremd? Ich würde mir ja selbst nicht glauben wenn ich beteuern würde, dass ich es nicht tue. Auch wenn ich weiß dass ich es nicht tun würde. Denn der virtuelle Quark ist für mich schon etwas weniger gewesen, als reales Fremdgehen. Wenngleich es mir leid tut, dass ich mit den Gefühlen der Personen gespielt habe.

MjadamSe CharJentoxn


mach eine Therapie und konzentrier dich auf dich selbst. im Grunde ist eure Beziehung einfach nur scheiße (sry aber ich bin wirklich schockiert von deiner Geschichte) und ich hoffe du erkennst das irgendwann. ihr tut euch gegenseitig nicht gut.

Mjelp|omCenxe


Ich gebe Madame Charenton recht - die Beziehung tut dir nicht gut, liebe TE. Dein Partner sperrt dich förmlich ein und vor anderen Menschen weg und du hast zur Kompensation diese total irren Dinge entwickelt, um dein Leben mit Emotionen zu füllen. Auch, wenn das so verrückte Dinge wie Eifersucht sind, indem du deinen Partner zu einer anderen Frau drängst. Du willst leben und er-leben und fühlen, aber dein Freund hält dich von anderen fern und gibt dir gleichzeitig nichts. Dein Verhalten ist natürlich auch unter aller Kanone, aber ihr tut euch beide nichts: Dein Freund verhält sich dir gegeüber unmöglich und du dich ihm gegenüber.

Ich bin jetzt über 30, wohne auch mit meinem Partner zusammen und weißt du was? Mein Partner und ich fahren auch mal getrennt in Urlaub. Ich gehe unheimlich ungerne vor die Haustür (bin ein Online-Mensch, wenn es um soziale Kontakte geht), aber wenn ich dann was draußen mache, dann auch gerne ohne meinen Partner, egal ob da Männer oder Frauen dabei sind. Mein Mann hält es genauso - der fährt, wo er in Rente ist, auch mal ein Wochenende oder noch länger weg und das mehrfach im Jahr. Da habe ich auch kein Problem mit. Wieso auch - wenn man sich nicht gegenseitig zum absoluten Lebensmittelpunkt macht? Eine Beziehung sollte immer eine Bereicherung sein, aber niemals Lebensinhalt. Man sollte sich immer auch selbst genügen können. Deine Beziehung ist für dich ein Gefängnis und weil du nichts anderes kennst als eben dieses Gefängnis mit seinen kargen Rationen der Liebe, die du nur bekommst, wenn du dich mit anderen darum prügelst (egal, ob du deinen Freund zu anderen Frauen schubst oder ihn und andere Männer zum kämpfen bringst). Du weißt gar nicht, wie eine vernünftige Partnerschaft aussehen kann, die gesund ist.

Mein Rat wäre auch eine Therapie, aber zunächst einmal die Trennung vom Freund, denn solange er dich so einsperrt wirst du deine elementaren Bedürfnisse nicht anders als auf diese jetzt erlernte, ungesunde und falsche Weise zu befriedigen wissen. Du musst da erstmal raus und Kontakte knüpfen, die dich ohne das ganze Affärendrama glücklich machen, egal ob mit Männern oder Frauen und egal ob online oder real. Guten Freunden ist es egal, wo deine Wohnung liegt und wie hübsch sie ist und ob du einen Job hast. Denen geht es um dich und deine Persönlichkeit. Dein Freund ist ein Gefängniswärter und du bist seine Gefangene, die ab und zu rebelliert und eben Mist baut, damit sie hinter Gittern von ihrem Wärter und Leuten "da draußen" wahrgenommen wird. Das ist keine Liebe oder Bereicherung. Das ist Abhängigkeit voneinander (denn was soll ein Wärter ohne Gefangene und was soll eine Gefangene, die die Welt außerhalb der Zelle nicht kennt, ohne die einzige Person, die bisher bei ihr war und ohne die sie sich dann ganz verlassen fühlt?).

MGariex27


Puh, also das ist mal eine verkorkste Beziehung!

Im Endeffekt ist Dein Freund ein ganz armer Kerl und Du auch. Er, weil er offenbar so krass emotional von Dir abhängig ist und es nicht schafft, Dich endlich in den Wind zu schießen. Du, weil Du es - warum auch immer - brauchst, Deinen Freund zu betrügen und Aufmerksamkeit zu bekommen und noch vieles mehr, und das alles auf Kosten anderer Leute. Furchtbar!

Ihr hättet euch schon viel früher trennen sollen und ich persönlich sehe nicht, wo es da noch was zu kitten geben soll. Seit 17 Jahren wird das doch immer schlimmer, ich seh da keine Hoffnung. Und selbst wenn, dann nur kurzzeitig. Die Beziehung kommt mir vor wie ein Steg, der auf morschen Pfeilern steht und das seid ihr.

Ich mag einen falschen Eindruck bekommen haben aber ich finde es schrecklich, wie Du ihn immer weiter quälst und Dein Ding durchziehst... er knallt die Türen weil Du mit Person xyz schreibst und Dich stört das noch nicht mal! Respekt scheints bei Euch nicht mehr zu geben.

Und, liebe Melpone, Du schriebst, dass ihr Freund die TE einsperren würde. Das finde ich zum Beispiel gar nicht. Er hindert sie nicht dran, rauszugehen. Sie möchte es vielmehr ja selber nicht. Ich konnte nirgendwo lesen, dass er ihr irgendwas verboten hätte, vielleicht hab ich aber auch was überlesen. Trotzdem, dass er der Gefängniswärter und sie die Eingesperrte ist? Ne, der Freund handelt natürlich auch falsch aber für das, was SIE da abzieht, macht er gar nichts... er lässt es sich gefallen.

Mir schwirrt noch so viel im Kopf rum, bekomm ich aber grad nicht aufs Papier.

FNex.


Wenn der Freund hier erzählen würde, dann wüssten wir aber vielleicht auch, warum er sie links liegen lässt, wenn sie nicht gerade fremdgeht.

Wir haben es hier mit zwei sehr verschiedenen Menschen zu tun.

Er ist jemand, der offenbar keine Nähe oder Kontakt wünscht, der ein Einzelgänger ist und seine Freundin eigentlich nur "nebenher" hat.

Ich vermute auch, dass sie nicht die einzige Baustelle hier ist, sondern bei ihm auch ein Problem ist, ...

Dein Freund verhält sich dir gegeüber unmöglich und du dich ihm gegenüber.

... aber das ist nicht alles! Sie spielt auch hemmungslos mit den Gefühlen anderer (dritter, unbeteiligter Personen), verletzt und verarscht sie nach Strich und Faden, scheint offenbar völlig unwillig oder unfähig, sich mal in deren Lage hineinzuversetzen, zu sehen, wie sie denen weh tut, und die richtigen Konsequenzen daraus zu ziehen. Das Leiden dieser Dritten ist ihr offenbar völlig egal oder sie hat sogar ihren Spaß daran.

Was auch immer mit ihm los ist, wage ich anhand der bisherigen Informationen nicht zu diagnostizieren. Aber egal was, das entschuldigt keinesfalls auch nur annähernd ihr Verhalten dritten Personen gegenüber!

Und mit diesem Verhalten ist sie einfach nicht liebens-wert. Kein liebevoller und vernünftiger Partner würde so ein Verhalten Dritten gegenüber dulden. Eine gesunde Liebesbeziehung kann sie so also keinesfalls erreichen, mit keinem Partner.

Deshalb sage ich: Die erste Baustelle ist sie selbst.

Daran muss sie arbeiten.

Was es dann noch an Baustellen gibt, das kann man dann sehen. (Ja, ich denke, da ist auch eine Baustelle bei ihm, aber ich fürchte, die, die hier meinen, die beiden tun sich nicht gut, haben eh recht, und im Falle einer Trennung sind seine Baustellen für ihr weiteres Leben weniger relevant.)

F$e/.


Ich möchte keinen Menschen mehr weh tun, ich möchte nicht mehr mit den Gefühlen anderer Leute spielen und Menschen verletzen, die ich eigentlich wirklich liebe.

Das ist ein guter Vorsatz. Setze ihn auch um!

Ich habe meinem Freund auch versprochen eine Therapie zu beginnen, um die Ursachen für meine Probleme herauszufinden.

Auch das ist eine gute Idee, denn ich fürchte, du wirst therapeutische Unterstützung brauchen, wenn du dich zum Besseren verändern willst.

Mir ist klar, dass ihm die meisten Menschen sagen würden, er solle sich von mir entfernen und abhauen. Vermutlich wäre es IHM gegenüber auch die einzig faire Lösung. Aber ich liebe ihn ehrlich und möchte ihn nicht verlieren.

Liebst du ihn wirklich? Oder verwechselst du die Vokabel "Liebe" mit "ich will ihn nicht verlieren"?

Wenn du ihn wirklich liebtest, dann würdest du das Beste für ihn wollen. Selbst wenn das bedeutet, dass ihr euch trennt.

Also: Liebst du ihn oder willst du ihn nur nicht verlieren?

Bist du überhaupt fähig, für einen anderen das Beste zu wollen?

EnineG+uteFra'ge


Ja, ich liebe ihn wirklich. Ich möchte sein Bestes, ihm weh zu tun war nie mein Wunsch.

Ich habe den Fehler gemacht, Dinge die ich getan habe oft mit Dingen zu rechtfertigen, womit er mir weh getan hat.

Ich will nur mal ein Beispiel nennen:

Wir liegen nachts nebeneinander im Bett. Ich schiebe meinen Arm unter seinen, will ihn umarmen. Selbst im Schlaf wird er unwirsch, teilweise sehr aggressiv, boxt mich zurück. Ich halte Abstand, versuche es dann noch einmal. Er ist wach diesmal. Automatisch rückt er von mir ab, als hätte ihn ein ekliges Insekt berührt. Frage ich ihn warum oder was los ist, kommen Ausreden wie: Es ist so warm, ich hab Kopfweh etc. Seit 17 Jahren Kopfweh?

Manchmal schläft er einfach 20 Stunden und solange er die Sicherheit hat, dass niemand ihm den Rang ablaufen könnte, als die wichtigste Person in meinem Leben, ist ihm auch relativ egal was ich tue und lasse.

Schwere Einkäufe tragen? Meine Aufgabe. Schwere Mülltüten wegbringen? Meine Aufgabe.

Mir ist klar, dass das keine Rechtfertigung für meine Taten ist, denn schließlich kann man eine Beziehung auch beenden, wenn man nicht glücklich ist, aber ich möchte diese Beziehung eigentlich überhaupt nicht beenden.

Es sind aber einfach Dinge die an mir nagen, die mir mehr weh tun, als irgendwas sonst.

Ich fühle mich unbegehrt, unsexy und abstoßend, ungeliebt, es macht mich traurig, mein ohnehin geringes Selbstvertrauen macht sich dann bemerkbar.

Dann aber wiederum gab es Situationen, da hat er z.B. eine Kamera zu Hause versteckt als ich allein war, weil er sich relativ sicher war, ich würde masturbieren wenn er weg ist. Er hatte Recht. Das Video hatte er lange auf dem PC und sich befriedigt auf diesen Clip.

Einerseits hat mich das furchtbar wütend gemacht, weil ich mich schrecklich dabei gefühlt habe, so aufgenommen ohne es zu wissen. Das war mir unangenehm und es war auch nicht das einzige Mal, dass so etwas vorkam. Er hat auch Tonaufnahmen gemacht die mir fast zum Verhängnis wurden, weil ich einen "fremden" Namen gestöhnt habe. Auf der anderen Seite hat es mir aber auch gezeigt dass er mich irgendwo doch begehrt, denn sonst würde er ja einen Porno schauen. Aber er will die Aufnahme von mir.

Das Ding ist, in den Zwischenphasen unserer Streits, meist kurz nach einem "Eklat" ist er SO liebevoll zu mir, wie ich es mir wünsche. Ich durfte 2 Stunden an seiner Brust kuscheln, ihn liebhalten, wir haben so zärtlich miteinander geschlafen wie lange nicht mehr. Aber jedesmal, wenn die Sicherheit wieder einkehrt, dass ich gerade nicht auf "Abwegen" bin, wandelt sich alles wieder dahingehend, wo wir herkamen. Er ist nicht mal unfreundlich zu mir, aber eben distanziert. Freundschaftlich, wenn überhaupt.

Spreche ich ihn darauf an, kommt niemals ein gutes Gespräch zu Stande. Entweder signalisiert er mir dass ich übertreibe oder aber es kommt die klassische Ausrede: "Nach 17 Jahren Beziehung ist das normal, dass wäre mit XY auch nicht anders oder glaubst Du, dass wäre der Märchenprinz". Nein, glaube ich nicht. Nach 17 Jahren ist ein wenig Alltag in der Beziehung normal, aber der nahezu vollständige Verzicht auf körperliche Zuneigung ist brutal. Ab und an bekomme ich ja mal die Gelegenheit ihn in den Arm zu nehmen, dann legt er sich auch mal zu mir, aber das ist dann nicht so wie das sein sollte. Es ist nicht so, dass er das einfach "von Herzen" macht, sondern eher so ein "aushalten" seinerseits. Das merkt man daran dass er mich dann fragt: "Wie soll ich mich hinlegen? Er macht sich steif, lässt mich seine Arme arritieren und harrt dann in dieser Position aus." Leidenschaftliches "Umarmen" und "Kuscheln" sieht für mich halt anders aus.

Ich merke, dass ich mich rechtfertige, das wollte ich eigentlich nicht, denn wie gesagt, ich sehe es selbst so, dass es fürs fremdgehen keine Rechtfertigung gibt. Aber ich bin ganz ehrlich: Wenn ich die Wahl hätte zwischen "Mein Partner mit der kalten Schnauze" und "er geht ab und an fremd", ich könnte mit zweiterem soooo viel besser leben.

C&oteS[auvagxe


Am einen Tag hat mein Partner mich als Hure beschimpft,

Und wie sieht es da so mit deinem Selbstbild aus?

So wie du dich beschreibst, gierst du nach Aufmerksamkeit, Zuneigung usw, und das einzige Mittel, das dir einfällt, um das zu bekommen, ist Sex. Das ist auch irgendwie praktisch für dich, denn Sex bedeutet dir nichts, also kommst du dadurch dass du das als Methode benutzst, nicht selbst in irgendeine Gefahr. Umgekehrt scheinen dir soziale Kontakte nichts zu bedeuten, wenn sie nicht irgendeine sexuelle Komponente haben - sonst wärst du ja zB zufrieden damit wenn du und dein Partner eine geschwisterliche Beziehung habt und er dich trotzdem nicht verlassen will.

Ich denke also dass du ein komplett gestörtes Verhältnis zu Sex hast, und das sollte jetzt dein Thema sein. Dein Freund hat dir die ganzen Jahre über nicht vertraut, wieso sollte er das künftig tun? Und er ist ja so bescheuert dass er trotzdem mit dir zusammen geblieben ist, wieso sollte er dich jetzt verlassen? Diese Sorge brauchst du wohl eher nicht zu haben. Ich an deiner Stelle hätte eher die Sorge, dass ich von allen die mich kennen, nur als Nutte wahrgenommen werde, die es nicht schafft, irgendwen ohne Manipulation an sich zu binden.

Die Idee mit der Therapie finde ich daher sehr gut (überhaupt bist du mit deiner Selbsterkenntnis doch schon relativ weit, finde ich). Ich denke dass dir nur noch ein Profi helfen kann.

Czot!eS8auvkage


Ich habe den Fehler gemacht, Dinge die ich getan habe oft mit Dingen zu rechtfertigen, womit er mir weh getan hat.

Und womit rechtfertigst du dich vor den Männern, die du verarschst? Die hatten dir bisher ja nichts getan, oder?

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