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Partner will Alleinsein, ich fühle mich abgewiesen

Pdaca


So, eine Nacht ist geschafft, wenn auch voller Albträume.

Wenn ich mich nun so auf die letzten Monate besinne, dann muss ich echt klar sehen, dass ich es war, die die ganze Zeit Zweifel hatte und sich beschwert hat über viele Dinge. Dass er stets in der Liebe geblieben ist, stets die Grundfesten gehalten hat, stets die Beziehung als solche unantastbar gelassen hat.

Und nun geht ihm die Puste aus.

Ich bin mir bewusst, dass das nur eine Zukunft hat, wenn ich mich eben nicht daran klammere, ob es eine Zukunft hat. Dass er nur bleiben kann, wenn ich ihn loslasse, und mich auf mich alleine besinne.

Aber ich weiß leider überhaupt nicht, wie das geht. Ich ertappe mich, wie ich bei jedem Gedanken, was ich mir jetzt Gutes tun könnte, durch die Hintertür doch auch einkalkuliere, wie das bei ihm ankommen könnte und ob ihn das wieder in die Liebe holen könnte.

Ich weiß einfach nicht, was ich machen kann!!!

T`his T(wilfighFt GarZden


Warst du schon immer so Partnerfixiert? Liest sich ja fast ein bisschen wie eine Sucht?

M=onlika6x5


Du müsstest anfangen, dich selbst zu akzeptieren, du bist wie du bist. Und es passt mit einem Partner oder nicht, man kann eigentlich immer nur an kleinen Dingen feilen in einer Beziehung, nicht am großen Ganzen. Du redest dich ziemlich schlecht, das ist das, was mir auffällt.

P-a7c2a


Jein. Ich war, bevor ich ihn kennenlernte, 7 Jahre Single. Anfangs sehr glücklich und befreit, aber nach und nach habe ich mehr und mehr darunter gelitten und kam mit dem Alleinsein nicht mehr klar. Also, klar kam ich schon, aber erkenne im Nachhinein, dass da sehr viele destruktive Verhaltensweisen da waren - ausgelassene Partynächte, ONS mit Unbekannten, viel Alkohol und Zigaretten, viel Scheinfreundschaften mit tausenderlei Leuten, immer beschäftigt, und natürlich wahnsinnig in die Arbeit gestürzt.

Tja und das lief halt ziemlich parallel - dass ich ihn kennenlernte, und anfing mich auf mich zu besinnen. Die Arbeit verlassen habe und von all diesen Übersprungsbeschäftigungen, die doch nur dazu da waren zu kaschieren dass ich nicht alleine sein kann, runterkam. Und je mehr es mir gelang, mit mir selbst ins Reine zu kommen, desto mehr haben er und ich uns angenähert.

Tja, und zack, habe ich wieder nicht gelernt alleine zu sein, weil ja nun das Haupt"problem", die Beziehungslosigkeit, gelöst schien. Too good to be true, deswegen immer wieder von mir angezweifelt.

Jetzt könnte man ja sagen, hey wenn du so lange Single warst, weißt du doch, was du mit dir treiben kannst... Aber ich möchte nicht wieder in diese alten Muster zurückfallen, und mich betäuben.

Und es ist immernoch so: ich bin einfach von Haus aus nicht so gerne alleine. Heute scheint die Sonne vom blauesten Himmel, ich könnte an den See fahren und aufs Wasser gucken und glücklich sein. Aber wenn ich nicht beschäftigt bin (vorzugsweise mit anderen Menschen), dann fangen meine Gedanken an zu rasen und zu kreisen und machen mich irre. Da kann ich dann nicht genießen...

PZacda


Manchmal vermute ich auch, dass diese Obsession mit der Beziehung deswegen ist, weil es zum einen das einzige ist, was ich gerade habe, und zum anderen ablenkt von dem Druck der Joblosigkeit und dass ich diesbezüglich halt auch gar nicht weiß, wie es weitergehen soll.

Und nun weiß ich nicht, wie rum ich es drehen soll. Erst Job, dann Psyche gerade richten? Erst Psyche, dann Job, dann Beziehung? Die Beziehung hatte ich halt schonmal, deswegen wollte ich die nun um keinen Preis verlieren. Dabei hab ich uns zu viel zugemutet.

Und Monika, ja.... aber das sind so einfache Worte und so schwer umzusetzen. Sich selbst akzeptieren. Oberflächlich betrachtet mag ich mich ja, und ganz tief im Kern finde ich mich auch ganz dufte. Nur dazwischen liegen einige hässliche Schichten. Die sind aber derart subtile Gewohnheiten und Automatismen, dass ich nicht weiß, wie ich diese Grunddenkmuster los werde...

T&h.is Tw>iplight 0Gardexn


dann fangen meine Gedanken an zu rasen und zu kreisen und machen mich irre.

Um was kreisen deine Gedanken denn? Ich weiß das von meinem Mann: der hat diesen Grübelzwang. Ist ein Symptom seiner Depression.

Tnhis T>wilzight GaXrden


Erst Psyche, dann Job,

So würde ich es machen. Und die Beziehung bleibt hoffentlich bestehen, v.a. wenn dein Partner merkt, dass du an dir arbeitest und was tust.

MRonieka65


Die sind aber derart subtile Gewohnheiten und Automatismen, dass ich nicht weiß, wie ich diese Grunddenkmuster los werde...

Durch Bewusstwerdung. Akzeptanz heißt auch nicht "gut finden", sondern auch die Eigenschaften, die einem das Leben erstmal schwer machen, akzeptieren, annehmen. Manches wird von ganz allein durch schlichtes Älterwerden besser, manches wieder gerade dadurch schlechter.

Und es ist immernoch so: ich bin einfach von Haus aus nicht so gerne alleine.

Eben. Akzeptiere das, es gibt soo viele Männer, die ganz genauso gestrickt sind. Versuche nicht eine Beziehung einzugehen mit einem Mann, der Alleinsein braucht. Schau darauf, was du brauchst, wenn du jemanden kennenlernst, und ob er dir das geben kann. Sei in dem Punkt ruhig egoistisch, damit ersparst du dir Enttäuschungen und solche Unruhezeiten wie jetzt.

T_his T)wilightd Gardexn


es gibt soo viele Männer, die ganz genauso gestrickt sind. Versuche nicht eine Beziehung einzugehen mit einem Mann, der Alleinsein braucht.

Wobei man auch daran lernen kann. Ich habe auch so ein Exemplar zuhause. Das erste Jahr war es schwer für mich das zu akzeptieren... im hätte es gereicht, mich 1mal de Woche und am WE zu sehen (wir waren zu dem Zeitpunkt beide arbeitslos). Allerdings wurde ich dann schwanger und wir zogen zusammen. Heute hat er sein eigenes Zimmer in das er sich zurückziehen kann. Und ich mache seine Liebe nicht mehr an der äußeren Nähe fest oder an der Sexhäufigkeit.

Und er hat sich im Laufe der Jahre auch mir angenähert. Wir sind jetzt 10 Jahre zusammen.

DxieDopsismzacuhtdaxsGift


Paca

Wir sind gegenwärtig allerdings auch in einer schwierigen Situation, da ich dafür seit fast einem Jahr arbeitslos bin und langsam wirklich nicht mehr weiß, was ich mit der ganzen freien Zeit anfangen soll.

Ich sehe in dieser Aussage einen großen wichtigen Kern eurer Thematik. Für Dich ist es wichtig, dass dann wenigstens am Abend (nach seinem Feierabend) die Zeit "ausgefüllt" ist, Du genügend Zuwendung und Nähe bekommst.

Ich hab in meiner "me-time" inzwischen auf nichts mehr Lust, und komme erst so richtig in die Gänge, wenn ich dann abends endlich die Begegnung mit meinen Mitmenschen habe,...

Ich vermute, dass es für Deinen Freund häufiger 'zuviel' sein könnte, wenn Du ausgeruht voller Energie am Abend Action, viel Nähe und Bestätigung einforderst, während er nach einem erfüllten langen Arbeitstag gern erst mal runter kommen möchte seinen Ruhepol sucht, nicht gleich weiter Energie aufbringt oder viel Gesprächsbedarf hat.

Das zeigt zum Teil auch eure aneinander vorbei laufende Kommunikation. Er versucht auf seine Art Dir soviel wie möglich "recht" zu machen, stößt dabei jedoch an eigene Grenzen.

Da wird dann gleich das Handy ausgeschaltet oder stark betont, wie sehr er das jetzt braucht und wie fertig ihn die letzten Tage gemacht haben und wie erschöpft er davon ist...

Das zeigt sich auch an dieser Reaktion von ihm, dass er dann den Totalrückzug braucht, um für sich selbst auftanken zu können. Ihr habt offenbar ein unterschiedliches Nähe-Distanz-Bedürfnis. Für ihn bedeutet diese 'Alleinzeit', auf niemand Rücksicht nehmen zu müssen. Alles in seinem Tempo, seiner Zeit und seinem Energielevel machen zu dürfen.

Dieses Gefühl geht ihm nach Deiner Schilderung völlig ab, wenn Du in räumlicher Nähe bist. Er das Gefühl behält sie ist da, ich kann das nicht vollständig ignorieren, und muss ihr Zeit/Aufmerksamkeit geben. Es ist sein Gefühl, hat also nichts damit zu tun, dass Du selbst etwas unbedingt einforderst.

Und für mich ist es am Schlimmsten, wenn wir in einer Krise auseinander gehen. Ich hab dann das Bedürfnis, die Harmonie wieder herzustellen, kann das aber nicht weil ich ihn in Ruhe lassen soll, und drehe in meinem Stübchen halb durch, kann nichts anderes genießen, bin mega angespannt und alles ist schräg... Er fühlt sich unter Druck und fühlt, dass ich ihn nichtmal die paar Stunden in Ruhe lassen kann, was die ganze Ablehnung verstärkt, die ich wiederum fühle, und tadaaaa Teufelskreis par excellence...

Ich kann an dieser Stelle beide Gefühle verstehen. Deins, die Krise nicht anschwellen zu lassen, den Konflikt aus der Welt zu schaffen, kein "Loch" entstehen zu lassen.

Er wiederum will dann nicht sofort diskutieren, sondern geht aus einer für ihn angespannten Situation und will es nicht weiter thematisieren. Ob man dies schon konfliktscheu nennen kann, vermag ich nicht einzuschätzen. Es gibt Menschen die nicht in jeder Situation das Bedürfnis haben daraus eine große Diskussion zu machen, um die Situation zu bereinigen. Vermutlich empfindet er manches auch gar nicht so konfliktträchtig, wie es Dir damit geht.

Als Zwischenfrage an Dich. Was hält Dich ab Dich mit Praktika und Initiativbewerbungen wieder aktiver ins Arbeitsleben zu bringen? Ich glaube es würde Dein Selbstbewusstsein stärken, wenn Du außer der Zweisamkeit mit Deinem Freund signalisierst ich tue etwas aktiv für mich und mein Leben. Vielleicht vermisst gerade DAS Dein Freund an Dir, und sieht sich ein Stück weit als Eventmanager für Dich und fühlt sich dadurch erdrückt von der Situation.

Wenn ich tagsüber keine tollen Sachen gemacht habe, so vielleicht meine innere Logik, dann kann er mir auch nicht vorhalten, dass er meinetwegen keine tollen Sachen machen kann und ich ihm eine Last bin, sondern wir sitzen im gleichen Boot...

Das ist leider keine gute Logik, weil er Dich so als antrieblos empfindet. Sein Tag ist erfüllt von Aufgaben, sozialen Kontakten während Du abwartest über Tag das der Abend kommt. Für ihn scheint das an einem bestimmten Punkt zu wenig zu sein. Auch, wenn er das nicht so deutlich thematisiert und sich dann Dir gegenüber "entzieht".

Und ganz schlimm auch: ich hab riesen Angst davor, wieder zu arbeiten. Ich habe Angst, dass ich dann abends so kaputt bin, dass ich seine Anspannung und Launen nicht mehr auffangen kann, dass ich keine Geduld mehr für diese unterschiedlichen Bedürfnisse habe etc...

Habt ihr schon in so einer Phase zusammen gelebt? Du in einem Job oder über Tag in einer Weiterbildung etc.? Sonst würde bei mir die Frage auftauchen, woher Du diese Vermutung hast, dass es so laufen würde?

Vielleicht bist Du selbst dann viel ausgeglichener hast über Arbeitskollegen mehr Ausgleich was den Sozialkontakt angeht und es konzentriert sich am Abend nicht alles nur auf den Partner.

Das Dir das im Moment schwer fällt aufgrund der zurückliegenden Berufsphase (Bournout) ist verständlich. War es der richtige Beruf den Du ausgeübt hast? Wäre eine berufliche Neuorientierung eine Alternative für Dich?

Ich denke, dass viel seines heutigen Verhaltens mit seiner seinem persönlichen Lebensweg zu tun hat. Das streift ein Mann nicht einfach so ab, auch nicht seiner Partnerin zuliebe. Er kennt diese soziale Nähe aus seiner Kindheit nicht. Vermutlich wurde es ihm falsch vorgelebt durch sein Elternhaus. Deshalb solltest Du nicht alles auf Dich als Person beziehen, wenn er für Dich unverständlich reagiert und Du emotional überbewertest als Ablehnung.

Und genau das triggert bei mir dann dieses Gefühl von Wertlosigkeit, was sowieso schon da war durch die Arbeitslosigkeit und die Blockaden da usw.

Genau an diesem Gefühl wirst Du arbeiten müssen, es ablegen zu können. Du tust ihm und seinem Verhalten unrecht, wenn etwas was er über lange Jahre der Kindheit/Jugend als "Musterverhalten" angenommen hat auf Dich beziehst und in Abwehrhaltung dazu gehst.

Ihr zwei habt nur eine Chance, wenn sich keiner von beiden verstellen muss für den anderen. Das würde auf längere Sicht ohnehin nicht funktionieren. Es ist auch nicht gesagt, dass es keinerlei Veränderung zwischen euch geben kann. Aber das erfordert Zeit und Verständnis für die Art des Anderen.

Meine Frage mit der Zukunftsfähigkeit war eher allgemein: können Paare, bei denen der eine viel Freiraum braucht und der andere gar nicht, auf Dauer funktionieren?

Sie können, wenn sie die Bedürfnisse des Partners versuchen zu verstehen, diese offen und ehrlich kommuniziert werden können, ohne das sich jemand auf den Schlips getreten fühlt und dann mies darauf reagiert. Aber auch hier, dass ist ein Lernprozess. Das schüttelt sich niemand einfach locker aus dem Ärmel. Du kannst aber versuchen mit den Augen Deines Freundes auf eure Situation zu schauen. Dies hilft manchmal ungemein über eine eigene Stereotypen hinweg zu kommen.

h0euwte_hixer


Ich hab nicht alles gelesen. Habe auch keine Hinweise zu deiner Beziehung. Das scheint sehr kompliziert.

Geh raus (falls das noch nicht geschehen ist) und sitz nicht in deinem "Kämmerlein".

Die Grübelrunden bringen nichts auf Dauer. Ab und zu über dieses und jenes Gedanken machen schon, aber ansonsten ist Leben gespickt durch Taten :-D Einfach tun, was gerade ansteht. Das erleichtert den Geist ungemein ;-)

P}aca


Sooo, wieder eine Nacht geschafft. Gestern war an sich ein guter Tag. Morgens eure posts haben mich echt aufgebaut, und nachmittags bin ich an einen See gefahren und hab nen langen Spaziergang gemacht. Erst war es ne Quälerei, und irgendwann hat sich ein ruhiges Gefühl eingestellt. Und ich habs sogar geschafft, mal nich so viel nachzudenken.

Danke, @heute_hier! @:)

Wobei ich auch wiederum immer wieder das Stimmchen habe, das schreit "vom Nichtsdenken wirds auch nicht besser, du musst schon Denken, aber halt das Richtige".. Miststück.. ;-)

Tja jetzt nachher habe ich meinen Termin bei der ambulanten Psychotherapie oder sowas. Bin gespannt.

@ This Twilight Garden

Die Gedanken kreisen um alles Mögliche. Gestern Nacht habe ich geträumt, dass ich ihm am Freitagabend zufällig mit Freunden begegne, wir uns etwas holzig zueinander verhalten, auch weil wir vor den anderen nicht so offen sprechen können, dann erwische ich ihn alleine und spreche kurz an, dass wir uns am Sonntag dann sehen. Dann guckt er traurig und sagt, naja, ihm war das jetzt doch sehr deutlich, und eigentlich wäre überflüssig, sich da nochmal zu sehen.

War nur ein Traum, ich weiß, und einer von dem negativen Stimmchen in mir. Aber den ganzen Tag schob sich immer wieder der Gedanke rein, ob an diesem Traum was dran sein könnte. Ob mein Unterbewusstsein mich damit schonmal auf das Ende vorbereiten will. Ob ich im tiefsten Inneren vielleicht schon weiß, dass es vorbei ist.

Ein anderes Beispiel: Ich habe ein Vorstellungsgespräch und es läuft derart super, dass ich selbst ganz perplex bin. Anstelle mich zu freuen frage ich mich, was da faul ist. Wieso die mich haben wollen, für eine so hohe Position, und zerlege dann jedes einzelne gesprochene Wort in seine Bestandteile, male mir alternative Gesprächsverläufe aus (a la "was hätte man denn normalerweise da gesagt, also wenns einem wirklich ernst wäre") usw...

Danke für das Wort "Grübelzwang", ich wusste gar nicht, dass das ein "Ding" ist und irgendwie hilft es mir ungemein, das als zwanghaft, also "nicht richtig" einzustufen und daher vielleicht leichter loszulassen. Denn das Stimmchen in mir sagt ja immer, dass das gut ist, das Nachdenken, damit man eben nicht auf die Fresse fliegt...

Dass dein Partner und du trotz so mancher Unterschiede in Punkto Nähebedürfnis beieinander geblieben seid macht mir auch Hoffnung und ist wohl ein weiterer Hinweis, dass ich durch ausgiebiges Gegrübel aus der Mücke einen Elefanten gemacht habe.

Jetzt kann ich einfach nur hoffen, dass es mit meinem Partner überhaupt weitergeht. Ich könnte einfach verstehen, dass ihm dieser massive Zornaussetzer zu viel war und das etwas bei ihm zum Erlöschen gebracht hat. Ich muss jetzt abwarten. Und hoffen hoffen hoffen.

@ DieDosismachtdasGift

Allerherzlichsten Dank für dein wahnsinnig ausführliches feedback. Das hat mir ungemein geholfen. Es zeigt mir auch, dass mein dummes Gegrübel so manche Probleme zusammenfantasiert hat. Z.B. haben wir in der Tat nie beide gearbeitet. Zunächst hatte er Teilzeit gearbeitet und ich gar nicht, jetzt arbeitet er Vollzeit. Als er noch in TZ war haben wir viel schöne Dinge gemacht und es war immernoch genug Zeit zum Alleinesein.

Meine Angst, dass Beziehung&Arbeiten nicht geht rührt vermutlich davon, dass ich diese Kombi noch nie hatte. Hatte nen Freund im Studium, und das war ein eher laxes Studium und wir waren zudem in den gleichen Kursen. Dann bin ich ins Arbeitsleben und es hatte NIE mit einem Mann dann geklappt, lauter Zurückweisungen, fiese Abfuhren, schmerzhafte Erlebnisse, zudem die zeitliche Kapazität gefehlt hatte, das dann zu verarbeiten und mich alles noch mehr unter Druck gesetzt hatte. Und dann die Arbeitslosigkeit und zack, die Beziehung. Als würde es zusammengehören bzw. halt sich abstoßen.

Dass es aber so sein kann, wie du schreibst, das zog ich nichtmal in Erwägung. Bzw. war es dem Grübler in mir immer zu riskant, es "einfach" mal auszuprobieren, denn nichts ist "einfach" in meiner Welt...

Daher vermutlich auch das, dass er oft denkt ich will Kleinigkeiten totquatschen (weil es für ihn einfach eine Kleinigkeit ist), und ich denke dann er nimmt mich nicht ernst und will sich drücken und zwinge ihn, es doch zu bequatschen. So lange, bis es eben doch keine Kleinigkeit mehr ist, sondern ein ausgewachsenes Problem.

[Wertlosigkeit] Genau an diesem Gefühl wirst Du arbeiten müssen, es ablegen zu können. Du tust ihm und seinem Verhalten unrecht, wenn etwas was er über lange Jahre der Kindheit/Jugend als "Musterverhalten" angenommen hat auf Dich beziehst und in Abwehrhaltung dazu gehst.

Ihr zwei habt nur eine Chance, wenn sich keiner von beiden verstellen muss für den anderen. Das würde auf längere Sicht ohnehin nicht funktionieren. Es ist auch nicht gesagt, dass es keinerlei Veränderung zwischen euch geben kann. Aber das erfordert Zeit und Verständnis für die Art des Anderen.

Grundsätzlich hatte ich den Glauben, dass wir dieses Verständnis zumindest haben. Und du hast wahnsinnig recht, dass ich ihm unrecht tu, so in Abwehr zu seinen Glaubenssätzen zu gehen. Das tat ich immer aus dem Gefühl von Schwäche heraus bzw. dem Zwang, diese Schwäche zu kompensieren: dass ICH respektiert werden will und ICH mich nicht unterbuttern lassen darf. (Und so ein Verhalten legte ich auch in meinem alten Job an den Tag, als einzige Frau in einer Männerdomäne)

Das Dir das im Moment schwer fällt aufgrund der zurückliegenden Berufsphase (Burnout) ist verständlich. War es der richtige Beruf den Du ausgeübt hast? Wäre eine berufliche Neuorientierung eine Alternative für Dich?

Genau diese Fragen sind auch zum Teil der Grund, warum ich mir so schwer tu, einen Job zu suchen. Ich habe gar keinen richtigen "Beruf" (Geisteswissenschaftlerin, die als Schweizer Taschenmesser überall ganz gut, aber nirgends perfekt eingesetzt werden kann), noch weniger eine Berufung. Und da stelle ich mir in letzter Zeit selbst ein Bein, stets alles ganz grundlegend in Frage zu stellen und mache mir immens Druck, dass ich mich doch eigentlich JETZT entscheiden müsste, wenn ich mich neu orientieren sollte, wenn ich nochmal studieren sollte, wenn ich in eine andere Stadt ziehen sollte, wenn ich auf Karriere verzichten sollte, wenn ich auf den Mond auswandern sollte..... das muss jetzt jetzt jetzt sein, und dann bin ich gelähmt und kann nicht mehr....

Puh, ja, und jetzt, lirum larum, bin ich fix und alle. Und obwohl ich weiß, dass es weitergeht, obwohl ich weiß, dass ich das jetzt als Weckruf verstehe, mich um mich zu kümmern und endlich Hilfe in Anspruch zu nehmen etc, obwohl ich weiß dass eine Trennung nicht das Ende der Welt wäre sondern in jedem Schaden auch ein Nutzen steckt, ich mich mehr auf mich konzentrieren müsste, nicht die Beziehung vorschieben könnte und so weiter und so fort...

Obwohl ich all das weiß, habe ich fürchterliche Angst, dass meine Beziehung gescheitert ist und mein Aussetzer da den entscheidenden Todesstoß geleistet hat (denn mein Freund kann mich so gern haben wie er will, Liebe kann man durch sowas schon abtöten)...... %:|

Tehi(s Twi6lightk Garrden


Krass, du bist einfach zu inteintellektuell ;-D

Du denkst zuviel (Grübelzwang) und tust zu wenig...

Das kannst du bestimmt in einer Therpie lernen... vlt brauchst du auch was für den Antrieb (z.b. Citalopram).


Was für ein Berufsangebot ist es denn, was so gut klingt? Ich frage nur, weil man als Geisteswissenschaftlerin ja normalerweise nicht sooooo viel Arbeitsmöglichkeiten hat, oder?

aDyasyha


Ach herrje du Arme, fühl dich gedrückt. Da läuft ja im Moment eine ganze Menge nicht so doll.

Ich stimme meinen Vorschreibern voll zu, dass ein großer Teil des Problems deine Probleme sind - dh Arbeitslosigkeit, nichts-geregelt-kriegen-und-dich-durch-Grübeln-selbst-blockieren, negativ sehen und v.a. die totale Ausrichtung auf den Partner. Das würde mich auch unter Druck setzen, wenn mein Partner so auf mich fixiert wäre wie du auf deinen - und das, obwohl es mir grds. so geht wie dir, dh ich brauche gegenüber meinem Partner und meiner nahen Familie (Mutter, Schwester) keine "Auszeiten" alleine, obwohl ich gut alleine sein kann.

Ich finde es toll, dass du schon Kontakt aufgenommen hast, damit du Hilfe bekommst!! Muss es übrigens bei der Jobsuche gleich Vollzeit sein? Wenn dich der Gedanke so unter Druck setzt, versuche doch erstmal, eine Teilzeitstelle zu bekommen, und vielleicht auch nicht gleich mit dem Anspruch, dass es "der" Job deines Lebens werden muss, sondern einfach "irgendein" Job der ok ist, dich tagsüber beschäftigt und deinem Selbstvertrauen wieder Auftrieb gibt, weil du etwas geregelt bekommst.

Andererseits finde ich, dass dein Partner mit dir total scheiße und unsensibel umgeht, so wie du seine "Aufbrüche" zum allein-sein beschreibst. Mit großer Dramatik und Betonung, wie wichtig das jetzt ist, bla bla bla. Das würde mich auch total verletzen! Mein Ex war so ähnlich wie dein Partner und hat in der Regel schon nach 24 Std. einen Rappel bekommen, aber er hat da kein Drama draus gemacht und hat einfach gesagt, er geht jetzt bzw. er muss jetzt dies & jenes machen (das war für mich das Zeichen, dass ich gehen soll).

Wenn es mit euch langfristig klappen soll, müsstet ihr beide etwas verändern - du, indem du auch andere Dinge in deinem Leben hast, die dir Spass machen und dich erfüllen, damit du problemlos alleine sein kannst und ihn nicht mehr unter Druck setzt; und er, indem er viel besser auf sich hört und geht, bevor er einen Rappel kriegt, und solange er noch gehen kann, ohne da ein Drama draus zu machen, das dich verletzt. Das sind hohe Hürden auf beiden Seiten, und die Wahrscheinlichkeit, dass ihr das beide hinbekommt, ohne vorher eure Gefühle füreinander kaputt zu machen, sind vermutlich nicht gut. Alleine kannst du das auch nicht schaffen; das Bedürfnis dazu, dass er seine Art zu Handeln verändert, sehe ich schon ganz deutlich. Sonst werdet ihr vermutlich beide mit anderen Partnern einfach glücklicher, auf die Dauer. Wie man mit jemandem wie deinem Partner zusammen wohnen und eine Familie gründen kann, sehe ich auch eher nicht.. (mit meinem Ex wäre das nicht möglich gewesen; glücklicherweise sind wir jetzt schon lange getrennt).

Deine "manipulativen Anfälle" solltest du aber unbedingt zum Thema in der Therapie machen, solche Muster sind extrem bedenklich und schaden dir nur selbst, das weisst du ja auch.

TVhis Twfilight GIardexn


versuche doch erstmal, eine Teilzeitstelle zu bekommen, und vielleicht auch nicht gleich mit dem Anspruch, dass es "der" Job deines Lebens werden muss, sondern einfach "irgendein" Job der ok ist, dich tagsüber beschäftigt und deinem Selbstvertrauen wieder Auftrieb gibt, weil du etwas geregelt bekommst.

Das finde ich eine gute Idee :)z

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