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Altersunterschied + Gefühl, in anderen Lebensphasen zu sein

C%oteSTauvagxe


Nein, nicht jede Beziehung wird von Konflikten und Altlasten dominiert.

Bitte ihn doch mal, dich nicht ständig mit Geschichten über seine frühere heile Welt zu belasten und zu verletzen.

M\onikax65


Nicht unbedingt so beziehungsentscheidende "Altlasten". Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass das allein das Problem ist bei euch, die unterschiedlichen Lebensphasen bleiben bestehen. Entscheidende Meilensteine wie lange Beziehung, Ehe, Kinder, hat er schon erlebt. Wenn du jetzt schon spürst, dass eine Trennung dich eher befreien würde, dann fehlt nur noch ein i-Tüpfelchen und du kannst dich lösen. Was daran könnte den so schrecklich falsch sein? Oder anders gefragt, könnte nicht das Zusammenbleiben der noch größere Fehler sein?

SMtatu>sQuoVaxdis


Ich finde, es klingt ehrlich gesagt nicht so, als ob Dein Freund Dir und Deiner weiteren persönlichen Entwicklung gut tut.

Er betrügt Dich um all das, was als junger Mensch normal sein sollte....

Und das hat in meinen Augen nichtmals etwas mit dem Altersunterschied zu tun, das ist Charaktersache. Es geht auch ganz anders, mein Mann ist auch um einiges älter als ich.

D_ieDos'ismachotdasGxift


Also er würde schon ein paar Sachen mit mir irgendwann aufbauen, wenn es weiter gut laufen sollte, hat dann aber von "Risiko eingehen" gesprochen. Der Ausdruck und diese Sichtweise haben mich etwas verletzt, auch wenn es bei seiner Lebensgeschichte sicherlich verständlich ist.

Ja, er geht natürlich ein Risiko ein. Das darf er auch so benennen, wenn er es für sich so empfindet. Unabhängig davon, ob es Dir "komisch" aufstösst oder nicht.

Der realistische Punkt ist allerdings, jeder Mensch geht mehr als ein Risiko ein, wenn er/sie sich auf Liebe, Nähe und den Aufbau einer Beziehung einlässt. Das wird Dein Freund als Basic in jeder entstehenden Liebe haben.

Aber der Punkt, um den es ihm vordergründig geht, ist vermutlich, ob er noch einmal den Verlust einer Partnerin und neu gegründete Familie (mit Dir) seelisch und emotional verkraften kann. Aus seiner Sicht als Mann verstehe ich diese Urangst die in ihm steckt.

Allerdings befreit es ihn nicht davon, Deine Wünsche und Bedürfnisse zu sehen, wenn es um Hochzeit, Kinder oder (falls gewollt) einen Hausbau geht. Wobei Du gar nicht so genau benannt hast, welche Dinge Dein Freund besonders negativ sieht, an welcher Stelle er zurück rudert.

Sich nach etwas über 6 Monate schon festlegen zu müssen, wozu er bereit ist oder nicht - hm schwierig. Hängt sicher vom gesetzten Zeitrahmen ab. Er selbst wird nicht jünger und gesünder. Solche Faktoren kann man in eurem Fall nicht ohne gesonderte Überlegungen ausblenden.

Natürlich stehen die schon bereits geboren Kinder der Vorehe weiter im Focus. Sie brauchen den Vater noch einige Jahre bis sie wirtschaftlich selbstständig sind. Ich verstehe, wenn er sich die Frage stellt, ob er noch für eine neue Familie präsent genug sein kann, körperlich, finanziell und von der Psyche her.

Wir sind übrigens etwas länger als ein halbes Jahr zusammen, wobei wir uns schon vorher länger über Freundes-/Bekanntenkreis kannten und es vorher auch schon ein Hin und Her gab.

Um welches Hin und Her geht es dabei? Gefühle oder die Art und Weise der Beziehungsführung?

Ich habe ihm immer gesagt, warum eine Beziehung für mich nicht vorstellbar ist. Er hat aber so um mich gekämpft, dass ich die Zweifel irgendwann ausgeblendet habe. Er hat sich in der Phase auch positiver und energievoller ausgedrückt, also gemeint, dass vieles, woran ich zweifel, kein Problem für ihn wäre.

In dieser ersten Phase des frischen Verliebtseins fühlen sich die meisten Menschen wie die Hero's, Mann wie Frau. Unter dem Einfluss der Hormone und des frischen Liebesglücks, werden Probleme "kleiner" und weniger bedeutungsvoll. Sie treten erst wieder mehr in den "Sichtbereich", wenn der Alltagsmodus einkehrt, Probleme und Diskussionen über diese sich häufen.

Das ist in jeder auf Zukunft ausgerichteten Beziehung so, völlig unabhängig vom Altersabstand. Dieser spielt erst dann massiver in die Beziehung rein, wenn es um konkrete Wünsche und Rahmenbedingungen geht.

Hier stellt sich die Frage, zu welchem konkreten Zeitpunkt kann sich Dein Freund vorstellen mit Dir abgesprochene Ziele/Wünsche aktiver anzugehen?

Willst Du so lange warten, Zeit und Intensität in eure Beziehung investieren mit dem Risiko, dass sich Dein Freund später noch einmal neu dazu positioniert? (z.B., weil seine Ängste und Zweifel neuen Schub bekommen, durch Ereignisse von außen die nicht beeinflussbar sind)

Erst im Laufe der Beziehung haben sich dann die doch eher negativen/enttäuschten Einstellungen gegenüber bestimmten Dingen und das Trauern über die vergangene Ehe gezeigt.

Das war (vermutlich) zu einem Zeitpunkt, als ihr öfter über die Ziele eurer Beziehung geredet habt. Die Wirkung des Hormoncocktails nachgelassen hat. Seine Kinder mehr auf die Beziehungsebene eingewirkt haben durch die gemeinsamen Vater-Wochenenden.

Eine Zwischenfrage lebt/wohnt ihr zwei bereits zusammen?

Ich muss nur einmal irgendwas zu seinen Kindern fragen, schon kommt er von einem aufs andere und erzählt plötzlich wieder über seine Exfrau und wie schön es damals für ihn war, bis es zur Trennung kam.

Seine vorehelichen Kinder werden ihn immer an die schönen Anfänge seiner Ehe-Beziehung erinnern. Das liegt in der Natur der Sache. Sicher auch die Trauer darum, dass er ihren Alltag, ihre Entwicklung nicht so intensiv miterlebt hat wie er es als ständig präsenter Vater gekonnt hätte.

Aber das erleichtert ihm nicht, sich etwas Neues im Leben aufzubauen solange er in diesem Gedankenkarussell verfangen bleibt. Die Vergangenheit kann Dein Freund nicht mehr korrigieren. Aber er kann seine Gegenwart neu gestalten, wenn er mehr Optimismus zulässt.

Ich weiß nicht, was ich dann machen soll. Soll ich ihn trösten und es auch schade finden, dass die beiden nicht mehr zusammen sind? Dann hätten wir uns ja nie kennen gelernt.

Hm, was soll man hier raten? Wenn Du in solchen Momente empathisch auf ihn eingehend tröstest, mag das für den Moment eine angenehme für ihn gute Situation sein. Aber was würde es wiederholt mit Dir machen, mit Deinen Gefühlen?

Er würde zunehmend bei Dir in die Rolle rutschen, dass Dir Liebe, Respekt und Achtung vor ihm verloren gehen. Du bist noch zu jung, um diese Verlustgefühle für ihn über längere Zeit auffangen zu können.

Wenn ihn das alles noch so schwer belastet, wäre eher eine Therapie angezeigt. Gespräche mit einem Fachmann/frau, die es ihm leichter machen mit der Situation umzugehen. Jemand, der emotional unbeteiligt von außen auf die Schmerzgefühle schaut. (Selbstzweifel lindert z.B.)

Ich habe immer sehr starke Schwankungen. Manchmal denke ich, ich will auf jeden Fall mit ihm zusammenbleiben, dann denke ich wiederum, das passt überhaupt nicht.

Das ist völlig normal, was Du empfindest und wird sehr häufig von seinem Verhalten in bestimmten Situationen beeinflusst. Ist Dein Freund eher weinerlich, destruktiv, pessimistisch in die Zukunft schauend sind Deine Zweifel massiv und groß.

Das wird sich in solchen Momenten verändern, in denen eure Gefühle ausgeglichen sind. Phasen anlaufen in denen es kaum Problemfelder gibt.

Wenn Du an dieser Beziehung festhalten willst werden klare Regeln, gemeinsame Ziele und Rahmenbedingungen auf die Tagesordnung gesetzt werden müssen. Sonst werden auf beiden Seiten Zweifel und Ängste bleiben, die sich dann vertiefen, wenn ihr alles weiter dem Selbstlauf überlasst.

M(oni+ka65


Der realistische Punkt ist allerdings, jeder Mensch geht mehr als ein Risiko ein, wenn er/sie sich auf Liebe, Nähe und den Aufbau einer Beziehung einlässt

Ich schätze das Risiko bei einer deutlich jüngeren Partnerin als viel größer ein, nicht nur, dass es scheitern könnte, sondern dass man sich auch auf Dinge einlässt, die gar nicht mehr zu einem passen.

NQo_F~retetxe


Hallo noch mal! Also wir wohnen bereits zusammen, was mir eine Trennung nicht einfacher macht.

Er schwärmt nicht unbedingt so richtig von seiner Ex und sagt auch, dass er zu mir besser passt, aber trotzdem verletzt es mich, wenn er mir, obwohl ich das gar nicht gefragt habe, erzählt, wie gut seine Ex doch mit Kindern umgehen konnte, dass die Hochzeitsfeier so groß und schön war, dass die Ex so ein Talent für xy hatte usw. Das habe ich alles schon zum mindestens 10. Mal gehört, aber er erwähnt das trotzdem wiederholt in Kontexten, wo es gar nicht darum ging.

Er hatte auch mal eine kurze Liaison mit einer Frau, die dann doch keine richtige Beziehung wollte vor ein paar Jahren, worunter er damals wohl sehr gelitten hat. Davon hatte er mir schon ganz zu Anfang sehr genau erzählt, wobei ich das auch schon etwas komisch fand, das einer potentiellen neuen Partnerin so im Detail zu schildern. Vor kurzem hat er, nachdem wir ein Glas Wein getrunken haben, diese Frau mal wieder erwähnt, nämlich dass er sie letztens gesehen hätte. In leicht angetrunkenem Zustand hat er dann weiter erzählt, dass er sich die Frau durch dieses Wiedrsehen im Folgenden beim sexuellen Fantasieren vorgestellt hat..

Für mich hat das jetzt noch einen drauf gesetzt zu der generellen Angst, dass er irgendwelchen vergangene Frauen hinterhertrauert. Dieses ständige offene Mitteilungsbedürfnis darüber nervt mich total, auch wenn er immer betont, er würde ja mit keiner anderen zusammen sein wollen und er würde ja nicht permanent über die anderen Frauen reden.

CVoteSaguvaxge


Wie wärs, wenn du mal ein bisschen auf die Beiträge an dich eingehen würdest?

Wie ist es zB damit?:

Bitte ihn doch mal, dich nicht ständig mit Geschichten über seine frühere heile Welt zu belasten und zu verletzen.

NKo_FrHetxete


Ich habe ihm das schon einige Male gesagt, dass mich das verletzt und ich das nicht immer wieder aufs Neue hören möchte. Dann reagiert er direkt sehr konsequent und sagt, dann würde er gar nichts mehr über seine Vergangenheit erzählen, auch nicht mehr über Themen, die ich gar nicht schlimm finde.

CVote Sauzvage


Und findest du das nicht kindisch und rücksichtslos? "Konseequent" ist das jedenfalls nicht, höchstens eingeschnappt.

Eine vernünftige Kommunikation unter Partnern stell ich mir jedenfalls anders vor.

MSonik a65


Dann redet er eben nicht über die Vergangenheit. Wäre mir nur recht, wozu auch? Das Wesentliche weißt du und noch mehr als du je wolltest. Was zählt ist die Gegenwart.

D_ieDosi~smach3t6dasGifxt


Deinem Partner fehlt offenbar als der ältere Part eurer Beziehung die Empathie, sich in Deine Gefühlswelt rein zu denken.

Ich weiß nicht, wie er sich fühlen würde, wenn Du im Gegenzug häufig von jüngeren Männern schwärmen würdest mit denen Du eine tolle auf Deine Bedürfnisse bessere eingehende Beziehungszeit gehabt hast.

In leicht angetrunkenem Zustand hat er dann weiter erzählt, dass er sich die Frau durch dieses Wiedrsehen im Folgenden beim sexuellen Fantasieren vorgestellt hat..

Mir scheint fast, dass er in der Angst lebt, dass Du ihn gegen einen jüngeren Mann eintauschst. Er innere Zweifel darüber hat, Dich als Partnerin längere Zeit halten und begeistern zu können.

Die Frauen seiner Vergangenheit die Alibi-Funktion übernehmen, dass er ein begehrenswerter und bei Frauen gut ankommender Mann ist. Ob er Dich damit gezielt unter Druck setzen will, vermag ich nicht einschätzen, dazu müsste ich ihn persönlicher kennen.

Aber seine unbedachte und für Dich verletzende Art, scheint zu fruchten. Du fühlst Dich schlecht, vor seinen Ex-Frauen zurück gesetzt. Ihm scheint nicht klar zu sein, wie sehr dieses Verhalten eure Beziehung belastet und Deine Gefühle für ihn negativ beeinflussen.

Also wir wohnen bereits zusammen, was mir eine Trennung nicht einfacher macht.

Der Umstand, dass ihr bereits zusammen lebt sollte nicht dazu führen, dass Du Dir mehr von Deinem Partner bieten lässt als Dir gut tut. Das man sich in den Anfängen darüber austauscht, in welchen Beziehungen der/die Partner/in gelebt hat, warum Vorbeziehungen gescheitert sind halte ich für normal.

Das diese in einer fest gelebten Beziehung öfter Thema bleiben müssen, aus Nebenunterhaltungen heraus schnell zum Hauptthema werden, halte ich allerdings für sehr destruktiv. Ich frage mich warum Dein Freund nicht erkennt in welch schwache Stellung er sich mit dieser fatalen Schwärmerei bringt.

Er vermittelt Dir auf die Art das Gefühl nicht genug für ihn zu sein, Vorzüge von Ex-Partnerinnen positiver zu sehen. Wenn er innerlich das Gefühl hat, dass Dir verschiedene Eigenschaften aufgrund Deines jungen Alters (noch) fehlen, dann soll er nicht über indirekte Komminikation rum schwurbeln, sondern im Klartext ansprechen was er an DIR vermisst, statt die Vorzüge seiner Ex-Ehefrau so besonders hervorzuheben.

Ich betrachte es nicht als negative Eigenschaft , wenn Ex-Partner respektvoll trotz Trennung voneinander sprechen können. Im Gegenteil es zeigt, dass Mann/Frau trotz kritischer Phasen die Beziehung richtig verarbeitet haben. Erst dann sind die meisten Ex-Partner in der Lage auch die positiven Dinge zu sehen.

Aber solche Aussagen

wenn er mir, obwohl ich das gar nicht gefragt habe, erzählt, wie gut seine Ex doch mit Kindern umgehen konnte, dass die Hochzeitsfeier so groß und schön war, dass die Ex so ein Talent für xy hatte usw.

rücken seine Ex-Ehefrau an eine Stelle, die in eurer Beziehung nichts mehr zu suchen hat. Mich verwundert, dass Dein reifer Partner dies nicht kapiert. Dein Selbstbewusstsein fördert dieses unemphatische Verhalten auf keinen Fall, sondern lässt in Dir das Gefühl anwachsen, dass diese Frau bei ihm auf einem Sockel steht an den Du nicht heran reichen kannst. Zudem entsteht der Eindruck, dass er die Scheidung (welche schon lange zurück liegt) weiterhin bedauert, er sich lieber als Mann/Vater in dieser gescheiterten Beziehung sieht als in eurer.

Rede Tacheles mit Deinem Partner klar und deutlich, damit er besser versteht in welche Position er Dich mit seinen Aussagen rückt. Schluck Deine Verletzung und Unzufriedenheit nicht runter, um eine Scheinharmonie eurer Beziehung aufrecht zu erhalten. Das funktioniert in den seltensten Fällen dauerhaft. Mach ihm deutlich klar, dass seine Vergangenheit vergangen ist auf die er keinen Einfluss mehr nehmen kann. Du das Hier und Heute leben willst, ohne das Gefühl zu haben im Schatten seiner Vorbeziehungen zu stehen.

MMon4ikaY6x5


Mir scheint fast, dass er in der Angst lebt, dass Du ihn gegen einen jüngeren Mann eintauschst. Er innere Zweifel darüber hat, Dich als Partnerin längere Zeit halten und begeistern zu können.

Das sollte man meinen, ich finde aber keine Anhaltspunkte dafür in ihren Texten. Er scheint ihrer ja sehr sicher zu fühlen. :-/

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