» »

Wie viel soll ich über meine "berufliche" Geschichte erzählen?

CDinn2amoxn4


So... da bin ich mal wieder, um ein Stück weiter zu antworten. Danke nochmal! Das hat mir echt gut getan. Ich dachte wirklich nicht, dass mein gefühlt großes Problem eigentlich doch ein recht gängiges Phänomen und meinen Wert/mein Ansehen, wenn man das so nennen kann, nicht schmälert. Das hat mich fast schon auf eine positive Art geschockt. Es ist halt auch komisch, wenn man bestimmte Negativ-Erwartungen hat, die dann nicht erfüllt werden, auch wenn es sehr schön ist :-) .

@ Monika65

Sag ruhig, du warst viel krank, bist chronisch krank und holst derzeit einen Schulabschluss nach. Die meisten Menschen fragen dann nicht so genau nach, weil man normalerweise nicht einfach fragt "he, was hast du denn?" und wenn doch, kannst du immer noch entscheiden, ob du das erzählst oder nur vage umschreibst.

Ja, das Gute ist, dass ich mich demnächst evtl. auch in einem englischsprachigen Umfeld bewegen werde, und da kann ich dann ganz in Ruhe "ääääh" stammeln und überlegen, was ich sagen will ;-D . Aber auch so muss ich vielleicht lernen, mir auch im Gespräch die Zeit zu nehmen, nachzudenken und erst dann zu sagen, was ich auch wirklich sagen will. Manchmal bin ich sonst von Fragen so überfallen, dass ich mehr erzähle als ich will oder etwas erzähle, was nicht stimmt, wie letztens leider bei meiner besagten "Elite-Runde". Das muss ich wohl mal üben :)z ,

Ich sehe eigentlich keine Probleme, du bist erst Anfang 20, da gibts viele, die beruflich noch nicht viel gemacht habe. Manche reisen viel herum, jobben mal hier und da, "Berufsfindungsphase" sozusagen. Ich finde das gar nicht ungewöhnlich.

Ja, das ist schön. Anscheinend komme ich da aus einem Umfeld, welches eine ziemlich verschobene, engstirnige Wahrnehmung hat. Keine Ahnung.

@ CoteSauvage

ich würde anfangs nur sagen, dass du langwierige und noch anhaltende gesundheitliche Probleme hattest/hast, die dich zurückgeworfen haben. Außerdem gab es massive familiäre Probleme, die ihr übriges beigetragen haben. Deshalb hast du jetzt noch mit den Folgen zu kämpfen, du ackerst dich aber durch und gibst nicht auf.

Das finde ich einen sehr guten Vorschlag. Da gibt man ein bisschen - notwendige - Info, aber man gibt sich nicht preis.

Ja, ich finde den Vorschlag an sich auch sehr gut :)z . Vielleicht würde ich ihn halt noch ein bisschen abspecken, das muss ich noch sehen...

Auch ich finde, dass du noch viel zu jung bist um von versautem (Berufs)leben oder so zu sprechen.

Ja, das ist schön, dass du und andere das so seht. Ich muss mir da wohl wirklich mal selber den Druck rausnehmen und die Wahrnehmung etwas zurechtrücken, die ist da gerade sehr zukunftsängstlich. Angeblich ist die Jugendarbeitslosigkeit ja so hoch und wenn man dann nicht das perfekte 1er-Abi hat, ist man am Arsch. Das steckt da irgendwo dahinter bei mir, denke ich. Und dann ärgere ich mich halt, weil ich weiß, dass ich dieses Abi hätte haben können, wären ein paar Dinge anders gelaufen. Aber "Was wäre wenn?" bringt da ja auch nix und es ist ja irgendwie auch Käse, immer in der Vergangenheit zu wühlen. Ich gucke mal, was ich noch rausholen kann :-) .

Und ansonsten: wenn ich nicht schon länger gewusst hätte wie alt du bist, hätte ich dich für sehr viel älter und lebenserfahrener gehalten als du tatsächlich bist.

Ja, das geht hier anscheinend mehreren so. Ich frage mich dann immer, wie wohl Leute in meinem Alter drauf sind/drauf sein sollen? Ich denke, ich bin einfach vom Kopf her tatsächlich recht weit, das war ich schon immer, aber dafür emotional manchmal nicht. Der Fokus wurde bei mir als Kind auch immer sehr kopflastig gelegt, es ist oft passiert, dass Menschen (nicht nur, aber schon zum großen Teil auch meine Eltern) um mich rum vergaßen, wie alt ich war, und dann gerade emotional mehr von mir erwarten haben, als möglich war. Da habe ich, glaube ich, teilweise nicht so die Förderung bekommen, die ich gebraucht hätte, sondern eher manchmal Überforderung erfahren. Aber naja... ich arbeite daran und das Leben ist ja noch lang :-) !

Nur an dem dicken Fell musst doch noch etwas arbeiten ;-) Aber wenn du Leute anschnauzst, die dir blöd kommen find ich das auch nicht verkehrt :-D

;-D Ehrlich gesagt, habe ich zuletzt, glaube ich, nebenbei auch einfach einen Teil in mir selbst angeschnauzt, der auch immer sagt: "Du bist doof/faul! Stell dich nicht so an!" Hat irgendwie auch mal gut getan ^^.

@ S. wallisii

Üblicherweise ergibt sich das doch irgendwie... ich glaub fast man könnte es sogar hinkriegen sich mit jemand anzufreunden ohne jemals zu wissen was der eigentlich beruflich macht^^

So, wie bei Barney Stinson bei HYMYM ;-) ? Ja, das wäre schön. Ich finde es auch eigentlich nicht so wichtig, erlebe aber oft, dass schnell danach gefragt wird und manchmal ertappe ich mich auch selbst dabei, weil ich nicht weiß, was ich sonst fragen soll, oder es mich tatsächlich interessiert. Ich finde es eigentlich auch nicht schlimm, wenn echtes Interesse dahintersteckt, habe aber manchmal die Befürchtung, dass es bei der Frage auch darum gehen könnte, den Werte des anderen abzuchecken. Aber wahrscheinlich ist das Quatsch, zumindest meistens, hoffe ich.

Schätze die Unsicherheit ist eher auf eigener Wertung begründet als auf rhetorischer Problematik. Sieh's doch mal so: Du hast die spitzen Gelegenheit dir erst ordentlichen Selbstwert aufzubauen und erst dann zu arbeiten. Viele selbstwertsteigern sich dermaßen kompensativ über die Arbeit dass es nimmer feierlich ist, nimm so jemand sein "schaffen" und der ist im Arsch, ich denk das kann dir nicht passieren.

Ja, das stimmt. Ich denke mir das auch manchmal, nur irgendwie kriege ich dann auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich daran denke, dass ich mir diesen "Luxus" gönne, während andere in meinem Alter schon arbeiten. Ist eigentlich auch Quatsch, weil am Ende geht es ja um mich und meine Gesundheit, aber naja.

Trotzdem...

Manchmal denke ich auch selber noch, ich bin einfach nur faul, auch wenn ich eigentlich weiß, dass das nicht stimmt.

das und ähnliche Glaubensätze sind wohl das eigentliche Problem.

Ja, das ist wahr. Das liegt wohl eher bei mir selbst.

ich habe Dich stets als einfühlsame, kluge und (für Dein zartes Alter) lebenserfahrene Teilnehmerin erlebt, die sich dazu gut auszudrücken weiß.

Seh ich genauso, in meinen Augen ist das wertvoll. :)^ Aber scheiß auf meine Sicht der Dinge, und (noch mehr natürlich^^) auf die der leistungsgesellschaftlich Indoktrinierten - es geht um deine eigene Sicht auf dich selbst. Wenn du einen Schulabschluss machen willst oder dies und das, prima wenn du willst weil du willst... und nicht weil du etwas wert sein willst. Sieh dich jetzt als wertvoll, einfach so, ohne Bedingung, ohne Leistung, einfach weil du (du) bist.

Das versuche ich wirklich sehr :)z . Es wird auch langsam. Ich kenne das nur aus meiner Kindheit nicht, etwas wert zu sein ohne Leistung. Aber es ist ein schönes Gefühl und ich möchte es gerne kultivieren :)z . Hoffentlich gelingt es mir, das wäre schön.

Ich meine, ich selbst habe mittlerweile so viel gesehen und erlebt, dass ich niemanden mehr danach beurteile, welchen Bildungsabschluss er hat.

joa, die anderen :-D

Je mehr du auch hinter dir stehst desto weniger wird das überhaupt ein Problem sein und bis dahin kann das Thema ja ein Indikator und Experimentierfeld sein.

Bis zur Stabilisierung deines Selbstwerts (oder eben thematische Teilbereiche davon) würde ich dir aber empfehlen eines nicht zu tun: Nämlich das was dir hier stellenweise (logischerweise) geliefert wird: Die Entschuldigung, du hattest ja Gründe usw. Ja das stimmt natürlich und da gibt es auch nix dran zu rütteln, aber psychologisch gesehn würde ich es nicht empfehlen es tatsächlich als Entschuldigung/Relativierung herzunehmen. Erstens ist "entschuldigung" gar nicht nötig und zweitens impliziert die Verwendung von Entschuldigung deiner Psyche aber gerade eben dass es überhaupt was zu entschuldigen gibt.

Und was mache ich dann am Schlauesten stattdessen?

ich würde anfangs nur sagen, dass du langwierige und noch anhaltende gesundheitliche Probleme hattest/hast, die dich zurückgeworfen haben. Außerdem gab es massive familiäre Probleme, die ihr übriges beigetragen haben. Deshalb hast du jetzt noch mit den Folgen zu kämpfen, du ackerst dich aber durch und gibst nicht auf. Vielleicht noch, dass es dich manchmal selber nervt, dass du deshalb hinter deinen Fähigkeiten zurückbleiben musst, aber probierst trotz der Umstände alles herauszuholen.

meiner Meinung nach keine gute Methode, absolut nicht^^ Außer du willst dich klein machen und der potentiellen (ist ja nicht mal jeder so!) Leistungserwartung deiner Gegenübers regelrecht entgegenkriechen ]:D Warum rechtfertigen?

Ja, gute Frage. Aber ich wüsste nicht, wie ich es sonst machen soll? Das ist mir anscheinend so fremd (leider), dass ich gar nicht weiß, wie ich das machen soll.

@ Cote Sauvage und S. wallisii

Und wenn es ihrer eigenen - berechtigten - Leistungserwartung entspricht?

Im Moment weiß ich, ehrlich gesagt, gar nicht, was ich von mir erwarte. Im Moment spüre ich nur, was die anderen (vermeintlich) von mir erwarten und merke ja hier auch gerade, dass ich damit ganz schön daneben liege. Zumindest bei einigen Leuten, und das reicht mir. Ich versuche da mal losgelöst drüber nachzudenken.

Ich finde nicht, dass das eine Rechtfertigung ist, sondern eine Erklärung. Und ich glaube nicht, dass cinnamon mit Anfang 20 ein "ich hab keinen Abschluss und finde es ok so" - und die Reaktionen darauf - aushalten kann.

Das ist schon ein Punkt. Deswegen auch meine Frage an S. wallisii, wie ich das denn evtl. auch anders lösen könnte.

Geht gleich weiter...

C|inn?amxon4


@ weiter an S. wallisii

das ist egal, es ist Opferformulierung: hier und da, weil weil weil, und ich würd ja gern, aber, und ich find mich ja selber scheiße aber bitte du mich nicht. So das wär die Übersetzung ;-D (ich seh's vllt ein bißchen krass, aber denkt doch mal drüber nach ob da nicht ein Quentchen was dran ist^^ )

Ich denke, ein Quentchen ist da dran, ja, vor allem das: "Bitte verurteile mich nicht!" Aber ich denk, dass das sooo schlimm auch nicht ist bzw. würde mich dein Gegenvorschlag interessieren ;-) . Für mich ist es schon ein großer Schritt, mich überhaupt wieder raus zu trauen, und wenn dazu ein bisschen: "Bitte tut mir nichts!", gehört, dann ist das eben so. Aber, wie gesagt, vielleicht hast du ja noch einen konkreten Vorschlag, mit dem ich mitgehen kann :)z .

@ Sense

Danke auch dir @:) !

Ich finde es schwierig, mich von dem Bild zu verabschieden, von dem, wie mein Leben hätte laufen sollen. Ich weiß, dass mir trotzdem noch viele Türen offenstehen und ich werde mich auch weiterhin bemühen, immer wieder ein bisschen fitter zu werden. Nur ist es nicht das, was ich immer wollte.

Aus Deinen eigenen Erkenntnissen klingt sehr viel Reife und Selbstreflektion heraus. Das ist ein sehr großer Vorteil, der Dich vielleicht einmal wo hinführen wird, wo Du Dich auch wohl fühlst, Dir Befriedigung und Glück bringen wird, wer weiß.

Ich denke, worauf ich mich derzeit konzentrieren/was ich lernen will, ist, auf mein Herz zu hören. Ich bin, glaube ich, intellektuell gesehen wirklich ganz gut dabei, aber emotional manchmal nicht. Ich weiß oft, wie sich andere Menschen fühlen (könnten), aber eben oft auch nicht, wie ich mich eigentlich fühle. Wenn das irgendwann ganz zusammenpasst, freue ich mich sehr darüber :-) . Aber ich habe auf diesem Weg auch jetzt schon viel erreicht.

Du kannst nicht mehr bei den Eltern wohnen - würdest Du denn gerne, wäre es den Eltern lieber? Also der Nähe wegen, nicht wegen der finanziellen Situation?

Hm... ich denke nicht, nein. Das würde nicht funktionieren. Aber damit habe ich meinen Frieden so weit gemacht, auch wenn es natürlich manchmal traurig ist.

Dass der Rest der Familie sich gleichgültig bis ablehnend verhält, ist wohl ein weit verbreitetes Muster. Tut dies noch sehr weh oder konntest Du dazu inzwischen einen gewissen Abstand einnehmen?

Ja, Familien sind manchmal echt blöd. Es tut schon noch weh, es gibt Tage, da stecke ich es besser weg, und Tage, da macht es mich traurig.

Wenn Du vielleicht da einmal mehr eine andere Sichtweise einnehmen könntest, nämlich zuerst, dass dies überhaupt nicht schrecklich ist, sondern in gewissen Situationen selbstverständlich. Oder finden Deine Eltern das schrecklich und machen Dir Vorwürfe? Wenn sie es finanziell nicht wuppen könnten, müssten sie auch nicht so ganz allein.

Sie machen mir nicht direkt Vorwürfe, aber sie lassen schon manchmal anklingen, dass es ja recht knapp bei ihnen ist und dass ich hoffentlich ganz bald selbst Geld verdiene. Das wurmt mich dann natürlich schon. Hinzu kommt noch der Wunsch nach Autonomie, dass ich bei größeren Anschaffungen nicht nachfragen muss, sondern das einfach von MEINEM Geld machen kann, aber in dem Punkt gebe ich mir auch die Zeit, die ich brauche, auch wenn es schön wäre, wäre der Zeitpunkt jetzt schon hier. Was meinst du mit, sie müssen es nicht alleine wuppen?

Ich hör auch raus, dass sie Dich lieben und nur an Deinem Wohl interessiert sind und Dich dabei unterstützen. Dafür sind Eltern da - so sehe ich das - auch wenn die Kinder über die 20 Jahre hinaus es noch benötigen.

Vielleicht kannst Du da einmal ansetzen, Dich nicht mit Selbstvorwürfen niederzumachen, denn Du ruhst Dich ja schließlich nicht bequem aus. :)* @:)

Ja, das stimmt. Ich glaube nur manchmal, dass meine Eltern noch nicht so ganz realisiert haben, dass ich manches (derzeit) eben nicht so kann und manches vielleicht auch nicht so will, wie sie es sich vorstellen. Es dringt langsam zu ihnen durch, aber auch nicht immer und in allen Bereichen. Naja...

@ ElafRemich0815

Danke auch dir. Ich finde, du hast das Alles gut beschrieben. Diese Ideal, was du nennst, ist wirklich nur noch das und es gibt viele Abweichungen davon. Das erschreckt mich besonders:

Anforderungen die immer weiter steigen während gleichzeitig das Bildungsniveau immer weiter absinkt

Ich hoffe ja immer, dass dieses Gefühl subjektiv ist. Naja... ich werde es wohl oder übel herausfinden ^^.

Darüber hinaus sagt das doch alles gar nichts darüber aus was für ein Mensch du bist. Auf dem Stück Papier auf dem Abitur oder Diplom o.Ä. steht, steht nicht ob du ein toller Mensch bist, ob du viele Freunde hast, die zu dir stehen, ob du über Allgemeinwissen verfügst, dich für Musik, Kunst, Kultur, Sport, Politik usw. interessierst uvm.

Ja, das ist natürlich wahr.

Bei mir - nur so als Beispiel genannt - sieht das auch nicht viel anders aus. Schule dreimal gewechselt, zweimal sitzen geblieben, nur Fachabi, danach Bundeswehr und ein Praktikum das ich fast zwei Jahre gemacht habe (da habe ich praktisch eine 40 Stunden Woche gehabt). Danach auf eine Fachhochschule, diese nach einigen Semestern abgebrochen und den elterlichen Betrieb übernommen. Das heißt ich habe gar kein Papier auf dem so was wie Abschluss steht. Trotzdem habe ich meine Arbeit, viel Freizeit die ich mit einem schönen Hobby (Musik) fülle, einen Beruf in dem ich mit Menschen zu tun habe (obwohl ich eine leichte Sozialphobie habe) und so gut verdiene das ich immer über die hohen Steuern jammere die ich regelmäßig zahen darf.

Alles im allem kein idealer Weg. Und nichts was ich anderen empfehlen würde. Trotzdem mache ich das beste draus, in dem Wissen das noch besser immer möglich ist.

Irgendwie lustig. Ich finde deinen Lebensweg jetzt auch gar nicht sonderlich verkorkst. Vielleicht ist man manchmal wirklich zu streng mit sich.

@ feles

Danke auch dir, feles @:) ! Freut mich, dass du deinen beruflichen Weg weitergehen konntest! Ich kriege das sicherlich auch noch hin :)z . Ich muss nur erstmal herausfinden, was ICH will, losgelöst von allen vermeintlichen Zwängen (das hat mich hier Alles gerade wirklich zum nachdenken angeregt). Was ich genau habe, möchte ich hier jetzt nicht näher schreiben. Ich hoffe, das ist nicht schlimm.

So... das war es für heute erstmal. Alles Liebe euch allen @:) ! Und nochmal ein fettes: DANKE! So viel (positive) Aufmerksamkeit ist gerade wirklich schön für mich.

habe übrigens auch die pns erhalten, danke, komme aktuell nur einfach nicht mit dem antworten hinterher

C,oteSwauvagpe


Aber auch so muss ich vielleicht lernen, mir auch im Gespräch die Zeit zu nehmen, nachzudenken und erst dann zu sagen, was ich auch wirklich sagen will. Manchmal bin ich sonst von Fragen so überfallen, dass ich mehr erzähle als ich will oder etwas erzähle, was nicht stimmt, wie letztens leider bei meiner besagten "Elite-Runde". Das muss ich wohl mal üben :)z ,

Ich finde es für dein Alter völlig normal, dass man nicht immer gleich die richtige Antwort parat hat. Daher ist es nach meiner Erfahrung eine gute Methode, wenn du dir für Situationen, die wahrscheinlich kommen und die dich belasten, Antworten vorab zurechtlegst. Und vor einer Antwort auf eine heikle Frage erst mal kurz innehalten finde ich schon einen sehr guten Anfang.

Angeblich ist die Jugendarbeitslosigkeit ja so hoch und wenn man dann nicht das perfekte 1er-Abi hat, ist man am Arsch.

Wieso machst du dir so abstrakt Gedanken? Abstrakt hast du, wie dir hier alle bestätigt haben, noch gar nichts versaut. Es kommt doch ganz konkret darauf an, was du beruflich machen willst und könntest. Ich weiß nicht ob es da noch NCs gibt oder wie die Auswahlverfahren an Hochschulen heutzutage laufen, aber das wird vermutlich je nach Studiengang variieren. Und später ist deine Abinote dann egal. Bei uns wird bei Bewerbungsgesprächen zwar manchmal nach Schulnoten gefragt, aber deine Erklärung würde da absolut ausreichen und eher bedeuten dass du besonders viel Biss hast.- Wenn du dagegen gar nicht studieren willst, wird es sicher auch viele Ausbildungsberufe geben, bei denen es wenig Bewerber gibt, so dass die Abinote da auch nicht entscheidend ist.- Bei deinen Überlegungen solltest du auch realistisch sein. ZB wirst du deine Unabhängigkeit mit "etwas Künstlerischem" wohl eher weniger sichern können, und bei deinen Problemen mit deinen Eltern ist diese Unabhängigkeit doch besonders wichtig für dich.

CsoteS?auvaxge


Und nochwas zum "Procedere":

Damit dich dieser Thread nicht überfordert, kannst du hier schon mal "klare, aber höfliche Ansagen" üben:

An deiner Stelle würde ich das, was neu ist, genau lesen und durchdenken (das ist ja das Ziel deines Threads) und hier dann nur 1) gelegentlich einen Zwischenstand deiner Überlegungen geben und 2) konkrete Fragen, die dich weiterbringen könnten beantworten und selber ggf solche Fragen stellen. Mit PNs würde ich genauso verfahren.

Damit die Leute das wissen müsstest du sowas natürlich ankündigen. Ich würde es verstehen und ich denke die ganz große Mehrheit der anderen auch.

Wenn jemand sich bemüht, auf jede Aussage einzugehen, verzettelt er sich, und da er das Ziel, alles zu berücksichtigen, nicht erreicht, ist er frustriert und der Thread schläft ein.

kXisxir


Also ich finde Leute mit ein paar Kratzern in der Biographie viel interessanter als solche, die immer versuchen, sich der breiten Masse anzupassen. Und noch cooler finde ich sie, wenn sie dazu stehen ;-)

S7. 5wall'is8ii


Angeblich ist die Jugendarbeitslosigkeit ja so hoch und wenn man dann nicht das perfekte 1er-Abi hat, ist man am Arsch.

In ner Ubahnhalte hängt oder hing hier lange ein Plakat darauf ein niedergebeugter Jugendlicher vor einem Typ hinterm Schreibtisch und drauf stand sowas wie "Bitte, bitte eine Arbeit" Glaub auch noch gemalt von jungen Schülern, "fuck the system" sag ich da nur. Allzu systemfuckig bin ich ja gar net mal drauf aber sowas macht mich wütend (also das Plakat nicht du^^), diese implizierte und sklavische Ergebenheit an schulische Leistung und die Arbeit. Mach dir keine Sorgen wegen sowas und vertrau auf dein Glück wenn's soweit ist. (ich hatte solange ich arbeiten wollte immer Glück und echt kein gutes Zeugnis (fand halt schon damals dass es nettere Dinge gibt ]:D ))

Ich finde es auch eigentlich nicht so wichtig, erlebe aber oft, dass schnell danach gefragt wird und manchmal ertappe ich mich auch selbst dabei, weil ich nicht weiß, was ich sonst fragen soll, oder es mich tatsächlich interessiert. Ich finde es eigentlich auch nicht schlimm, wenn echtes Interesse dahintersteckt, habe aber manchmal die Befürchtung, dass es bei der Frage auch darum gehen könnte, den Werte des anderen abzuchecken.

Ja natürlich ist die Befürchtung nicht ganz unberechtigt, und/aber vllt ist der ein oder andere so tickende ja andererweitig ein netter Mensch *gönnerhafte Gnade* ]:D Aber man könnte es auch pragmatisch als superpraktische automatische Aussortierung betrachten. :-D

Das versuche ich wirklich sehr :)z . Es wird auch langsam. Ich kenne das nur aus meiner Kindheit nicht, etwas wert zu sein ohne Leistung. Aber es ist ein schönes Gefühl und ich möchte es gerne kultivieren :)z . Hoffentlich gelingt es mir, das wäre schön.

Es so zu beschließen und zu wollen ist die beste Vorraussetzung. Viel Erfolg! :)* (Meine Mutter hat mir zum Glück wenig derartige Leistungsdrücke vermacht, trotzdem bin ich ja selber noch dabei mich von solcher Denkart zu lösen, das ist halt eben auch nicht wenig gesellschaftsimpliziert)

Ich denke, ein Quentchen ist da dran, ja, vor allem das: "Bitte verurteile mich nicht!" Aber ich denk, dass das sooo schlimm auch nicht ist bzw. würde mich dein Gegenvorschlag interessieren ;-) . Für mich ist es schon ein großer Schritt, mich überhaupt wieder raus zu trauen, und wenn dazu ein bisschen: "Bitte tut mir nichts!", gehört, dann ist das eben so. Aber, wie gesagt, vielleicht hast du ja noch einen konkreten Vorschlag, mit dem ich mitgehen kann :)z .

Also ich persönlich würde quasi alles besser finden als rechtfertigende Formulierungen, von Ausweichungen oder sogar strike Themenverweigerung über Scherze* bis hin zur gegenoffensiven Provokation^^ (die wird aber natürlich verlässlich jeden aussortieren der auch nur ansatzweise leistungsorientiert denkt). Soll ich da wirklich konkrete Beispiele liefern^^?

Aber die erkenntnisakzeptierende und bewusste einfließenlassung von "Bitte tut mir nichts" find ich auch fast ne sympatisch Lösung. Hm, "fast" weil sie zwar erkenntnisakzeptierend und sehr offen ist aber ob sie gut tut weiß ich nicht, probier's vllt einfach mal und fühl hin, vllt ist's ein guter Übergang - wie gesagt sieh's als Experimentierfeld. Ob die Kommunzierung von nicht-verurteilt-werden-wollen auf Dauer ne gute Angewohnheit wäre bezweile ich allerdings auf jeden Fall, weil es wie die Rechtfertigung auch, der eigenen Psyche signalisiert dass es was zu verurteilen gäbe. So oder so ist es aber besser als die Rechtfertigungen, die heutzutage jeder hören will und jeder liefert, find ich zumindest.

Was ich daran v.a. gut finde ist halt wirklich der Gedanke:

Für mich ist es schon ein großer Schritt, mich überhaupt wieder raus zu trauen, und wenn dazu ein bisschen: "Bitte tut mir nichts!", gehört, dann ist das eben so.

Selbsterkenntnis und Akzeptanz der eigenen Gefühlswelt erster Güte :)^ Vllt reicht's als Gedanke, vllt probierst es mal als Kommunikation. Jetzt wünsch ich dir ein paar nette Menschen im RL die dir diesbezüglich und generell gut tun werden. :)*

* = Scherze werden sehr wahrscheinlich trotzdem zu "jetzt aber mal im ernst" führen wenn du nicht auf stur machst sind aber vllt ein guter Übergang zu anderen Methoden. Glaub ich würde sie am ehesten empfehlen, Provokation ist neben dem Vertreibungpotential angreifbar. Das Ausweichen ist natürlich offensichtlich und was derjenige dann denkt kann natürlich auch alles mögliche sein, nimmt sich mit "will ich nicht drüber reden" also eigentlich gar nix.

Damit die Leute das wissen müsstest du sowas natürlich ankündigen.

find ich nicht, Recht auf Antworten gibt's meiner Meinung nach eh nicht. Find das zwar immer nett wenn einer seinen Faden so durchackert und mit @ und so aber dass das Verzettelungs- oder Überforderungspotential hat stimmt natürlich. Daher ausdrücklich (seh ich eigentlich immer so): Mein Beitrag ist zum Nichtbeantworten absolut freigestellt! :-)

C,oxteSauxvage


Recht auf Antworten gibt's meiner Meinung nach eh nicht.

Nö, Rechte gibts in so einem Forum sowieso recht wenige, aber einen einigermaßen höflichen, vielleicht sogar netten Umgang finde ich schon wichtig. Da das hier alles freiwillig ist und die Leute anderen, die ein Problem haben, in ihrer Freizeit schreiben, ist das schon im Interesse des TE.

CjinnRamoxn4


@ Oldie49

Liebe Cinnamon

Aus deiner Schilderung spricht Scham. Und die entsteht, wenn man das Gefühl hat, Erwartungen nicht erfüllt zu haben, Vergleichen nicht standzuhalten und daran selber Schuld zu sein.

Also Ersteres und Zweiteres schon, bei Letzterem bin ich mir nicht sicher. Ich habe halt manchmal das Gefühl, dass meine Gründe nur als Ausrede gesehen werden, vor allem von der Verwandtschaft. Und irgendwie sehe ich sie dann auch selbst als Ausrede. Auch von ärtzlicher Seite erfahre ich wenig Unterstützung. Vielleicht mache ich nicht klar genug, dass ich nicht nur ein bisschen müde bin, sondern dadurch fast arbeitsunfähig. Irgendwie scheint das ja eine Macke von mir zu sein, mein Licht unter den Scheffel zu stellen bzw. mich etwas kleiner zu machen.

Die Auflösung dieser Kausalkette sollte von hinten erfolgen. Wenn du dich nachhaltig selber davon überzeugen könntest, am Status Quo nicht SCHULD zu sein, sondern stattdessen die URSACHEN dafür anzuerkennen, wäre der erste Schritt getan. Denn das, was dich in den Jahren, in denen andere durchs Abi stürmen, gehindert hat mitzustürmen, hat handfeste Ursachen. Das schließt zwar nicht aus, dass du dabei auch Fehler gemacht hast, aber so lange diese Fehler nicht exakt zu definieren sind, kann aus ihnen auch nicht lernen. Es wäre also zunächst interessant, ob du in deinem bisherigen Verhalten schon Fehler erkannt hast und dann auch aufgehört hast, sie weiter zu machen. Davon gehe ich – wenn ich deine Schilderungen lese – aus.

Hm... Fehler... ich denke, ich bin gerade noch dabei, aus manchen Fehlern zu lernen, glaube ich. Bisher hatte ich eher die Attitüde: "Ich muss gegen den Berg anlaufen, auch wenn ich jedes Mall wieder umfalle und noch weniger Kraft habe." Derzeit versuche ich, einfach mal den Status Quo zu akzeptieren und mich umzuschauen, in Ruhe zu schauen, welche Steine da überhaupt so rumliegen und ob man die nicht wegräumen könnte, blöd gesagt. Das sind vor allem auch emotionale Dinge, wo ich zu viel von mir, aber manchmal auch zu viel von meinem Umfeld erwarte. Wenn ich da den Druck rausnehme, geht es vermutlich schon einfacher. Ich habe oft den Fehler gemacht, mutlos zu werden und Dinge hinzuschmeißen, sind sie nicht mehr perfekt. Seien es jetzt schulische Leistungen oder private Beziehungen. Dass die Dinge sich schon von selbst regeln, wenn man einfach dran bleibt, war mir nicht klar und wurde mir auch nicht beigebracht. D.h. intellektuell wurde es versucht, aber emotional nicht. Da kam nichts an. Aber das kann ich mir heute vielleicht selbst geben, diese emotionale Unterstützung.

Also bleibt deine wichtigste Aufgabe, die Ursachen für deine bisherige persönliche Geschichte als Faktum anzuerkennen, sie dir quasi selber von Herzen zu glauben – mehr noch: Davon überzeugt zu sein, dass dein gegenwärtiger Stand in Sachen Bildung und Beruf Gründe hat, die dich daran gehindert haben, den allseits als "Normalität" empfundenen Weg zu gehen. Bei Dir war das anders, deine Gesundheit und andere äußere Umstände haben das bewirkt, du hast getan, was du konntest und hast dann anschließend noch mal eine Schüppe draufgelegt und holst nach, was machbar ist.

Ja, das stimmt. Ich habe mich immer bemüht.

Das ist beeindruckend und wird jedem, der sich damit beschäftigt, Respekt abnötigen. Aber es beschäftigt sich leider nicht jeder damit, es ist für sehr viele Menschen einfacher, Schubladen zu benutzen. Und die einen tun das, weil es einfacher ist. Die anderen tun das, weil sie es so gelernt haben. Du hast also geringe Chancen, die Menschen daran zu hindern, dich in eine Schublade zu packen, in die du nicht möchtest. Aber viel wichtiger ist, dass du selber dieses Schubladendenken nicht mitmachst. Wichtiger ist es, dass du dir selber von Herzen glaubst, dass du alles in deinen persönlichen Möglichkeiten Stehende getan hast, um dir eine lebenswerte Zukunft gestalten zu können. DU SELBER musst das glauben, und dazu kann es auch hilfreich sein, die "anderen" nicht ebenfalls in Schubladen zu packen. Sie also nicht gleich als Kritiker an dem zu sehen, was du kannst oder nicht kannst, hast oder nicht hast. Nicht jeder, der dich fragt, ist kritisch oder überheblich. Vor allem aber ist deren Beurteilung erheblich weniger wichtig als dein eigenes Wertgefühl.

Ja, das stimmt. Ich denke, an deinem letzten Satz ist vor allem viel dran. Das habe ich noch nicht verinnerlicht.

Du selber müsstest also auch aufhören, dieses "Eigentlich" vor dein Leben zu stellen. Es sind die schrecklichen "Eigentlichs", die uns immer wieder entmutigen. Es sind die gelernten oder abgeschauten IDEALE, die unterstellen, wir wären gescheitert. Wenn es dir also gelingt, deine Ideale mit deinen Möglichkeiten zu harmonisieren und die blödsinnigen "Eigentlichs" zu entkräften, geht es schon besser.

Ja, das stimmt. Nur ist es schwer, von manchen Träumen Abschied zu nehmen. Aber vielleicht muss ich das auch gar nicht. Es dauert dann nur etwas länger, bis ich da bin.

Dann wäre doch jetzt der Zeitpunkt, deine Ziele deinen Möglichkeiten anzugleichen. Das zu wollen, was du auch erreichen kannst und das dann auch mit ganzem Einsatz zu tun.

Ich denke, das stimmt. Nur überschätze ich mich leider regelmäßig.

Ich finde diese Ehrlichkeit sehr berührend. Das erweckt den Eindruck, dass du jetzt zum ersten Mal einer Öffentlichkeit gegenüber die Fassaden herunter lässt. Und das ist ein respektabler Kraftakt, denn es gibt hier ja Menschen, die ein Bild von dir haben. Du hattest jetzt also den großen Mut, diesen individuellen Bildern der anderen Leser und User ein Bild entgegenzustellen, dass der Wahrheit entspricht, dass du aber bisher "eigentlich" selber nicht anerkennen konntest, weil es den üblichen Vergleichen nicht standhalten könnte. Ich ziehe meinen Hut vor dir und finde da grandios.

Dankeschön |-o . Ja... ich denke, ich könnte mit meinem Lebensweg vielleicht irgendwie auch Vorbild sein. Ich meine... kennt ihr diese Kampagnen, wo Frauen (halb-)nackt fotografiert werden, die eben nicht aussehen wie Models? Die haben Falten und einen sichtbaren Bauch und Streifen und was weiß ich... Ich dachte immer, ich würde so einem Ideal nie auf dem Leim gehen. In diesem Punkt bin ich das auch nicht. Aber anscheinend schon beim Thema "Karriere". Vielleicht kann man es nicht ganz vergleichen, aber junge Mädchen denken ja schon manchmal: "Alle anderen sind hübscher als ich." Vielleicht denke ich also: "Alle anderen haben den geraderen Lebensweg." Und wenn dann so Leute wie ich offen zugeben, dass es eben nicht so ist und auch nicht so sein muss, das man trotzdem gut und wertvoll ist, hilft das vielleicht noch mehr Menschen. Das war jetzt nicht meinen Intention, mir war gar nicht klar, dass es noch mehr Menschen so geht ich habe zu dem Thema auch PNs erhalten, ich schreibe jetzt natürlich nicht, von wem, aber es hat mich auch sehr berührt..

Und dann stelle ich dir die Frage, wie du mit der Bezeichnung "grandios" umgehen könntest. Könntest du dich mit dem Gedanken anfreunden, etwas getan zu haben, das jemand als "grandios" empfindet, obwohl die bisherigen Beurteilungen von außen dem scheinbar völlig entgegen stehen? Möchtest du in bestimmten Dingen und Verhaltensweisen überhaupt grandios sein? Oder wäre das eher eine unangenehme Verpflichtung für dich?

Ich hasse es eigentlich, überschwänglich gelobt zu werden. Das fühlt sich wirklich komisch an. Ich freue mich an dieser Stelle, kann es aber auch nicht wirklich ganz an mich ran lassen, das stimmt. Ich glaube auch selten Menschen, die sagen, ich wäre hübsch oder so. Das ist schon besser geworden, aber meine früheren Erfahrungen schwingen da halt manchmal noch mit. Vielleicht ist es auch irgendwo normal, in meinem Alter noch etwas unsicher zu sein. Ich denke, ich habe schon viel erreicht und kann mich hoffentlich über solche Komplimente irgendwann auch ehrlich freuen, das wäre schön.

Ich wünsche dir, dass du deine grandiosen Anteile entdecken und anerkennen kannst, deine Leistungsfähigkeit, deine Empathie. Ich wünsche dir, dass du den Rahmen deiner Möglichkeiten auszuschöpfen lernst und die dabei erreichten Erfolgserlebnisse auch zur Steigerung deines Selbstwertgefühles nutzt. Und wenn dir all das gelingt, wenn du dir selber diese Anerkennung geben kannst, dann wird es automatisch unwichtiger, was diejenigen, denen gegenüber du dich offenbaren zu müssen glaubst, von dir scheinbar denken. Was sie WIRKLICH denken, erfährst du eh nicht, weil du ihre Schubladen ja gar nicht kennst.

Zum Schluss ein sehr einfacher Kommunikationstipp, wenn wirklich gefragt wird und du wirklich sagen möchtest, was Sache ist: "Es ist durch unglückliche Umstände und durch Krankheiten in meinem Leben einiges anders gelaufen, als ich mir das gewünscht habe. Aber ich ARBEITE DARAN und ich bin sehr zuversichtlich, auf einem guten Weg zu sein. Einzelheiten möchte ich dazu noch nicht sagen." Das natürlich mit eigenen klugen Worten ausgedrückt. Ich bin sicher, dass dir das gelingt. Du kannst all das überzeugend überbringen, wovon du SELBER von Herzen überzeugt bist. Und ich glaube, dass du den Mut dazu hast, denn ohne diesen Mut hättest du dich hier gar nicht geoutet.

Dankeschön, das ist sooo lieb |-o . Ich denke, soetwas könnte ich sagen:

Es ist durch unglückliche Umstände und durch Krankheiten in meinem Leben einiges anders gelaufen, als ich mir das gewünscht habe.

Vielleicht würde ich den Rest sogar weglassen, denn irgendwie hat S. wallisii (hoffentlich jetzt richtig geschrieben, ich komme da mit den "I"s immer durcheinander) auch Recht damit, dass ich mich nicht unnötig klein machen sollte. Natürlich arbeite ich an meinen Baustellen, aber das geht mein Gegenüber ja nichts an. Ich muss mich wohl wirklich nicht rechtfertigen.

GLG

Cinnamon

CTiAnnamlonx4


@ Blechpirat

Danke für die Erklärung @:)

Gemeint habe ich das als Bildnis für Dein Verstecken hinter erdachten Geschichten. Und das hast Du nicht nötig.

Ah, ich verstehe. Ja, das stimmt wohl.

Man hat Dir offenbar sehr detailliert eingetrichtert (btw, auch vorgelebt?), wie "man" zu funktionieren hat. Ein Mensch ist aber kein Rädchen in einem Getriebe, das nur dann gut ist, wenn es möglichst geräuschlos eine eng definierte Funktion erfüllt. Das ist eine Sichtweise, mit der ich überhaupt nichts anfangen kann, denn sie verleugnet unsere Menschlichkeit. Sei stolz auf das was Du bist - als Mensch, nicht als Zahnrädchen! @:) :)*

Ja, das ist wahr! So habe ich das noch gar nicht gesehen. Ich habe es vor allem in der Familie erlebt. Meine Eltern haben niemals ehrliche Ansagen gemacht. Wenn wir z.B. alle keine Lust hatten, bestimmte Verwandte zu besuchen, war irgendwer halt "krank" oder sowas. Grenzüberschreitungen werden ertragen, denn "man sieht Tante Lotte ja nur selten". Hauptsache, keinen Stress machen. Dass man dadurch selbst Stress hat, wenn die eigenen Grenzen übergangen werden, wurde ignoriert. Meine Eltern haben sich selbst so schrecklich klein gemacht und mich irgendwie gleich mit. Wobei sie meine Grenzen in ihren Möglichkeiten eigentlich immer bestmöglich geschützt haben; ich galt dadurch schon als "verzogene Göre". Vielleicht denke ich deshalb manchmal, dass meine Bedürfnisse irgendwie falsch sind und ich funktionieren muss, einem Ideal entsprechen. Ich versuche mich langsam von dem Gedanken zu lösen, dass die Welt ein Abbild meiner Familiensituation ist. Die ist schon viel größer und bunter.

@ De.liee

Danke auch dir für deine Nachricht und die Mitteilung deiner Erfahrungen.

Ich fühle mich auch so ähnlich, denke ich. Gerade die Familie ist manchmal echt hart. Für die existieren psychische Erkrankungen auch nicht, obwohl sie teils - diagnostiziert - selbst welche haben. Naja...

Danke auch für deine Einschätzung bezüglich meiner Formulierung. Danke für lieben Worte. Ich wünsche dir, dass auch du deinen Weg machst und es schaffst, weniger streng mit dir zu sein! Ich bin auch viel weniger streng mit mir, wenn ich irgendwie Magen-Darm oder Fieber habe. Komischerweise bin ich nach so einer Krankheit immer viel leistungsfähiger, weil ich mir dann mal - auch mental - richtig Ruhe gegönnt habe. Hm... vielleicht ist da bei mir auch ein bisschen Burn Out dabei... Vielleicht schreibe ich dazu später noch was, das überlege ich mir noch.

@ parazellnuss

Guten Morgen Cinnammon.

Ich bin nicht unsensibel.

Vielleicht lag es dann an der schriftlichen Kommunikation? Zumindest ging das dann irgendwie schief...

Und wie ich sehe, kannst du gut kämpfen. Das ist gut.

Wenn ich muss, schon |-o . Wenn du es so nicht gemeint hast, wie ich es aufgefasst habe, tut es mir auch Leid, dass du meinen Ärger abgekriegt hast. Nur irgendwie ist da manchmal so eine kleine Stimme in mir drin, die genau sowas sagt, wie: "Du hast nix gelernt, du bist doof!" Das hast du zwar so nicht geschrieben, also, dass ich doof bin, aber da bin ich dann drauf angesprungen. Hat aber irgendwie auch gut getan, meine innere kleine Stimme da auch mal mitanzuschreien, die mich mit ihren blöden Kommentaren immer zweifeln lässt. Insofern... danke für den Impuls |-o ;-D .

Ich kenne deine Situation recht gut und kann deinen Schmerz nachempfinden. Das mit der absoluten Ehrlichkeit deinem Werdegang gegenüber habe ich schon ernst gemeint. Ehrlichkeit bedeutet in dieser Situation, dass du keine zusätzliche Kraft verbrauchen mußt, um Geschichten darüber zu erfinden. Die eingesparte Kraft kannst du dann dazu verwenden wieder in deine Spur zu kommen. Und du musst dir keine Absolution einholen. Von keinem. Es ist schließlich dein Leben.

Ja, das stimmt. Allerdings muss ich dann auch etwaige Reaktionen aushalten und deshalb suche ich halt nach einem Mittelweg, bei dem ich nicht lügen muss, aber auch nicht zu viel Angriffsfläche biete. Wenn ich den dann verinnerlicht habe, kostet es mich hoffentlich wirklich kaum noch Energie.

Was meintest du dann aber damit, dass ich hier keine Absolution erhalten würde?

So... ich mache dann jetzt erstmal wieder Schluss. Jemand (ich glaube, wenn ich es beim Überfliegen richtig las, Sunflower) schrieb, ich müsse ja nicht auf Alles im Detail antworten. Danke für das Angebot, vielleicht werde ich es zwischendurch auch wahrnehmen. Allerdings ist es zu Teilen eben auch ne Form der Verarbeitung/Therapie für mich und deswegen möchte ich gerne detailliert bleiben, wo es mir hilft. Wenn es jemandem zu viel wird, kann er oder sie natürlich gerne aus der Diskussion aussteigen. Ich bemühe mich, Antworten an die einzelnen User hier mit dem Nickname in der Überschrift zu kennzeichnen. Dann kann jeder lesen, was er möchte, die eigenen oder auch andere Antworten.

C;innxafmoRn4


Nochmal etwas klarer:

@ all

So... ich mache dann jetzt erstmal wieder Schluss. Jemand (ich glaube, wenn ich es beim Überfliegen richtig las, Sunflower) schrieb, ich müsse ja nicht auf Alles im Detail antworten. Danke für das Angebot, vielleicht werde ich es zwischendurch auch wahrnehmen. Allerdings ist es zu Teilen eben auch ne Form der Verarbeitung/Therapie für mich und deswegen möchte ich gerne detailliert bleiben, wo es mir hilft. Wenn es jemandem zu viel wird, kann er oder sie natürlich gerne aus der Diskussion aussteigen. Ich bemühe mich, Antworten an die einzelnen User hier mit dem Nickname in der Überschrift zu kennzeichnen. Dann kann jeder lesen, was er möchte, die eigenen oder auch andere Antworten.

Bblecchp@iraxt


Meine Eltern haben sich selbst so schrecklich klein gemacht und mich irgendwie gleich mit.

So was kann unfassbar lang nachwirken. Meine eigenen Eltern waren wunderbar, und ich hatte eine schöne und unbeschwerte Kindheit, aber ein bisschen von dem sich-klein-machen hatten sie auch an sich, und an manchen Stellen hab ich noch heute mit dieser Mentalität zu kämpfen. Ich versuche, das was ich davon für richtig halte (Andere nicht unnötig nerven z.B.) für mich herauszufiltern und zu behalten, und das was mir übertrieben scheint über Bord zu kippen. Ist ein langwieriger Prozess, und sicher wäre ich damit schon weiter, wenn ich früher angefangen hätte, mich damit bewusst auseinanderzusetzen. Insofern solltest Du, Cinnamon, das gegenwärtige Aufwacherlebnis durchaus positiv aufnehmen, denn es gibt Dir die Chance, einen großen Teil Deines Lebens freier und unbeschwerter zu verbringen, als wenn Du im alten Muster steckengeblieben wärst. Also Volldampf voraus! :-D :)*

C3inJnamoxn4


@ all

Hi... ich bin's mal wieder @:) !

Sorry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe.

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal bei jedem Einzelnen für seine Mühe und seine Zeit danken!

Ihr habt mir so wahnsinnig geholfen!

Ich bin derzeit aus Gründen, auf die ich nicht weiter eingehen möchte, nicht dazu in der Lage, mich mit weiteren Antworten hier im Faden zu beschäftigen.

Ich wollte das nur schreiben, da ich es selber kacke finde, wenn sich der TE irgendwann nicht mehr meldet. Außerdem habt ihr es verdient, dass zu erfahren, da ihr euch echt viel Mühe gemacht habt!

Wann/Ob ich irgendwann wieder dazu in der Lage bin, in diesen Faden zu schauen, weiß ich nicht. Falls ja, werdet ihr es ja ggff. merken - oder auch nicht. Ihr habt mir auf jeden Fall bis hierhin schon sehr mir euren Ansichten und Einschätzungen geholfen :)z .

Es grüßt euch und dankt euch,

Cinnamon

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH