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Sex mit Minderjährigen straffrei und legitimiert dank Kinderehe?

Adntwondio Vi%vaxldi hat die Diskussion gestartet


Gestern wurde im Radio berichtet, dass die Kinderehe eines 21 Jahre alten Mannes mit einem 15 Jahre alten Mädchen von einem bayerischen Oberlandesgericht anerkannt worden sei, weil diese in Syrien geschlossen worden sei. Es hieß weiterhin, dass wegen der zahlreichen Flüchtlinge aus sehr seltenen Einzelfällen mittlerweile eine erhebliche Anzahl (viele Hunderte von Fällen) geworden sei und dass die Mädchen oft noch viel jünger seien und teils die Männer zudem noch deutlich älter als 21 Jahre.

Wo seht Ihr da eine Untergrenze für das Alter der Mädchen für weitere Anerkennungen derartiger Kinderehen? Wie steht Ihr zu dem Widerspruch, dass selbst relativ harmlose geschlechtlich orientierte Handlungen (z.B. Zungenkuss) zwischen Kindern bzw. Jugendlichen unter 14 Jahren und erwachsenen Personen (über 18 Jahren, mehr noch über 21 Jahren) hierzulande als strafbar gelten? Welche Änderungen von der Politik würdet Ihr fordern? Wie denkt Ihr über ein derartiges Urteil eines OLG? Sollten bei uns generell Ehen (anders als bisher ab 16 Jahren) erst ab 18 Jahren erlaubt sein, um noch deutlicher zu machen, dass Kinderehen bei uns nicht (mehr) üblich sind?

Antworten
L!ilja#4evexr


Naja ohne das jetzt verteidigen zu wollen. Kinderehe ist bei uns auch nicht erlaubt. Jedoch gelten 15 jährige vor dem Gesetz nicht als Kinder. Kinder sind vor dem Gesetz Menschen unter 14.

Byria*nx65


Komplexes Thema...

Formalrechtlich dürfte das Urteil stimmen, denn im internationalen Recht ist es üblich, gültige Rechtsakte aus dem Ausland (die nach ausländischem Recht rechtmäßig sind und die jeweiligen Staatsbürger betreffen), anzuerkennen, im vorliegenden Fall also die syrische Ehe.

Mir ist dabei aber nicht wohl, denn auch in Syrien dürften 15-jährige Mädchen nicht reif genug sein, um eine Ehe mit einem wesentlich älteren Mann einzugehen - auch hinsichtlich der Einsicht über die Tragweite einer solchen Entscheidung. Ob die Eheschließung nach unserem Verständis freiwillig bzw. aus eigenem Willen erfolgte, ist mehr als fraglich, auch wenn die Beweisführung kaum möglich ist. Damit ist es aus meiner Sicht mindestens hart an der Grenze zum sexuellen Missbrauch.

cDlaixret


Sollten bei uns generell Ehen (anders als bisher ab 16 Jahren) erst ab 18 Jahren erlaubt sein, um noch deutlicher zu machen, dass Kinderehen bei uns nicht (mehr) üblich sind?

Ich finde dieses Gesetz hätte man schon längst ändern sollen. Das ist doch irgendwie ein Überbleibsel aus Zeiten in denen man eine schwangere 16jährige noch schnell verheiratet hat, damit der äußere Schein gewahrt wird. Für mich gibt es in der heutigen Zeit keinen vernünftigen Grund mehr, warum man unter 18 Jahren heiraten sollte. Das ist eine Entscheidung mit einer Tragweite, die ein Minderjähriger nicht treffen kann.

Die Anerkennung von im Ausland geschlossenen Kinderehen finde ich arg problematisch. Unter 16 finde ich das eigentlich überhaupt nicht vertretbar. Die Frage ist halt, ob die Nichtanerkennung den Betroffenen hilft. Wahrscheinlich auch nicht. Vielleicht wäre eine Lösung die Ehe vorläufig anzuerkennen, aber mit 18 Jahren muss der Ehewille noch einmal auf dem Standesamt bestätigt werden.

LCouViosiva&nxa


Ich finde dieses Gesetz hätte man schon längst ändern sollen. Das ist doch irgendwie ein Überbleibsel aus Zeiten in denen man eine schwangere 16jährige noch schnell verheiratet hat, damit der äußere Schein gewahrt wird.

Ganz sicher sind die verheirateten, sehr jungen Mädchen nicht schwanger, aber sie sollen schnell Kinder bekommen und möglichst zahlreich, dazu kommt, dass man sehr junge Mädchen, eigentlich Kinder, noch sehr viel besser nach dem eigenen Geschmack formen kann. Weg von zu Hause, bei einem sehr viel älteren Mann, haben dieser Mädchen keine Chance, sich auch nur ansatzweise frei entfalten zu können.

Die Anerkennung von im Ausland geschlossenen Kinderehen finde ich arg problematisch. Unter 16 finde ich das eigentlich überhaupt nicht vertretbar. Die Frage ist halt, ob die Nichtanerkennung den Betroffenen hilft. Wahrscheinlich auch nicht. Vielleicht wäre eine Lösung die Ehe vorläufig anzuerkennen, aber mit 18 Jahren muss der Ehewille noch einmal auf dem Standesamt bestätigt werden.

Das Problem ist doch gar nicht das Formelle. Natürlich wird die früh Verheiratete auch mit 18 brav den Ehewillen erneut bekräftigen.

nranabxi


Es ist ein schwieriges Thema. Ich kenne viele Roma, die traditionell sehr jung heiraten. Die primäre Frage, die sich mir stellt,ist, ob es eine Zwangsehe ist?

Eine weitere Frage ist, wie sehr sich diese Konstellation von der Situation hierzulande unterscheidet, wo 15 Jährige (teilweise jünger) sexuelle Bekanntschaften zu älteren pflegen?

Ansonsten stimme ich den Vorrednern zu. Es wäre interessant herauszufinden, was genau dahinter steckt.

A^ufDearArxbeit


Ich finde das ist sehr schwierig zu beurteilen.

Erstmal: Kinder sind Menschen die jünger als 14 Jahre sind. Daher ist die Frage, ob eine 14 oder 15 jährige Jugendliche schon heiraten sollte. Ich finde des in der Tat schwierig zu beantworten.

In Deutschland redet man immer gerne viel von Freiheit. Alles tun und zu lassen ohne Konsequenzen. Ehen sind in Deutschland sowiso kaum noch was Wert... die hohen Scheidungsraten sind ja gekannt. Ehe wird oft nur als Zwang, als Abhängigkeit gesehen.

Es gibt allerdings Länder und Kulturen die das ganz anders sehen. Für die eine Ehe immer noch erstrebenswert ist. Und selbst wenn dort eine 15 jährige einen 25 jährigen heiratet kann das eine wundervolle Ehe über 50 Jahre sein, auch wenn sich das viele in Deutschland nicht vorstellen können.

Fakt ist aber das unser deutsches "ich will immer frei sein und mag keine Ehe"-System nicht funktioniert. Die Anzahl der Alleinerziehenden steigt und steigt... und das hat nichts mit Gewalt in der Ehe zu tun sondern mit "ich will spass ich will spass". Und die Kosten dafür steigen und steigen... viele Alleinerziehende sind Arm und beziehen Unterstützung vom Staat. Aus meiner Sicht kollabiert das ganze irgendwann... das kann nicht gut gehen. Nicht auf diesem hohen Lebensstandard den wir noch haben.

BSrianZ65


nanabi

Ich kenne viele Roma, die traditionell sehr jung heiraten.

Die Frage ist hier, wie alt der Partner ist. Wenn beide sehr jung sind, wäre das zwar nach unserem Verständnis ebenfalls fragwürdig, aber eher akzeptabel als bei einem wesentlich älteren Partner.

c?lai4r5ext


Ganz sicher sind die verheirateten, sehr jungen Mädchen nicht schwanger, aber sie sollen schnell Kinder bekommen und möglichst zahlreich, dazu kommt, dass man sehr junge Mädchen, eigentlich Kinder, noch sehr viel besser nach dem eigenen Geschmack formen kann. Weg von zu Hause, bei einem sehr viel älteren Mann, haben dieser Mädchen keine Chance, sich auch nur ansatzweise frei entfalten zu können.

Ich rede von dem deutschen Gesetz und der Intention dahinter. So arg früh wurde in Deutschland bzw. Europa auch früher nicht geheiratet, meist waren schon beide Partner über 20. In anderen Kulturkreisen ist das leider völlig anders.

Das Problem ist doch gar nicht das Formelle. Natürlich wird die früh Verheiratete auch mit 18 brav den Ehewillen erneut bekräftigen.

Das stimmt leider. Aber es bietet zumindest einen möglichen Ausweg. Wenn das Mädchen bis dahin die Schule besucht, die Sprache lernt und ihre Möglichkeiten kennen lernt...

@ AufDerArbeit

Den anderen Kulturen ist das persönliche Glück aber völlig egal. Ob die Eheleute 50 Jahre lang glücklich sind oder leiden ist unerheblich solange der äußere Schein gewahrt wird. Eine Ehe ist für mich nur so lange erstrebenswert wie sie funktioniert. Das Problem vieler Alleinerziehender kann man auch anders als mit Rückfall in dunkle Zeiten in den Griff bekommen.

nVana8bi


Sie befinden sich meist in einer ähnlichen Konstellation, wie von TE angesprochen.

Ich denke es ist von vielerlei Faktoren abhängig, es ist schwierig. Welche Hintergründe hat die Ehe? Wurde die Ehe aus freiem Wille geschlossen? Wie reif sind die, in diesem Fall, Jugendlichen? Etc.

Auf der anderen Seite, finden "wir" solche "Kinderehen" fragwürdig, weil wir die sexuelle Komponente vordergründig sehen? Oder verbinden "wir " die Ehe mit so vielen Pflichten, mit denen Jugendliche schwer klar kommen können? Oder? Viele Jugendliche haben bereits mit 15 (freiwillig) Sex mit älteren Partnern, wie ist das zu bewerten? (Ich meine es nicht ironisch, es interessiert mich tatsächlich)

maonId+s\terxne


Das Problem vieler Alleinerziehender kann man auch anders als mit Rückfall in dunkle Zeiten in den Griff bekommen.

Ja? Wie denn?

AZuf>DerArbxeit


Den anderen Kulturen ist das persönliche Glück aber völlig egal. Ob die Eheleute 50 Jahre lang glücklich sind oder leiden ist unerheblich solange der äußere Schein gewahrt wird. Eine Ehe ist für mich nur so lange erstrebenswert wie sie funktioniert. Das Problem vieler Alleinerziehender kann man auch anders als mit Rückfall in dunkle Zeiten in den Griff bekommen.

Es gab und gibt immer noch sehr viele (heute eher ältere Menschen) die eine glüchliche - wenn auch nicht immer einfache - Ehe geführt haben oder führen. Die Menschen können von Glück sagen das sie Ehe nicht so einfach weggeworfen haben wie die jungen Menschen es heute tun. Und in der Regel geht es diesen Menschen gerade im Alter wesentlich besser als den ewigen Einzelkämpfern, da sie sich zusammen - als Paar - oft einiges an Reichtum (Haus, Ersparnisse) ansammeln konnten, was die jungen Leute heute nur noch selten schaffen. Das schafft eine Menge Freiraum für Hobbys und auch ein wohliges Gefühl im Bauch um sein Alter zu geniessen. Oft berichten diese Menschen davon, das es natürlich schlechte Zeiten gab - aber das es sich gelohnt hat, einiges zu erdulden weil sie sehen was sie heute damit erreicht haben.

Die Ehe ansich ist für mich kein Rückfall in dunkle Zeiten. Aber viele Alleinerziehende vergessen das oft. Sie sehen das sie kein Geld haben, sehen ihre Kinder der Armut ausgesetzt. Übersehen aber dabei, das sie eben nur ein Erwachsener sind, der für die Familie arbeitet. Das man damit nicht den Lebensstandart einer Familie erreichen kann, in der die Eltern zusammen leben, ist doch absolut nachvollziehbar.

Dunkle Zeiten sehe ich eher heute... soviele Kinder die in psychologischer Behandlung sind WEIL die Eltern sich getrennt haben. Soviel Armut WEIL die Eltern sich getrennt haben. Soviel Unzufriedenheit bei Alleinerziehenden WEIL sie alleine sind.

*LRegenYRegenROegen*


Ich finde man sollte solche Ehen verbieten. Man muss einfach schauen welche Folgen eine Anerkennung hat.

1. Fördert es die Verheiratung junger Mädchen wenn sich herum spricht, dass diese dann nach Deutschland nachreisen dürfen (wie es aktuell leider schon der Fall ist)

2. Ist es für Mädchen, die hier geboren und augewachsen sind aber im Ausland gegen ihren Willen verheiratet wurden ein falsches Zeichen. Das könnte sich fortsetzen und Schule machen. So hätte man immerhin noch irgendwie die Möglichkeit die Mädchen zu schützen

3. Was macht man mehreren Ehefrauen

Solche Ehen sind (wenn ich mich richtig erinnere) beispielsweise in Belgien verboten....es ist also schon irgendwie möglich

@ aufderarbeit

ich möchte dir was die Ehe betrifft an sich nicht wirklich Widersprechen. Ich finde die Ehe wichtig und gut allerdings reden wir hier von zwei ganz anderen Welten. Hier geht es um junge Mädchen, die (odtmals) wie Handelsware von ihren Eltern veramscht werden und die KEINE Möglichkeit haben dieser Ehe zu entgehen. So werden in Afghanistan manchmal 50 jährige mit 13 jährige Mädels verheiratet, die dann die Ehe auch "vollziehen" müssen. Bei dem Gedanken wird mir schlecht, dass solche Ehen anerkannt werden könnten.

M$artyin_x20


Es ist eine der vielen Probleme, über die VOR Beginn der Flüchtlingswelle in Deutschland zu wenig nachgedacht wurde. Von daher ist nun eben der Gesetzgeber gefragt um entsprechend zu reagieren.

Nach meiner persönlichen Meinung sollten Eheschließungen generell erst ab 18 zulässig sein. Ich finde es reichlich seltsam, dass der Staat einer 17jährigen Frau bzw. einem 17jährigen Mann nicht erlaubt einen Alkopop zu trinken oder eine Zigarette zu rauchen, aber die gleiche Person für reif genug hält ein Bündnis fürs Leben zu schließen - bei all den juristischen und finanziellen Problemen, die eine Scheidung aufwerfen könnte, wenn die Ehe in die Brüche gehen sollte (damit meine ich, dass man eine Ehe nicht einfach so auflösen kann, wie z.B. eine einfache Partnerschaft)

Mgakkdabci


Die Frage ist halt, ob die Nichtanerkennung den Betroffenen hilft.

Ich denke schon: Die minderjährige Ehefrau wird als "Unbegleitete Minderjährige" behandelt. Trennung vom "Ehemann". Unterstützung durch Sozialarbeiter. Erläuterung der Rechtslage. - Das gibt ihr erstmal Luft und Abstand, so dass sie eine eigenständige Entscheidung treffen kann. Mir ist klar, dass es weiter Beeinflussungsversuche geben wird; nur der Mann darf erstmal nicht ohne Begleitung an sie ran. Und die Eltern können auch nur über das Telefon drohen, das ist etwas leichter zu ertragen, als seinen Eltern ins Gesicht schauen zu müssen.

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