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Angst vor und zugleich Sorge um Expartner

aBndrmeixana hat die Diskussion gestartet


Hallo alle miteinander,

ich mache es kurz: Mit meinem ersten feste Freund bin ich sieben Jahre zusammen gewesen und wir haben drei Jahre lang zusammen gewohnt. Er hat sich dann ganz plötzlich von mir getrennt, nachdem er auf der Weihnachtsfeier meiner Chefin, zu der ich ihn mitgenommen hatte und eine gemeinsame Freundin und zugleich Kollegin auch anwesend war, mit eben dieser nunmehr ehemaligen Freundin angebandelt hatte. Die Trennung war somit zugleich Tratschthema Nr 1 auf der Arbeit. Und blieb es auch langanhaltend, da die beiden ihre neue Beziehung auf einem sozialen Netzwerk kund getan haben, wodurch auch ehemalige Schulfreunde von ihm und mir darauf aufmerksam wurden. Er hat im Freundeskreis behauptet, dass ich diejenige gewesen sei, die nicht treu war und leider haben ihm am Anfang die gemeinsamen Freunde auch geglaubt. Bis sie aufgrund seines langanhaltenden verletzenden Verhaltens mir gegenüber und v.a. den Kommentaren im soz. Netzwerk gemerkt haben, wie er lügt und die Menschen manipuliert. Er hat es auch gebracht, mit seiner Neuen - sechs Monate nach der Trennung - zu meiner Chefin zu gehen und Lügen über mich zu behaupten, die dazu geführt hätten, wenn meine Chefin diesen Glauben geschenkt hätte bzw. nicht darüber im Klaren gewesen wäre, welche zuverlässige Arbeit ich leiste, dass ich meinen Job verliere. Die beiden haben sich dann nach einem Jahr Beziehung getrennt. Und er lebt mittlerweile in England. Die Trennung und die für mich schrecklichen Erfahrungen, d.h. der Vertrauensbruch und -missbrauch sind nun schon einige Jahre her. Vor kurzem habe ich seine Mutter wieder getroffen, die mich dann auf offener Straße meinte dafür verantwortlich machen zu müssen, dass ihr Sohn nun in England lebt. Ich habe mich umgedreht und bin gegangen, da ich auf diese Person, die sehr stark in der Beziehung mitgemischt hat und leider auch erfolgreich war, keine Lust hatte und mit ihr auch nichts mehr zu tun haben möchte. (Mein Freund und ich haben oft gestritten, weil wir ihr bzgl. sehr unterschiedlicher Meinung waren, d.h. ich wollte nicht, dass seine Mutter mit entscheidet, wo wir beide in den Urlaub zusammen hin fahren und dergleichen, er aber schon, weil es ja seine Mutter war. Mir ist es im Verlauf der Beziehung schwer, aber dennoch zum Ende hin gelungen, mich von ihr zu distanzieren, womit wiederum mein Freund ein arges Problem hatte.)

Aufgrund der Erfahrungen mit meinem Exfreund, seinem verletzenden Verhalten mir gegenüber und den Demütigungen in der Öffentlichkeit habe ich leider immer noch Angst, ihm eines Tages zufällig zu begegnen - so wie seiner Mutter, die die Vergangenheit ja auch nicht verarbeitet hat - und erneut von ihm verletzt zu werden. Sicherlich würde ich in so einem Fall die Möglichkeit haben zu gehen. Und es bestimmt auch tun. Jedoch weiß ich, dass das noch einmal sehr schmerzhaft würde, weil ich auf diese Weise ihm ja keine Gelegenheit geben würde, sich bei mir zu entschuldigen. und darauf hoffe ich irgendwie immer noch. Obgleich mir mein Kopf sagt, dass er das nie tun wird, weil er selbst der festen Überzeugung ist, keine Fehler zu machen. Und zudem tut er mir irgendwie leid, weil er auf dem Photo, welches mir ein Freund neulich gezeigt hat, sehr schlecht aussieht: lange, zottelige Haare, ungepflegter Bart, dick, unreine Haut, aufgequollenes Gesicht. So egal, wie er mir vermutlich sein müsste nach allen Ereignissen ist er mir leider eben doch noch nicht. Was ja Freunde gut wiederum gut finden, weil sie eben meinen daran würde sich zeigen, dass ich eben ein Mensch bin, der sein Herz am rechten Fleck hat und nicht so verkorkst, wie sie meinen Exfreund nur noch bezeichnen.

Ich habe wie geschrieben Angst vor einer zufälligen Begegnung bzw. neuen Verletzungen, mache mir Sorgen, dass er niemals glücklich werden wird und verstehe bei mir selbst nicht, warum ich gerade so empfinde.

Ich wünsche mir für mich, dass ich mit allem abschließen kann, d.h. mir keine Sorgen mehr um ihn mache und hoffentlich bald einen Mann kennen lerne, mit dem es besser klappt in der Beziehung.

Habt ihr einen Vorschlag, was ich tun könnte, um meine Sorgen und Ängst los zu werden?

Antworten
a;ndrdeia"na


Hallo alle miteinander,

hat niemand eine Idee, wie ich diese Sorgen los werden bzw. mit ihnen umgehen kann?

Mich belasten sie wirklich bzw. habe ich echt Angst, ausgelöst durch das Verhalten seiner Mutter, eines Tages von ihm überrumpelt zu werden...

R-alph`_HxH


Meiner Meinung nach bist Du auf dem besten Weg. Du hast 7 Jahre mit diesem Freund zusammen gelebt, das ist eine lange Zeit. Zu lang, um einfach abzuhaken und zu vergessen. Und Du hast eine sehr schmerzvolle Erfahrung gemacht, die auch nicht mal eben weg gewischt werden kann. Das braucht Zeit. Da ist es meiner Meinung aber mal ratsam, das auch hinter sich zu lassen. Warum zeigt Dir jemand Fotos von ihm? Was soll das?

Dass Du beim Anblick seines Fotos Mitleid empfindest, zeigt, dass in Dir nicht nur Hassgefühle lodern sondern Du dabei bist, mit der Sache Deinen Frieden zu finden. Ihr werdet in 7 Jahren auch sehr viel schönes erlebt haben, warum sollte man diese schöne Zeit aus seinem Gedächtnis streichen? Belasse es dabei. Eine Klärung in Form einer Aussprache oder einer Entschuldigung - wozu soll das gut sein? Wenn es Dir hilft, einen Abschluss zu finden, schreib ihm einen Brief, den Du dann in irgendeiner Kiste vergräbst. Aber nach so langer Zeit ist das vielleicht auch für sowas etwas spät...

Die Gefahr, dass Du ihn mal wieder siehst, ist momentan gering, also mach Dir keine Sorgen darum. Wenn er mal aus England wieder kommt, wird er hoffentlich einen Wohnsitz wählen, der nicht im Haus neben Dir ist. Und seine Mutter kannst Du schlicht ignorieren. Konzentrier Dich auf dein derzeitiges Leben.

E2he-maligerR Nutzer (x#15)


Es ist sehr schwierig da etwas zu (zu) sagen.

An erster Stelle steht die Frage: Wovor genau hast Du denn Angst?

Du stehst in keinem Abhängigkeitsverhältnis, Du kannst bei einem Kontaktaufnahmeversuch seinerseits jederzeit sagen "Nein, kein Interesse". Die Mutter hast Du zufällig getroffen, konntest ohne Weiteres aus der Situation raus. Ebenso ist es doch bezüglich ihm, oder nicht?

Und, warum kann er Dich noch verletzen? Warum machst Du Dir Gedanken darüber ob er glücklich ist/wird oder nicht? Weil er Dich dann in Ruhe lassen würde? Was er ja sowieso tut, so wie ich es sehe hast Du doch lediglich seine Mutter zufällig getroffen, er sucht doch keinen Kontakt zu Dir? ":/

EQhemal0iger 1Nutzexr (#15)


Ralph

Du hast 7 Jahre mit diesem Freund zusammen gelebt, das ist eine lange Zeit. Zu lang, um einfach abzuhaken und zu vergessen.

Nicht in kurzer Zeit - aber sie schreibt selbst, dass es "einige Jahre her ist" und ich hatte jetzt nicht den Eindruck, dass sie da noch irgendwas nachhängt......

aundreia-na


Vielen lieben Dank für die Antworten und lieben Worte!

Ich habe Angst davor, dass wir uns eines Tages wiedersehen oder er eines Tages vor meiner Tür steht und meint, weil wir damals, vor der Trennung über unsere Hochzeit nachgedacht haben, dass da noch irgendeine Verpflichtung bestehe, dass ich mit ihm zusammen sein müsse. Ich merke gerade, dass diese vermeintliche Verpflichtung bei mir daher rührt, dass ich aus einem sehr traditionsbewussten Elternhaus komme, in dem Zusammenhalt an erster Stelle steht. D.h. dass meine Eltern heute noch der Meinung sind, dass es falsch von mir war, meinem Freund damals zu sagen, er solle aufhören mich zu schupsen sowie mit Tellern um sich zu werfen und sich stattdessen professionelle Hilfe suchen. Ich habe somit widersprochen und als Frau nicht meine Rolle erfüllt und mich dem Mann gegenüber gefügt. Das ist leider heute noch Gesprächsthema in meiner Familie, bei meinen Eltern und Schwestern und Großeltern. Vlt ist es hilfreich zu wissen, dass meine eine Schwester früher ähnlich aggressiv reagierte wie mein Exfreund, wenn sie sauer war - im Alter von acht Jahren. Damals haben meine Eltern meiner Schwester nicht geholfen, ihre Aggressionen in den Griff zu bekommen und ich durfte mich damals auch nicht wehren, sondern musste das stillschweigend ertragen. "Das wird sich mit der Zeit schon legen.", haben sie immer nur gesagt. Womit sie ja auch recht behalten haben. Diese Erfahrungen haben mich sehr geprägt, weswegen ich es erst recht nicht noch einmal mit mir machen lassen wollte. Wobei ich meinem Exfreund ja gesagt habe, dass ich ihn bei einer Therapie unterstützen würde...

Er war damals meine große Liebe und ich wollte ihn heiraten. Da wir sehr lange zusammen waren und bereits zusammen gewohnt haben, hat es sich für mich auch schon wie in einer Ehe angefühlt. Und irgendwie fühle ich mich deswegen ihm gegenüber noch verpflichtet.

atndre[iavna


Das Scheitern der Beziehung hat mir einfach gezeigt, dass Liebe nicht grenzenlos ist, wie ich es immer geglaubt habe. Zumal ich diejenige gewesen bin, die direkt die Grenzen aufgezeigt hat. D.h. dass ich nicht grenzenlos liebe, also mir Gewalt in einer Beziehung antun lasse... Denn zu solch einer Beziehung hatte sich diese entwickelt: Zu einer Gewalt vollen. Und mein Exfreund zu einem, der diese anwendet. Es ist mir damals echt schwer gefallen, ihm diese Grenze aufzuzeigen. Wobei es für mich genau richtig war. (Wie ich hörte, hat er die Tussi nach mir irgendwann ähnlich angefangen zu behandeln...)

Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, fühle ich mich schwach. Einerseits, weil ich es nicht einfach stillschweigend ertragen habe; andererseits weil ich es nicht geschafft habe, ihn zu einer Verhaltensänderung zu bewegen.

Und nun habe ich Angst, erneut eine solche Erfahrung zu machen. Bzw. dass er mich noch einmal so einlullt und ich nicht in der Lage bin, gegen meine Gefühle der Verpflichtung anzukommen.

OEld~iwed49


Liebe Andreiana,

es ist schon erschreckend, wie viel man aus Kindheit und Jugend ungefiltert mit ins Erwachsenenleben nimmt und dadurch dann auch noch sein Verhalten steuern lässt. Das findet natürlich alles unbewusst statt und ich sehe deine gegenwärtige intensive Beschäftigung mit diesem Phänomen als große Chance, das zu verarbeiten und dich bestenfalls auch davon zu lösen.

Du hattest also gelernt, dass "man" so etwas aushalten muss. Und schlimmstenfalls hast du das auch noch am Beispiel deiner Eltern miterleben müssen, wenn auch weniger stark als mit deiner Schwester und deinem Partner. Alles das erschafft unbewusst bestimmte Richtlinien, an denen man dann sein Leben ausrichtet. Das ist zunächst normal, aber es besteht ja die Chance, dass man dieses Verhalten irgendwann als Fehler entlarvt. Und Fehler sind der konstruktivste Weg zur Weiterentwicklung – wenn man sie entdeckt und aufhört sie zu machen.

Genau das hast du getan!!! Und ich finde das großartig und gratuliere dir dazu. Du hast entdeckt, dass du so nicht leben willst, du hast dich getrennt und diesen Mann später mehr und mehr in seiner ganzen Armseligkeit erleben können. Du hast ihn beim Lügen erlebt und bei den Intrigen. Und du hast sogar eine Ahnung davon bekommen, was aktuell aus ihm geworden ist. Es hat nichts mehr mit dem zu tun, was er als dein Partner war. Das alles sind gute Ansätze, um in absehbarer Zeit mit ihm abzuschließen. Und genau das hast du gerade begonnen. Das ist gut so.

Deine Ängste ihn wiederzutreffen stammen noch aus der Zeit, als dieses Abschließen noch in weiter Ferne lag. Jetzt, wo du damit angefangen hast, wirst du bald soweit sein, auch diese Ängste ablegen zu können. Du wirst sie ersetzen durch ein starkes Gefühl der Sicherheit und des Selbstvertrauens. Das Gefühl, mit solchen Gedanken und Gefühlen umgehen zu können, die damit verbundenen Probleme bewältigen zu können und daraus gestärkt hervor gehen zu können. Das ist nicht Utopie, das ist Nahe liegend. Es fehlen nur noch ein paar Schritte dazu.

Ich habe Angst davor, dass wir uns eines Tages wiedersehen oder er eines Tages vor meiner Tür steht und meint, weil wir damals, vor der Trennung über unsere Hochzeit nachgedacht haben, dass da noch irgendeine Verpflichtung bestehe, dass ich mit ihm zusammen sein müsse.

Auch das ist ein altes Gefühl, ein Gefühl aus einem anderen Leben. Es besteht aktuell nicht mehr der geringste Grund dazu, diese Gefühl noch am Leben zu erhalten. Du kannst es anschauen, du kannst beschließen, dass es aus einer anderen Zeit stammt und dann kannst du dich davon verabschieden, es kann gehen.

Er war damals meine große Liebe und ich wollte ihn heiraten. Da wir sehr lange zusammen waren und bereits zusammen gewohnt haben, hat es sich für mich auch schon wie in einer Ehe angefühlt. Und irgendwie fühle ich mich deswegen ihm gegenüber noch verpflichtet.

Auch dieses Gefühl hast du längst entlarvt. Du weißt längst, dass es aus einer früheren Zeit stammt und aus einem Geflecht von übernommenen Idealen, die nicht mehr deine sind. Darum wirst du dich bald auch von diesem Gefühl verabschieden können. Auch das kann gehen. Und dann bist du bald frei. Und zwar so frei, dass du ihm ruhig begegnen könntest.

I\nzdovWixna


Du hast ihn jetzt schon mehrere Jahre nicht gesehen, die Chancen sind doch eher gering, dass Du dieser Familie jetzt nochmal zufällig begegnest.

Und irgendwie fühle ich mich deswegen ihm gegenüber noch verpflichtet.

Er hatte neue Beziehungen, lebt nun seit Jahren im Ausland, wie lange willst Du Dich ihm gegenüber denn noch verpflichtet fühlen?

Mag ja sein, dass Ihr eine Beziehung hattet, die sich wie eine Ehe angefühlt hat, dennoch wurde diese Beziehung beendet.

Hast du Angst, dass Du wieder mit ihm zusammensein "willst", wenn er irgendwann mal wieder auftaucht?

anndrveianxa


Vielen Dank für die lieben, aufbauenden Worte @:)

Ich habe nicht Angst davor, dass ich mit ihm zusammen sein will. Sondern eher davor, dass er es schafft, mich noch einmal zu manipulieren bzw. noch einmal eine Situation herbeiführt, in der ich dann am Ende als Dummkopf da stehe, als herzlose Exfreundin, die nicht verzeihen kann und will und deswegen ihrem eigenen Eheglück im Weg steht. Das durfte ich mir ja auch zu genüge anhören, dass ich eben nicht alles ertrage und verzeihe, weswegen ich ja dadurch für die Situation verantwortlich sei.

Ich merke, dass ich wie geschrieben nicht mehr mit ihm zusammen sein kann, weil ich kein Vertrauen mehr zu ihm habe. Ganz gleich, was er tun würde. Das hat er einfach kaputt gemacht. Und da kann man bei mir nichts mehr wieder heile machen. Mein Kopf weiß, dass es Menschen gibt, die sich so verhalten wie er. Aus einer Schwäche heraus, weil sie wohl selbst nicht gelernt haben, mit entsprechenden Erfahrungen in ihrer Kindheit umzugehen bzw. diese zu verarbeiten (mein Ex hatte mir irgendwann angefangen zu berichten, was für einen Psychoterror und sogar sex. Missbrauch er in der Familie erlebt hatte; deswegen konnte ich ihn nicht verlassen bzw. wollte ich ihm ja helfen, dass er darüber hinweg kommt, weil ich eben nach wie vor den "tollen Kern" in ihm gesehen habe - den ich heute nicht mehr sehe, er scheint verschütt oder verschwunden...?). Mein Kopf weiß, dass man gerade solche Menschen nicht verurteilen sollte, sondern eher bemitleiden für die Erfahrungen. Mein Herz hat so sehr gelitten, dass es schon bei dem Gedanken an ihn "Hilfe" schreit. Und dann gibt es da noch den Gedanken, dass nun einmal jeder selbst für sich verantwortlich ist, was auch bedeutet, dass man in gewisser Hinsicht schon die Wahl hat, ob man sich seinen Ängsten und Verletzungen stellt, oder nicht. Und etwas Restwut auf meinen Ex ist insofern noch da, weil er damals ganz arrogant meinte, dass er ja keine Probleme habe, sondern ausschließlich ich das Problem für ihn sei, weswegen er auch meinte, sich mir gegenüber gewaltsam verhalten zu müssen. Er hat die Arroganz besessen, nicht für sich und sein Verhalten die Verantwortung zu übernehmen. Man sieht natürlich, was dabei herausgekommen ist, d.h. wie ungepflegt er heute aussieht... ich habe damals nach der Trennung die Verantwortung übernommen und mich meinen Ängsten sowie Verletzungen gestellt. Nach fast sieben Jahren bin ich "immer noch" ohne Partner. Obgleich ich so sehr an mir gearbeitet habe. Das geht nicht mit den Werten, die mir zu Hause vermittelt worden sind, zusammen. D.h. wenn du dich anstrengst, schaffst du es. Das wurde mir ja auch nach der Trennung vorgeworfen, dass ich mich nicht genug angestrengt hätte in der Beziehung.

Ich habe Angst, am Ende wieder als "dumme, faule, ignorante, egoistische, herzlose, unverzeihliche, arrogante, hartherzige Frau" in meiner Familie da zu stehen. Bzw. dass das Bild, welches meine Eltern und Schwestern von mir haben, durch ihn irgendwie noch einmal bestätigt werden kann, ihrer Ansicht nach. Freunde sehen mich nämlich trotz oder gerade wegen der Erfahrungen als charakterstark an. Ich habe die Trennung damals nicht so in der Öffentlichkeit ausgetragen.

aGndrjeianxa


Und was mache ich mit dem Wissen darum, dass jeder Mensch seinen Teil zur Beziehung beiträgt und dass jeder Mensch durch sein Verhalten seine Mitmenschen beeinflusst? Ich fühle mich nämlich schon noch sehr stark dafür verantwortlich, was aus ihm geworden ist. Denn perfekt bin ich nicht und ich habe auch Fehler in der Beziehung gemacht bzw. würde ich heute einiges anders machen bzw. habe ich es bereits auch schon gemacht (z.B. mich weniger in die Familienangelegenheiten einbringen, konstruktiver Streiten, meine Gefühle weitestgehend überlegt und nicht zu impulsiv aussprechen, Grenzen mehr setzen und achten). Wenn ich das alles früher erkannt und hätte umsetzen können, wären sicherlich einiges anders verlaufen. Wobei ich mittlerweile sicher bin, dass wir trotzdem nicht mehr zusammen wären, weil mein Ex eben uneinsichtig ist und leider nicht zu Kompromissen neigt, sondern ein Machtmensch ist. Wahrscheinlich wäre die Trennung weniger heftig verlaufen... wobei... wenn ich damals gegangen wäre... wer weiß, was er dann getan hätte, wenn er sich damals so asozial verhalten hat, obgleich er derjenige war, der bereits vorher schon ne Neue hatte und sein festes Einkommen...

OVldi*e49


Ich habe nicht Angst davor, dass ich mit ihm zusammen sein will. Sondern eher davor, dass er es schafft, mich noch einmal zu manipulieren bzw. noch einmal eine Situation herbeiführt, in der ich dann am Ende als Dummkopf da stehe, als herzlose Exfreundin, die nicht verzeihen kann und will und deswegen ihrem eigenen Eheglück im Weg steht. Das durfte ich mir ja auch zu genüge anhören, dass ich eben nicht alles ertrage und verzeihe, weswegen ich ja dadurch für die Situation verantwortlich sei.

Ja, aber das ist lange her. Glaubst du nicht, dass du dich seitdem bedeutend weiter entwickeln konntest? Spürst du selber diese Weiterentwicklung nicht? Spürst du nicht, dass du eine andere Frau geworden bist, als du das damals warst? Was bringt dich also dazu, deine Ängste nahtlos an dem anzuknüpfen, was damals war, ohne diese Weiterentwicklung zu beachten? Oder anders: Siehst du nicht den Sinn, das zu ändern?

Ich merke, dass ich wie geschrieben nicht mehr mit ihm zusammen sein kann, weil ich kein Vertrauen mehr zu ihm habe. Ganz gleich, was er tun würde. Das hat er einfach kaputt gemacht. Und da kann man bei mir nichts mehr wieder heile machen.

Gut. Ich nehme das als Fakt. Und ich unterstelle, dass du das auch als Fakt nimmst. Es steht also nicht in Frage. Dahinter stehen keine Fragezeichen, sondern nur Rufzeichen.

Mein Kopf weiß, dass es Menschen gibt, die sich so verhalten wie er. Aus einer Schwäche heraus, weil sie wohl selbst nicht gelernt haben, mit entsprechenden Erfahrungen in ihrer Kindheit umzugehen bzw. diese zu verarbeiten

Richtig. Und was machen wir nun, damit dieser Erkenntnis auch in deinem Herzen ankommt? Wie willst du die Kommunikation zwischen Kopf und Herz verbessern, damit das geschehen kann?

Mein Kopf weiß, dass man gerade solche Menschen nicht verurteilen sollte, sondern eher bemitleiden für die Erfahrungen.

Kann man machen, aber wichtiger als Mitleid ist die Erkenntnis, dass der andere aus sehr persönlichen Gründen gar nicht anders handeln konnte. Dass er in seiner eigenen Gedankenwelt so gefangen war. Dazu braucht es weniger Mitleid als VERSTEHEN. Was nicht mit "Verständnis" verwechselt werden sollte.

Mein Herz hat so sehr gelitten, dass es schon bei dem Gedanken an ihn "Hilfe" schreit.

Das bedeutet, dass da noch zu wenig Distanz zum damaligen Geschehen ist. Es ist noch nicht verarbeitet. Es scheint, als liege eine Traumatisierung vor, die dich das damalige Geschehen immer noch mal erleben lässt. Dein Herz ist noch in der Vergangenheit. Die alte Angst wird wieder greifbar und aktuell.

Und dann gibt es da noch den Gedanken, dass nun einmal jeder selbst für sich verantwortlich ist, was auch bedeutet, dass man in gewisser Hinsicht schon die Wahl hat, ob man sich seinen Ängsten und Verletzungen stellt, oder nicht.

Ja, und das gilt für ihn ebenso wie für dich.

Und etwas Restwut auf meinen Ex ist insofern noch da, weil er damals ganz arrogant meinte, dass er ja keine Probleme habe, sondern ausschließlich ich das Problem für ihn sei, weswegen er auch meinte, sich mir gegenüber gewaltsam verhalten zu müssen. Er hat die Arroganz besessen, nicht für sich und sein Verhalten die Verantwortung zu übernehmen.

Ein großer Nachteil solcher Wut ist, dass sie bindet. "Verstehen und Unwichtig-Machen" aber distanziert. Was du brauchst, ist Distanz, nicht Bindung. Dass er die Verantwortung nicht übernommen hat, halte ich nicht für Arroganz, sondern für Unfähigkeit. Und wenn du einsehen kannst, dass er unfähig dazu war, kannst du dich viel leichter von ihm und dem Geschehen distanzieren, wie wenn du ihn für arrogant hältst.

Man sieht natürlich, was dabei herausgekommen ist, d.h. wie ungepflegt er heute aussieht... ich habe damals nach der Trennung die Verantwortung übernommen und mich meinen Ängsten sowie Verletzungen gestellt.

Es wäre großartig, wenn dir das gelungen wäre, doch….

Nach fast sieben Jahren bin ich "immer noch" ohne Partner. Obgleich ich so sehr an mir gearbeitet habe.

…das könnte ein Zeichen dafür sein, dass es dir nicht gelungen ist. Zumindest bisher nicht. Ich mag den Ausdruck "an mir arbeiten" auch nicht. Er klingt nach Schweiß und Tränen. Ich finde es hilfreicher, sich anzuschauen, warum man so gehandelt hat, die Ursachen herauszufinden und sie weitgehend zu akzeptieren.

Das geht nicht mit den Werten, die mir zu Hause vermittelt worden sind, zusammen. D.h. wenn du dich anstrengst, schaffst du es. Das wurde mir ja auch nach der Trennung vorgeworfen, dass ich mich nicht genug angestrengt hätte in der Beziehung.

Ja, und das ist natürlich der Grund dafür, dass es dir so schwer fällt. Aber die Menschen, die das sagen, haben sich eben NICHT weiter entwickelt, du aber hast alle Chancen, es besser zu machen.

Ich habe Angst, am Ende wieder als "dumme, faule, ignorante, egoistische, herzlose, unverzeihliche, arrogante, hartherzige Frau" in meiner Familie da zu stehen. Bzw. dass das Bild, welches meine Eltern und Schwestern von mir haben, durch ihn irgendwie noch einmal bestätigt werden kann, ihrer Ansicht nach.

Ganz wichtig. Diese Angst bestimmt zur Zeit noch dein Handeln. Und das ist so, weil du der Meinung bist, du könntest ihr Denken und Fühlen durch Argumente beeinflussen. Ich halte das für weitgehend ausgeschlossen. Und wenn du dich von ihrem Denken und Fühlen abhängig machst, hängst du am Tropf und lebst nicht selbstbestimmt. Das solltest du zu verändern versuchen.

Freunde sehen mich nämlich trotz oder gerade wegen der Erfahrungen als charakterstark an. Ich habe die Trennung damals nicht so in der Öffentlichkeit ausgetragen.

Das ist so, weil deine Freunde in dir etwas anderes sehen als deine Familie. Insofern sind sie viel wichtiger. Denn sie kleben mehr im JETZT als im DAMALS. Ich bin fest davon überzeugt, dass du erreichen kannst, dich von dem Denken deiner Familie unabhängiger zu machen und zu distanzieren.

O\lddie4x9


Nachtrag zum zweiten Beitrag

Zu deinem zweiten Beitrag:

Und was mache ich mit dem Wissen darum, dass jeder Mensch seinen Teil zur Beziehung beiträgt und dass jeder Mensch durch sein Verhalten seine Mitmenschen beeinflusst? Ich fühle mich nämlich schon noch sehr stark dafür verantwortlich, was aus ihm geworden ist. Denn perfekt bin ich nicht und ich habe auch Fehler in der Beziehung gemacht

Dann wäre der erste Schritt, dir selber zu vergeben, wie du damals gehandelt hast. Das wird dir vielleicht nicht leicht fallen, aber es steht vor allem anderen. Es also zu verstehen, warum du damals so gehandelt hast.

Wenn ich das alles früher erkannt und hätte umsetzen können, wären sicherlich einiges anders verlaufen. Wobei ich mittlerweile sicher bin, dass wir trotzdem nicht mehr zusammen wären…

Zu all diesen "wäre, hätte, könnte…"ein ganz wichtiger Gedanke:

Es ist sehr wichtig für die Verarbeitung, sich diese Zeit noch einmal intensiv anzuschauen, um zu verstehen, warum das damals alles so war. Aber ich rate grundsätzlich dazu, das so zu tun, als sei es ein großes buntes Bild, das hinter Panzerglas liegt. Man kann es anschauen, man kann versuchen, es zu verstehen, aber man kann nicht einen einzigen Pinselstrich daran verändern. Es ist unveränderbar.

Und dieses "JA" ist unglaublich wichtig. Das JA zu dem, was daraus entstanden ist, und nicht der Wunsch, es damals anders gemacht haben zu wollen. Weg mit den "hätte und könnte", sie sind der Versuch, etwas zurück zu holen, was Teil deiner persönlichen Geschichte ist.

weil mein Ex eben uneinsichtig ist und leider nicht zu Kompromissen neigt, sondern ein Machtmensch ist.

Genau! Und weil das so ist, hattest du viel weniger Einfluss und Verantwortung, als du es dir jetzt zugestehst.

Wahrscheinlich wäre die Trennung weniger heftig verlaufen... wobei... wenn ich damals gegangen wäre... wer weiß, was er dann getan hätte, wenn er sich damals so asozial verhalten hat, obgleich er derjenige war, der bereits vorher schon ne Neue hatte und sein festes Einkommen...

CjotleSaYuvaxge


Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, fühle ich mich schwach. Einerseits, weil ich es nicht einfach stillschweigend ertragen habe; andererseits weil ich es nicht geschafft habe, ihn zu einer Verhaltensänderung zu bewegen.

DAs ist alles andere als schwach, das ist stark! Es ist weitaus konsequenter als viele andere Menschen mit so einer Situation umgehen. Man schafft es im Zweifel überhaupt nicht, einen Erwachsenen zu einer Verhaltensänderung zu bringen. Und warum hättest du Gewalt usw stillschweigend ertragen sollen?! Fühlst du dich jetzt, ohne das und ohne ihn, besser oder schlechter?

Ich habe Angst davor, dass wir uns eines Tages wiedersehen oder er eines Tages vor meiner Tür steht und meint, weil wir damals, vor der Trennung über unsere Hochzeit nachgedacht haben, dass da noch irgendeine Verpflichtung bestehe, dass ich mit ihm zusammen sein müsse.

Rational gesehen ist diese Angst doch ziemlich unbegründet, findest du nicht? Er ist in England, also werdet ihr euch wohl kaum demnächst begegnen. Zufällig nicht, und falls er vor deiner Tür steht, brauchst du ihn ja nicht rein zulassen. Du hast es damals, in der akuten Situation, geschafft, dich über die Meinung deiner Familie, vermeintliche Verpflichtungen usw hinweg zu setzen. Warum solltest du das jetzt, nachdem schon viel Zeit vergangen ist und du die mittlerweile weiter stärken konntest, nicht können? Und schließlich: Manchmal überschätzt man die eigene Bedeutung für andere auch. Ich denke nicht, dass du für ihn dieselbe prägende Rolle spielst wie er für dich.

Ich habe Angst, am Ende wieder als "dumme, faule, ignorante, egoistische, herzlose, unverzeihliche, arrogante, hartherzige Frau" in meiner Familie da zu stehen. Bzw. dass das Bild, welches meine Eltern und Schwestern von mir haben, durch ihn irgendwie noch einmal bestätigt werden kann, ihrer Ansicht nach. Freunde sehen mich nämlich trotz oder gerade wegen der Erfahrungen als charakterstark an.

Ich schätze mal, das ist nun eben das Bild, das deine Familie von dir hat, egal wie viele ähnliche "Fehler" aus ihrer Sicht du noch machen wirst. Du führst nicht das Leben das sie gut finden, daran wird sich eh nichts ändern.

Wie wichtig ist dir deine Familie? Wie ist der Kontakt zu deiner Familie? Ich an deiner Stelle hätte das Verhalten dieser FAmilie als mangelnden Rückhalt empfunden und den Kontakt zu dieser FAmilie abgebrochen.

aUndre6iranxa


@ CoteSauvage

Meine Familie ist mir sehr wichtig. Dass sie nicht zu den stärksten unter Umständen zählt, weiß ich. Und es ist damals so gelaufen, dass sie mir beim Umzug weitestgehend geholfen haben, d.h. soweit ich das wollte und sie bei der Erkrankung eines Familienmitgliedes auch konnte. Worte können Waffen sein und verletzen, wobei Taten ja auch zählen.

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