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Schwanger und in einem schlimmen Dilemma

fPranixna hat die Diskussion gestartet


Liebes Forum.

Ich habe mich selbst in eine sehr schwierige Lage gebracht und weiß momentan nicht mehr, was ich tun soll. Ich würde mich freuen, wenn Ihr einfach Eure Meinung schreibt. Bitte greift mich nicht zu sehr an, da es mir erstens ziemlich schlecht geht und ich mich zweitens selbst schon sehr heftig kritisiere. Vielen Dank schon mal!

Zwei Jahre hatte ich eine schwierige Beziehung zu einem Mann, der mich sehr liebt, und auch "toll ist" (hat sein Leben im Griff, ist gut zu seinen Kindern aus erster Ehe usw.)

Schwierig war die Beziehung wegen mir. Ich wollte ständig ausbrechen, wollte mich auch schon ganz früh wieder trennen, weil ich ihn doch nicht genug liebte, wie mir schien. Dann hab ich mich aber nicht getraut.

Totales Gefühlschaos jedenfalls von meiner Seite. Er ist etwas cholerisch und hat darauf immer entsprechend reagiert - brüllt, tobt, tritt gegen Sachen, einmal hat er auch zugeschlagen. Aber ich war halt auch extrem anstrengend mit meinem Hin und Her.

Zwischendurch hatte ich mich mal getrennt, kam aber gar nicht damit zurecht und bin zu ihm zurück, weil ich meinte, so alles wieder in Ordnung bringen zu können (schlimme Schuldgefühle). Er wollte mich immer schon heiraten, und ich habe dann auch gesagt, ich will das jetzt auch und alles wird gut. Ich habe das auch exakt so geglaubt, was ich gesagt habe. Dass ich mir jetzt ganz sicher bin.

Kurze Zeit später wieder ein Einbruch, schrecklicher Streit, und ich bin gegangen, diesmal endgültig, wie ich meinte. Soweit schon verrückt genug.

Ich sagte mir, dass wir uns einfach nicht gut tun und ich mich nicht geborgen fühle und ihn auch nicht glücklich mache, obwohl ich mich bemühe, mich zusammenzureißen usw.

Jetzt weiß ich seit wenigen Tagen, dass ich schwanger bin.

Ich will nicht zu ihm zurück. Ich habe Angst vor ihm bzw. der Dynamik zwischen uns, jetzt noch mehr als vorher. Er dreht nicht ohne Grund einfach durch, aber ich kann eben nicht garantieren, dass ich nicht wieder eine Krise kriege, und wenn es dann jedesmal so ist und dann mit Baby?

Momentan lebe ich am Rand des Nervenzusammenbruchs, schaffe es gerade so, zu arbeiten und meine große Tochter zu versorgen. Mein Exmann (Vater der Tochter) hilft mir ziemlich, und da spüre ich umso deutlicher, was mir in der Beziehung gefehlt hat (Freundlichkeit, Nachsicht, Geborgenheit), auch wenn zwischen meinem Exmann und mir sexuell gar nichts mehr läuft, wir sind Jahre getrennt. Waren aber lang zusammen und haben uns sehr gern.

Nun meine Frage. Normalerweise bin ich der Meinung, wenn ein Kind gezeugt wird, sind beide gleich verantwortlich und im Trennungsfall eben auch. Aber nun gerade in meinem Fall sehe ich es anders. Er ging ja davon aus, dass wir bombenfest zusammen sind (Heiratsversprechen usw.). Sonst hätte er besser aufgepasst (ich natürlich auch, aber das ist ja nun nicht das Thema). Ich ging zwar auch davon aus, ich habe ihn nicht belogen, als ich sagte, ich liebe ihn und es ist für immer, aber ich war irgendwie nicht ich selbst - meine Therapeutin, zu der ich seit neuestem gehe, meinte, ich hätte vielleicht eine bipolare Störung und das sei eine manische Phase gewesen. Denn anders sei das kaum zu erklären, dass ich mich da so reinsteigern konnte, die Probleme waren mir ja bekannt. Hm. Fakt ist, ich erkenne mich im Nachhinein überhaupt nicht wieder. Ich war eigentlich immer ein vorsichtiger Mensch, eher ängstlich und langsam, wenn ich mich auf jemand einlasse.

Ich habe ganz früher einmal abgetrieben und so extrem darunter gelitten (bis heute eigentlich), dass ich nicht weiß, wie ich das noch mal verkraften sollte. Aber ich fühle mich auch nicht berechtigt, Unterhalt von ihm zu fordern, zumal er ja Kinder hat und die auch darunter leiden würden - reich ist er nämlich nicht. Aber ich verdiene einfach wirklich nicht genug, um in Zukunft alles allein zu stemmen, und in der Elternzeit wird es schon gar nicht reichen, auch wenn ich nur ganz kurz pausiere. Und wir leben schon sehr bescheiden, da kann man echt nichts mehr weglassen.

Ich überlege jetzt, ihm von der Schwangerschaft gar nichts zu sagen und zu versuchen, mir Geld zu leihen von meiner Familie, um die schlimmste Phase zu überbrücken.

(ich weiß von ihm, dass er noch ein Kind, von dessen Mutter er getrennt lebt, keinesfalls will)

ich weiß, keiner kann mir sagen was tun - aber vielleicht sind ein paar Einschätzungen von außen hilfreich.

vielen Dank fürs Lesen

Franina

Antworten
N"ordxi84


Fakt ist: Er hat an dem Kind einen genau so großen Anteil wie du und muss für das Kind aufkommen, ob er will oder nicht. Seine Wünsche spielen hierbei keine Rolle und deine auch nicht denn der Unterhalt ist ja nicht für dich sondern für das Kind (das seinen Willen an der Stelle aber noch nicht äußern kann). Von daher besteht auf den Unterhalt, auch wenn du dafür über deinen Schatten springen musst.

Ansonsten sieh zu das du weitere und häufigere Termine mit deiner Therapeutin machst, da scheint vieles nicht aufgearbeitet und verarbeitet zu sein.

Y'aHbb


Wenn du anhand deiner Bedenken für eine Abtreibung entscheidest, und fest hinter der Entscheidung stehst finde ich das in Ordnung. Wenn du aber anhand der Tatsache ,dass er ja keine Kinder will entscheidest, ja, dann finde ich es nicht ok. Erst recht wenn du schon wegen einer früheren Abtreibung leidest.

Was sagt deine Therapeutin dazu? Wie viel Zeit bleibt dir noch? Eventuell würde ich mich wirklich auch in finanzieller Sache beraten lassen. Meiner Meinung nach gibt es da immer eine Lösung.

Auch habe ich das Gefühl, dass du dich irgendwie schon aufs Kind eingestellt hat, nun aber ein bisschen Panik hast, was vollkommen natürlich ist, ob du dem Kind ueberhaupt gerecht werden kannst?

:)* :)_ :)*

p1araVzelzlnuss


Ja, schlimme Sache. Ich würde dir raten, zuerst einmal mit ihm zu reden. Du kannst ihn da ja auch nicht außen vor lassen. Rede erst mit ihm und dann seht weiter. Ein Schwangerschaftsabbruch ist nie leicht und es verfolgt einem ein ganzes Leben mit 'waswärewenn'-Gedanken. Hilfe kannst du dir bei Caritas und beim örtlichen SPDI holen. Die sind echt nett und kompetent. Dass du in Therapie bist, das ist schon mal gut. Ich wünsch dir viel Glück und Raum zum durchatmen.

PLoweyrPuffxi


Ein Schwangerschaftsabbruch ist nie leicht und es verfolgt einem ein ganzes Leben mit 'waswärewenn'-Gedanken.

Was ein Blödsinn. Die wenigsten Frauen haben danach Probleme, ich glaube, es waren unter 10%. [...]

p=arazeplln5uss


[...]

Ahhh, ja. Entschuldigung. Da bin ich einfach mal auf meinen Erfahrungen sitzen geblieben. Tut mir leid, echt jetzt. Ehrlich.

fIranxina


Hallo,

ich danke euch allen herzlich für Eure Antworten. Es ist gut, so nüchterne freundliche Reaktionen zu bekommen.

Tatsächlich glaube ich nicht, dass ich noch eine Abtreibung verkrafte (obwohl ich keine prinzipielle Gegnerin bin, es betrifft einfach mich persönlich). Und ich denke da auch an mein großes Kind, dass eine Mutter braucht, die mit sich halbwegs im Reinen ist. (Mir ist schon klar, dass es auch eine Mutter braucht, die nicht vor Überfordeurng durchdreht. Aber ich glaube, dass ich besser damit umgehen kann, ein anstrengendes Leben zu haben und Hilfe zu organisieren, als mit dem psychischen Problem nach einem zweiten Abbruch. Das würde mich ganz schlimm schwächen, fürchte ich.)

Es ist noch ganz frisch, ich warte jetzt den nächsten Frauenarzttermin ab, und wenn es dabei bleibt, dann werde ich mit ihm reden.

Und ich gehe auf jeden Fall zu so einer Beratungsstelle auch wegen Finanzen, danke für den Tipp.

Vielen Dank noch einmal für Eure Antworten und guten Wünsche.

Irgendwie beruhigt das mehr, als ich erwartet hatte (hatte bisher noch nie in einem Forum gepostet).

franina

E)hemaliger NPutzer (#`578069)


Warum lässt du das Kind nicht einfach bei ihm aufwachsen? Wenn du so labil (manisch-depressiv) bist, kann das deinen Kindern ohnehin sehr Schaden. Oder wäre eine Adoption eine Möglichkeit?

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