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... du solltest jetzt gehen, Ben.

Fka:SoLa


Ich glaube, FaSoLa trifft es ziemlich gut. Wahrscheinlich sollte ich mich einfach gar nicht mehr binden.

Ich meine nicht, dass du dich gar nicht mehr binden solltest, sondern nur für eine Weile nicht ;-)

Und dieser Eindruck verstärkt sich beim Lesen.

Unsere Ausgangssituation damals war aber, dass wir beide eine lange, gescheiterte Beziehung hinter uns hatten und nichts davon nochmal wollten. Wir haben schnell gemerkt, wie gut wir uns tun, haben erstaunt festgestellt, dass wir gleichzeitig beste Freunde sein und fantastischen Sex haben können. Wir hatten uns einfach sehr, sehr gern, hatten großes Vertrauen in uns und empfanden die Mischung aus Distanz (Fernbeziehung) und Nähe als wunderbar.

Ich glaube dir, dass ihr auf gewisse Art und Weise eine gute Beziehung führt. Ich glaube aber auch, dass sie nicht das ist, was du dir tief im Herzen eigentlich wünscht. Ben ist dafür als Projektionsfläche hingegen super geeignet, denn den kannst du ganz ohne Gefahr anschwärmen. Ich bezweifle, dass du dasselbe wie jetzt fühlen würdest, wenn er ungebunden wäre. Das Risiko wieder verletzt zu werden, wäre viel zu groß, oder?! Dann lieber die lauwarme Beziehung, die das grundlegende Bedürfnis nach Verbundenheit und geliebt werden stillt, aber ohne die Befürchtung, nochmal sowas wie mit deinem Ex-Mann erleben zu müssen.

Mir scheint, dass diese Wunde noch nicht verheilt ist und ich kann mir vorstellen, dass der Schlüssel zur Heilung entweder in einer Trennung von beiden Männern und einer Zeit allein liegt oder darin, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und die Bindung zu deinem jetzigen Freund zu intensivieren. Aber ehrlich gesagt klingt deine Beschreibung für mich dafür zu lauwarm. Von Ben solltest du meiner Meinung nach so oder so Abstand nehmen. Meine ganz persönliche Meinung: jemand, der seine Partnerin über Monate hinweg betrügt, ist ne armselige Wurst. So toll kann er aus meiner Sicht deshalb auch nicht sein, denn das ist ja auch ein Teil seiner Persönlichkeit.

F#aSoxLa


Ich glaube Ben ist ein Symptom für das, was du eigentlich möchtest, aber dir aufgrund deiner schmerzhaften Erfahrung mit deinem Ex-Mann entsagst. Mit Sicherheitsabstand und so geht es, voll darauf einlassen würdest du dich wahrscheinlich nicht denke ich. Das ist das, was ich eigentlich sagen wollte. ;-)

C0omrCan


Für mich// ist all das auch so geblieben, nichts davon hat nachgelassen.

Für ihn hat es sich verändert.

Dann kannst du ja mitfühlen, was dein Freund durchmacht.

Denn was sich für ihn in Bezug auf dich verändert hat, hat sich für dich in Bezug auf Ben verändert.

Eigentlich seid ihr euch beide sehr ähnlich, nur läufst du deinem Freund weg und einem unerreichbaren Ben entgegen, während dein Freund versucht, dich einzuholen. Solange ihr so lauft, werdet ihr alle drei immer den gleichen Abstand zueinander behalten und niemand ist zufrieden. Einer muss das mal durchbrechen. Du kannst das Verhalten und die Wünsche deines Freundes nicht ewig ignorieren. Schon gar nicht, wenn du dich Ben gegenüber ähnlich verhältst. Im Prinzip sagst du über deinen Freund: er soll nicht jammern - er wusste, auf was er sich einlässt und dass ich nicht an ihn fest binden möchte. Und dann möchtest du jammern, weil du Ben nicht erreichen kannst, obwohl du immer wusstest, auf was du dich einlässt und er sich nicht fest an dich binden möchte.

Brrrrr, alles sehr ambivalent. Ich glaube, für dich brauchst du wirklich mal Klarheit, was du im Leben in Bezug auf Männer mal erreichen möchtest. Dann aber bitte auch konsequent. :)z

Jmuli2x006


Was ist nun das, was dich so umtreibt?

MrsHide

Die Frage ist, ich wiederhole mich: Bist Du glücklich? Was brauchst Du? Warum der Faden hier?

Ralph_HH

Darüber hab ich jetzt die ganze Nacht nachgedacht.

Vor allem sollte es ein Arschtrittfaden sein. Ich brauche gerade eine Menge Arschtritte - moralisch kann nicht schaden, emotional noch dringender. Es ist ja so, dass man vorher eine bestimmt Art von Antworten erwartet und Angst davor hat, wenn sie wirklich kommen. Ich wollte ein wenig Haudrauf, ein bisschen wiekannstdunur oder vielleicht auch der-Typ-ist-doch-nix-für-dich, damit ich mich mal schütteln und klar denken kann. Ich dachte, dass ich zwar kräftig schlucken muss, wenn ich das lese, es mir aber auch helfen wird, es schwarz auf weiß zu sehen.

Im Prinzip kamen ja auch ein paar solcher Antworten - aber zu meinem Entsetzen muss ich feststellen, dass da noch viel, viel mehr steht, was ich eigentlich gar nicht lesen will.

Du sagst, du willst niemanden mehr in dein Herz lassen. Es klingt aber auch so, als würdest du im Moment merken dass es vielleicht doch Menschen gibt, bei denen das vorstellbar wäre - bei Ben, bei deinem Freund reicht es jedoch nicht dazu.

MrsHide

Meiner Meinung nach sehnst Du Dich nach der großen Liebe, die Du in Deinem Freund nicht findest und die Du in Ben nicht haben kannst. Konsequent wäre die Trennung von beiden und die Suche nach dem neuen großen Glück. Aber das ist ein riskanter Weg, den bequemeren gehst Du gerade.

Ralph_HH

Ich glaube dir, dass ihr auf gewisse Art und Weise eine gute Beziehung führt. Ich glaube aber auch, dass sie nicht das ist, was du dir tief im Herzen eigentlich wünscht. Ben ist dafür als Projektionsfläche hingegen super geeignet, denn den kannst du ganz ohne Gefahr anschwärmen. Ich bezweifle, dass du dasselbe wie jetzt fühlen würdest, wenn er ungebunden wäre. Das Risiko wieder verletzt zu werden, wäre viel zu groß, oder?! Dann lieber die lauwarme Beziehung, die das grundlegende Bedürfnis nach Verbundenheit und geliebt werden stillt, aber ohne die Befürchtung, nochmal sowas wie mit deinem Ex-Mann erleben zu müssen.

FaSoLa

Ich will das nicht hören. Ich will nicht! Ich will mir das nicht sagen lassen müssen.

Und ich will auch nicht, dass es stimmt!! :°(

Bei Ben von Liebe zu sprechen, ist nicht passend. Eine heftige, intensive Verliebtheit - ja. Aber für mehr kenne ich ihn doch gar nicht gut genug, und das wird sich auch nicht ändern.

Ich gebe zu: natürlich habe ich durchgespielt, wie es wäre, wenn... - und hätte er keine Kinder, ja, dann würde ich versuchen, ihn zu kriegen. Natürlich inklusive der Augenwischerei, es wäre nur locker und schön aber auch austauschbar und blablabla - nur um dann festzustellen, dass ich mich doch viel mehr auf ihn einlasse als ich wollte... Vielleicht ist es das, was mich umtreibt: dass ich mich erstmals in akuter Gefahr schweben sehe, doch wieder die gleichen Fehler von damals zu machen...?


Auf die Frau von Ben nimmst du (wie er) allerdings keinerlei Rücksicht! Zumindest wenn man von der Annahme ausgeht, dass sie nichts weiß und auch nicht betrogen werden will.

LolaX5

Da hast du Recht - oder auch nicht. Ben führt ebenfalls eine offene Beziehung - sagt er, und ich habe bis jetzt keinen Grund, ihm das nicht zu glauben. Andererseits kann er mir doch alles erzählen... wie sollte ich je erfahren, ob es stimmt? Deshalb bin ich bis jetzt nicht näher darauf eingegangen, ob er (und ich!) seine Frau betrügt oder nicht.

JJuli/200x6


Brrrrr, alles sehr ambivalent. Ich glaube, für dich brauchst du wirklich mal Klarheit, was du im Leben in Bezug auf Männer mal erreichen möchtest. Dann aber bitte auch konsequent. :)z

Comran

Eigentlich war ich überzeugt davon, diese Klarheit zu besitzen. Ich halte mein (Liebes-)Leben nicht für gelaufen und verbraucht, weil der Mann, mit dem ich alt werden wollte, mich so tief verletzt hat.

Im Gegenteil: ich bin mir sicher, dass es immer mal wieder einen Mann an meiner Seite geben wird, der mich eine zeitlang begleitet - ob es nun ein Jahr oder zwanzig Jahre sind, ist mir egal. Es kommt eben so wie es kommt. Und es wird schön sein. Und solange es schön ist, ist es schön, und wenn es nicht mehr schön ist, lässt man es wieder.

Ich halte es für einen guten Plan - ganz entgegen meinem eigentlichen Wesen - in diesem Fall einfach gar keinen Plan zu haben. Vielleicht ist es aber auch nur der einzige Plan...

pIardazexllnuxss


..Ich meine nicht, dass du dich gar nicht mehr binden solltest, sondern nur für eine Weile nicht ;-)

Und dieser Eindruck verstärkt sich beim Lesen.

Vor allem auch bei dieser bildhaften Überschrift...oder sollte ich 'Bildhaftem Titel' schreiben.

... du solltest jetzt gehen, Ben.

Vielleicht könntest du ja deine Geschichte als Groschenroman veröffentlichen und so alles dies, was dich so bedrückt, verarbeiten. Oder eben als Blog-Faden veröffentlichen. Als Warnung, wie Frau es nicht machen sollte...

JSuli020x06


Eins ist mir noch wichtig, so zwischendrin:

Ich möchte mich bedanken bei euch für die wirklich tiefgreifende Diskussion. Und für den immer freundlichen Tonfall, obwohl der nicht unbedingt verdient ist. Dankeschön!

Es ist ein sehr schweres Thema für mich, das mir die ganze Zeit über den Blick auf den Tag trübt und es tut gut, hier so ernstgenommen zu werden. @:)

Jiul%i20x06


Vielleicht könntest du ja deine Geschichte als Groschenroman veröffentlichen und so alles dies, was dich so bedrückt, verarbeiten. Oder eben als Blog-Faden veröffentlichen. Als Warnung, wie Frau es nicht machen sollte...

parazellnuss

... genau das tu ich doch eigentlich hier ;-)

Der Fadentitel ist im Übrigen ein Satz, den ich schon mehrmals ihm gegenüber benutzt haben muss... ohne, dass es mir selbst auffiel. Er schrieb mir diese Worte und seine Beobachtung dazu vor einigen Tagen - nicht wissend, dass ich eigentlich gerade dabei bin mich von der Affaire zu verabschieden.

E{heNmalizgerU Nut;zerG (#x15)


Juli2006

Ich lese von Anfang an still mit (erinnere mich noch an einige Deiner Fäden ;-)).

Die Anderen haben ja schon viel gesagt dem ich mich anschließe.

Aber eine Aussage stach mir eben ins Auge, zu der ich noch etwas sagen möchte:

ielleicht ist es das, was mich umtreibt: dass ich mich erstmals in akuter Gefahr schweben sehe, doch wieder die gleichen Fehler von damals zu machen...?

(Hervorhebung durch mich)

Korrigiere mich, falls ich das falsch verstehe:

Du siehst es als Fehler, Deinen Mann damals so geliebt zu haben. Dir hat es sämtliche Böden weggezogen als er sich in eine andere Frau verliebte etc.. Du fühltest Dich ausgeliefert, so hilflos - aber vor allem machtlos. Du hast geliebt mit jeder Faser, vertraut, Dich voll eingelassen und wurdest letztendlich verlassen (vor allem emotional).

Diesen "Fehler" willst Du nicht noch ein Mal machen. Weil es so höllisch wehtut, weil es jahrelang wehtat, Du durch die Hölle gegangen bist.

Du willst Dich seit dem schützen - sehnst Dich dennoch danach wieder so zu empfinden (die Ambivalenz die -glaube ich- Comran schon angesprochen hat) und auch zu leben. Schaffst es aber nicht.

Die Konsequenz aus der damaligen Situation ist, dass Du es -auch heute noch- als Fehler siehst Dich geöffnet und so vertraut zu haben, so eine Nähe zuzulassen.

Alles völlig verständlich.

Doch glücklich oder auch zufrieden bist Du trotzdem nicht. Du lebst in Extremen (teilweise Dramen) - ohne es wirklich zu wollen. Hast einen Partner, der Dir Sicherheit gibt und einen Partner (Affäre) der in Dir die Gefühle weckt die Du eigentlich willst, bei dem Du rational aber weißt, dass Du sie mit ihm nie komplett wirst ausleben können.

Ich finde, Du solltest hier einen Weg finden umzudenken. Sich einzulassen, zu vertrauen - das ist kein Fehler. Es ist nicht falsch so zu empfinden.

Ich selbst war vor einigen Jahren ähnlich ambivalent (zeigte sich nur anders ;-)), emotional völlig verirrt - andere Situationen...dennoch. Irgendwann bin ich aufgewacht (bildlich und auch faktisch ;-)) und habe gesagt: Jetzt ist Schluß! Jetzt kommst Du erst mal "zu Dir". Und so habe ich mich ganz bewußt nur auf mich konzentriert, mich auf gar nichts eingelassen, ich wollte mich selbst kennenlernen, selbst stärken, mein Selbstvertrauen wieder erlangen. Denn ja, ich konnte mir selbst nicht mehr vertrauen weil meine Gefühle mich in Beziehungen überforderten, ich konnte sie nicht mehr wirklich einordnen....naja, lange Geschichte, lange Rede kurzer Sinn:

Es war eine tolle Zeit, nur so mit mir selbst (also natürlich nur auf eine Partnerschaft bezogen ;-)). Sicher war es auch teilweise anstrengend. Denn hat man einen Partner (oder auch zwei ;-)), dann kann man sehr leicht von sich selbst ablenken, sich selbst sozusagen beschei...., indem man mehr bei diesem Partner oder der Beziehung ist als bei sich selbst.

Ich will Dir jetzt nicht raten dasselbe zu tun - aber vielleicht nimmst Du es ja als Denkanstoss mit @:)

J_uli2q006


Korrigiere mich, falls ich das falsch verstehe:

Du siehst es als Fehler, Deinen Mann damals so geliebt zu haben.

Isabell

Nein, das stimmt so nicht - da korrigiere ich dich gerne sofort :-)

Ich bereue nichts davon. Nicht die tiefempfundene Liebe, nicht die junge Bindung und Heirat, nicht den Schmerz und auch die schönen Seiten - nichts davon. Es waren viele schlimme Erfahrungen dabei, ja, aber ich wünsche keine davon ungeschehen. Viele suchen ein Leben lang nach dem Mann ihres Lebens - ich hatte immerhin zehn Jahre mit ihm!

Der Fehler war lediglich, zu glauben, dass es reicht, wenn einer von beiden tief und stark genug liebt, denn das tut es nicht. Ich dachte in diesen zehn Jahren: wenn ich nur genug Kompromisse mache, genug zulasse, alles ertrage, erdulde, ermögliche - wird er spüren und erkennen und fühlen, dass seine Liebe zu mir genauso stark ist wie meine Liebe zu ihm. Das ist aber kein edler Gedanke, sondern große Scheiße. Und lächerlich. Das weiß ich inzwischen.

(...) Und so habe ich mich ganz bewußt nur auf mich konzentriert, mich auf gar nichts eingelassen, ich wollte mich selbst kennenlernen, selbst stärken, mein Selbstvertrauen wieder erlangen. Denn ja, ich konnte mir selbst nicht mehr vertrauen weil meine Gefühle mich in Beziehungen überforderten, ich konnte sie nicht mehr wirklich einordnen....naja, lange Geschichte, lange Rede kurzer Sinn:

Es war eine tolle Zeit, nur so mit mir selbst (also natürlich nur auf eine Partnerschaft bezogen ;-)). Sicher war es auch teilweise anstrengend. Denn hat man einen Partner (oder auch zwei ;-)), dann kann man sehr leicht von sich selbst ablenken, sich selbst sozusagen beschei...., indem man mehr bei diesem Partner oder der Beziehung ist als bei sich selbst.

Isabell

Ich mag den Denkanstoß sehr - danke dafür. Es ist (ähnlich wie FaSoLa es auch formulierte) für mich gerade vielleicht eine wichtige Phase, mit mir allein zu sein. Und überhaupt allein sein zu können. Das würde ich tatsächlich sehr gerne. Allein, mir fehlt der Mut. Oder die Notwendigkeit. Oder was genau eigentlich...? um es zu verwirklichen.

So ganz jedoch verstehe ich deinen Bericht nicht:

du sprichst davon, dich von einem (?) Partner getrennt und eine bewusste Solophase eingelegt zu haben? Oder wie meinst du das?

gSrauom


Hallo Juli,

Es tut mir leid dich so zu lesen. Ich habe den Faden über deinen Mann vor diesen Faden gelesen.

Ich habe damals nicht verstanden weshalb dir am Ende Gratuliert wurde, dass jetzt die Ehe doch viel besser läuft als vor der Geschichte mit der anderen Frau.

Ich hatte den Eindruck du warst psychisch am Ende - und klar, wenn ein Partner am Boden ist , die Schuld bei sich sucht und vermeintliche Ruhe einkehrt kann man auf den Gedanken kommen es würde jetzt besser laufen.

Du hast selbst geschrieben - dein Selbstbewusstsein war am Boden. -Kein Wunder wenn man ständig gesagt bekommt "die andere ist aber viel toller als du"

Und jetzt? Jetzt machst du das gleiche wie dein (Ex)Mann. Du schwärmst von Ben und hast doch einen Partner den du magst. Würdest du mit Ben zusammenkommen gäbe es sicher wieder einen neuen Ben der dann viel toller wäre als der aktuelle. Du wiederholst dein eigenes Drama. Nur bist du jetzt in der Rolle deines (ex/noch)Mannes.

Kläre deine Ehe , du steckst da immer noch drin. Evtl. dürfte es schwer fallen da alleine rauszukommen. Dann such dir Hilfe.

ERhema|lige1r Nutzper (#x15)


Ahh...ok - dann habe ich es tatsächlich falsch verstanden und kann Dir hier nur zustimmen:

Der Fehler war lediglich, zu glauben, dass es reicht, wenn einer von beiden tief und stark genug liebt, denn das tut es nicht. Ich dachte in diesen zehn Jahren: wenn ich nur genug Kompromisse mache, genug zulasse, alles ertrage, erdulde, ermögliche - wird er spüren und erkennen und fühlen, dass seine Liebe zu mir genauso stark ist wie meine Liebe zu ihm. Das ist aber kein edler Gedanke, sondern große Scheiße. Und lächerlich. Das weiß ich inzwischen.

So ganz jedoch verstehe ich deinen Bericht nicht:

du sprichst davon, dich von einem (?) Partner getrennt und eine bewusste Solophase eingelegt zu haben? Oder wie meinst du das?

Ich versuche es ganz kurz und knapp: Ich hatte mich aus einer längeren Beziehung gelöst (Dein obiger Text passt annähernd ganz gut zu der Dynamik die da vorherrschte). Hatte danach innerhalb der nächsten 3 Jahre 2 Beziehungs"versuche", die jeweils nach 6-9 Monaten scheiterten. Wollte man jetzt von "Schuld" sprechen, so lag diese sicher nicht alleine bei mir. Aber da ich das ungern tue, kann ich nur sagen, dass es letztendlich meine Gefühlsverirrungen waren, dass ich mich überhaupt erst auf diese Beziehungen eingelassen habe. Vor allem auf die Letzte hätte ich mich gar nicht einlassen dürfen, ich bin selbst heute (10 Jahre später) noch richtig geschockt, auf was ich mich da eingelassen habe - das Schlimme daran ist, bzw. war, dass ich es zu diesem Zeitpunkt nicht nur hätte besser wissen müssen, sondern es sogar besser wußte. Und ich ging trotzdem drauf ein. Und eine wirkliche "Liebe", so wie ich sie meiner Meinung nach hätte fühlen müssen - hatte ich für Keinen. Es waren Gefühle von Sehnsucht nach Sicherheit, die Sehnsucht (endlich) etwas zu finden, geliebt zu werden und zu lieben...naja, man weiß ja, dass dieser Schuß meistens nach Hinten los geht :-). Mich hat das dann echt aus der Bahn geschmissen, es war nur noch Abhängigkeit die ich dabei gar nicht wollte.

Dieser Schock hat mich dann aufgeweckt. Ich hatte zwar danach noch ein-zwei "Bekanntschaften" - aber ich merkte, dass da emotional bei mir nichts mehr ging. Naja und dann kam der bewußte Entschluß.

Ich war dann 8 Jahre Single, klar, "bereit" wäre ich schon eher gewesen ;-), aber ich sagte mir: "Es kommt wie es kommt und es kommt bestimmt nochmal was" :-).

Und so war (ist) es auch. Ich lebe jetzt seit längerem eine Beziehung, die es auch wert ist "Partnerschaft" genannt zu werden.

. Das würde ich tatsächlich sehr gerne. Allein, mir fehlt der Mut. Oder die Notwendigkeit. Oder was genau eigentlich...? um es zu verwirklichen.

;-) - setze Dich da nicht unter Druck. Du bist so reflektiert, dass dieser Punkt ganz von alleine kommen wird. Das merkst Du dann schon ;-) :)z

PtythouniKst


Da musste ich jetzt doch schlucken. Genau diese Diskussion hätte ich mir unter alias erspart - aber ich weiß natürlich, dass sie wichtig ist. Denn natürlich hab ich das auch selbst bemerkt - eigentlich sind es die tollen Geschichten, die mein Leben füllen.

Oder eben: du machst in der Darstellung nach außen was tolles draus, wie Karl May. :-) Das kann ich nicht unterscheiden, weil ich ja die "Realität" von Supertyp im Fitnessstudio, Gazellenfrau + Agenten-Mann, und nun Ben nicht kenne. Ich glaub dir, dass das so vorgefallen ist, aber ich denke, es hätte auch anderen passieren können, aber diese Art des erst Hineindeutens, dann tiefen Empfindens und hier ausführlich und in Details beschreibens, das haben andere nicht so. *Das* war mir aufgefallen an deinen Beiträgen.

Allerdings dreht es sich dabei nur am Rande um gejagte und erlegte Männer - da entsteht hier dann doch ein etwas eindimensionales Bild...

Den Eindruck hatte zumindest ich nicht.

Aber ich bin nunmal ein Mensch, der sich (soviel zum Thema Hype und Übertreibung) sehr gern über Dinge freut - und seien sie noch so klein und unbedeutend.

Und die diese Freude (oder auch andere Gefühle) dann auch noch in Text gefasst bekommt. Ja, so war auch mein Eindruck. Und trotzdem habe ich bei dir den Eindruck: nach Supertyp kommt Agentenmann, nach Agentenmann kommt Ben, und nach Ben werden andere kommen, die halt in dir Gefühle aufwerfen, so dein Interesse wecken und dich aktiv werden lassen (diesen letzten Schritt machen andere halt nicht oder weniger, die haben ihre Impulse da stärker im Griff, verhalten sich kontrollierter.). Das muss kein Jagen und Erlegen sein (ein eher beängstigendes Bild überbrodelnder Dominanz), sondern beliebige andere Formen der Begeisterung, der Lust, des Nähe-Suchens, des Den-Anderen-Erleben-Wollens, des Besitzergreifen-Wollens, des Für-Sich-Haben-Wollens.

Zum Beispiel auch darüber, dass ich als zunächst ewig lang Verschmähte in meiner Jugend nun plötzlich Aufmerksamkeit von Männern bekomme, die mich damals noch ausgelacht und gepiesackt hätten.

Was ich zumindest nichts "kleines" und "unbedeutendes" finde. Wenn du dich heute darüber freust, mehr Anklang zu finden und die Aufmerksamkeit der Männer, von denen du dich damals verschmäht fühltest, dann finde ich das sehr nachvollziehbar. Und ich glaube auch, dass es ein Leben lang schön ist, positive Bestätigung von außen zu bekommen. Ich glaube, die Frage ist mehr: Wie geht man mit den in einem entstehenden Impulsen um?

Das ist gut für mein armes Ego, das gebe ich zu, aber ich möchte dabei unbedingt betonen, dass ich versuche, mich anderen Menschen gegenüber immer bedacht und wohlwollend zu verhalten.

Das nehme ich dir ab. Aber wenn du innere starke Impulse hast, und dich von außen niemand bremst, dann gibst du den Impulsen nach und wirst aktiv, ergreifst die Initiative. Was für Männer etwas wundervolles sein kann. Oder auch nicht. Je nachdem auf welcher Seite sie stehen und was deren eigene Erwartungen sind. ;-)

Wenn Juli als die männermordende Egosch*** rüberkommt, dann kann ich das zwar aufgrund einiger Themen hier nachvollziehen - es entspricht allerdings zu nullkommanull Prozent den Tatsachen.

So wollte ich es auch nicht darstellen. Und um in deinem Bild zu bleiben: Agentenmann lebt doch noch, der ist dem drohenden Juli-Mord doch vorher selbst von der Schippe gesprungen. ]:D

Umso mehr treibt es mich um, dass mein Freund wahrscheinlich unglücklich ist - und es wohl an mir liegt, das zu ändern.

Ehrlich gesagt habe ich in den Texten schon den Überblick verloren, wer jetzt mit "mein Freund" wirklich gemeint ist. Der Ben-Freund? Der offene-Partnerschaft-Freund? Unsere deutsche Sprache ist mit "Freund" da etwas wortarm - oder bedeutungs-vielfältig.

MHiHnche2n


Er ist ein wunderbarer Mann und ich bin dankbar für diese Lebenszeit mit ihm, wahnsinnig dankbar und glücklich darüber - aber auch nicht mehr als das.

Gibt es denn noch eine Steigerung, als wahnsinnig dankbar und glücklich ":/ ?

Wieso etwas beenden, wenn du doch glücklich bist :-/ ?

Ich glaube, du steckst dir deine Erwartungen selbst ein bisschen zu hoch? Der andere Mann ist vielleicht deshalb so reizvoll und anziehend, gerade weil du ihn nicht haben kannst. Automatisch steht dein jetziger Freund damit (für dich) in einem schlechteren Licht.

Aber nun ist das Kind eh schon in den Brunnen gefallen :=o

Wieso machst du nicht einfach das beste draus und genießt dein Leben, so wie es JETZT gerade ist?

Alle wichtigen Regeln mit deinem Partner sind klar abgesteckt, was die offene Beziehung angeht. Das du dich verliebt hast und dich ein andere Mann umgehauen hat, dass kann man ja vorher nie wissen- das kann immer passieren.

Genieße doch einfach den guten Sex und den tollen Mann (oder die beiden tollen Männer, jeden auf seine Art) und das ganze ohne schlechtes Gewissen (das machst du dir doch nur irgendwie selbst, oder?)

Viel Erfolg :)*

PFyt]ho&nisxt


Gibt es denn noch eine Steigerung, als wahnsinnig dankbar und glücklich ":/ ?

Ich glaube, bei Juli2006 ist das übersetzt "naja, so mittel". Die Steigerungen drückt sie selbst in ihren Texten aus und da hat sie viel Talent im noch blumigeren, noch wahnsinnigeren, noch superdupereren.

Aber nun ist das Kind eh schon in den Brunnen gefallen :=o

Wirklich, in einer offenen Beziehung?

Genieße doch einfach den guten Sex und den tollen Mann (oder die beiden tollen Männer, jeden auf seine Art) und das ganze ohne schlechtes Gewissen (das machst du dir doch nur irgendwie selbst, oder?)

So wie ich das verstanden habe, ist das schwierig, weil ihr "offener Beziehungsfreund" zwar sexuelle Freiheiten toleriert und sich auch nimmt, aber sich emotional enger an Juli2006 gebunden hat, was die Juli halt so nicht erwidern kann. Und Juli findet nun aber emotional und sexuell den Ben-Freund so dufte. Aber der Ben ist halt verheiratet mit Kindern und es fragt sich, wie offen diese Ben-Frau-Beziehung gestaltet ist. Ach Mann!

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