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... du solltest jetzt gehen, Ben.

P$yt-hojnist


Das du ihm nicht das geben kannst/willst, was er braucht und deswegen die Beziehung beendest. Ist doch ein schaler Geschmack im Mund, wenn ein Anderer wegen einem leidet, auch wenn er es freiwillig tut.

"Ich kann/will dir nicht geben, was du brauchst" setzt doch voraus, dass sie genau weiß, was er braucht. Das finde ich schon vermessen. Auch "Du leidest wegen mir, auch wenn du es freiwillig tust, und das möchte ich nicht mehr" gehört für mich in diese Kategorie - eine irgendwie chauvinistische Haltung, als hätte sie die Macht darüber, sein Leiden zu regulieren. Und wie unselbständig, schwach und depressiv schätzt man jemanden ein, wenn man ihm sagt, er würde freiwillig leiden.

Dieses "für den anderen denken" und "ich trenne mich, damit es dir besser geht" finde ich ganz schrecklich bevormundend und feige und hinterhältig. Ich finde, Menschen sollten gerade in Beziehungen ehrlich für ihre eigenen Interessen sprechen.

Viel ehrlicher ist doch "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte mit einem Menschen zusammenleben, den ich wirklich liebe. Deshalb trenne ich mich von dir." Oder eben: "Mir ist bewusst geworden, dass ich bei dir nicht das finde, was ich mir wünsche von einem Partner. Und ich habe den Eindruck, dass ich das in der Beziehung mit dir auch nicht mehr erreiche. Deshalb trenne ich mich." Und dann ggf. konkreter werden.

J-ul>i200x6


Für Dich fühlt es sich vielleicht so an als würde es "einfach passieren". Aber das ist nicht so. Den Supertypen, der Donnerstagsmann, Ben, die werden ja von anderen auch wahrgenommen. Aber Du suchst ihre Nähe und den Kontakt.

schilcher

Hm, ja. Ich weiß zwar, was du meinst, aber ich empfinde es anders. Denn ich laufe ja nicht durch die Gegend, suche nach gutaussehenden Typen und flirte die an, sondern es ist immer eher andersrum. Ich "lande" plötzlich in den Augen eines Mannes, dessen Blick mich sofort... anspringt (Supertyp, Donnerstagsmann und auch mein offene-Beziehung-Freund) oder auch gleich völlig umhaut (Ben). Und da bemerke ich, dass ich nicht nur einen zufälligen Blick bekomme, sondern auch zwei, drei einladende mehr. Ich lese aus ihnen "du gefällst mir" - auf welche Art auch immer - und dann, aber auch erst dann werde ich aktiv. Das stimmt. Ich mach da gern Nägel mit Köpfen... und fordere die eigentlich schüchterne Juli gern heraus - vllt eher als Mutprobe - siehst du, Juli, Männer sind gar nicht schlimm sondern freundlich und aufmerksam...

Ich habe gerade noch eine perfide Idee: Juli, könnte sich denn dein Offener-Beziehungs-Freund für die Frau von Ben interessieren und umgekehrt? Und dann: Juli + Ben, Ex-Juli-Freund und Ex-Ben-Frau, und die Kinder von Ben+Frau werden in dem Patchwork-Kuddelmuddel groß? Ich meine, aus logischer Sicht liegt das auf der Hand als Variante, aber natürlich müssten da drumrum eine Menge Emotionen sich erstmal stimmig treffen.

Pythonist

]:D

Sehr lösungsorientiert - ganz nach meinem Geschmack!

(...) du schreibst, dass du dein Herz niemals mehr verschenken möchtest, dich emotional niemals mehr so an einen Partner binden möchtest. Alles aus Angst. Und nun bist du aber doch so halb gebunden. Erstens weißt du, wie weh deinem Freund das alles tut und zweitens bist du ja nicht mit vollem Herzen bei der Sachen. Das ist einfach so ein großen Ungleichgewicht - das kann nur kippen.

Solange du Angst hast dein Herz zu verschenken, wäre es wohl besser komplett als Single zu leben.

ThisTwilightGarden

Ja, so meinte ich das auch. Zumindest sehe ich es als logische Konsequenz.

Nur bin ich andererseits auch überhaupt gar nicht der Typ für flüchtige One-Two-Three-Night-Stands. Mein Sexleben soll nicht daraus bestehen, mir laufend neue Kerben in den Bettpfosten zu schlagen.

Ein Kumpel wäre perfekt! Ein Mann, mit dem ich Fußball gucken und Bier trinken kann, mal abends auf dem Balkon sitzen und schweigen - und sehr regelmäßig Sex haben.

Keiner, der mit mir auf der nächsten Familienfeier Händchenhalten will, eine Mutter für seine ungeborenen Kinder sucht oder am Liebsten Tag und Nacht mit mir verbringen will.

Mein offene-Beziehung-Freund ist eigentlich genau richtig dafür - wäre da nicht dieser letztgenannte Punkt...

(...)Und das ist bei der Beziehung der TE ja nicht wirklich gegeben. Sie ist ihm ja immer ein Stück vorraus/entfernt. Er kann ihr nicht wehtun, sie ihm schon.

Stimmt genau - und das treibt mich auch so um. Ich hab das hier anfangs als "Bittsteller" (er) und "Gönner" (ich) differenziert - aber viel schlimmer ist genau das, was du schreibst. Überspitzt kann er mir gar nichts Schlechtes tun, aber ich laufe immer wieder Gefahr, ihn zu enttäuschen.

Wahrscheinlich schon bei der ersten Diskussion einen Schlussstrich ziehen. Aber mit welcher Begründung?

Das du ihm nicht das geben kannst/willst, was er braucht und desegen die Beziehung beendest. Ist doch ein schaler Geschmack im Mund, wenn ein Anderer wegen einem leidet, auch wenn er es freiwillig tut.

This Twilight Garden

"Ich kann/will dir nicht geben, was du brauchst" setzt doch voraus, dass sie genau weiß, was er braucht. Das finde ich schon vermessen. Auch "Du leidest wegen mir, auch wenn du es freiwillig tust, und das möchte ich nicht mehr" gehört für mich in diese Kategorie - eine irgendwie chauvinistische Haltung, als hätte sie die Macht darüber, sein Leiden zu regulieren. (...) Dieses "für den anderen denken" und "ich trenne mich, damit es dir besser geht" finde ich ganz schrecklich bevormundend und feige und hinterhältig. (...)

Viel ehrlicher ist doch "Ich liebe dich nicht, aber ich möchte mit einem Menschen zusammenleben, den ich wirklich liebe. Deshalb trenne ich mich von dir." Oder eben: "Mir ist bewusst geworden, dass ich bei dir nicht das finde, was ich mir wünsche von einem Partner. Und ich habe den Eindruck, dass ich das in der Beziehung mit dir auch nicht mehr erreiche. Deshalb trenne ich mich." Und dann ggf. konkreter werden.

Pythonist

:-D

Super! Ihr übernehmt gerade wunderbar die Diskussion der beiden Stimmen in meinem Kopf. Genau darüber grübele ich und grübele und komme zu keinem richtigen Ergebnis. Es wäre also gut, wenn ihr in einer gemeinsamen Debatte zu einem Ergebnis kommen könntet - ich schaff das irgendwie nicht...

Außerdem ist es vlt reiner Selbstschutz wenn du deinen Freund behälst: solange du ihn hast und offiziell vergeben bist, ist Ben keine echte Gefahr für dein Herz. Stell dir mal vor, du würdest dich trennen... wärst theoretisch frei für Ben... dann täte es dir noch mehr weh, wenn er vegeben bleibt und es würde dir nochmehr Angst machen, würde er sich trennen und mit dir zusammenkommen. Denn an ihn würdest du dein Herz wieder verschenken...

This Twilight Garden

So ist es. Obwohl ich weiß, dass ein Ben-und-Juli-Happy-End vollkommen illusorisch, vermessen und unangebracht ist, würde es mich trotzdem sehr nervös machen, wenn ich keinen Rückhalt hätte. Und da ich nicht weiß, ob und wie sich die Beziehung mit meinem Freund weiterentwickelt, habe ich bereits Konsequenzen gezogen:


Ich habe gestern die Affaire mit Ben beendet.

Darauf hatte ich mich im Grunde schon seit Beginn dieses Fadens vorbereitet... erst emotional vorbereitet, dann mit einem Plan. Den brauche ich irgendwie immer... strukturierte, durchdachte Abläufe. Etwas, an dem ich mich festhalten kann.

Da wir die Zeit über eher unregelmäßigen Kontakt z.B. via WhatsApp hatten und uns auch immer nur unvorhersehbar im Zug über den Weg liefen, war diese ganze Geschichte für mich ohnehin eine Herausforderung.

Während der letzten Woche habe ich in unseren Chats oder beim Gespräch im Zug immer mal wieder durchblicken lassen, dass unser Abschied vor seinem Urlaub auch ein Abschied von der Affaire sein wird. Und so war er dann auch. Am Bahnhof, nicht im Hotelbett. Nicht tränendrüsenreizend, nicht mit versteckter Aufforderung - wie Frauen das so gern tun -, sondern mit einem einfachen Händedruck. Einem liebevollen, innigen Blick. Einem Dankeschön. Und einem Lächeln.

Trotzdem geht's mir seitdem schlecht, ich fühle mich irgendwie... verbraucht... und leergesogen. Und das Wissen, ihn nun nicht mehr zu sehen, alle Erlebnisse mit ihm bereits hinter mir zu haben, ist furchtbar.

Ich hoffe, dass die drei Wochen reichen, um den größten Schmerz zu überwinden und mir klarzumachen, dass "der Schmerz" lächerlich und nur durch meine eigene Unvorsichtigkeit entstanden ist.

Entscheidend wird die Zeit nach Bens Urlaub sein. Dann wird sich zeigen, ob ich es (diesmal) wirklich schaffe oder nicht.

tQemaxre


Großen Respekt für deine Entscheidung und dein durchdachtes Verhalten. Ich habe selten hier von einem TE ein so selbstkritisches und reflektiertes Verhalten gelesen.

Ich drücke dir die Daumen, dass Du stark bleibst und der Schmerz bald nachläßt.

EKhem]aliger Nautnzer r(#15)


Trotzdem geht's mir seitdem schlecht, ich fühle mich irgendwie... verbraucht... und leergesogen. Und das Wissen, ihn nun nicht mehr zu sehen, alle Erlebnisse mit ihm bereits hinter mir zu haben, ist furchtbar.

Mache Dir klar, dass diese Gefühle völlig normal sind. Stehe zu ihnen und stehe sie durch.

Ich habe ein großes Kredo: "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier". Das hat mir schon so oft über Dinge (Trennungen/Verluste von Menschen ;-)) hinweggeholfen von denen ich wußte, dass sie mir nicht gut tun oder, dass der geliebte Mensch eben nicht wiederkommt (--> Tod), ich aber trotzdem nur schwer loslassen konnte.

"Du wirst Dich daran gewöhnen diesen Menschen nicht mehr um Dich zu haben" sage ich mir dann. Deswegen muß ich ihn nicht weniger lieben, nicht weniger um ihn trauern (in einem Todesfall) - aber ich komme damit zurecht, ich merke, dass mein Leben, mein "Glück", nicht von einem einzelnen Menschen abhängt. Dass man auch um einen Verlust trauern kann, ohne dass dieser Einen völlig vereinnahmt.

Und es ist auch so. Sicher hebt es eine Trauer/einen Verlust, nicht komplett auf - aber es hilft hindurch.

C/ommrxan


Ich habe gestern die Affaire mit Ben beendet.

Respekt dafür, dass du Konsequenzen ziehen kannst - auch wenn sie schmerzhaft sind. @:)

Und so war er dann auch. Am Bahnhof

Mal eine rein praktische Frage aus der Neugierde heraus: ist Ben allein in Urlaub, oder war beim Abschied seine Partnerin dabei? Also worauf ich hinaus will: weiß die von euch, ist das auch eine offene Beziehung?

J"ulji2006


Ich danke euch, ihr seid wirklich lieb :)_

Jedes bisschen Mutmachen hilft mir gerade sehr!

Allerdings ist es zum Gratulieren leider noch viel zu früh - es ist nicht das erste Mal, dass ich es versucht habe. Aber ich war zu schwach... wir beide waren es... und alles ging wieder von vorn los...

Jetzt aber sind die Vorzeichen andere, und es ist mir ernst. Sehr ernst. Das hat er mir gestern auch sofort angesehen, sein Blick sprach Bände. Ich bekam ein Lächeln von ihm, das ich so noch nie sah. Was genau war da in seinen schönen, dunklen Augen? Wehmut? Dankbarkeit? Tu's nicht, Juli, ich liebe dich so sehr aber ich trau' mich nicht, es zu sagen...? Ist wohl gut, dass ich das nicht weiß. Ich spinn' ja schon wieder rum :-/

Aber es war übermenschlich schwer... sich das Gegenteil von dem sagen zu hören, was man eigentlich denkt und fühlt...

Und so war er dann auch. Am Bahnhof

Mal eine rein praktische Frage aus der Neugierde heraus: ist Ben allein in Urlaub, oder war beim Abschied seine Partnerin dabei? Also worauf ich hinaus will: weiß die von euch, ist das auch eine offene Beziehung?

comran

Achso, nein, das hab ich schlecht beschrieben.

Gestern war ja Bens letzter Arbeitstag, also habe ich ihn vor der Rückfahrt nach Hause getroffen. Oder richtiger: mich mit ihm (zum ersten Mal!) konkret am Bahnhof verabredet, damit ich mich noch von ihm verabschieden kann.

Ob seine Frau über uns Bescheid weiß, kann ich nicht beantworten. Ich weiß nur, dass die Ehe sexuell offen ist, mehr nicht. Und ich habe nie weiter danach gefragt - obwohl ich es schon irgendwie merkwürdig zufällig finde, dass sich ausgerechnet zwei Menschen aus offenen Beziehungen über den Weg laufen und ganz locker eine Affaire beginnen können... aber - Schande über mich - das wollte ich mit ihm natürlich nicht zum Thema machen. Ich bin ja nicht seine Mutter.

RLal<phx_HH


??? ??? ??

Ob seine Frau über uns Bescheid weiß, kann ich nicht beantworten. Ich weiß nur, dass die Ehe sexuell offen ist, mehr nicht. Und ich habe nie weiter danach gefragt - obwohl ich es schon irgendwie merkwürdig zufällig finde, dass sich ausgerechnet zwei Menschen aus offenen Beziehungen über den Weg laufen und ganz locker eine Affaire beginnen können... aber - Schande über mich - das wollte ich mit ihm natürlich nicht zum Thema machen. Ich bin ja nicht seine Mutter.

Hehe ;-D

Meine Erfahrung sieht da genau andersrum aus: die allermeisten Frauen, denen man mit dem Thema kommt, sagen direkt nein zu jeglichem Kontakt und unterstellen einem, dass man die Ehefrau doch betrügt. Den Männern, das weiß ich von den Kontakten meiner Frau, ist diese Frage nach der Moral schlicht egal. Du scheinst zu den wenigen Frauen zu gehören, denen das egal ist und das finde ich ok so. Das zischen Ben und seiner Frau muss er klären, nicht Du. Warum viele Frauen stellvertretend in die Bresche springen und die Moralkeule für unbekannte dritte schwingen, wird mir immer ein Rätsel bleiben.

Aus Deinen Texten lese ich viel von unerfüllter Sehnsucht heraus. Man könnte meinen, da schreibt eine Frau die auf der Suche nach der großen Liebe ist und doch immer nur etwas findet, was nicht so ganz passt. Der Freund, der verlässlicher Kumpel ist, aber nicht die große Liebe. Der Liebhaber, der Dich ins schwärmen bringt, man spürt die Liebe, aber doch ist er unerreichbar weil verheiratet. Du scheinst Dir mit der Entscheidung, Dich nicht zu binden selbst im Weg zu stehen. Das ist nach Deinen Erfahrungen nahvollziehbar. Aber was macht Dich langfristig glücklich? Dir ist Deine Freiheit wichtig, Deine eigene Wohnung. Nie würdest Du das wieder hergeben. Auch das nachvollziehbar, eine logische Entscheidung. Aber.. wie schade! Eine glückliche Beziehung ist nichts, wofür man irgendetwas aufgibt, hergibt, es ist eine Bereicherung in allem. In der Regel will man den geliebten Partner ständig um sich haben und ihn eben doch auch in der eigenen Wohnung zu Hause wissen. Und zur Not kann man ja nun auch in getrennten Wohnungen bleiben. Indem Du diese andere "Beziehung light" pflegst, blockierst Du Dich für alles andere. Die Chance, ein neues Glück zu finden sperrst Du aus Deinem Leben aus. Bewusst, Du willst sie nicht, Du hast Dich so entschieden. Aber trägt Dein Herz diese Entscheidung eigentlich mit?

J0ulib200x6


Ralph

Aus Deinen Texten lese ich viel von unerfüllter Sehnsucht heraus. Man könnte meinen, da schreibt eine Frau die auf der Suche nach der großen Liebe ist und doch immer nur etwas findet, was nicht so ganz passt.

Könnte man meinen... fühlt sich aber ganz anders an.

Und irgendwie - hm ... ":/ ich schreibe hier doch permanent das Gegenteil. Also klarer kann man doch eigentlich gar nicht ausdrücken, was man nicht will und nicht sucht. Weshalb nur führt euer einhelliges Fazit immer zu diesem einen Punkt, den ich ausdrücklich verneine?

Also ich meine das jetzt gar nicht böse, ihr meint es ja alle gut mit mir :-) , aber so richtig kapier' ich das nicht. Ich habe nicht den Glauben an die große Liebe verloren, ich freue mich für jeden, der sie findet. Aber ich mag das einfach nicht mehr. Ich will das nicht mehr spüren, nicht mehr all das aushalten müssen, was sie so mit sich bringt. Schwärmerei reicht mir voll und ganz, sogar das Hingerissensein von Ben war auf seine Weise wunderbar. Aber: nur aus der Ferne - niemals in meinem Leben.

Bitte nicht...

Du scheinst Dir mit der Entscheidung, Dich nicht zu binden selbst im Weg zu stehen. Das ist nach Deinen Erfahrungen nahvollziehbar. Aber was macht Dich langfristig glücklich? (...) Eine glückliche Beziehung ist nichts, wofür man irgendetwas aufgibt, hergibt, es ist eine Bereicherung in allem.

Langfristig... ;-) ...

Also gut. Wenn ich einen Plan machen könnte, ganz Juli-like, und mir mein Beziehungsleben zurecht stricken könnte, dann bitte so:

Zunächst möchte ich eine zeitlang allein bleiben. So, wie FaSoLa und Isabell es treffend beschrieben haben.

Danach möchte ich bitte einen Freund an meiner Seite haben, auf den ich mich verlassen kann, den ich sexuell sehr anziehend finde und mit dem ich mich gut verstehe - in genau dieser Reihenfolge! Ich würde mich aber nur auf eine Bindung mit ihm einlassen, wenn er so eigenständig lebt wie ich, also wenn er sein Leben ohne mich genauso schön, ausgefüllt und lebenswert findet wie mit mir. Ja, ich möchte gern die Kirsche auf der Sahnetorte sein. Nicht mehr die Torte selbst.

Ob der Tortenkirschenfreund dann bis an mein Lebensende bei mir bleibt, wäre mir dabei nicht wichtig. Danach würde ich ihn nicht auswählen. Ich würde mein Gefühl entscheiden lassen, ob es schön ist, mit diesem Mann zusammen zu sein oder nicht. Niemals würde ich über "und später, wenn wir..." sprechen. Wie ich schonmal schrieb: es ist halt so lange schön, wie es schön ist. Und wenn es uns nicht mehr guttut, der gemeinsame Weg vorbei ist, dann ist es eben so. Dann kommt vielleicht irgendwann ein Anderer. Oder auch nicht.

In der Regel will man den geliebten Partner ständig um sich haben und ihn eben doch auch in der eigenen Wohnung zu Hause wissen. Und zur Not kann man ja nun auch in getrennten Wohnungen bleiben. Indem Du diese andere "Beziehung light" pflegst, blockierst Du Dich für alles andere.

Aber wo ist der Unterschied zwischen meiner aktuellen noch-Beziehung in getrennten Wohnungen und der Beziehung, die du mir beschreibst - mit getrennten Wohnungen?

Ich verstehe schon, dass das für dich keine Option ist. Wahrscheinlich für die meisten - für die Juli von vor zehn Jahren auch nicht. Aber deswegen muss es ja nicht unzureichend sein.

Die Chance, ein neues Glück zu finden sperrst Du aus Deinem Leben aus. Bewusst, Du willst sie nicht, Du hast Dich so entschieden. Aber trägt Dein Herz diese Entscheidung eigentlich mit?

Ach, mein Herz ist ein Arschloch, nichts weiter.

Muss es auch sein, es wird ständig vom Verstand niedergebrüllt, ausgelacht und angepöbelt. Da wäre ich auch so merkwürdig drauf.

Aber meine Vernunft und ich wissen, dass es das beste so ist. Jedenfalls im Moment... oder auch in diesen Jahren.

Jetzt haben wir es einmal - ein Mal! - wieder von der Leine gelassen, und schon - du siehst, was passiert ist. Und ich will nicht wissen, was noch alles passiert wäre, wenn Ben sogar zu haben gewesen wäre...

DUi&ed S~eherxin


Also ich meine das jetzt gar nicht böse, ihr meint es ja alle gut mit mir :-) , aber so richtig kapier' ich das nicht. Ich habe nicht den Glauben an die große Liebe verloren, ich freue mich für jeden, der sie findet. Aber ich mag das einfach nicht mehr. Ich will das nicht mehr spüren, nicht mehr all das aushalten müssen, was sie so mit sich bringt.

;-D hach, da verstehe ich dich aus tiefster seele, weil es mir ja im grunde auch eine ganze zeit lang so ging (dass ich dann doch mit eben jener großen liebe so richtig wirklich zusammengekommen bin, ist eine andere geschichte) - gute güte, fand ich das anstrengend, diese sache mit dem herzen...

Muss es auch sein, es wird ständig vom Verstand niedergebrüllt, ausgelacht und angepöbelt. Da wäre ich auch so merkwürdig drauf. Aber meine Vernunft und ich wissen, dass es das beste so ist. ... Jetzt haben wir es einmal - ein Mal! - wieder von der Leine gelassen, und schon - du siehst, was passiert ist.

... vielleicht glaube auch ich dir deswegen deine beteuerung nicht so ganz ganz total, weil eben dieses kleine "arschloch-herz" nun mal ein verdammt stures und unkaputtbares sein kann, das sich in den unpassendsten momenten dann doch wieder nicht nur meldet, sondern den verstand ganz schön niederbrüllen kann ;-D

R(alsph_xHH


Jetzt hast Du Dein Herz einmal von der Leine gelassen und... Ja? Du hattest etwas ganz tolles, ganz besonderes. Das wäre doch Grund genug, die Leine einfach mal weg zu schmeissen. Dein Herz ein Arsch? Nein, Dein Herz bist Du, Dein Verstand scheint mir in dieser Arsch-Rolle, dass er Dir Dein Leben einengt ]:D

Diese Spekulation was wäre wenn Ben zu haben gewesen wäre ist das, was mich vermuten lässt, dass Dein Herz unbewusst auf der Suche ist, auch wenn Dein Verstand das hartnäckig verleugnet. Aber die Entscheidung triffst Du, wem Du folgst, sich vom Verstand davor schützen zu lassen, noch mehr Schmerzen ertragen zu lassen ist legitim. Vermutlich würde ich nach einer Trennung ähnlich ticken. Einmal so ein Theater reicht!

J#uli(20x06


x:) ... ihr seid ja süß! Dankeschön.

Dass ich etwas Tolles, etwas Besonderes hatte, will ich gar nicht abstreiten. Dass Ben mir wahnsinnig gut getan hat, spüre ich natürlich auch - immer noch - und kann es umso schwerer ertragen, dass diese wundervolle Aufmerksamkeit nun nicht mehr da sein wird.

Aber bitte, bitte: das ist doch keine Liebe! Das hat doch nichts mit tiefen Gefühlen zu tun! Gar nichts!

Wir haben dem kleinen Quälgeistherzchen ein Leckerli gegeben, nichts weiter. Da war plötzlich ein Mann, wie aus dem Nichts, bei dem es augenblicklich eingeschlagen hat, reflexartig, ohne, dass Herz, Verstand oder ich reagieren konnten. Weshalb sollte man da nein zu einem Abenteuer sagen? Ran da, zack!

Aber was hat es getan, das dämliche Herzding? War nicht zufrieden mit der herrlichen Süßigkeit, sondern verzehrte sich nach mehr. Warum? Was soll das? Total beknackt!!

Und bis wir das überhaupt mal erkannt haben, mein Verstand und ich, hat es echt gedauert. Erstmal haben wir uns monatelang gewundert, was hier überhaupt los ist. Weshalb plötzlich Verhaltensweisen an den Tag gelegt werden, die es so noch nie (oder zumindest lange nicht mehr) gab. Wo die Gelassenheit hin ist und warum das verdammte Ding hinter den Rippen plötzlich patzige Widerworte gibt. Da hieß es: Kopf einschalten.

Hörmal! Echt jetzt - verheirateter Familienvater? Und du bist verliebt, du Arschnase? Dass ich nicht lache. Pah! Sieh zu, wie du klarkommst. Ich bin raus.

Und da hat das Herzchen es doch mit der Angst zutun bekommen. Tja. Ergebnis: siehe Faden.

D|ie STeherin


;-D tja meine liebe - willkommen im wahren leben deines kleinen arschloch-herzchen ;-D und dachtest echt, du ein lahmarschiger verstand könnten das in den griff kriegen... ;-D

boah ey, am liebsten würde ich altes weib jetzt so einen "werde du erst mal so alt wie ich spruch" losjagen, aber das würde ich natürlich im leben nicht tun... wegen meiner glaubwürdigkeit und so :=o

CzinGnagmoFnx4


*reinschleich

Kleine, aufgeschnappte Psychologen-Weisheit:

Sein Herz als das "Arschloch" zu sehen und den Verstand darüber zustellen ist seelisch sehr ungesund. Es erscheint bei tiefen seelischen Verletzungen manchmal kurzfristig nötig, eigentlich ist es das aber nie. Unsere Gefühle sind das, was uns ausmacht. Der Verstand tut so, als wäre er das, was uns ausmacht, das ist aber nicht wahr. Nicht der Verstand ist das "Ich" und die Gefühle sind das Werkzeug, sondern umgekehrt. Menschen wissen, was sie wollen, wenn sie wissen, warum und was sie fühlen. Gefühle sind die Wegweiser, die der Verstand entschlüsselt. Verstand und Gefühl sollten möglichst eine Einheit schaffen und sich gegenseitig positiv beeinflussen, meist in Balance sein. Ein Krieg dieser beiden wichtigen Instanzen, die die Seele ausmachen, kann auf lange Sicht psychische Erkrankungen begünstigen.

Du, Juli2006, schreibst, es wäre so furchtbar anstregend, zu lieben, zu leiden und zu verlieren. Ist es nicht aber auch sehr anstrengend, seine eigenen Gefühle ständig zu unterdrücken, sich selbst für seine emotionalen Bedürfnisse zu bestrafen wie ein herrischer Erwachsener ein kleines Kind bestraft? Hast du kein Mitleid mit diesem Teil von dir, der einfach nicht gelebt werden darf? Du wirkst so, als würdest du dir selbst die Schuld für deine seelischen Verletzungen geben, dafür, dass du vertraut hast. Und jetzt bestrafst du dich dafür, dass du vertraut und geliebt hast, indem du nichts von Bedeutung mehr an dich ranlässt. Das ist wirklich traurig.

Ich wünsche dir, dass du deinen Weg findest und glücklich wirst. Dass du sehen kannst, wie verletzt du wirklich bist, immernoch bist, und dass deine Wunden ehrlich heilen werden, du deinen Schmerz nicht einfach nur wegdrückst, dich unterdrückst.

Du kannst dein Leben führen, wie du es willst. Aus deinen Zeilen spricht nur so viel Zweifel, soviel Zerrissenheit, so, als wüsstest du eben gar nicht sicher, was du willst. Ich wünsche dir daher, dass du es herausfindest - und wenn deine ehrliche, emotionale sowie intellektuelle Entscheidung dann ist, dass es das Beste für dich ist, niemanden mehr nah an dich ran zu lassen, dann ist es so. Dann wird man diese innere Zufriedenheit auch aus deinen Zeilen lesen. Derzeit wirkst du einfach getrieben, als ob du wegläufst - vermutlich vor deinem Herzen. Ich würde dir raten, dich ihm zu stellen und dir anzuhören, was es zu sagen hat. Ganz unabhängig von Ben oder deinem Ex-Mann oder deinem jetzigen Freund.

So... ich schleiche dann mal wieder raus und werde wieder zum stillen Mitleser :)D ,

Cyinn8a;mon4


Scheiße, was vergessen ;-D . Aber das ist mir als Absatz einfach noch wichtig:

Dein Herz ist nicht der Feind, sondern dein Freund. Genauso wie dein Verstand, nur eben anders. Das Herz will Alles wagen und der Kopf Alles vermeiden. Ein herrischer Kopf wird eben so wenig hinbekommen wie ein herrisches Herz - es müssen beide zusammenarbeiten um Ausgewogenheit und damit Ausgeglichenheit in der Seele, im Handeln, im Leben zu schaffen.

JOulxi200x6


Guten Morgen zusammen *:)

Nach gestern - dem Tag allgemein und den Beiträgen hier - stelle ich fest:

1. fluchen hilft manchmal (auch, wenn ich mich jetzt ein klitzekleinesbisschen schäme |-o )

2. der Faden nimmt eine ganz andere Kurve als gedacht

3. es ist viel, viel Input zwischen Weinen und Lachen für mich dabei - fühlt sich an wie Julis Pubertätsfaden :-/


Liebe seherin, du trägst deinen Namen wohl sicher zu Recht... und du darfst selbstverständlich gern die ach-Kindchen-Keule auspacken. Das geht in Ordnung! Ich biete dir im Gegenzug an, diesem Faden in sagen wir mal zwanzig Jahren (dann lebst du doch noch?! ]:D ;-D ) ein update angedeihen zu lassen und dich davon zu überzeugen, dass du ÜBERHAUPT GAR NICHT RECHT HATTEST!

Du, Juli2006, schreibst, es wäre so furchtbar anstregend, zu lieben, zu leiden und zu verlieren. Ist es nicht aber auch sehr anstrengend, seine eigenen Gefühle ständig zu unterdrücken, sich selbst für seine emotionalen Bedürfnisse zu bestrafen wie ein herrischer Erwachsener ein kleines Kind bestraft? Hast du kein Mitleid mit diesem Teil von dir, der einfach nicht gelebt werden darf? Du wirkst so, als würdest du dir selbst die Schuld für deine seelischen Verletzungen geben, dafür, dass du vertraut hast. Und jetzt bestrafst du dich dafür, dass du vertraut und geliebt hast, indem du nichts von Bedeutung mehr an dich ranlässt. Das ist wirklich traurig.

cinnamon4

Ja, das ist sehr traurig. Stimmt. Das ist wohl genau diese große Traurigkeit, die ich spüre - das gebe ich zu. Gut, mag sein, dass auch das mit der Zeit besser wird. Dass ich mich anders darauf einlassen kann. Gemäßigt... wir wollen ja nicht übertreiben... aber immerhin ein bisschen. Ich habe in sehr jungen Jahren bereits den Verlust meines großen Bruders hinnehmen müssen - daher kenne ich diese Art von Wunden, von Abschied, von lieben und leiden sehr genau (da bin ich ganz bei Isabell - es ist so viel Wahres in dem, was du darüber schreibst!) und weiß, dass sich die Perspektive mit der Zeit ändert. Gott sei Dank tut sie das!! Trotzdem bleibt immer etwas von diesem Schmerz zurück. Ich bin zwar sehr stolz darauf, dass ich das alles hinbekommen habe, ohne vollkommen daran kaputtzugehen, aber diese Verarbeitung ging glaube ich mit einem Versprechen einher, mich zukünftig davor zu schützen.

Ich weiß, dass ich viel schaffen, viel einstecken kann. Aber ich bin es mir wohl selbst schuldig, mich nicht ohne Sinn und Verstand der nächsten ungewissen Prüfung auszusetzen. Vielleicht in zwanzig Jahren. Vielleicht aber auch nicht.

Denn - jetzt schreib ich es einfach mal, obwohl ich ahne, was mir dann blüht ;-) : mir fehlt nichts! Ich führe ein schönes, glückliches Leben. Tolle Menschen begleiten mich. Ich mag es so wie es ist.

So.

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