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... du solltest jetzt gehen, Ben.

JDuliP200x6


eins noch:

Woher sollen WIR wissen was DU willst und wie dieses Gespräch morgen verläuft? ":/

schilcher

Verstehe ich das richtig: du hast zwar schon mal einen Gesprächstermin anberaumt, bist dir aber selbst noch nicht sicher, was das Thema sein wird? ":/

comran

Ja das verstehst du - und ihr alle - richtig.

Nachdem ich mich in den letzten Tagen und nach dem Abschied von Ben ein klein wenig beruhigt habe und ein bisschen Zeit hatte, durchzuatmen, möchte ich die nächste "Baustelle" in Angriff nehmen. Ich will nicht so tun, als wäre alles damit getan, dass ich Ben fortgeschickt habe. Ich mag nicht gern rumsitzen und jammern, das ertrage ich nur eine gewisse zeitlang.

Deshalb das Gespräch.

So kann ich mich auch nicht drücken, muss mich fokussieren und sortieren.

Es ist quasi mein eigener Arschtritt.

R\alpht_xHH


Und, wie isses gelaufen?

Ich hab das Update zu dem Faden leider irgendwie verschlafen, aber ich kann mich meinen Vorrednern nur anschliessen.

Dieses berühmte "Schatz wir müssen reden", mit Vorankündigung, erzeugt soviel Aufregung, da kommen jede Menge Emotionen ins Spiel. Wenn Du dann auch noch ohne konkrete Ideen in das Gespräch gehst, kann das eigentlich nur spontan chaotisch ablaufen, mit offenem Ausgang. Du machst den Eindruck, als würdest Du von IHM hören wollen, was DU eigentlich willst. Meinst Du, das ist klug?

Du findest als Motivation für das Gespräch Ausreden, dass Du einfach mal wissen willst, ob er glücklich ist, ob Du damit klar kommst, dass er eventuell unglücklich sein könnte. Überlass das doch ihm. Es ist eh seine Entscheidung, ob DU ihm so reichst oder nicht. Wenn es DIR zuwenig oder zuviel ist, dann zieh die Konsequenzen, trenn Dich, oder passt den Stil der Beziehung an. Wenn Dir sein Glück sehr am Herzen hängt, wäre es dann nicht ein Zeichen, dass man sich eher etwas enger bindet?

Gespräche sind wichtig, aber man sollte wissen, was man will. Hinterfrag Dich. Stört Dich etwas? Was denn konkret? Liegt das überhaupt an dem Freund? Oder doch eher "Liebeskummer" wegen Ben?

PFhenoZlphtalxein


Liebe Juli2006,

ich klinke mich etwas spät in die Geschichte ein. Ich wollte nur einen kleinen Gedanken da lassen: Ich finde es echt bemerkenswert wie gut du dich selbst reflektieren kannst. Ja du klingst teilweise sehr verwirrt und was du wirklich willst weißt du eigentlich schon, aber dann genau genommen doch wieder nicht (unbewusst, bewusst?). Aber trotzdem bin ich sehr fasziniert mit wieviel Abstand du deine eigene Gefühlswelt beschreiben kannst. Diese Fähigkeit hat nicht jeder! Ich wünsche dir jedenfalls, dass dein gebrochenes Herz irgendwann heilt und du wieder Liebe in dich hineinlassen kannst. Tut mir leid, dass deine Ehe so schlimme Narben hinterlassen hat.

Beim Lesen deines Fadens ging mir eines durch den Kopf. Du wirkst auf mich so rastlos, suchst ständig nach einem Abenteuer außerhalb deiner Beziehung (hab deine anderen Fäden nicht gelesen, weiß nur das was andere hier ansprachen). Du suchst nach etwas Intensivem, willst etwas Aufregendes. Aber ist nicht eigentlich wahre Liebe das intensivste und aufregendste Abenteuer überhaupt? Genau das was du eben nicht willst? Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Männer eben auch nur für genau das eine Kompensation sind. Das diese Verliebtheitsgefühle, wie du sie nun mit Ben erlebst, eben genau jene Gefühle sind, die dich am Leben halten, an denen du zehrst- denn mehr willst du ja auch nicht zulassen. Und sobald es ernst wird läufst du weg, um dir selbst zu beweisen, dass du nicht abhängig bist, dass du niemanden in dein Herz lässt. Ich hoffe das klingt jetzt nicht negativ oder vorwurfsvoll, so ist es absolut nicht gemeint! Ich kann dein Verhalten nur all zu gut nachvollziehen. Aber ich glaube nicht, dass du auf diesem Wege dein Glück in welcher Form auch immer finden wirst. Denn eine Beziehung funktioniert nunmal nur auf Basis von Liebe. Ansonsten ist das eben leider nicht fair, da der Liebende dich wohl erst aufgeben wird, wenn der Leidensdruck unaushaltbar wird. Aber ich merke ich rutsche in den Klugscheißermodus ab, dabei leb ich ja selber auf ner emotionalen Baustelle |-o Jetzt wurde der Gedanke doch etwas länger! Hab einen schönen Tag!

J"ulix2006


... puh... ihr macht mich fertig, echt :-/ ;-D

Also ernsthaft, ist jetzt bestimmt nicht böse gemeint, aber: in jedem, also absolut jeeeedem Beziehungs- und Sexualitätsfaden wird als allererstes berechtigterweise geraten "rede mit deinem Partner", "du solltest das Gespräch suchen" oder auch "woher sollen wir wissen, wie dein Partner darüber denkt? Konfrontiere ihn damit!" In den wenigsten Fällen wird dem Folge geleistet (bzw. man erfährt in den jeweiligen Fäden nichts mehr davon) - und jetzt, hier, wo ich mir mit großem Mut ein Herz fasse und mit meinem Partner sprechen will, ratet ihr mir davon ab?! ":/

Ich versteh's nicht. Ihr verwirrt mich...

Klar kann ich nachvollziehen, worauf ihr hinauswollt: dass die Richtung klarer ist, wenn ich weiß, was ich will, wo ich stehe, was ich brauche und wünsche. Aber das bedeutet doch auch gleichzeitig, dass mein Freund vor vollendete Tatsachen gestellt wird, oder nicht? Wenn ich bereits weiß, wie der Ausgang des Gespräches sein soll, dann brauche ich es eigentlich gar nicht mehr zu führen.

So etwas ist doch aber immer eine Sache von zweien, finde ich. Klar, okay, offene Beziehung und so, kaum Verpflichtungen, jaja, aber trotzdem stehen mein Freund und ich uns doch sehr nah, teilen etwas, das nur uns beiden gehört, und ihm da jedes Mitspracherecht - oder meinetwegen auch nur Mitdenkrecht zu nehmen - ist doch irgendwie reichlich egoistisch... oder sehe ich das falsch?


Lieber Ralph, ich möchte nochmal sagen, wie dankbar ich für deine Beiträge bin! Und auch, wenn ich beim Lesen deiner Worte eher die Augenbrauen hochzog und mir dachte "huch! Was geht der denn jetzt hier so ab?", ist deine etwas ... überdramatische? ... Sichtweise des bevorstehenden Gespräches total wertvoll für mich. Danke dafür :)_

Du musst wissen: ich bin keine Frau, neben der man im Beziehungsleben lächelnd Häschen streichelt, tänzelnd Sonnenblumen pflückt und dann plötzlich aus heiterem Himmel gesagt bekommt: "Schatz, wir müssen reden!" - gleichbedeutend mit: jetzt biste am Arsch.

Mein Freund hat keinen Grund, nun panisch schreiend im Kreis zu laufen. Ich bin relaxed, das bin ich immer, und das weiß er auch.

Wir werden uns nun doch erst heute nachmittag wiedersehen und haben daher das Gespräch dahin verschoben.


Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Männer eben auch nur für genau das eine Kompensation sind. Das diese Verliebtheitsgefühle, wie du sie nun mit Ben erlebst, eben genau jene Gefühle sind, die dich am Leben halten, an denen du zehrst- denn mehr willst du ja auch nicht zulassen. Und sobald es ernst wird läufst du weg, um dir selbst zu beweisen, dass du nicht abhängig bist, dass du niemanden in dein Herz lässt.(...) Aber ich glaube nicht, dass du auf diesem Wege dein Glück in welcher Form auch immer finden wirst.

Phenolphtalein

Ach, weißt du - ich sehe das ja im Grunde genauso wie du. :-)

Und ich schrieb es schonmal irgendwo: die Juli von vor zehn Jahren hätte genau das Gleiche gesagt und auch genauso gemeint. Aber soll ich dir was sagen? Das kann zwar alles gut und wahr sein - aber es ist nicht das Richtige für mich. Denn ich bin glücklich - und habe in keinster Weise das Gefühl, es erst werden zu müssen. Zwar würde ich nicht so weit gehen zu sagen "mir fehlt es an nichts", denn das stimmt so sicher auch nicht. Aber ich wache jeden Morgen gern auf - am Liebsten allein. Ich stehe gern am Fenster meiner neuen Wohnung, sehe hinaus und freue mich darüber, dass ich bin. Ich genieße mein Leben. So geht es mir schon seit Jahren und so darf es auch gern weitergehen. Und ich genieße die Zeit mit meinem Freund! Hätte ich das Gefühl, dass es ihm genauso ginge wie mir, wäre alles in bester Ordnung. Nichts müsste sich ändern und ich könnte weiterleben wie bisher. Aber ich bemerke immer deutlicher, dass das nicht der Fall ist - nicht zuletzt durch Ben. Ich kann jetzt besser verstehen, wie mein Freund sich mir gegenüber fühlen muss... im Grund führt er die gleiche Affaire, die ich mit Ben hatte, mit mir - und das seit fünf Jahren. Wie hart muss das sein?! Ich bin ja schon nach einem Jahr am Ende meiner Kräfte...

R@al=ph_H,H


Und auch, wenn ich beim Lesen deiner Worte eher die Augenbrauen hochzog und mir dachte "huch! Was geht der denn jetzt hier so ab?", ist deine etwas ... überdramatische? ... Sichtweise des bevorstehenden Gespräches

Das ist meiner eigenen Erfahrung geschuldet. Ich hab den Satz öfter gehört bzw. gelesen als Nachricht im Handy und jedes Mal hab ich die neue große Krise erwartet. Du kennst die Hintergründe. Oft genug war es dann am Ende völlig harmloses Thema, aber irgendwann hab ich meiner Frau dann gesagt, sie soll mir bitte gleich mit schreiben, worüber sie reden will, bevor ich da schon wieder Panik bekomme. Schön, dass das bei Euch harmloser zugeht :D

Trotzdem schwingt in dem Satz ja mit, dass man etwas hat, was einen bedrückt, was einem wichtig ist. Aber Du scheinst gar nicht so recht nicht zu wissen, was das ist?

Aber egal, Du hast Recht, reden hilft und mit dem Partner sollte man immer reden. Der Partner ist doch ohnehin ständig der wichtigste Gesprächspartner. Nimm die Dramatik raus und dann los.

S heilaxgh


Ja, erst wenn Du weißt was Du willst!

Also ernsthaft, ist jetzt bestimmt nicht böse gemeint, aber: in jedem, also absolut jeeeedem Beziehungs- und Sexualitätsfaden wird als allererstes berechtigterweise geraten "rede mit deinem Partner", "du solltest das Gespräch suchen" oder auch "woher sollen wir wissen, wie dein Partner darüber denkt? Konfrontiere ihn damit!" In den wenigsten Fällen wird dem Folge geleistet (bzw. man erfährt in den jeweiligen Fäden nichts mehr davon) - und jetzt, hier, wo ich mir mit großem Mut ein Herz fasse und mit meinem Partner sprechen will, ratet ihr mir davon ab?! ":/

In Deinem speziellen Fall sehe ich das auch anders, und rate davon ab mit deinem "Partner" zu sprechen bevor du dir sicher bist ob du dich trennen möchtest oder nicht.

Warum?

Weil Dein "Partner" emotional von Dir abhängig ist, seit langer Zeit, und sich für das Bisschen was er von dir bekommt komplett verbiegt.

Wenn Du jetzt also nur Zweifel äußerst, anstatt Dich klar und indiskutabel zu trennen, dann wird er alles tun um Dich zu halten - inklusive sich selbst und seine Bedürfnisse nach Exklusivität wieder zu verleugnen.

Mal am Rande - ohne Dich zu verurteilen ! - ich finde es ist an der Zeit das du deinen "Partner" freigibst, damit er die Exklusivität und feste Bindung nach der er sich sehnt mit jemand anderem finden kann, die was dies betrifft zu ihm passt.

Er wird das natürlich zunächst nicht wollen (weil er emotional abhängig ist!) und auch unter einer Trennung leiden, aber auf längere Sicht wäre es mit Sicherheit gesund für ihn sich zu lösen, um neues Selbstwertgefühl aufzubauen (eventuell mit therapeutischer Hilfe?) und dann irgendwann eine Partnerin zu finden mit der er sein Beziehungsideal leben kann.

Du trägst keine Schuld, da er selbst gehandelt hat.

Aber ich finde Du trägst Verantwortung.

@:)

Pbhen]olp)ht(alein


Und ich schrieb es schonmal irgendwo: die Juli von vor zehn Jahren hätte genau das Gleiche gesagt und auch genauso gemeint. Aber soll ich dir was sagen? Das kann zwar alles gut und wahr sein - aber es ist nicht das Richtige für mich. Denn ich bin glücklich - und habe in keinster Weise das Gefühl, es erst werden zu müssen. Zwar würde ich nicht so weit gehen zu sagen "mir fehlt es an nichts", denn das stimmt so sicher auch nicht. Aber ich wache jeden Morgen gern auf - am Liebsten allein. Ich stehe gern am Fenster meiner neuen Wohnung, sehe hinaus und freue mich darüber, dass ich bin. Ich genieße mein Leben. So geht es mir schon seit Jahren und so darf es auch gern weitergehen. Und ich genieße die Zeit mit meinem Freund! Hätte ich das Gefühl, dass es ihm genauso ginge wie mir, wäre alles in bester Ordnung. Nichts müsste sich ändern und ich könnte weiterleben wie bisher. Aber ich bemerke immer deutlicher, dass das nicht der Fall ist - nicht zuletzt durch Ben. Ich kann jetzt besser verstehen, wie mein Freund sich mir gegenüber fühlen muss... im Grund führt er die gleiche Affaire, die ich mit Ben hatte, mit mir - und das seit fünf Jahren. Wie hart muss das sein?! Ich bin ja schon nach einem Jahr am Ende meiner Kräfte...

Also wenn du das absolut ernst meinst, und zu dir selbst ehrlich bist, dann bin ich dir grad richtig neidisch :)z Ich sehe es als das größte Glück an, wenn man mit sich im Reinen ist und alleine klar kommt und glücklich ist, ohne irgendeiner Sehnsucht. Jetzt muss ich aber trotzdem nachfragen: Warum dann der Faden? Du bist glücklich, bis auf die Tatsache, dass es dein Freund eben nicht ist und dich das natürlich auch beschäftigt. Gleichzeitig suchst du nach Abenteuern mit anderen Männern... für reinen Sex ok, aber das war es mit Ben ja eben nicht mehr. Jemand der sich ständig auf Reise (im emotionalen Sinne) befindet ist für mich eben nicht frei von Sehnsucht nach etwas anderem. Ich will dir dein glückliches Befinden jetzt nicht abstreiten. Ich hoffe nur, dass du dir das nicht selbst einredest, weil dein Verhalten mir eben anderes verrät. Aber wie gesagt, wenn du das ehrlich so empfindest, chapeau!

Cromxran


in jedem, also absolut jeeeedem Beziehungs- und Sexualitätsfaden wird als allererstes berechtigterweise geraten "rede mit deinem Partner", "du solltest das Gespräch suchen" oder auch "woher sollen wir wissen, wie dein Partner darüber denkt? Konfrontiere ihn damit!" In den wenigsten Fällen wird dem Folge geleistet (bzw. man erfährt in den jeweiligen Fäden nichts mehr davon) - und jetzt, hier, wo ich mir mit großem Mut ein Herz fasse und mit meinem Partner sprechen will, ratet ihr mir davon ab?! ":/

In jedem Beziehungsfaden gibt es vor allem solche und solche Stimmen. Es herrscht ja nicht immer Einigkeit. Vielleicht nimmt man die Gegenstimmen einfach bewusster wahr, wenn man schon eine Meinung gefasst hat? ;-)

Ich rate jedenfalls nicht ab, hatte mich nur gewundert, dass du noch kein Ziel dieses Gesprächs ins Auge gefasst hattest. Und das Thema wird sich wohl grob erst entwickeln, weil du ja in einen Dialog einsteigst, aber nicht in einen Monolog.

Drücke dir auf jeden Fall die Daumen!

DZie KSeherixn


dieses hier...

In Deinem speziellen Fall sehe ich das auch anders, und rate davon ab mit deinem "Partner" zu sprechen bevor du dir sicher bist ob du dich trennen möchtest oder nicht.

... mit dem...

hatte mich nur gewundert, dass du noch kein Ziel dieses Gesprächs ins Auge gefasst hattest.

... habe ich irgendwie ganz anders im gefühl! warum nicht gemeinsam mit dem partner die gefühle sortieren? wieso alleine denken, bis dann eh schon eine entscheidung gefällt ist? wieso ein konkretes ziel haben?

wenn einem der andere so nah ist und man ihn gut einschätzen kann, dann kann man ihn doch auch am gefühlswirr-warr beteiligen!?

(und wie das beim partner ankommen kann, weiß Juli doch aus ihrer ehe - und wird vielleicht daraus gelernt haben für das anstehende gespäch :)_ )

JDu6li^200x6


Guten morgen zusammen!

Mein Freund und ich haben uns getrennt.

Schon allein das irgendwie schrecklich endgültige Formulieren dieses Satzes fällt mir sehr schwer - ich muss mich erstmal ein bisschen sortieren, bevor ich Weiteres dazu schreiben kann und möchte.

Zuerst muss ich wahrscheinlich ein bisschen traurig sein dürfen... danach kommt alles andere. :°(

CHomraxn


Mein Freund und ich haben uns getrennt.

Oh ... so ist das mit dem Feuer und dem Verbrennen ... mit Licht und Schatten ... :°_

Zuerst muss ich wahrscheinlich ein bisschen traurig sein dürfen... danach kommt alles andere. :°(

Ja. Ich hätte wahnsinnig viele Fragen auf der Zunge, allein wegen deinem Blick auf emotionale Bindung, Trennung von Sex und Liebe, Beziehungsmodelle und Infragestellen derselbigen ...

aber nimm dir erst einmal Zeit, dich zu sammeln und zu trauern :)_

D8iew Sehxerin


:°_ oh je... lass dich drücken... :°_

Rgaldph_HxH


:°_

Ein dicker Knuddel auch von mir :-(

J}ulGi2.020x6


Das Gespräch mit meinem Freund war furchtbar für mich. Liebe- und respektvoll zwar, aber auf grausame Weise nackt und ehrlich. Wir hatten uns genug Zeit und Ruhe dafür geschaffen, und erzählten uns zu Anfang gegenseitig etwas über unsere Wünsche und Ziele. Ganz ruhig und ganz bei mir lag ich mit dem Kopf auf seinen Knien, seine Fingerspitzen berührten meine Schulter. Und wie ich ihn so von unten herauf ansah, ihn beim Sprechen beobachtete und so erleichtert darüber war, wie wir miteinander umgingen, fragte er mich

"Liebst du mich?"

Ich nickte. "Ja." und fügte hinzu "... aber nicht so, wie du es verdienst."

"Ich weiß." Er sah mich an, schweigend, für einen Moment. Und dann erzählte er mir, dass er schon immer wusste, dass er mit mir nicht auf die Weise glücklich werden wird, die ihn vervollständigt und die er sich ersehnt. Und dass er gern, so wahnsinnig gern der Mann gewesen wäre, den ich liebe, damit er mich auch lieben darf. Aber ihm war von Anfang an klar, dass sich dieser Wunsch nicht erfüllen würde.

"Manchmal," gestand er mir, "manchmal hab ich ein bisschen davon geträumt. Mich einen kleinen Schritt nach vorn getraut, wenn ich dachte, dass du mir dafür Platz machst. Aber du bist lediglich weiter zurückgewichen."

Er hat sich nie erlaubt sich ganz und gar dem hinzugeben, was er so gern für mich gefühlt hätte. Und er war erleichtert über die offene Beziehung, die wir vereinbarten. Damit die Sachlage immer klar für ihn war.

"Ich hätte dich wirklich gern geheiratet, Juli. Ich hätte so gern mein Leben mit dir verbracht. Glaub mir das bitte!"

Natürlich glaube ich ihm. Aber ich wusste einfach nicht... dass es ein hätte war. Ich dachte, es wäre ein will. "Ich will mein Leben mit dir verbringen, Juli."

Ich dachte, er würde um mich kämpfen. Ich dachte, er würde nicht verstehen wollen, mir ins Wort fallen, nach Kompromissen suchen. Ich dachte, er fällt auf die Knie, weint um mich, fleht mich an, klagt und verzweifelt. Weiß der Teufel, was ich mir vorgestellt habe in all meiner Arroganz über Lieben und nicht-Lieben.

Aber letztendlich war das Gespräch, in dem ich meinte, jemandem das Herz zu brechen nichts weiter als ein wehmütiges, resigniertes , trauriges "...ich lass dich frei".

Ich hätte nie gedacht, dass alles eine solche Wendung nehmen würde, und ich schäme mich. Ja, ich schäme mich vor mir selbst. Was habe ich mir dabei gedacht? Für wen hielt ich mich eigentlich, jemandem auf lächerlichste Art und Weise Gefühle zu unterstellen? Wie kam ich bloß auf diese dämliche Idee, mein ach-so-armer-liebeskranker-Freund würde sich in Liebe zu mir, der einzig tollen, schönen, wundervollen Frau verzehren?! Wie hochmütig! Peinlich! Widerlich!

Mir wird schlecht wenn ich daran denke... an jenen Moment, in dem mir klar wurde, dass nichts von alldem stimmte, was ich all die Jahre über gedacht habe. Ich hab mich für die arme Prinzessin gehalten, die ach-so-verletzte-Juli mit ihrem traurigen Herzchen, die nicht frei sein kann für den edlen, in Liebe entbrannten Ritter. Gegenüber saß dieser wunderbare Mann, dem ich nie auch nur im Geringsten gerecht werden konnte, und sah mich mit seinen warmen, geduldigen Augen an. Er hat nichts falsch gemacht, im Gegenteil. Er hat sich nichts vorzuwerfen, gar nichts. Er hat mich all die Zeit auf Händen getragen und war der beste Begleiter, den man sich vorstellen konnte. Es war nicht seine Schuld, dass ich mein Herz nicht mehr verschenken mag. Auch an ihn nicht.

Er hat sich immer absolut korrekt verhalten.

Aber ich... ich... oh mann... wenn ich jetzt einen Spiegel sehe, mag ich nicht hineinschauen. Ich bin wahnsinnig schockiert, durch und durch erschüttert - und sehe in meinen Augen so tief in mich selbst hinein, dass ich Angst davor bekomme.

Es geht mir schlecht seitdem. Ich bin unendlich traurig und weiß nicht, wieso. Ich bin sauer und weiß nicht, auf wen. Ich fühle mich enttäuscht und verletzt und weiß nicht, weshalb eigentlich. Aber das Gefühl, dass ich einen Fehler gemacht habe, will einfach nicht weggehen. Aber welcher Fehler ist das genau? Wann? Mit wem?

Was hab ich nur falsch gemacht...

p~araz8ellnxusxs


"...ich lass dich frei".

Ja. das hätte ich an seiner Stelle auch gemacht. Diesem Elend ein Ende setzen. Geh einen Tee trinken und vergiss die ganze Sache.

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