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Wann und wo bin ich in der Beziehung falsch abgebogen?

h'annix84 hat die Diskussion gestartet


Hallo Foris,

ich schreib den Text, weil ich versuchen möchte, mich besser zu reflektieren.

Ich komme frisch aus einer ca. 4 -jährigen Beziehung.

Am Anfang hat sich mein Ex-Freund richtig um mich bemüht. Er hat mir kleine Geschenke gemacht und mich zu einem Wochenendausflug eingeladen etc.

Ich war zu dieser Zeit noch etwas distanziert. Zum einem, weil es meinem naturell entspricht und zum anderem, war ich mir noch etwas unsicher, aber er hat mich überzeugt :-)

Wir konnten über Probleme reden, hatten schöne und lustige Zeiten und auch im Bett funktionierte es sehr gut-bis zum Schluss. Wir sind uns in vielen Dingen / Lebensweisen ähnlich.

Das einzige, was fehlte, war die Unterhaltung über Zukunftsplänen. :-/ auch, weil ich etwas Angst vor diesem Thema habe. Zugleich bin ich - vergleichsweise zu anderen Frauen - etwas zurückhaltender im Zeigen meiner Gefühle. Er allerdings auch.

Wir wohnen in unterschiedlichen Städten und ich schickete ihm immer Stellenanzeigen, mit der Hoffnung, es ist etwas für ihn dabei und er zieht zu mir. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass er sich darum bemühte. Zumal er auch betonte, dass er seinen Job mag. Das ich zu ihm ziehe, sah er allerdings auch nicht, da ich hier meine Freunde und Familie habe.

So nahm wohl alles seinen Lauf.

Irgendwann äußerte er Bedenken, er sei unsicher und möchte eine Pause. Die hielt er allerdings nicht lange aus und nach ca. 3 (statt geplante 6) Wochen hatten wir wieder Kontakt und trafen uns wieder. Das alles verunsicherte mich jedoch. Ich sah in vielen Handlungen und Aussagwn ein Zeichen und reagierte nicht mehr so unbeschwert. Nach der Pause änderte sich zwischen uns aber weitestgehend nicht viel. Als hätten wir die Chance nicht genutzt. Ein stück weit, weil ich Angst hatte es anzusprechen.

Irgendwann wollte ich jedoch mehr, mehr Verbindlichkeiten und hinterfragte seine Gefühle und machte mehr Druck. Er war auch immer öfter schnell von mir gereizt. Und so begannen Streiterein.

Es beenden, wollte aber keiner. Ich nicht, weil ich Gefühle habe. er nicht, weil er Angst vor einer falsche Entscheidung hatte. Dennoch sprach er es oft als DIE Lösung an.

Das Thema kam immer öfter auf den Tisch und wir waren oft genervt bis ich den Schlussstrich zog, weil ich eine verbindliche Aussage für uns wollte, aber er sich immer schwammig äußerste, ob er diese Beziehung wirklich noch will. Beide traurig, aber er auch irgendwie nun erleichtert, weil er nun mehr Freiheiten für sich sieht. Dabei habe ich ihn doch gar nie eingeengt :-(

Was ist nur schief gelaufen?

Was hätten wir besser machen können?

Antworten
M*oniMka65


Ich sehe nicht, was ihr hättet besser machen sollen. Jeder hat seine Ansprüche an Partner und Beziehung und Wohnumfeld. Wenn überhaupt, ein kleines bisschen, hätte ich mehr Flexibilität von dir erwartet, denn Freunde und Familie finde ich nun nicht so entscheidend für einen Umzug. Es ist ja nicht das andere Ende der Welt. Seinen Job nicht aufgeben wollen, halte ich eher für einen nachvollziehbaren Grund. Vielleicht hättet ihr das Thema, wie wollen wir miteinander leben, einfach klarer besprechen sollen, ihr seid da womöglich zu sehr um den heißen Brei herumgetanzt. Außerdem halte ich es für möglich, dass seine Gefühle und Sicht auf die Beziehung nicht genau so war wie deine. Schließe ich aus seiner Erleichterum, die ich auch kenne von Beziehungen, deren Trennung überfällig war. Und sein Wunsch nach einer Pause.

Freiheit in dem Sinne dann auch, dass man das Streiten, ungeklärte Situationen, ungute Situationen los ist und frei für einen neuen Partner. Das heißt nicht, dass man eingeengt wurde, die Sitatuation an sich ist beklemmend, wenn die Trennung eigentlich schon ansteht. Das spürt man.

LaoDlxaX5


Das ich zu ihm ziehe, sah er allerdings auch nicht, da ich hier meine Freunde und Familie habe.

Das heißt, er wollte gar nicht, dass du zu ihm ziehst (weil er die "Verantwortung" dafür nicht haben wollte)?

Es klingt irgendwie so, als wäre er nie so recht von eurer Beziehung überzeugt gewesen.

Dazu passt auch das hier:

Das einzige, was fehlte, war die Unterhaltung über Zukunftsplänen. :-/

auch, weil ich etwas Angst vor diesem Thema habe.

Wenn er es ansprechen hätte wollen, hätte er es vermutlich trotzdem gemacht. Kann auch sein, dass dein Vermeiden des Themas daher kam, dass du schon gespürt hast, dass er sich diese gemeinsame Zukunft wohl eher nicht wünscht.

McoriCtz2x71


Das ich zu ihm ziehe, sah er allerdings auch nicht, da ich hier meine Freunde und Familie habe.

Das ist mir etwas schwammig.

Hast du mal den Gedanken durchgespielt, zu ihm zu ziehen?

Und dort neue Freunde zu finden. Familie? Wie eng ist denn der Kontakt? Ich kenne viele, die notgedrungen zum Studium oder so von zu Hause weg sind. Die Familie blieb. Meine Mutter wohnt 500 km weg, aber der Kontakt ist, so man will, doch immer noch eng und gut. Da zählt eher die Intensität als die Häufigkeit.

hZanxni84


Das heißt, er wollte gar nicht, dass du zu ihm ziehst (weil er die "Verantwortung" dafür nicht haben wollte)?

Ja, dass heißt es.

Hast du mal den Gedanken durchgespielt, zu ihm zu ziehen?

Ja, das hbe ich. Ich hatte sogar ein Vorstellungsgespräch. Als er dnn meinte, dass er nicht weiß, ob es der richtige Weg wäre, habe ich es abgesagt. Später habe ich ihn ein zweites Mal darauf angesprochen, als ich eine weitere passende Stellenausschreibung sah. Auch hier fehlte mir seine Verbindlichkeit. Ich hätte mir mehr Unterstütztung gewünscht.

Hätte ich allerdings nie den Schlussstrich gezogen, er hätte es wohl auch nie.

Manchmal denke ich mur, dass uch ihm Am Anfang zu wenig und am Ende dann zu viel Druck gemacht habe. ":/

Mvori|tzx271


Wenn ich das so lese...

ich kenne es total anders.

Mein Sohn lernte seine jetzige Frau kennen und von Anfang an war klar, dass sie baldmöglichst zusammen wohnen wollen. Nicht zusammen, gemeinsam trifft es besser.

Meine Tochter und ihr Freund das Gleiche, sie suchten sich baldmöglichst eine Wohnung "in der Mitte", jeder fährt 30-40 km. Aber wenn sich ein Paar findet, so ist meine Erfahrung, will man doch zusammen sein. (Gut, es gibt Ausnahmen)

Bei euch scheinen, von beiden Seiten aus, die Gedanken zwar dagewesen zu sein, aber nicht so richtig. Ich denke, der unbedingte Wille war nicht da.

Davon geträumt, so als wunderschöne Zukunftsvision, habt ihr beide nicht.

Liol~aX5


Hätte ich allerdings nie den Schlussstrich gezogen, er hätte es wohl auch nie.

Selbst wenn das stimmt: Ob er jemals Nägel mit Köpfen hätte machen wollen, wäre nochmal ein anderes Thema gewesen. Und je lauwärmer eine Beziehung ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass früher oder später eine andere aufgetaucht wäre, die ihn "mehr motiviert" hätte. Dann hätte er dich unter umständen schneller verlassen, als du es für möglich gehalten hättest...

Manchmal denke ich mur, dass uch ihm Am Anfang zu wenig und am Ende dann zu viel Druck gemacht habe.

Das glaube ich nicht. Weder das eine noch das andere. Man muss nach vier Jahren noch nicht zusammenwohnen, aber dass ihm ständig die Trennung als lockende Option und Lösung in den Sinn kam, ist einfach kein Zeichen für eine Beziehung mit Zukunftspotential.

Vielleicht will er sich generell nicht fest binden (mit gemeinsamer Wohnung etc.) oder er will es "nur" mit dir nicht. Wie dem auch sei: Es klingt nicht so, als hättest du daran etwas ändern können. Es hat ihm wohl einfach an Gefühlen für dich gemangelt.

Miori^tz2^71


Ich hatte sogar ein Vorstellungsgespräch. Als er dnn meinte, dass er nicht weiß, ob es der richtige Weg wäre, habe ich es abgesagt.

Hier hätten bei dir aber alle Alarmglocken läuten müssen. Die für mich normale Reaktion wäre doch gewesen: "Oh, super, das wäre doch toll, hoffentlich klappt es."

Da hättest du die Reißleine ziehen sollen.

hXanbni84


Muss ich daraus schließen, dass er nur aus Bequemlichkeit mit mir zusammen war?

Und ich sitze da und bin unendlich traurig :-(

L%ewixan


hanni84

Nein, das kann ich mir nicht vorstellen, dass er nur aus Bequemlichkeit mit dir zusammen war. Ich kann das nachvollziehen, mit dem "die Verantwortung nicht haben wollen, dass die Partnerin zu mir zieht".

Natuerlich stimmt es schon, dass das heisst, dass er nicht richtig entschieden war fuer dich, aber er kann trotzdem viel gefuehlt haben/fuehlen fuer dich.

Weisst du, manche, vielleicht gar nicht so wenige, Menschen haben irgendwie einen Knall, und bei manchen aeussert er sich so, dass sie vor Verbindlichkeit und zu viel Naehe zurueckschrecken und zoegern oder Rueckzieher machen, wenn es ernst wird. Sie haben aus irgendwelchen Gruenden eine schuetzende Mauer um sich aufgebaut und tun sich unendlich schwer, diese abzubauen, wenn es Zeit ist. Solche Menschen stehen sich selber im Weg, wenn es ernst wird in einer Beziehung, und muessen mit sich selber erstmal klar kommen, was sehr schwierig sein kann. Ich weiss nur allzu genau, wovon ich schreibe. {:(

Ich denke, es bringt dir nicht viel, mit dir ueber die Vergangenheit zu hadern, und dich zu fragen, was du falsch gemacht hast, oder auch in Frage zu stellen, dass du ihm viel bedeutet hast/bedeutest. Letztlich sieht es so aus, dass es zwischen euch nicht gepasst hat; ihr hattet Beduerfnisse, die der jeweils andere nicht erfuellt hat, und wenn das so ist, ist es gut und richtig, das herauszubekommen und sich frei zu machen fuer Neues. Da hat keiner was falsch gemacht, wenn man die Entscheidung erstmal getroffen hat.

h"annix84


Hallo Lewian,

Danke für Deine Antwort.

Das was du sagst, habe ich mir auch so gedacht und er am Ende im Grunde auch - '[..] das er nur wegrennt.'

Aber ich denke mir auch so, ob sowas nicht irgendwie nur daule Ausreden? Und für mich eine Art, um es mir leichter zu machen?

Hätte ich dann vielleicht die Zeit, als er nich die rosarote Brille aufhatte besser 'nutzen' sollen?

Es ist nur so: er fehlt mir :-(

M#onikxa65


Ich kann das nachvollziehen, mit dem "die Verantwortung nicht haben wollen, dass die Partnerin zu mir zieht".

Kann ich auch, sehr sogar. Ich will und wollte nie, dass der Partner für mich etwas aufgibt, weil es nach meiner Einschätzung die Beziehung von vornherein belastet, den Druck erhöht, dass es sich für den Partner sozusagen "lohnen" muss, das Opfer gebracht zu haben. Allerdings hätte ich das Problem nicht, wenn er sagen und erkennen ließe, dass es gar kein Opfer ist.

k-ohnjurxer


Sorry da braucht man doch echt nicht großartig herumzuanalysieren und jedes kleine Detail durchzugehen. Es geht einfach nur um die allgemeine Beziehungsdynamik und die war bei euch eher "er will sich nicht 100% drauf einlassen". Er hatte ne Beziehung, weil es bequem war, ab und an Sex und nicht allzu viel Verbindlichkeit. Er war einfach nie 100% von dir überzeugt. Kann mir gut vorstellen, dass er anderen gegenüber etwas in der Art kommuniziert hat "ja ich habe ja schon irgendwie eine Freundin, aber so richtig fest zusammen sind wir nicht..." -> alle Optionen offenhalten ;-)

MWonik8a65


Das kommt sicher hin. Passt auch zu der Erleichterung und dem Wunsch nach Pause. Es mag ihm schwer gefallen sein, sich zu lösen, darum hast du den Ball bekommen, aber im Grunde wird er es so gewollte haben, weil es für ihn nicht so passte. Ich würde an deiner Stelle versuchen, damit abzuschließen und es als Chance zu begreifen für dich. Denn eigentlich müsste auch bei dir das Halbgare an der Beziehung angekommen sein, deswegen hast du ja dann auch den Druck empfunden. Man kann nichts erwzingen, wenn du jetzt versuchst, dir die Schuld zu geben, nicht rechtzeitig dies oder jenes gesagt oder getan zu haben, bist du auf der falschen Fährte, meiner Meinung nach.

h3annix84


Er war einfach nie 100% von dir überzeugt.

Das Wort NIE finde ich jetzt allerdings etwas drastisch :-o

Ws ist schwer dür mich zu akzeptieren, aber das es nie so war, denke ich nicht. Wie gesagt, war er am Anfang sehr bemüht, nur ich war lange distanziert.

Und das ist ja, warum ich es "analysieren" möchte, wie du es sagst.

Eventuell habe ich Verhaltensmuster, die sowas bei Männern auslösen.

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