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Ehemann verlassen für eine neue Liebe?

s~enXsibe-lmaxn


Ich kann auf der einen Seite immens leiden und tue das täglich, weil ich mein Eheversprechen brechen und mein altes Leben zurücklassen musste.

Ich glaube, dass das ein Problem vieler Menschen ist, die ihre Vergangenheit nicht loslassen und dadurch ständig in sentimentales Gedusel verfallen. Siehe mal ganz rational die Sache- es gibt kein Weg zurück, was getan ist, ist getan (von Peter Heppner und Markus Reinhardt geklaute Worte). Schaue nach vorne- da kann man Entscheidungen treffen, mit denen man sein Leben beeinflussen kann. Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Lasse die Vergangenheit hinter dir, lerne aus deinen vergangenen Fehlern. Freue dich am Jetzt und Hier.

Es gibt durchaus Menschen die ihren (moralischen) Vorsätzen treu bleiben können.

Genau. Das ist vor allem eine Charakterfrage und eine Frage von Zuverlässigkeit und Rücksichtnahme. Wenn man sich allzuleicht von seinen Gefühlen überrumpeln lässt, sollte man an seiner Ratio arbeiten und weniger Versprechungen abliefern. Ich halte ohnehin nicht viel von Versprechungen und irgendwelchen Schwüren. Ehrlicher wäre es zu sagen: "Ich hoffe, dass ich dich immer lieben werde und werde mich darum bemühen, die Bedingugen dafür zu erhalten, versprechen kann ich es aber nicht, weil ich nicht weiß, wie die Entwicklung in der Zukunft verlaufen wird".

Ich denke nicht weite Zeiträume voraus, weil es genauso wenig sinnvoll ist, wie das Wetter für die nächsten 6 Monate vorauszusagen.

Zahlreiche Eheversprechungen, wie sie gegeben werden, halte ich für wenig sinnvoll, weil die Entwicklung von Randbedingungen (die für eine Liebe mitprägend sind) unbekannt ist- immerhin können sich auch die Partner hinsichtlich ihrer Neigungen, Wünsche, Ziele, Interessen, ... auseinanderentwickeln- nicht immer hat man selbst darauf Einfluss. Und ein zwangsweises Zusammenbleiben (nach Schema F: "in guten wie in schlechten Tagen") halte ich für Partner nur eine Qual denn ein Segen.

Ajrrno20x15


@ sensibelmann

Es gibt durchaus Menschen die ihren (moralischen) Vorsätzen treu bleiben können.

Genau. Das ist vor allem eine Charakterfrage und eine Frage von Zuverlässigkeit und Rücksichtnahme.

Normalerweise hast Du schon differenzierte Sichtweisen. Heute scheint es aber zu warm zu sein. Das hier ist mir zu engstirnig >:(

1. Die eine Situation ist die andere nicht. Wenn ich in der schlimme Situation A meinen moralischen Vorsätzen treu bleiben konnte, sagt das noch nichts über Deine schlimme Situation B. Wenn ich in Situation A standgehalten habe und Du in Situation B nicht, heißt das, dass ich einen besseren Charakter habe? Mitnichten.

2. Es liegt nicht nur eine moralische Verantwortung bei der Person in der Situation, sondern auch bei den Personen, die sie in diese Situation gebracht haben.

3. Ich habe hier immer den Verdacht, dass einige von denen, die sich hier mit ihrer moralischen Erhabenheit und Charakterstärke brüsten, eigentlich nur so laut schreien, um ihren eigenen Frust zu übertönen, und zwar den Frust darüber, dass sie gerne mal fremdgegangen wären, aber es nie die Gelegenheit gab, oder sie es nie geschafft haben. Dann münzt man das eigene Versagen in moralische Überlegenheit um und schreit so lange auf med1, bis man es selber glaubt. (So schlimm wie unter amerikanischen Fernsehprediger wird es hier aber hoffentlich wohl noch nicht sein)

Ich halte ohnehin nicht viel von Versprechungen und irgendwelchen Schwüren.

Aus Schaden wird man klug. Menschen ändern sich und lernen dazu. Mit 25 verspricht man vielleicht etwas, und meint das auch. Mit 45 entdeckt man, dass das vielleicht nicht gut war.

s}ensibemlman


heißt das, dass ich einen besseren Charakter habe? Mitnichten.

Charakter kann in meinen Augen primär nicht falsch oder richtig sein, sondern man kann ihn mehr oder weniger haben. Charakter hat in meinen Augen vor allem damit zu tun, seinen eigenen Überzeugungen nach auch entsprechend zu handeln- je mehr man entgegen seinen eigenen Überzeugungen handelt, umso weniger Charakter hat man. Es wird nach außen hin dadurch die Eigenart des Menschen weniger deutlich, wenn ein Mensch entgegen seiner eigenen Überzeugung handelt- man ist wankelmütig und entscheidungsschwach, wenn man weniger Charakter hat.

Das schließt nicht aus, dass ein charakterstarker Mensch seine Überzeugungen ändert.

Es liegt nicht nur eine moralische Verantwortung bei der Person in der Situation, sondern auch bei den Personen, die sie in diese Situation gebracht haben.

Ich hatte keine moralische Bewertung abgegeben- außer jene, ob man Versprechen abgeben sollte oder nicht.

die sich hier mit ihrer moralischen Erhabenheit und Charakterstärke brüsten, eigentlich nur so laut schreien, um ihren eigenen Frust zu übertönen, und zwar den Frust darüber, dass sie gerne mal fremdgegangen wären, aber es nie die Gelegenheit gab, oder sie es nie geschafft haben

Ich habe keine moralische Bewertung dazu abgegeben, ob jemand sich andere Sexualpartnern zuwenden sollte oder nicht- genaugenommen ist es mir egal, zudem kann ich es verstehen, wenn es mit dem aktuellen Partner nicht klappt- das Motiv der TE kann ich gut nachvollziehen und finde es sogar richtig. Ich finde es nur unfair, den Partner davon zu lange im Ungewissen zu lassen.

Viele moralischen Vorsätze halte ich für überflüssig (z.B.: "ich werde dir immer treu sein"), man sollte seine Entscheidungen von der aktuellen Situation abhängig machen und nicht von irgendwelchen Vorsätzen, die auf unklaren Voraussetzungen beruhen. Genaugenommen gibt es für mich nur zwei wesentliche Handlungsgrundsätze: Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft (wenn jemand wirklicher Hilfe bedarf)- alles andere ergibt sich daraus (auch Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit ist in der Regel Bestandteil von Rücksichtnahme) . Unbedingte Treue und deren Schwüre halte ich für nicht nachvollziehbar. Ich bin treu, weil die Bedingungen dafür richtig sind- unter anderen Bedingungen könnte ich mir vorstellen, untreu zu sein- würde aber meine Partnerin davon in Kenntnis setzen bzw. mich trennen. Meine Entscheidungen sind situationsbedingt und nicht nach Schema "F". Schema "F" ist etwas für Religionen ...

ich hatte mehrere Möglichkeiten und Gelegenheiten gehabt, fremdzugehen- ich hatte und habe diesbezüglich aber keinen Bedarf und hatte die Gelegenheiten verfliegen lassen, ich bin alles andere als frustriert

C[oteSqauvagxe


Alias

Ich schreibe jetzt ein allerletztes Mal etwas zu diesem Thema, auch wenn ich es eigentlich nicht mehr wollte.

Warum tust du etwas, was du nicht willst?

sWpwo<rvtxx


@ Alias

Ich wollte dich mit meinem Beitrag wieder auf das wesentliche zurückführen. Klar, war der Ausgangspunkt des Fadens ein anderer - aber die Zeit ist ja weitergegangen. Und natürlich kannst du hier jetzt aus all den Beiträgen eine Liste erstellen, welche Herausforderungen potentiell möglich wären und schon mal beginnen, diese zu durchdenken.

Das hilft dir nicht, bindet deine Ressourcen, die du jetzt eigentlich für andere aktuelle Fragen nutzen solltest. Löse jetzt deine aktuellen Herausforderungen und nicht die, die potentiell mal auftreten können. Auch die Frage jetzt zu ventilieren, wann ein Kind ectl. angegangen werden soll, ist doch unwichtig. Wichtig war und ist für dich, dass der neue auch Kinder möchte. Den Zeitpunkt, wann es dann losgeht, entscheidet ihr apäter. Und bis dahin fließt bekanntlich noch viel Wasser durch den Rhein.

Insofern fokussiere dich lieber zu jedem Zeitpunkt auf das wesentliche, sonst siehst du irgendwann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Und noch etwas:

Aber ich weiß eben auch das Liebe manchmal nicht genug ist um eine lebenslange Partnerschaft zu führen, wenn es genügend Störfaktoren gibt.

Gesellschaftlich und moralisch möchte man gerne die Partnerschaft bis zum Lebensende. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus und der sollte man sich stellen. Du siehst jetzt selber, wie schnell der Bund fürs Leben platzen kann. Jeder der Partner gibt immer sein bestes. Aber unterschiedliche Richtungen oder Geschwindigkeiten von Entwicklungen können immer wieder auch zu einer Trennung führen. Sieh eine Partnerachaft immer als einen gemeinsamen Zeitabschnitt auf Zeit und freue dich über jeden Tag, den sie hält. Geht man an mit der Voratellung auf eine lebenslange Partnerschaft in den Bund ist die Enttäuschung bei Trennung umso größer.

KRatMe@r_C3-8


Alias727889

ich habe jetzt das ganze mal durchgelesen.

kann Dir nur einen Tipp geben. gib beide Variationen auf, und fange was neues an.

den wenn du mit dem Kollegen eine Ehe eingehst bist du vielleicht im Moment glücklich.

denke der Mann hat schon zwei Kinder und wenn ihr beide jetzt gemeinsam noch eines

bekommt es wird immer unter den anderen leiden und du mit ihr. Also ist da Ärger programmiert.

bleibst du bei deinem jetzigen Mann, wird es da auch Arger geben, und zwar weil du fremd gegangen bist

und das wenn er dir auch verzeihen wird, es wird immer zwischen euch stehen, und mit zunehmendem Alter

immer mehr.

Also wenn du glücklich werden willst befolge meinen Rat. @:)

slporatxx


Super- ALIAS

Folge nicht deinen Wünschen und Emotionen. Hier rasselt es ja nur gut gemeinten Tipps...

Lvola$X5


Letztendlich habe ich der TE geraten, sich zu trennen, ihr Leben ALLEIN zu ordnen und erst dann eine neue Beziehung einzugehen.

Was soll denn das für ein Rat sein, der etwas empfielt, was längst nicht mehr machbar ist?! Die neue Beziehung ist doch längst begonnen, das ist Realität.

Ich habe auch eine sehr negative Meinung über Betrug und Betrüger. Und ich sehe es auch so, dass das nicht einfach "passiert" sondern eine klare Entscheidung ist.

Aber wenn schon alle Milch verschüttet ist, kann man nunmal nicht mehr raten, darauf zu achten, dass keine Milch verschüttet wird. %-| Der Weg einer sauberen Trennung ohne Betrug steht nicht mehr zur Verfügung. Jetzt kann man m.E. in der Situation def TE nur mehr konsequent sein und wenigstens nicht ewig weiter zweigleisig zu fahren.

Lgol5aXx5


Alias, Du glaubst gar nicht, wie gut ich Deine Situation verstehe. Auch ich hätte immer von mir behauptet: Fremdgehen passiert mir nicht. Aber wenn man in einer Beziehung ist, in der man ebenfalls betrogen wird (nämlich um das Leben, das man sich vorgestellt hat), dann kommt man in eine Situation, in der man nicht mehr kontrollierbar ist.

Betrogen um das Leben, das man sich vorgestellt hat?! Das klingt irgendwie so als würde man eine Beziehung als eine Art Wunscherfüllungsmaschine sehen. ":/ Meiner Meinung nach gibt es kein Recht und keinen Anspruch darauf, dass es im Leben oder in einer Beziehung so kommt, wie man es gerne hätte. Und wenn man irgendwas nicht bekommt, dann sollte man m.E. nicht gleich unkontrollierbar werden. ":/ Man kann dann immer noch nüchtern bilanzieren und die Konsequenzen aus einer Situation ziehen.

Aber gut, manche harren anscheinend lieber so lange in einer Situation aus bis sie meinen sich durch Leiden ein Recht auf Fremdgehen erarbeitet haben. Mit meiner Selbstachtung wäre das nicht vereinbar. Und ich bin davon überzeugt, dass man ein betrugsfreies Leben hinbekommt, wenn einem das wichtig ist.

Alias 727889


Ich schreibe jetzt ein allerletztes Mal etwas zu diesem Thema, auch wenn ich es eigentlich nicht mehr wollte.

Warum tust du etwas, was du nicht willst?

Ich dachte es wäre unhöflich, nicht auf Beiträge in meinem Faden zu antworten die an mich gerichtet sind. Dann habe ich gesehen das die Leute, denen ich nicht antworten wollte, selbst unhöflich waren und vor allem in der 3. Person über mich geschrieben haben. Muss also gar nicht antworten und nehme hiermit alles zurück und behaupte das Gegenteil. ;-)

Sportxx

Das hilft dir nicht, bindet deine Ressourcen, die du jetzt eigentlich für andere aktuelle Fragen nutzen solltest. Löse jetzt deine aktuellen Herausforderungen und nicht die, die potentiell mal auftreten können. Auch die Frage jetzt zu ventilieren, wann ein Kind ectl. angegangen werden soll, ist doch unwichtig. Wichtig war und ist für dich, dass der neue auch Kinder möchte. Den Zeitpunkt, wann es dann losgeht, entscheidet ihr apäter. Und bis dahin fließt bekanntlich noch viel Wasser durch den Rhein.

Insofern fokussiere dich lieber zu jedem Zeitpunkt auf das wesentliche, sonst siehst du irgendwann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Du hast Recht. Ich werde mir das zu Herzen nehmen. Ich brauche jetzt alle Kraft dafür meinem Mann zu sagen, was ich zu sagen habe. Und dafür, eine Unterkunft für die nächsten Monate zu finden.

Ich habe gestern und heute einige Anfragen rausgeschickt an Pensionen und Zimmervermietungen und schon ein paar Rückmeldungen bekommen. Ich werde wohl noch bis nächste Woche bei meiner Freundin bleiben. Habe sogar ein Angebot von einem Gästehaus in der Straße meines Kollegen, 300 m von seinem Haus entfernt. Ist das zu aufdringlich

sxpobrtxxx


Ich habe auch mal in einer Trennungssituation gesteckt. Fing irgendwann an mich zu verzetteln. Wollte alle Baustellen gleichzeitig auflösen. Doch irgendwann merkte ich, dass ich das gar nicht schaffe, schaffen kann. Und ich fing an zu priorisieren. Was muss ich direkt wegräumen. Dann erst der nächste Schritt. Und manchmal waren Baustellen von alleine gelöst oder nicht mehr relevant, durch die Schritte, die ich vorher gegangen bin.

Hört sich jetzt völlig abgeklärt an - so kann ich auch nur rückblickend sein. Aber ich hoffe auch, dass die schwere Zeit mich für die Zukunft gerüstet hat. Mache mir jetzt auch, wo es mir gut geht, lange nicht mehr soviele Sorgen und Gedanken. Probleme werden gelöst, wenn sie anfallen und nicht, weit im voraus.

Kein Tip - nur meine Sichtweise für ein glücklicheres Leben :)

K&leixo


Alias 727889

Ich dachte es wäre unhöflich, nicht auf Beiträge in meinem Faden zu antworten die an mich gerichtet sind. Dann habe ich gesehen das die Leute, denen ich nicht antworten wollte, selbst unhöflich waren und vor allem in der 3. Person über mich geschrieben haben. Muss also gar nicht antworten und nehme hiermit alles zurück und behaupte das Gegenteil. ;-)

;-D

Du machst das schon. Ich finde, Du reflektierst sehr schön die Dinge, die Dir wichtig sind und Du hast eine ganze Menge an Themen sehr strukturiert mit Herz und Verstand durchgeackert. Ich habe durchaus das Gefühl, dass sich Deine emotionale und rationale Ebene nähern. Auch differenzierst Du sehr gut zwischen Deiner momentanen Auseinandersetzung mit Deinem Mann und dem nächsten Schritt, um Dir Privatsphäre zu verschaffen. Wenn Du in diese hineinlässt, liegt dann an Dir. Oldie49 hat ja schon geschrieben, dass es wohl keine 6 Monate dauern wird, dass ihr ein Paar werdet. Er weiß wovon er redet und nicht nur, weil er selbst diese Situation durchgemacht hat. Aber es ist ja kein Geheimnis, dass ich sein Fan bin. kluger Mann, der Oldie49 :-) Einfach nur, weiter so und Du wirst für Dich alle Antworten finden, die gut für Dich sind. :-)

Cpom]ran


Ich brauche jetzt alle Kraft dafür meinem Mann zu sagen, was ich zu sagen habe.

Das wird der erste schwere Schritt.

Du wirst vermutlich mehrere Phasen durchlaufen, auf die du dich einstellen musst. Das sage ich nicht, weil ich darauf die Wahrheit gepachtet habe, sondern weil du selbst von dir sagst, beziehungsunerfahren zu sein (also auch trennungsunerfahren).

Wenn das Gespräch mit deinem Mann gelaufen ist, wirst du eine Erleichterung verspüren. Vielleicht sogar Tatendrang, da du nun offiziell deinen Weg gehen kannst und die nötigen praktischen Schritte nach und nach angehen kannst. So etwas ist aufregend und lenkt ab, auch wenn es viel Arbeit ist. Du musst aber damit rechnen, dass noch in dieser zweiten Phase nochmal ein tiefes Tal kommt, durch welches du gehen musst. Weil du dann einen Verlust realisierst - eines zwar nicht mehr geliebten Menschen, aber doch eines Menschen, der einen großen Teil deines Lebens an deiner Seite war. Und natürlich eines vertrauten Umfeldes.

Diese zweite Phase wird möglicherweise nochmal länger dauern.

Eventuell wird Einiges davon aufgefangen, dass du nicht direkt allein bist, sondern schon wieder einen Menschen an der Seite hast. Aber stell dich darauf ein, dass du nach dem ersten Freiheitsgefühl nochmal absackst. Das ist absolut normal.

KNate_rm_3-x8


Alias727889

entschuldige ich wollte nicht unhöflich sein,

war nur ein Ratschlag.

was du auch tust, wünsche Dir viel Mut und Kraft dazu. @:)

Alias 727889


sportxx

Ich habe auch mal in einer Trennungssituation gesteckt. Fing irgendwann an mich zu verzetteln. Wollte alle Baustellen gleichzeitig auflösen. Doch irgendwann merkte ich, dass ich das gar nicht schaffe, schaffen kann. Und ich fing an zu priorisieren. Was muss ich direkt wegräumen. Dann erst der nächste Schritt. Und manchmal waren Baustellen von alleine gelöst oder nicht mehr relevant, durch die Schritte, die ich vorher gegangen bin.

Hört sich jetzt völlig abgeklärt an - so kann ich auch nur rückblickend sein. Aber ich hoffe auch, dass die schwere Zeit mich für die Zukunft gerüstet hat. Mache mir jetzt auch, wo es mir gut geht, lange nicht mehr soviele Sorgen und Gedanken. Probleme werden gelöst, wenn sie anfallen und nicht, weit im voraus.

Kein Tip - nur meine Sichtweise für ein glücklicheres Leben :)

Ja, das ist ein guter Tipp. Eines nach dem anderen im Moment. Ich denke auch schon 5 Schritte voraus, dabei weiß ich ja gar nicht, was passieren wird. Ich denke an die Wohnungsauflösung, die finanzielle Situation, usw.

Erst mal muss ich jetzt etwas finden wo ich ein paar Monate bleiben kann um mich zu sortieren. Vielleicht wird mein Mann unsere Wohnung behalten wollen, auch wenn sie für ihn alleine viel zu groß ist (war schon für uns zwei zu groß). Das müssen wir dann besprechen wenn es soweit ist.

Kleio

Wenn Du in diese hineinlässt, liegt dann an Dir. Oldie49 hat ja schon geschrieben, dass es wohl keine 6 Monate dauern wird, dass ihr ein Paar werdet. Er weiß wovon er redet und nicht nur, weil er selbst diese Situation durchgemacht hat. Aber es ist ja kein Geheimnis, dass ich sein Fan bin. kluger Mann, der Oldie49 :-) Einfach nur, weiter so und Du wirst für Dich alle Antworten finden, die gut für Dich sind. :-)

Danke dir :)_ Ich gehe jetzt in kleinen Schritten voran. Erst mal das Gespräch mit meinem Mann, dann der Umzug in eine vorläufige Unterkunft. Dann wird sich alles weitere zeigen.

Comran

Das wird der erste schwere Schritt.

Du wirst vermutlich mehrere Phasen durchlaufen, auf die du dich einstellen musst. Das sage ich nicht, weil ich darauf die Wahrheit gepachtet habe, sondern weil du selbst von dir sagst, beziehungsunerfahren zu sein (also auch trennungsunerfahren).

Wenn das Gespräch mit deinem Mann gelaufen ist, wirst du eine Erleichterung verspüren. Vielleicht sogar Tatendrang, da du nun offiziell deinen Weg gehen kannst und die nötigen praktischen Schritte nach und nach angehen kannst. So etwas ist aufregend und lenkt ab, auch wenn es viel Arbeit ist. Du musst aber damit rechnen, dass noch in dieser zweiten Phase nochmal ein tiefes Tal kommt, durch welches du gehen musst. Weil du dann einen Verlust realisierst - eines zwar nicht mehr geliebten Menschen, aber doch eines Menschen, der einen großen Teil deines Lebens an deiner Seite war. Und natürlich eines vertrauten Umfeldes.

Diese zweite Phase wird möglicherweise nochmal länger dauern.

Eventuell wird Einiges davon aufgefangen, dass du nicht direkt allein bist, sondern schon wieder einen Menschen an der Seite hast. Aber stell dich darauf ein, dass du nach dem ersten Freiheitsgefühl nochmal absackst. Das ist absolut normal.

Ja ich stelle mich drauf ein das es sehr hart wird. Ich mache mir da nichts vor. Eine Scheidung ist wohl eine der schwersten Phasen die man als Mensch durchmacht.

Ich stelle mich außerdem drauf ein, dass die Gefühle die mein Kollege und ich füreinander haben, eventuell unter diesen Phasen leiden werden.

Ich merkte schon im Frühjahr, als mein Kollege die Phasen der Trauer um seine Exfreundin durchlief, das es nicht immer leicht ist für mich, ihm beizustehen, zumal ich mich (zu Recht) mitschuldig fühlte dafür, dass es überhaupt soweit gekommen ist.

Jetzt, seitdem ich "ausgezogen" bin, falle ich ins Tal der Tränen und mein Kollege muss dies mittragen und aushalten. Es wird wohl noch eine ganze Weile dauern bis wir eine unbeschwerte Zeit miteinander verleben können, aber es hat wohl nicht anders sein sollen. Wenn unsere Liebe das nicht überlebt, dann war sie nicht stark genug.

Ich jedenfalls versuche im Moment die Trauer um meine Ehe anzunehmen, im Moment laufen oft die Tränen, vor allem wenn ich alleine im Auto bin. Oft liegt eine Schwere auf meinem Herzen die ich so noch nicht kannte. Es drückt mir fast die Luft zum Atmen ab.

Aber es lässt mich an meinem momentanen Entschluss nicht zweifeln. Es ist eine Trauer des Loslassens, nicht des Verzweifelns.

Verzweifelt war ich in den letzten Monaten, da ich nicht wusste, was ich will und wie es weiter geht.

Auch wenn es vielleicht schon lange nicht mehr die Beziehung war, die ich mir einmal erträumt hatte, so war es doch eine schöne Zeit und vor allem eine lange Zeit, die ich mit ihm verbracht habe.

Der Abstand wird mir helfen, zu reflektieren, woran es gelegen hat, das wir es nicht geschafft haben, die großen Themen unserer Beziehung rechtzeitig zu klären.

Danke euch allen schon mal an dieser Stelle für eure vielen Beiträge, Denkanstöße und Erfahrungsberichte. Ich war innerlich bereits ziemlich weit mit meiner Entscheidung, als ich diesen Faden eröffnet habe, aber mein Verstand und Kopf kämpfte noch dagegen an, eben auch wegen der ganzen Menschen aus meinem Umfeld, die auf mich einredeten. Jetzt habe ich das Gefühl, den nötigen Mut zu haben, die nötigen Schritte zu gehen. Was dann kommt, ist offen.

Ich schließe mittlerweile nichts mehr aus: Eine Zukunft mit meinem Kollegen wünsche ich mir und darauf arbeite ich jetzt hin. Alles andere wird sich weisen. *:)

Ich werde kurze Rückmeldungen hier posten wenn es etwas neues zu berichten gibt, für die, die es interessiert.

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