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Ehemann verlassen für eine neue Liebe?

t1emarxe


Der Abstand wird mir helfen, zu reflektieren, woran es gelegen hat, das wir es nicht geschafft haben, die großen Themen unserer Beziehung rechtzeitig zu klären.

Diesen Abstand indest du aber nicht in einer 400m von deinem Freund entfernten Wohnung.

Außerdem finde ich es nicht gut, wenn du deinen Freund mit der Trauer über deine Ehe konfrontierst.

Bei mir würde dies der Gedake hervorrufen, dass du dich doch noch nicht entscheiden hast und vielleicht in 2 Monaten wieder bei deinem Mann bist.

Ich kann dir nur raten auch erst mal Abstand von deinem Freund zu nehmen, denn wie du selbst merkst schadest es eurer Beziehung.

Alias 727889


Diesen Abstand indest du aber nicht in einer 400m von deinem Freund entfernten Wohnung.

Es geht um Abstand zu meinem Mann. Das es die vernünftigste Variante wäre, zu beiden Abstand zu gewinnen, ist mir bewusst. Ich riskiere damit aber eine neue Liebe, in die ich Hoffnung setze. Die Anfangsphase mit meinem Kollegen wird dadurch holperig, das ist mir bewusst. Aber ich bin nicht bereit das, was wir haben, aufzugeben, um in Ruhe das Ende meiner Ehe zu verarbeiten.

Außerdem finde ich es nicht gut, wenn du deinen Freund mit der Trauer über deine Ehe konfrontierst.

Tja, gut finden muss man dass auch nicht. Klar wäre es schöner wenn es nicht so wäre. Ich werde sicher viel mit meinen Freundinnen und meiner Mutter verarbeiten. Aber mein Kollege ist eben im Moment ein wichtiger Mensch in meinem Leben, ich kann ihn da nicht völlig raus halten.

Bei mir würde dies der Gedake hervorrufen, dass du dich doch noch nicht entscheiden hast und vielleicht in 2 Monaten wieder bei deinem Mann bist.

Nur weil man trauert heißt das nicht das man an einer Entscheidung zweifelt. Ich habe mir sehr viel Zeit gelassen für diese Entscheidung. Ich bin diejenige, die geht. Das heißt nicht, das man nicht trauert, selbst wenn man derjenige ist, der sich trennt.

Auch ich musste die letzten 6 Monate immer wieder darum bangen, ob mein Kollege zu seiner Exfreundin zurück geht, wenn meine Entscheidung zu lange dauern sollte. Mit der Unsicherheit darum, ob einer von uns auf lange Sicht wieder zu seinem Expartner zurück will, müssen wir beide leben, da wir uns in einer recht ungünstigen Situation kennen gelernt haben. Ich kann nicht in die Zukunft sehen, nur nach meiner aktuellen Gefühlslage entscheiden.

Ich kann dir nur raten auch erst mal Abstand von deinem Freund zu nehmen, denn wie du selbst merkst schadest es eurer Beziehung.

Dann riskiere ich, das, was wir haben, zu verlieren. Das bin ich im Moment nicht Willens zu riskieren.

Wie soll das aussehen, eine 4-monatige Kontaktsperre während ich trauere? Den Mann der mich liebt, wegstoßen und in Unwissenheit darüber lassen, wie es mir geht?

Klingt theoretisch alles sehr vernünftig aber praktisch nicht umsetzbar.

ONlkdmie49


@ Alias

Auch wenn es mal wieder nicht an mich adressiert war, sage ich trotzdem noch was dazu

Dann riskiere ich, das, was wir haben, zu verlieren. Das bin ich im Moment nicht Willens zu riskieren.Wie soll das aussehen, eine 4-monatige Kontaktsperre während ich trauere? Den Mann der mich liebt, wegstoßen und in Unwissenheit darüber lassen, wie es mir geht?

Klingt theoretisch alles sehr vernünftig aber praktisch nicht umsetzbar.

Da stimmt jedes Wort und ich möchte dich dabei voll unterstützen. Auch diejenigen, die zu diesem Abstand raten, haben verrückterweise nicht Unrecht, denn sie sehen die Gefahr, dass die beiden "Vorgänge" (Trennung vom alten Partner und neue Beziehung) zu sehr ineinander wirken, sich gegenseitig negativ beeinflussen und du "als Individuum" mit deiner Freiheit und den daraus resultierenden Gefühlen zu kurz kommst. Ja, die Gefahr besteht, dass du mitten in einem solchen Vorgang nicht so zu dir selber findest, wie es für dich gut sein könnte. Denn dein Mann war ja deine erste Beziehung, wenn ich mich recht erinnere und du hast dich selber als Single vielleicht noch gar nicht so im Leben einrichten können, wie es für deine persönliche Entwicklung gut gewesen wäre. Das mag sein.

Aber trotzdem bleibt es Theorie. Es funktioniert nicht und wenn du auf all diese Ratschläge hören würdest und es funktionieren würde - und du dabei deinen Geliebten verlieren würdest – mit den Selbstvorwürfen könntest du sicher nicht umgehen.

Ich kenne keinen Fall, in dem eine solche künstliche Distanzierung erfolgreich stattgefunden hat und ich kenne verdammt viele Trennungen, weil ich sie begleitet habe. Allerdings ist jede anders.

Ich erinnere mich an meine eigene – jetzt mehrfach erwähnte – Situation, in der mir ebenfalls Ratgeber dringend dazu geraten hatten. Wir hatten eine ganze Zeit lange getrennte Wohnsitze, uns wurde aber immer klarer, dass wir das nur taten, weil es von den anderen erwartet wurde, und wenn man durch eine solche Trennung sowieso unzählige Erwartungen enttäuscht hatte, kommt es da noch darauf an, ob man noch weitere Erwartungen enttäuscht? Geht es denn um die anderen mit ihren Theorien, Warnungen, Mahnungen und Erwartungen? Geht es nicht um das, was ihr beiden voneinander erwartet, euch geben wollt und geben könnt?

Damals gab es einen klugen Menschen, der selber in der Paarberatung tätig war, der uns folgenden Satz sagte: "Warum tut ihr das? Was soll das bringen? Wollt ihr euch nicht endlich dafür belohnen, dass ihr so viel auf euch genommen habt?" Und damit war der Damm gebrochen. Und es war uneingeschränkt gut so. Es hat niemandem geschadet, uns nicht und auch den anderen Betroffenen nicht.

Denn der Schaden ist angerichtet, der Betrug und das Lügen ist Fakt und Geschichte, die Trennung findet statt (und hat bei deinem Geliebten schon stattgefunden) und eine künstliche Distanz hat definitiv nichts mit einer Wiedergutmachung zu tun. Bestenfalls mit Selbstkasteiung, mit einer eigenartigen Form der "tätigen Reue".

Was hinter dieser Mahnung steht, ist ja auch der Gedanke, dass diese neue Beziehung der Belastung nicht standhalten könnte. Ja, zweifellos ist das so. Und es ist sehr klug, das zu bedenken, sich Freiräume zu schaffen und den Geliebten nicht zu den individuellen Problemlösungen pausenlos hinzu zu ziehen. Jeder von euch hat seine eigenen Packen zu tragen, seine Hintergründe zu klären, hat eigene Tränen und eigene Nöte. Dafür ist es gut, wenn Freunde und andere Ratgeber zur Verfügung stehen. Aber das ist kein Grund, sich nun wochen- oder monatelang künstlich aus dem Weg zu gehen.

Ihr werdet sehr schnell spüren, wo eure Grenzen sind, ihr werdet spüren, wo der andere nicht helfen kann, wo er selber ratlos und verzweifelt ist. Ihr werdet aber auch spüren, was er tragen und ertragen kann, was eure neue Liebe aushalten kann. Schau dabei sorgfältig hin, aber schaut nicht nur auf den anderen, schaut immer wieder auch in euch selber hinein. Da gibt es einiges zu entdecken, das unerwartet auftaucht und beachtet werden will. Und es ist jedes Mal eine neue Entscheidung, ob man daran den Partner teilhaben lassen will oder nicht, ob man ihn damit belasten will oder nicht. Man ist frei darin, es besteht kein Automatismus. Das muss auch der neue Partner lernen.

Darüber hinaus beschenkt einander, so wie ihr es könnt: mit Zuwendung, mit Sorge, mit Aufmerksamkeit, mit Lachen, mit Weinen, mit Liebe. Damit kann man ganz sicher keinen Schaden anrichten. Hört euch ruhig alle diese Theorien an, auch meine. Aber entscheidet euch unabhängig davon jeweils aus dem Herzen heraus, was für euch passt und was für euch richtig ist.

Vor all dem – und in all das hinein - stehen nun die außerordentlich schwierigen und sehr wichtigen Trennungsgespräche bei dir. Ich habe oft erwähnt, dass diese Gespräche in sehr vielen Fällen die besten Gespräche sind, die Paare miteinander führen und geführt haben, weil eben nichts mehr zu verlieren ist und man völlig offen und ehrlich sein kann. Man darf die ganze Trauer zeigen, aber auch Wut wird dabei sein, Unverständnis und endlose Fragen. Lass dich darauf ein, es ist eine ungeheure wichtige Zeit für euch als "sich trennendes Paar", sie wird so nie wieder kommen, sie wird aber in eure Zukunft und in eure neuen Beziehungen hinein wirken. Darum rate ich immer dazu, solche Gespräche nicht zu meiden, nicht abzukürzen, sondern sie trotz der Tränen und starken Gefühle zu "durchleben". Dabei kann man jeden Fehler eingestehen, der einem begegnet, aber man muss es nicht. Man kann Fragen stellen, aber man muss es nicht. Man kann versuchen, den anderen zu verstehen, aber man muss nicht Verständnis aufbringen. Und man sollte nicht erwarten, dass der andere alles verstehen muss. Das kann er natürlich nicht. Man darf vor allem nicht erwarten, das der andere einem verzeiht, was geschehen ist. Das kann er nicht.

Nach solchen Gesprächen will man oft allein sein mit der Trauer und dem Zweifel am eigenen Handeln. Man will dahin kommen, sich selber irgendwann das verzeihen zu können, was man einem sehr wichtigen und wertvollen Menschen angetan hat. Man will von diesen starken Gefühlen, die man für ihn empfunden hat, etwas mitnehmen – auch in die neue Beziehung, obwohl das ganz unpassend erscheint. Und weil das so ist, ist es auch sinnvoll, sich eine Zeit lang starke Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen und nicht dem Geliebten sofort alles auf die Schultern zu packen. Der kann damit vermutlich nicht umgehen, es ist auch nicht sein Job, das zu tun.

All dies meinen die wohlmeinenden Ratgeber, wenn sie von Abstand, Distanz und Zeit reden. Und damit haben sie Recht.

T\eebreutelx85


Habe die ganze Zeit still mitgelesen und wollte mich nochmal zu Wort melden, auch wenn du dich bereits schon entschieden hast.

Vielleicht wurde die Frage schon gestellt, vielleicht habe ich sie überlesen.

Aber warum hast du deinem Mann nie einen Kompromiss vorgeschlagen?

Und warum hast du ihn nicht einfach vor vollendete Tatsachen gestellt?

Er hatte ja nie eine andere Wahl. Du hast dich fremdverliebt, ohne deinem Mann vorher die Chance zu lassen.

Du hättest sagen können: "Schau mal Schatz, ich glaube wir finden gerade keinen gemeinsamen Nenner, was das Thema Kinder angeht, deshalb werde ich demnächst die Verhütung einstellen" und dann hättest du gucken können, wie er reagiert. Vielleicht brauchte er diesen Schubs ins kalte Wasser, um seinen eigenen Ängsten (vor einem Baby) keine andere Möglichkeit mehr zu geben.

Oder aber die andere Möglichkeit: "Du hältst mich seit x Jahren hin, immer wieder schiebst du das Thema "Kind bekommen" auf. Ich möchte und kann nicht mehr warten. Solltest du mich in 6 Monaten immer noch hinhalten, werde ich gehen, da ich merke, dass wir uns in unterschiedliche Richtungen entwickeln und ich unglücklich mit dieser Situation bin und so keine glückliche Ehe mehr führen kann"

Vielleicht war ihm nie bewusst, was er in die auslöst, mit seinen lockeren, flockigen Sprüchen.

Nun gut. Jetzt ist die Kuh schon ins Wasser gefallen. Trotzdem würde es mich rückblickend interessieren, wieso es nie zu so einem Gespräch kam, dass du ihm die Pistole auf die Brust gesetzt hat bzw. ihn einfach damit konfrontiert hast, die Verhütung demnächst sein zu lassen.

Ich kenne einige Beziehungen, bei denen die Frauen sowohl beim Heiratsantrag als auch beim Kinderwunsch die Sache selbst in die Hand genommen haben. Für seine Träume muss man auch etwas tun und nicht immer nur hoffen und beten. Er selbst hätte sich wahrscheinlich nie geändert, sondern wäre in dem gleichen Schema Jahr für Jahr weiter gefahren.

Zu deiner neuen Liebe möchte ich dir sagen, dass es sich natürlich erstmal toll anfühlt, aber ich weiß nicht, ob du in dem Fall schon von "Liebe" sprechen kannst. Vielleicht ein verliebt sein... Aber einen richtigen Alltag habt ihr ja noch nicht zusammen gemeistert. Erst daran erkennt man ja, wie gut man wirklich miteinander harmoniert und nicht, wenn man sich ein paar Stunden die Woche romantisch ausmalt, wie alles sein könnte, wenn....

Aber gut. Vielleicht ist ER ja der Richtige. Ich hoffe, du findest es heraus und ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft dabei :)* !

PS: Ich war übrigens mal in einer ähnlichen Situation. Damals aber noch sehr jung, 24....

Ich hatte mir damals auch in den Kopf gesetzt, mit 25 zu heiraten. Mein damaliger Freund, mit dem ich zu dem Zeitpunkt 6 Jahre zusammen war, war der Meinung, er möchte in den nächsten 2-3Jahren noch keine Hochzeit/Kinder etc.

Ich fühlte mich ungeliebt und entfernte mich gefühlsmäßig immer mehr von meinem Freund.

Ich lernte einen anderen Mann kennen (9 Jahre älter als ich). Zack Boom- in meinen Augen die "große Liebe"

Ich trennte mich u.a. deswegen von meinem Freund.

Mit dem anderen kam ich nie zusammen, mein Ex Freund heiratet 3 Jahre später und ich bin heute (fast 7 Jahre später) immer noch unverheiratet und kinderlos. Und oft denke ich, dass ich damals falsch gehandelt habe. So schlecht war mein Ex Freund nicht gewesen, doch ich habe mich von vielem zu sehr blenden lassen.

t7emaxre


Dann riskiere ich, das, was wir haben, zu verlieren. Das bin ich im Moment nicht Willens zu riskieren.

Wie soll das aussehen, eine 4-monatige Kontaktsperre während ich trauere? Den Mann der mich liebt, wegstoßen und in Unwissenheit darüber lassen, wie es mir geht?

Das habe ich doch gar nicht gemeint. Es geht darum, dass du bewußt Zeit alleine oder mit anderen Menschen verbringst um dir über dich selbst klar zu werden.

Du sollst ihn nicht völlig aussperren, aber du solltest auch nicht von einer Vollzeitbeziehung in die Nächste springen.

In Panik zu verfallen, weil dein Kollege nicht auf dich warten könnte ist nicht die Basis einer neuen Beziehung. Wenn er dich liebt, wird er Verständnis haben und dich nicht unter Druck setzen.

Ich lese zwischen den Zeilen deines letzten Postings Trotz heraus. Ich denke, dass ist nicht notwendig. Meine Postings sind gutgemeinte Ratschläge, die auf eigenen Erfahrungen in er ähnlichen Situation beruhen. Du hast um solche Ratschläge gebeten und du entscheidest, welchen Ratschlägen du folgst und welchen nicht.

DUie aSehekrin


danke Oldie *:)

das unterschreibe ich alles grinsend - grinsend, weil auch ich diese trennungssituation mit dem künstlichen distanzierungsgedöns erlebt habe! und ja, es greift vieles ineinander, was man theoretisch lieber trennen würde - aber das geht eh nicht, wenn man den geliebten menschen ständig in kopf, herz und seele mit sich herumträgt.

s`ensib'elmaxn


@ TE

Ich würde nicht versuchen, Abstand zur neuen Liebe zu halten. Vom Ex aber ja.

Du sollst ihn nicht völlig aussperren, aber du solltest auch nicht von einer Vollzeitbeziehung in die Nächste springen.

Ich sehe da kein grundsätzliches Problem, wenn man nicht ständig in die Vergangenheit zurückschaut.

In Panik zu verfallen, weil dein Kollege nicht auf dich warten könnte ist nicht die Basis einer neuen Beziehung.

Ich halte es für wenig sinnvoll, Abstand zu jemandem zu halten, den man liebt. Was soll das bringen? Ich sehe die Abstandsduselei als pure Zeitverschwendung. Letztenendes weiß die TE ja längst was sie will. Ein ständiges hin- und her denken und ein "was wäre wenn ..." bringt nichts wieder ins Lot und beschehrt nur emotionale Achterbahnen. Altes Abschließen und auf das Neue freuen, nach vorne schauen ....

Kxrab.belkBäfer?le


@ Teebeutel

Möchtest du ein Kind, in dem Wissen, dass der Mann nur "mitmacht" ist, weil er unter Druck gesetzt wurde?

Das ist Erpressung in nette, falsche Worte gepackt.

Die TE hatte mehrmals betont, dass für sie ein Kind nur in Frage kommt, in dem Wissen, dass es von beiden gewollt ist und nicht, weil sie die Verhütung manipuliert/weglässt oder ihm ein Ultimatum stellt.

Alias 727889


Oldie49

Vielen Dank für deine Worte, denen ich nichts hinzuzufügen habe, die ich aber beachten werde in den nächsten Monaten.

Ich habe dir eine PN geschrieben.

Teebeutel85

Aber warum hast du deinem Mann nie einen Kompromiss vorgeschlagen?

So ein halbes Kind, meinst du? ":/

Und warum hast du ihn nicht einfach vor vollendete Tatsachen gestellt?

Das habe ich bereits mehrfach beantwortet. Ich wollte kein erzwungenes Kind. Ich selbst bin in dem Wissen aufgewachsen das mein Vater sich nicht aktiv für mich entschieden hat und habe das ständig gespürt. Ich brauche einen Partner an meiner Seite der dieses Kind genauso sehr will wie ich. Es geht mir nicht um ein Kind um jeden Preis, sondern um eine Familie. Einen Mann der mich genug liebt um das mit mir zu wollen.

Er hatte ja nie eine andere Wahl. Du hast dich fremdverliebt, ohne deinem Mann vorher die Chance zu lassen.

Das sieht er auch so. Ich sehe es anders. Ich habe 3 Jahre gewartet. Wer 3 Jahre um den Herzenswunsch seines Partners weiß und diesen nicht erfüllt, dem sind entweder die Gefühle des Partners egal, sprich, er liebt ihn nicht, oder er hat triftige Gründe, den Wunsch nicht zu erfüllen.

In unserem Fall war es wohl letzteres. Er hatte Ängste und Unsicherheiten.

Ich habe mich nicht absichtlich fremdverliebt, es ist passiert. Mein Herz konnte nicht mehr warten.

In einer perfekten Welt hätte ich spüren müssen dass es Ängste und Unsicherheiten sind die meinen Mann davon abhalten, mit mir Kinder zu kriegen. Bzw. er hätte es so gesagt. Stattdessen habe ich mich ungeliebt gefühlt und mich dadurch emotional von ihm entfernt.

Oder aber die andere Möglichkeit: "Du hältst mich seit x Jahren hin, immer wieder schiebst du das Thema "Kind bekommen" auf. Ich möchte und kann nicht mehr warten. Solltest du mich in 6 Monaten immer noch hinhalten, werde ich gehen, da ich merke, dass wir uns in unterschiedliche Richtungen entwickeln und ich unglücklich mit dieser Situation bin und so keine glückliche Ehe mehr führen kann"

Ich sehe es gerade bei einer Bekannten von mir, wie das enden kann. Sie hat sowohl beim Heiraten als auch beim Kind enormen Druck ausgeübt. Sie hat ein Ultimatum gesetzt und er hat dann jedes Mal nachgegeben. Sie stehen jetzt ebenfalls vor der Scheidung. Nur das sie mittlerweile auch ein Kind haben, was es nochmal komplizierter macht. Ich hätte schon damals vor der Hochzeit keinen Druck machen dürfen. Lieber gehe ich jetzt als in 5 Jahren, dann mit einem Hauskredit und 2 nur von mir geliebten Kindern an der Hacke.

Ich glaube nicht, dass es gut ist, in Beziehungen ein Ultimatum zu stellen. Es drängt einen Menschen dazu, Dinge zu tun, zu denen er (noch) nicht bereit ist.

Ich kenne einige Beziehungen, bei denen die Frauen sowohl beim Heiratsantrag als auch beim Kinderwunsch die Sache selbst in die Hand genommen haben. Für seine Träume muss man auch etwas tun und nicht immer nur hoffen und beten. Er selbst hätte sich wahrscheinlich nie geändert, sondern wäre in dem gleichen Schema Jahr für Jahr weiter gefahren.

Ja für seine Träume muss man was tun. Aber man kann seine Träume nicht anderen Menschen aufzwingen, nur damit die eigenen erfüllt werden. Dann suche ich lieber jemanden der die selben Träume hat wie ich, und lasse die anderen ihre eigenen Träume leben.

Mit dem anderen kam ich nie zusammen, mein Ex Freund heiratet 3 Jahre später und ich bin heute (fast 7 Jahre später) immer noch unverheiratet und kinderlos. Und oft denke ich, dass ich damals falsch gehandelt habe. So schlecht war mein Ex Freund nicht gewesen, doch ich habe mich von vielem zu sehr blenden lassen.

Es klingt als hättest du zum Zeitpunkt, da du "gehandelt" hast, bereits keine andere Wahl mehr gehabt.

Denn das hier:

Ich fühlte mich ungeliebt und entfernte mich gefühlsmäßig immer mehr von meinem Freund.

War ja keine aktive Entscheidung. Das ist auf Herzensebene passiert.

Ich trennte mich u.a. deswegen von meinem Freund.

Vielleicht hast du dich damals zu schnell getrennt. Ich habe von Anfang an gesagt, das ich mich unabhängig von meinem Kollegen von meinem Mann trennen muss.

Anfang Juni habe ich die Affäre auf Eis gelegt und seitdem um meine Ehe gekämpft, wenn auch nicht mit voller Kraft, weil ich unter der Trennung von meinem Kollegen litt. Ich bin jetzt an einem Punkt wo ich sagen muss: Selbst wenn mein Kollege mich jetzt nicht mehr wollen würde, wäre in meiner Ehe nichts mehr zu holen. Wir haben einige Stunden Paar Therapie hinter uns in denen er nicht beantworten konnte was ihn davon abhält, Kinder zu wollen. Das hat bei mir endgültig den Ofen aus gemacht.

So schlecht war mein Ex Freund nicht gewesen, doch ich habe mich von vielem zu sehr blenden lassen.

Im Nachhinein verklärt man doch aber auch vieles. Du hast dich ungeliebt gefühlt und hattest sicher deine Gründe, warum eine Trennung unvermeidbar war.

temare

Das habe ich doch gar nicht gemeint. Es geht darum, dass du bewusst Zeit alleine oder mit anderen Menschen verbringst um dir über dich selbst klar zu werden.

Du sollst ihn nicht völlig aussperren, aber du solltest auch nicht von einer Vollzeitbeziehung in die Nächste springen.

Das werde ich so machen. Ich ziehe ja nicht direkt bei ihm ein. Ich treffe meine Freundinnen, fahre zu meiner Familie in den Norden, usw.

In Panik zu verfallen, weil dein Kollege nicht auf dich warten könnte ist nicht die Basis einer neuen Beziehung. Wenn er dich liebt, wird er Verständnis haben und dich nicht unter Druck setzen.

Diese Panik hatte ich im Juni, als ich die Affäre auf Eis gelegt habe um meine Ehe zu retten. Da hing ich aber noch zu sehr an meinem Mann. Jetzt habe ich keine Panik mehr. Ich erachte wie gesagt mittlerweile die Option, dass unsere Liebe die Übergangsphase nicht übersteht und ich danach Single bin, als möglichen Ausgang dieser Geschichte. Auch wenn ich es mir anders wünsche.

Ich lese zwischen den Zeilen deines letzten Postings Trotz heraus. Ich denke, dass ist nicht notwendig. Meine Postings sind gutgemeinte Ratschläge, die auf eigenen Erfahrungen in er ähnlichen Situation beruhen. Du hast um solche Ratschläge gebeten und du entscheidest, welchen Ratschlägen du folgst und welchen nicht.

Entschuldige, wenn es trotzig klang. Der Trotz kommt daher, dass mir nicht nur hier sondern auch im privaten Umfeld (meine Mutter, die Freundin bei der ich wohne) die ganze Zeit dazu geraten wird, Abstand zum Kollegen zu halten. Diese Forderung widerspricht allem was mein Herz zur Zeit will, daher der Trotz.

Ich nehme die Ratschläge zur Kenntnis aber ich kann nicht aus meiner Haut, bzw. gegen mein Herz anarbeiten.

sGijdx42


Möchtest du ein Kind, in dem Wissen, dass der Mann nur "mitmacht" ist, weil er unter Druck gesetzt wurde? Das ist Erpressung in nette, falsche Worte gepackt

Noch mehr Schwarz-Weiß wäre nicht möglich ? Sobald man ein Thema anspricht übt man Druck aus, vielleicht wäre es dann besser gar nicht mehr zu reden, und zu hoffen der Andere würde schon von ganz allein darauf kommen. Sollte das nicht der Fall sein war es keine echte Liebe, und von vorn herein zum scheitern verurteilt

In einer perfekten Welt hätte ich spüren müssen dass es Ängste und Unsicherheiten sind die meinen Mann davon abhalten, mit mir Kinder zu kriegen. Bzw. er hätte es so gesagt. Stattdessen habe ich mich ungeliebt gefühlt und mich dadurch emotional von ihm entfernt

In einer perfekten Welt hätte dein Mann ahnen müssen, wie dringend dein Kinderwunsch wirklich ist. Leider ist die Welt nicht perfekt, deshalb wäre es gut gewesen miteinander zu reden. So wie es gelaufen ist, scheint ihr beide völlig ahnungslos gewesen zu sein, was das Thema Kind für den jeweils anderen bedeutet

L.i'naxla80


Erst einmal Respekt, dass Du soviel schreibst und liest....ich hatte in der Entscheidungsphase immer das Gefühl, es wird mir alles zuviel an gut gemeinten Ratschlägen. Ich geb Dir trotzdem nochmal meine Erfahrungen weiter:

Die Abstandsdiskussion habe ich auch geführt, allerdings habe ich das "Glück", dass meine neue Liebe ein Fernbeziehung ist, so dass sich der Abstand von selbst ergibt bzw. ergeben hat.

Und genau dieser zeitweise räumliche Abstand ist auch richtig: Man benötigt etwas Zeit für sich, aber totale Kontaktsperre oder sowas geht ja gar nicht, man will ja gerade mit dem Menschen zusammen sein, für den man das alles auf sich genommen hat. Deshalb mach das genau so, wie Du es Dir vorgenommen hast.

Viel schwieriger ist es, den neuen Partner nicht mit den praktischen und auch emotionalen Themen zu belasten, die einen zwangsläufig beschäftigen. Ein Beispiel: Anfangs habe ich ständig von "uns" und "wir" gesprochen und damit meinen Exmann und mich gemeint....das tut dem neuen Partner natürlich weh, ist aber einfach nur Ausdruck der langen Zeit, die man mit dem vorherigen Partner verbracht hat.

Meine Lösung diesbezüglich: Ich verbiete mir so gut es geht über die alte Beziehung vor meinem neuen Partner zu sprechen und habe mir ein Ventil (Psychologin und Freundinnen) gesucht, wo ich das tun kann, ohne dass es die neue Liebe belastet.

Ich habe den Eindruck, das hilft etwas, vielleicht wäre das auch für Dich eine gute Möglichkeit.

Weiterhin viel Kraft und immer dran denken: Alles wird gut. Ganz bestimmt.

tuemxare


@ Alias

Diese Forderung widerspricht allem was mein Herz zur Zeit will, daher der Trotz.

Wähle den Mittelweg. Öffne dein Herz aber verschenke es nicht. Gibt dem Kopf die Chance das Herz vor neuem Schmerz zu schützen.

Linala80

Viel schwieriger ist es, den neuen Partner nicht mit den praktischen und auch emotionalen Themen zu belasten, die einen zwangsläufig beschäftigen. Ein Beispiel: Anfangs habe ich ständig von "uns" und "wir" gesprochen und damit meinen Exmann und mich gemeint....das tut dem neuen Partner natürlich weh, ist aber einfach nur Ausdruck der langen Zeit, die man mit dem vorherigen Partner verbracht hat.

Die gleiche Erfahrung habe ich auch gemacht. Auch meine Partnerin hat es verletzt. Deshalb habe ich das Gleiche wie du gemacht. Alte Beziehung und neue Beziehung strikt trennen und sich ein anderes Ventil suchen.

J9ulXybKug


Hallo,

ich bin schon lange eine stille Mitleserin bei med1, aber Dein Faden hat mich dazu motiviert mich anzumelden. Deine Geschichte kommt mir sehr, sehr bekannt vor. Ich will Dir nur meine Erfahrung mitteilen, keine Tipps oder Ratschläge geben und schon gar keine Angst machen.

Ich habe meinen Freund mit 15 kennengelernt, er war knapp 17. Es war für jeden von uns die erste große Liebe und es harmonierte gut. Wir gingen gemeinsam durch den Sonnenschein und den Regen, haben viele schöne, traurige, streitlustige und knisternde Momente erlebt. Dann kamen, wie es meistens kommt, die Gedanken zu den Themen Hochzeit und Familienplanung auf. Heiraten war für ihn eigentlich nie ein Thema, da er ein sehr freigeistiger Mensch war und von konformistischen Zwängen wenig bis gar nichts hielt. Damit hatte ich auch nicht unbedingt ein Problem, aber beim Thema Kinder wurde ich auch immer wieder und wieder vertröstet. Er sei noch nicht soweit, er möchte noch seinen momentanen Status genießen, ich solle ihm einfach Zeit lassen, der richtige Zeitpunkt werde kommen. Doch ich hörte meine biologische Uhr ticken und vermutete nichts als Floskeln dahinter...

Und dann kam es ähnlich wie bei Dir. Ich war mittlerweile 32 und lernte einen netten 48-jährigen Mann kennen. Nicht direkt mein Kollege, aber aus dem beruflichen Umfeld. Er bezirzte mich mit all seiner Ausstrahlung und er versprach mir mich auf Händen zu tragen und mir all(!) meine Wünsche zu erfüllen. Auch wir begannen eine heimliche Affäre und ich war mir sicher, der richtige Zeitpunkt aus meinem bisherigen Leben auszusteigen sei gekommen und das, obwohl ich mir vorher nie eine Beziehung, geschweige denn Kinder, mit einem anderen Mann hätte vorstellen können. So stellte ich meinen Freund eines Abends vor vollendete Tatsachen. Ein langes Gespräch die ganze Nacht hindurch besiegelte dann das Aus. Erst zum Schluss habe ich ihm gesagt um wen es sich handelt. Dann folgten seine für lange Zeit letzten Worte zu mir, die sich in meine Seele eingebrannt haben: "Der? Ernsthaft?". Er zog sich die Schuhe an und ging. Kontakt von da an um vorhandene Sachen zu besprechen nur noch abgehackt per SMS.

JculySb[ug


Ich zog dann wenig später aus der Wohnung aus, es war seine geerbte, damit er wieder einziehen konnte. Das ganze ohne persönlichen Kontakt. Ich zog zusammen mit unseren Katzen Hals über Kopf zu meiner neuen Liebe, um mit ihm und unseren geplanten Kindern den Rest meines Lebens zu verbringen. Es sollte natürlich anders kommen, als ich kleines Naivchen mir das vorgestellt habe...

Das ach so grüne Gras auf der anderen Seite entpuppte sich nach einiger Zeit bei genauem Hinsehen als ziemlich vertrocknet mit einem grünen Anstrich. Der gute Herr war ganz anders, als er in der umgarnenden Phase offenbart, bzw. geschauspielert hat. Kinder? In seinem Alter nochmal (er hatte schon 2 aus einer früheren Ehe)? Für ihn ein absolut lächerlicher Gedanke auf einmal. Für ihn war es einfach toll, eine junge Frau aus ihrem Netz zu befreien und in sein Becken zu holen. Ein Trophäenfisch sozusagen. Das ganze Gerede nur um mich irgendwie zu kriegen und ich Trottel bin blindlings darauf reingefallen. Ich habe für meinen Wunsch nach Kindern meine große Liebe geopfert und habe eine Bauchlandung erster Kajüte hingelegt. Ich habe das ganze zum Glück recht schnell realisiert und bin dann nach knapp 2 Jahren wieder ausgezogen.

Um zum Ende zu kommen, mein Kater ist nach fast 20 Jahren gestorben und da mein alter Freund diesen so geliebt hatte, eigentlich hätte ich bei seinem Umgang mit den Katzen schon sein Potenzial als Vater erkenn müssen, habe ich den Kontakt gesucht, um ihm dies mitzuteilen. Wir haben uns dann nach langer Zeit wiedergesehen und uns ausgesprochen. Er lebt mit einer Frau zusammen und das dritte Kind ist mittlerweile unterwegs. Er macht mir heute noch Vorwürfe, dass ich einfach alles aufgegeben habe nur weil ich keine Geduld hatte.

Das Fazit ist, ich bin jetzt 41, seit Jahren ohne Beziehung, Kinder und seit kurzem auch ohne meine geliebten Katzen. Er ist 43, wird zum dritten Mal Vater und lebt ein glückliches Familienleben mit einer anderen Frau. Und alles nur, weil ich aufgrund einer tickenden Uhr auf das Geschwätz eines alten Mannes hereingefallen bin. Ich hoffe, dies bleibt Dir erspart, aber bedenke, dass Du den größten Fehler Deines Lebens gemacht haben könntest.

s~porxtxx


@ Julybug

... keine Tipps oder Ratschläge geben und schon gar keine Angst machen.

Ich hoffe, dies bleibt Dir erspart, aber bedenke, dass Du den größten Fehler Deines Lebens gemacht haben könntest

??? ??? ??? ??? ??? ??

Nein, ich will keine Ratschläge geben und schon gar keine Angst machen.

Ich würde sagen: VOLLTREFFER :)=

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