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Ehemann verlassen für eine neue Liebe?

Lninnala80


Liebe Fragestellerin,

ich habe das, was Du überlegst, vor nicht länger als 5 Monaten exakt so erlebt wie Du und habe meinen Mann verlassen. Wir waren 10 Jahre zusammen, 3 davon verheiratet und ich kann hinsichtlich der Aufschieberei dasselbe berichten wie Du, nur dass bei mir der Kinderwunsch während der Beziehung nie so stark aufgekommen ist. Da ich aber deutlich älter bin als Du, hat sich das Problem dann doch immer mehr potentiert, so dass ich Anfang diesen Jahres vor der Wahl stand: gehen - oder bleiben und keine Kinder haben. Ich habe in dieser Zeit wieder Kontakt zu einer Jugendliebe gehabt und mich prompt wieder in ihn verliebt, genauso wie er sich in mich. Wir haben lange gerungen (4 Monate), es war eine ganz schwierige und entsetzlich schmerzende Zeit, aber ich habe am Ende die Entscheidung getroffen zu gehen, obwohl ich mit meinem Mann gerade noch ein Haus gekauft hatte. Aber Häuser, Geld, Sicherheit und die Vertrautheit einer Beziehung schienen mir damals nicht das Loch aufzuwiegen, was entstehen würde, hätte ich nie eine Familie.

Mein Mann hat sich 10 Tage nach der Trennung mit einer deutlich jüngeren Kollegin zusammengetan, mit ihr lebt er jetzt unser Leben in unserem Haus ohne den ständigen Druck Kinder haben zu müssen, weiter. Diese Erkenntnis hat mir natürlich auch den Boden unter den Füssen weggezogen. Was ich damit nur sagen will: Es kann sein, dass wenn Du gehst, es keinen Weg zurück mehr gibt und Du dann nicht nur keine Kinder, sondern auch keinen Partner mehr hast. Bei mir wäre es so, wäre ich nicht glücklich mit meiner neuen Liebe zusammen.

Es gibt allerdings einen ganz wesentlichen Unterschied:mein neuer Partner ist nur unwesentlich älter als ich (2 Jahre), war ungebunden und hat keine Kinder. Er will aber nichts lieber als eigene Kinder haben, so dass ich sicher sein kann, dass er meinen Wunsch grundsätzlich mitträgt. Und wir kennen uns auch schon 20 Jahre lang, fanden uns immer anziehend, aber das jeweilige Timing hat halt immer nicht gepasst. Mir war also relativ klar, auf was ich mich einlasse, ich kannte sein Elternhaus, seine Freunde, seine Art zu leben. Und dennoch ist es unglaublich schwer, aus einer langen und grundsätzlich stabilen Beziehung in eine neue Beziehung zu kommen, sich an einen anderen Menschen zu gewöhnen. So schwer, wie ich es mir nicht vorgestellt hätte.

Wenn Du mich heute fragst, würdest Du es nochmal so machen, würde ich sagen: Nein, ich hätte länger um meine Ehe kämpfen müssen. Du musst das vor allem schon deswegen, weil Du noch mehr Zeit hast als ich, bei mir kann es auf Monate ankommen, ob mein Kinderwunsch sich noch erfüllt oder nicht. Sei froh, dass Du jetzt schon in der Situation bist und sich das Ganze nicht so zuspitzt wie bei mir.

Wenn Du noch Fragen hast, gerne auch PN.

Linala

Alias 727889


Ihr Lieben,

ich bin sehr gerührt über die ausführlichen und langen Antworten. Ich kann daraus viel wichtiges für mich ziehen.

Ich gehe gleich, wenn ich mehr Zeit habe, nochmal auf einzelne Punkte von euch ein. :)z

OQldiex49


Sorry!

Da hat sich eben wohl mein Beitrag mit genau dem überschnitten, was ich erst abwarten wollte...

CromraDn


Der Kollege hält mir quasi die Tür in ein gemeinsames Leben auf, und er ist sehr gut darin, mir geistige Bilder zu malen, die mich dahinschmelzen lassen: Er stelle sich vor wie ich schwanger aussehe und lächelt dabei. Er malt Zukunftsvisionen wie wir mit unseren Kindern auf dem Land leben, unserer Leidenschaft nachgehen (wir haben ein gemeinsames Hobbie das man zum Beruf machen könnte).

Das finde ich jetzt ziemlich arschig von ihm, da du ihn sonst als nicht drängend beschrieben hast. Er hat dich da an einem wunden Punkt und lässt dir so keine freie Entscheidung. So etwas ist höchst manipulativ - nach außen Fairplay spielen und sogar aus deinem Berufsumfeld gehen, aber dann dich mit solchen Bildern triggern.

Bis eben war ich noch sehr neutral, was ihn betraf. Jetzt kann ich ihn nicht leiden - sorry ;-) . Woher nimmst du die Gewissheit, dass er es mit den Kindern bei dir ernst meint? Vielleicht will er dich ja genauso halten. Es ist ja durchaus möglich, dass er einfach lieber eine 30-Jährige vögelt als eine Endvierzigerin. Es könnte auch eine übliche Midlife-Crisis sein, dass er sich mit dir jung fühlt.

Du gehst da ganz viele Risiken für dein Leben ein. Jemand hat das Strohfeuer erwähnt - meine Güte, du vögelst monatelang fremd, weil dein Mann ums Kinderkriegen rumeiert (sonstige negative Dinge habe ich über ihn immer noch nicht gelesen). Kinder hast du deswegen immer noch keine, bist aber lange fremdgegangen und die Verletztheit deines Mannes kann ich nachvollziehen.

Wie es weitergeht mit euch sollte mit so viel Geduld und Ruhe angegangen werden. Zeitdruck ist da ein ganz schlechter Berater. Ich glaube auch, dass du da verfrüht aufgegeben hast. Möglich, dass dein Mann bisher noch keine Kinder mit dir wollte. Aber vielleicht hatte er auch nie die Chance, dies ehrlich zu sagen. "Ich möchte aktuell keine. Ob ich später welche möchte, das weiß ich noch nicht." - hättest du eine solche Antwort akzeptiert?

Alias 727889


Alles, was du negativ über deinen Mann schreibst, ist, dass er solche "Familiendinge" wie Heiraten und Kinder eben nicht so euphorisch verfolgt wie du. Du warst glücklich mit deinem Mann, bis du ungeduldig wurdest. Sonstige negative Dinge über ihn schreibst du gar nicht.

Gibt es ehrlich gesagt auch nicht. Ok, er ist nicht gerade leidenschaftlich, aber ansonsten war er mein Traummann. Er ist liebevoll, herzlich und verlässlich, wir haben den selben Humor und uns vor der ganzen Sache mit dem Kollegen auch gut verstanden.

Aber die Kränkung darüber, dass er (noch) kein Kind mit mir will, lässt mich all das vergessen. Ich fühle mich ungeliebt und unverstanden. Als ob meine Wünsche nichts wert sind.

Geht es wirklich einfach nur um diese Familien-Meilensteine? Du bist 30. Eigentlich kein Grund eigentlich, nervös zu sein. Viele, die ich kenne, waren mit 30 nicht einmal verheiratet und Kinder bekommen die meisten auch erst mit Mitte 30. Ich kann da deinen Mann verstehen, dass er sich vielleicht "höflich" ausdrückt, dass er noch etwas Zeit im Bauch braucht.

Viele Männer haben mit Anfang 30 noch keinen so starken Kinderwunsch, das weiß ich. Als Frau ist es aber so, dass der Wunsch, ein Kind zu kriegen, manchmal so stark ist, dass er den Fokus von allem anderen abzieht. Ich bin 30 und meine Uhr tickt laut. Ich wollte nie ein alte Mutter sein.

Wie sehen zwischen Deinem Ehemann und Dir andere Pläne eurer Beziehung aus? Gibt es zum Beispiel auf Seiten Deines Mannes Träume vom eigenen Haus mit Grundstück? Geht es ihm um eine ganze bestimmte berufliche Position, die er bis zu einem gewissen Alter erreicht haben möchte?

Wir wollten demnächst ein Haus kaufen und aufs Land ziehen. Es war ein loser Plan der für mich immer unkonkreter wurde, je länger er das Thema Kinder aufschob.

Mein Mann ist in der Tat karriereorientiert und bereits recht weit oben angelangt. Er hat aber keine Ambitionen, noch weiter aufzusteigen. Sagt er. Denn bisher gab es immer noch eine Beförderung, noch einen Grund, zu warten.

Habt ihr materiell die Grundlage, um eine längere Kinderbetreuungszeit unproblematisch zu überstehen? Könnten das Befürchtungen Deines Mannes sein in Bezug auf ein Baby?

Nein, nicht wirklich. Er verdient sehr gut, ist Spezialist in einer gefragten Branche, ich habe ein durchschnittliches Akademikergehalt. Beide sind wir wie gesagt seit 7 Jahren in unseren studierten Berufen, Geld ist kein Problem.

Ich merke aber an seiner Prioritätensetzung, dass er lieber den nächsten Karibikurlaub plant anstatt an die Kinderplanung zu denken. Mit jeder gebuchten Fernreise stieg meine Wut über diese Tatsache.

Natürlich hat es ein im Leben bereits geerdeter Mann, dem der Druck nach immer weiter, immer höher und schneller völlig abgeht auf eine junge Frau eine sehr anziehende Wirkung. Dein Arbeitskollege ist sicher im Ganzen schon ruhiger und in sich ruhend. Strahlt somit eine andere Aura Dir gegenüber aus.

Das kann sehr faszinierend sein. Er hört Dir auf anderer Ebene zu, seine Ratschläge wirken für Dich authentischer, weil er durch sein vorheriges Familienleben lebenserfahrener ist als Du.

Auch der gemeinsame berufliche Background trägt sein Übriges dazu bei, dass Du Dich gerade super wohl und anerkannt fühlst. 17 Jahre Altersunterschied lassen einen Mann schon anders auf Dich wirken als ein noch junger tatendurstiger karriereorientierter Ehemann, der mitunter noch die Flausen aus dem Studentenleben mit sich rum trägt.

Absolut. Mein Mann sieht im Moment nur seine Karriere. Mein Kollege wirkt auf mich wirklich erfahren, gibt mir ein Gefühl emotionaler Sicherheit und Verlässlichkeit. Seine Erfahrung bezüglich eigener Kinder wirkt auf mich natürlich besonders anziehend, weil ich wüsste, da habe ich jemanden, der erstens Erfahrung in der Kindererziehung hat und zweitens bereits bewiesen hat, ein guter Vater zu sein.

Auf jeden Fall wäre es gut (ob richtig vermag ich nicht zu beurteilen) mit Deinem Partner ein ehrliches Grundsatzgespräch zu führen. Das bedeutet, dass Du mit ihm konkret darüber reden solltest wie er euch als Paar sieht. Frage ihn nach seinen Wünschen und Sichtweisen in Bezug auf den Familienzuwachs. Welche Pläne er noch ohne Kind und Kegel für sich verfolgt.

Versuche dies ohne Vorwurfshaltung ihm gegenüber zu tun. Ich finde solche Gespräche aus einer emotionalen Schieflage heraus recht schwierig zu führen.

Ja es ist wirklich schwierig. Er möchte gerne erst ein Haus kaufen und noch einige Fernreisen machen. Wir machen aber bereits seit vielen Jahren diese Fernreisen, es gibt immer noch einen Urlaubsort, an dem man noch nicht war.

Dadurch das ich mich mittlerweile nicht mehr ernst genommen und geliebt fühle durch seine Ablehnung bezüglich meines Kinderwunsches, kann ich nicht mehr ohne große Emotionen an das Thema rangehen. Mittlerweile fließen die Tränen sobald ich das Thema Kinder anschneide.

Ich finde es sehr wichtig, dass Du das für Dich ohne zu große Wirkung der Verliebtheitshormone neutraler ergründest. Ein emotionaler Schnellschuss kann für euch alle fatale Folgen haben. Zumal ich durch eine Forenteilnehmerin in Deinem Alter im privateren Kontakt erlebt habe, wie schnell sich nach einer Trennung Gefühle überborden, und wenn es dann wirklich konkreter wird, beim Schwarm nach einiger Zeit völlig gegensätzliche Einstellungen ergeben haben.

Solche Ängste habe ich natürlich auch. Allerdings glaube ich ihm seinen Kinderwunsch weit mehr als den Beteuerungen meines Mannes.

Vielleicht ist es naiv. Die Sache zwischen uns läuft, wenn man die 4 Monate Anbahnung mitrechnet, schon fast 1 Jahr. Kann man da noch von kopfloser Verliebtheit reden? Das frage ich mich ständig.

mRinRuchxin


Ohje, das ist eine bescheidene Situation, in der du dich befindest.

Für mich liest sich das, als habest du dich bereits für den Kollegen entschieden.

Wenn du im Gästebett liegst und in dich hineinhörst, wenn vermisst du? Deinen Mann oder deinen Kollegen?

_DParv}atxi_


Ich glaub, der Ofen zwischen dir und deinem Mann ist aus. Weißt du, ich bin zwar weiblich, aber im Gegensatz zu meinem Mann habe ich keinen Kinderwunsch. Ehrlich gesagt, habe ich sehr lange damit gerungen, ob ich das so knallhart meinem Mann sage oder, wie es dein Mann gemacht hat, immer wieder dem Thema aus dem Weg gehe und vor mir her schiebe. Ich hatte nämlich echt große Angst, dass mich mein Mann verlassen würde würde ich ihm direkt ins Gesicht sagen, dass ich keine Kinder will. Es ist zum Glück nicht so gekommen, wie ich befürchtet habe. Mein Mann kann sich durchaus auch ein Leben ohne Kinder vorstellen.

Was ich aber damit sagen will: Ich gehe stark davon aus, dass dein Mann keine Kinder will, es dir aber vielleicht aus Angst nicht sagen möchte. Er hoffte wahrscheinlich, dass du nachgibst, und das Thema irgendwann nicht mehr ansprichst. Jemand der wirklich Kinder will, der schiebt das Thema auch nicht ständig vor sich her und sucht nach Ausreden, warum und weshalb es gerade nicht geht. Ich kann durchaus verstehen, wenn man noch keine Kinder will, wenn man z.B. finanzielle Probleme hat. Aber das ist ja bei euch nicht der Fall gewesen. Im Grunde passte doch alles bei euch, also warum hätte dein Mann noch warten wollen?

Wenn du dir dir wirklich kein Leben ohne Kinder vorstellen kannst, dann trenne dich lieber von ihm. Selbst, wenn er jetzt doch plötzlich welche möchte, wäre ich mir nicht so sicher, ob er dann nicht nur Kinder will, um eure Beziehung zu kitten.

Alias 727889


Möglich, dass dein Mann bisher noch keine Kinder mit dir wollte. Aber vielleicht hatte er auch nie die Chance, dies ehrlich zu sagen. "Ich möchte aktuell keine. Ob ich später welche möchte, das weiß ich noch nicht." - hättest du eine solche Antwort akzeptiert?

Vor 5 Jahren, mit Mitte 20, hätte ich eine solche Antwort noch akzeptiert, ja. Ich hätte ihn wohl nicht geheiratet, wenn er ehrlich gesagt hätte, er weiß nicht, ob und wann er Kinder möchte.

Du gehst da ganz viele Risiken für dein Leben ein. Jemand hat das Strohfeuer erwähnt - meine Güte, du vögelst monatelang fremd, weil dein Mann ums Kinderkriegen rumeiert (sonstige negative Dinge habe ich über ihn immer noch nicht gelesen). Kinder hast du deswegen immer noch keine, bist aber lange fremdgegangen und die Verletztheit deines Mannes kann ich nachvollziehen.

Moralisch kann man mir mehr vorwerfen als ihm, ja. Faktisch ist es aber so, dass er mir einen großen Lebenswunsch vorenthält und nicht sicher ist, ob ich als geschiedene Frau über 30 nochmal die Chance kriege, einen Mann kennenzulernen, der eine Familie mit mir gründen möchte. Was wiegt also mehr: Ein paar Monate untreue oder die besten Jahre einer Frau durch aufschieben und herumdrücken zu vergeuden, ihr die Chance auf eine eigene Familie nehmen?

MEar0i\e27


Ich habe das Gefühl, dass Du dabei bist, einen großen groooßen Fehler zu begehen :|N

Alias, angenommen Du würdest Dich jetzt entscheiden, Deinen Mann zu verlassen und zu Deiner Affäre ziehen. Wie würde der weitere Weg aussehen? Habt ihr darüber mal gesprochen, auch eine zeitliche Schiene gesteckt?

Alias 727889


Wenn du im Gästebett liegst und in dich hineinhörst, wenn vermisst du? Deinen Mann oder deinen Kollegen?

Meinen Kollegen. :°(

Ich glaub, der Ofen zwischen dir und deinem Mann ist aus. Weißt du, ich bin zwar weiblich, aber im Gegensatz zu meinem Mann habe ich keinen Kinderwunsch. Ehrlich gesagt, habe ich sehr lange damit gerungen, ob ich das so knallhart meinem Mann sage oder, wie es dein Mann gemacht hat, immer wieder dem Thema aus dem Weg gehe und vor mir her schiebe. Ich hatte nämlich echt große Angst, dass mich mein Mann verlassen würde würde ich ihm direkt ins Gesicht sagen, dass ich keine Kinder will.

Genau das befürchte ich seit längerem. Ich glaube ihm das er mich liebt. Ich glaube ihm nur nicht das er Kinder mit mir will.

Vielleicht in 10 Jahren und mit einer anderen Frau.

Was ich aber damit sagen will: Ich gehe stark davon aus, dass dein Mann keine Kinder will, es dir aber vielleicht aus Angst nicht sagen möchte. Er hoffte wahrscheinlich, dass du nachgibst, und das Thema irgendwann nicht mehr ansprichst. Jemand der wirklich Kinder will, der schiebt das Thema auch nicht ständig vor sich her und sucht nach Ausreden, warum und weshalb es gerade nicht geht. Ich kann durchaus verstehen, wenn man noch keine Kinder will, wenn man z.B. finanzielle Probleme hat. Aber das ist ja bei euch nicht der Fall gewesen. Im Grunde passte doch alles bei euch, also warum hätte dein Mann noch warten wollen?

Genau das ist es eben. Es gab keine Gründe mehr. Schon seit Jahren nichtmehr.

Jetzt nennt er natürlich meine Untreue als Grund, warum er keine Kinder möchte. Verständlich. Ich bin ja selbst nicht sicher ob ich überhaupt noch Kinder mit ihm wollen würde. Nach allem was war.

Wenn du dir dir wirklich kein Leben ohne Kinder vorstellen kannst, dann trenne dich lieber von ihm. Selbst, wenn er jetzt doch plötzlich welche möchte, wäre ich mir nicht so sicher, ob er dann nicht nur Kinder will, um eure Beziehung zu kitten.

Ja, das ist mir bewusst. Ich glaube ihm ja bereits jetzt nicht mehr, wenn er sagt "irgendwann mal".

Und nein, ich kann mir kein Leben ohne Kinder vorstellen. Das wusste er. Ich bin nicht sicher ob er mich absichtlich getäuscht hat oder sich selbst nicht bewusst ist, warum er immer weiter schiebt.

Andererseits: Warum sollte er mich heiraten, wenn er doch weiß das ich Kinder möchte?

MEariex27


Ein paar Monate untreue oder die besten Jahre einer Frau durch aufschieben und herumdrücken zu vergeuden, ihr die Chance auf eine eigene Familie nehmen?

Das kann man doch nicht vergleichen. Schon mal überlegt, wie es Deinem Mann mit Deiner Untreue und Deinen Gefühlen geht? Bei allem Verständnis für dich aber für ihn ist das bestimmt auch alles andere als leicht.

DmieDosOismac/htdasGifxt


Zum ersten, ich finde sehr berührend wieviel Gedanken und eigene kritische Sichtweisen Du für Dich trotz des starken Verliebtseins noch an Dich heran gelassen hast. Es zeigt, dass Du weder oberflächlich noch selbstsüchtig für Dich gehandelt hast.

Nun noch zu ein paar Details, die mir im ergänzenden Posting aufgefallen sind.

Ich kann auch gut Deinen inneren Zwiespalt verstehen, der Dich umtreibt, weil Du mit beiden Männern Höhen und Tiefen durchlebst. Auch, wenn Dir niemand die Entscheidung abnehmen kann, werden Dir vielleicht ein paar Erfahrungen anderer Menschen helfen, Dich selbst zur eigenen Zufriedenheit sortieren zu können.

Dieser Kollege ist ein unglaublich leidenschaftlicher, talentierter, vielseitig begabter und eloquenter Mann, noch nie war ich so fasziniert von einem Mann.

Bisher hast Du nur eine Dich prägende Beziehung gehabt (vermute ich aufgrund der Dauer), Deine Bindung zu Deinem heutigen Ehemann. Ich kann es durchaus nachempfinden, dass ein älterer gestandener Mann das überstrahlt mit seinen Erfahrungen, die er durch 17 Jahre zusätzlicher Lebenszeit Dir und auch Deinem Ehemann gegenüber hat.

Es war unglaublich gefühlvoll, noch nie hatte ich solche Gefühle beim Sex erlebt. Er ist sehr erfahren, im Gegensatz zu meinem Mann.

Das ist nun etwas, dass Du Deinem Ehemann nicht anlasten kannst, auch wenn nicht unbedingt allein das Lebensalter dafür ausschlaggeben sein muss, wenn ein Mann sehr gut auf die Bedürfnisse einer Frau eingehen kann. Aber jemand der bereits zwei längere Beziehungen geführt hat, vielleicht auch zwischen den Frauen noch einiges ausprobieren konnte, hat natürlich einen anderen Reifegrad erreicht.

Schnell wurde auch klar, dass wir uns nicht nur auf intellektueller Ebene, sondern auch auf emotionaler und körperlicher Ebene außergewöhnlich gut verstanden.

Das ist in dieser Kombination allerdings nicht sehr oft im Leben zu finden, was ich nur aus meiner Erfahrung heraus festgestellt habe. Das würde mir einen Mann besonders erscheinen lassen, wenn er viele zwischenmenschliche Ebenen in mir bewegen kann.

2 Monate vergingen, dann trennte er sich von seiner langjährigen Freundin (in seinem Alter), die er jahrelang hingehalten hatte, was das Thema Kinder und Heiraten anging. Er hatte ihr anfangs erzählt, dass er sich nicht nochmal vorstellen kann, zu heiraten und Kinder zu kriegen. Jetzt da er mich kennenlernte, kann er sich all das plötzlich wieder vorstellen.

Was ich mir schon sehr gut vorstellen kann, dass es diese innere Barriere gibt, einen Menschen zu lieben in seiner Ganzheit und dennoch nicht den Wunsch zu verspüren, mit ihm gemeinsam Kinder und einen engen Lebenshort zu haben. Was Deinen Schwarm-Mann als Unterschied umtreiben könnte ist, dass er seine langjährige Freundin vermutlich kurz nach der Trennung von Ex-Frau und Familie kennen- und liebengelernt hat.

Es gibt viele Menschen, die sich in so einer Lebensphase nichts weiter in der Richtung vorstellen können, die dann nur leben und genießen wollen, weil es die Verantwortung für die bereits vorhandenen Kinder weiterhin gibt.

Du wärst dies bezüglich für ihn unbelasteter, er teilt mit Dir nicht den Aufarbeitungsprozess seiner Ehetrennung und nicht den Aufbau eines Lebens danach. Das ist die Phase, die ihn mit der Frau verbindet, die er nun verlassen hat.

Mir machte diese Trennung Druck, ich hatte das Gefühl, sofort eine Entscheidung treffen zu müssen. Er hat mir nie aktiv Druck gemacht, aber das Gefühl er könnte nicht so lange warten, hatte ich recht bald.

Voll verständlich an dieser Stelle. Er hat anders als Dein Ehemann Nägel mit Köpfen gemacht und die Ernsthaftigkeit seiner Gedanken und Gefühle unter Beweis gestellt durch die Trennung. Vermutlich ging es Dir trotz Deiner sehr positiven Gefühle für den Schwarm-Mann zu schnell vom Tempo her. Es hat Dich überfahren, weil es Dich in die Position gebracht hat für Dein Leben ebenso Verantwortung übernehmen zu müssen.

Zuhause gestand ich meinem Mann alles, weil die Schuldgefühle zu groß wurden. Er war sehr verletzt und wütend, was ich verstehe. Gleichzeitig bin ich sehr verletzt durch sein Aufschieben. Er möchte die Ehe retten, ich vom Kopf her auch, obwohl mein Herz schon beim Kollegen ist.

Ich kann diesen Zwiespalt in dem Du Dich befindest oder befunden hast gut verstehen. Es gibt einen Mann der Dir deutlich gezeigt hat, dass Du mit ihm Deine Träume leben kannst, der nicht davor zurück schreckt, obwohl alle äußeren Bedingungen dagegen sprechen. Die Ablehnung seiner Ex-Familie vor Augen. Kinder, die sich abwenden könnten, eine Ex-Frau die Probleme macht, weil sie seine Entscheidung nicht gutheißt.

Deine Ehemann hat vermutlich eure Situation daheim völlig unterschätzt. Nicht ernst genommen, in welcher Zwickmühle Du steckst, weil Du Dich nicht ernst genommen gefühlt hast. Es gab zumindest zum Zeitpunkt eurer Hochzeit den Konsens die Verhütung einzustellen, und dieser wurde von ihm einseitig gebrochen, ohne schlüssig für Dich erkennbar zu machen, warum er seine Bedürfnisse über Deine gestellt hat.

Wir begannen eine Paartherapie, die jetzt schon einige Wochen läuft aber bisher keine Erfolge zeigt. Die Fronten sind verhärtet. Ich werfe ihm vor, er wolle eigentlich keine Kinder und habe mich vor der Hochzeit diesbezüglich belogen damit ich mich nicht trenne.

Er wirft mir meine Untreue vor, und dass er nicht spürt, dass ich diese Ehe noch wirklich will.

Ihr seid beide tief verletzt, wobei Deine Verletzung schon vor der Untreue ein ständiger Begleiter in Dir war. Es ist verständlich, wenn es nicht mal auf mündiger Gesprächsebene als Ehepartner einen Kompromiss gibt, dass Du resigniert aussteigst. Ich denke, dass hat Dein Ehemann für sich erfolgreich ausgeblendet, dass dies schon der Zeitpunkt war, in dem er einen Teil eurer Ehe aufgekündigt hat. Nicht einzig durch dieses Aufschieben des richtigen Zeitpunkts, sondern dadurch, dass er Dir die Chance nahm mit Dir auf Augenhöhe partnerschaftlich nach einer Lösung zu suchen.

Immer wieder war ich kurz davor meinen Mann zu verlassen und habe es dann doch nicht geschafft. Das Versprechen der Ehe und die gemeinsamen Jahre halten mich davon ab obwohl die Stimmung zwischen uns ohnehin bereits vergiftet ist.

Es imponiert mir, dass Du trotz noch relativ junger Jahre nicht einfach in den Sack haust und nach mir die Sinnflut lebst. Dennoch ist nicht zu unterschätzen, dass es die Unversöhnlichkeit der Standpunkte zu einem Lebenskonzept weinterhin gibt.

Ich halte es nicht für gut, wenn man einem Mann etwas abringen musst, wofür er sich selbst nicht entscheiden kann. Die Gründe dafür wären mir dazu aus heutiger Sicht egal. (in jüngeren Jahren habe ich das aus Euphorie anders beurteilt).

Ich weiß, dass es die spätere Eltern-Kind-Beziehung maßgeblich beeinflusst, wie diese Entscheidung für den Kinderwunsch zustande gekommen ist.

Das ganze zieht sich jetzt schon über fast 1 Jahr und die Gefühle zu meinem Kollegen sind nicht weniger geworden. Ich träume von einer gemeinsamen Zukunft, Kindern, so wie ich vor vielen Jahren von einer Zukunft mit meinem Mann geträumt habe.

Ich halte es für wichtig, dass Du Deine Bedürfnisse nicht weiter unterdrückst. Der lange Zeitraum eures Konflikts, den es nicht erst seit der Affäre zu Deinem Kollegen gibt, spricht dafür das der Wurm recht tief in unterhalt der Borke sitzt. Mir nicht völlig verständlich ist, warum Dein Mann vordergründig nur seine Verletztung aus der Untreue sehen möchte, aber nicht seinen Anteil den er für diese Situation mitträgt. Den sehe ich durchaus, weil er Dir gegenüber nicht offen kommuniziert hat WAS genau er leben will und zu welchem Zeitpunkt.

Nur das meine Gefühle für den Kollegen eine tiefe haben die ich vorher nicht kannte, nichtmal aus der Anfangsphase mit meinem Mann. Wir haben uns so viel zu sagen, sprechen über Literatur und Politik, über Psychologie und gesellschaftliche Themen

Das spricht für eine tiefere Meta-Ebene zwischen euch. Du bist mit knapp 30 Jahren kein Teenager mehr, hast ebenso ein Stück gelebtes Leben. Deshalb halte ich es nicht für einen emotionalen Schnellschuss an dieser Stelle. Du siehst das klar reflektiert.

Der Kollege hält mir quasi die Tür in ein gemeinsames Leben auf, und er ist sehr gut darin, mir geistige Bilder zu malen, die mich dahinschmelzen lassen: Er stelle sich vor wie ich schwanger aussehe und lächelt dabei. Er malt Zukunftsvisionen wie wir mit unseren Kindern auf dem Land leben, unserer Leidenschaft nachgehen (wir haben ein gemeinsames Hobbie das man zum Beruf machen könnte).

Diese Häufung an gemeinsamen Zukunftsvorstellungen lassen es wahrscheinlicher erscheinen, dass Du mit Deinem Ehemann nicht mehr in diese "unbefleckte" Ebene zurückkehren kannst. Weniger, weil es den Kollegen selbst gibt, sondern weil Du erfahren hast, dass es leicht sein kann Entscheidungen zu treffen, wenn man gemeinsame Orientierung und Ziele hat.

Ist das noch Verliebtheit? Ist es schon Liebe? Werde ich es bereuen?

Das Fatale an unserem Leben und den Weg zu Entscheidungen ist, dass wir sie erst im Nachgang verstehen können. Ohne Risiko ist nichts vorwärts zu bewegen. Ich glaube, Du weißt längst was Du willst, aber der Verstand dominiert noch Dein Lebensgefühl. ;-) :)_

D)ie `Sehe|rin


kurz und knackig

wahrscheinlich kann man das alles jetzt wundervoll analysieren, abwägen und sonstwas, aber weißt du was mein erster gedanke nach dem lesen der kompletten geschichte war: ey, verdammt noch mal... warum nimmt sie ihren kollegen-kerl nicht an der hand und spring? ins kalte wasser, in die liebe, ins ungewisse, in die leidenschaft...?

Ist das noch Verliebtheit?

mindestens!

Ist es schon Liebe?

klingt so!

Werde ich es bereuen?

meist werden eher die dinge bereut, die man nicht getan hat - selten die, die man getan hat!

Alias 727889


Ich habe das Gefühl, dass Du dabei bist, einen großen groooßen Fehler zu begehen :|N

Genau davor habe ich Angst.

Alias, angenommen Du würdest Dich jetzt entscheiden, Deinen Mann zu verlassen und zu Deiner Affäre ziehen. Wie würde der weitere Weg aussehen? Habt ihr darüber mal gesprochen, auch eine zeitliche Schiene gesteckt?

Ja, haben wir schon grob getan. Ich würde ein halbes Jahr alleine wohnen, mich sammeln, meine Sachen klären und die Scheidung einreichen. Diese Zeit müssten unsere Gefühle füreinander natürlich erst einmal überstehen. Danach würden wir entscheiden ob wir zusammen ziehen.

Aber irgendwas hält mich noch davon ab, diesen letzten Schritt zu gehen. Ist es Angst oder ein richtiges Bauchgefühl, meine Ehe noch nicht aufzugeben? :-/

G2edanken{sprinxger


Liebe Alias,

tut mir leid, dass du in einer solch schwierigen und aufreibenden Situation bist... :°_

Aus meiner Sicht beschreibst du zwei Probleme, die natürlich irgendwie miteinander zu tun haben, die man aber vielleicht besser getrennt voneinander betrachten sollte.

1. Dein Mann: Ich finde es prinzipiell durchaus berechtigt (ja sogar notwendig!), sich zu trennen, wenn man in puncto Familienplanung mit dem Partner einfach nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Die Frage ist nur, ob ihr an diesem Punkt schon seid, d.h. ob du es für ausgeschlossen hältst, dass dein Mann jemals wird Kinder haben wollen (bzw. ob er sagt, dass es so ist), oder ob es tatsächlich einfach nur "zu früh" für ihn ist. Das könnt ihr nur durch offene und ehrliche Gespräche herausfinden; die werden hoffentlich im Rahmen der Paartherapie auch stattfinden. Allerdings lesen sich deine Posts aus meiner Sicht so, dass die Kinderfrage nicht die einzige Frage ist, die ihr Euch als Paar stellen müsst - noch grundlegender ist die Frage, ob ihr füreinander noch in ausreichendem Maße liebevolle Gefühle habt. Wenn das nicht so ist und wenn ihr es nicht schafft, diese Gefühle wiederzubeleben, ist die Frage nach den Kindern sowieso obsolet.

2. Deine Affäre: Hierzu kann ich gar nicht viel sagen, außer dass ich beim Lesen den Gedanken hatte, dass hier vielleicht zwei Menschen alles aufeinander projezieren, was sie in ihrer bisherigen Beziehung vermisst haben. Kann aber natürlich auch die echte, reine Liebe sein. Das könnt nur ihr wissen. Ich würde mich an deiner Stelle nur fragen: Fände ich ihn auch so großartig, wenn ich die Probleme mit meinem Mann nicht hätte? Abgesehen davon halte ich das nahtlose Wechseln von einer Beziehung in die nächste für zumindest nicht ganz optimal, weil die alte Beziehung in so kurzer Zeit kaum aufgearbeitet sein kann und man dann Gefahr läuft, sehr viel Ballast in die neue Beziehung mitzunehmen.

Wie dem auch sei, ich wünsche dir viel Kraft und hoffe, dass ihr als Paar (dein Mann und du) im Rahmen der Therapie Klarheit darüber bekommt, wie es mit euch weitergehen soll.

LG

Gedankenspringer

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