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Ehemann verlassen für eine neue Liebe?

C/omrxan


Doch, ich glaube ich liebe ihn. Ich sage es ihm auch, und es fühlt sich richtig an.

Wenn der Kollege dir nun nach einem "Einpendeln" einer frischen Beziehung sagen würde, dass er nach dem ersten Hormonüberschwang nun wieder auf dem Boden ist, und aus "vernünftigen Gründen" lieber von einer neuen und für ihn zusätzlichen Vaterschaft absehen würde, was würde das für deine Gefühle bedeuten? Wenn du mit ihm also keine Kinder haben würdest, wäre dieser neue Mann dir genug, so dass du mit ihm eine Beziehung und damit definitive Kinderlosigkeit eingehen könntest?

Die Frage solltest du dir stellen.

Denn wie es auch hier im Faden schon gelegentlich angesprochen wurde, musst du ganz klar entscheiden, welches Problem hier vorliegt. Hast du dich von deinem Mann entfernt und eigentlich schon für den Kollegen als zukünftigen Partner im Herzen entschieden, oder ist es ein Erzeuger, den du suchst?

M"arixe27


Wie gesagt, ich glaube ihm nicht, dass er überhaupt Kinder mit mir möchte, und der glaubt mir nicht mehr, dass ich diese Ehe noch will.

Hat er ja auch recht, oder?

Alias 727889


So, ich versuche mal etwas aufzuholen in der Beantwortung eurer Kommentare:

Linala80

ich habe das, was Du überlegst, vor nicht länger als 5 Monaten exakt so erlebt wie Du und habe meinen Mann verlassen. Wir waren 10 Jahre zusammen, 3 davon verheiratet und ich kann hinsichtlich der Aufschieberei dasselbe berichten wie Du, nur dass bei mir der Kinderwunsch während der Beziehung nie so stark aufgekommen ist. Da ich aber deutlich älter bin als Du, hat sich das Problem dann doch immer mehr potentiert, so dass ich Anfang diesen Jahres vor der Wahl stand: gehen - oder bleiben und keine Kinder haben. Ich habe in dieser Zeit wieder Kontakt zu einer Jugendliebe gehabt und mich prompt wieder in ihn verliebt, genauso wie er sich in mich. Wir haben lange gerungen (4 Monate), es war eine ganz schwierige und entsetzlich schmerzende Zeit, aber ich habe am Ende die Entscheidung getroffen zu gehen, obwohl ich mit meinem Mann gerade noch ein Haus gekauft hatte. Aber Häuser, Geld, Sicherheit und die Vertrautheit einer Beziehung schienen mir damals nicht das Loch aufzuwiegen, was entstehen würde, hätte ich nie eine Familie.

Das kann ich absolut verstehen. Wir haben zwar bislang kein gemeinsames Wohneigentum, sondern wohnen in einer Mietswohnung, aber hätten natürlich trotzdem einiges aufzudröseln, wenn wir uns scheiden lassen sollten (Versicherungen, Möbel, Hausstand, Autos...). Solche Dinge halten einen vielleicht davon ab, sich zu schnell zu trennen. Aber wenn die Beziehung zu zerrüttet ist, dann hält einen wohl kein äußerer Umstand mehr davon ab, sie zu beenden.

Mein Mann hat sich 10 Tage nach der Trennung mit einer deutlich jüngeren Kollegin zusammengetan, mit ihr lebt er jetzt unser Leben in unserem Haus ohne den ständigen Druck Kinder haben zu müssen, weiter. Diese Erkenntnis hat mir natürlich auch den Boden unter den Füssen weggezogen. Was ich damit nur sagen will: Es kann sein, dass wenn Du gehst, es keinen Weg zurück mehr gibt und Du dann nicht nur keine Kinder, sondern auch keinen Partner mehr hast. Bei mir wäre es so, wäre ich nicht glücklich mit meiner neuen Liebe zusammen.

Auch hier: Mir ist bewusst das es mich wohl nicht kalt lassen würde, wenn mein Mann mir nach einer Trennung eine neue Frau vorstellt, dennoch spüre ich schon jetzt, dass ich möchte, dass er glücklich ist. Und ich habe das Gefühl, dass er glücklicher wäre mit einer Frau, die ihn nicht drängt, Dinge zu tun, die er nicht möchte. Die entweder keine Kinder will oder wesentlich später, in 10 Jahren vielleicht.

Nur kann ich diese Frau im Moment leider nicht sein. Ich habe es 3 Jahre lang versucht.

Es gibt allerdings einen ganz wesentlichen Unterschied:mein neuer Partner ist nur unwesentlich älter als ich (2 Jahre), war ungebunden und hat keine Kinder. Er will aber nichts lieber als eigene Kinder haben, so dass ich sicher sein kann, dass er meinen Wunsch grundsätzlich mitträgt. Und wir kennen uns auch schon 20 Jahre lang, fanden uns immer anziehend, aber das jeweilige Timing hat halt immer nicht gepasst. Mir war also relativ klar, auf was ich mich einlasse, ich kannte sein Elternhaus, seine Freunde, seine Art zu leben. Und dennoch ist es unglaublich schwer, aus einer langen und grundsätzlich stabilen Beziehung in eine neue Beziehung zu kommen, sich an einen anderen Menschen zu gewöhnen. So schwer, wie ich es mir nicht vorgestellt hätte.

Ja, eure Ausgangsvoraussetzungen klingen wesentlich unkomplizierter als unsere es wären, wenn ich es mit dem Kollegen versuchen werde.

Ich glaube auch das diese Umgewöhnung sehr schwierig sein kann. Nie hatte ich vor, warm zu wechseln und von einer Beziehung in die andere zu hüpfen. Aber ich habe mich verliebt und nun ist es schwer zu sagen: Ich beende meine Ehe und gebe mir 1 Jahr des allein seins um wieder zu mir zu finden. Während mein Herz nach dem anderen Mann schreit.

Wenn Du mich heute fragst, würdest Du es nochmal so machen, würde ich sagen: Nein, ich hätte länger um meine Ehe kämpfen müssen. Du musst das vor allem schon deswegen, weil Du noch mehr Zeit hast als ich, bei mir kann es auf Monate ankommen, ob mein Kinderwunsch sich noch erfüllt oder nicht. Sei froh, dass Du jetzt schon in der Situation bist und sich das Ganze nicht so zuspitzt wie bei mir.

Das wundert mich etwas, das du es so siehst, denn du bist ja jetzt glücklich in deiner neuen Beziehung. Das man trotz einer neuen Liebe manchmal Dinge an seinem Exmann vermisst, kann ich mir vorstellen. Aber was nützen mir all die guten Eigenschaften meines Mannes, wenn ich seine Gegenwart aufgrund der täglichen Kränkung durch das Kinderthema kaum mehr ertragen kann?

Comran:

Das finde ich jetzt ziemlich arschig von ihm, da du ihn sonst als nicht drängend beschrieben hast. Er hat dich da an einem wunden Punkt und lässt dir so keine freie Entscheidung. So etwas ist höchst manipulativ - nach außen Fairplay spielen und sogar aus deinem Berufsumfeld gehen, aber dann dich mit solchen Bildern triggern.

Er ist halt verliebt und möchte mich um sich haben. Ich finde das nicht arschig. Ja, es ist moralisch verwerflich, aber menschlich. Er will eine Zukunft mit mir und um die kämpft er.

Bis eben war ich noch sehr neutral, was ihn betraf. Jetzt kann ich ihn nicht leiden - sorry ;-) . Woher nimmst du die Gewissheit, dass er es mit den Kindern bei dir ernst meint?

Bauchgefühl. Genau wie mir mein Bauchgefühl sagt, dass mein Mann keine Kinder mit mir möchte. Auf was soll ich mich sonst verlassen wenn nicht auf das? Ich kann nicht in die Zukunft sehen. Ich traue ihm und ich glaube seinem Wort.

Ich wurde bisher selten im Leben von Menschen enttäuscht - daher halte ich mein Bauchgefühl für recht zuverlässig.

Nur eben bezüglich meines Mannes und seinen Zukunftswünschen war ich blind, weil ich sehen wollte, was ich gerne sehen würde.

Vielleicht will er dich ja genauso halten. Es ist ja durchaus möglich, dass er einfach lieber eine 30-Jährige vögelt als eine Endvierzigerin. Es könnte auch eine übliche Midlife-Crisis sein, dass er sich mit dir jung fühlt.

Könnte es. Aber ich bin 30 und hatte erst einen festen Partner, meinen Mann. Ich bin sehr wählerisch und glaube eine gute Menschenkenntnis zu haben. Es geht nicht hauptsächlich um Sex bei uns, auch wenn der sehr gut ist. Wenn er sich mit mir jung fühlt: Super. Negiert allerdings nicht der Option, das es echte Liebe ist, oder?

Du gehst da ganz viele Risiken für dein Leben ein. Jemand hat das Strohfeuer erwähnt - meine Güte, du vögelst monatelang fremd, weil dein Mann ums Kinderkriegen rumeiert (sonstige negative Dinge habe ich über ihn immer noch nicht gelesen). Kinder hast du deswegen immer noch keine, bist aber lange fremdgegangen und die Verletztheit deines Mannes kann ich nachvollziehen.

Ja, es ist ein großes Risiko. Ich bin jemand er bisher eher auf Sicherheit gesetzt hat und oft eigene Bedürfnisse deshalb zurückgestellt hat (Berufswahl, ich bin für meinen Mann ans andere Ende Deutschlands gezogen, habe jahrelang darauf gewartet das er bereit ist für Kinder). Diesmal hatte ich das Gefühl, meinem Herzen folgen zu dürfen.

Vielleicht fliege ich auf die Nase damit - aber ich hatte zuletzt das Gefühl, mein auf Sicherheit ausgelegtes Leben schnürt mir die Luft ab.

Wie es weitergeht mit euch sollte mit so viel Geduld und Ruhe angegangen werden. Zeitdruck ist da ein ganz schlechter Berater. Ich glaube auch, dass du da verfrüht aufgegeben hast. Möglich, dass dein Mann bisher noch keine Kinder mit dir wollte. Aber vielleicht hatte er auch nie die Chance, dies ehrlich zu sagen. "Ich möchte aktuell keine. Ob ich später welche möchte, das weiß ich noch nicht." - hättest du eine solche Antwort akzeptiert?

Wie gestern, glaube ich, schon geschrieben: Ja, vor 5 Jahren hätte ich das so akzeptiert. Jetzt kann ich es nicht mehr. Mein Kopf wollte warten, bis mein Mann bereit ist. Aber mein Herz konnte nicht mehr warten. So fühlt es sich an.

DieDosisMachtDasGift

Das Fatale an unserem Leben und den Weg zu Entscheidungen ist, dass wir sie erst im Nachgang verstehen können. Ohne Risiko ist nichts vorwärts zu bewegen. Ich glaube, Du weißt längst was Du willst, aber der Verstand dominiert noch Dein Lebensgefühl. ;-) :)_

Richtig. Ich habe gesagt bisher sehr sicherheitsorientiert gelebt. Diese Sache ist extrem riskant, verlockt aber auch durch ihre Intensität und ist sehr verheißungsvoll. Daher die Zerrissenheit in mir.

Der Verstand sagt noch so Dinge wie: Das kannst du deinem Mann nicht antun, so kurz nach der Hochzeit. Du hast es ihm versprochen. Was werden Familie und Freunde sagen?

Aber was nützt es mir, was nützt es meinem Mann, wenn ich bei ihm bleibe und unglücklich bin? Mich nach dem anderen verzehre? Hat nicht auch mein Mann eine Frau verdient, die ihn so liebt wie er ist und nichts von ihm fordert, das er nicht freiwillig gibt?

dieSeherin

wahrscheinlich kann man das alles jetzt wundervoll analysieren, abwägen und sonstwas, aber weißt du was mein erster gedanke nach dem lesen der kompletten geschichte war: //ey, verdammt noch mal... warum nimmt sie ihren kollegen-kerl nicht an der hand und spring? ins kalte wasser, in die liebe, ins ungewisse, in die leidenschaft...?

Sowas brauche ich im Moment. :)z Angst, denke ich, ist im Moment noch das einzige, das mich zurück hält.

Da ich hier im Forum schon länger aktiv bin weiß ich, dass du eine ähnliche Geschichte erlebt hast, die noch komplizierter war, und dass es für dich und den "anderen Mann" gut ausgegangen ist. Natürlich macht mir sowas Mut und natürlich kannst du aus der Perspektive dazu raten, mutig zu sein.

meist werden eher die dinge bereut, die man nicht getan hat - selten die, die man getan hat!

Das stimmt wohl. Und rückblickend ergeben sogar oft Dinge, die man zunächst bereut, ihren Sinn.

Alias 727889


Comran:

Wenn der Kollege dir nun nach einem "Einpendeln" einer frischen Beziehung sagen würde, dass er nach dem ersten Hormonüberschwang nun wieder auf dem Boden ist, und aus "vernünftigen Gründen" lieber von einer neuen und für ihn zusätzlichen Vaterschaft absehen würde, was würde das für deine Gefühle bedeuten? Wenn du mit ihm also keine Kinder haben würdest, wäre dieser neue Mann dir genug, so dass du mit ihm eine Beziehung und damit definitive Kinderlosigkeit eingehen könntest?

Das ist eine gute Frage, auf der ich nochmal herumdenken werde. Im Moment würde ich dazu tendieren zu sagen: Ja. Lieber bin ich mit ihm kinderlos als mit meinem Mann.

Ob ich das in 5 Jahren aber noch so sagen könnte, wenn die Hormone abgeflaut sind, weiß ich natürlich nicht.

Denn wie es auch hier im Faden schon gelegentlich angesprochen wurde, musst du ganz klar entscheiden, welches Problem hier vorliegt. Hast du dich von deinem Mann entfernt und eigentlich schon für den Kollegen als zukünftigen Partner im Herzen entschieden, oder ist es ein Erzeuger, den du suchst?

Auch hier: Ich würde ersteres bejahen. Ich habe mich durch den Konflikt von meinem Mann entfernt den ich einst genug liebte um seinetwegen ganz weit weg von meiner Familie und Freunden zu ziehen, für die Option auf eine Zukunft mit ihm. Das Gefühl, dass er meine Bedürfnisse nicht ernst nimmt, hat die Liebe langsam gefressen. Ob sie noch da ist, verschüttet unter meiner Verletztheit und Kränkung, ist ungewiss. Das wird die Zeit zeigen.

Ob ich einen Erzeuger suche? Ja, irgendwo schon. Ich möchte eine Familie und Kinder. Das geht nicht ohne Erzeuger. Wahllos bin ich sicherlich nicht in der Auswahl desselben, sonst wäre mein Mann nicht der einzige Freund den ich je hatte.

Niemals würde ich einem Mann ein Kind unterschieben, das er nicht will. Falls es das ist, worauf du hinaus willst.

Ich habe aufgrund eigener Kindheitserfahrung da besonderen Skrupel. Ich habe häufig gemerkt, dass mein Vater sich nicht aktiv für mich entschieden hat. Meine Mutter wollte gerne Kinder, mein Vater hat es akzeptiert.

Lieber würde ich kinderlos bleiben, als meinem Kind das anzutun. Und lieber lebe ich unter finanziell schlechten Bedingungen als mit dem Gefühl, der Vater meiner Kinder hat diese nur mir zuliebe gekriegt.

Marie27

Wie gesagt, ich glaube ihm nicht, dass er überhaupt Kinder mit mir möchte, und der glaubt mir nicht mehr, dass ich diese Ehe noch will.

Hat er ja auch recht, oder?

Ja, im Moment fühlt es sich so an. Ich weiß eben nur nicht ob es ist, weil ich ihn nichtmehr genug liebe, oder ob es ist, weil ich so verletzt und enttäuscht bin, dass ich es nur gerade nicht spüre.

MQari[e2x7


...oder ob Dir der andere alle Sinne vernebelt und das gefühlstechnisch überlagert und in den Schatten stellt.

Mcarice2x7


Du musst Dich fragen ob du es überhaupt noch rausfinden möchtest, ob es an der Enttäuschung oder den eventuell mangelnden Gefühlen liegt. Wenn du das möchtest bleibt eigentlich nur, die Affäre zu beenden und Dich auf deine Ehe zu konzentrieren.

Wenn nicht, dann beende die Ehe, finde Dich, aber sei Dir bewusst, daß es mit dem Kinderwunsch dann auch schief gehen kann.

g2raBum


ok, was soll passieren? Das schlimmste das passieren kann ist, wenn du deinen Mann verlässt , dass auch die neue Beziehung in die Brüche geht und du ohne Mann dastehst. Naja - das ist das Leben. Dann wirst du dir einen neuen suchen. Aber ansonsten hast du dein Leben doch im Griff , bist finanziell unabhängig usw.

Du kannst auch auf Sicherheit gehen und deine Ehe kitten. In der es wohl schon lange kein Leben mehr gibt. Für mich liest es sich so, dass es von dir nicht mehr die grosse Liebe ist und wohl auch für deinen Mann nicht. Es ist eben - sicher. Ein sicheres Leben ohne Liebe und (Leiden)schaft.

Ich denke dein Mann hat nicht ohne Grund so viele Jahre die Hochzeit und Kinder hinausgezögert.

Klar kann man sagen er möchte das halt nicht oder ist noch nicht soweit. Wer weiss, wenn die "richtige" Frau kommt ist er vielleicht schneller.

DOieDos$isma&chtdgasGift


Alias 727889

Ich finde, dass Du sehr reflektiert und selbstkritisch an Deine Situation heran gehst. Ich erkenne einiges aus Deiner heutigen Situation wieder, wenn ich auf mein Leben zurück schaue. Vielleicht fällt es deswegen bei einigen Menschen leichter, sich ihnen "näher" zu fühlen, weil man die Gedanken, Gefühle und Zweifel wieder erkennt.

Was ich gut finde, dass Du in keine Richtung versuchst etwas schön zu reden oder einen der beiden Männer mit Deinen eigenen Wünschen/Sehnsüchten zu verbiegen. Es wäre Dir ein Leichtes gewesen, Deinem Ehemann ein Kind gegen seinen Willen "unterzujubeln", und niemand hätte Dich dafür (von Deinem Mann abgesehen) dafür verurteilen können. Das Du es nicht getan hast, zeigt das Du sehr gut auf die Bedürfnisse Deines Mannes geachtet hast über lange Jahre, obwohl er Deinen größten Wunsch zunehmend ignoriert hat.

Was Du sicher nicht mehr vollbringen kannst, Dich auf das Level zurück beamen, dass vor Deiner Affärenzeit bestanden hat. Du bist heute gereifter im Denken und Fühlen, hast mit den neuen Erfahrungen einen großen Entwicklungssprung vollzogen, hinter dem Deine 'Liebe' zu Deinem Ehemann und Freund früher Jugendtage weit zurück fällt. Das mag für eure Jetzt-Situation einerseits tragisch sein, aber es ist ein realer Fakt der sich nicht mehr wegdiskutieren lässt.

Ich denke, dass Du auch ohne diese Affäre irgendwann an diesen Punkt gekommen wärst, vermutlich aber weit schmerzhafter und noch einige Jahre vergehend.

Ob es der Affären-Mann sein wird, der Dein Lebensbegleiter wird in guten wie in schlechten Tagen, kann niemand im Forum wissen. Das wird der Fortgang der nächsten Schritte zeigen.

Ich würde Dir allerdings einen Thread empfehlen zum nachzulesen, der sich zum Teil um Deine heutige Problematik dreht.

[[http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/667927/]]

Wenn Du näheres dazu wissen magst, schreibe mich per PN an oder noch besser, lies die jüngsten Beiträge der Forenschreiberin im Forum, die sind selbstklärend an dieser Stelle. ;-) ]:D

Ich wünsche Dir einen Weg der gütlichen und zeitnahmen Entscheidung der keinen von euch weiter und tiefer verletzt als ohnehin schon geschehen. Es würde für jeden von euch 3 Beteiligten einen Neuanfang in Sachen Beziehung (zulassen von Nähe und Emotionen) deutlich erschweren und die Liebesfähigkeit, sowie das Urvertrauen in Sachen Paarliebe noch deutlicher beschädigen als es in der Jetzt-Situation bereits der Fall ist. :)* @:)

Alias 727889


...oder ob Dir der andere alle Sinne vernebelt und das gefühlstechnisch überlagert und in den Schatten stellt.

Richtig. Das ist eine Möglichkeit, und der Grund, warum ich eben nicht letzten Herbst schon zu meinem Mann gesagt habe: Hör mal, ich habe mich in einen anderen Mann verliebt und verlasse dich heute.

Ich weiß das die Hormone einiges überlagern können. Aber wie lange halten die an? Wie lange muss ich mich zwischen Kopf und Herz zerreißen bis ich mir sicher genug sein kann?

C~omBraxn


Wenn er sich mit mir jung fühlt: Super. Negiert allerdings nicht der Option, das es echte Liebe ist, oder?

Nicht zwangsläufig. Wir können aus der Ferne ja noch schlechter in ihn reingucken. Aber die Motivation, sich durch eine jüngere Frau jünger zu fühlen, ist doch recht verbreitet und in meinen Augen die falsche Motivation. Denn dieses Empfinden (oder pauschal "Midlife-Crisis") bleibt ja nicht von Dauer.

Aber du bist dir der Risiken, es mit einem älteren Mann zu probieren, ja durchaus bewusst. Wenn du es wagst, dann hoffe ich, dass du eure Bindung sehr gründlich auf den Prüfstand gestellt hast und vor allem auch eine längere Erfüllung darin findest. Statistisch gesehen wirst du ihn ja ungefähr verlieren, wenn du in die Rente gehst - d.h. du wirst dann erst mal allein sein. Klingt brutal, aber ist so und muss einem bewusst sein. Das ist mit 30 aber noch so weit weg ...

Vielleicht fliege ich auf die Nase damit - aber ich hatte zuletzt das Gefühl, mein auf Sicherheit ausgelegtes Leben schnürt mir die Luft ab.

Was einer Midlife-Crisis auch sehr nahe kommt, was du empfindest. Nur eben durch die besonderen Umstände der Diskrepanz zwischen Wollen und Haben geschuldet. Auch bei dir läuft empfundenermaßen eine Zeit ab, über die du weißt, dass sie nicht ewig dauert. Ich glaube nach wie vor, dass es längst um das ganze Beziehungsmodell geht und nicht nur um die Kinderfrage. Wenn diese auch vielleicht der Auslöser war, dich gefühlsmäßig von deinem Mann zu entfernen. Dafür spricht auch:

Im Moment würde ich dazu tendieren zu sagen: Ja. Lieber bin ich mit ihm kinderlos als mit meinem Mann.

Das ist eine sehr klare Aussage. Eigentlich bist du schon so weit, dass du den Kampf um die Ehe gar nicht mehr führen möchtest, denn du bevorzugst den Kollegen bei der Partnerwahl.

Ob sie noch da ist, verschüttet unter meiner Verletztheit und Kränkung, ist ungewiss. Das wird die Zeit zeigen.

Das ist ja das Risiko - du wirst es erst nach deiner Entscheidung merken. Ich glaube ja nicht, dass du jetzt noch 2 Jahre in die Ehe investieren wirst, so wie du dich oben liest. Oder ist dies noch ein wirklich offener Punkt bei dir, wie es weitergehen soll? Ist eine Trennung von deiner Seite schon beschlossen, oder haderst du noch?

Niemals würde ich einem Mann ein Kind unterschieben, das er nicht will. Falls es das ist, worauf du hinaus willst.

Nein, um Gottes Willen. Das wollte ich nicht unterstellen @:) . Ich wollte nur herausfinden, ob der Antrieb, Kinder zu bekommen, noch deine Hauptmotivation ist. Ist es nicht. Ich glaube, so viel haben wir jetzt verstanden. Dein Mann ist für dich ganz fern. Und vermutlich würdest du sogar damit hadern, wenn er jetzt Kindern zustimmen würde. Weil du dich eben ungeliebt fühlst und denkst, er würde das auch wieder nur tun, um dich zu halten. Und das finde ich eben das Tragische an der Sache, weil du ihm möglicherweise Unrecht tust. Vielleicht liebt er dich mit ganzem Herzen, aber möchte nur keine Kinder. Dadurch werden deine Gefühle aber nicht besser, selbst wenn sie auf einem Irrtum beruhen würden.

D)ie Se@heWrin


Wie lange muss ich mich zwischen Kopf und Herz zerreißen bis ich mir sicher genug sein kann?

nur solange, bis du eine entscheidung getroffen hast! dann hört jedenfalls das zerrissenheits-gefühl auf. sicherheit wirst du niemals bekommen :)_

(im übrigen hätte ich alles, was ich bisher geschrieben habe, auch gesagt, wenn das mit meinem kerl und mir nicht so gelaufen wäre!)

Alias 727889


DieDosisMachtDasGift

Es wäre Dir ein Leichtes gewesen, Deinem Ehemann ein Kind gegen seinen Willen "unterzujubeln", und niemand hätte Dich dafür (von Deinem Mann abgesehen) dafür verurteilen können. Das Du es nicht getan hast, zeigt das Du sehr gut auf die Bedürfnisse Deines Mannes geachtet hast über lange Jahre, obwohl er Deinen größten Wunsch zunehmend ignoriert hat.

Ja es wäre ein leichtes gewesen. Mehrere Freundinnen haben mir im Verlauf meines "Leids" in den letzten Jahren sogar dazu geraten, es einfach "passieren" zu lassen. Pille vergessen oder Kondom manipulieren.

Nicht einmal habe ich das in Erwägung gezogen, keine Sekunde lang. Ich denke, die wenigsten Beziehungen halten einen solchen Vertrauensbruch aus. Es geht mir nicht um "ein Kind um jeden Preis". Ich möchte einen Mann an meiner Seite der mich so sehr liebt das er ein Kind mit mir möchte. Der Spaß und Freude daran hat, dieses Kind aufwachsen zu sehen und es zu begleiten. Der mit dem Kind spielt und sich ehrlich für dieses Kind interessiert.

Als ich meinen Mann kennenlernte war ich 22 und Kinder für mich etwas, wo man in ferner Zukunft mal dran denkt. Klar habe ich kurz abgecheckt, ob er generell Kinder möchte. Seine nicht sehr leidenschaftliche Antwort "Ja, klar, irgendwann mal" hat mir damals gereicht. Nur hat sich in den 8 Jahren bei mir viel geändert gefühlsmäßig, was dieses Thema angeht. Bei ihm nicht. Es ist immer noch ein "Ja, klar, irgendwann mal".

Ich hatte gedacht, dass ich ihm nur genug Zeit geben muss, und dann aus dem halbherzigen "später" ein leidenschaftliches "Ja" werden wird. Das war vielleicht naiv von mir. Ich befürchte leider auch, dass nach 8 Jahren Beziehung, selbst ohne die Problematik einer Affäre, aus einem leidenschaftslosen "irgendwann" kein leidenschaftliches "Ja" mehr wird. Das hätte ich vor der Hochzeit spüren können und uns beiden damit viel erspart. Aber jetzt ist es so.

Was Du sicher nicht mehr vollbringen kannst, Dich auf das Level zurück beamen, dass vor Deiner Affärenzeit bestanden hat. Du bist heute gereifter im Denken und Fühlen, hast mit den neuen Erfahrungen einen großen Entwicklungssprung vollzogen, hinter dem Deine 'Liebe' zu Deinem Ehemann und Freund früher Jugendtage weit zurück fällt. Das mag für eure Jetzt-Situation einerseits tragisch sein, aber es ist ein realer Fakt der sich nicht mehr wegdiskutieren lässt.

Ebenfalls richtig. Ich werde nicht mehr zurück finden können zu dem Mann, den ich vor diesem Entwicklungsschritt als "richtig" für mich empfand.

Danke auch für den Link zu dem Faden, ich werde ihn bei Gelegenheit in Ruhe durchlesen. Habe überflogen und gesehen das es wohl um Selbstsicherheit und das Bedürfnis, geliebt zu werden, geht.

M%ari&e27


Ebenfalls richtig. Ich werde nicht mehr zurück finden können zu dem Mann, den ich vor diesem Entwicklungsschritt als "richtig" für mich empfand.

Dann ist die Sache doch klar - zumindest was Mann & Ehe angeht ":/

Alias 727889


Dann ist die Sache doch klar - zumindest was Mann & Ehe angeht ":/

Ein Funken Hoffnung war wohl immer noch da. Dass ich mit dem Kopf noch gegen an steuern kann. Ich wollte nie geschieden sein, meinen Mann so verletzen, jetzt in dieser Situation sein. Ich glaube ich klammere mich noch an einen Strohhalm, der wohl schon nicht mehr da ist.

Das sah vor 3 Monaten, als ich die Affäre auf Eis legte, um an meiner Ehe zu arbeiten, noch anders aus. Da war ich voller Angst und Panik, meinen Mann zu verlieren. Aber ich befürchte, die letzten 3 Monate haben gezeigt, das da nichts mehr zu holen ist.

Das ist ja das Risiko - du wirst es erst nach deiner Entscheidung merken. Ich glaube ja nicht, dass du jetzt noch 2 Jahre in die Ehe investieren wirst, so wie du dich oben liest.

Im Moment glaube ich nicht, das ich die Kraft dazu habe. Ich habe jetzt 3 Monate, zugegebenermaßen sehr halbherzig, versucht zu meinem Mann zurückzufinden, ohne Erfolg. Ich wüsste nicht was passieren muss damit ich nochmal Hoffnung schöpfe diesbezüglich.

Ist eine Trennung von deiner Seite schon beschlossen, oder haderst du noch?

Beschlossen ist gar nichts. Aber ich befürchte mein Herz hat bereits entschieden. Der Kopf wünscht sich noch eine "Friede, Freude, Eierkuchen"-Lösung die alle glücklich macht. Ich weiß natürlich das das nicht möglich ist.

Nein, um Gottes Willen. Das wollte ich nicht unterstellen @:) . Ich wollte nur herausfinden, ob der Antrieb, Kinder zu bekommen, noch deine Hauptmotivation ist. Ist es nicht. Ich glaube, so viel haben wir jetzt verstanden. Dein Mann ist für dich ganz fern. Und vermutlich würdest du sogar damit hadern, wenn er jetzt Kindern zustimmen würde. Weil du dich eben ungeliebt fühlst und denkst, er würde das auch wieder nur tun, um dich zu halten. Und das finde ich eben das Tragische an der Sache, weil du ihm möglicherweise Unrecht tust. Vielleicht liebt er dich mit ganzem Herzen, aber möchte nur keine Kinder. Dadurch werden deine Gefühle aber nicht besser, selbst wenn sie auf einem Irrtum beruhen würden.

Ja das ist mir bewusst. Das ist es vielleicht auch, was mich so sehr quält. Wenn er klar sagen würde: "Es tut mir leid, das ich dich getäuscht habe, aber ich möchte keine Kinder mit dir, jetzt nicht und später nicht."

Dann würde es einmal richtig weh tun und dann wüsste ich: Mit diesem Mann habe ich keine Zukunft.

Aber so ist es qualvoll gewesen. Das ständige hoffen, er würde doch noch soweit sein. Die Enttäuschung mit jeder gebuchten Fernreise, das es in diesem Jahr wohl wieder nicht soweit sein wird. Die Zerrissenheit zwischen Ansprechen des Themas (sonst heißt es später, ich hätte meine Bedürfnisse nicht klar genug ausgedrückt) und ruhen lassen (wenn er gestern kein Kind wollte, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er heute eines will, relativ gering). Was hätte ich anders tun können? Wo habe ich versagt? Und ist es mein eigenes Problem, dass ich seinem "später" nicht mehr glauben kann? Würde er wirklich noch zum liebenden Vater meiner Kinder werden?

Das sind die Fragen die mich umgetrieben haben und mich mürbe gemacht haben. Tragisch wäre wirklich, wenn er es auch will, aber ich es nicht mehr spüren kann. Das wäre der tragischste Ausgang der ganzen Sache.

AGufDeqrArxbeit


Ganz ehrlich: ich finde man spürt praktisch deine Gefühle für deinen (Ex-)Kollegen aus jedem deiner Beiträge.

Deine Ehe halte ich für gescheitert... weil ihr nicht an einer gemeinsamen Zukunft gearbeitet habt sonden euch gegenseitig verändern wolltet - das sieht man beim Kinderwunsch ganz deutlich.

Ich finde es gibt viele Dinge über die man Diskutieren kann - aber nicht beim Kinderwunsch. Schon alleine deshalb würde ich die Ehe beenden... das durch die Affaire der Kinderwunsch nun wieder in die Ferne gerückt ist macht sie Sache doch nur noch eindeutiger.

Wenn ich dich zu höre, würde ich dir selbst beim Umzug zu deinem Exkollegen helfen. Ganz ehrlich? Das hört sich alles so wunderschön an. Selbst wenn davon nur 25% übrig bleibt ist es mehr als du heute hast.

Trau dich. :)*

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