» »

Wie gehts dir?

-]---Seunny--x-- hat die Diskussion gestartet


Ich habe mir in letzter Zeit viele Gedanken um diese 3 Wörter gemacht. Warum? Weil mir aufgefallen ist, dass ich mir von manchen Menschen wünsche, sie würden mich das öfter mal fragen.

Beim Überlegen ist mir aber aufgefallen, dass es sehr wohl Menschen gibt die mich das sehr regelmässig fragen. Das sind aber meine Klienten. Früher habe ich in diesem beruflichen Rahmen grundsätzlich gesagt, dass es mir gut geht. Denn auf der Arbeit muss man schliesslich funktionieren und dazu muss es einem gut gehen. Inzwischen gebe ich aber zumindest einfachere "Schwächen" wie Müdigkeit, eine Erkältung etc. zu, manchmal sogar "schlechte Laune". Ich denke, dass mich das authentischer macht, es sinnvoll für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist wenn man menschliche Schwächen zugibt.

Seit mir aufgefallen ist, wie selten ich das -von mir wichtigen Menschen- gefragt werde frage ich im Gegenzug genau diese Menschen öfter, wie es ihnen geht. Dann erzählen sie und ich höre zu... selten kommt die Gegenfrage.

Ich will mit diesem Faden nicht um Aufmerksamkeit betteln, das tu ich bei diesen Menschen auch nicht.

Ich wollte nur mal hören wie das bei euch so ist, wie oft fragt ihr die Menschen die euch wichtig sind, wie es Ihnen geht? Wie oft werdet ihr es gefragt? Wenn ihr jemandem euer Herz ausschüttet, seid ihr noch achtsam genug mal zurück zu fragen? Oder ist diese Frage unwichtig, weil einfach davon ausgegangen wird dass der andere schon rausrücken wird wenn was ist? Für mich ist sie wichtig, ich habe dann das Gefühl, dass jemand Interesse an mir hat. Es hat etwas wertschätzendes.

Jüngstes Beispiel meiner "Studie": eine Bekannte postet in den sozialen Medien fleissig von einer OP, vorher von den Untersuchungen, danach von der Langeweile daheim im Bett, zwischdrin freilich mit der Ortsangabe vom Krankenhaus... auf ihren letzten Post habe ich sie angeschrieben, wie es ihr so ergeht, wie sie zurecht kommt da sie momentan nicht allzu mobil ist... sie schreibt fleissig zurück von sich selbst, ohne Gegenfragen... denken die Menschen denn nur noch an sich? Oder seh ich das zu eng?

Antworten
n7ulgli&>pDriesexmut


Hm, das Beispiel finde ich etwas unglücklich. Wenn ein Mensch ins Krankenhaus muss, sich sogar einer OP unterzieht, dann finde ich schon, dass derjenige jedes Recht hat, mal eine Weile sich selbst zu sehen und sich nicht mit den Sorgen anderer sozusagen belasten zu müssen. Hättest du gewollt, dass sie dich aus reiner Höflichkeit fragt, oder um ihr tatsächlich zu sagen, dass du erkältet bist oder du schlechte Laune hast? Wozu?

Aber um deine Frage zu beantworten - hm. Es gibt tatsächlich Menschen, die sind ausgesprochen einseitig veranlagt. Und es kommt vor, dass ich die aus meinem Leben streiche. Aber nicht, weil sie mich nie fragen, wie's mir geht. Sondern weil sie halt schlicht zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Und alle anderen frage ich dann, wenn ich das Gefühl habe, dass ich sie fragen sollte - zum Beispiel, weil sie länger still waren, nicht gut aussehen, oder ja, weil ich etwas von mir erzählt habe.

-H-L--S{unnLy--s--


Ok, vielleicht war das Beispiel etwas blöd da sie in einer extremen Situation war. Ich hätte ihr auch nicht von schlechter Laune oder so erzählen wollen, eine Erweiterung der "wie gehts dir"- frage wäre ja zum beispiel auch ein "was machst du so?" Oder so ähnlich. Einfach ein kleines Zeichen von Interesse am Gegenüber.

T_hali)na


In meiner Umgebung ist das sogar eine sehr häufige Frage und es wird sich auch echt interessiert. Ich kann echt keinen Mangel an Interesse oder Einseitigkeit feststellen. Gerade die die mir wichtig sind Fragen mich und ich frage auch zurück.

moeGlinka


Vielleicht mal eine andere Perspektive: Ich stelle diese Frage eigentlich nie aus Smalltalk-Gründen, sondern immer aus echtem Interesse. Wenn ich das Gefühl habe, ich bin mit einer Person noch nicht vertraut genug, als dass sie mir ihre Gefühlslage tatsächlich mitteilen könnte oder wollte, stelle ich diese Frage nicht. Ich möchte jemanden weder dazu "zwingen", sich mir zu offenbaren, noch dazu, gute Miene machen zu müssen. Wenn ich also merke, dass möglicherweise etwas nicht stimmt, versuche ich das eher in meinem Auftreten als durch direkte Fragen zu zeigen. Und das gilt auch bei einem strahlenden Gegenüber. Wer weiß, welche intimen Abenteuer ihm dieses freudige Grinsen ins Gesicht zaubern, von denen ich aber nichts wissen muss.

-`---Sunn:y---x-


@ Melinka

Ein Smalltalk-wie-gehts mag ich auch nicht gerne... anfangs dachte ich auch, dass das von meinen Klienten smalltalk ist. Inzwischen glaube ich das nicht mehr. Arbeite mit geistig behinderten, ich glaube da kann ganz viel dahinter stecken, das abchecken wie "der Betreuer" heute drauf ist um herauszufinden was an diesem Tag alles möglich ist, die Sehnsucht nach einem "normalen" Leben, damit der Betreuer etwas aus seinem normalen Leben erzählt, die Sehnsucht ebenfalls gefragt zu werden wie es geht und natürlich das echte Interesse.

Und ja, ich möchte mich auch nicht aufdrängen... Arbeitskollegen frage ich auch nur wenn ich das Gefühl habe, das etwas nicht stimmen könnte. Mit dem Hintergrund dann eine Unterstützung/ Erleichterung im Arbeitsalltag zu schaffen.

Eshesmaliger Nuwtzer (#C57x3797)


Ich finde, dass diese Frage viel zu oft und sehr unehrlich ausgesprochen wird. Die meisten Leute wollen darauf keine ehrliche Antwort. So meine Erfahrung.

-:---Sunnwy-x---


Feeri,

Du meinst es ist nur eine Höflichkeitsfloskel und bei der Antwort wird dann schon nichr mehr wirklich zugehört? Ich weiss was du meinst, das erlebe ich aber eher selten. Vom

Versicherungsfuzzi vielleicht ;-D

B]ambXiene


@ Hallo Sunny @:)

Da ich deinen anderen Faden verfolge, stell ich mir die Frage, ob du einer guten Freundin, einer Arbeitskollegin, deinem Nachbarn oder deinen Geschwistern auf diese Frage ehrlich und vor allem erschöpfend beantworten würdest. Immer vorausgesetzt, diese personen wären an deinem Wohlbefinden und an deinen Sorgen und Problemen interessiert. Würdest du von all dem was dich bewegt wirklich erzählen wollen? Oder geht es dir eher darum, dass du das Gefühl hast, du wärst einigen Menschen aus deinem Umfeld tatsächlich egal.

Ich stelle diese Frage machmal. Vor allem Menschen die ich ne Weile nicht gesehen und auch nicht telefonisch gesprochen habe. Manchmal schieb ich noch ein ".... und wie geht es dir wirklich?" hinterher.

Menschen die ich tagtäglich sehe und besser kenne, bekommen konkretere Fragen gestellt.

Eigenartigerweise mag ich selber diese Frage nicht gestellt bekommen. Vor allem nicht in der abgewandelten Form "Geht's dir gut?"

Die paar Leute die mich gut kennen, werden auch mich viel geziehlter fragen. Und diesen Menschen könnte ich auch ungefragt von meinen Befindlichkeiten erzählen.

EUhemalQiger N!utzerY (#5w737x97)


@ Sunny

Du meinst es ist nur eine Höflichkeitsfloskel und bei der Antwort wird dann schon nicht mehr wirklich zugehört?

Höflichkeitsfloskel, ja. "Nicht mehr wirklich zugehört", nein. Das meinte ich nicht, sondern dass die ehrliche Antwort, die z.Bsp. lautet, "mir geht's schlecht" nur die wenigsten hören wollen, sich nicht damit auseinandersetzen wollen, könnte ja anstrengend werden, das eigene Leben stören... :-/

E:hemValige:r Nutjzer (#57%3797)


Manchmal schieb ich noch ein ".... und wie geht es dir wirklich?" hinterher.

Bambiene

:)^ :-)

Cnomkra7n


Wie geht's dir denn?

Mwatze!Berxlin


zieh in die USA oder nach England! Da wird dir diese Frage mehrmals am Tag gestellt. Teilweise auch mehrmals am Tag von einer einzigen Person, z.B. morgens und mittags nochmal. ;-D

-N---Srunnyx----


Je nachdem, von wem ich die Frage gestellt bekomme antworte ich auch mehr oder weniger ausführlich. Und ich denke, dass das auch im Sinne des Fragenstellers ist. Weder meinem mit meinem Nachbarn, noch meinem Arbeitskollegen würde ich über solche Eheprobleme reden. Bei der besten Freundin sieht es da schon anders aus, aber da kommt diese Frage schon länger nicht.

Aufgekommen sind meine Gedanken übrigens schon bevor diese Eheprobleme wieder aktuell waren. Ich hatte viel gearbeitet, war müde und ein wenig einsam weil mein Mann arbeiten war und hatte in dem Moment einfach Sehnsucht nach einem Gesprächspartner. Da fiel mir eben auf, dass die Leute die mir am nähesten stehen irgendwie gar nicht so gut auf mich achten. Habe aber direkt umgedreht überlegt, wie gut ich auf meine Leute achte.

@ comran

;-D danke der Nachfrage, körperlich gut, psychisch so lala, nicht grad 100% aber es lässt sich noch ganz gut leben :-)

B>al7durxhh


Ich weiss was du meinst, das erlebe ich aber eher selten. Vom

Versicherungsfuzzi vielleicht ;-D

Der Versicherungsfuzzi wird aufrichtig interessiert sein, wenn Du ihm diese Frage mit "schlecht" beantwortest. Er wird Dich nach den Gründen fragen und - je nachdem worin die liegen - wird er Dir sagen, dass er Dich durch den Abschluss einer Risiko-Police auf jeden Fall glücklicher machen kann.

Tatsächlich wirst Du vielleicht zufriedener sein, weil Dein Sicherheitsgefühl gesteigert ist, auf jeden Fall aber finanziell ärmer.

Will sagen: Wir denken durchaus Ziel und Zweckgerichtet. Freunde interessieren sich für mich; sie kennen meine Gefühlslage im "Großen und Ganzen". Flüchtige Bekannte erwarten die stereotype Antwort: "Gut", weil das Gegenteil von gut auf jeden Fall längere Diskussionen über Demenzerkrankungen der Eltern, Pubertätsprobleme der Kinder, oder finanzielle Probleme nach sich ziehen würde.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH