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Wie Beziehung fortführen?

O+wletxte hat die Diskussion gestartet


Hallo

Ich muss mir mal ein bisschen Luft machen, da ich leider mit niemanden über mein Problem reden kann.

Von Anfang: seit geraumer Zeit werde ich ziemlich subtil von gewissen Leuten (eigentlich ist es nur eine Person, die ihre Freunde mit in die Pflicht nimmt) gemobbt. Es ist sehr belastend und kaum beweisbar. Es belastet mich sehr, obwohl ich es mir bisher nicht eingestanden habe und gedacht habe, ich stecke das weg. So einfach ist es leider nicht.

Aber das Mobbing an sich ist nicht (mehr) mein Hauptproblem.

Mein Partner, mit dem ich auch zwei Kinder habe, versteht mich nicht und glaubt mir auch nicht, dass jemand so viel Energie und Zeit in aufwendige Aktionen investiert nur um mich psychisch kaputt zu machen. Man muss dazu sagen, dass die mobbende Person und ich schon seit langem im Clinch liegen und es dieser Person grosse Freude bereitet, daraus schöpft sie auch ihre Kraft, wenn sie bewirkt hat, dass es anderen schlecht geht, andere zu quälen ist quasi der Lebensinhalt dieser arbeitslosen Person, die eigentlich nichts mehr im Leben hat und eine "traurige Wurst" ist. Wenn sie nicht durch und durch mies wäre, hätte ich sogar Mitleid.

Nicht nur ich werde von der Person gemobbt, sie hat auch schon einen gewissen "Ruf" weg.

Mein Partner verlangt, ich solle ihre Aktionen mit dem Handy fotografieren oder filmen. Da die Aktionen stets "neu" und unerwartet passieren, man nie weiss womit sie als nächstes kommt ists ein wenig schwierig. Joa, sie wird auch gerade warten bis ich mein Handy in Position gebracht habe. Ziemlich unrealistische Forderung, finde ich. Aber gut, darum geht es im Grunde nicht.

Mein Problem ist, dass er kein Vertrauen (eigentlich in kaum einer Sache) in mich hat, mir grundsätzlich nur das glaubt, was er selbst gesehen und erlebt hat und auch öffentlich nicht zu mir steht so wie ich es erwarte. Ich würde ihn nie in der Offentlichkeit kritisieren oder über private Dinge herumstreiten. Wenn er mir etwas erzählt, glaube ich es ihm grundsätzlich und wenn wir auf jemanden treffen, den er nicht mag bin ich immer loyal und würde, metaphorisch gesprochen, sofort auf denjenige losgehen ohne in Frage zu stellen, ob es nicht eigentlich mein Freund ist, der im Unrecht ist. Bin 100% loyal. Das erwarte ich auch von meinem Partner.

Auch an Beschimpfungen a la "Hu*, Schla* musste ich mich erst mal gewöhnen, in meinem Elternhaus gibt es sowas nicht, aber inzwischen stehe ich ihm verbal in nichts nach, auch wenn ich es bis heute nicht abkann. Natürlich tun wir dies nicht vor den Kindern, sobald die Kinder da sind, tue ich immer als ob nichts wäre, aber die Atmosphäre ist natürlich trotzdem irgendwie bedrückend.

Wie schon angedeutet sieht mein Partner die Dinge etwas anders. Für ihn ist es kein Problem öffentlich Auseinandersetzungen zu haben, wenn Fremde oder gar die Mobber private Dinge von uns mitbekommen - für ihn kein Problem.

Betreffend der Mobbingaktionen: Was er nicht selbst gesehen hat, tut er als "Einbildungen" meinerseits ab. Inzwischen sagt er mir jedes Mal ich solle in Therapie gehen, ticke nicht mehr richtig, bin eine Psycho-Tante, mit der er nie Kinder gezeugt hätte wenn er gewusst hätte, wie ich so drauf bin. Dazu sage ich nur: dito. Das hätte ich auch nicht gemacht, wenn ich ihn so gekannt hätte wie ich ihn jetzt erlebe.

Ich fühle mich von ihm im Stich gelassen. Aber gut, ich kann mich auch selbst beschützen, ich brauche ihn dafür nicht, nur hab ich manchmal schwache Momente, wo ich mich unscheinbar fühle und nicht kämpfen kann.

Inzwischen bin ich den Mobbern (bzw. nur der einen Person) sogar dankbar, da sie gezeigt hat, dass wir überhaupt nicht zusammen passen und 0 Vertrauen/Glauben ineinander haben. Auch positive Gefühle wie z.B. Liebe (haha) bemerken wir beiderseits nicht mehr wirklich bzw. werden von den ärgerlichen Wut-Gefühlen überschattet.

Psychologisch sehr interessant: ich empfinde starke negative Gefühle, grosse Wut und vielleicht auch schon Hass (kann es nicht wirklich sagen) für meinen Partner und nicht mehr der mobbenden Person gegenüber. Es kanalisiert sich - ohne, dass ich es bewusst steuern kann, alles auf meinen Partner.

Inzwischen ist er - in meiner Wahrnehmung - der Feind.

All dies wäre nicht so, wenn ich es nicht "so eng" sehen würde und seine Sicht der Dinge akzeptieren könnte. Weiss nicht ob ich das schaffe, müsste dann alle meine Prinzipien über Bord werfen.

Das ist ein Aspekt. Ein anderer: er ist arbeitslos geworden und tut meiner Meinung nach zu wenig um diesen Zustand zu ändern. Er tut was das Amt von ihm verlangt, aber ich erwarte mehr, dränge ihn er solle aktiver,eigeninitiativer auf Stellensuche gehen und nicht nur die Anforderungen erfüllen. Er meint, ich sehe es zu eng, soll mal locker werden. Gut, kann sein, dass ich kein lockerer Mensch bin und die Dinge zu ernst nehme.

Selbst bin ich in Elternzeit, so dass wir beide jetzt auch noch ständig aufeinander hocken. Da wird mir auch klar: sollten wir mal beide arbeitslos sein oder Rentner werden - der Horror. Es funktioniert gut, wenn einer auf Arbeit ist, aber beide auf Dauer zu Hause - nein danke.

Leider sind wir wegen der Kinder und anderen Verflechtungen u.a. finanzieller Art aneinander gebunden, zumindest noch für 3-4 Jahre. Wäre dies nicht der Fall, würde ich das Haus sofort verlassen und mir ein eigenes Leben ohne ihn aufbauen.

Ich sage mir, ich gebe ihm etwas über ein Jahr, max. 1,5 Jahre für die Stellensuche, kommt dann nichts bei rum, ziehe ich die Reissleine.

Um Streit zu vermeiden, habe ich unsere Gespräche jetzt auf das nötigste beschränkt: Stellensuche, Kinder, Haushalt. Persönliche Gefühle und Befindlichkeiten diskutiere ich mit ihm nicht mehr.

Nun meine Frage:

Wie seht ihr die Situation? Wie können wir die nächste Zeit noch friedlich miteinander verbringen?

Was kann ich tun? Eigentlich weiss ich auch nicht genau, was ich von euch möchte, welche Fragen ich stellen will, vielleicht musste ich meinen negativen Gefühlen einfach nur Luft machen... I don't know.

Liebe Grüsse

Antworten
pOarazelxlnuss


Wenn ich 'er' wäre, würde ich dir eine Therapie vorschlagen. Wenn ich 'du' wäre, würde ich ihm eine Therapie vorschlagen. Der Mobbing-Aspekt ist lediglich der Nebenschauplatz eurer 'Anti-Beziehung'.

Ejhem}aliger Nu:tzer (#568x697)


Persönliche Gefühle und Befindlichkeiten diskutiere ich mit ihm nicht mehr.

Halte ich momentan für den gangbarsten Weg.

Praktische Fragen: Wie lange bis Du noch in Elternzeit? Wärst Du einer Therapie abgeneigt? Habt ihr momentan wo Dein Mann arbeitslos ist feste Zeiten wo er sich allein um die Kinder kümmert und Du Dich allein um die Kinder kümmerst, damit der andere Freiraum hat?

Falls nein - siehst Du eine Möglichkeit das einzurichten?

Es liest sich so als ob Du momentan hauptsächlich emotionale Unterstützung brauchst, die Dein Partner Dir nicht gewährt ( der Grund ist zunächst mal egal). Es wird aus meiner Sicht Zeit auf eine Art Notfallprogramm umzusteigen wo Du dafür sorgst, dass Du selbst wieder belastbarer wirst. Dazu wäre eine Therapie klasse und das liesse sich momentan wo ihr beide zu Hause seid ja auch hervorragend zeitlich managen. Möglicherweise ist es schwierig einen Therapieplatz zu bekommenn (liest man hier ja immer wieder). Deshalb würde ich mich an Deiner Stelle mit einer Familienberatungsstelle (Caritas, Profamilia oder so) in Verbindung setzen. Die können Dir zumindest Selbsthilfegruppen nennen.

Wie siehts mit echten Freunden aus?

Nicht nur ich werde von der Person gemobbt, sie hat auch schon einen gewissen "Ruf" weg.

Wenn Du stabiler bist wäre eine Möglichkeit Dich mit diesen anderen zusammenzutun, die ebenfalls gemobbt werden und die Person zusammen zu konfrontieren. Das bewirkt normalerweise schon etwas.

Warum gibt es keine Möglichkeit diese Person links liegen zu lassen? praktische Gründe? Familie?

Rkirxike


Also erstmal tut es mir sehr leid für dich, dass es diese mobbende Person gibt. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass sowas richtig schlimm sein kann. Schlimmer wird das Ganze natürlich noch durch deinen Partner. Wenn die Menschen, die einem eigentlich am nächsten sein sollten, nicht hinter einem stehen ist das das Schlimmste Gefühl (meiner Meinung nach!).

Wenn du schreibst, dass du noch ca. 4 Jahre mit deinem Partner zusammen bleiben musst, klingt das in meinen Ohren nach einer sehr starken Belastung und keiner Aussicht auf Besserung.

Ich würde dir auch empfehlen mal nach einer Therapie oder einer Selbsthilfegruppe zu suchen. Da ihr ja gerade beide daheim seid, dürfte das ja eigentlich keine Probleme wegen der Kinder geben. Liegt dir noch etwas an der Beziehung und an deinem Partner? Oder ist das für dich schon beschlossen, dass du gehst sobald dies möglich ist? Sonst würde ich euch vielleicht sogar noch eine Paarberatung vorschlagen. Das wirkt in manchen Fällen wahre Wunder!

Zu deiner Einstellung zur Jobsuche: Ich finde mit den 1,5 Jahren machst du alles richtig, obwohl mir persönlich wäre das zum Beispiel schon wieder zu lange, aber das ist Ansichtssache!

Zu dem Mobbing: Gibt es gar keine Möglichkeit davon weg zu kommen? Rede doch nochmal mit der Person und mach ihr klar, dass ihr erwachsen seid und sowas nicht akzeptabel ist. Konfrontation ist in manchen Fällen der beste Weg. Sollte das nicht gehen, würde ich die Person an deiner Stelle versuchen zu ignorieren oder du suchst in deinem Freundes-/Bekannten- oder Familienkreis (damit meine ich jetzt nicht deinen Partner) nach Unterstützung! Meist helfen ja offene Gespräche schon, damit es einem besser geht.

Ich wünsche dir alles Gute und dass du schnell wieder glücklich werden kannst.

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