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Vergleich von deutschen und amerikanischen Beziehungen/Ehen

p!aPra!zelln}usxs


Nun frage ich mich: Wie viel davon ist Fassade? Hat hier jdm. vielleicht mal in den USA gelebt und kann meine Ansichten teilen bzw. mir das erklären?

Jo. So von außen sieht das alles dort über dem Teich recht nett aus. Wenn man aber unter die Betten und den Teppichen nachsieht, dann kann man einiges an Ungereimtheiten finden. Also die Bibel im Nachttisch, den zerfledderten Porno unter dem Bett zwischen Ads und Katalogen. Die sonnige Miene vor der Sonntagskirche und den staubigen Mief vor dem Kamin, oder im Schlafzimmer. Und den sinnierenden Mann, der sich Hironimus-Bosch-mäßig ausmalt, was ihm blüht, sollte 'Sie' die Scheidung einreichen...also, ergo summarum est: 'Immer lächeln und recht fromm dem alles beobachtenden Nachbarn den Kuss seiner Füße anbieten'.

sbevehnthree


Kriegen solche Männer aber auch einmal so eine "Krise" oder sind es brave Ehemänner, die nie ihre Ehefrauen betrügen

keine Ahnung, wir haben keinen engen Kontakt. Die leben schon in ihrer eigenen Welt und man bekommt nicht mit wie sie mit ihren Krisen umgehen.

E^mot_ioxnale


Wieso sollte unter den Bedingungen noch jemand die Notwendigkeit sehen, sich mit jemand anderem eine eigentragfähige Beziehung aufzubauen?

Schmarrn! Alleinerziehende haben bekanntlich das höchste Armutsrisiko! Außerdem, stell Dir mal selber vor, Du müsstest alleine ein Kind großziehen.

Gruß

WtalkiLngGhosxt


@ Emotionale

Alleinerziehende haben bekanntlich das höchste Armutsrisiko!

Vollkommen richtig, genau darauf wollte ich hinaus. Nur wie kommen Alleinerziehende in dem Maß wie in Deutschland zustande? Vielleicht, weil man sich gar nicht mehr gehalten sieht, seinen Partner bzw. seine Partnerin nach allen Kriterien auszusuchen, die für eine langfristig stabile Beziehung offenkundig wesentlich sind? Als Spaß-orientierter Lebensabschnittsgefährte reicht schließlich auch der arbeitslose Ficker vor dem Herrn und wenn's schief geht, springt halt der Sozialstaat in die Bresche.

Außerdem, stell Dir mal selber vor, Du müsstest alleine ein Kind großziehen.

Wie viele andere auch will ich eigentlich dahingehend mehr Verantwortung übernehmen (es müsste sich nicht mal um ein leibliches Kind handeln), aber das ist in der heutigen Zeit offensichtlich gar nicht gewollt. Die TE hat sich bei ihrer Frage hauptsächlich auf die Motivation der Männer konzentriert, aber das ganze Phänomen ist wesentlich umfassender und bezieht die Frauen-Seite mindestens genauso mit ein.

E{hemdaliger NZutWzer (#5686}97)


Interessant wäre halt die Frage, ob diese Ehen aus den genannten möglichen Gründen "glücklich" sind...unabhängig davon, ob die Gründe moralisch gerechtfertigt sind oder nicht. Also ob sie die Ehe und das "Eheglück" begründen bzw. möglich machen und Scheidungen vermeiden.

In religiösen Ehen hast Du da wohl häufig eine "dritte Instanz" mit in der Ehe an der beide quasi gemessen werden. Das ist halt einerseits einschränkender und andererseits gibt es einen Sicherheitsrahmen. Eine der Amerikanerinnen hat mal erzählt wie das in ihrer Gemeinde so abgeht. Da war nicht nur der sonntägliche Gottesdienst Pflicht sondern eben auch unter der Woche für die Kinder / Jugendliche und Erwachsene getrennt noch ein Treffen wo mit Biblischen Texten gearbeitet wird und eben auch angesprochen wird wenn jemand dagegen "verstösst". Da klang schon nach eine System der sozialen Kontrolle bis in die Ehen hinein oder zumindest so dass die Fassade aufrecht erhalten werden muss und das dann eben auch zu einer verqueren Art von Zusammehalt führt: Die nach aussen demonstrierte Einheit als Kitt der innerlich kaputtes zusammenhält. Gesund klingt das für mich nicht. So sind es auch überdurchschnittlich viele streng religiöse Menschen, die irgendwann therapeutischen Beistand suchen müssen.

p&ar6azellxnuss


Die nach aussen demonstrierte Einheit als Kitt der innerlich kaputtes zusammenhält. Gesund klingt das für mich nicht. So sind es auch überdurchschnittlich viele streng religiöse Menschen, die irgendwann therapeutischen Beistand suchen müssen.

NotMichaelCaine

:)^ ..gut zusammen gefasst. Das war auch mein Eindruck. Und: Es hat alles den Touch von Unwirklichkeit..wie Papermoon.

Ezhe^maligZer NutIzer (#58686c97x)


Wie viele andere auch will ich eigentlich dahingehend mehr Verantwortung übernehmen

Es gibt die Möglichkeit Patenschaften für Kinder im Ausland zu übernehmen, denen es am nötigsten fehlt. Eine Freundin von mir, die kinderlos bleiben will, hat ein Patenkind mit dem sie regelmässig in Kontakt steht.

WYal}kingxGhost


@ NotMichaelCaine

Es gibt die Möglichkeit Patenschaften für Kinder im Ausland zu übernehmen, denen es am nötigsten fehlt. Eine Freundin von mir, die kinderlos bleiben will, hat ein Patenkind mit dem sie regelmässig in Kontakt steht.

Man will sich im Leben auch noch mal anderweitig betätigen, als nur den Zahlemann für andere zu spielen. Das hat man nämlich auch so schon in Deutschland, ohne zusätzliche Patenschaften.

Bei allem anderen stimme ich dir zu, denn ein Druck von streng-religiöser Seite ist definitiv keine bessere Alternative. Trotzdem sollte man mit gesellschaftlichen Freiheiten umzugehen wissen - insbesondere, wenn man anderen damit auf der Tasche liegt.

Eshemaliger| Nutze.r: (#51561x0)


insbesondere, wenn man anderen damit auf der Tasche liegt

Offtopic:

Das wird in Zukunft generell noch zunehmen. Aber nicht, weil die Leute fauler und nichtsnütziger werden, sondern schlicht, weil die Arbeit, die von Menschen erledigt werden muss, durch zunehmende Automatisierung immer weniger werden wird. Ungewollte Arbeitslosigkeit und das angewiesen sein auf Sozialleistungen ist die logische Konsequenz für viele. Und es ist ja nun wahrlich nicht so, als gäbe es nicht ausreichend Güter. Ich sehe da eher ein Verteilungsproblem.

Die Koppelung von Arbeit und Einkommen ist das Hauptproblem unserer Gesellschaft. (Götz Werner)

-> Artikel: [[http://www.businessinsider.de/dm-gruender-goetz-werner-grundeinkommen-befeuert-das-spiel-wie-beim-monopoly-2016-6 dm-Gründer fordert 1.000 Euro monatlich für jeden — seine Begründung ist verdammt gut]]

E~hemalkiger) Nutzer (x#56b8697x)


Trotzdem sollte man mit gesellschaftlichen Freiheiten umzugehen wissen - insbesondere, wenn man anderen damit auf der Tasche liegt.

Und wer sollte das Deiner Meinung nach vorher allgemeingültig festlegen? Ob mit den gesellschaftlichen Freiheiten richtig umgegangen wird?

WealkIingGh%ost


@ blackheartedqueen

Offtopic:__

Das wird in Zukunft generell noch zunehmen. Aber nicht, weil die Leute fauler und nichtsnütziger werden, sondern schlicht, weil die Arbeit, die von Menschen erledigt werden muss, durch zunehmende Automatisierung immer weniger werden wird. Ungewollte Arbeitslosigkeit und das angewiesen sein auf Sozialleistungen ist die logische Konsequenz für viele. Und es ist ja nun wahrlich nicht so, als gäbe es nicht ausreichend Güter. Ich sehe da eher ein Verteilungsproblem.

Die demografische Entwicklung ist aber ein Faktor, der genau entgegengesetzt wirkt, sodass wir die von dir beschriebene Situation momentan noch nicht haben. Auch erklärt das nicht, warum sich innerhalb der Arbeitslosen ein Bodensatz mit immer denselben Langzeitarbeitslosen befindet, während im anderen Teil durchaus Fluktuation herrscht. Das Problem ist: Je mehr man umverteilt, umso mehr institutionalisiert man Verantwortungsbereiche, für die eigentlich eine funktionale Familie Sorge zu tragen hätte. Und was dabei definitiv auf der Strecke bleibt, ist die Weitergabe von Kompetenzen an die nächste Generation. Auch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, wie wir sie haben, unterliegen nun mal keiner absoluten Bestandsgarantie.

@ NotMichaelCaine

Und wer sollte das Deiner Meinung nach vorher allgemeingültig festlegen? Ob mit den gesellschaftlichen Freiheiten richtig umgegangen wird?

Wie gesagt, da hat niemand die Deutungshoheit inne. Ein Leben lang Hartz IV ist es aber schon mal nicht und man sieht in Ländern mit einer weniger umfassenden sozialen Absicherung auch eine deutliche Tendenz zu mehr familiärem Zusammenhalt, weil es dort gar nicht anders geht. Die Frage, welches von beiden Systemen resilienter ist, lässt sich dann denke ich leicht beantworten.

EZhema1lige|r NutNzer B(#5x68697)


Die Frage, welches von beiden Systemen resilienter ist, lässt sich dann denke ich leicht beantworten.

Eine These. Für sich genommen aber aussagelos. Die Antwort hängt an den zu Grunde gelegten Kriterien für Resilienz. Solange wir keine qualitativen Kriterien haben, die weltweit erhoben werden ist das schwierig. Ich würde sogar behaupten dass es schwierig wäre, wenn wir welche hätten, schlicht weil unterschiedliche Staaten unterschiedliche Qualitätkriterien verschieden gewichten würden. Dabei würde vermutlich auffallen, dass Staatsziele sehr unterschiedlich definiert sind und so weiter.

BvlacSk [Guxn


Ein Leben lang Hartz IV ist es aber schon mal nicht und man sieht in Ländern mit einer weniger umfassenden sozialen Absicherung auch eine deutliche Tendenz zu mehr familiärem Zusammenhalt, weil es dort gar nicht anders geht.

wenn eine familie nur deshalb zusammenhält, weil es aufgrund äussere zwänge nicht anders geht, halte ich das für keinen erstrebenswerten zustand.

zum eigentlichen thema: der anteil der menschen, die religion ernstnehmen und der anteil der landbevölkerung sind in den usa jeweils höher als in deutschland. das führt dann bei einer betrachtung aus der makroperspektive zum befund, dass die amis ihre beziehungen im schnitt traditioneller leben.

MXockturtl6esoop


Ach, die deutschen Ehen sind also "offener" und die deutschen Männer bloß viel "ehrlicher"? Selten so gelacht. So viele Pauschalurteile auf einem Haufen... - na ja, die Frage fordert diese natürlich auch heraus.

EIhema6liUger Niutz"er (L#282x877)


Soweit auch glücklich, 1 Kind bekommen und Haus, Hund, Kegel vorhanden, perfekt.

Ich möchte an dieser Stelle nur mal einwerfen das [[https://de.wikipedia.org/wiki/Kind_und_Kegel Kegel]] die unehelichen Kinder sind, die im Haushalt leben.

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