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Lebensplanung - irritierende Aussagen

skensi&b:elmaxn


. Ich finde es auch sehr wichtig die Beziehung zu zweit und im Erwachsenenleben (also nach dem Studium) auch erstmal zu genießen.

Warum soll man die Zeit nicht auch mit Kindern genießen können? Ich gaube, da machen es sich viele offenbar viel zu kompliziert.

Genaugenommen sind Kinder zu jedem Zeitpunkt ungünstig oder zu jedem Zeitpunkt willkommen.

Für Heirat sehe ich keine rationale Begründung- insofern kann ich den Freund der TE verstehen.

Zudem halte ich es für ein Stück Normalität, dass man nach den Anstregungen eines Studiums erst einmal durchatmen möchte und nicht gleich in den nächsten Stress verfallen will.

Hast du eigene Kinder oder ist das graue Theorie? Falls ja, wieweit waren beide Beziehungspartner in die Kinderbetreuung eingebunden- das spielt eine große Rolle für die Bewertung von "Stress" Ich hatte unmittelbar nach dem Studium unser erstes Kind (mit 27)- und es war zwar eine etwas erhöhte Belastung, aber in einer vollkommen anderen Form als dies ein Studium war.

Über manche Ratschläge kann ich immer wieder nur staunen. Scheint aber soetwas wie Mehrheitsmeinung (im Glaubensformat) zu sein.

C'omrxan


Warum soll man die Zeit nicht auch mit Kindern genießen können? Ich gaube, da machen es sich viele offenbar viel zu kompliziert.

Mehr verfügbares Einkommen, besserer Schlaf, weniger Platzbedarf, unkomplizierte Fernreisen/Trekkingtouren, unbekümmerter FSK18-Medienkonsum, Spontanität, Vögeln auf dem Flurteppich, romantische Teelichtabende ohne Brandgefahr ...

Es gäbe viele Dinge, wo man sich vielleicht erst einmal ausleben und "angekommen" fühlen will.

Vor Anfang 30 hätten wir - Kinderwunsch vorausgesetzt - sicher auch nicht daran gedacht, diesen in die Tat umzusetzen. Mit Mitte 20 war dies ein unbestimmtes und vages Thema ohne Termin. Ein "Kinder wären OK, aber nicht jetzt" und stillschweigend wollten wir dieses Leben erst einmal für uns einrichten. OK, dabei ist es dann auch geblieben, wir leben heute immer noch so und mit deutlich Ü40 sind Kinder auch definitiv kein Thema mehr.

BfurgHman


Früher, als wir frisch zusammen waren, hat er noch anders geredet, da hätte er am liebsten noch während dem Studium Kinder bekommen.

In dieser Anfangsphase reden viele Männer so, wenn sie die Frau erobern wollen. Wenn man gleich sagt "nein" sagt und die Nachteile vom Kinderkriegen anführt (ja, die gibt es und mind. so viel wie Vorteile), ist man gleich unten durch. Genau so gehen anfangs viele Männer auch mit auf stundenlange Shopping-Touren. Wenn man da rum mault, wird es uU nix. :=o

sre[nksibeGlmaxn


Mehr verfügbares Einkommen, besserer Schlaf, weniger Platzbedarf, unkomplizierte Fernreisen/Trekkingtouren, unbekümmerter FSK18-Medienkonsum, Spontanität, Vögeln auf dem Flurteppich, romantische Teelichtabende ohne Brandgefahr ...

Besserer Schlaf spielt in der Regel nur in den ersten zwei Lebensjahren des Kindes eine Rolle und das u.U. auch eher marginal.

Der Platzbedarf ist relativ (hatte nie ein Problem damit). Fernreisen und Trekkingtouren gehen auch mit Kindern (das ist auch für die Kinder oft spannend und Abenteuer- und wenn sie älter sind, gehen sie ohnehin öfter lieber eigene Wege- die Kinder bleiben zudem nicht lange klein- wer seine Kinder nicht nur als kleine unbeholfene Kinder sieht, sondern als kleine Freunde, als nette Menschen, sollte auch mit Kindern keine größeren Probleme bei zahlreichen Unternehmungen haben. Ansonsten findet sich für alles eine Zeit- Kinder schlafen auch mal- da ist dann genügend Zeit für elterliche, auch verruchte Zweisamkeit.

Und: Viele Paare, die ich in der Vergangenheit gesprochen hatte, die ohne Kinder waren, hatten sich das, was ich mit Familie unternahm, immer wieder nur vorgenommen, aber eher selten umgesetzt.

Was Menschen gemeinsam unternehmen ist viel weniger von Kindern oder Nicht-Kindern bestimmt, sondern vom eigenen Engagement.

Und "mit zeitlich nach hinten schieben" spart man weder Zeit noch verbessern sich die Möglichkeiten aller möglicher Unternehmungen- sie sind eben höchstens nur zeitlich verschoben. Mit zunehmenden Alter der Eltern ist die geistige Differenz zwischen Eltern und Kinder größer- das ist nicht unbedingt positiv- ebenso wird die Vitalität der Eltern mitunter schlechter, die Geburtsrisiken größer, ...

Höhere Geldausgaben mit Kindern sind unabhängig davon, wann man die Kinder hat.

sPenvsibelxman


In dieser Anfangsphase reden viele Männer so, wenn sie die Frau erobern wollen.

Diese Unehrlichkeit und Unaufrichtigkeit ist einer der Gründe für eher zerbrechende Beziehungen.

ADnkJa1x01


Also ich bin sehr glücklich darüber , keine Kinder zu haben. Mal ganz abgesehen davon, dass die Kinder, die jetzt geboren werden, mit keiner guten Zukunft rechnen können. Denn eines ist ja klar, unser ganzes Sozialsystem wird in absehbarer Zeit zusammenbrechen. Da nützt auch ein Babyboom nichts mehr. Und friedlicher ist die Welt auch nicht geworden. Ich halte ohnedies den Wunsch nach Kinder für sehr egoistisch.

B\u9r`gmxan


iese Unehrlichkeit und Unaufrichtigkeit ist einer der Gründe für eher zerbrechende Beziehungen.

Genau.

Anfangs das Thema Kinder angesprochen, ruht es idR für ein paar Jahre. Aber irgendwann kocht es hoch, so wie bei der TE gerade. Und es sieht jetzt auch nicht nach einem guten Ende aus.

mhnef


Wieso wird hier unterstellt, dass es Berechnung war um die TE wohlgesonnen zu stimmen? Vielleicht dachte er wirklich, mit ~30 wäre er so weit, merkt jetzt aber, dass dem wohl doch noch nicht so schnell sein wird.

Cylalaxlala


dieser Anfangsphase reden viele Männer so, wenn sie die Frau erobern wollen.

Ich glaube darum geht's nicht beim Freund der TE. Soll ja auch Männer geben, die wirklich gerne später Heiraten und Kinder kriegen möchten. Aber ob das dann mit der aktuellen Partnerin der Wunsch ist, oder der Wunsch sich verändert, ist die Frage.

Warum soll man die Zeit nicht auch mit Kindern genießen können? Ich gaube, da machen es sich viele offenbar viel zu kompliziert.

Das stimmt sicher. Durch Kinder ändert sich vieles in der Beziehung aber das kann auch hauptsächlich positiv sein. Das liegt aber hauptsächlich am Paar selbst, wie man damit umgeht. Und ich denke, wenn da es vorher nicht so gut zusammen gepasst hat, dann wird das mit Kindern im Haus meistens eher gravierender. Gibt ja genug Fäden in diesem Forum von Scheidungen mit Kindern oder von Partnern, die sich total vernachlässigt fühlen, weil sich alles nur noch um die Kinder dreht. Also sollte man sich das finde ich gut überlegen und sich auch in dem Moment wirklich bereit dafür fühlen.

Ich hoffe die TE konnte das Thema nochmal zu Sprache bringen. Nun sind die Gedanken schon im Kopf, da bringt es nur noch es auszusprechen und dann wird man sehen wie es ausgeht. :)*

s3ensiobe*lman


Etwas OT:

Mal ganz abgesehen davon, dass die Kinder, die jetzt geboren werden, mit keiner guten Zukunft rechnen können. Denn eines ist ja klar, unser ganzes Sozialsystem wird in absehbarer Zeit zusammenbrechen.

Das ist überhaupt nicht klar.

Was sollen die Menschen denn früher gesagt haben, als es noch Hunger, Elend und Krieg gab? Richtig: "Wir machen weiter- nach Regen kommt auch wieder Sonne. Und das mit dem Sozialsystem: Das ließe sich ziemlich einfach lösen: Sowohl die Menge an Produkten als auch die Menge an Geld sind ausreichend vorhanden. Die Aussichten auf deutlich höhere Arbeitsproduktivität (Industrie 4.0, Automatisierung und Robotertechnik) sind sehr gut, so dass die Gesellschaft mit deutlich weniger Arbeitskräften auskommen wird.

Am Ende hängt es davon ab, was die Menschen daraus machen, inwieweit es ihnen gelingt asozialen Selbstbereicherern und Übervorteilern das Handwerk zu legen.

Das Gejammere, wie schlimm doch alles wäre und wird, entstammt eher einer Generation verweichlichter Wohlstandsgören. Menschen, die es nicht gelernt haben, Probleme selbständig anzupacken und zu lösen. Auch deswegen die Ablehnung von Kindern- auch weil sie in ihrem Leben erfahren haben, dass Eltern für eine Rundumbetreuung ihrer Kinder dazusein haben, anstatt den Kindern schon früh das Leben auf eigenen Beinen beizubringen, damit es selbständige freie Menschen werden.

Selbstständige Kinder können Eltern ungemein entlasten und sogar öfter eine wichtige Hilfe sein.

Und wo sich alles nur um die Kinder dreht, wird definitiv etwas falsch gemacht- Kinder können (und sollten) sehr wohl schon ziemlich früh auch über weite Strecken selbstständig sein- irgendwann wollen das Kinder sogar stark zunehmend. Ich empfinde Menschen, die ständiger Anleitung, Betreuung und Aufsicht bedürfen (weil sie es nicht anders gelernt haben) gerade auch als Erwachsene sehr anstrengend.

szensilbelxman


Vielleicht dachte er wirklich, mit ~30 wäre er so weit, merkt jetzt aber, dass dem wohl doch noch nicht so schnell sein wird.

Das würde ich auch eher vermuten.

D1ieDos<ismaechVtdasxGift


"Vielleicht dachte er wirklich, mit ~30 wäre er so weit, merkt jetzt aber, dass dem wohl doch noch nicht so schnell sein wird."

Ich sehe nicht den Wechsel seiner Meinung an sich als das Problem. Menschen verändern ihre Standpunkte während der eigenen Entwicklung und Reifung.

Problematisch ist eher, wenn die Kommunikation wie bei diesem Paar während dieser Veränderung nichti geführt wird.

Es prallen in so einer Situation zwei komplexe Bereiche aufeinander. Eine junge Frau, die davon ausgegangen ist (weil man es vorher nicht anders kommuniziert hat), dass nach dem Studium zuerst die gemeinsame Hochzeit und dann die Kind/er in den nahen Focus rücken werden.

Entgegen dazu, ein männlicher Partner, der sich von den frühen euphorischen Plänen der Anfänge ohne weiter klärende Kommunikationr mit der Partnerin.

Deshalb meine Empfehlung, setzt euch zusammen und redet. Keine Drohkulisse mit Entweder-Oder-Szenarien, sondern offen konstruktiv darüber reden, wie die heutigen Vorstellungen auf beiden Seiten in Bezug auf Hochzeit und gemeinsame Kinder (Zeitrahmen) aussehen.

Ängste und Zweifel miteinander bereden die auf beiden Seiten entstanden sind. Diese zusammen ausräumen. Danach über das Zeitfenster für eure Pläne sprechen. Findet raus, ob ihr dabei weit auseinander liegt oder die Ansichten (vielleicht) sogar näher beeinander liegen als vermutet.

Das Dein Freund nicht häufig über ungelegte Eier mit der Familie/Freude reden will, kann ich nachvollziehen. Warum sollten diese es konkreter wissen bevor zwischen euch der gemeinsame Konsens entstanden ist?

Mein Eindruck ist, wenn erst mal ein Zeitraum genannt ist, dass noch mehr Druck von außen entsteht, weil nach dem konkreten Datum und dem Rahmen der Verantstaltung (Hochzeit) Diskussionen entbrennen könnten.

Eine bessere Reihenfolge zuerst stellt ihr untereinander den Konsens her über das Was, Wann und Wie und danach Familie und Freunde einbeziehen.

ATn:kax101


Hallo Sensibelmann,

lies mal von Schopenhauer "Die Welt als Wille und Vorstellung" und Du weisst, warum die Menschen

Kinder bekommen wollen. Jedenfalls wenn Du in der Lage bist, etwas über Deinen Tellerrand

hinwegzusehen. Ich bin der Meinung, dass Schopenhauer der Wahrheit, so es überhaupt eine gibt,

sehr nahe gekommen ist. Solche Sätze wie "Nach Regen kommt wieder Sonnenschein" oder

"Gott wird's schon richten" sind ja sehr beliebt und beruhigend. Sie sind das Opium des Volkes.

s*enseibelmxan


Immer noch OT:

Nach Regen kommt wieder Sonnenschein

Es ist nur eine grobe Vereinfachung- für mich beinhaltet es vielmehr- nämlich Probleme zu lösen, dann wird es wieder gut. In der Menschheitsgeschichte waren meistens diejenigen dominierend, die versuchten, Probleme zu lösen anstatt permanent zu Jammern und ihr Wehleid zu klagen und die Zukunft düster an die Wand zu malen.


Dieser Satz beinhaltet keinerlei Aussagen über das wie (den Weg) oder das wodurch (den Ursachen). Insofern hat er mit einem

"Gott wird's schon richten"

nichts gemein.

Dass das Prinzip in menschlichen Gesellschaften mehr oder weniger gut funktioniert, beweisen viele Millionen Jahre menschlicher Existenz- sonst wär' Mensch längst ausgestorben. Ansonsten halte ich es mehr mit Marx und Engels denn mit Schopenhauer, auch wenn sie allesamt ziemliche Schwätzer sind (was mir mitunter auch leicht fällt ]:D ).

Insofern kann ich die pessimistisch in die Zukunft jammernden Menschen eher bedauern.

Es versperrt viele Wege zu Lebensmut und Lebensfreude und macht passiv. Es ist eher ein "die Pfeil und Schleudern des wütenden Geschicks erdulden" denn ein "sich waffnend gegen eine See von Plagen durch Widerstand sie enden"- dabei muss Widerstand gar nicht gewalttätig sein (das wäre eher die unsinnigste Form). Jeder Bürger hat die Möglichkeit, anders zu handeln, um die pessimistische Aussicht der Lächerlichkeit preiszugeben. Und Handeln fängt vor allem bei einem selbst an ...

Ajnk8a10x1


Man muss schon reichlich naiv sein, heutzutage optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Aber wenn Du denkst, dass ich das Leben nicht geniesse, täuschst Du Dich. Nur bin ich persönlich

froh, keine Kinder zu haben. Die Probleme, die zwangsweise kommen werden, kann man halt

nicht ignorieren. Und das würde ich meinen Kindern nicht zumuten wollen.

Der Mensch wird sowieso irgendwann diesen Planeten verlassen. Und ich finde das gar nicht schade.

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