» »

Sehne mich nach Nähe-Beziehungen

NGachtiigal2lABBC hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

ich habe im Forum lange nichts geschrieben, da ich eigentlich mit meinem Leben (nach vielen Höhen und Tiefen) seit einiger Zeit recht zufrieden bin. Ich habe seit einem Jahr quasi meinen Traumjob und bin seit vier Jahren verheiratet, liebe meinen Mann über alles. Auch wir hatten schon Höhen und Tiefen, aber er ist mein Ein und alles, mein Vertrauter, Liebhaber, bester Freund. Dennoch fehlt mir etwas darüber hinaus.

Ich liebe meinen Job, arbeite leidenschaftlich gern, habe im Job auch unheimlich an Selbstbewusstsein gewonnen im Gegensatz zu früher. Es ist ein sozialer Job, d.h. ich arbeite mit Menschen und muss da auch sehr viel reden, sodass ich manchmal nach Feierabend keine Lust mehr habe, mich zu unterhalten. Ich mag auch die Menschen, mit denen ich arbeite, in der Regel gern, außerdem habe ich sehr nette, mit denen ich mich gut verstehe. Dennoch zieht nichts davon ins Privatleben hinein, d.h. ich treffe die Kollegen nicht privat.

Und nun komme ich zu dem Punkt, der mich zusehends stört: Ich habe mit sooo vielen Menschen zu tun, aber mit niemandem außer meinem Mann verbindet mich eine enge Beziehung. Meine Ursprungsfamilie wohnt sehr weit weg, ich sehe sie nur wenige Male im Jahr und habe mit den meisten auch kein sehr gutes Verhältnis. Mein Mann hat leider den Kontakt zu seinen Eltern abgebrochen, was ich sehr schade finde. Ich selbst habe ab und zu Kontakt zu ihnen, aber selten. Dann ist da noch eine Schwester meines Mannes, die wir alle paar Monate mal treffen, was immer sehr schön ist, aber für mehr reicht es leider nicht, sie wohnen auch nicht um die Ecke. Und mein Mann hat fünf erwachsene Kinder aus erster Ehe. Mit denen verstehe ich mich auch gut, aber eine enge Bindung ist es auch nicht. Eigene Kinder konnten wir beide leider nicht bekommen. Ich hätte mir sehr eine Ersatzfamilie gewünscht, klappt aber leider nicht.

Da wären nun noch Freunde. Als Jugendliche hatte ich nur sehr wenige, im Studium wurden es dann mehr und für etwa zehn Jahre hatte ich auch eine beste Freundin. Die hat mich aber letztlich doch sehr enttäuscht und ich habe den Kontakt abgebrochen. Mittlerweile sind die meisten meiner Freunde aus dem Studium irgendwo in Deutschland und der Welt verteilt bzw. zu vielen ist der Kontakt auch eingeschlafen. Zwei, drei sind noch in der Nähe, aber emotional sind wir uns eben doch nicht soo nah. Es gibt schon ein paar, denen ich mich einigermaßen nah fühle, aber wir sehen uns aufgrund der Entfernung eben nur sehr selten. Ansonsten sind da noch diverse Freunde und Bekannte meines Mannes, mit denen bzw. mit ihren Frauen ich mich gut verstehe, doch auch da ist es so, dass man sich alle paar Wochen bis Monate mal verabredet, mal was zusammen macht und dann ist es erst wieder gut. Jedes Mal sagt man sich am Ende "wir sollten mal öfter", aber das wird dann nie. Mittlerweile weiß ich gar nicht mehr so genau, wen ich anrufen würde, wenn es mir richtig schlecht gehen würde. Ich habe das Gefühl, dass ich 1000 Leute kenne, aber keiner ist mir nah (außer meinem Mann). Und das fühlt sich so doof an, dass ich schon nachts davon träume und wirklich schlecht damit klar komme. Was kann ich machen?

Ich habe auch keine Hobbies, das stört mich auch. Okay, ab und zu mal zum Sport, aber außer im Job bin ich echt für wenig zu begeistern. Zwar habe ich wie geschrieben im Job wirklich Selbstbewusstsein mittlerweile, aber sonst eben nicht so. Vielleicht liegt es auch daran...

Antworten
M+adaame 4Cha8rmen8ton


Ich habe auch keine Hobbies, das stört mich auch

dann solltest du dir dringend eines zulegen! denn was willst du spätestens pensioniert, den ganzen Tag machen?

Lesen, Mannschaftssport, Handwerken, Malen, Zeichnen, etc. (gibt für alles Kurse)

Ddiev S4eherxin


ist es dir denn wirklich wichtig, noch andere nahe menschen zu haben, oder ist das nur mal kurz hochgekocht bei dem gedanken "was-täte-ich-wenn..."?

ich frage das, weil es für mich das, was du erzählst irgendwie ganz selbstzufrieden und ausgeglichen klingt!?

wenn du allerdings ein defizit siehst, was du aktiv angehen willst, dann wirst du dir selber einen seelischen arschtritt geben müssen :)_

Es ist ein sozialer Job, d.h. ich arbeite mit Menschen und muss da auch sehr viel reden, sodass ich manchmal nach Feierabend keine Lust mehr habe, mich zu unterhalten. Ich mag auch die Menschen, mit denen ich arbeite, in der Regel gern, außerdem habe ich sehr nette, mit denen ich mich gut verstehe. Dennoch zieht nichts davon ins Privatleben hinein, d.h. ich treffe die Kollegen nicht privat.

N$yme8rixa9


Hallöchen *:)

Also das mit deinem Job klingt doch schön und das du dich mit deinem Mann so wundervoll verstehst ist doch was feines - das hat nicht jeder @:)

Keine Hobbys - das ist für mich ein Thema was ich nicht nachvollziehen kann ;-D Also - versteh mich nicht falsch - ich verstehe dein Problem aber ich bin ein sehr aufgeschlossener Mensch. Ich mach fast alles mit. Ob es nun VHS Kurse sind, Sportvereine oder einfach nur irgendwelche Veranstaltungen, ich bin fast jedes Wochenende weg! Ich bin fast nie zu Hause und ich treffe ständig neue Leute mit denen ich teilweise nach Jahren noch guten Kontakt habe :-D Hast du mal an sowas überlegt? Was magst du denn gerne? Ich lerne auch viele Menschen online kennen mit denen ich auch telefoniere oder - wenn sie nicht so weit weg wohnen - treffe. Es gibt sooo viele tolle Sachen auf dieser Erde und fast überall habe ich nur nette Menschen kennengelernt, nur sehr selten mal ein bis zwei nicht so nette :)_

Fühl dich gedrückt

N`achtiigallAxBC


Hallo zusammen,

ich hab mal wieder so viel gearbeitet, dass ich keine Zeit hatte zu schreiben. Auch sonst nicht für vieles, z.B. hatte ich viel zu wenig Bewegung und wollte eigentlich ins Fitnessstudio, hab's aber nicht geschafft. Heute war ich wenigstens eine Weile im Garten. Da muss etwas anders werden, so sehr ich meine Arbeit auch mag.

Aber wenigstens in Punkto liebe Menschen habe ich ein paar Kontakte in Angriff genommen. Habe eine Freundin, die Mutter meines Patenkindes, sowie das Kind besucht und auch wenn weder die Beziehung zum Kind noch zur Mutter so eng ist wie ich Freundschaften gern hätte, bin ich wenigstens auf sie zugegangen. Außerdem mit einer anderen Freundin, die ich auch sehr mag, die allerdings sehr weit weg wohnt, wenigstens mal länger telefoniert. Und mit einer weiteren Bekannten, mehr einer sehr geschätzten Kollegin, nach langer Zeit mal wieder einen schönen Abend verbracht. Morgen arbeite ich tagsüber ehrenamtlich (leider das gleiche, was ich hauptamtlich auch mache, das ist etwas ungünstig, unterstützt aber meinen Mann) und gehe abends mit guten Bekannten ins Theater. Da ich dann von Montag bis Samstag wiederum auch arbeiten muss, habe ich also quasi mal wieder eine 7-Tage-Woche vor mir. Glücklicherweise nicht immer von morgens bis abends, aber irgendwie bin ich trotzdem – gerade mal vier Wochen nach einem dreiwöchigen Urlaub! - schon wieder an meiner Grenze. Aber ich habe auch in die nächste Woche wieder ein Treffen mit einer guten Bekannten reingepackt.

Tja, das scheint mir im Moment die einzige Lösung für das Problem mit der Sehnsucht nach lieben Menschen zu sein. Also dass ich mich verabrede. Auch wenn keine beste Freundin dabei ist. Ich habe mich diese Woche übrigens auch mal abends mit meinem Mann verabredet, da der auch öfter mal zu kurz kommt. Das war gut. Sonst ist es oft so, dass ich ihm nicht sage, wann ich nach Hause komme, weil ich einfach bei der Arbeit bleibe, bis ich entweder sehr müde bin oder zumindest das Gefühl, das Wichtigste erledigt zu haben. Habe aber vor, mir jetzt zum Nachmittag/Abend hin auch mal Grenzen zu setzen, damit ich es eben doch ins Fitnessstudio oder eben zu Verabredungen schaffe. Wie ich es aber letztlich mache, wieder mehr richtig enge Beziehungen zu haben bzw. zumindest eine sehr gute Freundin so wie früher, das weiß ich nicht...

NbachtzigamllAxBC


dann solltest du dir dringend eines zulegen! denn was willst du spätestens pensioniert, den ganzen Tag machen?

Lesen, Mannschaftssport, Handwerken, Malen, Zeichnen, etc. (gibt für alles Kurse)

Ich glaube, wenn ich mal in Rente gehe, was ja noch etwa 30 Jahre dauern wird, dann kann ich mir gut vorstellen, das, was ich jetzt hauptberuflich mache, auch ehrenamtlich zu machen bzw. zumindest etwas in dem Bereich. Bilde jetzt übrigens schon Ehrenamtliche aus und freue mich schon drauf, wenn ich mal in dem Alter bin...

Für den Moment ist das aber (abgesehen von dem winzigen Projekt mit meinem Mann zusammen, was nicht viel Zeit kostet) keine Option, denn dafür ist meine Arbeit auch zu belastend als dass ich in dem Bereich auch noch in der Freizeit intensiv tätig sein möchte.

Lesen ist ansonsten eine meiner Lieblingsfreizeitbeschäftigungen, das tue ich mit Leidenschaft. Aber lieber wäre mir etwas aktives. Für Sport bin ich körperlich zu eingeschränkt, kann da nur bestimmte Sachen machen. Schwimmen gehe ich total gern, hab das jetzt im Sommer viel gemacht. Ansonsten Fitnessstudio, und das in der Tat auch gern allein, da ich nach der Arbeit auch nicht sofort schon wieder mit Leuten quatschen will.

Einen Nähkurs könnte ich mir vorstellen, hab nur Angst, dass das nicht klappt, weil ich so furchtbar unpraktisch bin...

Ich hätte halt einfach gern ein Hobby, das mich mit anderen verbindet, eine gemeinsame Leidenschaft, aber ich weiß nicht, was das sein kann...

Und der Widerspruch ist eben, dass ich einerseits nach der Arbeit mit Menschen unbedingt meine Ruhe will und mich gleichzeitig nach Nähe sehne...

Eyhe@maligoer `Nutz`er (#834x37)


Was spricht dagegen, sich mit Kollegen zu befreunden?

Mir geht es fast genau so wie dir, - nur habe ich zusätzlich keinen Partner. ;-D Kenne auch insgesamt viele Leute, aber alles eher nur oberflächlich.. Deswegen neige ich stark dazu, meine Kollegen ins Privatleben miteinzubeziehen.

Was eine Freundschaft anbelangt - wäre das ja auch nicht weiter schlimm, oder?

Ich lasse mir keine unsichtbaren Grenzen aufzwängen, warum auch? Wenn der andere das auch so sieht, umso besser. ;-) Alles ist erlaubt, solange keiner zu Schaden kommt. Wer setzt hier Grenzen und Regeln fest?

Wie sieht es mit Geschwistern aus? Mein Freundeskreis besteht zu 98% aus meinen Geschwistern. ;-D Sie sehen es umgekehrt aber auch so... und es funktioniert bestens. .. es gibt keine Regeln und Grenzen. Meiner Meinung nach.

D#ie SehLerixn


Also dass ich mich verabrede. Auch wenn keine beste Freundin dabei ist.... Wie ich es aber letztlich mache, wieder mehr richtig enge Beziehungen zu haben bzw. zumindest eine sehr gute Freundin so wie früher, das weiß ich nicht...

das ist doch ein guter anfang - und sei nicht ungeduldig. nähe ist doch selten von anfang an selbstverständlich, sondern wächst langsam aber sicher :)_

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH