» »

Partner von Borderliner*innen im Forum

m|ond+vsterxne


Also dann geht/ging es in dieser Diskussion um Personen, die einen emotional instabilen Partner vom Typ a) hatten.


Evoluzzer, [[http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/729504/?p=11#p22562926 28.09.16 08:56]]:

Hier ist doch kein Mistabladefaden. Vielleicht kriegen wir hier ausnahmsweise mal doch noch die Kurve.

Es wäre jetzt wirklich mal schön, wenn Leute mit entsprechendem Erfahrungshintergrund schreiben würden, wie sie mit Menschen, die Borderline-Symptome zeigen umgehen und/oder umgegangen sind. Was geholfen hat und was nicht.

Ja, es wäre wirklich schön. Oder ist es richtiger, wenn ich schreibe, es wäre schön gewesen?

Um sich nicht den Unmut der User zuzuziehen, die sich selbst als Borderliner bezeichnen, sollte man allerdings lieber von Menschen vom Typ a) sprechen.

k$atiYafox


Eigentlich schade, dass der Thread hier versandet ist. Für mich ist das Thema, wie man sich vor "Menschen mit der Diagnose Borderline" abgrenzt, nach wie vor präsent und es wird bei mir wohl irgendwie immer präsent bleiben (Vater mit Borderline). Bitte keine erneute Diskussion, wenn es geht, ich schreibe das hier nur der Einfachheit halber so, mir geht es vordergründig um bestimmte Verhaltensweisen des Typs a), die immer wieder beobachtbar sind.

So richtig schaffe ich es nicht, mich abzugrenzen, fürchte ich. Ich habe auch nur noch eine Freundin, die offiziell diagnostiziert ist und ich werde bald wieder in ihre Nähe ziehen. Ich mag sie wirklich gerne, aber sie ist auch teilweise sehr schwierig und manchmal so in ihrer Welt verhaftet, dass sie gar nicht mehr "zugänglich" ist. Sie hat aber auch wirklich richtig Schlimmes in ihrer Kindheit erlebt. Insgesamt finde ich es im Nachhinein beachtlich, wie oft ich durch die unterschiedlichsten Menschen mit diesem Krankheitsbild konfrontiert wurde. Ich hatte früher sehr viele Freunde mit psychischen Problemen, irgendwie war das für mich oft sogar recht "normal". Bin halt in einer kaputten Familie durch und durch aufgewachsen.

Ich habe irgendwie das Gefühl, dass nach meiner letzten Beziehung dieses ständige, unerträgliche Hin und Her von Übereinkunft und plötzlich doch wieder einen Dolch im Rücken stecken zu haben, nachhaltig etwas in mir gestört hat.

Ich hatte hier schon mal einen Beitrag geschrieben, welche Verhaltensweisen helfen könnten, IN einer Beziehung zu agieren. Aber mich würde aktuell interessieren, wie ihr DANACH mit euren Erfahrungen umgegangen seid. Habt ihr eine Therapie gemacht? Haltet ihr euch vielleicht doch kategorisch fern (das wollte ich eigentlich so für mich nicht)?

Ich hab schon viel für mich getan, um damit einen gesünderen Umgang zu finden, ich durchschau das alles viel schneller und beziehe bei weitem nicht mehr alles auf mich, aber so ein bisschen bringt es mich doch noch immer mal wieder aus dem Gleichgewicht.

Wie geht es euch anderen damit?

E5hemaligZer Nutz-e4r (#5<991x07)


Ich habe irgendwie das Gefühl, dass nach meiner letzten Beziehung dieses ständige, unerträgliche Hin und Her von Übereinkunft und plötzlich doch wieder einen Dolch im Rücken stecken zu haben, nachhaltig etwas in mir gestört hat.

Das fände ich nicht überraschend. Zu einer Freundschaft z.B. gehört Vertrauen und eine gewisse Loyalität, kein überraschender Dolchstoß ab und zu.

So eine "Freundin" hatte ich mal in der Schulzeit. Damals war habe ich bisweilen an meiner Wahrnehmung gezweifelt, weil sie oft widersprüchliche, doppelte Botschaften gesendet hat und generell sehr große Stimmungsschwankungen gehabt hat und mich mal idealisiert, mal abgewertet hat. Wenn man ihr Borderline diagostiziert hätte bei ihrem Aufenthalt in der Kinder- und Jugenpsychiatrie oder der anschließenden Therapie, hätte es mich nicht überrascht. Wobei Persönlichkeitsstörungen glaube ich bei Jugendlichen noch nicht diagnostiziert werden. ... Unsere "Freundschaft" hat sich noch vor der Oberstufe faktisch erledigt. Mir ging es dann deutlich besser und mir ist da erst so richtig aufgefallen, wie viel Energie das abgezapft hat und wie sehr sich alles um ihre Bedürfnisse gedreht hat. Die war oft angepisst, wenn es mir sichtbar gut ging usw., sodass ich ein schlechtes Gewissen hatte und mich sofort selbst stimmungsmäßig runtergedämpfter verhalten habe. ... Stress gabs, als ich keinen Bock mehr darauf hatte, ständig übermäßig Rücksicht auf sie zu nehmen.

Wie auch immer, ich habe danach zum Glück nur noch mit anderen Persönlichkeiten gute Bekanntschaften bis Freundschaften gehabt und gelernt, mehr an mich zu denken und weniger empathisch zu sein - eben nur, wenn das auf Gegenseitigkeit beruht. Ansonsten verwende ich meine Sensibilität heutzutage dafür im sozialen, mir solche Leute frühzeitig vom Hals zu halten.

EYhemaligxer 2Nutzer Q(#599x107)


Unsere "Freundschaft" hat sich noch vor der Oberstufe faktisch erledigt.

Eigentlich hätte die sich schon zwei Jahre eher erledigt, ich wollte nicht mehr und dieser Kontakt hatte schon bei mir Spuren hinterlassen. Aber sie hat in der Zeit versucht sich umzubringen und die Vertrauenslehrerin in der Schule, die wußte dass wir befreundet waren, hat mich beschworen, dass ich jetzt erst recht für sie da sein müsse und Rücksicht auf sie nehmen müsse und dass cih angeblich ja so vernünftig sei für mein alter und deshalb sie von mir mehr erwarten kann an Verantwortung. Wir waren da so 14/15. Da habe ich mir leider ein unnötig ein schlechtes Gewissen einreden lassen von der wohlmeinend helfenden Vertrauenslehrerin und die Freundschaft entgegen meines (völlig gesunden) inneren Instinktes nicht ad acta gelegt.

Würde ich heutzutage nie wieder machen. Egal wie sehr Dritte auf mich einreden. Ich finde es auch nicht ok von der Vertrauenslehrerin, dass die mich hat über die Klippe springen lassen damals, weil ihr meine "Freundin" so Leid tat.

kVatiafCoxx


Das fände ich nicht überraschend. Zu einer Freundschaft z.B. gehört Vertrauen und eine gewisse Loyalität, kein überraschender Dolchstoß ab und zu.

Ja, das trifft den Nagel auf den Kopf, zumal ich gerade immer jemand bin/war, der sehr loyal war und Loyalität und Vertrauen sehr wichtig findet. Dass mir diese Loyalität so null, aber auch wirklich null entgegengebracht wurde hat mich tatsächlich am meisten getroffen. Von mir wurde sie aber ohne Ende eingefordert, über meine Grenzen hinaus und jetzt fühle ich mich irgendwie leer, was das betrifft. Loyalität is aus. Führen wir hier nicht mehr. Ich will meistens eigentlich nur noch meine Ruhe von allen. :-/

Damals war habe ich bisweilen an meiner Wahrnehmung gezweifelt, weil sie oft widersprüchliche, doppelte Botschaften gesendet hat

Auch das. Ich weiß nicht, wie es passieren konnte, dass mich jemand so weit gebracht hat, dass ich immer wieder an mir gezweifelt habe und zwar richtig heftig gezweifelt habe. Das hat vorher noch niemand so heftig geschafft. Ich war eigentlich immer jemand, dem nachgesagt wurde, dass ich tough und stark bin und was ab kann. War ich auch mal, aber der Fakt, dass mich jemand so klein gekriegt hat, der macht mich fertig. Und dann land ich immer wieder an der Frage, was mit mir nicht stimmt. Ja, meine Familengeschichte ist nicht so toll und meine Vater-Tochter-Beziehung ist scheiße, aber das hat mich früher auch nie davon abgehalten mein Ding durchzuziehen und einigermaßen selbstbewusst meinen Weg zu gehen. Mich hat das alles so nachhaltig erschrocken, was da auf psychischer Ebene gelaufen ist, und wie sehr ich zugelassen habe, da hinein verwickelt zu werden, dass ich seitdem nicht mehr so richtig klar komme und Menschen nur noch unterträglich finde. Das war vorher so nicht.

In Anbetracht, was ich mit meinem Vater und seinen Psychoanfällen durch habe, hatte ich eigentlich immer eine recht starke Psyche und seit dieser Beziehung fühlt sich genau diese wie ein kleiner mickriger bejammernswerter Wurm an. Mich nervt das und ich will das nicht mehr.

Wie kommt man da langfristig raus?

khati{afoEx


wieder an der Frage

bei der Frage oder an dem Punkt... ;-)

k?atiaxfox


Vast, was du da erlebt hast, ist auch heftig, und von diesen Lehrern ziemlich daneben und stümperhaft. Kannste dir nicht ausdenken. %:|

E@hemalitger /NqutzEer (#5J99107)


Wie lange ist das her mit deiner Beziehung? In einer Partnerschaft hat man ja nochmal mehr miteinander zu tun. Dazu kann ich auch nichts sagen, weil ich noch nie Interesse an einer Partnerschaft gehabt habe.

Aber bzgl. Freundschaften würde ich sagen, dass es hilt, in ein anderes Umfeld zu wechseln (bei mir eben der Umzug und Wechsel zur Uni) und sich dort mit den Leuten zusammenzutun, die in Ordnung sind (subjektiv gewertet). Also eben Mitmenschen, in deren Gegenwart man sich wohlfühlt und das konstant statt so krasse Wechsel von "Freundschaft" zu "Feindschaft" und zurück. Mir hat das z.B. sehr geholfen, mich - obwohl ich eigentlich keine Freundschaften mehr eingehen wollte die Freundschaften, die ich vorher der einen "Freundin" hatte, haben auch keinen guten Verlauf genommen und insbesondere zwei "Freundinnen" aus der Grundschul- und Kindergartenzeit haben versucht, die Klasse am Gymnasium gegen mich aufzuhetzen, weil die missgünstig waren. Das wurde hinterher als "Scherz" und ich natürlich als "zu empfindlich" dargestellt. Wirklich gesunde normale Freundschaften hatte ich nie. - wieder auf eine Freundschaft einzulassen. Diesmal eine echte Freundschaft bzw. gute Bekanntschaften. Bei einer ist der Kontakt etwas "hängend", weil sie umgezogen ist und es ihr aufgrund ihrer Depressionen und Prüfungsstress nicht gut geht, aber ich habe auch eine rundum tolle Freundschaft. Wir treffen uns alle paar Monate mal, unterhalten uns, zocken, gehen ins Kino usw. Das läuft seit Jahren super und da gibt es keine "komischen Doppelbotschaften" und andere Psychospiele. Ich bin selbst nicht so der Mensch für regelmäßig Kontakt und komme am besten mit anderen klar, für die sporadisch Kontakt ok ist und die längere "Kontaktpausen" nicht persönlich nehmen oder sonstwie darunter leiden. ... Bei mir habe ich auch im Laufe der Zeit erkannt, was bestimmte - für mich toxische - Persönlichkeiten anzieht. Grob gesagt ist es diese Erziehung/Prägung dahin, dass man Grenzen nur sehr eingeschränkt setzen darf und es wichtiger ist, auf keinen Fall negativ aufzufallen und dass man "sich komisch" verhält, wenn man etwas nicht möchte, dass der andere aber möchte, und dass man beim Grenzensetzen stets damit rechnen muss, dass der andere austickt/auf Rache aus ist und man sich körperlich mit dem prügeln oder mit Rufschädigung/Lügen rechnen muss.

Haltet ihr euch vielleicht doch kategorisch fern (das wollte ich eigentlich so für mich nicht)?

Hm ich sehe das so: Privaten Kontakt möchte ich nur mit Mitmenschen, in deren Gegenwart ich mich einfach wohlfühle und nicht z.B. den Eindruck habe, dass ich auf der Hut sein muss und mir der andere nichts gönnen kann oder mich verändern (für sich passend machen) möchte oder einen komischen Konkurrenzkampf mit mir führen will oder sich - das gab es auch schon - mir gegenüber minderwertig fühlt und deshalb nach mir hakt - für solche Minderwertigkeitskomplexe kann ich nichts und das war bei dieser einen Schulfreundin sehr ausgeprägt und war auch ein Grund, warum sie in den unmöglichsten Situationen versucht hat, mich subtil abzuwerten vor anderen, gerne als "Scherz" getarnt. Ich will keine Kontakte im Privaten mehr, wo eben so komische Spannungen im Kontakt sind. ... Da soziale Kontakte für mich immer ein Stück weit energieraubend sind, möchte ich das nur für Kontakte in Kauf nehmen, in denen ich auch etwas davon habe und etwas zurückkommt und Empathie keine Einbahnstraße ist. Die persönliche Bilanz muss eben stimmen.

Ob derjenige Erkrankung oder Macke XY hat oder psychiatrisch als völlig gesund gilt, hat per se kein Gewicht für meine Entscheidung. Es ist natürlich schon so, dass bestimmte Erkrankungen typischerweise mit Verhaltensweisen einhergehen, von denen ich sicher weiß, dass mich so ein Kontakt nicht erfüllt.

E}hemaliPger Nut2zer (m#599T107x)


Tss, jetzt habe ich das Wichtigste vergessen:

Es ging mir nämlich im Kern um diese Aussage unten von dir und der Frage, wie man (auch da) wieder rauskommen kann. Gerade weil es bei dir ja kein immer schon vorhandener Zustand war mit der inneren Distanz zu Mitmenschen und der "Genervtheit" von ihnen.

dass ich seitdem nicht mehr so richtig klar komme und Menschen nur noch unterträglich finde. Das war vorher so nicht.

Ich denke, dass Zeit und neue, bessere Erfahrungen mit Menschen sowas ein Stück weit revidieren bzw. wieder ändern können. Davon geht die innere Distanz sicher nicht komplett weg, aber es ist zumindest ein gutes "Gegengewicht" dazu, wenn man trotzdem Kontakte hat, auf die man sich einlassen und in denen man gute, konstruktive Erfahrungen machen kann. @:)

k>ati)afxox


_Vast_

Danke für dein Interesse und dass du dir die Zeit genommen hast. Dieser Absatz:

Hm ich sehe das so: Privaten Kontakt möchte ich nur mit Mitmenschen, in deren Gegenwart ich mich einfach wohlfühle und nicht z.B. den Eindruck habe, dass ich auf der Hut sein muss und mir der andere nichts gönnen kann oder mich verändern (für sich passend machen) möchte oder einen komischen Konkurrenzkampf mit mir führen will oder sich - das gab es auch schon - mir gegenüber minderwertig fühlt und deshalb nach mir hakt - für solche Minderwertigkeitskomplexe kann ich nichts und das war bei dieser einen Schulfreundin sehr ausgeprägt und war auch ein Grund, warum sie in den unmöglichsten Situationen versucht hat, mich subtil abzuwerten vor anderen, gerne als "Scherz" getarnt. Ich will keine Kontakte im Privaten mehr, wo eben so komische Spannungen im Kontakt sind. ...

hat mir schon sehr weitergeholfen und ich kann das für mich nur bestätigen. Jetzt muss ich da nur auf der Handlungsebene mal hinkommen. Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, dass ich dieses Thema wieder hochgeholt habe, du dir die Zeit genommen hast deine Gedanken zu teilen und ich jetzt trotzdem sage, dass ich das Thema irgendwie mal ruhen lassen muss, um endlich einen inneren Abstand dazu zu bekommen. Die Beziehung ist nämlich schon zwei Jahre nicht mehr existent, aber strikten Kontaktabbruch meinerseits gibt es erst seit gut einem halben Jahr. Das ist alles nicht gut und um das endlich mal abzuschließen und einen anderen Weg einzuschlagen, merke ich einfach, dass es mir gar nicht hilft, mich immer wieder damit zu beschäftigen und es so präsent zu halten. Ich hab ja aus der Sache gelernt und pass besser auf mich auf.

Danke dir jedenfalls für deinen hilfreichen Input. @:)

Srchwjeden/200x9


Ich habe auch eine Freundin, bei der unter anderem Borderline diagnostiziert wurde. Sie hatte schon div. Therapien in unterschiedlichen Einrichtungen gehabt. Teilweise kam sie etwas stabilisiert aus ihnen heraus und mal brach sie die Therapie ab. Ich empfinde es bei ihr irgendwie schubweise, wobei es eigentlich nahezu immer ein Thema ist. In schlimmen Phasen landet sie auch hin und wieder im Krankenhaus. Ich habe sie wirklich sehr gern, aber einen täglichen Kontakt könnte ich mir nicht vorstellen, das würde mich ins Verderben bringen. Ihrem Partner geht es auch alles andere als gut, aber er schlägt sich "noch" wacker.

So lieb sie auch sein kann, genauso anstrengend kann der Umgang auch sein.

Neulich hat sie ihren Geburtstag nicht feiern wollen und ich kann nicht mal erahnen was in ihr vorgeht. Jedes weitere Jahr für sie ist einfach nur schlimm und macht sie sauer, weil sie es noch nicht "geschafft" hat :-/

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH