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Partner von Borderliner*innen im Forum

EVhe\maliger Nvut^zer (#5x92547)


PowerPuffi**

Scarface schreibt:

"Ich hatte aber keine schwere Persönlichkeitsstörung oder sonst etwas Komisches."

Deine Antwort

"Aha. Eine Depression ist also normal, aber eine Persönlichkeitsstörung ist etwas Komisches?"

Ich glaube das meinte sie nicht. Sondern, dass ihr wohl diverse, schwerwiegende, Krankheiten "eingeredet" wurden, die sie eben letztendlich gar nicht hatte. Sondern "nur" eine leichte Depression.

Werten wollte sie damit sicher nicht, zumindest lese ich es im Zusammenhang ihres Beitrages nicht so.

Richtig. Das war wertfrei gemeint - mir ist aber nach dem Abschicken selbst aufgefallen, dass das falsch verstanden werden könnte. Entschuldigt bitte.

Und genau wegen dem hier finde ich auch, dass es diskriminierend Menschen gegenüber ist, die wirklich unter solchen Krankheiten leiden, wenn Laien ständig an anderen, die sie irgendwie nicht mögen oder mit denen sie nicht klarkommen, solche "Diagnosen" stellen:

Also ich habe eine diagnostizierte Borderlinepersönlichkeitsstörung. Meine Krankheit war nie Thema in meiner Beziehung.

Ich denke nicht, dass man alle Borderliner über einen Kamm scheren kann.

Du wirst durch solche Laiendiagnosen insofern diskriminiert, als dass bei denen, die diese Laiendiagnose mitbekommen, der Eindruck entsteht, alle Borderliner würden sich so und so unangenehm verhalten (je nach Einzelfall). Und das hast weder du, noch hat das jemand anderes verdient mit solchen Krankheiten. Die Krankheit ist doch schon schwierig genug, sofern man noch nicht gelernt hat damit umzugehen.

Und wenn ich hier schon lese von Nordi: "Ich würde nie wieder mit jemandem zusammen sein, der Borderline hat und nichts von seiner/ihrer Störung weiß" - ja, aber du weißt es, oder wie? ??? Bist du etwa approbierter Facharzt für Psychiatrie, dass du so etwas diagnostizieren kannst?

DniefKruexmi


@ Isabell

meißt kann ich deiner Logik ja folgen, aber in diesem Thread trotz aller Mühe nicht.

Ich bezog mich auf [[http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/729504/?p=3#p22559268 seinen Beitrag]], auf das hier:

"Nur mal zwei Erfahrungen von (diagnostizierten ) Borderlinern:

1.) Freundschaft: Der Kontakt bestand immer dann wenn man einer Meinung war, war man das nicht oder hat sie nicht ausreichend vor anderen "verteidigt" (bei völlig harmlosen Diskussionen) wurde der Kontakt für ne gewisse Zeit abgebrochen.

2.) Beziehung: Als Arsch zum bezahlen, trösten und von A nach B fahren war man gut genug, war man nicht da ging es schnell rüber zum Nachbarn um dich da die nötige "Bestätigung" zu holen."

Hier einen Bezug auf "Borderline" überhaupt zu sehen, völlig irrelevant ob es hier gesicherte Diagnosen gibt - das finde ich eben "Unsachlich, einseitig und viel zu undifferenziert."

Das wäre doch das Selbe, als wenn hier jemand fragt, welche Erfahrungen man mit VW-Autos gemacht hat bzw ob man sich einen VW kaufen würde. Und einer schreibt, dass nach seiner persönlichen Erfahrungen er nie wieder einen VW haben möchte; bei dem ersten hatte er nach 5 Monaten einen Getriebeschaden, bei dem 2ten hielten die Stoßdämpfer nur 2 Jahre.

Klar kann man jetzt sagen, dass einem das auch mit einem KIA, Subaru oder Porsche hätte passieren können , ist ja auch de facto so, -- aber im Hinblick auf die Fragestellung wäre die Antwort dennoch weder unsachlich, einseitig noch undifferenziert.

Man kann es natürlich negieren, aber die Gefahr von extremen Stimmungsschwankungen (anlocken/wegstoßen) ist bei BL nun mal größer, da es zum Krankheitsbild gehört. Natürlich gibt es auch nicht- BL, die so sind. Ebenso sieht es mit dem Ausnutzen, der Sucht nach Bestätigung und Fremdgehen aus. Um beim Auto-Beispiel zu bleiben: BL ist ein guter Faktor, in der Pannenstatistik der traumatischen Beziehungen einen oberen Rang zu erreichen - was nicht bedeutet, dass man mit anderen Autos keine Panne haben kann. Es ist halt eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Und wenn man sich entscheidet, Risiko-Minimierung zu betreiben, kann ich es verstehen.

Echem9alxiger NutTzer (x#15)


Exgrenzgänger

"Ich gehe da im Detail nicht mehr drauf ein, ich kenne diese Argumentation bereits aus vergangenen Zeiten. Du forderst eine Wäsche, ohne nass zu werden."

Das sehe ich eher bei Dir.

"Daß das für Dich dann ein "wütender Angriff" ist, mag ja sein, ...(...)...."

Wo schreibe ich von einem "(wütenden) Angriff"?

Ich schreibe, dass ich von Deiner Seite aus Emotionen von Wut und Hass herauslese. Nix von Angriff.

"Und nein, ich hege weder den "Wunsch", als "Opfer" gesehen zu werden und brauche auch keinerlei Streicheleinheiten, mir geht es allein um Prävention. Menschen, die die Erfahrung mit Borderlinern noch nicht hatten, mögen diese auch niemals machen müssen. Das ist der Punkt."

Prävention?

Wie stellst Du Dir diese genau vor?

"Es gibt auch keine "Wut"; ganz im Gegenteil, ich bin froh, HIV-negativ und ohne anderweitige Folgen – andere verlieren über solche Beziehungen Haus und Hof (das ist auch hier im Forum schon berichtet worden) oder landen beinahe im Gefängnis (oben bereits genannte Anzeige wegen angeblicher Vergewaltigung, die, soweit ich mich erinnere, natürlich ins Leere lief)."

Und dies Alles tun "Borderliner"?

Merkst Du eigentlich, wie diskriminierend Du Dich äußerst?

"Interessant (und meiner Meinung nach schade) ist, daß Du Dich anscheinend persönlich angegriffen fühlst und dementsprechend persönlich reagierst."

Totschlagargument? ;-)

Nein. Ich fühle mich nicht persönlich angegriffen.

Ich habe nur einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Und plädiere aufgrund dessen immer wieder für die Individualität, somit Komplexität, eines Menschen und darauf, dass er nicht aufgrund einiger/bestimmter Eckpfeiler in eine Schublade gequetscht wird.

Heißt:

Ein Mensch der heute in einer Weise rumzickt die einem Borderliner (dessen Klischee) entspricht - den quetsche ich nicht in diese Schublade, sondern ich schaue ihn mir erst mal genauer an.

Wird er mit zu "blöd", sprich, bekommt er mir nicht - dann distanziere ich mich. Und wenn ich das nicht tue, dann ist es an mir mit den Konsequenzen leben zu müssen.

E`hemal}ig=er Nutz+er (#15x)


DieKruemi

Ok, dann versuche ich es mal andersrum darzustellen:

Ich kaufe mir einen VW. Dieser macht immer wieder technische Zicken. Die aber nicht auf alle VW zu übertragen sind. Wären sie das würde kein Mensch mehr einen VW kaufen.

Nun stehe ich vor der Entscheidung: Behalten, immer wieder reparieren lassen - oder ihn abstossen. Es ist und bleibt meine Entscheidung. Ich muß mit den Konsequenzen leben.

Soll ich aber nun, nachdem ich XY Jahre versucht habe mit ihm klarzukommen, viel zu viel Geld (Emotionen) investiert habe - jeden Anderen vor VW warnen?

Weil ICH Pech hatte?

Weil mein VW nun mal gesponnen hat? Weil mein VW nicht zu mir gepasst hat? Denn es gibt durchaus auch beim Auto Dinge auf die der eine Mensch verzichten kann - der Andere aber wiederum großen Wert legt.

"aber im Hinblick auf die Fragestellung wäre die Antwort dennoch weder unsachlich, einseitig noch undifferenziert."

Wieso krallst Du Dich daran so fest?

Diese drei Aussagen hatten einen deutlichen Bezug! Und waren nicht allgemein gemeint.

"Es ist halt eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Und wenn man sich entscheidet, Risiko-Minimierung zu betreiben, kann ich es verstehen."

Wenn es den eine faktische und realistische Minimierung ist - ja!

Das ist aber bei derartigen Erkrankungen wie "Borderline" nicht so - das kann man nur einschätzen, wenn man sich auf den Menschen einlässt.

E1xg#renzgJängxer


"Ich gehe da im Detail nicht mehr drauf ein, ich kenne diese Argumentation bereits aus vergangenen Zeiten. Du forderst eine Wäsche, ohne nass zu werden."

Das sehe ich eher bei Dir.

Ach so. Ich sagte klar, daß ich e.g. mit einem Borderliner nichts zu tun haben möchte (i.S.v. Beziehung führen). Das ist eine äußerst klare Ansage.

Bitte elaborier mir doch mal kurz, wo ich "wasch mich, aber mach mich nicht nass" sage.

"Daß das für Dich dann ein "wütender Angriff" ist, mag ja sein, ...(...)...."

Wo schreibe ich von einem "(wütenden) Angriff"?

Ich schreibe, dass ich von Deiner Seite aus Emotionen von Wut und Hass herauslese. Nix von Angriff.

Hier sind aber weder Wut noch Hass, sondern der konstruktive Wunsch danach, anderen Menschen Schaden zu ersparen. Deine Unterstellung von "Wut" und "Hass" sind instrumentell ein Angriff (da diffamierend).

"Und nein, ich hege weder den "Wunsch", als "Opfer" gesehen zu werden und brauche auch keinerlei Streicheleinheiten, mir geht es allein um Prävention. Menschen, die die Erfahrung mit Borderlinern noch nicht hatten, mögen diese auch niemals machen müssen. Das ist der Punkt."

Prävention?

Korrekt.

Wie stellst Du Dir diese genau vor?

"Vorsicht bissig." Wenn man weiß, daß der Hund beißen kann und wird, weil er über Attribut a, b und c verfügt, kann man sich – so denn man nicht gebissen werden möchte – dementsprechend verhalten. Der BPS-Hund versteckt sich gerne, ist für Eingeweihte aber erkennbar. Die Aufklärung, wie ein solcher BPS-Hund zu erkennen sei, um die geht es.

Nein, ich mag Hunde sehr und nochmal nein, das war jetzt nur ein Beispiel. Ich hätte auch von der BPS-Biene Maja oder sonstwas schreiben können.

"Es gibt auch keine "Wut"; ganz im Gegenteil, ich bin froh, HIV-negativ und ohne anderweitige Folgen – andere verlieren über solche Beziehungen Haus und Hof (das ist auch hier im Forum schon berichtet worden) oder landen beinahe im Gefängnis (oben bereits genannte Anzeige wegen angeblicher Vergewaltigung, die, soweit ich mich erinnere, natürlich ins Leere lief)."

Und dies Alles tun "Borderliner"?

Du beantwortest die Frage danach, inwiefern Du Dich mit der Materie auseinandergesetzt hast, damit hinreichend selbst.

Merkst Du eigentlich, wie diskriminierend Du Dich äußerst?

Äh, diskriminierend? Ich stelle (nicht als einziger hier) dar, daß eine BPS-Persönlichkeit immense Schäden anrichten kann, um andere vor diesen zu schützen. Klar, dann bin ich die Kassandra. Das ist auch eine Logik, aber sie trifft nicht zu.

"Interessant (und meiner Meinung nach schade) ist, daß Du Dich anscheinend persönlich angegriffen fühlst und dementsprechend persönlich reagierst."

Totschlagargument? ;-)

Nein.

Nein. Ich fühle mich nicht persönlich angegriffen.

Ich habe nur einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Und plädiere aufgrund dessen immer wieder für die Individualität, somit Komplexität, eines Menschen und darauf, dass er nicht aufgrund einiger/bestimmter Eckpfeiler in eine Schublade gequetscht wird.

Das wurde doch auch weiter oben von anderen hinreichend erklärt. Wenn in der Pannenstatistik Fabrikat B ganz oben steht, weil laufend im Eimer, dann steht es mir und allen anderen frei, den weitaus zuverlässigeren Wagen von Y zu kaufen. So einfach ist das. Daß das den Fanboys von B nicht passt, ist nicht mein Problem.

Heißt:

Ein Mensch der heute in einer Weise rumzickt die einem Borderliner (dessen Klischee) entspricht - den quetsche ich nicht in diese Schublade, sondern ich schaue ihn mir erst mal genauer an.

Wird er mit zu "blöd", sprich, bekommt er mir nicht - dann distanziere ich mich. Und wenn ich das nicht tue, dann ist es an mir mit den Konsequenzen leben zu müssen.

Glückwunsch. Und wo unterscheidet sich das bitte von der Herangehensweise derer, die ähnliches erlebt haben und darstellten und von meiner? Gar nicht. Sonst wären wir nicht in diese Situation geraten. Manche lernen allerdings, daß Fabrikat B (oder, im übertragenen Sinne, Menschen mit BPS) eine weitaus extrem größere Affinität zum Liegenbleiben (Drama, was auch immer) haben als von Fabrikat Y.

Die Diskussion ist vollkommen in sich schlüssig und konsistent in zwei Faktoren:

i) Es gibt Menschen, die sich von BPS-Betroffenen aus (eigener) Erfahrung fernhalten möchten.

ii) Es gibt Menschen, die nicht akzeptieren wollen, daß andere Menschen (aus [eigener] Erfahrung) mit Borderlinern keine Beziehungen eingehen möchten.

Punkt ii) verwundert mich (nicht).

EOxgreZnzgäxnger


@ Isabell

Das "Problem" ist nur, daß bei einer Pannenstatistik dann 10.000 oder 500.000 oder Millionen Autos von Hersteller B mies abschneiden, während die gleiche Anzahl von Hersteller Y fabulös abschneiden.

Es geht hier nicht um die Einzelerfahrung, sondern die Mathematik dahingehend, daß man sicher sagen kann, daß eine Beziehung mit einem BPS-Menschen nicht so gut laufen wird wie die mit einem davon nicht Betroffenen.

DmieK~ruemZi


@ Isabell

Ich habe nur einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Und plädiere aufgrund dessen immer wieder für die Individualität, somit Komplexität, eines Menschen und darauf, dass er nicht aufgrund einiger/bestimmter Eckpfeiler in eine Schublade gequetscht wird.

Das stimmt, dieser Wesenszug ist mir bei dir schon oft aufgefallen.

Versuche, folgenden Gedankengang zuzulassen:

Du, liebe Isabell verfügst entweder über die sehr gesunde Eigenschaft, dass du dich, wenn dir ein Partner nicht gut tut, schnell entlieben kannst oder über die Stärke, dich trotz liebe zum anderen zügig zu trennen, um dich zu schützen. Es gibt jedoch Menschen, die sich nicht schnell entlieben, die leiden wie ein Hund, der getreten wird und dennoch nicht in der Lage sind, loszulassen. Und gerade bei diesen Menschen ist es wichtig, bei der Partnerwahl auf sich acht zu geben, bevor sie tief lieben und ein langes Leiden beginnt.

DCieKrduexmi


Dies ist ja nicht der erste Thread zum Thema "Beziehung mit Borderloinern". Ich habe ganz sicher nicht alle gelesen, jedoch bei denen, die ich gelesen habe, ist mir eines aufgefallen. Das muß natürlich keinerlei Aussagekraft haben, dennoch fiel es mir genug auf, um mir im Gedächnis zu bleiben: Es gibt einige Beiträge mit dem Tenor "ich habe BL, führe seit Jahren eine glückliche Beziehung ohne Probleme etc", aber ich habe noch keinen Beitrag gelesen "Mein Partner hat BL, wir haben seit Jahren eine glückliche Beziehung und die Erkrankung belastet unsere Beziehung nicht".

Unterm Strich ist alles eine individuelle Entscheidung. ich bin jemand, der sich schwer entliebt. Ich brauche lange, um zu lieben, aber dann liebe ich recht bedingungslos. Mein Ex war manisch-depressiv und er verweigerte professionelle Hilfe. Es hat mich fast kaputt gemacht. daher schließe ich für mich persönlich einen Mann mit Depressionen als Partner für mich im Vorfeld aus. Weil ich so bin, wie ich bin und nie wieder so leiden will.

C=ytexx


"Mein Partner hat BL, wir haben seit Jahren eine glückliche Beziehung und die Erkrankung belastet unsere Beziehung nicht"

Gute Beobachtung.

meinSim3ixa


Augenscheinlich hast Du selbst keinerlei Erfahrung mit dem Thema.

Ich habe einmal knietief ins Beziehungs-Klo gegriffen. Der Unterschied zwischen uns ist jedoch, dass ich mir meiner eigenen Anteile sehr bewusst bin. Vielleicht entsteht deshalb bei mir kein Missions-Eifer.

Genau diese Reaktion kenne ich irgendwoher...

Und woher?

****

Du willst dich austauschen? Worüber genau? Was deine Ex alles abgezogen und wem sie geschadet hat? Und ist der Plan, im Anschluss genauso gewissenhaft die eigenen Anteile und Fehlentscheidungen zu durchleuchten, oder bleibt es bei...

ich habe "Defizite" in der Form, als daß ich so "doof" war, mich mit der Hoffnung in einen (augenscheinlich toxischen) Menschen zu verlieben, daß das doch "irgendwie schaffbar"

... dieser dünnen Argumentation respektive Auseinandersetzung der eigenen Motive?

Sie hat mir nicht "vermeintlich" was getan,

OK, war missverständlich. Anders herum: Ab einem bestimmten Punkt tut man sich die Dinge selber an. Ab dann, wenn man Kenntnis von Ungereimtheiten, Lügen, Unzuverlässigkeit etc. hat, und dennoch sich dafür entscheidet, in der Beziehung zu bleiben. Nochmal: Es ist eine Sache, nach einem kürzeren Zeitraum aus einer Beziehung auszusteigen (bestimmte Erfahrungen müssen eben erst gemacht werden). Eine ganz andere hingegen, über mehrere Jahre !!! nicht hinsehen zu wollen. Und so, wie du deine Ex schilderst, wird es da so einiges gegeben haben, dem du durch dein Bleiben immer wieder einen Nährboden für die nächste Verletzung geboten hast.

Ansonsten schließe ich mich den bisherigen Ausführungen von Isabell und Evoluzzer umfänglich an.

Er übernimmt doch Eigenverantwortung, in dem er für die Zukunft für sich die Entscheidung "lauf so schnell du kannst" gezogen hat.

Was ich meine, ist, dass Eigenverantwortung schon viel früher anfängt. Nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Efxgre#nzg.änger


@ minimia

Ich habe einmal knietief ins Beziehungs-Klo gegriffen. Der Unterschied zwischen uns ist jedoch, dass ich mir meiner eigenen Anteile sehr bewusst bin. Vielleicht entsteht deshalb bei mir kein Missions-Eifer.

Das alleine zeigt schon, daß Du meine Beiträge nicht sonderlich tief durchdrungen hast. Ich habe mich durchaus nie als "perfekt" hingestellt, sondern auch mitgeteilt, daß es genau meinen "wunden Punkt" traf (wie ein anderer, ebenfalls betroffener das formulierte).

Ansonsten fühlst Du Dich angegriffen und argumentierst auch so – damit ist der Dialog geschlossen.

kfatGiafox


Exgrenzgänger

Erstmal: Ich kann dein Bedürfnis nach Austausch über Borderline-Beziehungen, die Verletzungen und Unverständnis hinterlassen haben, gut nachvollziehen. Allerdings fürchte ich, dass du dich da gerade etwas verrennst.

Ich vermute, dass sowohl mein Vater als auch mein Ex Borderliner sind, zumindest als emotional-instabil lassen sie sich in jedem Fall beschreiben (auch jeweils nach eigenen Aussagen). Viele Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmale, die man Borderlinern zuspricht, passen auf beide.

Ich kann Vieles von dem, was hier geschrieben wurde, vor allem, was AufDerArbeit geschildert hat, total unterschreiben. Ich hatte sogar selbst mal den Impuls, einen solchen Faden zu eröffnen, habe es aber dann doch gelassen, weil ich mir letztlich immer wieder die Frage gestellt habe, was stimmt da bei mir nicht? Wie konnte es soweit kommen, dass ich dermaßen ins Chaos und Elend geraten bin?

Es wäre also nicht auf eine Auseinandersetzung über "Borderliner", sondern auf eine Auseinandersetzung mit meinen wunden Punkten hinausgelaufen und ich glaube so etwas lässt sich dann doch besser individuell und mit "Fachmännern" besprechen. Denn die Einwände Einiger hier, dass man sich ab einem gewissen Punkt selbst an der eigenen Nase fassen muss, sind durchaus berechtigt. Das mit "Angriffen auf deine Persönlichkeit" abzutun, halte ich nicht für zielführend.

Hast du dir in dieser Hinsicht mal überlegt, nachzuforschen? Muss ja nicht gleich beim Psychologen sein, für den Anfang reicht vielleicht auch Fachliteratur.

Was die Klassifikation "Borderliner" betrifft. Ich denke, man muss sich darüber bewusst sein, dass diese Bezeichnung einfach nur ein Konstrukt darstellt, das hilft, bestimmte Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmale einzuordnen und zu kategorisieren. Natürlich trifft nicht immer alles auf jeden Borderliner zu, der eine hat hier ein ausgeprägteres Verhalten, der andere dort. Weder mein Vater noch mein Ex neigen beispielsweise zu selbstverletzendem Verhalten, zumindest nicht offensichtlich. Mein Vater neigt jedoch dazu, sich extrem häufig in brenzlige, u.U. auch lebensgefährliche Situationen zu begeben (zum Beispiel auf Wanderungen Warnschilder ignorieren und gefährliche Wege trotzdem gehen, komplett untrainiert und kopflos, schwierige Bergtouren wandern, bei unmittelbarem und heftigem Gewitter Joggen gehen uswusf.). Beide aber können mit Zurückweisung überhaupt gar nicht umgehen und neigen dann zu Verhaltensweisen, die äußerst manipulativ sind, um die andere Person an einen zu binden. Als Kind kann man sich dagegen nicht wehren und geprägt hat es mich enorm. Im schlechten Sinne.

Wenn man erstmal vor seinem persönlichen Scherbenhaufen steht und nicht mehr so genau weiß, was einem da gerade widerfahren ist, weil es sich rational nicht nachvollziehen lässt, kann ich verstehen, dass einem diese Einordnung, ob der andere jetzt Borderliner, Narzisst oder antisozial veranlagt ist, hilfreich erscheint.

Mir ging es am Ende meiner letzten Beziehung auch so und ich brauchte diese Abgrenzung für mich, um zu verstehen, was da jetzt mein Anteil war und was nicht, ob ich das "Problem" war oder der andere. Es war dabei mehr Hilflosigkeit, weswegen ich nach so einem Anker gesucht habe.

Irgendwann sollte man von dieser Abgrenzung aber weg kommen und sich auf sich selbst konzentrieren, bei sich ansetzen. Im Sinner einer "Gesundung" (mir fällt gerade kein besseres Wort ein) halte ich das für unausweichlich. Man muss lernen auf sich selbst acht zu geben, dann passiert einem so eine Achterbahnfahrt nicht noch mal so schnell.

Ich kann für mich nur sagen: Ich würde nicht grundsätzlich sagen, dass ich mich von Borderlinern zwingend fern halte. Von den schönen Momenten dieser Achterbahnfahrt meiner Beziehung mit einem Borderliner zehre ich ehrlich gesagt noch heute. Die waren enorm, auch wenn der Fall tief und bitter war (ich wurde allerdings auch nie betrogen o.ä.). Von meinem Vater halte ich mich überwiegend allerdings fern.

Ich achte mittlerweile einfach vermehrt auf bestimmte Verhaltensweisen, die meine Alarmsignale heute schrillen lassen. Dabei ist es mir allerdings egal, was dahinter steckt, ob jetzt schwieriger Charakter, Persönlichkeitsstörung oder sonstwas. Es gibt da ein Buch von Joe Navarro (FBI-Agent), was sicherlich mit Vorsicht zu genießen ist, weil seine vorgenommene Einteilung nicht dem Wissen aus der Psychologie entspricht und sehr reißerisch daher kommt. Wenn man das aber abstrahieren kann, sind seine Verhaltensbeschreibungen, die zu toxischen Beziehungen führen, ziemlich hilfreich.

JPu9lexy


@ Exgrenzgänger

Nicht ohne Grund gehen Borderliner ohne jeden Schaden aus Beziehungen, von denen nur noch rauchende Trümmer übrig sind, während der Partner erstmal gewaltig strauchelt.

Aha. Du hast sicher eine seriöse Quelle, dass das wirklich bei allen Borderlinern so der Fall ist? %-|

Hast du dich überhaupt mal ernsthaft informiert über die Krankheit? Damit meine ich jetzt Fachliteratur, nicht Internetforen. Die meisten Borderliner empfinden Gefühle sehr extrem. Vor allem sowas wie Traurigkeit, Angst, Wut...

Und ein Diagnosekriterium ist "Angst vor dem Verlassenwerden". Und du denkst ernsthaft, dass sowas an jedem Borderliner spurlos vorübergeht?

A<ufD?erArbexit


Und du denkst ernsthaft, dass sowas an jedem Borderliner spurlos vorübergeht?

Nein - tut es nicht. Aber die Ursache ist eine ganz andere.

Und - aus meiner Erfahrung - gehen einige Borderliner oft schnell in die nächste Beziehung.

Wie gesagt Borderliner haben eine starke Anziehungskraft. Können sehr intensiv verliebt sein - diese Momente sind natürlich sehr schön.

Genau das hab ich auch beobachtet.

E>xgre-nzgänxger


@ Juley

"Nicht ohne Grund gehen Borderliner ohne jeden Schaden aus Beziehungen, von denen nur noch rauchende Trümmer übrig sind, während der Partner erstmal gewaltig strauchelt."

Aha. Du hast sicher eine seriöse Quelle, dass das wirklich bei allen Borderlinern so der Fall ist? %-|

In Sachen Haarspalterei ist dieses Forum echt an der Speerspitze der Machbarkeit. Das oben liest sich eindeutig als "in der Regel", es kann also durchaus sein, daß bei 1.000.000 BPS-Betroffenen 281 nicht darunterfallen, in dem Falle: Nein, es ist nicht bei absolut allen Borderlinern der Fall.

Hast du dich überhaupt mal ernsthaft informiert über die Krankheit? Damit meine ich jetzt Fachliteratur, nicht Internetforen. Die meisten Borderliner empfinden Gefühle sehr extrem. Vor allem sowas wie Traurigkeit, Angst, Wut...

Ja, ich habe, als dann klar war, daß ich an eine Borderlinerin geraten bin, circa 1.500 Seiten an Fachliteratur durchgearbeitet. Das war die Zeit, in der der "neue Prinz" da war. Da hatte ich ja massig Zeit dazu.

Und ja, ich habe auch Foren gelesen. Wenn die so unnütz sind, wie Du das hier darstellst, stelle ich mir die Frage, warum Du hier Deine Zeit verschwendest?

Das "extreme Empfinden" kann auch eine Sucht sein – wie viele Leute sind heute "süchtig" nach der Suche neuer Partnerschaften? Das sind die, die immer dann verschwinden, wenn es ernst wird. Was im übrigen bei BPSlern auch ähnlich ist, siehe Symbiose respektive "Angst vor dem Verschlungenwerden".

Und ein Diagnosekriterium ist "Angst vor dem Verlassenwerden". Und du denkst ernsthaft, dass sowas an jedem Borderliner spurlos vorübergeht?

Erstens: Diese "Angst" wird ja mit extremer Manipulation bekämpft, ob das nun aktives Einwirken mannigfaltiger Coleur ist oder nur plumpes "ich bring mich um". Wenn der Borderliner nicht Borderliner wäre, bräuchte er ja diese Angst nicht zu haben. Es ist schlicht sein Problem – denn: Selbst, wenn ein total aufopfernder Partner da ist, der nie den Borderliner verlassen würde, greift Deine erwähnte Panik. Das ist eben die Krankheit. Legitimiert aber nicht das Verhalten.

Zweitens: Dir ist schon bewusst, wie diese Angst dann kompensiert wird, wenn der Partner dann wirklich mal geht? Mit sofortigem Eingehen einer neuen Beziehung. Das konnte ich seit Jugendjahren meiner Ex (aus ihren Erzählungen) so ableiten und genau so geschah es, nachdem ich ging. War sie aktiv (hinsichtlich des Trennens), wurde die Trennung mit einem neuen Gespielen übertüncht.

Man kann es drehen und wenden, wie man möchte: Der Borderliner gewinnt. Eben wegen der Spaltung etc. Er leidet nicht. Definitiv nicht.

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