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Organspendeausweis Partner - aufgewühlt

E=hemaliegerR Nutzmer (#1x49187)


Und, was steht drin in dem Ausweis? Was hat er angekreuzt bzw. ausgeführt?

L.ivnerpxool


Für mich ist ein Organspendeausweis wirklich kein großes Thema. Ich habe meinen ausgefüllt als ich in der Uniklinik gewartet habe bis ein Freund von der Toilette kommt. Die lagen da so rum und ich dachte, ich mach das jetzt mal schnell.

Es gibt also durchaus Leute, die das nebenbei mal so machen ohne groß drüber nachzudenken. Ich sehe in diesem Ausweis auch in so fern was positives, dass es meiner Familie im Falle eines Falles jede Entscheidung abnimmt und sie nicht in Zeiten der Trauer noch drüber nachdenken müssen ob sie meine Organe freigeben oder nicht (man kann da übrigens auch einfach "nein" ankreuzen) wobei meine Familie meinen Standpunkt zum Thema auch kennt und auch ohne Ausweis in meinem Sinne entscheiden würde. In meiner Familie wird sowas glücklicherweise nicht totgeschwiegen

An deiner Stelle würde ich das Thema bei deinem Partner in jedem Fall ansprechen und deine Gedanken darlegen. Bloß nicht weig mit sich rumtragen, Gedankenkreise bilden und dem Partner keine Chance der Erklärung lassen.

B2aambiMexne


@ Hallo Marie @:)

ich hoffe du wirst dich in der Zwischenzeit schon beruhigt haben und noch mehr hoffe ich, dass du die Entscheidung deines Freundes so stehen lassen kannst. Wenn es dir wichtig ist über seine Gründe und Organspende allgemein mit ihm zu reden, tu das bitte nicht vorwurfsvoll oder mit dem Anspruch selbst mitbestimmen zu wollen.

Ich sehe so eine Entscheidung wie eine Feuerleiter. Man baut sie, aber eigentlich ist man der festen Überzeugung sie nie zu brauchen. Aber wenn doch mal ein Feuer ausbrechensollte, ist sie da und kann Leben retten.

Ich habe den Organspenderausweis auch schon sehr lange. Im Falle eines Unfalles, wäre mein Tod nicht komplett sinnlos, wenn noch einige meiner Organe oder meine Haut für einen anderen Menschen "wiederverwendet" würden. Dann würden wenigstens ein paar Teile von mir weiterleben und einem anderen Menschen ne Chance auf ein besseres Leben oder Überleben bieten. So meine Sicht auf dieses Thema.

Ich sehe das möglicherweise zu pragmatisch. Wäre auch nie auf den Gedanken gekommen darüber groß mit einem zukünftigen Hinterbliebenen zu diskutieren. Ich habe das mehr so nebenbei angekündigt und erwähne es auch jedesmal wenn in der Familie, im Freundeskreis oder unter Arbeitskollegen die Rede auf Organspende kommt. Allerdings würde ich nie versuchen einen anderen Menschen davon zu überzeugen. Das sollte jeder mit sich selbst ausmachen.

Ganz wichtig ist für mich, dass im Falle eines Falles kein Angehöriger die Verantwortung für ein Für oder ein Gegen haben soll. Ich will nicht länger als für die Organentnahme unbedingt nötig, künstlich beatmet werden und dann will ich meine Ruh.

@:) :)*

Noo riFsk - xnxo fear


In den allerwenigsten Fällen sind Organe Verstorbener zum Einsatz geeignet. Es bedarf mehrerer ganz spezieller Todesumstände, dass die Organspende überhaupt zum Tragen kommt.

Also viel Wind um nix, so sehe ich das.

C$oteSzauvaxge


Für mich ist ein Organspendeausweis wirklich kein großes Thema. Ich habe meinen ausgefüllt als ich in der Uniklinik gewartet habe bis ein Freund von der Toilette kommt. Die lagen da so rum und ich dachte, ich mach das jetzt mal schnell.

Es gibt also durchaus Leute, die das nebenbei mal so machen ohne groß drüber nachzudenken.

An sowas dachte ich beim Lesen auch gerade. Vielleicht ist das für deinen Freund auch so gewesen und er hatte gar nicht auf dem Schirm dass das für DICH ein Tabuthema berührt. Ist dein Freund sonst eher ein pragmatischer, unsentimentaler Mensch? Was für Dinge bespricht er sonst so mit dir (oder eben nicht)?

S(ch2midt!i70


Ich habe meinen Ausweis auch schon locker 25 Jahre. Hatte den schon vor meinem Mann, insofern habe ich ihn da im Zweifelsfall vor vollendete Tatsachen gestellt. Er weiß das aber (ich glaube, er hat selbst Einen) und wird hoffentlich im Fall des Falles respektieren, dass das mein Wunsch ist.

Ich mag auch nicht gern über mein eigenes Ende oder das von geliebten Menschen nachdenken, aber irgendwann wird es passieren und da sind nun mal einige Überlegungen vorher sinnvoll und notwendig (Testament, Patientenverfügung, Generalvollmacht).

Den Organspendeausweis sehe ich auch eher pragmatisch: was soll ich noch mit meinen Organen, wenns vorbei ist...

scportxxx


Ich verstehe die ganze Aufregung nicht.

Organspende (ich habe auch einen Ausweis) ist zunächst erst einmal meine private Angelegenheit. Es ist mein Körper und meine ureigenste Entscheidung. Die Entscheidungsfindung kann ich, muss ich aber nicht mit jemandem teilen.

Und wenn ich meine Entscheidung getroffen habe, ist es auch wieder meine Angelegenheit, ob und mit wem ich dies teile - auch in einer Partnerschaft.

Solltest du aufgrund eigener Probleme mit dem Thema betroffen sein (Angst vor dem Tod z. B.) kann das diskutiert werden. Aber die Entscheidung deines Partners solltest du so akzeptieren, wie er sie getroffen hat und wie er sie kommunizieren will.

qquack^salMberei


Ja, die Entscheidung zur Organspende finde ich auch eine ganz eigene. Aber ich finde es gut und sinnvoll, diese Entscheidung einem festen Partner mitzuteilen. Sollte der Fall nämlich eintreten, halte ich es für besser, wenn der Partner schon vorher Bescheid wusste und nicht erst in dieser Ausnahmesituation damit konfrontiert wird. Ist halt manchmal so, dass man den Ausweis schon vor einer festen Beziehung hatte, oder, wie es hier auch schon erwähnt wurde, den Ausweis "im Vorbeigehen" ausgefüllt hat und das Thema völlig unemotional sieht und dann in beiden Fällen, sollte es nicht "zufällig" zu diesem Gesprächsthema kommen, schlicht nicht dran denkt, es dem Partner zu sagen.

i2nsizghxt


- Weil er mich bei seinen Gedanken zu so einem wichtigen Thema nicht eingeschlossen / es mir nicht gesagt hat?

Hab jetzt nicht alles gelesen, ob das vielleicht schon jemand geschrieben hat.

Könnte es nicht auch sein, dass er den Ausweis schon länger hatte und lediglich mit dem angegebenen Datum von 2015 verlängert wurde?

s'weekt-s?occerfrkeak


Für mich persönlich ist das auch kein großes Thema - in dem Sinne, dass es für mich eher eine Selbstverständlichkeit ist. Ich habe auch seit Jahren einen Ausweis und niemandem gezielt davon erzählt. Ich wäre ehrlich gesagt auch nicht auf die Idee gekommen, dass ich darüber jemand bestimmten informieren müsste oder sollte.

Der Ausweis ist in meinem Portemonnaie und wird somit hoffentlich gefunden, falls mal was sein sollte. Wenn das Thema aufkommt spreche ich aber ganz offen darüber und würde auch dem Partner, Eltern etc. sagen, dass ich die Spende im Falle eines Falles möchte.

Genauso wie ich z.B. keine lebenserhaltenden Geräte will, wenn ich in ein irreversibles Koma fallen sollte...

Jedenfalls finde ich es wichtig, solche Themen gerade nicht beiseite zu schieben, Marie27 *:)

MNa`ri\e2x7


@ haven't waited

Der Ausweis lag hier aufm Schreibtisch, war also nicht versteckt oder so. Ich werd gleich heute Abend mit ihm reden denn ich empfinde es auch so, wie Du es sagt: ich habe bei solch einem Thema das Bedürfnis, mit meinem festen Partner drüber zu sprechen. Nicht zwangsweise zu diskutieren, aber drüber reden und wissen, was der andere darüber denkt.

@ DerKleinePrinz

Und, was steht drin in dem Ausweis? Was hat er angekreuzt bzw. ausgeführt?

Komplette Entnahme bis auf Organe/Gewebe aus dem Gesicht. Warum?

@ alle,

für die es keine große Sache ist:

Ihr schreibt, dass ihr das so nebenbei mal ausgefüllt habt. War das eine Kurzschlussaktion oder habt ihr Euch vorher ausführlich informiert? Es hat ja nicht nur gute Aspekte, wenn man mal so sagen will. Vielleicht mache ich dazu einen eigenen Faden auf, es beschäftigt mich nun alles sehr.

@ Liverpool

Ich möchte ihm ja keinen Vorwurf machen, nur wissen, wann die Entscheidung fiel, was dahinter stand und warum er es mir nicht gesagt / mit mir darüber gesprochen hat. Ganz ohne Stress und Vorwurf.

@ Bambiene

ch hoffe du wirst dich in der Zwischenzeit schon beruhigt haben und noch mehr hoffe ich, dass du die Entscheidung deines Freundes so stehen lassen kannst. Wenn es dir wichtig ist über seine Gründe und Organspende allgemein mit ihm zu reden, tu das bitte nicht vorwurfsvoll oder mit dem Anspruch selbst mitbestimmen zu wollen.

Es geht so. Heute Morgen habe ich eine Mail einer Med-Userin in meinem Postfach gehabt, die ganz lieb geschrieben hat und mir aber auch ein paar Links dazu gab, die die eher nicht so schönen Seiten aufzeigen. Jetzt bin ich wieder völlig durch den Wind und will gerade auf gar keinen Fall mehr einen Spenderausweis. Das ist aber auch nicht aller Tage Abend, denn ich bin einfach gerade gefühlsmäßig den Extremen zugeneigt und muss das alles sacken lassen, mit meinem Freund sprechen und in Ruhe überdenken.

@ Sportxx

Und wenn ich meine Entscheidung getroffen habe, ist es auch wieder meine Angelegenheit, ob und mit wem ich dies teile - auch in einer Partnerschaft.

Das stimmt. Was aber würde Dich davon abhalten, es Deinem festen Partner NICHT zu sagen?

Solltest du aufgrund eigener Probleme mit dem Thema betroffen sein (Angst vor dem Tod z. B.) kann das diskutiert werden. Aber die Entscheidung deines Partners solltest du so akzeptieren, wie er sie getroffen hat und wie er sie kommunizieren will.

Offenbar habe ich wirklich tiefere Probleme, was das angeht. Ich weiss nicht, woher das rührt aber es macht mich fertig. Auch wenn Menschen aus der Familie sterben, mit denen ich NIE was zu tun hatte... da breche ich regelrecht zusammen. Geht gar nicht. Daher ist es umso schlimmer, wenn ich an geliebte Menschen denke.

@ insight

Könnte es nicht auch sein, dass er den Ausweis schon länger hatte und lediglich mit dem angegebenen Datum von 2015 verlängert wurde?

Nein, soweit ich weiss, ist der neu. Wir hatten da mal vor Jahren kurz drüber gesprochen, da hatte er noch keinen. Das Thema haben wir aber damals nur angerissen.

@ sweet-soccerfreak

Jedenfalls finde ich es wichtig, solche Themen gerade nicht beiseite zu schieben, Marie27 *:)

Ja, das stimmt schon. Ich vermeide es wirklich so gut es geht... :-(

Ich wäre ehrlich gesagt auch nicht auf die Idee gekommen, dass ich darüber jemand bestimmten informieren müsste oder sollte.

Für mich wäre das ganz wichtig, das meinen Eltern, Bruder und Partner mitzuteilen. Ich weiss nicht, wie meine Familie dazu steht (weiss nur, dass meine Mama einen Ausweis hat) aber es kann ja sein, dass jemand total dagegen ist. Wenn ich nun verunglückte und mein z.B. Papa würde erst dann damit konfrontiert, dass nun auch noch eine Explantation anstünde... das kann einem schon ordentlich eins vor den Bug hauen, wenn man es vorher nicht wusste - so stelle ich mir das zumindest vor. Ich persönlich würde damit - ohne vorige Info - wohl nicht klar kommen. Egal ob ich nun selbst einen Ausweis beantrage oder nicht. Aber ich möchte mich bei anderen vor dem eentuellen Eintreten so einer Situation damit auseinandersetzen können; möchte nicht, dass es mich eiskalt erwischt. Klar, ich hab keinen Einfluss drauf, ob es mir vorher mitgeteilt wird. Wenn ich frage und bekomme keine Antwort, bin ich halt machtlos. Ich sag nur, wie ich es handhaben und mir wünschen würde.

@ Comran

Das wäre auch mein Wunsch.. die Möglichkeit, die Asche bei mir zu haben. Das finde ich ungemein tröstlich.

Auch das mit dem Brief ist schön, das würde ich auch machen. Aber als allererstes hoffe ich nun mal, dass es sobald keinen Anlass gibt - für uns alle!

Zum eigentlich Theme und zu den Fragen, die ich mir hier selbst gestellt habe:

Ich glaube zusammenfassend kann ich für mich sagen, dass ich enttäuscht/verletzt bin, weil er mich nicht einbezog. Das Wissen nun macht mich ängstlich und hilflos und hat ein paar unschöne Saiten zum klingen gebracht sowie das Kopfkino angeworfen. Zusätzlich die Konfrontation mit dem Tod geliebter Menschen, die mich sowieso immer aus der Bahn haut.

Danke derweil für alle Eure Antworten @:)

D'ieKr:uxemi


Du fragst dich, wieso er das nicht mit dir besprochen hat?

Ich finde, das ist offensichtlich. Er kennt dich eben sehr gut und weiß, dass dich das Thema sehr aufwühlen würde, weil du eben mit dem Thema Tod ein emotionales Problem hat. Und er wollte dich auch nicht unter einen Zugzwang setzen. Dennoch wollte er diese sehr persönliche Entscheidung für sich fällen und Organspender werden. Ich sehe da einen sehr umsichtigen, rücksichtsvollen Mann.

Damit meinte ich, dass ich mich ungern mit dem Tod geliebter Menschen auseinandersetze und das für mich irgendwie ein Tabuthema ist.

Weil er sowas hat / schon eine feste Entscheidung zu dem Thema fällen konnte, während mir das schwer fällt?

Offenbar habe ich wirklich tiefere Probleme, was das angeht. Ich weiss nicht, woher das rührt aber es macht mich fertig. Auch wenn Menschen aus der Familie sterben, mit denen ich NIE was zu tun hatte... da breche ich regelrecht zusammen. Geht gar nicht. Daher ist es umso schlimmer, wenn ich an geliebte Menschen denke.

E1hemali~ger NutSzer (#1%49187)


Dennoch wollte er diese sehr persönliche Entscheidung für sich fällen und Organspender werden.

Woher weißt Du, dass er Organspender sein möchte?

E?hemal{iuger N)utzier (#1@491x87)


Ach ja, jetzt habe ich es gelesen, hat sich erledigt.

Eahemalisger gNut.zer (#14x9187)


@ DerKleinePrinz

"Und, was steht drin in dem Ausweis? Was hat er angekreuzt bzw. ausgeführt?"

Komplette Entnahme bis auf Organe/Gewebe aus dem Gesicht. Warum?

Weil es ja auch möglich ist, dass er angekreuzt hat, dass er keine Organe spenden möchte.

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