» »

Organspendeausweis Partner - aufgewühlt

E"hemaliger NMuItizer f(#!5156x10)


Ich glaube, es wurde hier noch nicht angesprochen, aber in etlichen Ländern, die nicht Deutschland sind, ist man automatisch Organspender, ausser man widerspricht.

Österreich:

Möchte eine Person also keine Organspenderin/kein Organspender sein, muss sie Widerspruch gegenüber einer Organ- und Gewebeentnahme erklären. Dieser Widerspruch kann im Widerspruchsregister der Gesundheit Österreich GmbH registriert werden.

[[https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/patientenrechte_widerspruch_organspenden.html Quelle]]

Personen, die sich nur kurzzeitig in Österreich aufhalten (Urlaub, Kongress, Familienbesuch), wird empfohlen, ihre persönlichen Willensbekundungen schriftlich bei den Ausweispapieren zu deponieren (z. B. Zustimmung: »Ich will Organspender sein«; Ablehnung: »Ich will kein Organspender sein«). Dieser erklärte Wunsch wird im Fall des Ablebens respektiert. Darüber hinaus wird ein Gespräch mit den Angehörigen gesucht.

[[http://www.goeg.at/de/Widerspruchsregister Quelle]]

Das heisst: sobald man Deutschland verlässt und keine persönliche Willensbekundung bei sich führt, kann es passieren dass man ganz automatisch während seines Auslandsaufenthaltes zum Organspender wird.

Ich selbst bin Deutsche und lebe in Österreich, das Thema Organspenden habe ich mit meinem Partner auch mal ausdiskutiert. Er war verwundert, dass ich einen Organspendeausweis besitze, findet es aber nachvollziehbar. Wir haben das Thema diskutiert und sind beide der gleichen Meinung: wenn das Gehirn derart beschädigt ist, dass man in die Hirntoddefinition reinfällt, dann ist man nicht mehr der Mensch, der man mal war. Sondern nur noch Hülle. Aus meiner Hülle kann man von mir aus alles, was noch gebraucht werden kann, entnommen werden. Was von meinem Körper bleibt (vermutlich eh alles, die wenigsten Verstorbenen eigenen sich überhaupt als Organspender), soll verbrannt werden und wenn möglich irgendwann an einem netten Naturplätzchen ausgekippt werden. Generell ist es mir aber eher egal was nach meinem Ableben mit meinem Körper passiert. Ich glaube, ob Vergraben, Mumifizieren, Einäschern oder was auch immer, das ist für die Hinterbliebenen letzten Endes bedeutsamer als für den toten Körper.

CyoJmraxn


Ich glaube hier im Forum, es war ein ähnlicher Beitrag und dazu gab es dann diverse Links, u.a. auch zu einer Webseite, wo betroffene Angehörige ihre Erfahrungen gepostet haben, wie das Ganze abgelaufen ist und dass sie es bereuten, ihr Einverständnis gegeben zu haben.

Man sollte immer vorsichtig sein, wenn man Dinge vom Hörensagen weitergibt ohne direkte Quellen benennen zu können. Egal, welche Meinung man sich in der Fantasie ausdenkt: im Internet wird man sie finden, wenn man sie sucht.

L&oui9sianoa


Man kann völlig berechtigt sagen, dass man das seinen Angehörigen nicht zumuten möchte. Aber Halbwahrheiten über das Verfahren verbreiten oder so zu tun, als gäbe es da berechtigte Zweifel (abseits von Glauben und Spiritualität, wo man ja nunmal glauben kann, was man mag) das finde ich furchtbar. Da wird Angst geschürt und ein Verfahren dämonisiert, das vielen Menschen das Leben retten könnte.

Ich hoffe mal, dass Du hier gerade nicht mich angreifst. Ich habe geschrieben, was ich gelesen habe, und das stand, wenn ich mich recht entsinne, aus einer Diskussion hier im Forum. Es dürfte ja für die Experten hier nicht so schwer sein herauszufinden, ob in der Schweiz bei der Organentnahme bei Hirntoten Anästhesie verwendet wird und wie das mit der Anästhesie hier in Deutschland ist.

h_aven'tz_waixted


Aber die Freiheit -auch moralisch- sich dafür oder dagegen zu entscheiden, sollte auch erhalten bleiben. Es darf nun nicht zur anderen Seite hin gedrängt werden, so dass sich die potentiellen Spender gut und die "Verweigerer" eben wie solche, nämlich schlecht fühlen. Meinem Gefühl nach wird hier eine neue Ethik aufgestellt, die auch der persönlichen Freiheit widersprechen könnte.

L'ouisxiana


Man sollte immer vorsichtig sein, wenn man Dinge vom Hörensagen weitergibt ohne direkte Quellen benennen zu können. Egal, welche Meinung man sich in der Fantasie ausdenkt: im Internet wird man sie finden, wenn man sie sucht.

Nur, weil es schon eine Weile her ist und keine Quellen zur Hand sind, heißt es nicht, dass es nicht stimmen muss, und wenn man Quellen hat, muss es auch nicht stimmen. Ich habe geschrieben, dass ich es gelesen habe, und das entspricht der Wahrheit. Wen es interessiert, kann es ja ergoogeln.

bKeetle#jui&ce21


Das mit der Anästhesie stimmt auch soweit ich weiß, die Rückschlüsse darauf, die verstehe ich nur nicht.

Denn es kann genauso sein, dass man einfach auf Nummer sicher gehen möchte, eben z.b. für die Verwandten, Operatuere etc....

Und schmerz empfinden ohne Hirnaktivität (selbst nur mit Stammhirnaktivität) ist technisch nicht möglich, ganz nüchtern betrachtet.

Habe einen Säugling versorgt mit Ballonartigem Tumor im Schädel, alle dachten er müsste doch Schmerzen haben. Klar Hirndruck, aber keine Schmerzen im herkömmlichen Sinn, dafür war viel zu wenig Hirn vorhanden. Das tat uns allen nur weh weil wir dachten, "das muss doch weh tun"

L-ouisiDana


Das mit der Anästhesie stimmt auch soweit ich weiß, die Rückschlüsse darauf, die verstehe ich nur nicht.

Denn es kann genauso sein, dass man einfach auf Nummer sicher gehen möchte, eben z.b. für die Verwandten, Operatuere etc....

Auf Nummer sicher für was genau? Warum eine Anästhesie wenn die Person doch hirntot ist? Und warum wird es in der Schweiz so gehandhabt, aber in Deutschland nicht?

Und schmerz empfinden ohne Hirnaktivität (selbst nur mit Stammhirnaktivität) ist technisch nicht möglich, ganz nüchtern betrachtet.

Ich kenne mich mit so was nicht aus, ich weiß nur, dass nur, weil etwas nicht meßbar ist, es trotzdem existieren kann. Also bin ich bei solchen Aussagen halt etwas zurückhaltend.

P)edxdi


Ich habe beide Seiten gesehen und gehört. zum einen habe ich mich mit Menschen unterhalten, deren Angehörige gespendet haben, und mein Kind ist transplaniert. Sie wäre heute nicht mehr am Leben, es war so unglaublich knapp. Heute geht es ihr wirklich bedeutend besser. Sie ist nicht gesund, aber nahe dran.

Egal, wie eine Entscheidung ausfällt, wichtig ist die Entscheidung ansich.

Es gibt auch kritische Stimmen und auch diese müssen gehört werden. Jedoch sollte man genau auseinanderhalten, zwischen dem Hörensagen von Gerüchten und wirklichen Fakten. Genauso wie die verschiedenen Geschichten, für die es keine oder nur unseriöse Links gibt. Wer sich unsicher ist, sollte den eigenen Arzt fragen. Und sich in jede Richtung informieren. Wenn die TE dann also per PN kritische Stimmen zu hören kriegt, sind die auch wichtig, sollten jedoch genau gelesen und hinterfragt werden.

Ich selber habe einen Organspendeausweis seit ich 18 bin. Das Risiko, selber ein Empfänger zu werden, ist 7 mal so hoch, wie ein Spender zu sein.

hmaven't__waitQexd


Was wohl einige stutzig macht, sind die immer wieder vorkommenden Meldungen, dass jemand aus einem tiefen Koma "ohne messbare Gehirnaktivitäten" doch erwacht ist. Das verwirrt zumindest. Der ganze Vorgang des Sterbens ist kaum zu trennen von tiefsitzenden Emotionen, die nun mal wohl die meisten dazu haben.

h%aven't5_waQitxed


Meine persönliche Ansicht zu dem Thema ist übrigens, dass der, der sich als potentieller Empfänger eines Organs sehen kann, auch ein williger Spender sein müsste!

Eghemalri`ger Nutuzer }(#5x15610)


Und warum wird es in der Schweiz so gehandhabt, aber in Deutschland nicht?

Länder und die unterschiedlichen Regelungen sind verschieden, sowohl dabei wie man Organspender wird (Widerspruchsregelung, Zustimmungsregelung, Informationsregelung), als auch bei den verschiedenen unterschiedlichen möglichen Vorgehensweisen bei der Organentnahme.

Ich kenne mich mit so was nicht aus, ich weiß nur, dass nur, weil etwas nicht meßbar ist, es trotzdem existieren kann.

Ich kann das nachfühlen, Leben und Sterben ist ja nicht so, als ob von jetzt auf gleich ein Schalter umgelegt wird, sondern mehr ein Prozess. Genauso wie über den Beginn des Lebens gestritten werden kann, kann man sich auch bezüglich des Ende des Lebens uneins sein.

Es gibt auch kritische Stimmen und auch diese müssen gehört werden. Jedoch sollte man genau auseinanderhalten, zwischen dem Hörensagen von Gerüchten und wirklichen Fakten. Genauso wie die verschiedenen Geschichten, für die es keine oder nur unseriöse Links gibt. Wer sich unsicher ist, sollte den eigenen Arzt fragen. Und sich in jede Richtung informieren.

:)^ Ich denke auch, dass man sich erst mal auf der seriösen Faktenebene informieren sollte und anschließend sein Gefühl dabei zu Rate ziehen sollte. Dann kann man auch eine Entscheidung treffen, hinter der man steht.

an.Vfipsh


@ Louisiana

Wenn Dich diese Fragen umtreiben, warum suchst Du Dir keine Antworten dazu? Echte Interessenfrage. Bist Du mit "Das hab ich irgendwo mal gelesen, glaub ich" echt zufrieden? Also, nee, anscheinend ja nicht, es beschäftigt Dich ja. Um sie Dir zu beantworten: Deine Info ist einfach falsch. Auch in der Schweiz werden hirntote Organspender nicht anders betäubt als in D.

Erläuterung mit Quellen von offiziellen Stellen aus der Schweiz gibt's z.B. [[http://www.organspende-wiki.de/wiki/index.php/Schmerzempfinden#Schweiz hier]].

D]i^e Sehnerin


Ich denke auch, dass man sich erst mal auf der seriösen Faktenebene informieren sollte und anschließend sein Gefühl dabei zu Rate ziehen sollte. Dann kann man auch eine Entscheidung treffen, hinter der man steht.

und die kann man dann entweder schon während der überlegungsphase mit seinem partner besprechen, oder nach entscheidung so mitteilen, dass der andere das verstehen kann - um mal zur ausgangsfrage zurück zu kommen ;-D

LJo%uisidaxna


Was wohl einige stutzig macht, sind die immer wieder vorkommenden Meldungen, dass jemand aus einem tiefen Koma "ohne messbare Gehirnaktivitäten" doch erwacht ist. Das verwirrt zumindest. Der ganze Vorgang des Sterbens ist kaum zu trennen von tiefsitzenden Emotionen, die nun mal wohl die meisten dazu haben.

Meine Tante lag auch im Koma. Monatelang. Ist wieder aufgewacht. Etwas langsamer, aber ansonsten fit für eine Frau in ihrem Alter. Keiner hätte das gedacht.

Wenn Dich diese Fragen umtreiben, warum suchst Du Dir keine Antworten dazu? Echte Interessenfrage. Bist Du mit "Das hab ich irgendwo mal gelesen, glaub ich" echt zufrieden?

Prinzipiell ja. Einerseits finde ich dieses Thema und das Dilemma darum extrem belastend und es schreckt mich ab. Andererseits glaube ich auch, dass es, wie bei vielen anderen Dingen, wo es um Leben und Tod und mitunter auch sehr viel Geld geht, wahrscheinlich viel getrickst wird, kurz: Ich traue eher den kritischen Stimmen als den Stimmen, die dazu raten. Die kritischen Stimmen haben keinen Vorteil davon, ihre Meinung kundzutun, die Stimmen dafür wohl eher. Aber das ist nur meine Meinung, und wie gesagt, ich habe Respekt vor denen, die darüber stehen. Dennoch bekommen auch diese von mir keinen Freifahrtschein mich anzugreifen. Sie tun es doch von sich aus und nicht, um dies zwangsweise zum Standard für alle zu erheben, oder?

Also, nee, anscheinend ja nicht, es beschäftigt Dich ja. Um sie Dir zu beantworten: Deine Info ist einfach falsch. Auch in der Schweiz werden hirntote Organspender nicht anders betäubt als in D.

Ach ja? Beetlejuice scheint aber auch was davon gehört/gelesen zu haben.

Ich will hier keinesfalls Menschen davon abbringen, ihre Organe nicht zu spenden. Aber diejenigen, die es nicht tun wollen, sollten deswegen nicht moralisch abgestuft werden.

EzhemaliDger \NutzerO (#5'1x5610)


Meine Tante lag auch im Koma. Monatelang. Ist wieder aufgewacht. Etwas langsamer, aber ansonsten fit für eine Frau in ihrem Alter. Keiner hätte das gedacht.

Koma ≠ Hirntod.

Aber das ist nur meine Meinung, und wie gesagt, ich habe Respekt vor denen, die darüber stehen. Dennoch bekommen auch diese von mir keinen Freifahrtschein mich anzugreifen. Sie tun es doch von sich aus und nicht, um dies zwangsweise zum Standard für alle zu erheben, oder?

Ich denke auch, dass man verschiedene Meinungen und Entscheidungen (egal, ob auf Basis von Fakten oder auf Basis von Gefühlen) nebeneinander stehen lassen kann.

Mit Gefühlen argumentiert es sich aber deutlich schwerer als mit Fakten.

und die kann man dann entweder schon während der überlegungsphase mit seinem partner besprechen, oder nach entscheidung so mitteilen, dass der andere das verstehen kann - um mal zur ausgangsfrage zurück zu kommen ;-D

Ich für meinen Teil finde das auch wichtig, weil ich mir wünsche, dass mein Partner nachvollziehen und respektieren kann, warum ich eine Entscheidung so oder so für mich getroffen habe.

Ich bin zwar absolut für Organspenden, wenn mein Partner mir allerdings schlüssig darlegen könnte, warum es für ihn ganz und gar furchtbar wäre, wenn ich meine Organe nach meinem Hirntod spenden wollen würde, würde ich das vermutlich bei meinen Überlegungen berücksichtigen. Wenn es für mich auch Sinn macht.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH