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trennung nach 15 jahren - ich gehe daran kaputt.

l;osget!rektxen hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr lieben, nach längerer abstinenz melde ich mich wieder mal hier im forum. Ich brauche dringend hilfe und unterstützung. Vielleicht haben einige hier meine beziehungsfäden bereits verfolgt, für alle anderen ganz kurz: bin 33, stecke seit 15 jahren in einer beziehung mit ganz vielen abhängigkeiten und sehr sehr starken gefühlen. (siehe [[http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/718319/]] oder [[http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/690671/]] )

Ich habe es aber nun getan. Ich habe mich getrennt. Und es bringt mich gerade um. Ich nicht klar denken, ich kann nicht arbeiten, ich kann nichts essen, mein körper rebelliert mit ausschlägen und juckreiz. Ich vegetiere nur mehr so dahin und frage mich langsam, warum es mir so dermaßen schlecht geht, wo doch ich das ganze forciert habe?

Ich muss mich mindestens 20mal am tag ZWINGEN, ihn nicht anzurufen, um ihm zu sagen, dass ich einen schrecklichen fehler gemacht habe und alles wieder rückgängig machen will, weil ich ihn über alles liebe und mir ein leben ohne ihn nicht vorstellen kann.

Hab ich tatsächlich einen fehler gemacht? Ist er doch die liebe meines lebens? Hab ich mir nur eingeredet, dass ich nicht zu 100% glücklich bin? Kann man überhaupt zu 100% glücklich sein? Ist das normal, dass ich so fühle? Hört das irgendwann auf? schaffe ich das alles? Und vor allem: wie muss es ihm erst gehen, wenn ich – wo ich ja quasi die trennung wollte – schon so extrem leide? Das bricht mir 10.000 mal am tag das herz. Ich bin ein gebrochener mensch, am boden. Ich habe alles zerstört.

Bitte helft mir, erzählt mir von euren erfahrungen, baut mich auf, irgendwas. Ich kann einfach nicht mehr. :°(

Antworten
BAi9rkeRnzweixg


warum hast du dich denn letztendlich getrennt und wie hat er es aufgenommen?

Erllax71


@ losgetreten

:°_

Wie lange ist die Trennung denn her, und magst Du Näheres dazu erzählen?

Natürlich liebst Du ihn, das ist auch aus Deinen anderen Fäden deutlich hervor gegangen. Nur hat sich das für mich immer sehr klar nach einer Art Mutterliebe angefühlt.

Wie siehst Du das jetzt? Dringt da nach der Schaffung von Fakten nun doch noch bei Dir eine partnerschaftliche Liebe durch, evtl. sogar ein Begehren, was ja gar nicht mehr denkbar war?

Lies Dir vielleicht selber nochmals ganz genau Deine alten Fäden durch, bevor Du womöglich im Affekt mit fliegenden Fahnen zurückkehrst.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, Ihr wart sehr lange zusammen, sehr eng befreundet (vielleicht ließe sich auf Dauer ja die Freundschaft retten) und vermutlich auch gegenseitig emotional abhängig. Das von jetzt auf gleich abstellen wäre zu viel verlangt von Dir selbst.

Versuche aber unbedingt rauszufinden, was genau Dir gerade so das Genick bricht. Fühlt es sich an wie der Verrat am eigenen Sohn oder...?

M!o"nihka6&5


Eine Trennung ist immer schwer, besonders wenn man gewissermaßen sich im "Guten" trennt. Das ist ganz normal. Was wäre diese Beziehung wert gewesen, wenn du dich jetzt so locker trennen könntest? Deine Gefühle werden wieder anders werden, das ist jetzt schwer und wird mit der Zeit leichter, vor allem dann, wenn du dir immer wieder klar machst, warum es ist wie es ist. Kleb dir einen Zettel an den Kühlschrank, schreib es dir in die Handinnenfläche, mache ein Mantra daraus. Dein Kopf weiß doch, warum du dich getrennt hast, die Gefühle hinken IMMER hinterher.

MdoTnik1a6x5


Und vor allem: wie muss es ihm erst gehen, wenn ich – wo ich ja quasi die trennung wollte – schon so extrem leide?

Es ist gar nicht gesagt, dass es für ihn so viel schwerer ist. Bei dir ist jetzt viel Zweifel und schlechtes Gewissen dabei, das hat er ja nicht. Ich finde es leichter, sich mit Gegebenheiten abzufinden, wenn man sie nicht selbst verursacht hat.

Aber dir würde ich gerne gratulieren zu deinem Entschluss, bin mir nur nicht sicher, ob du das jetzt hören möchtest.

CSomrxan


losgetreten, aktuell kann ich leider nicht viel mehr tun, als dir Trost und Kraft zu wünschen. :°_ :)*

Und vor allem: wie muss es ihm erst gehen, wenn ich – wo ich ja quasi die trennung wollte – schon so extrem leide?

Wie hat er denn reagiert, als du dich getrennt hast? Es ist zwar ehrsam, dass du dir über seine Gefühle nun Gedanken machst, aber wenn man eure Beziehung von außen betrachtet, dann bist du es ja eigentlich, die schon lang Not und Zweifel mit sich herumträgt. Versuche wenigstens mit dir erst einmal klarzukommen und dir nicht über ihn den Kopf zu zerbrechen. Er ist ein erwachsener Mensch und muss genauso mit diesen Gefühlen jetzt auskommen wie du auch. Aber du versuchst dir direkt beides "aufzuladen" und fühlst dich wahnsinnig verantwortlich, als ob das Wohl allein von dir abhinge.

Eine Affäre hattest du zuletzt nicht mehr, oder? Das mit dem Mann auf der Arbeit hat sich erledigt?

jQulexjuly


Liebe Losgetreten,

ich habe deinen letzten Faden immer wieder mitverfolgt. Ich bin jetzt ehrlich gesagt sehr überrascht, dass du dich tatsächlich zu einer Trennung durchgerungen hast.

Leider weiß ich momentan gar nicht so recht, was ich dir sagen könnte, was dir hilft.

Ich fühle mit dir und wünsch dir alles Gute und viel Kraft :)* :)_

l"osgetrdeten


Ach mensch leute, vielen lieben dank für euren trost und zuspruch. :°_ :°_ :°_ Ich sitze gerade heulend vor dem computer. Meine gefühle schäumen über, es ist einfach alles zu viel für mich. ich dachte, dass ich vielleicht irgendwann einfach keine tränen mehr habe. Aber es hört nicht auf. {:(

Aber ich versuche nun, eure fragen zu beantworten.

warum hast du dich denn letztendlich getrennt und wie hat er es aufgenommen?

Ich habe – wie sollte es auch anders sein – einen anderen mann kennengelernt. Das war nicht das erste mal. Leider. Und eben weil ich schon so oft versucht habe, aus dieser beziehung auszubrechen, wusste ich, dass was nicht stimmen kann. Und irgendwann musste ich mal die konsequenzen daraus ziehen, da diese beziehung sowieso dann nur mehr aus lügen bestanden hätte. :°(

Außerdem hab ich mich immer an dem punkt hochzeit und kinder gestoßen. Gut, das war in den ersten 10 jahren unserer beziehung kein thema, aber dann – als alle anderen um uns herum hochzeits- und familienplanung angegeangen sind - schon und ich konnte mir nie vorstellen, mit ihm kinder zu haben bzw. ihn zu heiraten. Keine ahnung, warum. :-/ ich liebe ihn so sehr, ich liebe ihn mehr als mein eigenes leben. Aber ich liebe ihn vermutlich "anders", ich kann es nicht besser beschreiben, tut mir leid.

Wie er es aufgenommen hat? Nun ja, nicht gut. Er ist gebrochen. Wir haben vor 2 wochen bereits eine pause eingelegt, nur dachte er, dass wir das wieder hinbekommen (wollen). Er dachte, dass ICH es wieder hinkriegen will. Nun hab ich ihm gestern gesagt, dass es nicht mehr gutwerden kann. Nicht so. nicht jetzt. und das hat ihm denke ich das herz rausgerissen. Er wollte es unbedingt nochmal versuchen. :°( :°( :°( er verliert nun alles. Seinen lebensmenschen (mich), seine mutter (mich), seine beste freundin (mich), seine wohnung (er zieht aus, weil er sich die wohnung alleine nicht leisten könnte), seinen geliebten kater (der bleibt natürlich in der wohnung mit garten), einen fahrbaren untersatz (ist mein auto) und er hat keine familie, die ihn auffängt (vater ist ein arsch, mutter schwerste alkoholikerin).

Sein leben ist also quasi am ende und ich bin schuld. :°( dabei liebe ich ihn ja so sehr.

Wie lange ist die Trennung denn her, und magst Du Näheres dazu erzählen?

Also, wie gesagt. Vor zwei wochen gab es eine auszeit. Er hatte mich mit dem anderen mann gesehen. Nicht in eindeutiger pose (denn bis dahin lief nichts), aber doch sehr vertraut und innig. Und er wusste vorher schon, dass da möglicherweise was im gange ist, da ich mich schon öfters mit diesem mann getroffen habe. Und dann ist er natürlich ausgeflippt, ganz klar. Wollte mich nie mehr sehen und hören, hat alle gemeinsamen fotos und erinnerungen vernichtet :°( , und wollte nicht mehr mit mir darüber sprechen. Das ging dann eine woche, ich hab derweil das nötigste zusammengepackt und bin bei meinen eltern untergeschlüpft. Nach einer woche fing er dann an, wieder zu schreiben und immer, wenn ich mich mit ihm absprechen wollte, wann er zuhause ist und wann nicht (damit ich frische sachen holen und meinen kater besuchen kann) hat er dann gesagt, dass ich jederzeit kommen könne, da es ja auch meine wohnung wäre. Nun ja, das ist ja auch richtig. Am Sonntag dann also bin ich "nachhause" gekommen und wir haben geredet. Ich hab da versucht, ihm zu erklären, wie ich mich fühle, aber ich denke, er hat es nicht verstanden. was ich ihm nicht verübeln kann, denn ich verstehe mich ja nicht mal selbst. Er hat dann nur gemeint, ich solle doch einfach wieder heimkommen und wir schauen, ob es funktioniert. Und weil ich zu diesem zeitpunkt in unserer gemeinsamen wohnung war (die ich über alles liebe), mein kater auf meinem schoß friedlich geschlummert hat (den ich ebenfalls über alles liebe) und alles so vertraut und normal war, dachte ich, dass das vielleicht gar keine so schlechte idee ist. gestern allerdings dann wurde mir bewusst, dass wenn ich JETZT nichts verändere, ich ewig in diesem teufelskreis feststecken werde und daraufhin habe ich die beziehung endgültig beendet. %:|

Natürlich liebst Du ihn, das ist auch aus Deinen anderen Fäden deutlich hervor gegangen. Nur hat sich das für mich immer sehr klar nach einer Art Mutterliebe angefühlt.

Ja, das wird auch so etwas wie mutterliebe sein, die ich für ihn empfinde. Aber was ist stärker als die liebe einer mutter zu ihrem kind? Nichts. Und deshalb ist das alles so unerträglich für mich. :°(

Wie siehst Du das jetzt? Dringt da nach der Schaffung von Fakten nun doch noch bei Dir eine partnerschaftliche Liebe durch, evtl. sogar ein Begehren, was ja gar nicht mehr denkbar war?

Momentan kann ich das noch nicht beurteilen. Aber ich bilde mir plötzlich ein, ihn zu begehren, ihn möglicherweise immer begehrt zu, es nur nicht zugelassen zu haben…………………………. :-X

Lies Dir vielleicht selber nochmals ganz genau Deine alten Fäden durch, bevor Du womöglich im Affekt mit fliegenden Fahnen zurückkehrst.

Das werde ich tun.

Versuche aber unbedingt rauszufinden, was genau Dir gerade so das Genick bricht. Fühlt es sich an wie der Verrat am eigenen Sohn oder...?

Das, was mir das genick bricht, ist die angst. Die angst, dass er es nicht schafft, dass die trennung ihn kaputtmacht. Was mir das genick bricht, ist der unerträgliche (!!!!!) gedanke daran, nie wieder zu wissen, was in seinem leben los ist, ihn nie wieder lachen zu hören. Nie wieder mit ihm blödeln zu können. Dieses "nie wieder", das bringt mich um. Es tötet mich. Es ist einfach unvorstellbar, ohne diesen menschen zu leben.

Eine Affäre hattest du zuletzt nicht mehr, oder? Das mit dem Mann auf der Arbeit hat sich erledigt?

Das mit dem mann auf der arbeit war lächerlich. Lächerlich unwichtig im nachhinein. Er war von anfang an nicht mein typ, ich wollte es nur nicht wahrhaben, weil es irgendwie so einen reiz hatte. Dieser ist gottseidank aber sehr schnell verflogen und ich habe diese affäre beendet.

Aber es dauerte ja nicht lang, dann stand der nächste auf der matte.................................................. :(v

D2ie VSeherixn


Das, was mir das genick bricht, ist die angst. Die angst, dass er es nicht schafft, dass die trennung ihn kaputtmacht.

und damit wären wir dann wieder an dem punkt, an dem du alle jahre wieder gestanden hast - nämlich die beziehung ihm zuliebe (im wahrsten sinne des wortes!) weiterzuführen ":/

ich habe dir vor urzeiten schon mal geschrieben: hast du schon mal daran gedacht, dass eine trennung auch für deinen freund eine chance bedeuten könnte? dass er endlich mal seinen arsch hochbekommt und sein leben alleine auf die reihe bekommt - weil er muss? weil er keine freundin-mama-schwester-therapeutin-geliebte mehr an der seite hat, die ihm alles aus dem weg räumt? dass vielleicht irgendwo da draußen dann auch eine frau warten könnte, die ihn auf diese romantisch-erotisch weise liebt, die eine leidenschaftliche beziehung ausmachen kann?

l;osg2etHretxen


liebe seherin

ich habe so gehofft, dass du mir schreibst. x:) du hast mich mit deinen konstruktiven beiträgen schon eine ganze weile begleitet! :)_

hast du schon mal daran gedacht, dass eine trennung auch für deinen freund eine chance bedeuten könnte?

ja! natürlich habe ich daran gedacht!! und die chance sei ihm von herzen gegönnt! eine chance, auf eine aufrichtige liebe ohne lügen und die chance auf eine "echte" liebesbeziehung mit hochzeit und kinder und allem, was dazu gehört. ich wünsche ihm dies sooooo sehr, auch wenn ich irgendwann einsehen sollte, dass doch ER es war, der ALLES für mich sein hätte können....

aber er sieht das ja jetzt (noch) nicht so - er sieht es nicht als chance. er sieht alles davonschwimmen, was er im leben gehabt hat. und das tut mir so weh, das zerreißt mich innerlich. :°(

C5omraxn


Und eben weil ich schon so oft versucht habe, aus dieser beziehung auszubrechen, wusste ich, dass was nicht stimmen kann.

...

ich konnte mir nie vorstellen, mit ihm kinder zu haben bzw. ihn zu heiraten. Keine ahnung, warum. :-/

Wenn ich das lese, dann finde ich, dass du richtig gehandelt hast. Vielleicht hättest du schon früher so handeln müssen. Aber euer Leben wäre ein Leben voller Lügen und Schmerzen gewesen. Dann gib ihm lieber eine Chance, etwas Neues zu finden. :)z

Sein leben ist also quasi am ende und ich bin schuld. :°( dabei liebe ich ihn ja so sehr.

Mag sein, dass du ihn auf irgendeiner Ebene tatsächlich liebst. Aber du hast kein Verlangen nach ihm. Sondern du fühlst dich verantwortlich. Es war vielleicht dein Fehler, dass du seine Abhängigkeit gefördert hast, indem du immer für ihn da warst. Aber das ist kein Grund, ewig so weiterzumachen, nur weil ihr euch in dieser Schiene gefangen hattet. Es ist ja nicht so, dass diese Fluchtgedanken jetzt kurzfristig kamen - du willst schon länger ausbrechen. Das geht auf Dauer nicht gut.

L+ounissuianxa


Auch wenn ich glaube, dass er leidet wie ein Hund (und Du auch), sage Dir jedes Mal folgenden Satz:

"Nur wenn ich ihn aus einer nicht funktionierenden Beziehung freigebe, hat er die Chance, wirklich glücklich zu werden."

Er hat das Recht und die Pflicht, sich wie ein mündiger, erwachsener Mann zu entwickeln.

D4ie S"eherxin


vorsicht! seelischer arschtritt...

aber er sieht das ja jetzt (noch) nicht so - er sieht es nicht als chance. er sieht alles davonschwimmen, was er im leben gehabt hat. und das tut mir so weh, das zerreißt mich innerlich.

sag mal süße... merkst du was? du solltest dich jetzt gefälligst endlich mal damit beschäftigen, wie du ganz für dich selber im leben stehen willst, wie du dir dein morgen vorstellt und was du für dich tun kannst um irgendwann sentimental zurück schauen zu können! jetzt geht es eben nicht mehr immer nur um ihn, sondern - zefix nochmal!!! - um dich!

so... und jetzt: :)_ :)_ :)_ :)_

BDalduxrhh


Hier wird so oft der Begriff "Mutterliebe" verwendet. Du selbst schreibst:

Aber was ist stärker als die liebe einer mutter zu ihrem kind? Nichts. Und deshalb ist das alles so unerträglich für mich.

Die Realität ist doch die, dass er nicht Dein Kind ist. Wenn man den Mutter Kind Vergleich weiter bemüht, habt ihr euch seit Beginn der Beziehung auf dieser Ebene bewegt. Du hast sein Leben geregelt, seine Bewerbungen geschrieben usw. Irgendwann hat er sich befreit, sich einen Job gesucht und abgenommen. Er kam also bildlich gesprochen in die Pubertät und wollte nicht mehr an Muttis Rockzipfel hängen.

Du selber bist ein guter Teil des Problems, solange Du Dich weiter wie Mutti verhälst und glaubst, er würde daran zerbrechen, es nicht schaffen und Du wärst schuld und hättest sein Leben zerstört.

Ihr wart in keiner Partnerschaft, sondern in einer Symbiose. Der Eine hat vom Anderen profitiert. Selbstständig seid ihr beide nicht geworden.

Wenn alles so geblieben wäre, würden auch deine Zweifel bleiben. Diese nagenden und quälenden Zweifel, ob nicht vielleicht doch der Mann käme, mit dem Du eine Familie gründen könntest, den Du sexuell begehrst.

Du hättest diese Hoffnung eingetauscht gegen ein Gefühl der Sicherheit, weil Du vermutlich genau erahnst, wie sich eure Beziehung entwickelt, wo ihr in 10 oder 20 Jahren sein werdet. Die nagende Unzufriedenheit würde aber auch bleiben und Dich vermutlich immer "in Versuchung führen".

Trotz aller Kritik kann ich Dich verstehen. 15 Jahre sind lang und euer Leben war mehr oder weniger ineinander verwoben. Ein Gleichgewicht der Kräfte gab es nicht. Du hättest Dir neben dem sexuellen Begehren vermutlich auch mal jemanden gewünscht, an dessen Schulter Du Dich ausweinen kannst und der Dir sagt wo es langgeht. So hat er sich nach allem was ich gelesen habe aber nie verhalten. Damit meine ich kein autoritäres Verhalten. Wenn es das wäre, würde sich euer Verhalten umkehren und Du würdest zum Kind und er zum Vater.

Deshalb wäre die "Flucht" in eine neue Affäre oder Beziehung auch keine wirkliche Lösung. Ich lese aus Deinen Texten immer wieder Unsicherheit und Zweifel heraus. Die wirst Du nur besiegen können, wenn Du lernst Verantwortung für Dein Leben und Deine Entscheidungen zu übernehmen. Dazu gehören auch Fehler und die Fähigkeit zu akzeptieren, dass man sie gemacht hat.

azyasxha


Wenn sich eine Mutter ihrem erwachsenen Sohn gegenüber so verhalten würde wie du dich deinem Ex gegenüber, wäre das keine Mutterliebe, sondern eine erdrückende Bevormundung, die dem Kind die Luft zum erwachsen werden und Atmen raubt. Jeder Mensch ist von der Natur her darauf angelegt, von den Eltern selbstständig zu werden. Ein Erwachsener, der mit seiner Mutter in einer Symbiose eng zusammen lebt und sich von ihr sein ganzes Leben managen lässt, hat keinen Raum für eine Ehefrau, eine eigene Familie, eine eigene Persönlichkeitsentwicklung. Wenn du wirklich so fühlst wie eine Mutter, dann lass ihn los!! Auf die Weise, wie ihr die letzten 15 Jahre gelebt habt, könnt ihr beide nicht glücklich werden. Und das weisst du auch ganz genau; erinnere dich an den Moment, in dem du Schluss gemacht hast.

Darüber hinaus ist es total anmaßend von dir anzunehmen, dass er ohne dich "alles" verliert und "nichts" mehr hat. Damit überschätzt du dich total. Dein Ex hat einen guten Beruf, ist gesund und aktiv und noch ziemlich jung. Er hat alle Voraussetzungen, sich ein eigenes Leben mit neuen Freunden und einer Partnerin, die ihn nicht als Kindchen bemuttert, sondern ihn als Mann ernst nimmt und begehrt, aufzubauen. Der Schock der Trennung ist jetzt hart, und es wird sich für euch beide jede Menge verändern, aber darüber werdet ihr beide hinweg kommen. Natürlich verliert er jetzt einiges - ein Gutteil davon aber die kranke Abhängigkeit zu dir und ganz ungesunde Beziehungsanteile.

Also hör auf so zu dramatisieren. Du bist endlich auf dem richtigen Weg - dein Job im Leben ist es, dich selbst glücklich zu machen und die Entscheidungen zu treffen, die für dich richtig sind. Nicht welche, die du für andere für erforderlich hälst!!

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