» »

Beziehung mit in Folge von Ängsten arbeitslosem Partner denkbar?

X!iraidn


Schade, dass diese Meinung, jemand, der depressiv, persönlichkeitsgestört, Angsterkrankt oder sonstwas ist, wäre daher ein "nicht akzeptabler Partner" oder finanziell nicht so aufgestellt - um sich greift.

Warum? Es ist nunmal so, dass es unterschiedliche Werte gibt. Es gibt Situationen mit denen würde ich klar kommen, und es gibt welche, wo ich bereits einmal an meine Grenzen gekommen bin. So würde ich das auch kommunizieren.

Mich würde die Situation. Die Ungewissheit für die Zukunft, das "Mama" spielen und versorgen mit der Zeit kaputt machen. Diese Grenze kenne ich.

Ich finde man hat das Recht nicht alles hinzunehmen, um sich auch für sich selbst zu sorgen.

Wie gesagt ich war selbst schon depressiv. Meinen jetzigen Partner lernte ich kennen bevor meine Therapie zu Ende war. Ich erklärte ihm, worauf er sich einlassen würde, wenn er wirklich mit mir zusammen sein will, dass ich eben auch sehr schlechte Tage habe. Ich habe ihm frei gestellt, doch noch einen Rückzieher zu machen und zu sagen, er will das für sich nicht, das wäre für mich total in Ordnung gewesen, ich war zwar verknallt, wusste aber, ich bin jetzt momentan nicht gerade die ideale Partnerin.

Verknallt sein, heißt nicht verliebt sein. Wenn mein Partner aufgrund von psychischer Krankheit nicht arbeiten kann, würde ich versuchen ihn zu unterstützen.

Aber wenn ich nur verknallt bin...habe ich auch die Möglichkeit zu sagen "Das ist mir zu viel, das schaffe ich nicht". Ich finde es sogar besser dann vorher die Reißleine zu ziehen...erspart beiden die Schmerzen einer fiesen Trennung, weil man plötzlich doch nicht mit der Krankheit klar kommt.

Auch nicht jeder könnte mit einem querschnittsgelähmten zusammen sein. Nicht jeder möchte sich "einschränken", was Mobilität angeht oder Ähnliches...

So ist das Leben...

X3iraxin


Übrigens könnte ein "nicht akzeptabler Partner" ja auch jemand sein, der nicht psychisch krank ist, sondern einfach für immer getrennt wohnen will. Oder jemand der dick ist, auch nicht abnehmen will, in den man sich aber verliebt hat wegen seiner Art. Man kann es hinnehmen oder man sagt "Ne das kann ich mir langfristig nicht vorstellen."

Da hat man doch auch die Wahl zu sagen "Nö will ich so für mich nicht".

Warum sollte man das bei einem psychisch kranken Menschen anders handhaben? ":/

aWmazonex67


@ xirain

die beiden ersten Beispiele von Dir sind erworbene und selbstbestimmte Dinge, die jeder selber in der Hand hat.

Psychische Erkrankungen sind das leider eher nicht.

Man kann eine Depression nicht einfach abstellen oder Ängste zwar unterdrücken aber sie doch in einer Beziehung thematisieren können....

Zu der Beziehungsanbahnung die Du beschreibst: Ich finde, das hast Du genau so gemacht, wie es sich "gehört" und zwar ganz prima. So mach ich das auch immer!! :)^

EGhwemalige?r Nutzeri (#498327x)


Mich würde die Situation. Die Ungewissheit für die Zukunft, das "Mama" spielen und versorgen mit der Zeit kaputt machen. Diese Grenze kenne ich.

Da muss ich dir recht geben.

Mit einer Frau, die meint die Mama spielen zu müssen, nur weil ich psychisch krank bin, wollte ich auch nicht zusammen sein. Ich habe genug Probleme, auch ohne eine Glucke.

Gut, dass meine Freundin nicht das Gefühl hat, mich bevormunden zu müssen. Wir führen eine Partnerschaft lieber auf Augenhöhe. :-)

Xoir1aixn


Und genau das könnte ich dann wieder nicht ;-D

Wie gesagt, ich hab da meine eigenen Erfahrungen machen müssen...

Obwohl es generell glaube ich noch schwieriger ist, wenn beide psychisch krank sind...(selbst wenn der eine es nicht einsehen will), man reibt sich gegenseitig wund...

Ich würde meinen Partner nicht verlassen, weil er psychisch krank ist, aber nach einer gewissen Zeit, wohl schon, wenn es absolut nicht mit meiner eigenen glücklichen Existenz vereinbar wäre.

Bei jemandem, der keinen Antrieb hat für unser gemeinsames Wohlergehen zu arbeiten, würde ich die ganze Zeit Versorger spielen...und die ganze Zeit zweifeln, an mir, unserer Beziehung, dass ich zu viel gebe... usw.

Ich kenne mich selbst einfach gut in der Hinsicht, ich würde uns beide damit kaputt machen. Ich würde den Selbstzerstörungsknopf drücken und ihn mitnehmen.

Davon hat ja keiner was auf lange Sicht.

Aber dafür muss man sich selbst einschätzen können.

Ich bezweifel nicht, dass es nicht glückliche Beziehungen geben kann, bei der eine Person wegen Psyche dauerhaft für immer zuhause ist, nichtmal bestreben hat arbeiten zu gehen. Das kann bei den richtigen Personen zueinander passen und aufgehen...

Ich kann das für mich aber ausschließen. Jemand der kein Bestreben hat zu arbeiten, den würde ich immer motivieren sich arbeit zu suchen, irgendwas... Oder eben "sich nicht so hängen zu lassen" Komm schon!

Und das ist ungesund für jegliche Liebesbeziehung... der Typ würde irgendwann weglaufen, oder ich würde irgendwann platzen.

Ich hab gewissermaßen, einen passenden Deckel gefunden in einer Person, die weiß was sie will, die sich um eigene Angelegenheiten auch kümmert, die meine Unterstützung nicht brauch. Ich selbst brauch meine Unterstützung ja schon genug. So können wir auf einer Augenhöhe zusammen sein.

Obwohl mein Partner bis heute behauptet, ich wäre während wir zusammen waren, niemals depressiv gewesen, ich hätte nur ein beknacktes Umfeld gehabt, dass mich mit der Zeit ausgelaugt hätte ":/ und das obwohl ich ihm viel darüber erzählt habe, was ich in der Therapie mache.

E'hemalHiger NlutFzer (#4c98327x)


Unglaublich, dieser Haufen an Vorurteilen. Das grenzt schon an Menschenverachtung. :|N Kein Wunder, wenn psychisch erkrankte sich lieber aus der Gesellschaft zurück ziehen. Da könnte ich auch gut und gerne drauf verzichten. Und dann heißt es, wir hätten ein Rad ab.

BSr'iNgie


Ich finde, die Frage muss rethorisch bleiben, denn es kommt immer auf den Menschen, die Beziehung und die Situation an.

Xgiraixn


Was meinst du?

Ich empfinde hier jetzt nichts als unheimlich schlimm, was geschrieben worden ist.

EkhemarligeCr Nutzer (;#498y327x)


Ich empfinde hier jetzt nichts als unheimlich schlimm, was geschrieben worden ist.

Ist das dein Ernst? Jeder zweite Satz ist ein Schlag ins Gesicht.

Mit einer Frau an meiner Seite, die solche Ansichten hat, solche Vorurteile pflegt und kultiviert, könnte ich nicht zusammen sein. Wer vorher nicht psychisch krank war, wird es spätestens in dieser Beziehung. Das ist alles so schrecklich destrukiv und anstrengend, dass ich mich unweigerlich fragen muss, wer das Problem in der Beziehung war.

XmirTaxin


Meinst du jetzt mich?

Dann...woah...was...häh?

M\innaxly


Jetzt wird aber verallgemeinert.

Es ist nicht gefragt worden, ob man damit klar kommen würde, wenn es in einer bestehenden Situation zu solchen Problemen kommt, sondern ob man mit so einer Person eine Beziehung eingehen würde.

Das sind schon mal ganz unterschiedliche Ansätze und Fragestellungen.

Außerdem haben alle Personen, die in irgend einer Form eine entsprechend erkrankte Person nicht als möglichen Partner sehen, sehr darauf geachtet, ihre Meinung als "Ich-Botschaft" zu verpacken und zu begründen. Ich habe für jeden Verständnis der meine Meinung nicht teilt (sie teilen ohnehin weit mehr als von mir erwartet), aber die Unterstellung, dass diese Position wie sie vertreten wird menschenverachtend ist, kann ich nicht teilen und möchte sie so nicht stehen lassen.

Niemand hat nur ansatzweise den Erkrankten Schlechtes gewünscht, ihren Wert oder ihre Würde angegriffen. Nur weil sich nicht jeder vorstellen kann, mit so einer Person eine Beziehung einzugehen wurde nirgends ein Generalangriff gegen psychisch Kranke gestartet.

Meine Güte, es gibt Männer für die ich nicht in Frage komme, weil ich nicht schlank bin. Für andere nicht, weil ich genetisch braune Haare habe und keine blonden.

Ekhemal`igefr NuZtzer (#M49x8327)


Niemand hat nur ansatzweise den Erkrankten Schlechtes gewünscht, ihren Wert oder ihre Würde angegriffen.

Das sehe ich ganz dezent anders.

Nur weil jemand depressiv/angsterkrankt/etc ist, ist er noch lange kein Mensch, für den man die Mutti spielen muss, für den man sorgen und rund um die Uhr da sein muss, den man finanzieren muss, dem man dauernd bedauern muss. Auch sind nicht alle antriebslos und faul. Und selbst wenn nicht explizit erwähnt wurde, dass dies für alle oder auch nur die Mehrheit gilt, so wird es trotzdem so ausgedrückt, als wäre es so.

Ich bin mein halbes Leben lang psychisch krank und führe seit 11 Jahren eine Beziehung auf Augenhöhe, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist. Da ist nichts mit Eiteitei-du-armes-Hascherl und die Klöten im Sackkarren hinterher tragen. Ich verstehe nicht, wie dieses Bild zum allgemeinen gesellschaftlichen Voruteil werden konnte, dem man als erkrankter immer und immer wieder begegnet.

Mir im Umkehrschluss begegnete es viel, viel häufiger, dass eine Partnerin meinte, jetzt die Mami für mich spielen zu wollen. Ich bin von niemandem abhängig, weder finanziell noch emotional. Alleine der Gedanke gruselt mich.

Wenn man an ein antriebloses Muttersöhnchen geraten ist, dann muss man sich eben trennen. Gott, niemand sollte mit so jemandem zusammen sein müssen. Aber das hängt ganz allein am Individuum und nicht an einer Erkrankung.

Sorry, wenn ich hier etwas hart und aufbrausend reagiere, aber ich kann solche Voruteile echt nicht mehr hören/lesen.

T%his Tw iliQght LGaSrdexn


Ich führe eine Beziehung (und seit 1 Woche sogar eine Ehe) mit einem arbeitslosen und psychisch kranken Menschen. Das klingt aber auch heftig...

Mein Mann hat Depressionen. Er weiß es seit Anfang des Jahres. Er hat sie anscheinend schon seit 20 Jahren, von daher: ja, ich habe ihn damit kennengelernt, es aber nicht gewußt (er wußte es ja selbst nicht). Habe ihn nur oft nicht verstanden, statt Antriebsschwach war es in meinen Augen Faulheit etc.

Er arbeitet an sich: geht seitem in einem ambulante Therapie (tiefenpsychologisch), nimmt ein Antidepressivum und war jetzt 6 Wochen in einer Kur.

Es tut sich schon was. Aber arbeiten gehen steht erstmal noch lange nicht an...


Es ist schwer mit einem depressivem Menschen zusammenzuleben, Kinder zu haben, kaum Geld... aber ich liebe ihn und er mich. Und es wird irgendwann besser werden. In kleinen Schritten.

Aber es ist keine Aufgabe für jeden... es gibt sicherlich einfachere, lustigere und bequemere Lebensgemeinschaften...

XRirxain


Aber hier wurde nie gesagt, dass depressive oder angsterkrankte schlechtere menschen sind.

Ich habe ausgeführt wie ich reagieren würde. Bemutternd. Das setzt nicht vorraus das die person das wollte...es ist meine reaktion...und ich habe gelernt dass so eine reaktion keinem hilft. Mich macht es verzweifelt und aussichtlos und die person genervt (vermutlich).

Ich red in all diesen beiträgen auch von meiner eigenen psychischen schwäche....meine depression hatte eine seiner säulen auf meinem helfersyndrom gebaut.

Ich habe nie gesagt dass das immer so gewollt ist.

Ich rede von meiner schwäche...und dass ich wegen dieser Charaktereigenschaften einen Partner brauche der im Leben steht, weil sonst ICH dir beziehung in den sand fahre und das ja schließlich niemandem hilft.

Also kühl dich ab...Nichts wird so heiss gegessen wie es gekocht wird.

cOlairPext


Nur weil jemand depressiv/angsterkrankt/etc ist, ist er noch lange kein Mensch, für den man die Mutti spielen muss, für den man sorgen und rund um die Uhr da sein muss, den man finanzieren muss, dem man dauernd bedauern muss. Auch sind nicht alle antriebslos und faul. Und selbst wenn nicht explizit erwähnt wurde, dass dies für alle oder auch nur die Mehrheit gilt, so wird es trotzdem so ausgedrückt, als wäre es so.

Es hat ja niemand behauptet, dass alle depressiven/psychisch erkrankten Menschen so sind. Aber das gibt es eben auch und im Eingangsbeitrag wurde explizit danach gefragt, ob man sich eine Beziehung mit jemandem vorstellen kann, der genau diese Probleme hat.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH