» »

Problem mit Verhältnis zu Eltern

E#hem(alige;r NutGze9r (#C242x230)


"Aber ich bin doch deine Mutter...!"

Die Totschlag-Antwort darauf

"Ja und?! Das hab ich nicht entschieden!"

d]anaxe87


Wie macht man Eltern glaubhaft klar, die das bisher noch nicht begriffen haben, dass ihre Kinder ihnen gegenüber zu nichts verpflichtet sind?

In dem man selbst es glaubt und danach handelt. Das Problem aber ist, dass du es noch nicht richtig glauben kann.

Clondyke

Ich finde die moralische Verpflichtung gibt es meiner Meinung nach nicht, aber eine Verantwortung sich selbst gegenüber. Und wenn ich mit mir nicht mehr leben kann, wenn ich sie nicht pflege, dann ist es einfach sinnvoll, so zu handeln.

mGicha=1301


Oh ja,ich kann Dich gut verstehen. Mir hat oder geht es ähnlich. Als Kind bzw. habe ich schon mal eine tracht Prügel bekommen,aber meisten haben meine Eltern mich mit Worten verletzt und erniedrigt. Am schlimmstes ist mein Vater.

Ich leide an Depressionen und ich denke meist nur negativ.

Meine erste Ehe ist unter anderem (gab noch andere Gründe) daran zerbrochen.

Ich habe danach eine Gesprächstherapie gemacht,da ich null Selbstvertrauen hatte. Habe meine Mutter mal mit zur Therapie

genommen und die Therapeutin hat ihr einiges an den Kopf geschmissen. Danach war meine Mutter ziemlich sauer. Sie meinte,sie hätte mich gut erzogen und ließe sich nicht von einer wildfremden Person vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen hätte. Habe noch zwei jüngere Brüder,die werden von meinen Eltern nicht so behandelt und wenn geben die die Passende Antwort. Wenn ich mich wehre werden sie immer beleidigend und machen mir ein schlechtes Gewissen, da sie mich nach meiner Scheidung etwas unterstütz haben.

Mittlerweile bin ich ein zweites mal verheiratet und habe mit meinem jetzigen Mann zwei Kinder ( 13 und 14). Lebe auch ca. eine halbe Stunde Fahrzeit von meinen Eltern weg, was ich natürlich immer wieder auf Butterbrot geschmiert bekomme. Mittlerweile sind beide gut über siebzig und können nicht mehr so wie früher.

Sie hätten gerne gehabt,das ich im Ort geblieben wäre,um sie später zu pflegen usw. Mein jüngerer Bruder wohnt direkt neben ihnen (hat da gebaut). Ab und an,wenn es sein Beruf erlaubt,erledigt er schon mal etwas für sie. Mein älterer Bruder wohnt ein Ort weiter und macht es so wie mein jüngerer Bruder. Meine Schwägerinnen stören sich nicht an meine Eltern. Sie haben gesagt,wenn sie nicht mehr können, könnte ich mich ja um sie kümmern,wären ja schließlich nicht ihre Eltern. Aber zum Babysitten waren sie früher immer gut. Nach meinen beiden haben meine Eltern so gut wie nie mal geschaut. Ich bekam immer zu hören,du wolltest sie haben und jetzt musst du auch schauen wie du damit fertig wirst.

Mein älterer Bruder hat zwei Mädels. Da haben meine Eltern immer nach geschaut,weil meine Schwägerin früh wieder berufstätig geworden ist. Als Argument hat mein Vater dann gesagt, das mein Bruder und meine Schwägerin ja auch ein anderes Ansehen hätten und beide einen guten Beruf ausüben (Finanzbeamtin und Komissar) Ich wäre ja zu nix gekommen. Das ist unter anderem so ein Spruch,den ich mir damals immer anhören musste.

Ich könnte einen ganzen Roman darüber schreiben.

Mittlerweile habe ich nicht mehr so oft Kontakt zu meinen Eltern und Geschwister. Wenn meine Mutter nicht ab und an mal anrufen würde, bekäme ich gar nichts mehr mit. Zu den Feiertagen und Geburtstagen sehen wir sie aber noch, obwohl das auch oft nicht schön ist und ich danach oft sehr deprimiert bin und nur heule. Meine beiden Schwägerinnen unterhalten sich gar nicht mit mir bzw. uns. Sie meinen sie sind etwas besseres, so mein Eindruck. Meine beiden Brüder unterhalten sich nur sporadisch mit meinem Mann. Wie gesagt,es ist immer eine Quall bei Familienfesten. Aber ich denke immer, irgendwann sind die Eltern nicht mehr und dann wird der Kontakt auch zu den Geschwistern abbrechen.

Obwohl ich einige Kilometer weit weg wohnen, leide ich immer noch physisch darunter. Mit meinem jetzigen Mann haben wir auch eine Familien Therapie gemacht, die uns sehr gut getan hat. Leider hat die KK sie gestrichen.

Ich werde mein Leben lang physisch darunter leiden. An manschen Tagen geht es mir richtig gut und an andren Tagen kreisen meine Gedanken nur und ich könnte nur heulen.

Ich fühle mich oft so hilflos und einsam. Aber helfen muss ich mir schon selber.

ianam$arixe1


Wow, vielen Dank für die vielen neuen Beiträge.

Ich bin heute sehr müde (ich habe seit 2 Tagen Albträume, weil mich das so aufwühlt, und hoffe, ich bin morgen ausgeschlafener), möchte aber zumindest eine erste Antwort schreiben, die restlichen kommen dann morgen.

@ Oldie49

...Schuld ist eines der stärksten Bindemittel überhaupt. Interessanterweise lassen sich viele Menschen, ähnlich wie du, über solche Schuldgefühle hervorragend festhalten, weil das Unbewusste sagt "Besser durch Schuld gebunden als gar nicht mehr im Leben des anderen vorzukommen". Versuche doch bitte mal diesen Gedanken aufzugreifen.

Danke. Lasse ich mal wirken.

Ein weiteres Bindemittel ist aber auch dieses Clan-Denken, so möchte ich das mal nennen. Meine komplette Verwandtschaft ist in dem Film, aus dem ich mich gerade zu befreien versuche. Was dann bedeuten würde, dass ich mich noch fremder und ausgestoßener fühlen werde als ohnehin schon. Da muss ich mir also die Frage stellen, brauche ich diese Verwandtschaft und möchte ich in deren Leben vorkommen. Da ich mich auch in meiner Beziehung sehr allein gefühlt [da war die Schwiegermutter zu übermächtig] und diese beendet habe, ist es derzeit für mich nicht so erstrebenswert, noch mehr Verbindungen zu kappen. Freunde zu verlieren, weil ich mich fehl am Platz fühle.

...die Schuldgefühle sind bisher trotz aller Therapie und Einsicht geblieben. Nicht oben im Verstand, sondern seht tief im Unbewussten, in dem, was wir Herz nennen.

Exactly. Ich bin seeehr kopfgesteuert, weil ich mich bisher gut darauf verlassen konnte, und mein Herz (also das Unbewusste) fordert jetzt Tribut und kommt an die Oberfläche. Da war ich die letzten Jahre ziemlich blind und taub. Vor allem dachte ich, in anderen Familien sei dieses ungesunde Verhältnis auch so. :-/

Dazu rate ich immer zunächst, die Gefühle, die zu einer solchen Belastung führen, sehr genau anzuschauen und auf keinen Fall mehr zu verdrängen. Das tut erst mal richtig weh [...]

Nur derjenige, der sich verletzt fühlt, kann diese Verletzung heilen, niemand sonst.

OK. Verstehe ich.

Das Ziel ist Distanz, aber der erste Schritt heißt "Verstehen". Und damit meine ich, dass DU verstehen und begreifen müsstest, warum sie das tun und warum du auf die Erzeugung deiner Schuldgefühle ansprichst. Das bedeutet natürlich nicht, dass du "Verständnis" für sie haben sollst, es geht nur um das Verstehen. Es geht darum, sie nicht verurteilen und abwerten zu müssen.

OK, das auch. Das war auch schon Thema in meiner Therapie.

Und dann kann – in überschaubaren Schritten – aus dem rein intellektuellen Verstehen Distanz erzeugt werden. Da du intelligent bist, bin ich sicher, dass du das schaffen kannst. Hab nur etwas Geduld mit dir.

Danke schön. Für mich ist das noch ein sehr fremdes Universum. Und ich muss allein gegen die ganze Clanphilosophie ankämpfen.

Bis morgen, liebe Leute. @:)

i(namatrie1


Hallo @Clondyke, vielen Dank für deine Zeilen.

Aber glaub mir "das Rad dreht sich." Die Gesinnung "wie du mir, so ich dir" brachte mir keinen Frieden. Ich hielt es mit "der anderen Wange hinhalten."

Ganz so ist es nicht bei mir, denn ein "Wie du mir, so ich dir" strebe ich nicht an, dann müsste ich ja Gewalt anwenden. Sehr lange war ich sehr zynisch, das habe ich mir abgewöhnt. Ebenfalls möchte ich nicht "Die andere Wange hinhalten" - aber wer weiß, wie gut ich das wirklich schaffe und mir nicht nur einbilde...

Ich kann die alte knochige Hand, die mich so oft geschlagen hat nicht streicheln... (ich würde es so gern, aber es geht einfach nicht...) ich muss es auch nicht. Unser jetziges Lebensniveau würde ich beschreiben mit Worten wie Achtung, Freundlichkeit, Humor und Pflichtgefühl, vlt. auch Mitleid, aber LIEBE fehlt??

Das ist aber wirklich eine ganze Menge. Liebe kann sich ja in vielen Facetten äußern. Ich finde es gut, dass Achtung dabei ist.

darunter leide ich, vlt. kommt sie noch, wenn es ihr schlechter geht, denn ich will sie pflegen bis zum Schluss, das empfinde ich als Pflicht(ich kann nicht anders)??

Hm, dann wäre es trotzdem in meinen Augen eher Mitleid als Liebe. Das liegt ja immer in den Augen des Betrachters.

Hut ab vor dem, was du leistest. Ich weiß nicht, ob ich selbst eines Tages dazu in der Lage wäre, nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Aber hier schrieb ja bereits jemand an dieser Stelle, dass man sich sinngemäß noch nicht über das sorgen sollte, was nicht ansteht. (Und von meinem Therapeuten habe ich das auch schon zu hören bekommen)

iAn&am'aritex1


@ Minimia

Auch Eltern müssen sich den Respekt verdienen. In der Regel können sie das aber nur, wenn sie selbst ihr Kind respektvoll behandeln, also ein respektvolles Miteinander vorleben.

Was deine Mutter einfordert, ist, dass du nach wie vor ihre Authorität anerkennst, und dich ihr als Kind unterzuordnen hast. :|N

Danke für diesen Gedanken. Ein respektvolles Miteinander wurde mir von meinen Eltern zu 0,001% vorgelebt, also vielleicht an 1 von 1000 Tagen...

Diese unaufhörliche elterliche Autoritätsforderung ist wirklich beschwerlich und unwürdig. Es ist gut, dass ich hier so viele Anregungen von euch bekomme. Respekt wurde und wird in meinem Elternhaus so klein geschrieben.

ivn?am{arixe1


@ danae87

Ich arbeite an meinen Glaubenssätzen.

Das Blöde ist, dass ich dachte, nach der Therapie sei alles durchgekaut und vorbei, aber dadurch, dass ich sehr unzufrieden, missverstanden und verletzt da rausging, hat es weiter unproduktiv gegärt.

i$n;amarixe1


@ horrorvibe

"Aber ich bin doch deine Mutter...!"

"Ja und?! Das hab ich nicht entschieden!"

Sehr cool :) Das wäre auch lange mein Style (gewesen), aber mir ist nicht mehr nach solchen Antworten. Ich bin es Leid, immer nur alles eskalieren zu lassen...

ifnaumarie1


...immer nur alles eskalieren zu lassen, da genau an der Stelle dann Schluss wäre.

Ich habe keine richtige Streitkultur gelernt. Mindestens 1 Beteiligter würde dann das Zimmer verlassen. (Früher hätte es "was gesetzt").

Jedenfalls will ich dieses sprachlose Streiten nicht mehr.

ignamharime1


@ micha1301

Vielen Dank, du bringst es mit deinem Roman auf den Punkt:

Ich fühle mich oft so hilflos und einsam. Aber helfen muss ich mir schon selber.

Es ist gut, dass du Mann und Kinder hast, die dir zur Seite stehen.

Mittlerweile habe ich nicht mehr so oft Kontakt zu meinen Eltern und Geschwister. Wenn meine Mutter nicht ab und an mal anrufen würde, bekäme ich gar nichts mehr mit.

Da lese ich aber heraus, dass du schon gern mehr Kontakt hättest? (Ich ja eher nicht)

Zu den Feiertagen und Geburtstagen sehen wir sie aber noch, obwohl das auch oft nicht schön ist und ich danach oft sehr deprimiert bin und nur heule.

Das mit dem Heulen war bei mir früher oft der Fall, daher habe ich ja den Kontakt runtergeschraubt, und die kurzen Stunden reichen dann auch. (Auch wenn das meine Eltern nicht so sehen) ;-)

An manschen Tagen geht es mir richtig gut und an andren Tagen kreisen meine Gedanken nur und ich könnte nur heulen.

Diese Phase habe ich jetzt gerade auch, und denke eigentlich nur, das kann doch nicht wahr sein...

Aber ich arbeite dran. Vor allem das mit den Schuldgefühlen, die einem jahrzehntelang eingeredet werden, will ich endlich in den Griff kriegen. Eins nach dem anderen... Danke nochmal! @:)

E]hemalAigeDr Nutzer -(#2E4223x0)


Ich bin es Leid, immer nur alles eskalieren zu lassen...

Kann ich nachvollziehen. Das ist nicht einfach.

gRrauZm


Vielleicht solltest du dich von den Gedanken verabschieden deinen Eltern irgendetwas begreiflich machen zu können. Sie werden nichts einsehen - wozu auch. Aber vielleicht kannst du sie irgendwann so lassen wie sie sind. Eltern von denen man weder Liebe noch Einsehen erwarten kann.

Manche Therapeuten nehmen ihre Patienten nicht ernst, weil sie selbst den Konflikt mit ihren eigenen Eltern nicht gelöst haben. Sie schützen dann auch alle anderen Eltern. Und ich weiss nicht was gut daran sein soll, dass du dank Therapie wieder Kontakt zu deinen Eltern hast. Das ist nur gut für sie , aber scheinbar nicht für dich.

Ein Therapeut sollte dafür sorgen, dass nicht das weitere Leben von seinen Patienten durch deren Eltern versaut wird.

Kennst du Alice Miller? Es gibt noch eine Webseite, ich habe dort oft in der Leserpost gelesen und vieles traf auch auf mich zu.

Ich selbst habe zu meiner Mutter seit vielen Jahre keinen Kontakt mehr und nein ich habe keine Schuldgefühle mehr. Und selbst als die Schuldgefühle noch da waren wusste ich doch , dass falls es jemals Schuld von meiner Seite gab ich diese tausendfach bezahlt hatte.

Aber das ganze Schulddingens ist eh Quatsch. Das dient nur dazu andere auszubeuten.

ijnam-arixe1


@ graum

Ja, Alice Millers Arbeit kenne ich, aber nur in Auszügen. Ein wenig stößt mich die Tatsache ab, dass sie ihrem Sohn eine schlechte Mutter war, also selbst nicht leben konnte, was sie der Welt vermittelte. Dennoch interessieren mich ihre Ansätze und wie weit sie auf mich zutreffen.

Wie das damals mit dem Therapeuten gelaufen ist, kann ich nun nicht mehr zurückdrehen. Ich habe nur spät gemerkt, dass er mich nicht (mehr) ernst nimmt. Eigentlich hatte ich die Therapie wegen eines anderen Kummers aufgenommen, den ich zu bewältigen hatte, aber letztlich ging eben doch um das Verhältnis zu den Eltern. Zumindest bin ich ihm für eine Sache dankbar: dass sich mein Verhältnis zu meinem Vater entspannt hat (was ich mir nie und nimmer hätte vorstellen können, geschweige denn gewünscht hatte). Das zur Mutter ist dafür zwiespältiger geworden.

Auch die Schuldfrage stelle ich nicht mehr... (zumindest bewusst) Mit ist klar, dass sie es nicht besser konnten, da sie wohl selber so krass erzogen wurden. Ich versuche inzwischen nur noch - mit mäßigem Erfolg -, mit den Spätfolgen klarzukommen, denn wie gesagt, zurückdrehen lässt sich nichts mehr.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH