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Bedeutet "auf Augenhöhe sein" auch gleicher Bildungsabschluss?

F\ex.


Zum Ausgangsbeitrag bezüglich Partnerschaft:

Einschlägiges Studium wäre nicht nötig, aber gutes mathematisches und naturwissenschaftliches Verständnis (wenigstens auf eine Naturwissenschaft bezogen) wäre absolut notwendig. Sonst passt es (in meinem Fall) eben einfach nicht.

N{ai/louga


@ Liverpool

wie es der Zufall will, habe ich enge Kontakte zu deinem Studiengang und das hier

Auslandssemester sind in meinem Studiengang absolut ununüblich und machen nur wenige, da man sich aus meinem Studienfach wenig bis gar nichts aus dem Ausland anrechnen kann und es somit einfach nur ein langer teurer Urlaub ohne nennenswerte Mehrwert für die akademische Ausbildung ist.

mag vielleicht für deine Uni gelten (dann mein herzliches Beileid), ist aber in der Verallgemeinerung "Studienfach" sowas von falsch... Ich war selbst ein Jahr im Ausland und dort war gefühlt die Hälfte der Deutschen Medizinstudenten, die davon geschwärmt haben, wie einfach die Anerkennung der Studienleistungen läuft. Die medizinische Fakultät an meiner Uni bietet pro Jahr knapp 100 Erasmusplätze, wer weg will, kommt weg, so die Aussage.

Ebenso mit Nebenfächern - ja, klassische Nebenfächer wie im Bachelor mag es nicht geben, aber niemand dürfte dich daran hindern, ein weiteres Studienfach anzufangen (ggf darf das nicht zulassungsbeschränkt sein, bzw nur mit Begründung). Das erfordert dann Zeitorganisation, wahrscheinlich schaffst du dann ein oder beide Studiengänge nicht in Regelstudienzeit, aber während einem (regelhaften) Medizinstudium einen anderen Bachelor machen funktioniert (ich hätte Medizin/Romanistik und Medizin/Physik im persönlichen Umkreis im Angebot).

Aber Medizin ist wahrscheinlich tatsächlich ein schlechtes Beispiel für breites studieren. Meistens ist die Fakultät irgendwo ausgelagert, so dass die Wege zu anderen Lehrveranstaltungen weit sind. Selbst die Eigenleistung, sich den entsprechenden Lehrstoff zusammen zu suchen wird einem durch schön vernetzte Lernprogramme abgenommen. Man könnte neidisch werden. :-X

N;ailo'uga


Äh, was ich eigentlich schreiben wollte: es kommt auf die einzelne Person an, was man aus dem Studium macht, genauso wie es darauf ankommt, was man aus einer Ausbildung macht. Den einen ist es wichtig, alles in Regelstudienzeit durchzuziehen, andere nehmen längere Zeit der Entbehrung in kauf, um noch ein bisschen darüber hinaus zu gehen. Im Studium ist das sicher einfacher als in der Ausbildung, wo man in den Betrieb eingebunden ist.

Meine persönliche Erfahrung mit Standesdünkel kommt btw von einer Freundin mit Hauptschulabschluss und Ausbildung. Die hätte niemals einen Studenten als Freund genommen, weil "muss man durchfüttern" (hä?) und überhaupt, die sind so komisch. Und ich solle doch mal weniger studiert reden (nach X Jahren im hochdeutschen Raum habe ich meinen Dialekt verloren) - der Kontakt ist mitlerweile eingeschlafen.

D1ie SDeherin


was für ein geschwurbel!

am anfang des fadens habe ich noch überlegt, wie ich in wohlfeile worte packen kann, was ich dazu denke und fühle... von seite zu seite ist aber ein gefühl entstanden: um was zum henker diskutieren die denn eigentlich (wenn ich denn mal was verstanden habe) und es blieb nur nur ein satz: gute güte... was bin ich froh um meinen handwerker!

ich muss heute abend meinem kerl mal wieder dafür danken, welch partnerschaftliches miteinander auf augenhöhe wir doch haben!

dJoomxhide


Mh, also mir ist der Schulabschluss komplett egal. Natürlich sollte sie nicht auf den Kopf gefallen sein und empfänglich für normale Tagesthemen sein aber ob sie nun studiert hat oder einen Hauptschulabschluss hat das ist mir wurscht. Mir sind da andere Sachen viel wichtiger bei einer Frau. Auch die eine oder andere Macke finde ich ganz reizvoll... keine Ahnung warum.

PlythNonicst


Ich glaube dir, dass dir die gemeinsamen Erlebnisse fehlten, aber man sollte die Studienjahre nicht zu hoch bewerten.

Was sind schon 5 Jahre eines Studiums, gegen ein ganzes gemeinsames Leben mit zig Einflussfaktoren?

Ich habe mit Anfang 30 promoviert, das waren 5 Jahre Studium, 1 Jahr Ausland, 6 Jahre Promotion. Zusammen 12 Jahre und damit quasi das ganze Leben, das ich ab 18 selbstbestimmt leben konnte. In dem Alter und mit meinem Hintergrund sind das für mich also nicht irgendwie einige Jahre zwischendurch, sondern der Großteil meines selbstbestimmten Lebens. Jemand, der auch promoviert hat, versteht das in dem Alter intuitiv (denke ich), allen anderen mag es erklärungsbedürftig sein.

Wir haben zwar dasselbe (aber nicht gemeinsam) studiert und arbeiten im selben Beruf, doch die Branchen sind völlig andere. Bei den spezifischen Fachbegriffen können wir untereinander auch nicht mitreden.

Naja, dann handhabt ihr das anders. Ich glaube gut, dass hier unterschiedliche Meinungen gleichberechtigt nebeneinander stehen können.

Viele meiner verheirateten Kollegen/Kolleginnen haben sich im beruflichen Umfeld kennengelernt. Dass da ein ähnlicher Bildungshintergrund besteht, ergibt sich von selbst.

Wobei er das nicht müsste. Oft gibt es Reinigungspersonal, Wach-/Sicherheitspersonal, Personal in der Kantine in Betrieben. Und auch in den Abteilungen nicht nur Akademiker, sondern z.B. auch Sachbearbeiter/Innen oder Bürofachkräfte oder Handwerker oder Lehrberufe, in Krankenhäusern ÄrztInnen/e und Pflegepersonal und MTAs/PTAs, PilotInnen und FlugbegleiterInnen und wieder Sicherheitspersonal oder Wartungspersonal. An sich begegnen sich die Ausbildungen und Abschlüsse auch im beruflichen Umfeld also - fallweise - zumindest zu einem gewissen Grad. Sympathie und Zuneigung, die zu langfristigen Partnerschaften führt, fällt dann dorthin, wo es sich für beide stimmig anfühlt.

Aber nebenbei bemerkt. einen Beziehung lebt von neuen Impulsen, alles zu teilen, kann da manchmal (meine Erfahrung) ziemlich öde sein.

Ja, ganz bestimmt. Der Faden steht hier unter dem Aspekt Bildungsabschluss, aber der Bildungsabschluss ist ja nicht "alles". ;-) Der Kontrast Frau zu Mann ist für mich schon ein Beziehungsimpuls und Herausforderung an sich. Und in dem Aspekt werden sie und ich nicht gleich sein, dieser belebende, äußerst reizvolle Unterschied bleibt also für mich auf jeden Fall erhalten. ;-D

k8einsxtein


Bedeutet für euch Augenhöhe auch, dass man den gleichen oder einen ähnlichen Bildungsabschluss hat?

Hm, da würde ich differenzieren: Auf ausbildungstechnischer Augenhöhe dann, ja.

Wenn ein Partner einen in der Gesellschaft angesehenen Job hat und der andere einen, den man auch ohne jeden Abschluss machen kann, wäre man ja in bestimmten Hinsichten auch nicht "auf Augenhöhe". Oder wie seht ihr das, die das Prinzip "man muss auf Augenhöhe sein" haben?

Meiner Meinung nach stimmt das so nicht.

Aber meiner Erfahrung nach erleben sich viele Nicht-Akademiker mit Akademikern nicht auf Augenhöhe.

Könnt ihr, die selbst z.B. Akademiker seid, euch vorstellen, mit jemandem zusammen zu sein, der nicht studiert hat und einen Job macht, für den man eine geringe oder keine Qualifikation braucht? Ein Job, wo man oft die gleichen Abläufe macht und der (geistig) nicht so anspruchsvoll/lehrreich/forschungsorient wie vlt. euer Akademiker-Job ist?

Ja, denn mit dem Job hat es für mich nichts zu tun.

mZond+s.tewrxne


ich muss heute abend meinem kerl mal wieder dafür danken, welch partnerschaftliches miteinander auf augenhöhe wir doch haben

(Die Seherin, 29.11.16 14:00)

also, ich versuche, Dein Ansinnen zu nutzen, um etwas Bewegung in die Diskussion zu bringen.

Denn jemandem zu danken, bedeutet, auf Augenhöhe zu verzichten. Im Extremfall würdest Du Deinem "Kerl" vor lauter Dankbarkeit die Füße küssen, und ich vermute, das ist es nicht, was Du unter Augenhöhe verstehst. ;-)

:-)

Also, Gegenfrage: Augenhöhe, muss das sein?

Lmov-H<us


Denn jemandem zu danken, bedeutet, auf Augenhöhe zu verzichten.

Jetzt kommt wieder die Zeit der Weihnachtsfeiern, wo die Chefs ihren Mitarbeitern für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr danken... ;-) . Und ok, ein Sklave mag gelegentlich dankbar für einen Extra-Brotkrumen sein.

Also: Dankbarkeit hat nichts mit Augenhöhe zu tun.

D\iNe Se6herxin


Denn jemandem zu danken, bedeutet, auf Augenhöhe zu verzichten. Im Extremfall würdest Du Deinem "Kerl" vor lauter Dankbarkeit die Füße küssen, und ich vermute, das ist es nicht, was Du unter Augenhöhe verstehst. ;-)

ach, mal ganz davon abgesehen, dass mein kerl es liebt, wenn ich ihm die füße küsse, finde ich es durchaus spannend, dass eine beziehung durchaus auch dann auf augenhöhe sein kann, wenn in bestimmten situationen mal der eine und mal der andere größer/kleiner sein darf - aber das ist eine andere geschichte ;-D

LHovH8us


Ein bisschen Transaktionsanalyse. Demnach gibt es drei Möglichkeiten, auf Augenhöhe zu kommunizieren: Eltern-Ich zu Eltern-Ich, Erwachsenen-Ich zu Erwachsenen-Ich und Kind-Ich zu Kind-Ich.

Wenn nun ein Studierter ständig das Eltern-Ich raushängen lässt und in anderen meint, das Kind-Ich belehren zu müssen, wird es schwierig für den anderen, stabil im Erwachsenen-Ich zu bleiben. Das wird dann eher keine so fruchtbare Beziehung.

Umgekehrt, wenn ein weniger Gebildeter angesichts von Bildung sofort ins Kind-Ich rutscht, dann wird es auch schwierig mit einer Beziehung, da der Gebildete das Erwachsenen-Ich des Gegenübers vermissen wird und es auch lästig ist, ständig angegriffen zu werden, man wäre arrogant etc. Das kann zwar sein - siehe erstes Beispiel - kann aber eben auch Kind-Projektion sein wie hier.

Wenn es also nicht klappt, ist gar nicht so leicht zu entscheiden, was eigentlich gerade schief läuft.

A}uro*ra


Ich denke, auch Beziehungen die nicht auf Augenhöhe stattfinden, können gut funktionieren. Es kommt halt ganz darauf an, wie beide Seiten gestrickt sind...

Es gibt Männer die sich gut dabei fühlen, wenn sie der Partnerin intellektuell überlegen sind.

Es gibt Frauen, die sich in der unterlegenen Rolle wohl fühlen und gerne zu ihrem Partner aufschauen.

Es gibt Menschen die gerne kleine Machtkämpfe austragen und deshalb einen Partner brauchen, der dem was entgegenzusetzen hat (auf Augenhöhe).

Es gibt Leute die sich in der Helfer und Beschützerrolle wohl fühlen und deshalb Partner suchen, an denen sie das ausleben können und umgekehrt natürlich Menschen die einen elternähnlichen Partner brauchen, der sich um sie kümmert.

Es gibt sicherlich wenig Beziehungen, in denen wirklich alles auf Augenhöhe stattfindet. Manchmal ist ein Unterschied sogar von Vorteil.

Wenn beide arm sind, könnten sie zwar zusammen arm sein, aber besser wäre es, wenn wenigstens einer von beiden mehr verdient.

Wenn beide psychisch krank sind, ziehen sie sich gegenseitig runter, bzw können Konflikte schneller eskalieren. Wenn nur einer krank ist und der andere eine stabilie Persönlichkeit besitzt, kann der Kranke besser aufgefangen werden.

MLargy93


Ich bin selbst Studentin und habe an der Uni bisher keinen richtig tollen Mann kennengelernt.

Es laufen wahnsinnig viele Vollpfosten hier rum, wo ich mich wirklich frage, wie die überhaupt das Abitur schaffen konnten. In meinem Abijahrgang wurden auch ganz viele über Jahre mit durchgeschleppt bis zum Abschluss.

Dann gibt es viele "Nerds", die in ihrem Fachbereich vielleicht "genial" sein mögen, aber keineswegs über eine umfassende Allgemeinbildung verfügen. Viele von denen scheinen mir auch Defizite im sozialen Bereich zu haben.

Also ich habe an meiner Uni bis jetzt noch überhaupt keinen Mann getroffen, der mich optisch und menschlich anspricht und zugleich umfassend gebildet ist und interessiert ist.

In meinem Freundeskreis kenne ich aber viele Männer mit Ausbildungsberufen, die ich schon mitten im Leben stehen, die vielseitig interessiert und gebildet sind und menschlich sehr nett. Die sind aber meistens schon vergeben.

L0olaxX5


Es gibt Menschen die gerne kleine Machtkämpfe austragen und deshalb einen Partner brauchen, der dem was entgegenzusetzen hat (auf Augenhöhe).

Ich will eine Beziehung auf Augenhöhe. Aber sicher nicht, weil ich irgendwelche Machtkämpfe ausfechten wollen würde! :-o :|N Das mag ein möglicher Grund sein für den Wunsch nach gleicher Augenhöhe, aber sicher nicht der einzige.

Mir ist ein sich-auf-Augenhöhe-begegnen ja gerade deswegen wichtig, weil ich KEIN Machtgefälle in der Beziehung will. Macht ist überhaupt eine Kategorie, die für mich nicht so wirklich zu einer guten Beziehung passt.

NAaIc'htritZtexr


Naja - es ist ja jetzt nicht so das 90 % der MINT Studienabgänger keine Beziehungserfahrung hätten, sondern eher so das ein geringer % Satz der MINT Studienabgänger keinerlei Beziehungserfahrung hat. Wenn man sich allerdings die Gruppe der Beziehungsunerfahrenen anschaut stellt die Gruppe der akademisch gebildeten Männer mit MINT Abschluss eben einen überdimensional großen Anteil. Das ist Fakt. Das ist ein wesentlicher Unterschied, der nichts über die fachliche Qualifikation des MINT Studiengangs und dessen Komplexität an sich aussagt, sondern eher darüber, dass ein kleiner Teil derjenigen, die sozial Normalität nicht auf die Reihe bekommen eine Affinität zu MINT Studiengängen hat.

Fakt ist einzig, dass die Männer einen überdimensionalen Anteil an den MINTlern mit Abschluß ausmachen. Die meisten Frauen, die sich an ein MINT-Studium wagen, werden nie einen Abschluß erreichen. Und von den wenigen MINT-Frauen die ich kennengelernt habe, waren während des Studiums ebenfalls alle Single, oder sie waren noch mit ihrem Jugendfreund zusammen. Bei den Männern das gleiche.

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