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Bedeutet "auf Augenhöhe sein" auch gleicher Bildungsabschluss?

doomiHni4k_exb


"Schatz, was machen wir Samstag Abend schönes?"

"Wir lesen uns gegenseitig Faust vor und danach analysieren wir Beethoven die fünfte." ;-D Nein Danke!!!

Fxe.


Das sind für mich Dinge wie Kunst, Literatur und Musik. Kultur eben.

Kunstbanause. Sowas profanes aber auch - das hat ja Bildzeitungsniveau!

Zu einem netten Abendessen gehört doch, dass man sich über mögliche Lösungen der Energiekrise und die Wahrscheinlichkeiten ihrer Realisierung unterhält oder auch mal über praktische Anwendungen des Residuensatzes. Oder man philosophiert über die philosophischen Auswirkungen der Mehrweltentheorie und die Unhaltbarkeit der Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik. Oder auch mal ganz praktisch darüber, was uns eigentlich blüht, wenn in nicht allzu ferner Zukunft Beteigeuze explodiert.

Aber dafür müssen eben Leute am Tisch sitzen, die auch was in der Birne haben - wenn dagegen so ein Neandertaler nichtmal ne Kurvendiskussion hinkriegen würde, kann man sich mit dem doch nicht gepflegt unterhalten.

Wie gesagt, ich wollte mich in dieser völlig nutzlosen Diskussion nur mal kraftvoll Position einnehmen. Wer das zu ernst nimmt, hat selber schuld.

K)anteanmechahniker


Man kann hervorragend zu Beethovens Musik vögeln, und das meine ich nicht snobistisch.

Cgleo Ed3waPrdsL v. Daxvonpoort


Beteigeuze

Und ich lese Beetlejuice...

Sinngemäß las ich:

Essen *binvollbah* Lösungen Energiekrise *bahKlischee* Residuensatz *Mathematikauchnoch* Mehrweltentheorie *anZurückindieZukunftundDocsZeitdarstellungdenk* Blablablablabla Beetlejuice.... blabla... HÄ?

Hat mich so verwirrt dass ich nicht mal die Ironie im letzten Absatz las.

FOex.


Hat mich so verwirrt

Das soll bei Nicht-Nerds schon mal vorkommen :-)

dass ich nicht mal die Ironie im letzten Absatz las.

Welche Ironie?

Cylje~o ~EdQwar#ds v.$ Davonxpoort


Ahahaha... na da war ich nicht so entfernt von Beetlejuice, soll laut Artikel in Wikipedia ja tatsächlich zusammenhängen. Vorhin zum ersten Mal gelesen was das sein soll, zumindest bewusst, aber da steht es auch innen.

Der Name Beetlejuice (englisch wörtlich Käfer-Saft) aus dem gleichnamigen Spielfilm von Tim Burton ist eine Verballhornung der englischen Bezeichnung des Sternes Betelgeuse. Die Hauptfigur Betelgeuse benutzt diese Schreibweise, um ihren Namen symbolisch in einer Scharade darstellen zu können.

Funktioniert jedenfalls.

Cqleo EdwaWr.ds v8. DQavonpoxort


Welche Ironie?

In völliger Ernsthaftigkeit antworte ich mal :-) :

Wer das Wort Neandertaler, DIE Bezeichnung rudimentärster (heutiger!) Menschen überhaupt, im Zusammenhang mit einer Kurvendiskussion außerhalb des Fachgebiets nennt, ist entweder jemand der fernab von anderen Menschen der Normalität lebt, oder aber er spricht von Ironie.

M9ary!9x3


Wobei ich mich ja frage was man wissen muss, dass man es als Allgemeinbildung bezeichnen kann. Nehmen wir doch das Beispiel "van Gogh".

Ein niederländischer Maler, Vorname Vincent, schnitt sich ein Ohr ab, "strichelte" seine Werke gerne, vielleicht ein paar Werke mit Namen und lebte irgendwann im späteren 19. Jahrhundert.

Wahrscheinlich ist dies das gröbste und mindeste Wissen ohne sich mit der Malerei selbst auszukennen.

Zählt das zur Allgemeinbildung oder null Wissen?

Würde ich zu Allgemeinbildung zählen.

Aber wenn jemand auf Van Gogh angesprochen antwortet:"Hä? Van Gogh? Wat is dat denn?" oder "Van Gogh? Ist das nicht der Typ, der letzte Woche im Dschungelcamp die Käfer gefressen hat?" würde ich demjenigen mangelnde Allgemeinbildung bescheinigen.

Gilt übrigens nicht nur für Kulturschaffende, sondern auch für Naturwissenschaftler. Ein Germanist, der nicht weiss wer Charles Darwin ist und nicht mal im Ansatz die Grundprinzipien der Evolutionstheorie kennt, ist für mich ebenso mangelhaft allgemeingebildet.

Nagut, ich gebe gerne zu, dass ich da meine eigenen Kriterien habe. ;-)

Ich sage auch nur, dass ich viele Studenten kenne, die über den Tellerrand ihres eigenen Fachbereichs hinaus wenig gebildet sind, vorallem auch wenig interessiert sind, was ich noch viel schlimmer finde.

Erschreckend viele Kommilitonen haben mir zu verstehen gegeben, dass sie keine Zeitungen lesen, keine Nachrichten schauen und allgemein wenig bis gar nicht an aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen interessiert sind. Dafür habe ich erschreckend viele Kommilitonen kennengelernt, die sich bestens mit Trash-TV und sonstigen Dingen beschäftigen, die man eher "bildungsfernen Menschen" nachsagen würden.

M7aryQ9x3


Aber dafür müssen eben Leute am Tisch sitzen, die auch was in der Birne haben - wenn dagegen so ein Neandertaler nichtmal ne Kurvendiskussion hinkriegen würde, kann man sich mit dem doch nicht gepflegt unterhalten.

Wenn theoretische Physik und angewandte Mathematik für Dich der einzige erfüllende, glücklichmachende Lebensinhalt ist und Du dich beim Frühstück, beim Abendessen und im Ehebett nur noch darüber unterhalten möchtest, dann wäre ein MINT-Nerd für Dich sicher hervorragend geeignet. Ich gönne Dir Dein Glück.

Ich sage doch, es werden auch an Universitäten einige Töpfe einen Deckel finden.

Ich bestreite nur die Gleichung Akademiker = hohe Allgemeinbildung und die Schlussfolgerung, dass ein Akademiker einen anderen Akademiker als Partner benötigt um eine Beziehung auf Augenhöhe zu führen.

C7leo rEdw@ard8s v. Davoxnpoort


Es fällt mir schwer zu glauben dass jemand ernsthaft fragen würde wer van Gogh ist, zugegeben, nicht zuletzt weil das Hauptschule 5. Klasse Thema in Kunst ist, zumindest aber war. Genau wie Munch und Monet und... ich habe es vergessen was da durchgenommen wurde.

Wenn also "jeder" zehnjährige der eine Hauptschule besucht das weiß... nun ja, wer will das dann nicht wissen?

Diese Schule bildet ja das mindeste an Wissen um sich in Deutschland im Alltag zurechtzufinden und zu leben, ist jedenfalls das Ziel, praktische Wissensvermittlung.

Selbiges gilt für Darwin, es ist eigentlich unmöglich nicht irgendwo damit konfrontiert zu werden. Ob man es dann wahrnimmt ist wieder ein anderes Thema.

M!ary9x3


Diese Schule bildet ja das mindeste an Wissen um sich in Deutschland im Alltag zurechtzufinden und zu leben, ist jedenfalls das Ziel, praktische Wissensvermittlung.

Theoretisch sollte es so sein, die Realität sieht aber offenbar ganz anders aus, wenn man sich alleine ansieht wieviele Analphabeten es in Deutschland gibt.

Rund 7,5 Millionen Deutsche sind sogenannte funktionale Analphabeten. Sie können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, zusammenhängende Texte aber nur sehr schwer erfassen. Rund 2,5 Millionen sind sogar Analphabeten im engeren Sinne – die zwar einzelne Wörter schreiben, aber ganze Sätze weder lesen noch schreiben können.

Die haben ja auch alle mindestens 10 Jahre lang eine Schule besucht und können nicht mal richtig lesen und schreiben.

Clleoh Edwar_ds v. D)avontpoort


Naja aber wenn DAS die Definition ist, einzelne Sätze lesen und schreiben können aber zusammenhängende Texte sehr schwer erfassen, dann glaube ich gibt es mehr davon. Mh, 7,5 bei um die 80 Millionen... da finde ich die Zahl wirklich nicht überraschend. Und ja, gibt Leute die können keinen Satz lesen bzw. verstehen. Merkt man aber ganz deutlich wenn diese vorlesen. Dann muss man ja noch bedenken dass die die in Schulzeiten schon schreiben/lesen verachtet haben nie wieder freiwillig was lesen. Und mal ehrlich, SMS/Whats App/Facebook und so etwas zählt wirklich nicht dazu.

T~apls


Diese Schule bildet ja das mindeste an Wissen um sich in Deutschland im Alltag zurechtzufinden

Jein!

Meine Kinder haben z.B. beide Geografie abgewählt. Während ich von ihren Urlaubsziehen zumindest noch die ungefähre Lage weiß, müssen sie dazu erst mal Google bemühen.

Nun wir haben aus der Schule noch ein wirklich breites Allgemeinwissen mitgenommen. Ich habe damals für mich entschieden, dass mich Opern, Beethovens 5. oder Goethes Faust (egal ob alt oder modern), Neuinterpretationen von "Zwei Männer den Mond betrachtend", … nicht die Bohne interessieren und sportliche Ereignisse ebenso wenig. Das bedeutet aber nicht, dass meine Interessen einseitig sind. Ich verfolge aber eher die einzelnen Abläufe einer Baumaßnahme direkt vor dem Fenster, als Klatsch aus einem Königshaus.

Tiefgründige Gespräche mit der Familie sind im Laufe der Jahre aber seltener geworden.

Da gibt es doch meist völlig banale Themen (Sorgen und Nöte der Kinder, wann wird renoviert, und was kochen wir zu Weihnachten) zu besprechen und drängende Probleme (meine demente Mutter, was ziehe ich auf der Beerdigung an) zu lösen.

Wenn man täglich im Beruf 9 Stunden komplizierte Probleme wälzt, dann mag man am Abendbrottisch auch keine hochwissenschaftlichen Gespräche mehr führen.

Natürlich gehen wir nicht blind durch den Alltag. Manchen Nachrichten kann man (selbst wenn man wollte) gar nicht entfliehen. Aber tatsächlich wird bei uns eher die neuste Forschung aus Technik, IT, Physik, Chemie, Biologie, Medizin kommentiert, als Flüchtlingspolitik oder Bundestagswahl und Kunst oder Sport (außer wenn der örtliche Fußballverein verloren hat und wir mit Randale vor unserer Haustür rechnen) schon gar nicht.

Das gleiche Bildungsniveau oder gar der gleiche Bildungsabschluss des Partners ist irgendwann einfach nicht mehr so wichtig, wie einheitliche Wertvorstellungen, gleiche Erziehungsziele...

LGovHuQs


Wir lesen uns gegenseitig Faust vor und danach analysieren wir Beethoven die fünfte.

Das "Nein Danke!" ist nicht das Problem. Ein Problem gäbe es, wenn dir das jemand in einem Gespräch sagte und du guckst nur desorientiert und fragst: "Wie kann man eine Faust lesen?" Oder: "Fünfte was?"

Man muss die Gegenstände im Bildungssetzkasten ja nicht mögen, aber man sollte orientiert sein, was sich darin so alles befindet.

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