» »

Bedeutet "auf Augenhöhe sein" auch gleicher Bildungsabschluss?

EXhemaligTer tNutzerj (#59254x7)


Wir lesen uns gegenseitig Faust vor und danach analysieren wir Beethoven die fünfte.

Na ja, so etwas macht doch auch keiner, oder? ;-D

Vorlesen kenne ich schon, aber nicht den Faust und auch nicht zwingend anderweitige Weltliteratur, sondern einfach so, weil man es gerne macht.

Ansonsten hab ich Beethovens Fünfte vor zwei Jahren im Neujahrskonzert gesehen.

Ich glaube, das sieht in der Realität anders aus, als man sich das vorstellt. Du wirst deine Interessen ja auch nicht gröhlend am Ballermann ausleben, während du über flache sexuelle Witze lachst. Das sind halt stereotypische Vorstellungen.

Es ist auch bei mir mit Freunden und Bekannten eher so, wie Fe. es beschreibt.

LZolawXx5


Man muss die Gegenstände im Bildungssetzkasten ja nicht mögen, aber man sollte orientiert sein, was sich darin so alles befindet.

Sind Setzkästen nicht schon länger hoffnungslos aus der Mode? ;-) Ich glaube, dass auch die Idee des Bildungskanons ihre besten Zeiten hinter sich hat. Die Welt und die Wissensbestände sind so komplex geworden, dass man m.E. kaum noch umfassend allgemeingebildet sein kann. Selbst wenn man sehr wissbegierig ist. (Was zudem gar nicht auf jeden zutrifft: nicht jeder will möglichst viel wissen! Das muss doch auch legitim sein. Nur weil ich möglichst viel wissen will, macht mich das doch nicht zu einem besseren Menschen!)

Ich persönlich halte generell nicht so viel von der Hierarchisierug von Wissen. Warum um alles in der Welt sollte Oper relevanter sein als aktuelle Populärkultur?! Ist sie m.E. nicht. Ich würde mich sogar soweit auf's Glatteis wagen, zu behaupten, dass Oper WENIGER relevant ist. (Eine Oper aus dem Jahre Schnee sagt uns bestenfalls etwas über menschliches Verhalten im Generellen. Das tut die aktuelle Popkultur aber auch und darüber hinaus sagt sie uns etwas über den gegenwärtigen Zustand unserer Gesellschaft(en). Das interessiert mich viel mehr als die Kulturproduktion vergangener Jahrhunderte. :-)

Es kann doch jeder frei entscheiden, worüber und wieviel er/sie wissen will. Die Relevanz kann man als mündiger Erdenbürger doch selbst für sich entscheiden. Und das sich Erheben über andere kann man einfach einsparen. 8-)

Ich habe Faust I und II gelesen ohne dass ich gemusst hätte, weil es mich damals interessiert hat. Aber so für so weltbewegend, dass jeder wissen sollte, was "der Faust" ist, halte ich das längst nicht.

D5ie S%ehxerin


Du wirst deine Interessen ja auch nicht gröhlend am Ballermann ausleben, während du über flache sexuelle Witze lachst.

schönes bild :-)

und genau da ist bei mir ein grinsen im gesicht und ich denke mir: ja, ich will mit meinem kerl saufend darten/flippern und flache sexwitze erzählen dürfen - genauso wie ich mit ihm ins theater und in klassische konzerte gehen will (oder auch zu status quo und jeden song mitgröhlen!!!) und das hat nix mit bildung zu tun, sondern mit neugier und flexibilität und so!

L-o vHtuxs


Lola, klar kann und wird jeder selbst entscheiden, was ihn interessiert, womit er sich beschäftigt und womit er seine Zeit verbringt. Aber diese Entscheidungen sagen etwas über die Person. Und mit der Zeit entwickelt sich die Person diesen Entscheidungen gemäß.

Man muss das nicht hierarchisieren, sondern kann sich einfach über die sich ergebende Vielfalt freuen.

Aber so einfach scheint es nicht zu sein, schließlich geht es uns Menschen nicht nur um uns selbst, sondern auch, wie wir andere sehen und wie wir von anderen gesehen werden. Und das wird äußerst mühsam, ohne einen verlässlichen Rahmen von Konventionen. Etwas, das zu verlassen peinlich wirkt, weil dann offenbar wird, dass jemand etwas nicht weiß oder kann, was er hätte wissen/können sollen. Es ist schwierig, auf Augenhöhe mit jemandem zu bleiben, der von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen stolpert.

Ein gutes Beispiel hast du in diesem Faden diskutiert: Die Peinlichkeit, die dadurch entsteht, dass jemand sich mit Fremdwörtern schmückt, deren Bedeutung ihm nicht klar ist. Ähnlich wenn sich jemand an der Uni bewegt und man fragt sich, wie der sein Abi schaffen konnte. Was im Grunde heißt: Der gehört nicht hierher.

Mit diesen Überlegungen lässt sich "gleicher Bildungsabschluss" in Bezug auf Beziehungen vielleicht so interpretieren: "Ich kann mich in deinen Kreisen bewegen und du dich in meinen."

a|nfang#mitfre.ude


ich denke nicht, dass der bildungsgrad oder abschluss da wirklich aussagekräftig ist. gibt viele studierte häupter, die absolut null ahnung von sozialverhalten haben und umgekehrt sehr kluge unstudierte, die nur eben lieber einen job machen, in dem sie z.b. körperlich stärker gefordert sind, als geistig.

von den fachidioten fange ich gar nicht erst an.

ich würde das mit der augenhöhe eher auf zwei verschiedenen achsen festmachen.

einerseits die achse des generellen verstandes oder auch der allgemeinbildung. man möchte einfach mit jemandem auf augenhöhe sein, wenn man sich über die dinge unterhält, die einen interessieren. ich meine da so ein grundlegendes verständnis und grundlegende kommunikative und soziale fähigkeiten. man möchte einfach mal über seine themen, seinen tag oder was einem durch den kopf geht reden können und dabei das gefühl haben, man wird verstanden und das gegenüber versucht zumindest, zu verstehen, was man meint.

andererseits ist da die achse der arbeitsintensität. wenn man sehr hart arbeitet und viel zeit in seinen job investiert, fühlt man sich vielleicht auf dauer unwohl dabei, einen partner zu haben, der nur sehr viel weniger zu arbeitet und sich dann vielleicht auch noch nichtmal beim haushalt beteiligt. da möchte man einfach auf augenhöhe sein. grade als akademiker braucht man da verständnis und unterstützung, denn vor allem in akademischen berufen wird nunmal oft vorausgesetzt, dass man arbeitsrelevantes während der freizeit erledigt. man hat dann schnell angst, dass man von jemandem, der das nicht kennt nicht verstanden wird und entsprechend keine unterstützung erhält.

so oder so kann das aber gut funktionieren, denn beide achsen haben letzten endes wenig bis gar nichts mit dem bildungsgrad des partners zu tun, sondern sehr viel mehr mit seinem charakter.

S`unnfloweZr_73


grade als akademiker braucht man da verständnis und unterstützung, denn vor allem in akademischen berufen wird nunmal oft vorausgesetzt, dass man arbeitsrelevantes während der freizeit erledigt. man hat dann schnell angst, dass man von jemandem, der das nicht kennt nicht verstanden wird und entsprechend keine unterstützung erhält.

Den Aspekt finde ich sehr wichtig - und persönlich hatten mein Partner und ich da anfangs tatsächlich ein Problem. Er arbeitet zwar auch viel (obendrein Schichtdienst und wechselnde Einsatzorte); aber mein quasi unbezahltes Engagement (bspw. im Schlafanzug auf dem Sofa) hat er entweder nicht als ernsthaftes Arbeiten wahrgenommen oder es gab z.T. Grundsatzdiskussionen, warum das jetzt noch sein muss und wer die Stunden erfasst (keiner). Er hat sich dran gewöhnt... ]:D

E(he-maligeur Nutz\er (#59x2547)


Ein gutes Beispiel hast du in diesem Faden diskutiert: Die Peinlichkeit, die dadurch entsteht, dass jemand sich mit Fremdwörtern schmückt, deren Bedeutung ihm nicht klar ist

Wollen wir das jetzt wieder anfangen? Das war nach wie vor nicht der Fall, wie außer mir noch zwei weitere User nach Schilderung meines Gedankenganges sehr plausibel fanden.

E#heomaliger DNutzer .(#59254x7)


Vielleicht mal das Wort "Korrelation" nachschlagen und sich die Frage beantworten, was das mit analytischen Begriffen zu tun hat, woher überhaupt solche Begriffe kommen und wieso man so etwas dann intuitiv finden kann. Kann mir nichts anderes vorstellen, als wenn da jemand das Wort "Korrelation" nicht kennt. %-|

K-lexio


scarface1988

Wollen wir das jetzt wieder anfangen? Das war nach wie vor nicht der Fall, wie außer mir noch zwei weitere User nach Schilderung meines Gedankenganges sehr plausibel fanden.

Wer "wir"? LovHus hatte dazu noch nichts geschrieben und Sunflower_73 hat kaum etwas zu Deinen Beiträgen geschrieben. Deine "wir"-Formulierungen bleiben trotzdem nur Deine Ansicht und alle andere haben auch eine, die nicht weniger richtig für sie selbst sind, wie Deine für Dich.

E8hem^aligeAr NutzWer (#x592547)


LovHus hatte es als "peinlich" bezeichnet.

Peinlich war einzig allein, wie sich hyänenartig auf einen Begriff gestürzt wurde, nur, weil man meinte, es besser zu wissen, aber im Grunde überhaupt nichts auch nur ansatzweise wusste, geschweige denn irgendetwas besser. Das war peinlich. Und vielleicht noch, dass ich mich auf so eine Art Diskussion überhaupt einlasse und eingelassen habe. Das war und ist auch peinlich. Sonst nichts.

Bvf00ntxx


Dennoch bin ich der Meinung, dass es schwierig ist..

Als Akademiker hat man bildungstechnisch einiges geleistet und hinter sich gebracht.. Auf dem Weg zum Abschluss Nerven und Zeit liegen lassen! Denke jeder der nicht gerade BWL oder Soziologie studiert (und viele ähnliche Studiengänge :-D sorry!), der wird das bestätigen!

Achja, an den ersten Poster hier im Forum. Ich bin ein Akademiker! Meine Eltern sind beide Flüchtlinge und ja wir sind in einer Sozialbauwohnung aufgewachsen und hatten nicht immer Fleisch oder frisches Gemüse auf dem Tisch!

Trotzdem haben wir es dazu gebracht, aber wenn ich nicht gerade bei der Arbeit bin, werde ich im Süden Deutschlands auch nicht gerade angesprochen oder von gebildeten, reichen Menschen eingeladen.

gVauloixse


Das war peinlich. Und vielleicht noch, dass ich mich auf so eine Art Diskussion überhaupt einlasse und eingelassen habe. Das war und ist auch peinlich. Sonst nichts.

Peinlich ist es, herablassend und niedermachend zu reagieren, wenn man feststellen muss, dass die Diskussionspartner zwar sehr wohl wissen, worum es geht, sich aber auf diskursives Kumpelwichsen copyright bei Individualist! nicht einlassen mögen. ;-D

Galoppierender Fremdwortgebrauch war noch nie ein Zeichen von Allgemeinbildung, sondern viel eher ein Anzeichen dafür, dass man nicht in der Lage ist, fachspezifische Begriffe gemeinverständlich auszudrücken. Man sollte als gebildeter Mensch fähig sein, in Diskussionen mit Leuten, die einem anderen Fach- oder Bildungshintergrund entstammen, den eigenen Wortschatz anzupassen. Wenn man das nicht kann, ist man ein bisschen doof. ;-D

LzovHNuPs


scarface

LovHus hatte es als "peinlich" bezeichnet.

Ja, es. Nicht dich. "Es" war:

Die Peinlichkeit, die dadurch entsteht, dass jemand sich mit Fremdwörtern schmückt, deren Bedeutung ihm nicht klar ist.

Lola meinte, eine solche Peinlichkeit bei dir entdeckt zu haben. Kann sein, vielleicht auch nicht. Mir ging es nicht um die Richterrolle, sondern darum, dass Lola einen Sinn für diese Art Peinlichkeit hat.

Der Bezug zu diesem Faden ist einfach: Es ist schwierig, mit einem Partner zusammen zu sein, den man ständig peinlich findet (oder der einen ständig peinlich findet).

LWolxaX5


Ähnlich wenn sich jemand an der Uni bewegt und man fragt sich, wie der sein Abi schaffen konnte. Was im Grunde heißt: Der gehört nicht hierher.

Wer ist man? Ich habe mich das noch nie bei irgendjemandem gefragt! Ein Abitur ist doch heute schon lange nichts besonderes mehr. Ich sehe also keinen Grund, von jemandem mit Abitur irgendwelche geistigen Höhenflüge zu erwarten. Außerdem würde ich nie jemand als "nicht an eine Uni gehörend" einstufen. :|N Wer dort sein will und etwas lernen will, gehört für mich dort hin. Manche tun sich an der Uni leicht, andere müssen sich (aus welchen Gründen auch immer) mehr anstrengen. So what. Beides ist eine Leistung. Do wie es ebenso eine Leistung ist, wenn man eine Lehre absolviert und schon 10 Jahre Berufserfahrung hat, in dem Alter in dem Studenten mit ihrem Studium fertig werden.

Und zum Thema Peinlichkeit: Peinlich finde ich -gänzlich bildungs- und wissensunabhängig - vor allem Arroganz. :=o

Eqhem]alIigMer NmutzeRr (#4983x27)


Gerade im WWW gab es schon immer Leute, die sich besonders gerne durch große Worte hervortun. Mit Google im Rücken braucht das nicht wesentlich mehr IQ als eine Sau zum Grunzen benötigt. In der Realität verfliegt der vermeintliche Glanz allzu bald und wird ersetzt durch ein verbales Blitzlichtgewitter von Ööööhms und Äääähs, das selbst einem Boris Becker die Schamesröte in die Wangen schießen ließe.

Diese Art Thread gibt es, seit es Chats und Foren gibt. Kein Grund, diese schöne Tradition nicht fortleben zu lassen, auf dass sich noch Generationen nach uns an ihnen erfreuen mögen.

Ansonsten verweise ich gerne nochmal auf das, was gauloise sagte: Intelligent ist nicht, wer einfache Sachverhalte möglichst kompliziert auszudrücken vermag sondern jener, der komplizierte Sachverhalte einfach auszudrücken vermag. Vielleicht ist das einfach eine Lektion, die man erst im wahren Leben lernt.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH