» »

Geplante Lebensdauer von Beziehungen

qXuacks+albeGrei


'Lauf so schnell du kannst!'

Logisches Denken ist nicht so Deins, wa? Selbstverständlich heißt das: "Fahr, so schnell du kannst!"

STu2nf$lower6_73


Für mich ist das - rückblickend - eine Alters- und Einstellungsfrage. In jüngeren Jahren will man nichts verpassen; hat doch oft die Haltung, dass alles noch besser-schöner-toller sein müsste. Also sucht man. Und sucht weiter. Probiert sich im Leben aus - und dementsprechend auch die Partner. Oder man möchte an einem Partner festhalten; entwickelt sich aber so unterschiedlich weiter, dass es dann doch nicht mehr passt. Trotz aller guten Absichten.

Bei mir hat es bis Ü40 gedauert, bis ich den richtigen Partner hatte. Mit dem ich erstmals langfristig plane und mit dem Dinge wie Wohneigentum und wäre das Alter passender, auch Kinder denkbar sind. Es passt - zum einen, weil wir beide gefestigte Erwachsene mit Vorgeschichte sind, die nicht mehr irgendwelchen Idealen hinterherhecheln. Und zum anderen, weil man eben auch gelernt hat, dass es den perfekten Partner, ohne jegliche Macke, vielleicht nicht gibt. Ich akzeptiere quasi in gewissem Sinne, dass diese Suche nach "perfekt" nicht funktioniert. Ich bin dabei an einige egoistische Idioten getroffen, die nur sich sahen und ihren Spaß, aber nicht mich als Person. Mit denen ich nicht alt und krank hätte werden können. Jetzt habe ich einen unperfekten Kerl, den ich echt liebe - und der mich liebt und es in Variationen immer wieder zeigt. Es geht um UNS, nicht darum, den anderen zu Erfüllung persönlicher Ideale zu missbrauchen.

Sfchokolad3ensügchxtige


Ich weiß nicht, ob wirklich so viele von vornherein so an eine Beziehung herangehen. Ich glaube, die meisten hoffen auf "für immer", auch wenn es eben nicht unbedingt realistisch ist.

Ich gehöre mit meinen 41 Jahren jedenfalls zu der seltenen Spezie. Wir sind bald 25 Jahre zusammen. Ich war seine erste richtige Beziehung. Er eigentlich auch, nur gab es vorher schon mal jemanden, für keine zwei Monate. Ging glücklicherweise über Fummeln und Knutschen nicht hinaus, hatte auch nicht wirklich mit Liebe zu tun, sondern eher mit Neugier. (Lange Zeit habe ich diese kurze Sache schwer bereut, weil mir eigentlich klar war, dass das nie was wird, zumindest von meiner Seite nicht. War einfach völlig überflüssig).

Mit meinem jetzt-Mann hat es sich langsam entwickelt und war schnell ernst. Der Wunsch nach "für immer" war definitiv da.

Und egal was kommt, ich bin sehr stolz, dass wir es bis hierher geschafft haben, incl. Hochzeit und zwei Kindern. Mir ist klar, dass das nicht selbstverständlich ist.

a3_plea_tfor_xeros


Andererseits hatte ich auch in jungen Jahren nie darüber nachgedacht, diese Beziehung als "zeitlich begrenzt" zu betrachten. Es hat sich für mich gut angefühlt, also denke ich doch nicht darüber nach, ob das für immer ist oder nicht. Es wurde halt nur nicht viel geplant, es war aber auch noch nicht notwendig.

"Verweile doch, du bist so schön"



(Zumindest für mich ist dieses Gefühl der Antrieb für das aktive Eingehen aller wichtigen zwischenmenschlichen Beziehungen - so endlich sie retrospektiv sein mögen: Beziehungen, Freundschaften, ONSs (sic!))

_~Surf'erxin


Wenn mich eine Frau als "jetziger Mann" bezeichnen würde, wäre sie ab dem Zeitpunkt meine zukünftige Ex.

Cool! :)^

ad_plYeaq_forx_eros


"Verweile doch, du bist so schön"

(Zumindest für mich ist dieses Gefühl der Antrieb für das aktive Eingehen aller wichtigen zwischenmenschlichen Beziehungen - so endlich sie retrospektiv sein mögen: Beziehungen, Freundschaften, ONSs* (sic!))

Ergänzung (bzgl. Fragestellung):

Und unter diesem Vorzeichen (dem momentan empfundenen Unendlichkeitswunsch) bin ich meine Beziehungen sowohl mit 17 als auch Mitte Dreißig eingegangen. - Und ehrlich zu sein, glaube ich, dass das bei den meisten Menschen so ist?! (Entspricht es nicht auch der Definition von Verliebt-Sein?)

y_ukumxu


@ Fe.

Mir gehts nur um die Frage, ob hier tatsächlich eine Entwicklung weg von auf ewig geplanten Beziehungen hin zu von vorneherein nur als befristet angesehenen Beziehungen stattgefunden hat, ob das eine Generations- oder vielleicht eher eine Altersfrage ist, oder vielleicht nur Einbildung meinerseits.

Ich finde schon, dass viele Leute im Laufe der letzten Jahrzehnte realistischer an Beziehungen herangehen und nicht unbedingt savon ausgehen, dass sie mit ihrem neuen Partner oder der Partnerin später noch die Patientenverfügungen gemeinsam besprechen und verfassen werden.

Die alte, "romatische" Vorstellung von einer lebenslangen Beziehung war oft eben auch nur noch Zweckbündnis, Gewohnheit. Nicht immer, gewiss, aber doch auch oft.

Heute ist man weniger bereit, sich und dem Anderen etwas vorzumachen.

Dazu trägt ein Stück auch die Befreiung von alten Mustern bei, dass die Leute eben nicht mehr befürchten müssen, dass man über sie schlecht redet, weil sie nach wenigen Jahren eine Beziehung beendden oder öfter mal wechseln.

Sicherlich ist das auch ein Stück mit eine Frage des Alters. In jungen Jahren sucht man noch allerlei und weiß oft auch nicht, was man eigentlich sucht oder braucht. Vieles ist noch ein Ausprobieren.

Später kennt man sich selbst besser und weiß, was einem gut tut.

Man wird oft auch ruhiger und genügsamer. Viele Ideale, die man einst noch hatte, werden im Laufe der Jahre aufgegeben, werden relativiert, man wird Anderfen gegenüber auch toleranter.

Ein Partner oder eine Partnerin muss dann nicht unbedingt einem Ideal entsprechen, dem man hinterherjagt. Man akzeptiert die Macken eines anderen Menschen leichter.

qpuacks?albxerei


Wenn mich eine Frau als "jetziger Mann" bezeichnen würde, wäre sie ab dem Zeitpunkt meine zukünftige Ex.

Wobei ja auch die Frage ist, worauf sich "jetziger" bezieht. Oft ist das ja einfach eine Abgrenzung zur Vergangenheit und beinhaltet keine ("negative") Aussage über die Zukunft. Auch wenn "mein Mann" natürlich schöner ist. :-)

CRom/ran


Wenn mich eine Frau als "jetziger Mann" bezeichnen würde, wäre sie ab dem Zeitpunkt meine zukünftige Ex.

Meine Frau heißt jetzt noch gelegentlich "meine Ex-Freundin" ;-D

y/ukumxu


Wenn mich eine Frau als "jetziger Mann" bezeichnen würde, wäre sie ab dem Zeitpunkt meine zukünftige Ex.

Warum zukünftig?

s/enspibe0lmxan


Ich glaube, das die Haltung ewig monogam zusammenbleiben zu wollen, religiöse bzw. traditionelle/historische Gründe hat. Historisch gesehen gab es Zeiten wo eine Beziehung oder noch besser eine Ehe vorgesehen war, damit die Versorgung einer Frau, die ja selbst nicht arbeiten gehen sollte oder durfte, die die Kinder gebären und betreuen sollte, die den Haushalt führen sollte (Kochen, Wäsche waschen, putzen) bis ins hohe Alter abgesichert werden musste, die Erbschaft musste geklärt sein- ebenso die Versorgung der Kinder (das ist in Deutschland noch keine 100 Jahre her und in vielen Ländern dieser Welt immer noch sehr üblich). Genau auf dieses Rollenverständnis waren Beziehungen und Ehen abgestimmt. Dieses Verständnis existiert heute so nicht mehr, deswegen sind heutige Beziehungen/Ehen eher auf freiwilligerer Basis aufgebaut und weniger durch äußere Bedingungen aufgedrückt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Beziehungen auseinanderbrchen, weil die Partner merken, dass sie nicht oder nicht mehr zusammen passen, ist durch den Wegfall zahlreicher äußerlicher Zwänge, insbesondere auch, weil die Frau sich heute auch alleine gut über Wasser halten kann, auch mit sozialer Absicherung u.U. durch den Staat auch für die Kinder.

In der DDR war das alte Mann-Frau-Rollenverständnis schon ziemlich früh am abklingen, Frauen von ihrem Mann kaum oder gar nicht abhängig- die Scheidungsraten waren entsprechend hoch (Scheidungen waren relativ unproblematisch). Oft wurden da Ehen geschlossen, um an staatliche Vergünstigungen (z.B. Wohnraum) zu gelangen.

Meine Frau und ich hatten eigentlich gar nicht so weit in die Zukunft geschaut, wir lernten uns kennen (sie 19 ich fast 22), verstanden uns wunderbar, liebten uns und freuten uns (die Ehe fand mehr oder weniger wegen eines gemeinsamen Wohnheimplatzes statt). Was in der Zukunft passieren sollte war eigentlich unwichtig- wir wussten nur, dass wir und Kinder wünschten, die wir dann auch hinreichend zahlreich hatten. Aber die Kinder waren nicht der Grund des Zusammenbleibens- wir mögen uns auch heute noch sehr gern- solange es so schön ist, bleiben wir auch zusammen. Warum sollten wir eine Situation, die schön ist, leichtfertig verspielen? Nur weil es anders sein könnte? Anders bedeutet noch lange nicht besser.

Manchmal habe ich ein wenige den Eindruck, dass es bei mehreren jüngeren Leuten daran fehlt, mit dem was man hat, zufrieden sein zu können. D.h. es gibt eine weitere Triebkraft, die Beziehungen in das Aus drückt- man braucht jemand Anderes, jemand Neues ...

Und ja, ich glaube, dass hat auch etwas mit dem gesellschaftlichen Trott zu tun, der viele Menschen marketingmäßig auf Konsum drängt: Das neue ist danach gleichzeitig das Bessere und deshalb müsse man etwas Neues haben.

Wenn die Menschen eher mit ihrer Situation zufrieden sein könnten: Man hat gut zu essen, man hat eine warme angenehme Wohnung, man hat gute Freunde und Mitmenschen, man hat eine liebe gute Partnerin, man hat guten Sex, ... dann würde wohl ein marktwirtschaftliches System zusammenbrechen, weil immer weniger produziert werden müsste, weil immer weniger verkauft würde ...

Ich habe den Eindruck, dass sich das (oberflächliche) Konsumverhalten auch stärker in Beziehungen widerspiegelt- das beginnt schon bei der Partnerwahl, beim Kennenlernen ...

sKensi5belmxan


Korrektur:

Die Wahrscheinlichkeit

ist heutezutage höher

, dass Beziehungen auseinanderbrchen, weil die Partner merken, dass sie nicht oder nicht mehr zusammen passen, ist durch den Wegfall zahlreicher äußerlicher Zwänge, insbesondere auch, weil die Frau sich heute auch alleine gut über Wasser halten kann, auch mit sozialer Absicherung u.U. durch den Staat auch für die Kinder.

Früher blieben Beziehungen sowohl aus religiösen Gründen als auch aus Versorgungsgründen länger zusammen, obwohl die Beziehung ansonsten längst nicht mehr auf Liebe und Freundschaft aufbaute.

C}innaXmonx4


Hm... ich bin Anfang 20 und sehe es so:

"Früher" waren die Menschen tendenziell eher dazu gezwungen, ihre Beziehungen langfristig zu gestalten. Ich will damit nicht sagen, dass es nicht auch glückliche Beziehungen gab, von denen beide Partner wollten, dass sie ewig halten. Ich glaube nur, dass es manchmal einfach notwendig, zweckmäßig war, zusammenzubleiben. Vor einigen Jahrzehnten war die Aufgabenteilung relativ klar; der Mann verdiente das Geld, die Frau kümmerte sich um Haus und Kinder. Ja, es war sogar ziemlich klar, dass es Kinder geben würde in einer Beziehung. Homosexualität war verboten oder zumindest geächtet, Verhütungsmethoden wie Kondome und - gerade - die Pille gibt es erst seit ca. 50 Jahren. D.h. Kondome gibt es, glaube ich, schon etwas länger, aber in Langzeitbeziehungen sind sie oft nicht sehr beliebt, so weit ich weiß.

Heutzutage gibt es einfach viel mehr Möglichkeiten, sich frei zu entscheiden. Alleine durch das Internet. Man kann sich besser über Verhütung informieren, denn je. Es gibt unzählige unterschiedliche Lebensmodelle. Frauen verdienen ihr eigenes Geld, Männer bleiben Zuhause bei den Kindern, schwule Pärchen zeugen Kinder mit lesbischen Pärchen. Scheidungen sind nicht mehr verpönt bzw. ist eine Hochzeit nichts mehr, worauf viel Wert gelegt wird.Ich finde diese Freiheit wunderbar.

Aber sicher kommt mit der Freiheit nicht nur die Möglichkeit, sich immer wieder neu zu entscheiden, sondern auch der Zwang dazu. Wenn ich mich nicht immer wieder neu entscheide, mache ich es mir bequem, schöpfe nicht alle meine Möglichkeiten aus. Noch nie zuvor musste sich eine Generation so sehr mit der Frage auseinandersetzen: "Was will ich eigentlich?" Und auch wenn das Schwierigkeiten mir sich bringt, würde ich es nicht missen wollen. Ich sehe es als Chance im Allgemeinen und im Speziellen als Chance, an dieser Herausforderung zu wachsen. Es ist okay, mit dem glücklich und zufrieden zu sein, was man hat. Auch, wenn es nur zu 90 % perfekt ist und nicht zu 100 %. Trotzdem kann ich mich recht einfach von meinem Partner trennen, sinkt das Wohlgefühl von 90% auf 0 %.

Jeder muss jetzt für sich selbst entscheiden, wann dieser Punkt da ist - gesellschaftliche Konventionen nehmen einem das nicht mehr ab. Und das ist toll.

-6viHetnamxesin-


Ich fühle mich jetzt mit Mitte 30 eigentlich erst ausgereift und ausgeformt im eigenen Wesen, dass ich mir vorstellen könnte, dass nun der eine kommt. Und dabei war ich sehr lange mit meinem ersten Mann zusammen, jedoch veränderten wir uns beide sehr stark, da wir früh zusammen gekommen sind, ab 25 ungefährt verändert man sich nochmal sehr im Leben, mit 30 auch nochmal usw..und man denkt darüber nach, mit dem man da eigentlich zusammen ist die ganze Zeit. Das man gar nicht mehr zusammen passt, weil die Interessen und Lebenseinstellung zu sehr auseinander driftet. Ich fühle mich erst jetzt gefestigt. Und ich denke das geht vielen so. Allerdings dadurch das man nun sein "Ich" kennt, wird die Partnersuche umso schwieriger. Denn jetzt muss alles sehr gut zueinander passen. Darum gibt es auch soviele Singles. Weiter noch: Was serielle Monogamie an geht und nichts ist für ewig. Ich denke nicht das es nur die Medien sind, es ist eine schnell lebende Zeit, wenn man z.b bedenkt wieviele Menschen sich beruflich verändern, gewollt oder weil sie es müssen. Da sind kaum welche die einen Job gelernt haben und in ihrem Sessel festsitzen. Da wird nochmal was anderes gelernt, weitergebildet, oder studiert. Man kommt nochmals mit anderen Menschengruppen zusammen, lernt dadurch andere Sichtweisen und Einstellungen viel stärker kennen. Entscheidet sich für andere Wege. Nichts bleibt gleich. Wir verändern uns ständig. Daher auch diese serielle Monogamie, es wird jemand kennengelernt, dann komtm man zusammen und bleibt es eventuell nur 3-5-7 Jahre..in dieser Spanne ändert sich dann wieder irgendwas, Berufsbedingt etc. und schon geht das Spiel von neuem los.

CYinnoaxmon4


Ach ja... mir fällt gerade auf, dass ich gar nicht richtig auf die Frage geantwortet habe:

Ich gehe Beziehungen tatsächlich nicht in der Erwartung ein, dass sie ewig halten. Je nachdem, wie ich meinen Partner finde, wünsche ich mir, dass es ewig hält (aktuell ist das so). Aber ich mache es nicht zur Bedingung und erwarte es auch nicht. Man kann viel dafür tun, aber falls es nicht sein sollte, sollte es eben nicht sein. Falls er in 5 Jahren UNBEDINGT Kinder will und ich nicht. Falls ich in 5 Jahren UNBEDINGT im Ausland arbeiten will, und er kann nicht mit. Das wünsche ich mir nicht, aber es kann passieren, und das ist okay. Ich genieße einfach die Zeit, die wir haben, und denke mir: "Carpe diem!"

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH