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Ich muss alles bestimmen

s`ensi_belmannx99


Er hat keine Freunde und keine Hobbys, nur uns.

Er hat eine Arbeit und er hat Kollegen- das kann mitunter sehr ähnlich ausfüllend wie Hobbys und Freunde sein. Für manche unterscheiden sich Hobby und Arbeit nicht besonders stark.

S'cho,koqladQensüxchtige


@ Lemontea:

Das klingt schlimmer als es ist. Es hat sich halt so ergeben und hängt auch mit unseren Rahmenbedingungen (Jobs/Arbeitszeiten) zusammen. Da habe ich mehr Freiräume, da ich Teilzeit und in Schichte arbeite. Und wenn ich da bis 14:00 Uhr zu Hause bin, dann regle ich natürlich auch viel organisatorisches. Oder nehme Termine und Verabredungen wahr, die nachmittags sind, wenn ich Frühschicht habe. Dafür hat er die Kinder immer auf einer Seite des Tages, also entweder morgens oder abends und dann jeweils komplett. Da kann ich mich drauf verlassen, da ist auch alles erledigt wenn ich komme, ich muß da nicht nacharbeiten oder so. Das ist nicht überall normal so.

Und wenn Termine anstehen, die ich nicht einrichten kann, dann richtet er sich das ein, das geht immer. Es gibt da wirklich selten Streit.

Und was die Haussanierung angeht: Wie gesagt, der grobe Rahmen war ja gesteckt, wir hatten da unsere Vorstellungen. Aber wenn es um Details ging, habe ich halt entscheiden können, was die Sache auch erleichtert hat (es ist schon nervig, wenn man jedes Detail erst nochmal klären muß). Kamen größere Dinge, haben wir sie besprochen. Aber als es z.B. mal darum ging, daß wir einen Handwerker für eine bestimmte Sache gesucht haben, der gab eine Schätzung ab und meinte, wir könnten uns ja melden (es ging um +/- 1000 EUR) hat er ganz erstaunt geschaut als ich sagte, wir machen das, da muß ich nicht fragen. Aber es war halt auch so, daß wir uns vorher schon Gedanken gemacht hatten, auch über den Kostenrahmen.

Da ich aber viele Dinge auf der Baustelle geregelt habe, habe ich mir dann zum Schluß erbeten, die Farbe des Hauses bestimmen zu dürfen. Durfte ich auch. War dann eine Überraschung (und eine recht farbige). Aber er fand und findet sie sehr gut. Allerdings hätte ich auch nie etwas ausgewählt, bei dem ich gewußt/geahnt hätte, daß er sie blöd findet (und da hätte es durchaus Potential gegeben).

Ich glaube, insgesamt erleichtert es bei uns vieles, daß wir oft ähnliche Vorstellungen haben, es ist nur selten so, daß wir bei irgendetwas weit auseinderliegen. Somit ist da auch daß Vertrauen da, daß der andere (eben meist ich) auch eine für uns beide passende Entscheidung trifft.

L:emoFntea


@ aug233

"gelb wäre passender gewesen". Und auf einen solchen kleinlichen Hickhack hat ein Mann mit 51 wirklich keine Lust.

Ich habe ein paar Beiträge vorher schon geschrieben, dass ich nicht so bin. Wenn ich so wäre, dann hätte ich die Lösung des Problems ja selbst in der Hand.

Ich habe ihm auch schon beim ersten Kind alles voll zugetraut und mich nie eingemischt oder mich beschwert, wenn er etwas anders gemacht hat als ich.

Gott sei Dank liegen unsere Vorstellungen von Erziehung trotz des Altersunterschiedes ziemlich auf einer Wellenlänge.

Und richtig, er hat keine weiteren Kinder.

@ sensibleman99

Er fragt, weil es eine Aufgabe in deinem Verantwortungsbereich ist- es gehört nicht zu seinen Aufgaben. Wie reagierst du, wenn er die Kinder anders ankleidet, als du es dir wünschen würdest?

Sorry, aber was soll das immer mit dem Verantwortungsbereich? Wir haben BEIDE Kinder gewollt und wenn mein Mann zu Hause ist, dann ist es unserer BEIDER Aufgabe, uns um die Kinder zu kümmern.

Dazu haben ich bereits was geschrieben. Ich gehöre nicht zu den Übermüttern, die ihren Männern bei jedem Handgriff über die Schulter schauen.

@ LolaX5

Wieso fühlst du dich übergeordnet, wenn dein Partner dich in einer belanglosen Frage nach deiner Präferenz fragt?

Puh, ich kann das Gefühl schwer in Worte fassen.

Weil ich dadurch das Gefühl bekomme, dass meine Meinung mehr zählt/wichtiger ist als seine. Und er macht sich dadurch in meinen Augen selbst klein. Ist das verständlich? ":/

Bist du der Meinung, dass man Kinder ständig "beschäftigen" und "bei Laune halten" muss oder zumindest sollte? Wenn ja könnte das Teil deines Problemes sein!

Nein! Meine Kinder hätten es zwar gerne, aber keiner von uns macht hier den Animateur.

Es ist aber so, dass gerade mein Großer sehr unbändig und wild ist und er einfach länger bei der Sache bleibt, wenn man etwas mit ihm gemeinsam macht. Eben so Dinge wie Puzzeln, kneten oder auch mal raufen oder was bauen. Das habe ich damit gemeint als ich sagte, dass man ihn so gut bei Laune hält, ohne dass es zu Stress kommt.

Es scheint sich aber auch viel in deinem Kopf abzuspielen.

Ja, das stimmt. Ich bin leider so ein "was wäre wenn? Dann...."

Bekomme meinen Kopf manchmal schwer zur Ruhe.

Du könntest deinen Partner auch einfach so ernstnehmen, wie er ist, statt an zig Dingen herumzumäkeln, die er deiner Meinung nach anders machen sollte.

Danke, das sollte ich wirklich versuchen :)z Kann meine Gefühle aber nicht abschalten und so lange er mir im Streit immer vorwirft, zu dominant zu sein, möchte ich so einfach nicht weiter machen.

Jetzt willst du ihm sogar schon vorschreiben, wie er seine Freizeit verbringen sollte?!

Nein, er sagt des Öfteren, dass er gern einen Kumpel hätte und er würde gerne wieder sein Hobby aufnehmen. Er möchte es aber der Familie zuliebe nicht tun. ??? ???

@ Schokoladensüchtige

Ok, das klingt jetzt tatsächlich etwas entspannter, aber was der große Unterschied bei uns ist: Dein Mann wirft dir dein Verhalten nicht im Streit vor, sondern es ist für euch beide gut so wie es ist.

aFug2x33


Nein, er sagt des Öfteren, dass er gern einen Kumpel hätte und er würde gerne wieder sein Hobby aufnehmen. Er möchte es aber der Familie zuliebe nicht tun. ??? ???

Sieh das bitte nicht als einen Widerspruch an. Bis 50 hat man von genügend anderen Männern zu hören bekommen, dass die Entwicklung der eigenen kleinen Kinder an ihnen so vorübergegangen ist. Eben weil sie selten zu Hause waren, viel gearbeitet.. was auch immer. Ein Kumpel im gleichen Alter ist aus der "Kleinkinder-versorgen-Zeit" längst raus; es wäre also ein Zufall, wenn sich jemand in gleicher Lebenslage fände. Hobby ja, aber auch da schaut ein Vater, ob das eine Ergänzung zu seinen Aktivitäten mit den Kindern passt. Gleitschirmfliegen kann man mit Kindern nicht; Holzspielzeug basteln sehr wohl.

PKythsonist


Vielleicht sollte ich dazu noch erwähnen, dass ich 26 bin und er 51. Er hat einen verantwortungsvollen Beruf, wo er jeden Tag viele Entscheidungen treffen muss. Vielleicht spielt hier also ein bisschen das Klischee mit rein, dass er zu Hause dann einfach nichts mehr entscheiden mag; ich weiß es nicht.

Also ich finde schon, dass das wichtig gewesen wäre. :=o

Ich bin ja ein Typ, der in solchen Konstellationen eigentlich nur die Probleme sieht, daher halte ich mich mal mit Kommentaren an der Stelle zurück.

Aber über diesen Satz von dir habe ich mich irgendwie sehr gefreut:

Ich regle bei uns auch Dinge wie Geburtstage und gewisse Rahmenbedingungen für den Alltag, aber was das Haus angeht, das regelt alles er. Urlaube regelt meistens auch er, die Autos auch. Also es herrscht schon eine Art Gleichgewicht bei uns.

Was den Rest unserer Beziehung angeht, läuft alles super, da kann ich mich wirklich nicht beschweren. Es ist also nicht Hopfen und Malz verloren bei uns.

Ich weiß, dass ich vielleicht zu empfindlich bin. Ich habe nur die große Angst, dass mein Mann neben mir untergeht und ich ihn irgendwann nicht mehr für voll nehmen kann.

Er hat keine Freunde und keine Hobbys, nur uns. Ich fände es toll, wenn er wenigstens ein Hobby hätte und einfach was Eigenes macht.

Ich merke auch immer wieder, wie er wieder attraktiver und reizvoller wird, wenn er mir mal ordentlich kontra gibt und mir nicht nach dem Mund redet.

Für mich klingt das geradezu bizarr. Der Mann während der Arbeitszeit: verantwortungsvoller Beruf, viele Entscheidungen, mit 51 also vermutlich eine mittlere Führungsposition. Und zuhause: ein "Schoßhündchen", das neben dir untergeht?

Und wenn du unbedingt Kontra willst: greife die Dinge an, die er bisher gemacht hat, provoziere ihn! Was würde denn passieren, wenn du ihm in "seine" Verantwortungsbereiche reinredest: Haus, Urlaube, Autos? Aber ganz ehrlich: ich fände das eine komische Art von Liebe.

Es mag jetzt wie Küchenpsychologie aussehen, aber ich sehe bei euch ganz grundsätzliche Fragen:

* Thema Angst: Du hast Angst, dass er neben dir unter geht. Er hat - so denke ich - Angst dich zu verlieren, sobald er - neben dir als Powerfrau - körperlich und mental, vielleicht auch als Versorger der Familie abbaut. Midlife Crisis bei Männern. Nur mal so als Stichwort.

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Midlife-Crisis]]

* Thema Dominanz: Ich glaube, ihr habt die Eigenschaft, beide an sich dominant zu sein. Er und du auch. Und beide wissen: diese Dominanz kann sehr lästige Begleiteigenschaften haben: immer muss man entscheiden und selbst machen, während sich andere entspannt zurücklehnen und "faul" sein dürfen. Für beide von euch wäre es doch schön, auch mal alle viere gerade sein zu lassen und zu sagen: "So, entscheid du das, ich hab da keine Lust auf die Verantwortung, wenn es die falsche Entscheidung war." Einfach mal machen lassen. Habt ihr über das Thema Dominanz/Anpassung schon mal geredet? Abstrakt und auf euch beide bezogen? Und zwei dominante merken auch irgendwann: das Streiten/Kontra-Geben/die Auseinandersetzungen und verbalen Schaukämpfe kosten Kraft.

* Mit seinen 25 Lebensjahren mehr hat er auch einen um 25 Jahre größeren "seelischen Rucksack" - ich nenne das mal so.

* Ich kann dich verstehen, dass du dir sicherlich den energischen Mitte-Vierziger in ihm, der er vor einigen Jahren noch war, zurückwünschst. Denn wenn der gemeinsame Sohn 3,75 ist, dann kennt ihr euch doch mindestens schon 4,5 Jahre. Dann warst du Anfang 20, und er ca. 45.

* Elternzeit: geht doch immer noch: es gibt doch weiterhin 60% seines Einkommens, hat er sich da informiert? Vielleicht habe ich die Situation nicht genau verstanden, aber ich würde sagen, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Viel wahrscheinlicher scheint mir: es ist untypisch, dass ein Mann von Anfang 50 nochmal Elternzeit nimmt. Er könnte also eher mit Schwierigkeiten im beruflichen Umfeld rechnen. Denn wenn sonst Haus, Urlaube, Autos da sind, und er in verantwortungsvoller Situation arbeitet: naja, dann ist doch Geld da, um 3 Monate zu überbrücken.

* Eure Lebenssituationen sind andere: du beginnst dann jetzt deine Ausbildung. Mit 19 Abi, dann die ganzen Jahre die 2 Schwangerschaften und Kinder, jetzt wieder mit Energie ins Leben. Und bei ihm: Ausbildung ist an sich vorbei. Beruflich vermutlich gefestigt. Aber das Ruhe-Bedürfnis schon ein anderes.

* Und so generell: du legst sein Verhalten zuhause als schwach und angepasst aus, ein Waschlappen halt, während du meinst bestimmen zu müssen. Was ist, wenn er zuhause genau dieser Waschlappen sein möchte? Dann wäre es ein ziemlich dominantes Waschlappen-Verhalten, das sich auch nicht ändert, nur weil du es so willst. Und damit würde er dir ja schon wieder Kontra geben. Und das müsstest du doch doch an sich toll finden. Also wenn ich das oben richtig verstanden habe.

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