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Fremdschreiben

Alias 734183 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

ich brauche heute auch mal ein paar Meinungen.

Folgendes: Mein Partner hat eine Kollegin, mit der er zusammen arbeitet (zu zweit). Ich weiß schon länger, dass sie auch öfter privat schreiben und hatte da immer schon so ein ungutes Gefühl, ohne dass ich wirklich Anhaltspunkte hatte, dass da mehr ist. Dass ich über das Schreiben Bescheid weiß ist ihm bekannt.

Aber wie gesagt, ich habe, was die zwei angeht, seit längerem ein ungutes Gefühl. Grad ihr traue ich halt auch jeden Hintergedanken zu, meinem Partner eigentlich nicht. Ich hab sehr lange mit mir gekämpft, mal in sein Handy zu schauen, habe sehr sehr lange widerstanden, aber der Gedanke ist schon lange da, das muss ich zugeben. Dass ich seinen Code kenne weiß er, auch das ist kein Geheimnis (was ja EIGENTLICH auch für ihn spricht, finde ich). Gelegenheiten hätte ich schon mehr als genug gehabt.

Und nun habe ich es tatsächlich getan. Und bitte spart Euch die Kommentare dazu, ich kenne die üblichen Diskussionen dazu und mir ist völlig klar, dass es nicht in Ordnung ist/war. Es ist völlig überflüssig, das jetzt auseinander zu nehmen, ich habe mir dazu bereits viele Gedanken gemacht und tue es noch.

Und es war eigentlich soweit das zu lesen, was ich auch erwartet/gehofft hatte. Belanglosigkeiten, nichts wirklich dramatisches, aber eben doch sehr regelmäßig. Auch wirklich so völlig belanglosen Kram, aber was mich stört ist, dass er mit mir fast gar nicht schreibt. Und auch das miteinander Reden oft kurz wegkommt (außer das, was organisatorisch rund ums Familienleben zu besprechen ist). Genau das stört mich schon lange, dass er so wenig spricht (oder alternativ schreibt). Aber ihr schreibt er dann dass er hier ist oder da was macht oder dort wieder verspätet ist etc . (sie umgekehrt übrigens auch). Einfach nur so.

Ich mache mir darüber wirklich so meine Gedanken, denn was motiviert einen, mit einer Kollegin (die man durchaus auch als Freundin bezeichnen kann) über sowas immer wieder zu schreiben? Macht man das nicht, um sich irgendwie in Erinnerung zu bringen? In Kontakt zu bleiben? Obwohl man sich fast täglich einige Stunden sieht und dort eh Gelegenheit hat, über alles Mögliche zu quatschen? Und vor allem, wenn man es mit der eigenen Partnerin nicht macht? Wenn es pure Langeweile wäre, könnte er mich doch auch mal anschreiben?

Wie seht Ihr das? Ich bin da wirklich verunsichert. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass er wirklich mal irgendwie weitergehen würde, ich glaube nicht, dass er uns als Familie riskieren würde. Aber irgendwie habe ich die Befürchtung, dass da schon auch etwas Anhimmeln oder Ego streicheln dahinter steckt. Und das gefällt mir eindeutig nicht.

Und nein, ich werde ihn nicht ansprechen. Das hat keinen Sinn. Ich habe das schon mehr als einmal angesprochen, aber das prallt völlig an ihm ab. Es ist auch schon mal eskaliert, da wirft er mir dann schon an den Kopf, dass ich eifersüchtig bin und dass es nur Hirngespinste sind, wirklich vernünftig und in Ruhe kann ich mit ihm nicht darüber reden. Er nimmt meine Bedenken und Ängste nicht ernst, wie gesagt, entweder es eskaliert oder er hört mir zu, sagt gar nichts und sitzt es aus. Das ist es eigentlich auch, weshalb mich das Thema nicht wirklich los lässt.

Mittlerweile habe ich das aber länger nicht angesprochen und versuche mit mir selbst klarzukommen, aber das bedeutet halt auch nicht, dass das Problem für mich aus der Welt wäre. Ich möchte nur keinen Streit provozieren, das ist alles. Gut geht es mir damit nicht. Zumal sie auch immer mal dienstlich auswärts unterwegs sind (und ja, das ist eine Tatsache, da muss man nichts reininterpretieren).

Es geht mir wirklich nur darum, mal zu hören, was andere darüber denken und wie andere so etwas beurteilen würden. Ich bin so im Zwiespalt mit mir selbst, einerseits geht es mir damit nicht gut, andererseits denke ich auch selbst, dass ich total übertreibe und lockerer sein sollte. Aber ich bekomme das schlecht Gefühl einfach nicht weg. :-( |-o

Ach und unsere Beziehung läuft sonst sehr gut. :)z Nur halt Gespräche, die auch mal über den Alltag hinausgehen, fehlen mir.

Antworten
NfordJi38x4


Grundsätzlich halte ich es nicht für bedenklich was er da macht, ich habe auch Menschen mit denen ich eher über bestimmte Dinge reden kann (bzw. will) als mit meiner Partnerin. Und in dem Fall hier handelt es sich offenbar wirklich nur um eine rein platonische Freundschaft, also kein Grund zur Sorge.

Wichtig ist jetzt allerdings was du bzw. ihr weiter in eurer Beziehung macht. Sprich mit ihm darüber was dir fehlt oder versuch eben einfach Gespräche anzuregen die über den Alltag hinausgehen. Nehmt euch ggf. einfach mal gezielt ein Wochenende und fahrt weg um Zeit als Paar miteinander zu verbringen und um aus dem Alltag raus zu kommen.

K5rabbe3l.käfeerlxe


So einen Umgang habe ich mit meiner besten Freundin. Wir schreiben uns auch jede Kleinigkeit, obwohl wir während der Arbeit auch ständig nebenher chatten :=o Wir stehen eigentlich in Dauerkontakt. Meinem Freund schreibe ich wenn mir gerade was durch den Kopf geht, was organisiert werden muss, wenn mich wirklich was nervt usw. Aber längst nicht so oft wie meiner Freundin, allerdings meistens auch täglich.

Schreibst du ihm denn solche Nachrichten, wie die Nachrichten, die du dir von ihm wünschst?

Ich würde sagen, dass du vielleicht die freundschaftliche Ebene zwischen euch "ausbauen" musst, wenn du dir auch solche Gespräche oder diesen Kontakt wünschst.

K+rabbe2lkäfeSrxle


Achso und als Fremdschreiben würde ich das, was er da tut, nicht bezeichnen.

Alias 734183


ich wußte keine bessere Überschrift... ;-)

Wenn er das mit einem Mann/Freund machen würde, wäre das auch nochmal was anderes.... Zumindest für mich.

K]r6a-bbeJlkä6ferlxe


Klar, das ist verständlich.

Aber sinnvoller ist es, wenn du dich auf euch und eure Beziehung fokusiert und nicht auf ein paar WhatsApp-Nachrichten.

Alias 734183


Schreibst du ihm denn solche Nachrichten, wie die Nachrichten, die du dir von ihm wünschst?

Ja, gelegentlich schon, aber wenn dauerhaft nichts zurückkommt, dann laß ich es auch.

Wichtig ist jetzt allerdings was du bzw. ihr weiter in eurer Beziehung macht. Sprich mit ihm darüber was dir fehlt oder versuch eben einfach Gespräche anzuregen die über den Alltag hinausgehen. Nehmt euch ggf. einfach mal gezielt ein Wochenende und fahrt weg um Zeit als Paar miteinander zu verbringen und um aus dem Alltag raus zu kommen.

Da bin ich auch dran, da hat sich auch schon einiges verbessert. Aber die Initiative kommt halt immer von mir, immerhin läßt er sich manchmal auch drauf ein.

Cwomr+an


Und vor allem, wenn man es mit der eigenen Partnerin nicht macht? Wenn es pure Langeweile wäre, könnte er mich doch auch mal anschreiben?

Ich bin ja jemand, der WhatsApp & Co. eher zwiespältig betrachtet. Es kann ganz pragmatisch sein, sich darüber mal schnell auszutauschen, aber ich kann es nicht haben, wenn man einfach mal angeschrieben wird oder laufend quatschen will. Ich würde das gar nicht wollen - jetzt mal ganz unabhängig davon. Vor allem von meiner Frau wünsche ich mir, dass wir einfach von Angesicht zu Angesicht quatschen, wenn wir unsere Freizeit oder den Feierabend zusammenverbringen. Das ist viel persönlicher. Wenn wir uns jeden Furz (tschuldigung) schon tagsüber texten würden, über was sollen wir dann noch reden, wenn wir uns wiedersehen?

Mit Freunden und Bekannten bleibe ich da schon viel eher mit WhatsApp in Kontakt. Ich sehe sie seltener, die Bindung ist geringer. Da finde ich das OK und mit den meisten Freunden schreibe ich mehr auf dem Handy oder per Mail als mit meiner Frau.

Dein Problem - wenn ich dich richtig verstehe - ist aber auch, dass ihr zuhause nicht viel zusammen redet. Oder? :-/

Setz an diesem Punkt an. Dass ihr Gespräche findet. Aber das viele Schreiben mit einer Freundin würde ich als normalen Kontakt empfinden, auch wenn es mehr ist als mit der eigenen Partnerin.

Was ich damit meine: ich würde von meiner Frau nie erwarten, dass sie mir

Oxldiex49


Guten Morgen,

dein Mann scheint mit der Kollegin ein freundschaftliches Verhältnis zu haben. Und da steckt schon der Hund begraben: Er sieht es als Freundschaft, du eher als Verhältnis. Und beides stimmt.

Eine solche Sichtweise wie deine tritt sehr häufig auf, wenn Männer mit Frauen eine Freundschaft führen. Die Partner sind nicht glücklich darüber, tolerieren das aber, weil ja "eigentlich nichts Schlimmes dran ist". Um aber auszuschließen, dass vielleicht doch was Schlimmes daraus werden könnte, wird eine solche Freundschaft zunehmenden skeptisch angeschaut. Auch das kann man deiner Schilderung sehr gut entnehmen. In seine persönliche Korrespondenz zu schauen ist ja schon so etwas wie eine Eskalation. Die würde dadurch (möglicherweise) gerechtfertigt, wenn dort nun endlich Schlimmes gefunden worden wäre. Ist aber nicht. Also geht die Suche nach Gründen weiter. Gründe, warum diese freundschaftliche Beziehung euer Beziehung Schaden zufügen könnte. Denn natürlich könnte sie das. Sie tut es genau in dem Moment, wo du aus dem, was sie nach sich zieht, Schaden erleidest – oder erlittenen Schaden definierst.

Um also dein "schlechtes Bauchgefühl" zu untermauern und deiner Skepsis Grund zu geben, stellst du fest, dass er mit ihr Dinge bespricht, die er mit dir nicht bespricht. Soweit so gut. Das ist meistens zwischen Freunden so. Da wird dann sogar über die heimische Beziehung gesprochen. Dafür hat man Freunde. Das scheint hier noch nicht mal der Fall zu sein, zumindest nicht in den offen gelegten Korrespondenzen. Aber das kann ja noch kommen. "Wer sucht, der findet" steht nicht nur in der Bibel. Das wäre dann zwar immer noch keine Affäre und kein Fremdgehen, aber Grund genug, laut zu sagen: "Bis hierhin und nicht weiter, ich will nicht, dass du mit dieser Frau über mich sprichst": Stimmt das? das wäre dann auch wieder eine Eskalation, aber kein Weg zu einer Lösung. Nur ei n Beweis, dass du mit deiner Skepsis richtig gelegen hast. Ist aber noch Spekulation.

Ich halte deine Suche für schädlich, und zwar nicht mal schädlich für deinen Mann, sondern für dich und für eure Beziehung. Und das hast du ja – klug wie du bist – sogar selber schon auf dem Schirm. Du hältst es nicht für sinnvoll, es mit ihm zu besprechen, weil sich da keine Lösung abzeichnet, sondern du suchst nach Möglichkeiten, es mit dir selber zu klären und es selber dergestalt zu verarbeiten, dass es für dich kein Gefahrenpotential mehr hat. Richtig?

Wie seht Ihr das? Ich bin da wirklich verunsichert. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass er wirklich mal irgendwie weitergehen würde, ich glaube nicht, dass er uns als Familie riskieren würde. Aber irgendwie habe ich die Befürchtung, dass da schon auch etwas Anhimmeln oder Ego streicheln dahinter steckt. Und das gefällt mir eindeutig nicht.

Was genau ist daran für dich und deine Familie gefährlich, wenn er Wertschätzung und Anerkennung von jemandem erfährt, der dir unsympathisch ist und dem du nicht traust (weil es eine Frau ist)? Er braucht Wertschätzung und Anerkennung und dazu braucht er Menschen. Und das hat nichts damit zu tun, dass du ihm die verweigerst. Zumindest bisher nicht. Auch du wirst Menschen kennen, von denen du Wertschätzung und Anerkennung bekommst außerhalb deiner Ehe. Mir geht es genau so und den meisten Menschen. Sobald aber jemand das negativ einfärbt und es als "Anhimmeln" bezeichnet, ist es schädlich. Und das macht nicht er, das machst du.

Dadurch, dass du das, was er von der Kollegin an Positivem erfährt, negativ siehst, siehst du auch das Handeln deines Mannes negativ. Und schon überwiegt das Negative. Das hast du so hergestellt, weil es haarscharf in etwas hineinpasste, was du empfindest: Mangelnde Kommunikation und möglicherweise auch emotionale Nähe mit deinem Mann. Du unterstellst also (unausgesprochen), dass er mehr emotionale Nähe zu der Kollegin hat als zu dir. Das wird nicht stimmen, aber durch die Unterstellung wird es bei dir automatisch Fakt.

Soweit die Analyse. Was könntest du tun?

Ich fürchte, du wirst das alleine nicht schaffen, dafür hast du dich schon zu weit in etwas hinein gesteigert, das zwar selber erzeugt ist, aber von seinem Handeln untermauert wird. Außerdem ist dein Kommunikationsdefizit nun mal Fakt, egal ob das durch die Kolleginnen-Freundschaft erzeugt wurde oder nicht. Das Kommunikationsdefizit muss also ernst genommen werden, da muss etwas verbessert werden. Parallel dazu könntest du ihm anbieten, dich nicht mehr an seiner Kolleginnen-Freundschaft zu stören. (Denn das sei eingefügt. Wenn er mit dieser Frau fremdgehen will, dann wird er es tun. Und wenn er sich Zuhause als unverstanden definieren kann, wird es sogar wahrscheinlicher. Du kannst es nicht verhindern, wenn er fremd geht, das kann nur er, wenn er keinen Grund dazu hat und wenn er das nicht will).

Du wirst das also nicht alleine schaffen, du brauchst deinen Mann dazu. Und wie mach man das nun? Ich füge mal wieder eine wörtliche Rede ein. Die ist wie immer keine Gebrauchsanweisung, sondern ein "Denkangebot". Wenn man sich darauf einlassen kann, kann man vielleicht eigene Worte finden, die einen ähnlichen Zweck erfüllen:

"Ich muss doch noch mal mit dir reden: Es geht mir nicht gut. Und ich glaube, du kannst mir helfen, damit es mir besser geht. Natürlich hat das was mit unserem Dauerthema zu tun, aber ich glaube, ich habe das bisher falsch gesehen. Ich finde, dass es gut ist, wenn du jemanden hast, mit dem du dich austauschen kannst. Und ich will mich auch nicht mehr daran stören, dass es eine Frau ist. Ich vertraue dir und ich weiß, dass du mir sagen würdest, wenn da mehr wäre.

Aber dadurch ist mir immer wieder klar geworden, was MIR fehlt. Ich versuche alles, um das selber zu regeln, aber ganz ohne dich schaffe ich das nicht. Willst du mir dabei helfen?"

Mehr nicht. Ein Hilferuf. Und wenn dein Mann dich liebt, wovon ich ausgehe, dann wird er dir die Hilfe nicht verweigern. Was dann kommt, muss sicher sehr aufmerksam gesehen werden, es ist fragil, diffizil und es gehört ein liebevoller Umgang dazu, damit es nicht wieder auf eine Eskalation hinaus läuft. Dazu sind aber Ich-Botschaften unumgänglich. Sobald Vorwürfe oder Du-Botschaften einfließen, geht der Argumentationskrieg wieder los. Und dann gewinnt der, der die besseren Argumente hat. Das hat mit Liebe und Beziehung dann nichts mehr zu tun.

Du legst ihm also vertrauensvoll etwas in die Hand: Deine Sorge, deine Angst. Und du gibst ihm dafür etwas zurück: Dein Vertrauen in ihn und seine Freiheit, mit den Menschen Freundschaften zu pflegen, mit denen er das will.

Wenn das gelingt, sind die beiden Problembereiche wieder voneinander getrennt. Denn das du sie durch die Schnüffelei und dein misstrauen miteinander in direkte Verbindung gebracht hast, war schädlich, nicht notwendig und DEIN Werk. Das lässt sich nun ändern. Es lässt sich immer was ändern.

RXalpfh_xHH


Ich hatte mal eine Weile eine echte Phobie, was einen Ex Freund meiner Frau anging, mit dem sie sich noch ab und zu austauschte. (Lange bevor es Handys gab).

Wir haben das auf eine ganz einfache Weise erledigt: Wir haben uns mal getroffen. Der Ex war längst wieder neu liiert und wir hatten einen netten Abend zu viert. Der böse unbekannte hat seinen Schrecken verloren und hat sich als ganz sympathischer Kerl entpuppt. Meine Frau war freundschaftlich mit ihm verbunden aber das war nichts zu dem was wir zwei hatten. Und man konnte sehen, dass auch der Ex und seine Freundin glücklich waren. An dem Abend hat sich das ganze Drama in Luft aufgelöst.

C,ogmraxn


Was ich damit meine: ich würde von meiner Frau nie erwarten, dass sie mir

Dieser Satz war ein Fragment, als ich meinen Text anders zusammenbastelte - bitte einfach ignorieren. Selber korrigieren darf ich meinen Beitrag ja leider nicht.

Alias 734183


@ Oldie:

Danke für Deinen Beitrag, ich hatte ehrlich gesagt gehofft, dass Du Dich beteiligen würdest. Das hilft mir schon etwas weiter, nur werde ich Zeit brauchen, um das nochmal anzusprechen, nach allem was dazu bisher schon dazu gesagt wurde. Ich muss wirklich erst mal sehen, wann und wo ich das nochmal anbringen kann. Und ja, eigentlich wünsche ich mir nur, dass es mich nicht mehr tangiert. Sie arbeiten ja schon lange zusammen, wenn auch nicht so eng wie die letzten 2-3 Jahre. Und es war früher nie ein Problem für mich. Den Zustand hätte ich gern zurück.

Und um damit auch auf Ralphs Beitrag einzugehen: Ich kenne sie auch persönlich, es gab sogar eine Zeit, wo wir uns recht intensiv ausgetauscht haben. Ist aber lange her, 8-9 Jahre. Das hat sich verlaufen, sicher auch, weil unsere Wohnorte weit auseinander liegen. Es gab sonst keinen besonderen Grund dafür. In den letzten Jahren haben wir uns sporadisch geschrieben, meist um einen Termin für ein "Familientreffen" auszumachen. Wir treffen uns alle zusammen vielleicht so 1x im Jahr mit Partner und Nachwuchs. Mein Mann und ihrer sind ja auch befreundet, das war eigentlich mal die Basis.

In den letzten ca. 2 Jahren meldet sie sich von selbst nicht mehr bei mir. Im letzten Jahr hat sie dann eher versucht, mit meinem Mann und den Kids was auszumachen (wo sie auch wusste, dass ich nicht mit kann und ihr Mann auch nicht). Nicht falsch verstehen, ich glaube nicht, dass sie sich da irgendwas erhofft hat, denn zumindest unser Nachwuchs ist sehr mitteilsam und egal ob über meinen Mann oder mich, da bleibt nichts, aber auch gar nichts geheim, da muss man nicht mal nachfragen. ;-D Aber es verstärkte natürlich das ungute Gefühl.

Wie Oldie schon sagt, wer sucht der findet. Es ist wie so eine Abwärtsspirale, richtig schlimm. Ich habe sogar schon darüber nachgedacht, zu einem Therapeuten zu gehen. Aber was genau kann der (an mir) ändern? Mein Kopf sagt mir ja, dass es idiotisch ist, nur lässt es sich eben nicht abstellen. Vernunft hilft da nicht viel.

Wirklich Mist, das alles. Und das heimliche Lesen hat auch nichts am Vorher-Zustand geändert. Weder bin ich noch mehr beunruhigt noch bin ich beruhigt. Vielleicht wäre es leichter, wenn ich wüsste, dass er im Zweifel auch mit mir reden würde. Aber er geht Konflikten am liebsten aus dem Weg, ich weiss nicht, ob er im Falle des Falles ehrlich wäre. Das macht die Sache nicht leichter. :-/

Rkalpah[_HH


Ansich ist das miese Gefühl ja berechtigt. Wen jemand in einer Ehe keinen Sex hat und der Partner holt sich den woanders, ist die Empörung über einen Seitensprung groß. Nun sind auch Gespräche und der intensive Austausch mit dem Partner normalerweise ein wichtiger Teil der Beziehung. Im besten Fall ist der Partner auch der beste Freund. Wenn das in der Beziehung nicht klappt und die freundschaftlichen Gespräche, der Smalltalk und auch das Besprechen von wichtigeren Dingen nicht mehr stattfinden, dann fehlt da elementares. Und wenn sich der Partner das dann woanders holt, dann sind die Gefühle die gleichen wie bei einer sexuellen Affäre. Nur dass man dann mit dem unguten Gefühl nirgendwo auf Verständnis trifft, es sind ja "nur" Gespräche.

Diese Eifersucht hat einen Grund, und der liegt nicht darin, dass Dein Mann sich mit einer anderen Person austauscht, in diesem Fall zufällig eine Frau, sondern sie ist vermutlich zu einem großen Anteil darin begründet, dass Dir diese Gespräche in der Partnerschaft fehlen. Ich würde mal sagen, das kannst Du bei deinem Mann ruhig thematisieren, dass Du Dich zurückgesetzt fühlst, weil er einer anderen Frau mehr Aufmerksamkeit widmet als Dir.

O5ldieI49


Danke für Deinen Beitrag, ich hatte ehrlich gesagt gehofft, dass Du Dich beteiligen würdest.

Darauf braucht man nicht zu hoffen. Man kann mich einfach jederzeit anschreiben. Das haben hier schon Hunderte getan.

Das hilft mir schon etwas weiter, nur werde ich Zeit brauchen, um das nochmal anzusprechen, nach allem was dazu bisher schon dazu gesagt wurde. Ich muss wirklich erst mal sehen, wann und wo ich das nochmal anbringen kann.

Das nehme ich dir nicht so recht ab. Ich glaube, du hast Angst davor und möchtest es lieber nicht tun. Erst aufschieben und dann vergessen. Denn du hast ja schlechte Erfahrung mit den Gesprächen darüber gemacht. Es muss also jetzt ganz anderen Tenor haben, nämlich, dass du ihm das gönnst und nicht nehmen willst, aber noch Hilfe beim Verarbeiten und Verstehen brauchst. Es auch ihm gegenüber als DEIN Problem definierst, bei dem du aber ihn um Hilfe bittest.

Und ja, eigentlich wünsche ich mir nur, dass es mich nicht mehr tangiert. Sie arbeiten ja schon lange zusammen, wenn auch nicht so eng wie die letzten 2-3 Jahre. Und es war früher nie ein Problem für mich. Den Zustand hätte ich gern zurück.

Es gibt nie ein Zurück. Es gibt immer nur Weiterentwicklung. Der Zustand, den du jetzt erreichen könntest, wäre also anders als der alte. Letztlich reifer und fundierter.

In den letzten Jahren haben wir uns sporadisch geschrieben, meist um einen Termin für ein "Familientreffen" auszumachen. Wir treffen uns alle zusammen vielleicht so 1x im Jahr mit Partner und Nachwuchs. Mein Mann und ihrer sind ja auch befreundet, das war eigentlich mal die Basis. In den letzten ca. 2 Jahren meldet sie sich von selbst nicht mehr bei mir.

Also hat auch das den Status Quo herbei geführt. Darum gibt es ja auch kein Zurück. Der Weg geht nur über die Einsicht, dass er dich verlassen und betrügen würde, wenn er dich verlassen oder betrogen WOLLTE. Wenn er das nicht will, tut er es nicht. Immer wenn du Angst hast, vertraust du ihm nicht und unterstellst ihm, dass er sich umgarnen lässt. Das wirst du nicht dadurch verhindern, dass du ihn nervst. Du kannst es aber dadurch verhindern, dass du ihm völlig offen und unverblümt dein Vertrauen aussprichst: "Ich vertraue dir, dass dich mit ihr nicht mehr verbindet als Freundschaft und dass du mir SOFORT Bescheid sagst, wenn sich das verändert. Denn sobald da mehr wäre, wäre unsere Beziehung beendet. das weißt du ja. Aber ich vertraue dir."

Das ist der Deal. Es liegt bei ihm. Wenn er sich in sie verliebt, ist eure Beziehung beendet, so willst du es (oder?). Das Interessante: Es hängt nicht vom Mitwissen ab. Der Fakt alleine beendet eure Ehe. Er beendet dann eure Ehe. Und wer sich das klar macht, geht damit nicht leichtfertig um. Ich gehe davon aus, dass er nicht leichtfertig damit umgeht. Aber er weiß, dass du nicht mehr vertraust. Und wer kontrolliert, hat aufgehört zu vertrauen. Da musst du erst mal wieder raus kommen. Eine "kontrollierte Beziehung" geht immer auf das Ende zu. Und zwar durch den, der kontrolliert.

Im letzten Jahr hat sie dann eher versucht, mit meinem Mann und den Kids was auszumachen (wo sie auch wusste, dass ich nicht mit kann und ihr Mann auch nicht).

Na, dann gehen wir doch mal davon aus, dass sie von deinem Misstrauen etwas erfahren hat und sich in deiner Gegenwart nicht mehr ungezwungen und wohl fühlt.

Wie Oldie schon sagt, wer sucht der findet. Es ist wie so eine Abwärtsspirale, richtig schlimm. Ich habe sogar schon darüber nachgedacht, zu einem Therapeuten zu gehen. Aber was genau kann der (an mir) ändern? Mein Kopf sagt mir ja, dass es idiotisch ist, nur lässt es sich eben nicht abstellen. Vernunft hilft da nicht viel.

Einspruch. Jede Verhaltenstherapie geht nur über den Kopf. Das was im "Herzen" wirksam wurde, die Ängste, das Misstrauen und vieles mehr, lässt sich NUR mit dem Kopf wieder in abstellen. Wie sonst? Die Schritte sind klein und sie müssen ausprobiert werden. Und dann kommt man auch dem "Herzen" wieder näher. Das Herz beginnt, dem Kopf zu glauben.

Wirklich Mist, das alles. Und das heimliche Lesen hat auch nichts am Vorher-Zustand geändert. Weder bin ich noch mehr beunruhigt noch bin ich beruhigt.

Das kann aber dazu führen, dass du noch mehr wissen willst, noch mehr kontrollieren. Das ist ja die Abwärtsspirale. Und mit der steuerst DU auf das Ende der Beziehung zu, nicht dein Mann. Und es hat noch etwas verändert: Du hast SEIN Vertrauen gebrochen und in seinen sehr privaten Dingen geschnüffelt. Das ist eine Veränderung. Die kann ein Geheimnis bleiben. Aber du musst damit aufhören.

Vielleicht wäre es leichter, wenn ich wüsste, dass er im Zweifel auch mit mir reden würde. Aber er geht Konflikten am liebsten aus dem Weg, ich weiss nicht, ob er im Falle des Falles ehrlich wäre. Das macht die Sache nicht leichter.

Du kannst ihn offen darum bitten. Damit hast du getan, was du tun kannst. Nicht drohen, kein Wenn-Dann, nur bitten. Und ihm dein Vertrauen wieder anbieten.

Ich kenne deinen Mann nicht. Ich habe keine Ahnung, ob er dich längst betrügt. Aber es zu unterstellen, schafft Fakten. Und es schafft ebenso Fakten, ihm das Vertrauen auszusprechen und um Hilfe zu bitten. Und es schafft emotionale Nähe.

Alias 734183


@ Oldie:

Ja, sicher ist auch Angst dabei, es zu tun, aber eigentlich geht es mir um den passenden Aufhänger. Ich weiss nicht, wie das jetzt aus dem Nichts ankäme. Er hat ja - soweit ich das beurteilen kann - in letzter Zeit nicht viel gemerkt von meinen Zweifeln. Ich hab ja nun wirklich versucht, mir nichts anmerken zu lassen. Auch wenn es mir selbst (wenn auch objektiv gesehen unnötigerweise) sehr schlecht ging damit.

Ja, mir ist völlig klar, daß er könnte, wenn er wollte. Die Gelegenheit hat er ein paar Mal im Jahr, wo wirklich kein Mensch die Möglichkeit hätte, jemals irgendetwas herauszubekommen.

Aber auch wenn das vielleicht schon viele vor mir gesagt haben: Ich bin aktuell noch davon überzeugt, daß er es nicht getan hat. Zumindest nicht körperlich. Daß irgendwelche Gedankenspiele im Kopf stattfinden will ich nicht ausschließen. Aber alles andere schließe ich schon aus. Und dafür gibt es auch Gründe, die ich aber hier an der Stelle nicht darlegen werde (wegen Anonymität).

Was das Thema angeht, ob sie vom Misstrauen erfahren hat. Gute Frage. Hab ich mir auch schon gestellt. In einer Situation hat er mal gesagt, daß er das noch nie und mit niemandem gemacht hat. Das ist auch etwas, was ich glaube. Wir sind beide nicht die Typen, die mit anderen (aus dem wahren Leben) über Beziehungsprobleme reden. Aber auch da kann ich natürlich falsch liegen. Und ich weiss natürlich nicht, ob sie es vielleicht tut. Denn ob sie wirklich glücklich ist, weiss ich nicht. Mein Mann ist - Behauptung von mir - mit unserem Leben im Großen und Ganzen zufrieden. Sagt er zu mir. Und so würde ich es auch vom Umgang etc. miteinander sehen. Aber ich denke, daß es auch so ist. Bei ihr wäre ich da nicht so sicher. Ich habe ihm auch mal gesagt, dass ich ihm ja vertraue, aber ihr halt nicht. Dazu hat er nichts gesagt, sondern mich "nur" gedrückt.

Ja, mein Verhalten spricht sicher eine andere Sprache. Aber da kommt wohl diese häufige Frauen-Denke dazu (mal sehr überspitzt ausgedrückt): Wenn sie ihm lange genug Honig ums Maul schmiert, dann wird er vielleicht auch mal schwach... Wobei das ja schon wieder bedeutet, daß man kein Vertrauen hat, richtig?

Ich habe gestern Abend auch bei mir selbst bemerkt, wie ich mich wieder von ihm distanziert habe. Ich werde versuchen, am Wochenende nochmal mit ihm zu reden. Wobei es ja nicht das Problem ist, dass ich rede. Aber ich muss ihm rüberbringen, dass er auch mal was dazu sagen muss und nicht immer nur denkt und alles fuer sich behält. Damit wären vielleicht auch ein paar der Probleme und ein Teil des schlechten Gefühls weg.

Ob die Ehe beendet wäre? Ja. Wenn da, als diese Zweifel anfingen, was gewesen wäre und er das zugegeben hätte, dann wäre die Lage eine andere. Er hatte dazu mehrmals Gelegenheit. Dann wäre das ein Anlass gewesen, zu reden, was schiefgelaufen ist und warum das passiert ist. Aber wenn jetzt was rauskäme - egal ob es länger her wäre oder aktuell - gäbe es kein Zurück mehr, weil das Thema viel zu sensibel geworden ist. Und er zu oft beteuert hat (jetzt mal unabhängig von dieser Geschichte), dass für ihn bei uns alles o.k. ist.

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