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Fremdschreiben

DVieKbruemxi


Grad ihr traue ich halt auch jeden Hintergedanken zu, meinem Partner eigentlich nicht.

Kennst du sie denn? Gibt sie Anlaß, das zu befürchten?

Alias 734183


Kennen - ja, siehe weiter oben.

Anlass? Nun ja, auch da kommen noch Aspekte dazu, die ich hier aus Anonymitätsgründen nicht schreiben werde... Für mich sind die aber Anlass genug... :-|

ROalphW_HxH


Mal ganz platt gesagt: Um untreu zu werden muss es nicht in der Beziehung gravierende Mängel geben. Je nach Typ erliegt der eine oder andere auch in glücklichen Beziehungen schlicht der Versuchung, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Und es ist naiv, zu glauben, man selbst oder der Partner wäre dagegen immun. Was man tun kann, ist solche Gelegenheiten nicht entstehen zu lassen und sie schon gar nicht absichtlich herbeizuführen. Dein Partner sollte dann merken, wenn es irgendwann soweit ist, dass eine der beiden Parteien, Dein Partner selbst oder seine Kollegin interessiert wäre. Dann sollte man auf Abstand gehen. Und auch wenn der eigene Partner einen bittet, da etwas auf Abstand zu gehen, sollte man das tun, aus Rücksicht auf die Gefühle des Partners. Die Erkenntnis, dass ihm das Geschreibe und die Treffen mit der Kollegin wichtiger sind als Deine Gefühle, ist ziemlich bitter...

Alias 734183


Treffen in dem Sinne gibt es ja nicht, es gibt halt Dienstreisen, die sich auch nicht vermeiden lassen.

Und ansonsten denke ich halt genauso. Wenn ich wüsste, daß er damit ein Problem hat, dann würde ich diese Schreiberei einschränken.

Andererseits sehe ich auch Oldies Punkt. Eine Freundschaft verbieten, ob Männlein oder Weiblein, ist halt auch nicht der richtige Weg und erzeugt nur Frust.

Ich bin mir halt nicht sicher (da sind wir wieder beim Punkt Vertrauen), ob er ehrlich sagen würde, wenn da mehr wäre (und sei es auch nur im Kopf). Ich glaube, er würde viel für die Kinder machen, im Zweifel auch die Familie erhalten. Daher möchte ich mir kein Urteil erlauben, ob der wirklich die Wahrheit sagen würde, wenn sich da mal mehr entwickeln würde. Ich würde nicht die Hand dafür ins Feuer legen. :|N

Onldi]e4x9


Mir gefällt, wie vorsichtig und überlegt du mit dem Thema umgehst. Und ich bin so gut wie sicher, dass daran eure Ehe keinen Schaden nimmt – oder nehmen muss. Auch das hier…

Ich habe ihm auch mal gesagt, dass ich ihm ja vertraue, aber ihr halt nicht. Dazu hat er nichts gesagt, sondern mich "nur" gedrückt.

Sehr schön. Und das "nur" streich mal wieder. Ich war übrigens vor sehr langer zeit mal fast in derselben Situation wie dein Mann. Und auch ich habe meine Frau gedrückt. Aber ich war auch betroffen, dass ich von ihr durch diese Bemerkung als "mehr oder weniger wehrloses Opfer" angesehen wurde. Wenn sie mir vertraut, was kann dann passieren? Da könnte die Dame sich nackt auf mich legen, wenn ich das nicht will, muss sie sich wieder anziehen. Und das habe ich dann auch mit ähnlichen Worten dargelegt.

Alles, was ausgesprochen ist, steht im Raum und ist Fakt. Kein Wort ist zurück zu holen. Dein Mann weiß also um all das und um deine Ängste. Vielleicht braucht es da gar nicht mehr die ganz schweren Gespräche, außer dass er ruhig noch mal erfahren darf: "Ich vertraue dir, auch wenn ich Ängste habe!" Und er darf erfahren, dass du von ihm Hilfe erhoffst, das alles gut zu bewältigen, damit deine Ängste wieder gehen können.

Alles andere muss tatsächlich bei dir geschehen. Es ist dein Job, diese Ängste zu bewältigen, sie zu entlarven und ihnen die Brisanz zu nehmen. Dabei kann dein Mann dir weniger helfen, als du glaubst. Denn diese Ängste hast du ja selber erzeugt, darum kannst du sie auhc nur selber bewältigen. Es ist eine Illusion, dass sie durch eine "erhoffte Sicherheit" zu bewältigen wären, denn diese Sicherheit gibt es nicht. Da könntest du ihm eine elektronische Fußfessel anlegen. Das soll zeigen, wie absurd das Hoffen auf "Sicherheit" ist.

Deine Sicherheit besteht darin, deinem Mann wieder wirklich und von ganzem Herzen zu Vertrauen. Und das wird dann stärker, wenn du es ihm sehr deutlich sagst, wenn dieses Vertrauen also manifestiert wird – und möglichst von ihm auch genauso bestätigt wird. alles, was dann trotzdem geschehen "würde, könnte oder hätte können", kannst du nicht verhindern. Das kann nur er.

Ein sehr wichtiger Schlüssel für die Bewältigung deiner Ängste ist die von mir gern so bezeichnete "Bewältigungsgewissheit". Wenn der schlimmste Fall eintreten sollte und dein Mann verlässt dich, dann hast du als gesunder Mensch alles in dir, um diese schwierige Situation zu bewältigen. Es dauert, es tut weh, es braucht viel Kraft, aber es ist zu bewältigen.

Aber auch wenn das vielleicht schon viele vor mir gesagt haben: Ich bin aktuell noch davon überzeugt, daß er es nicht getan hat.

Wunderbar. Du bist davon überzeugt. Also vertraust du ihm bisher. Und jetzt könntest du lernen, ihm auch zukünftig zu Vertrauen.

Zumindest nicht körperlich. Daß irgendwelche Gedankenspiele im Kopf stattfinden will ich nicht ausschließen. Aber alles andere schließe ich schon aus.

Und dafür gibt es auch Gründe, die ich aber hier an der Stelle nicht darlegen werde (wegen Anonymität).

Seien Gedanken gehören nur ihm. Und deine gehören nur dir. Auch er wäre nicht glücklich, wenn er all deine hier geäußerten Gedanken lesen – und von deiner Handyspionage wissen – würde.

Ich habe gestern Abend auch bei mir selbst bemerkt, wie ich mich wieder von ihm distanziert habe. Ich werde versuchen, am Wochenende nochmal mit ihm zu reden. Wobei es ja nicht das Problem ist, dass ich rede. Aber ich muss ihm rüberbringen, dass er auch mal was dazu sagen muss und nicht immer nur denkt und alles fuer sich behält. Damit wären vielleicht auch ein paar der Probleme und ein Teil des schlechten Gefühls weg.

Da rate ich dir, deine Erwartungen zurück zu nehmen. Je weniger du erwartest, desto weniger wirst du enttäuscht und verletzt. Es ist gut, wenn ihr näher zueinander kommt, es ist gut, wenn ihr über euch und eure Beziehung reden könnt. Es ist gut, wenn du ihm expressis verbis dein Vertrauen aussprechen, über deine Ängste reden und ihn um Hilfe bitten kannst. Aber versuche nicht, dabei "in seinen Kopf" zu schauen. Das geht dich nichts an, der gehört ihm. Die Gedanken sind sowas von frei.

Aber wenn jetzt was rauskäme - egal ob es länger her wäre oder aktuell - gäbe es kein Zurück mehr, weil das Thema viel zu sensibel geworden ist. Und er zu oft beteuert hat (jetzt mal unabhängig von dieser Geschichte), dass für ihn bei uns alles o.k. ist.

Gut, dann ist das ja geklärt. Was dann wirklich geschieht, wenn die Hütte brennt, muss niemand prophylaktisch festlegen. Dazu gibt es ja die Bewältigungsgewissheit, um dann auch Lösungen zu finden.

Ich glaube, er würde viel für die Kinder machen, im Zweifel auch die Familie erhalten. Daher möchte ich mir kein Urteil erlauben, ob der wirklich die Wahrheit sagen würde, wenn sich da mal mehr entwickeln würde. Ich würde nicht die Hand dafür ins Feuer legen.

Musst du auch nicht. Aber ich bin der festen Meinung, dass eine solche Affäre auf Dauer nicht zu verheimlichen wäre, wenn eine Beziehung liebevoll und stabil ist. Wenn du sie nicht mehr für liebevoll und stabil hältst, sollte daran etwas geändert werden, und zwar unabhängig von der besagten Dame. Dann könnten nämlich auch andere stören, bei deinem Mann oder auch bei dir.

Alias 734183


Wenn sie mir vertraut, was kann dann passieren? Da könnte die Dame sich nackt auf mich legen, wenn ich das nicht will, muss sie sich wieder anziehen. Und das habe ich dann auch mit ähnlichen Worten dargelegt.

Und genau irgendetwas in der Art hat er noch nie gesagt.

Es ist eine Illusion, dass sie durch eine "erhoffte Sicherheit" zu bewältigen wären, denn diese Sicherheit gibt es nicht.

Das ist mir völlig klar.

Wenn der schlimmste Fall eintreten sollte und dein Mann verlässt dich, dann hast du als gesunder Mensch alles in dir, um diese schwierige Situation zu bewältigen

Davor habe ich keine Angst. Ich wäre enttäuscht, traurig, aber Angst habe ich nicht. Ich kenne mich gut und ich würde das schaffen. Meine Angst ist vielmehr, daß er aus Pflichtgefühl oder Moral bleibt, aber sich eigentlich was anderes wünscht und im Herzen woanders ist.

Dann könnten nämlich auch andere stören, bei deinem Mann oder auch bei dir.

Das ist wohl wahr.

Ich schreibe Dir mal noch per PN. Vielleicht schaffe ich es noch heute Abend. Auf jeden Fall schon mal vielen Dank!

OWldi%ex49


Davor habe ich keine Angst. Ich wäre enttäuscht, traurig, aber Angst habe ich nicht. Ich kenne mich gut und ich würde das schaffen. Meine Angst ist vielmehr, daß er aus Pflichtgefühl oder Moral bleibt, aber sich eigentlich was anderes wünscht und im Herzen woanders ist.

Gut, dann gehen wir doch mal genau DIESE Angst an. Sie ist ja konkret, will ernst genommen werden, verlangt nach Aufmerksamkeit. Und wenn man sie dann mit dem Verstand sorgfältig anschaut, kann man ihr vielleicht die Schwere nehmen.

Was ist denn schlimm daran, wenn sein Pflichtgefühl dafür sorgt, dass er ein guter Ehemann und Vater ist? Was ist schlimm daran, wenn er es unmoralisch findet, dich zu verlassen oder mit einer anderen Frau zu schlafen? Es würde natürlich nicht auf Dauer funktionieren, wenn er es NUR aus diesen Gründen täte. Aber dann würde eure Beziehung auch lieblos werden oder sein. Ist sie denn lieblos? Fehlt es der Beziehung im Alltag an Liebe und Zuwendung?

Pflichtgefühl und Moral sind gute Helfer, wenn es gilt, "Lücken zu füllen", Übersprungshandlungen zu verhindern und "sich im Griff" zu behalten. Sie sind allerdings – zumindest in der Gegenwart – nicht dazu geeignet, dauerhaft eine Beziehung zu erhalten, das war vor 50 oder 100 Jahren noch anders, hat sich aber glücklicherweise geändert.

Es wäre also zunächst hilfreich, eure Beziehung daraufhin anzusehen, wodurch sie denn getragen wird. Durch Liebe, gegenseitige Achtung, die Sorge um den anderen und die Kinder und emotionale Nähe?

Vermutlich fehlt die Letzteres am meisten. Und dann füllst du die Lücke, die du dort empfindest, durch die Sorge, er könne shclimmstenfalls nur aus Moral und Pflichtgefühl an deiner Seite bleiben. Übertreibst du da nicht? Ist das begründet? Fehlt es denn auch in den anderen alltäglichen Bereichen bei euch an Zuwendung, Aufmerksamkeit und liebevollem Verhalten?

Wenn sich deine Sorge und Befürchtung also vor allem daran festmacht, dass er dir gegenüber zu wenig über seine Gefühle redet, dann ist das ein Grund, sich damit zu befassen und das vielleicht auch zu ändern. Aber dann bitte NICHT vor dem Hintergrund der Sorge, er könne sich fremdverlieben oder bereits fremdverliebt haben. Sondern vor dem Hintergrund, völlig unabhängig von der besagten Dame eure emotionale Nähe zu verbessern, sich besser verstehen zu können, mehr aufeinander eingehen zu können, mehr die Ängste und Glücksgefühle miteinander zu teilen. Und NICHT, um herauszufinden, was er gegenüber der Freundin für Gefühle entwickelt.

Es könnte also sehr hilfreich sein, das auseinander zu halten. Es ist immer hilfreich, unterschiedliche Problembereiche getrennt anzuschauen und einzeln zu lösen. Dann wird es machbar und wirkt weniger bedrohlich. Und die Ängste können bestenfalls gehen.

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