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Bevormundung oder nur Sorge?

v/ersaKndbesta>etaiguJng hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Med1 Forum,

ich bin mit meinem Partner seit 3 Jahren zusammen und wir sind beide 23 Jahre alt.

Eigentlich ist er ein guter Partner, doch ab und zu verhält er sich meiner Meinung nach daneben. Mir ist klar, dass niemand perfekt ist aber ich fühle mich in letzter Zeit zunehmend eingeschränkt.

Beispiel 1: Auf einem eher kleinen Festival, (3000 Besucher und nur eine Bühne) war ich auf einmal verschwunden (es war schon Dunkel) seine Reaktion war mich 2 Stunden lang zu suchen und extreme Angst zu haben, dass mir was passiert sein könnte. Letzendlich lag ich in unserem gemeinsamen Zelt und habe geschlafen. Am Ende war ich die Böse weil ich ihm nicht Bescheid gesagt habe, dass ich schlafen gehe. (eigentlich bin ich nur ins Zelt um mich umzuziehen aber irgendwie bin ich dann halt drin geblieben)

Beispiel 2: Ähnliche Situation die schon öfter vorkam. Wir sind auf einer mittelgroßen öffentlichen Veranstaltung im Freien und ich gehe irgendwo ohne meinen Freund hin. Nach spätestens einer Stunde fängt er an mich zu suchen und mault mich total an wenn er mich findet und unterstellt mir, dass ich mich mit Absicht vor ihm verstecke ":/

Letzten Sommer gab es hierzu einen Vorfall, wo ich alkoholbedingt wirklich mal vergessen habe, dass ich mit meinem Freund unterwegs war und bin dann mit anderen Freunden auf eine After-hour-Party weiter ohne ihm Bescheid zu geben (ich gehe beim Feiern prinzipiell ohne Handy weg, da ich schon eines verloren habe und eines wurde mir geklaut). Mein Freund hat mich 3 Stunden lang gesucht, ist in den anliegenden Fluss gesprungen, da er etwas schwimmen hat sehen und dachte das wäre ich ??? und als er gerade auf dem Weg zur Polizei war, um mich vermisst zu melden, bin ich ihm begegnet als ich auf dem Heimweg war. Er war nen Tag lang sauer und hält mir auch heute noch (8 Monate später) regelmäßig vor, dass er ja so gutmütig war und viel weniger "geschimpft" hat, als angebracht gewesen wäre. Ich halte seitdem die Klappe, da es mir wirklich Leid tut, dass er sich wegen mir so viele Sorgen machen musste aber ich bin doch kein kleines Kind mehr.

Beispiel 3: Ich würde total gerne nach Mexiko reisen. Er findet, dass dieses Land viel zu gefährlich ist und möchte dort nicht hin. In einem Gespräch sagte ich mal "naja dann fahre ich da halt irgendwann mal ohne dich hin" und er meinte daraufhin, dass er das nicht zulassen würde. Dann fragte ich wie es wäre, wenn ich in ein sicheres Land wie zB Ungarn fahren wollen würde und dann meinte er, dass er da ja mitkommen würde also ist alles okay. %-|

Naja und sonst noch einige Kleinigkeiten im Alltag. Er neigt ungefragt dazu mir Dinge total ausführlich zu erklären, obwohl diese aus dem Themengebiet kommen das ich seit 3,5 Jahren studiere! Er fällt mir ständig ins Wort und lässt mich nicht ausreden.

Eigentlich Dinge über die ich hinwegsehen könnte. Allerdings befinde ich mich momentan in einer Situation in der ich entscheiden muss, ob ich in wenigen Monaten aus Liebe zu meinnem Freund in Bayern bleibe zum Studieren oder ob ich irgendwo anders hingehe, wo die Jobchancen und auch die Studiengänge besser wären. Eine Beziehung wo man sich nicht mindestens alle 2 Wochenenden sieht ist für mich nämlich keine Option und somit würde ich bei größerer Distanz die Beziehung aufgeben.

Findet ihr seine Sorgen sind begründet oder er überteibt? Ich fühle mich bevormundet dadurch aber irgendwie habe ich das Gefühl das wäre ungerechtfertigt.

Dankeschön für die die sich die Mühe gemacht haben sich das durchzulesen! :)^

Antworten
n(imfue88


Da scheinen zwei Extreme aufeinanderzutreffen - du bist die Sorglose, er ist der eher Ängstliche.

Dass er sauer ist, wenn du ohne dich abzumelden einfach von einem gemeinsamen Abend abhaust kann ich ganz gut verstehen. Wäre es für dich möglich, ihm da entgegenzukommen und zu sagen, wenn du gehst?

Das mit dem Urlaub müsste man doch auch klären können. Du bist ja eine erwachsene Frau und wenn du gerne nach Mexico möchtest, dann darfst du das auch gerne tun. Er ist ja nicht dein Vater, dass er das verbieten könnte.

M\arieClurixe


Beispiel 1 und 2 find ICH von dir absolut daneben.

Beispiel 3 - da kann man sich sicher einigen. Vielleicht später mal fliegen, wenn es für ihn "sicherer" ist, oder du fliegst alleine. Verbieten kann er es ja nicht.

Meatze@Berlidn


Bzgl Problem 1 und 2: Billig Handy besorgen für diese Events und gut ist!

Bzgl Problem 3: Entweder ihr informiert euch vorher, wo es in Mexiko sicher ist (denn es wird dort auch sichere Orte geben) und er kommt dann mit dir mit oder er soll dich alleine reisen lassen.

Problematischer finde ich es jedoch, wenn er dir Sachen erklären will, die du studierst. Sowas kann ich nicht ab.

v}ersa2ndbe4staet}igunxg


Dass Beispiel 2 nicht in Ordnung von mir war ist mir klar. Mir tut es auch wirklich Leid, aber dass er nach über einem halben Jahr noch den Erbarmungvollen spielt nervt mich.

Bei Beispiel 1 finde ich, dass er durchaus mal auf die Idee hätte kommen können in unserem gemeinsamen zelt nach mir zu suchen, bevor er ewig über das gesamte Gelände rennt. Warum geht er immer vom Schlimmsten aus?

kZratz/kaetzvchen


Bei Beispiel 2: Ja, hätte er schon, aber du hättest ihm auch kurz Bescheid geben können. Also da finde ich euer beiden Verhalten nicht gut, besonders da ihr euch kennen solltet und man gewisses Mass an Rücksicht nehmen sollte (ihr beide).

Die letzteren Punkte - Belehren und Unterbrechen - fände ich schlimmer.

Insgesamt seid ihr mit 23 noch jung. Ich würde es in dem Alter den Ort nicht unbedingt vom Partner abhängig machen, besonders da es so klingt, als wären deine Prioritöten woanders @:)

k ratzskaetz'chen


Ich meinte Beispiel 1 |-o

R|helxia


Also zu Punkt 1 und 2 - ich würde es völlig befremdlich finden, wenn mein Mann nicht nach mir schauen würde. Das würde mich zum Nachdenken bringen. Von daher kann ich verstehen, dass er da sauer wird.

Punkt 3 - hat er was dagegen, weil du alleine hin willst oder weil du ohne ihn nach Mexiko möchtest?

R]alp~h_PHxH


Wenn sich jemand Sorgen macht, sollte man das ernst nehmen, sofern das nicht übertrieben ist. Wenn ich mit meiner Partnerin irgendwo gemeinsam hingehe, dann sind wir da gemeinsam und fertig. Wenn sie mal 10min auf dem Klo verschwindet ok, aber nach einer Stunde hätte ich auch ziemlich Panik, dass was passiert wäre. Wie wär's, wenn Du ihm einfach mal mitteilst, dass Du gerade mal weg gehst? Ich mein, wenn Du abends weggehst und kommst statt um 22 Uhr erst um 1 nach Hause... Gut, Du bist erwachsen. Und beim feiern muss man sich auch nicht stündlich melden. Da muss ein Partner mal mit klar kommen, auch wenns schwer fällt. Aber wenn ihr zu zweit losgeht, dann kann man doch irgendwie sowas wie eine Kommunikation erwarten oder?

Mit Mexico hätte ich auch Probleme. Nach allem, was man da so liest, ist das ein Sumpf aus Drogenmafia und Bandenkriminalität. Das ehemalige Urlauberparadies Acapulco sollte man lieber nicht betreten. Da würde ich nicht hinfahren und ich kann jeden verstehen, der sich da um seine Partnerin sorgt.

Dies ins Wort fallen und Dir Dinge erklären, die Du eigentlich besser weißt, ist ein ganz anderes Thema. Genug Stoff für einen eigenen Thread :-) Da wird er lernen müssen, Dich ebenso wie andere als Gesprächspartner zu respektieren und höflich ausreden zu lassen. Ich würde ihm da massiv über den Mund fahren und ziemlich deutlich anmerken, dass ich gerne ausreden möchte!

D*ieDo(sismacht%da1sGixft


Eure Vorstellungen, wie so ein gemeinsamer Abend auf öffentlichen Festen ablaufen kann, scheinen sehr verschieden zu sein. Du bist, nach Deiner Schilderung eher der spontane und weniger anhängliche Menschentyp, der gern individuell Stimmungen und Momente auslebt.

Das an sich ist noch nicht problematisch, wenn man einen Partner an der Seite hat, der in dieser Betrachtung ähnlich "tickt". Das ist bei euch beiden nach Deiner Schilderung nicht der Fall. Hier stellt sich die Frage, ob Du das eher verbindliche und umsorgende Verhalten Deines Partners für Dich mehr tolerieren kannst, oder es Dich einfach durch und durch nervt.

Zudem scheint ihr auch in allgemeinen Alltagssituationen nicht ganz auf eurer Kommunikationsebene klar zu kommen.

Zudem stellst Du Dir aktuell die Frage, wie sinnvoll es es für Dich ist berufliche Pläne und Perspektiven für Deinen Partner zurückstellen zu wollen.

Jede Schilderung für sich ist noch nicht das große Drama, an dem sich nicht gemeinsam mit guter Kommunikation arbeiten lässt. Aber alles im Kontext gesehen liest für mich, als ob Du Dein Leben noch nicht in fest geplanten Strukturen und Abläufen leben willst. Eher der Typ Freigeist bist, der dem Bauchgefühl folgend für sich neue Herausfordernungen suchend leben will.

Ich sehe hier auf längere Sicht durchaus weiteres Konfliktpotential zwischen euch. Hast Du Dich selbst schon genug ausprobiert und ausgelebt, sodass Du zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits in eine gemeinsame Zukunft investieren willst?

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