» »

Mein Mann hat eine kalte Seite

KGleixo


WehesHerz

Also muss ich schauen, dass ich weiter komme, aber wie mache ich das nur?

Du beschreibst die Situation ja ganz gut. Dein Mann wollte keine Kinder mehr. Du wurdest schwanger und er hat sich dazu nicht geäußert, ist nicht in Freudentränen über die Schwangerschaft ausgebrochen. Er sagte nichts. Dann hattest Du eine Fehlgeburt – vor zwei Jahren. Du schreibst nicht, wie die ersten Monate waren, hat er das Thema entweder mit sich ausgemacht und abgehakt oder aber nicht, aber er macht es nicht mit Dir. Du bist das Gegenteil. Du hättest Dir ein anderes Verhalten von ihm gewünscht, auch wenn er keine Kinder mehr wollte. Du wolltest ja. Nun kam es auch noch so, dass Du in Zukunft gar keine Kinder mehr bekommen kannst und Du eigentlich wolltest. Er, der auch diese Schwangerschaft nicht wollte, könnte aber immer noch Kinder zeugen. Was für eine ungerechte Welt und in dieser Situation, in der Du Dich um diese Dinge drehst, ist er natürlich der Arsch, denn er will nicht mit Dir darüber reden und er leidet mit Dir nicht mit, geschweige denn, dass er selbst leiden würde. Für mich hört sich das nicht danach an, dass Du willst, dass er hört, wie schlecht es Dir geht. Ich zweifle daran, dass Dir das reichen würde. Berichtige mich bitte, wenn dem nicht so ist. Wie er das auch immer gesehen hat oder sieht oder empfindet, das Leben geht für ihn weiter, während Du immer noch in dieser Schleife hängst und er hilft Dir nicht. Auch etwas, was Du Dir von ihm wünschen würdest. Mir stellt sich die Frage, inwieweit er therapeutische Fähigkeiten und Neigungen hat, denn nur dann könnte er Dir helfen. Ansonsten gibt es sicher Trauergruppen oder eben Therapien, die Dir helfen können, über Deinen Kummer hinwegzukommen.

Dieses – "er ist so kalt", kommt mir sehr bekannt vor. Meine Mutter hat das meinem Vater immer vorgeworfen, wenn sie gelitten hat, sich alles von der Seele reden wollte und er keine Lust hatte, sich ihre ganze emotionalen Ballast anzuhören oder gar anzunehmen, denn natürlich war das nicht nur in einer Sache so, weil sie schlicht jemand ist, die schlicht besonders emotional ist und ihre Probleme eben ständig wiederholt. Für jemanden wie meinen Vater, war schon einmal zu viel, geschweige denn etwas immer und immer wieder zu hören, wo er nichts tun kann. Klar, er hätte sie mal trösten können, aber er war nicht so eine Person, aber von Anfang an nicht. Sie hingegen hat 20, 30 und 40 Jahre darunter gelitten, gehofft und erwartet, dass er das dann doch eines Tages tut und ja, das nenne auch ich selbsterfüllende Prophezeiung. Ging es ihr schlecht, schickte er sie zum Arzt, versorgte sie, tat alles, was er tun konnte, aber trösten oder gar Jahrelang sich dasselbe anhören, das konnte er nicht und damit war es kein gemeinsames Problem, sondern ihr Problem.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht bereits versucht habe mit ihm zu reden. Es war ja auch sein Kind!

Sieht er das so, also dass es ein Kind war? Ich meine, viele sehen das vor der Geburt noch nicht unbedingt so. Es sind eher die Träume, wie das Kind sein wird, wenn es mal zur Welt kommt, etc. Gerade wenn er gar keine Schwangerschaft mehr wollte, wird es sich noch nicht in seine ungewollte Vaterrolle eingefühlt haben und nur eine schwache oder noch gar keine Beziehung aufgebaut haben. Es könnte sein, dass er dadurch auch nicht so ein großes Verlustempfinden hatte bzw. jetzt noch hat. Vielleicht aber ein schlechtes Gewissen, dass es Dir so schlecht geht und Du machst ihn ja auch für genug Dinge verantwortlich. Schwirig, da zu trösten.

Ich wüsste nicht mal wie ich das Gespräch überhaupt beginnen soll, ich hab schon öfter für ihn auch sichtbar deswegen Tränen vergossen.

Je länger die Ehe meiner Eltern dauerte, umso mehr hasste mein Vater die Tränen meiner Mutter, denn ständig gab es diese Tränen. Diese Tränen und das Leiden meiner Mutter zog direkt eine Wand zwischen Ihnen hoch. Immer schneller zog er sich bei so einer Reaktion meiner Mutter zurück. Er konnte schlicht nichts mit einer heulenden und weinenden Frau anfangen, was natürlich hieß, dass sie immer mehr litt und immer mehr weinte. Umgekehrt fühle sich mein Vater fürchterlich vernachlässigt und ignoriert, denn ständig ging es nur um sie, um ihre Tränen und um ihr Leiden. Sie weinte, litt, laut, leise, machte ihm verbal und non-verbal Schuldzuweisungen, stritt oder war beleidigt. Er selbst kam nie zu Wort und wenn, dann kamen sofort Vorwürfe zurück, dass er ihr nicht zuhörte, da es ihr ja so schlecht ging. Dabei übersah sie, dass sie ihm auch nicht zuhörte und es ihm auch schlecht ging. Also ging er und das war für sie dann kalt. Mir erzählte er sehrwohl, was in ihm vorging, wie er dachte und wo er litt und natürlich hörte ich mir auch an, woran meine Mutter litt. An anderen Dingen als meine Mutter, nur war ihr Leid so präsent, dass er gar keinen Raum bekam, mal zu erzählen, dass es ihm schlecht ging. Ich hatte da noch ein bisschen Platz, aber er gar nicht mehr, denn da war ja ihr Leid und irgendwann hatte auch ich ihre Tränen satt und irgendwann war ich auch "kalt" aus ihrer Sicht, aber zum Glück ziehen Kinder ja aus und irgenwann hörte auch sie auf zu weinen und zu leiden - so nach 30 Ehejahren. Aber bis dahin fühlte sie sich nur verstanden, wenn man an denselben Dingen litt, wie sie und mit ihr mitlitt.

Ich habe einen Verlust, den ich auch nicht wegreden kann. Er hat keinen Verlust, ist aber an meinen (in meinen Augen) mitverantwortlich.

Sieht er das auch so? Nach Deiner Schilderung, wollte er keine Kinder mehr.

Wenn er das alles nicht so sieht wie ich, was kann ich da schon ausrichten?

Was konntest Du in den letzten 20 Jahren in solchen Situationen ausrichten? Bei ihm wohl weniger. Aber da gäbe es eben entsprechende Stellen, wo Du Deinen Kummer loswerden könntest, schon hier im Forum. Manche Frauen brauchen Jahre, um so einen Verlust zu verschmerzen, wenn überhaupt.

Ewig wütend sein bringt es auch nicht.

Trauer hat mehrere Phasen. Du entscheidest, wie und wann Du wütend bist und auf wen Du wütend bist oder dass Du aufhörst wütend zu sein.

c:riech/arxlie


dass er sich sterilisieren lässt, doch dazu kam es nie. Immer hatte er andere Ausreden. Nach der Fehlgeburt kam es zu Komplikationen und meine Gebärmutter entzündete sich stark. Sodass sie entfernt werden musste. Jetzt kann ich keine Kinder mehr bekommen und ich stürzte danach in ein sehr tiefes Loch

Frage:

ihr wolltet, dass er sich unterbinden lässt. Dann hättet ihr zusammen keine kinder mehr bekommen können. nun bist du unterbunden und ihr könnt keine kinder mehr bekommen. wo ist der unterschied?

ich glaube, dass du nicht deswegen traurig bist, sondern weil du die fehlgeburt und die operation hattest, nach der du nicht mehr vollständig bist. bei mir war die op damals geplant gewesen, aber komischerweise habe ich da auch lange dran rumgekaut, wie viele nach operationen, nach denen was unwiderruflich geworden ist. neulich wurde mir der knochen verkürzt und eine metallplatte eingesetzt. der arm ist zur zeit auch irgendwie nicht "mein" arm. man muss sich mit so etas auseinander setzen. mit dem neuen ich, dem neuen körpergefühl.

ich glaube, das ist dein schmerz, nicht, dass er noch kinder bekommen kann und du nicht.

r4r2x017


@ kleio

Was Du schreibst, ist eine prima Schilderung davon, wie egozentrisch Leiden sein kann. Ich kenne das durchaus auch aus eigener Erfahrung. Man empfindet sich mit seinem Leid so ungerecht behandelt, vor allem so ach-viel-sclechter als alle anderen, dass man daraus eine vermeintliche Legitimation, dies auch ständig in den Vordergrund zu stellen zu dürfen, bezieht. Dabei merkt man dann gar nicht, was für eine Nervensäge man wird.

Letztlich kann man daraus auch den Rat, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen und sich weniger von anderen und ihrem Zuspruch abhängig zu machen, ziehen.

Wobei natürlich eine gewisse Empathie vom Partner durchaus legitim zu wünschen/verlangen ist, aber wenn sie nunmal nicht kommt. was hilfts jammern dann. Dann muss man entweder damit leben oder die Beziehung verlassen.

W~exhe(sHexrz


Guten Morgen, ich hätte nicht gedacht, dass soviel dazu geschrieben wird.

Vielen Dank.

Und ja, jeder hat ein Stück Recht und ich bin froh um diese harten, ehrlichen Worte.

Ich sehe die Dinge nicht mehr klar und bin in einer Opferrolle drin, die ich weder mag noch in ihr verweilen will.

Ich bin keine Frau, die ständig jammert oder Kummer hat. Und wenn, mache ich das mit mir normalerweise selbst aus.

Mein Mann war anfangs übrgigens nicht so kalt. Er ist es nur immer in Situationen in der er zwar einen Anteil hat, aber nicht verantwortlich ist.

Das Kind war nicht geplant, also ein Verhütungsfehler. Wahrscheinlich hätte ich sogar abgetrieben, wegen ihm. Ich nehme in solchen Entscheidungen immer Rücksicht, was er will. So geht das auch in vielen anderen Bereichen. Ich weiß, das Kind hätte für ihn eine Katastrophe bedeutet.

Danach lies er mich ja allein. Kein Wort kam ihm über die Lippen, für ihn gab es die Schwangerschaft gar nicht.

Ja, vielleicht neide ich ihm seine Zeugungsfähigkeit irgendwo ein bisschen. Aber nur, weil er sich immer mit total banalen Ausreden von einer gemeinsamen Entscheidung gedrückt hat. Dazu steht er heute auch noch nicht. Und meine Unfruchtbarkeit kommt ja nicht aus freiwilligen Stücken, von daher finde ich den Vergleich doch sehr fies.

Vielleicht schaffe ich das nicht alleine, vielleicht muss eine Therapie her, das sehe ich dann noch. Für mich ist erstmal wichtig, die Grenzen wieder zu sehen. Und vor allem aufzuhören still zu leiden. Trennen will ich mich nämlich nicht, dazu ist der Rest der Beziehung zu harmonisch.

Chriecharlie, ich glaube du hast sogar den Nagel auf den Kopf getroffen, ich hab ein wahnsinnig großes Problem seit der Op. Und das obwohl es mir eigentlich sehr gut - sogar besser ohne die Gebärmutter geht.

W8ehe9sHe(rz


Kleio, das ist schon sehr weit gedacht, aber ich verstehe deine Weitsicht.

Ich denke viele Frauen leiden "gern" und finde sich in der Opferrolle wieder.

Schlimm ist es auch, wenn man glaubt immer leiden zu müssen, ich kenne das, meine Mutter ist genauso. Ich selbst sehe das teilweise auch - wie hier beispielsweise. Aber so will ich nicht sein/werden. Dewegen muss eine Änderung her, ich hoffe ja, dass das Umdenken hier ein bisschen vorran gehen kann.

O]neFlbowxer


Ich habe auch so eine kalte Seite. Ich dachte immer, es ist normal, weil viele in meiner Familie so sind. Aber bei manchen, sehr sensiblen Themen, halte ich mich manchmal raus, weil meine Antwort andere schockiert. Eben wegen dieser kalten Seite. Gerade jetzt, wo ich selbst ein krasses Problem habe, kommt diese Seite mit einer "einfachen" Lösung. Diese einfache Lösung würde viele schockieren.

Die kalte Seite ist allerdings mein Problem. Nicht das der anderen. Sie ist ein kühler Lösungsfinder, der mich in krassen Situationen hat überleben lassen. Hätte es früh, ganz früh, diese Probleme nicht gegeben, wäre die kalte Seite nicht so "stark". Vermutlich ist es auch diese Seite, die manche schon abgeschreckt hat, mit mir eine nähere Bindung (wie auch immer) einzugehen.

Die kalte Seite Deines Mannes ist sein "Problem". Er scheint sich automatisch zu verschließen, wenn also stark berührende Dinge passieren. Vermutlich hat er nie gelernt, krasse Dinge emotional zu verarbeiten. Verschließen ist also eine gute Lösung für ihn.

Deine Reaktion darauf ist Dein "Problem". Du hast all die Dinge mit dem Kind vielleicht noch nicht vollständig verarbeiten können. Vielleicht steckst Du noch mitten in einer nicht abgeschlossenen Trauerreaktion. Du suchst Trost und einen Menschen, der Dich trösten kann. Du hast gehofft, dass Dein Mann Dir dabei hilft. Aber weil er leider so drauf ist, wie er drauf ist, ist er nicht imstande, auch nur ansatzweise etwas für Dich zu tun in der Sache.

Was Dir passiert ist, tut mir unendlich leid. Und so geht es sicher allen einigermaßen normal fühlenden Menschen. Vielleicht ist es gut für Dich, Dir für die Sache Hilfe von außen zu suchen. Du kannst noch 1, noch 5, noch 10, noch 20 Jahre warten. Unverarbeitet wird Dir die Sache immer noch stärker weh tun und Dein Mann wird Dir nicht helfen. Und Du verschleppst es.

Opferrolle ist nicht so mein Lieblingswort. Hilfe zu erwarten ist jetzt nicht das falscheste. Normal fühlende Menschen machen das auch gern. Hilfe geben. Vielleicht hast Du von Deiner Mutter ein Muster übernommen, von dafür ungeeigneten Menschen Hilfe zu erwarten und ewig darauf zu hoffen. Vielleicht hast Du bisher nicht gelernt, nach Hilfe von außerhalb zu suchen bzw. Dir dafür die richtigen, geeigneten Menschen zu suchen.

Ich kenne das, sauer auf Männer zu sein, die keine (noch) Kinder wollen aber so viele Keimzellen übrig zu haben, während wir Frauen bei der ganzen Sache doch recht limitiert sind und auf ein ganzes intaktes reproduktives System angewiesen sind und dieses auch funktionieren muss. Ich weiß nicht, ob es Dich tröstet, zwei gesunde Kinder bereits zu haben. Solche Worte von außen können auch immer irgendwie verletzen, weil sich keiner wirklich in Dich hinein versetzen kann.

Vielleicht macht es Sinn, Dir vorzustellen, was Du alles gutes in Deinem Leben hast. Vielleicht hilft es Dir auch, zu akzeptieren, dass Dein Mann das derzeit nicht kann. Du kannst davon ausgehen, dass er es nicht kann. Es ist nicht so, dass er es nicht will. Er kann nicht. Aus irgend einem Grund. Und vielleicht kann er sich auch nicht vorstellen zu können.

Vielleicht kannst Du versuchen, daran zu arbeiten, dass Dich das so verletzt, dass Dein Mann derzeit so ist.

Vielleicht kannst Du schauen, ob Du extern jemanden findest, der Dir hilft, die Sache mit dem Kind zu verarbeiten. Ich denke, Du bist nicht die einzige Frau, die in einer solchen Situation vergeblich Hilfe von ihrem Mann erwartet.

BBenitxaB.


Ich sehe es so, dass du erst mal davon runter kommen mußt, etwas einzufordern, was er gar nicht geben kann. Könnte er es, würde er es ja tun. Der Mann ist so wie er ist. Bleib bei Fakten.

Fakt ist weiterhin, dass du ja auch eiskalt warst, es auf eine Schwangerschaft ankommen zu lassen, in der Hoffnung, dass ER dann schon so freundlich ist, seine Meinung zu ändern und dass er dann geistig eine Wendung von 180° macht...

All das basiert auf Wünschen, die sich nicht erfüllt haben.

DEINE Wünsche wurden nicht erfüllt. Seine waren gar nicht vorhanden. Das ist der feine Unterschied.

Hier gilt es, erst mal zu sortieren. Du hast ihn quasi überfahren, es ging Dir ja auch völlig ab, wie er sich dabei fühlen mußte.

Für ihn geht das Leben weiter, aber mit einer Frau, die so ist, wie er sie nie haben wollte. Die Frau an seiner Seite ist nun völlig verändert, was ist eigentlich nur los mit ihr? (sofern er sich null einfühlen kann).

Na ja, nun kann sie keine Kinder mehr kriegen. Gott sei Dank. Thema abgehakt.

Tschuldigung, das klingt hammerhart, aber ich will nicht ausschließen, dass er wirklich so denken k ö n n t e.

Auch wo bei Männern ein Kinderwunsch besteht, reagieren die diese aus Hilflosigkeit bei Fehlgeburten wenig oder gar nicht, darüber sind sogar schon einige Ehen zerbrochen.

Du mußt nicht nur darum trauern, eine Schwangerschaft nicht zu ende gebracht zu haben, nein, die Hoffnung auf ein Kind wird sich nie wieder erfüllen können. Dieser Wunsch, der so konträr zu dem des Mannes war, wird nun nie mehr machbar sein. Auch nicht zufällig doch gewollt.

Das war Dein Lebenstraum, zerstört.

Geh in eine Trauergruppe, arbeite therapeutisch daran, wie Du Deine unerfüllten Wünsche tatsächlich begraben kannst, so dass Du wieder leben kannst. Das wird nicht leicht sein, aber die einzige, die sich hier ändern muß, bist Du, für ihn ist seine Welt ohne Kinder ja weiterhin in Ordnung.

Die Wahrheiten sehen können, sie leben können, das mag hart aussehen und sein, wird aber zu Wandlungen führen. Das geht aber nur durch Deine eigene Wandlung des Verstehens.

O0neFl:owexr


Die kalte Seite führt übrigens auch dazu, dass ich in entscheidenden Momenten nichts mehr fühle. Das gilt zB. auch für Situationen, in denen ich mich vielleicht verliebe. Wird das Gefühl stärker, hört es irgendwann plötzlich wieder auf, als eine Art Schutz offenbar. Das kann Stunden bis Tage anhalten. Völlig gefühlstaub. Es war leider in der Vergangenheit oft so. Erst starke Gefühle, dann Überforderung, dann Gefühl weg. Dann der Gedanke, dass der andere es sowieso nicht wert ist. Übel. Alles ein Automatismus. Hat der andere sich ein wenig distanziert oder ich, öffnet sich etwas wieder und das Gefühl hat wieder Raum.

Wie auch immer. Irgendwas ist n. i. O. mit dem Gefühlsleben Deines Mannes. Da Du kein Therapeut bist, wird es schwer für Dich, da etwas zu tun.

Du brauchst im Prinzip selbst jemanden, der Dich nicht hart verurteilt, sondern es sollte jemand sein, der verständnisvoll und wohlwollend ist und Dir einen Raum schafft, heilen zu können.

W?ehSesHexrz


Fakt ist weiterhin, dass du ja auch eiskalt warst, es auf eine Schwangerschaft ankommen zu lassen, in der Hoffnung, dass ER dann schon so freundlich ist, seine Meinung zu ändern und dass er dann geistig eine Wendung von 180° macht...

Sag mal, was bildest du dir denn ein ??? ? Was glaubst du eigentlich wer du bist? Ich kenne genug deiner unverschämten Beiträge, in denen du öfters über das Ziel hinausschießt. Aber ich habe es nicht auf eine Schwangerschaft angelegt. Nur weil ich einen Kinderwunsch habe/hatte, heißt das nicht, dass ich meinem Mann eiskalt ein Kind unterschieben wollte. Mir liegt etwas an meinem Nachwuchs und die Rahmenbedingungen hätten auch passen müssen, bei einem geplanten Kind!

OZneF|lowxer


Ignorier das. Es gibt viele toxische Energien. Versuche, das nicht an Dich ranzulassen.

der Dich nicht hart verurteilt,

deswegen hatte ich das noch geschrieben.

Es hört sich zwar ziemlich Hippie-mäßig an, aber die Welt braucht einfach mehr Liebe, Verständnis und all das.

In meiner Umgebung gibt es auch so Menschen, und sie haben mir nicht gut getan. Abgrenzen ist immer noch nicht einfach, aber es geht besser. Manche Schreiber verkennen auch das Problem. Wenn es Dir zu "bunt" wird, kannst Du Dich auch ans Moderatorenteam wenden. Wollte aber Deinen Faden nicht mit "ot" sprengen und hoffe, dass sich die Folgebeiträge auch wieder auf Deine Sache konzentrieren.

Ich wünsche Dir, dass Du wieder zu Dir selbst finden kannst und Deinen Frieden mit der ganzen Sache machen kannst.

W-ehes0Herxz


Danke OneFlower, du hast ja Recht. Leider lasse ich mich zu sehr hinreißen um mich zu beißen, wenn man harte Kritik hört. Auch etwas, woran ich arbeiten muss und könnte.

Weißt du, ich war früher nicht immer so gewesen. Auch wenn meine Beiträge sich nicht danach lesen, so war ich eigentlich immer sehr verständnisvoll gegenüber anderen. Und auch sehr hilfsbereit.

Nur leider empfinde ich die heutige Menschheit immer verbissener und bitterböse, kaltherzig und egoitisch. Ich falle immer auf die Nase. Egal was ich mache, ich bezahle immer bitterböse für meine gutmütige Dummheit.

ODneF)lowexr


Letztlich ist es interessant, wenn man an sich arbeitet, ändert sich das Umfeld mit. Ich hab's auch immer nicht geglaubt.

Möglicherweise könnte es passieren, dass wenn Du Dich um Deinen Schmerz und Deine Verletzlichkeit kümmerst, Dein Mann vielleicht auch eines Tages anders mit Dir umgeht.

Es ist komisch, dass es so funktioniert. Manchmal geht es besser, mal schlechter. Jedenfalls ist es gut zu wissen, dass man den anderen nicht verbiegen muss. Dass es auch geht, wenn man mit sich selbst ins Reine kommt.

K<lLeio


WehesHerz

Kleio, das ist schon sehr weit gedacht, aber ich verstehe deine Weitsicht.

Ja, da Du geschrieben hast, dass ihr Kinder habt, so ist Eure Dynamik nicht nur auf Euch bezogen und ich wollte das erwähnt haben. Vielleicht wäre ja das auch ein kleine Motivation für Dich.

Ich denke viele Frauen leiden "gern" und finde sich in der Opferrolle wieder.

Ja, und diese Rolle wird ja leider ja auch an ihre Kinder mehr oder minder weitergegeben. Wenn dann etwas passiert, dann steht man manchmal vor einem Wirrwarr von Problemen.

Schlimm ist es auch, wenn man glaubt immer leiden zu müssen, ich kenne das, meine Mutter ist genauso. Ich selbst sehe das teilweise auch - wie hier beispielsweise. Aber so will ich nicht sein/werden. Dewegen muss eine Änderung her, ich hoffe ja, dass das Umdenken hier ein bisschen vorran gehen kann.

Ich habe das mit meinen Eltern geschildert, weil das eine extremere Version dessen ist, wie ich es aus Deinen Schilderungen empfunden habe. Bei Euch hält es sich in Grenzen, aber es ist halt da, diese kalte Reaktion Deines Mannes, bzw. dass Du seine Reaktion zeitweise als kalt empfindest. Natürlich wäre es naheliegend, dass Dein Partner Dir da zur Seite steht und Deine Enttäuschung darüber ist völlig verständlich und nachvollziehbar, aber er ist da die falsche Adresse dafür, weil er offensichtlich nicht dieser Typ Mann ist.

Chriecharlie, ich glaube du hast sogar den Nagel auf den Kopf getroffen, ich hab ein wahnsinnig großes Problem seit der Op. Und das obwohl es mir eigentlich sehr gut - sogar besser ohne die Gebärmutter geht.

Diese Fehlgeburt hat nicht nur einen Nerv bei Dir getroffen, sondern mehrere und hatte dann auch noch körperliche Konsequenzen, dass Du keine Kinder mehr bekommen kannst. Mir sind diese Aussagen "der nicht richtigen Frau nach der Totaloperation", wie es damals hieß noch sehr gut in Erinnerung. Für mich haben solche Aussagen nie zugetroffen, aber es gibt Frauen und Männer, die Frauen diese Frauenrolle zuschreiben. Aber dadurch hast Du da jetzt doch einige Punkte, die Dir Schwierigkeiten machen und verständlicherweise Schwierigkeiten machen. Du hast Dein selbstverständnis von Dir als Mensch, als Frau, als Mutter, etc. und scheinbar sind diese Vorstellungen ins Wanken gekommen, vor allem, weil Du von Deinem Partner keine Reaktion bekommst. Du reagierst mit Wut (auf Deinen Mann, die Welt, vielleicht auch auf Dich?), Neid (auf Deinen Mann, andere Frauen, die noch Kinder bekommen können?), Schmerz (über die Fehlgeburt), etc.

Warum hättest Du denn noch ein Kind wollen und was ist mit der Fehlgeburt für Dich zusammengebrachen?

KGlepio


WehesHerz

soll natürlich heißen: Warum hättest Du denn noch ein Kind wollen und was ist mit der Fehlgeburt für Dich zusammengebrochen?

Koleixo


WehesHerz

Sag mal, was bildest du dir denn ein ??? ? Was glaubst du eigentlich wer du bist? Ich kenne genug deiner unverschämten Beiträge, in denen du öfters über das Ziel hinausschießt. Aber ich habe es nicht auf eine Schwangerschaft angelegt. Nur weil ich einen Kinderwunsch habe/hatte, heißt das nicht, dass ich meinem Mann eiskalt ein Kind unterschieben wollte. Mir liegt etwas an meinem Nachwuchs und die Rahmenbedingungen hätten auch passen müssen, bei einem geplanten Kind!

Ich habe Benitas Beitrag so gelesen, dass Dein Mann es so sehen könnte. Das schreibt sie ja auch:

Tschuldigung, das klingt hammerhart, aber ich will nicht ausschließen, dass er wirklich so denken k ö n n t e.

Und weißt Du was, hätte ich ein Problem, würde ich mir diese brutale Analyse Benitas einholen. Da schäppert einmal der Schädel manchmal 3 Tage, weil es aber sowas von brutal kommt, aber das kann dann auch ein Zeichen dafür sein, dass sie aber sowas von ins Schwarze getroffen hat und ihr die Arschkarte zugeschoben wird, dabei hat sie gar nichts damit zu tun. Es geht ja um den Inhalt. Der trifft zu oder nicht. Halt auch so "kalt". Ich kann mich erinnern, dass ich ja dann irgenwann auch versucht habe an meine Mutter heranzukommen und irgendwann war ich ja dann auch zeitweise so "kalt". Das heißt, es geht gar nicht um das Gegenüber - da wird schlicht etwas getriggert, das man selbst ändern kann. Sie war aber lange nicht offen, da überhaupt zuzuhören, geschweige denn, zu akzeptieren, dass mein Vater gewisse Situationen einfach anders sah. Er war halt der Arsch für sie und sie war aus seiner Sicht die Gefühllose.

Und ja, das ist hammerhart, aber es könnte sein, dass er diese Situation so oder abgemidert, aber inhaltlich schon ähnlich empfunden und gedacht hat, oder?

Also zumindest von meinem Vater habe ich auch ähnliche Aussagen über meine Mutter gehört, aber wie schon erwähnt, so waren die weitaus extremer, als ihr beide.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Beziehungen oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Psychologie · Erziehung · Sexualität · Homo, Hetero, Bi


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH