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Ich-Botschaften

D~ie S]ehe@rxin


Wenn man das "Ich" hinter dem "Du" hören kann, dann wird man sich m.E. auch von einer Du-Aussage nicht gleich fürchterlich angegriffen fühlen.

:)z zumal ja ein simples "ich" am satzanfang noch lange nicht heißt, dass eine ich-botschaft folgt ;-)

L>olaXx5


Nachtrag:

Das Ganze funktioniert natürlich auch in die Gegegenrichtung: Ich-Botschaften werden vom Zuhörer als Du-Botschaften entschlüsselt (mit oder ohne Übersetzungsfehler). Es ist sehr leicht, einen Vorwurf zu hören, der gramatikalisch (und vielleicht sogar gedanklich) gar nicht da war.

Ich-Botschaften sind daher keine Garantie, dass sich niemand angegriffen fühlt. Sie senken nur die Wahrscheinlichkeit.

K#lexio


Avwa

Macht es für euch wirklich einen Unterschied, ob jemand zu euch sagt "Du benimmst dich unmöglich" oder "Ich finde, du benimmst dich unmöglich"?

Das nicht, aber das ist auch keine Ich-Botschaft, wie es gemeint ist. Eine Ich-Botschaft enthält, wie es mir geht und nicht, wie ich andere beurteile. Meiner Ansicht nach sind das beide Male Du-Botschaften und sehr oft werden Du-Botschaften als Angriff aufgefasst.

[[https://www.google.at/?gws_rd=ssl#q=wie+formuliere+ich+Ich-botschaften]]

Eines der Beispiele auf einer dieser Seiten:

Du-Botschaften

"Ständig schaust du in dein Handy! Das frustriert mich sehr, weil ich deine Aufmerksamkeit nicht erhalte. Höre mir doch mal zu!"

Ich-Botschaften

"Ich sehe du schaust gerade in dein Handy. Das macht mich traurig, weil ich dir etwas wichtiges erzählen möchte und ich mir dafür deine Aufmerksamkeit wünsche."

Beobachtung: Ich sehe du schaust gerade in dein Handy.

Gefühl: Das macht mich traurig,….

Bedürfnis:… weil ich dir etwas wichtiges erzählen möchte

Wunsch:… ich mir dafür deine Aufmerksamkeit wünsche

Aber es gibt auch hier einen Faden:

Übungsgruppe zur gewaltfreien Kommunikation: Wer mag mitmachen?

[[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/625453/]]

der ohne weiteres aufgefrischt werden kann.

soensibrelman3n9x9


Macht es für euch wirklich einen Unterschied, ob jemand zu euch sagt "Du benimmst dich unmöglich" oder "Ich finde, du benimmst dich unmöglich"?

Nein. Ich übersetze mir das soundso von der einen in die andere Aussage.

dQi|rQkl


was ich für mich gemerkt habe, dass es durchaus aber auch manchmal situationen gibt, wo diese ich-botschaften einfach nicht passen, bzw. authentisch sind... da wirken die eher als "problemkerzenorienteriertses sozialpädagogen-geschwurbel" kontraproduktiv ;-D

Ganz genau. Sowas ist typisches Seminargedöns.

"Ich fühle mich unwohl, wenn es unordentlich ist und ich wünsche mir, dass wir daran arbeiten. "

Am Besten noch mit dem Zusatz: Ist das OK für dich? ;-D

Solche "Botschaften" schreien geradezu nach einem: "Dann räum doch auf, wenn du dich danach besser fühlst. Dann ist uns beiden geholfen. Win Win." ]:D

pIarakzePllnusxs


Mir persönlich sind gesunde Rumfetzereien lieber, als therapeutische Dünnplörre. Warum darf und kann man nichts mehr äußern, ohne dass sich Hinz und Kunz auf den Schlips getreten fühlen? 'Du hast Mist gebaut!'...oh mein Gott! Entschldige bitte meine Grobheit! Lass und darüber diskutieren. Ich habe noch drei Stunden frei...pfffmmmt! Oder laß uns eine Ich-Botschaft-Suppe kochen, gemeinsam...oder ganz ehrlich Schatz? Ich finde dich einfach nur noch doof! Gerade jetzt. Nicht immer...aber jetzt!

AArya;_`S-tark


Ich-Botschaften tragen meines Erachtens schon zu einem gehaltvolleren Dialog bei. Ich bin aber von diesen auswendig gelernten Sätzen weggekommen. Sie klingen manchmal einfach nicht natürlich...aber das ist Geschmacksache. Mehr Gesprächsqualität erhalte ich ganz klar mit einer fragenden Haltung:

"Was denkst du, wie wirkt das oder jenes auf mich..."

"Wie bekommst du es hin, in dieses Chaos trotzem noch alles zu finden?"

"Aus welchem guten Grund..."

"Welchen Vorteil hätte es, wenn dein Zimmer tip top aufgeräumt ist?"

"Was wäre anders wenn wir nicht dauernd streiten würden?"

usw.

(Systemisch-lösungsorientierte Fragetechniken)

Mit diesen Fragen mache ich persönlich immer sehr gute Erfahrungen. Sie lassen sich in allen zwischenmenschlichen Beziehungen anwenden.

d irxkl


"Wie bekommst du es hin, in dieses Chaos trotzem noch alles zu finden?"

Als Erwachsener würde ich antworten: "Weil ich ein Genie bin". Und als Kind: "Ich sehe doch alles viel besser wenn es vor mir liegt, als wenn ich es in einen Schrank räume."

"Welchen Vorteil hätte es, wenn dein Zimmer tip top aufgeräumt ist?

Ein Kind würde vermutlich erst mal keinen Vorteil sehen. Dann musst du mit ihm ein Projekt aufziehen und fängst am besten gleich im Kick-Off-Meeting mit dem Brainstorming an.

"Was wäre anders wenn wir nicht dauernd streiten würden?"

Das ist eine Wir-Botschaft. Damit räumst du dir gleich eine Teilschuld am Streit ein. Schon verloren.

Mit diesen Fragen mache ich persönlich immer sehr gute Erfahrungen.

Das mag sein.

Sie lassen sich in allen zwischenmenschlichen Beziehungen anwenden.

Das bezweifle ich.

RcalpZh1_HH


Ich stehe der Diskussion über die Formulierung von Streitfragen extrem kritisch gegenüber. Wir führen die Diskussion zu Hause auch.

Die Situation: Irgendetwas am Verhalten der anderen Person X stört mich. Die Aussage: Du tust dies und das, es nervt. Damit ist alles gesagt: Ich bin genervt, das Verhalten von X ist die Ursache. Lösungsmöglichkeit: X beendet das Verhalten. Ich habe in dem Moment überhaupt keine Lust, meinen Unmut erstmal runter zu schlucken und in Ruhe nach einer Formulierung zu suchen, die dem Sensibelchen X passen könnte, weil ich das, dass mich das stört im Zweifelsfall schon zig Mal gesagt habe und mir langsam der Kragen platzt. Da kommt dann auch schnell mal das Wort "immer" ins Spiel. "Du machst immer dies und das, es nervt". Ja, "öfter" wäre korrekter formuliert... Ja, damit bewerte ich ein Stück weit den Charakter von X, übertreibe ein Stück, aber der Glaube, dass ich X damit die Chance nehme, das Verhalten zu ändern, weil ich ja nicht das Verhalten sondern den Charakter bewerte ist doch Blödsinn.

Dieses rumreiten auf Formulierungen hat genau einen Effekt: Derjenige, der sich aufregt über ein Verhalten wird vom Kläger zum Angeklagten. Statt dass X das Verhalten ändert, wird auf einmal die Art der Kritik diskutiert und die Art, wie man miteinander spricht, das eigentliche Problem bleibt ungelöst.

Und mal ehrlich: wenn X beispielsweise seinen Kram nicht aufräumt, brauche ich nicht zu sagen: Es stört mich, dass es nicht aufgeräumt ist. Dann könnte ich ja selber tätig werden, aber genau das will ich nicht. Ich will, dass X den Kram selber wegräumt und so wird das dann auch formuliert: Beim ersten Mal: Räumst Du das hier bitte weg? Beim zweiten Mal: DU lässt Deinen Kram liegen, räum das bitte weg. Beim 10. Mal: Du lässt immer Deinen Scheiß überall rumfliegen, es nervt!

Personen, die zu sensibel sind, um so angesprochen zu werden, gestalten sich als schwierig im zusammenleben, weil man Probleme kaum aus der Welt räumen kann. Die Fähigkeit, Kritik anzunehmen ist nicht da und stattdessen muss der Kritiker sich ständig am Riemen reißen und so formulieren, wie es möglicherweise harmloser wäre. Das tötet jede spontane Unterhaltungskultur.

ac.f isxh


Das alles sind keine Zaubersprüche und keine Wundermittel. Es kann nur eine Verbesserung der Gesprächskultur sein, wenn man selber Interesse daran hat, sie zu verändern. Wenn dahinter nur der Wunsch steht, der andere möge besser funktionieren/gehorchen, verfehlt es seinen Sinn. Gleichermaßen: wenn das Gegenüber einfach nicht an einem wertschätzenden Dialog interessiert ist, sondern Stunk resp. verletzen/kränken möchte, dann wird es auch welchen geben.

X\irxain


Also im Gegensatz zur Ich Forderung, habe ich sehr gute Erfahrung mit direkten "Befehlen" gemacht.

Mein Freund ist NOCH unordentlicher als ich es bin. Und ich bin schon echt ne kleine Chaosqueen.

Es stört mich aber total, dass er seinen ganzen Scheiß nach einem Wochenende immer da liegen lässt, wo er es eben tut.

Klamotten werden mitten im Weg liegen gelassen also sage ich "Räum deine Klamotten auf einen Stuhl, oder ich falle nachts drüber, wenn ich aufs Klo muss..." Ihn stört das nämlich nicht...ich stolper nachts im Dunkeln aber drüber.

Irgendwann erklärte ich ihm dann auch, dass ich jedes Mal, wenn er da war am Tag danach ne Stunde aufräumen muss, weil er seinen Mist überall liegen lässt, kein Geschirr in den Geschirrspüler bringt und so weiter und so fort.

Also gebe ich ihm jetzt direkt dir Anweisung "Dein Geschirr bringst du bitte in die Spülmaschine".

Klar fühl ich mich da manchmal wie ein Diktator. Aber ihm ist es einfach nicht bewusst, wieviel Arbeit er mir damit macht, wenn er sein Zeug da liegen lässt wo er geht und steht. Ihn stört es nicht.

Mit klaren Anweisungen kann er sehr viel besser leben als mit mir, die anfängt "Ich muss mit dir reden, ich empfinde diese Unordnung in meiner Wohnung als respektlosigkeit mir gegenüber..."

Anstatt über son Mist zu diskutieren, macht er es lieber...

Als ich noch sagte "Könntest du bitte morgen vorm gehen dein Geschirr wegräumen" brachte das nix...in ein Ohr rein, ins andre raus. Er braucht direktes Feedback zu seinem Verhalten.

Deswegen funktioniert dieses Ich-Gedöhns bei uns nur sehr schwer...wenn wir das versuchen, sind wir schon in einem RIESEN Streit...den man mit ganz klaren Ansagen hätte vermeiden können.

y$ess~esne3ee


Also wenn mich an meiner Freundin oder ihrem Verhalten oder tun etwas stört habe ich mir angewöhnt zb zu sagen "Ich würde mich freuen, wenn hier nicht immer so viele Sachen herumliegen, die eigentlich in die Wäsche gehören."

Oder: "Komisch, das Toilettenpapier war wieder leer und der letzte hat es nicht getauscht." Wir sind ja nur zu zweit.... Meist grinst sie mich dann an....

DUie SYeherxin


für mich ist das auch eine frage der gewichtigkeit. wenn es um normalen alltagsblödsinn geht, dann darf es ruhig direkt und "undiplomatisch" sein. wenn es allerdings dann um grundsätzliche themen geht, finde ich schon, dass es sehr viel konstruktiver ist, wenn auch konstruktiv formuliert wird.

A&rya/_Stark


Hmm..eure Äusserungen (also die beiden letzten) beziehen sich auf Extremsituationen. Situationen, wo bereits Triggercharakter haben. Da ist ja im Vorfeld schon einiges falsch gelaufen ":/.

Die Threadstellerin sucht ja auch nach sinnvollen Ich-Botschaften und die gibt es schon.

Es braucht doch eine gute Mischung auf allen Kanälen. Man denke hier beispielsweise an das Vier-Ohren-Modell.

Wenn man sich eine fragende Haltung angewöhnt, gibt man die Verantwortung zurück und lässt das Gegenüber mitdenken. Im besten Fall wird der Betroffene selbstwirksam. Das Beispiel mit dem Aufräumen ist ein Klassiker und sehr situations- und altersabhängig. Daher ein schlechtes Beispiel, da scheiden sich die Geister. Die Kunst des Fragens endet nicht mit der ersten Frage. Auch wenn die Antwort noch so originell daherkommt.

Daher spreche ich ja auch vom Dialog. Wenn sich ein Fragender mit nur einer Antwort zufrieden gibt, hat er mit Sicherheit verloren (Aufforderung - Verweigerung - Machtspiel). Im dümmsten Fall wechseln die Rollen. Der Fragende macht sich selbst zum Betroffenen.

Häufig geht es doch genau um das Eine: Machtspiel. Gewonnen hat der, der sich gar nicht erst darauf einlässt.

//Dieses rumreiten auf Formulierungen hat genau einen Effekt: Derjenige, der sich aufregt über ein Verhalten wird vom Kläger zum Angeklagten. Statt dass X das Verhalten ändert, wird auf einmal die Art der Kritik diskutiert und die Art, wie man miteinander spricht, das eigentliche Problem bleibt ungelöst.

Und mal ehrlich: wenn X beispielsweise seinen Kram nicht aufräumt, brauche ich nicht zu sagen: Es stört mich, dass es nicht aufgeräumt ist. Dann könnte ich ja selber tätig werden, aber genau das will ich nicht. Ich will, dass X den Kram selber wegräumt und so wird das dann auch formuliert: Beim ersten Mal: Räumst Du das hier bitte weg? Beim zweiten Mal: DU lässt Deinen Kram liegen, räum das bitte weg. Beim 10. Mal: Du lässt immer Deinen Scheiß überall rumfliegen, es nervt!//

Ist für mich das perfekte Beispiel das hier keine Kommunikation stattgefunden hat. Im Gespräch über ein Problem habe ich mich noch nie auf die Art meiner Formulierung geachtet. Ich möchte ja kongruent sein. Ich bohre auch nicht nach dem Problem, es sei denn, ich hätte Psychologie studiert. Wichtig ist mir hier nur eines (auch wenn das Aufräum-Beispiel blöd ist), welche Lösungen braucht es jetzt, damit es wieder besser läuft. Lösungsorientierte Fragen muss man verinnerlicht haben, sonst wirkt es gekünstelt. Vielleicht meintest du mit deiner Aussage genau das.

Warum nicht auch in der Partnerschaft Regeln aushandeln und Ansichten diskutieren? Ich störe mich ab dem Verhalten X. Was stört mich denn daran? Warum stört es ihn/sie nicht? Hat XY vielleicht einen guten Grund? Natürlich muss man nicht alles ausdiskutieren und ja, manchmal muss man mit der Faust auch auf den Tisch hauen. Das hat also überhaupt nicht mit Kuschelpädagogik zu tun (und sonst hat man das falsch verstanden). Seit ich ein paar "Gesprächsregeln" beachte, ist die Beziehung zu meinem Mann viel ausgeglichener. Die Kommunikation ist klar und weiterführend. Wir schauen hinter die Fragen und suchen nach Lösungen.

Ich arbeite mit Jugendlichen. Wenn ich hier nur fordern würde, hätte ich schon längst keinen Job mehr. Jugendliche wollen Interaktion. Sie wollen Wertschätzung und Einflussnahme. Sie loten Grenzen aus und suchen Konfrontation. Da greife ich gerne zur guten Mischung. Es braucht Leitplanken und aus dem Gesprächskoffer von allem etwas.

Xxirxain


Ich arbeite mit Jugendlichen. Wenn ich hier nur fordern würde, hätte ich schon längst keinen Job mehr. Jugendliche wollen Interaktion. Sie wollen Wertschätzung und Einflussnahme. Sie loten Grenzen aus und suchen Konfrontation. Da greife ich gerne zur guten Mischung. Es braucht Leitplanken und aus dem Gesprächskoffer von allem etwas.

Ich glaube es kommt auf den Gegenüber an...

Mein Freund zBsp weiß, dass er sehr chaotisch ist, am Anfang sagte ich Dinge wie "Nächstes Mal räumst du bitte deine Sachen weg, ok?" Und es funktionierte nicht... Weil er es bis dahin schon wieder verdrängt hat.

Wenn es um den Haushalt geht, hilft es ihm mehr, wenn ich sage "Wechsel bitte die Glühbirne jetzt" als wenn ich sage "könntest du bitte innerhalb der nächsten 3 Wochen die Glühbirne wechseln"...er hats dann einfach nach 2 Stunden vergessen und es stört ihn auch nicht, dass da kein Licht brennt.

Er denkt von 12 bis Mittag, was den Haushalt angeht... klare Ansagen helfen da das Konfliktpotential rauszunehmen... weil sonst irgendwann Vorwürfe kommen "Nie machst du was ich dir sage", er sich dessen garnicht bewusst war, dass es mir wichtig war und ich mich unverstanden und "nicht ernst genommen" fühle.

Also rein diese Haushaltsvorwürfe konnten wir damit beseitigen und das war mir sehr wichtig... Denn im Grunde ist es doch ziemlich beschissen, wenn eine Beziehung zu Bruch geht, wegen dem blöden Geschirrspüleinräumen oder so...

Wenn man sich eigentlich liebt, aber dann eben unterschiedliche Denkweisen das Beziehungsleben zerstören, weil immer irgendwer sauer ist ":/

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