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Beziehungssüchtig?

F.r!ag4enh6ilft hat die Diskussion gestartet


Ich hoffe, das kommt euch nicht zu trivial vor. Ich habe hier schon einige Fälle gelesen, die viel schwerwiegender sind. Aber für mich ist das gerade sehr belastend.

Vorgeschichte:

Bin ein Mensch, der sich im Alltag sehr gut zurechtfindet, aber mit neuen Situationen nicht gut umgehen kann. Das zeigte sich bereits beim Beginn des Studiums (und damit in eine neue Stadt ziehen, alleine) und auch beim Auslandssemester, die ersten Wochen waren geprägt von Weinen, Schlafstörungen, und fehlender Nahrungsaufnahme.

Nun zur eigentlichen Sache: Ich hatte seit ich 18 Jahre alt war eine Beziehung. Diese ist im Mai 2016 nach 7 Jahren in die Brüche gegangen. Sie sagte, ihre Gefühlte wären nicht mehr dieselben und das Zusammensein sei nur noch Routine.

Da war ich am Boden zerstört, weil ich sie sehr geliebt habe. Habe aber auch gemerkt, dass man sich in den 7 Jahren auseinanderentwickelt hat.

Nun habe ich relativ schnell danach eine neue Frau kennengelernt. Sie hatte alles, was meine erste Freundin nicht hatte und war rundherum perfekt – fast. Sie hatte einen Freund im Ausland, aber dennoch starteten wir eine Affäre, da sie eine offene Beziehung hatte.

Nachdem mir klar wurde, dass ich in sie verliebt war, sprach ich das Thema an. Sie zögerte, mit ihrem Freund Schluss zu machen, was ich aber auch verstand. Letztendlich hat sie nun letzten Monat mit ihm Schluss gemacht, eigentlich wegen mir. Aber dennoch kam sie gestern und sagte, für sie wäre es nicht der richtige Zeitpunkt für eine Beziehung mit mir und dass die Gefühle ihrerseits dann doch nicht ganz ausreichten.

Warum nicht der richtige Zeitpunkt? Sie wird ihr Studium beenden im April und will danach reisen. Da ich noch bis Dezember studiere, wäre das eine Fernbeziehung. Das kann eigentlich fast nur schiefgehen. Dennoch habe ich mir vorgestellt, dass wir danach zusammenziehen könnten in eine neue Stadt um gemeinsam einen neuen Lebensabschnitt anzufangen.

Jetzt steh ich jedoch allein da.

Warum schreibe ich das hier?

Eigentlich hört sich das nach einer "normalen" Liebeskummer-Geschichte an. Aber die Gedanken, die mir im Kopf herumschwirren, machen mir Angst. Ich habe große Angst, dem neuen Lebensabschnitt nun allein begegnen zu müssen, wieder allein wohnen zu müssen, wieder nicht geliebt zu werden…..

Bin ich beziehungssüchtig? Kann ich nicht allein? Ich weiß, dass ich ein Beziehungsmensch bin und dass Liebe im Leben das absolut wichtigste ist auf der Quest der "Pursuit of happiness", aber warum heule ich gerade den ganzen Tag und fühle mich unfassbar hilflos (wegen einer Liebschaft, die jetzt 8 Monate ging)… und überlege mir währen den tiefsten Tiefpunkten sogar "alternative Lösungsstrategien", die man als Christ nicht erwägen sollte…

Ich verstehe mich selbst nicht, ich will mich nicht schlecht fühlen und ich will nicht das Häuflein Elend sein, dass ich zur Zeit im Spiegel sehe… Fühle ich mich so, weil DIESE Frau mich abgelehnt hat, oder weil ich generell in keiner Beziehung bin?

Antworten
E<hemal!igerj NutzerC (O#59441x0)


Hallo "Fragenhilft",

für mich hört sich das nicht nach "beziehungssüchtig" an, sondern eher nach einer Angst vor dem Alleinsein. Ein Problem dieser Angst ist, dass man man einen Partner unangemessen fest hält. Das ist für eine Beziehung selbst dann nicht gut, wenn diese Angst nicht der eigentliche Grund für ein Zusammenbleiben ist, man auch ansonsten gut zusammen passt und auch ohne diese Ängste zusammenbleiben würde.

Ein Partner mag das spüren und dann Bedenken bekommen, ob er diese Last auch tragen kann, was etwas ganz anderes ist als eine Ablehnung der Beziehung als solcher. An sich kein Beinbruch, denn du bist ja noch jung und wirst noch viel Gelegenheit haben, dir neue Partnerschaften aufzubauen.

Ich denke, es wäre keine schlechte Idee, wenn Du dir für das Problem dieser Verlassensangst, so nenne ich das mal, eine professionelle, therapeutische Hilfe suchen würdest, denn es hört sich so an, dass es doch deine "Lebensqualität" stark einschränkt und vermutlich auch weitere Partnerschaften beeinträchtigen wird.

FiragePnhixlft


Vielen Dank für deinen Beitrag.

Du hast recht, ich war sehr... stürmisch was Zukunfspläne angeht. Zwar habe ich das immer nur als Idee gesehen, aber das hat sie durchaus auch eingeschüchtert (sie ist ein sehr kurzfristig planender Mensch, ich will am liebsten jetzt schon Frau, Kind, Haus und Hund haben)

Weiß jemand, in welche Richtung eine solche "Therapie" gehen würde?

Ich bin da immer sehr vorsichtig, da ich eine Beamtenlaufbahn anstrebe und die Befürchtung habe, nicht verbeamtet zu werde, wenn ich in psychologischer Behanldung bin oder gar eine psychische Krankheit habe.

E1hemalige&r Nutz,er (z#15)


Lass' Dir doch selber ein wenig Zeit. ;-)

Du warst von 18 - 25 in einer -wohl sehr nahen- Beziehung. Egal aus welchen Gründen diese nun zu Ende ging: Ein bisher sehr wichtiger Teil Deines Lebens bricht weg. Hinterlässt eine Lücke.

Diese versuchst Du nun wohl mehr oder weniger massiv durch eine neue Person zu füllen. Versuche sie doch erst mal anders zu füllen, diese Lücke. :)*

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